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Jüdische Rundschau · 1928-07-27 · Heft 59 (27.7.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 59 (27.7.1928)
Date
1928-07-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,35 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion and Verlag Berlin W 15, Msinekestraße 10. Erschein* jeden Dienstag and Freitag. Besagspreia bei der Expedition monatlich 3,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goidmark. Atn]»nd»tho»n«MnU werden in dw ffttia! der ainielntn Lind«? bcreeluet Anzeigen •Verwaltung Jfidische Randechan G.m.b.H״ Berlin W15. Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70, Telephon: Bismarck 7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 FOr Oeiterreiek: Pottrpsrkaeeeauat Via, Konto Nr. 150030, Für Tickeekotlowekei! Po«l«park>uenamt Frag, Konto Nr. 59410. Für Palen: PotUparkaueauit Wer •eh tu, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 59 | Berlin, 27. VII. 1928 Aaseigeeprais: 8 (••pelt.Nonpero itle!«il« 0,50 G.-M. St «11 •»(»•»eh• 0,25 G.-M. AeseigesieUafו D1 a a ■ t a g and Freite( naekmittag• 4 Uhr. י׳ מנ׳ אב׳ תרפ״ח | xxxm. Jahrg. PT «QBtewm ■rstrob» fBr «la» JOdlich« Volk «11• »chaHuwg «Imr »HtiitllcN rnchtllth gesicherte ח Helmstitta ln P«l«1Mn». ״Baseler Programm.•• Herzl-Feier in Berlin Reden von Sokolow und Weidmann C.״V.-Wissenschaft Zugleich ein Beitrag zum Problem der Emanzipation Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem Manche Anekdoten kennzeichnen eine ganze Epoche, selbst wenn sie wahr sind, wie diese hier, die man deshalb immer aufs neue dem Vergessen entreißen muß: Als der ״Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ sich einen Verlag angliederte, suchte er nach einem passenden Schutzheiligen als Namensgeber. Er kam auf Gabriel Rießer — aber dessen Erben verweigerten als gute Christen ihre Erlaubnis, den Namen für ein jüdisches Unternehmen herzugeben. So entstand der ״Philo- Verlag“, denn die Nachkommen des alten Alexandriners konnten sich nicht mehr wehren. Diese Geschichte brauchte einem nicht unbedingt einzufallen, wenn man davon Kenntnis nimmt, daß nun — d. h. schon im Jahre 1926 — im Philo-Verlag ״Das Leben Gabriel Rießers“ erschienen ist, ״ein Beitrag zur inneren Geschichte Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert“ von Dr. phil. Fritz Friedländer. Aber das Buch ist so geartet, daß es den posthumen Namenstausch seiner beiden Patrone wieder ins Gedächtnis ruft, und ist andererseits zu gewichtig, als daß es an dieser Stelle ganz mit Stillschweigen übergangen werden dürfte. Es ist ein — zugegeben: guter — Beitrag zur C.-V,-Wissenschaft. Diese Wissenschaft hat zwei Fronten: eine nach außen und eine nach innen. Die äußere steht gegen den A n t i - semitismus und füllt*neuerdings ihre Lücken mit Büchern, die zionistischer Terminologie bedenklich nahekommen, so: wenn Julius Goldstein den Wert der jüdischen Andersartigkeit, natürlich in Analogie zu einer ähnlichen katholischen Aeußerung, herausstreicht. Nach innen liegt die Sache anders: Dort wird die Front gegen den Zionismus gehalten, um so unentwegter, desto mehr Gebrauch man von seinen Argumenten an der Außenfront macht. Ein Schulbeispiel MeffSr ist Fried-!anders ״Gabriel Rießer“. Der Verfasser macht den ernsthaften, von betrachtlichem Wissen gestützten und durch stilistische Begabung geförderten Versuch, eine ״politische Biographie“ TOeßers zu schreiben — etwa in Art von Onckens ״Lassalle“ — und seinen Lebenslauf in die innere Geschichte Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert lebendig hineinzustellen. Man darf sagen, daß ihm dies gelungen ist, soweit es sich nicht um j ü d i s c h e Zusammenhänge handelt. Werden sie berührt, und das geschieht besonders in Kapitel Hl ״Die deutsche Judenemanzipation“, so verliert Friedländer jede historische Besonnenheit und wird zum anachronistischen Anwalt eines platten Antizionismus von heute, der längst Rießers eine Ueberzeugung vergessen hat: wertvoller als das volle Bürgerrecht sei den Juden ihr höchster Besitz: das Judentum. (S. 72), und sich dafür jene andere ganz zu eigen machte: ״Bietet mir mit der einen Hand die Emanzipation, auf die alle meine innigsten Wünsche gerichtet sind, mit der anderen die Verwirklichung des schönen Traumes von der politischen Einheit Deutschlands mit seiner politischen Freiheit verknüpft, ich würde ohne Bedenken die letztere wählen; denn ich habe die feste, tiefste Ueberzeugung, daß in ihr auch eine enthalten ist.“ (S. 88.) Den inneren Widerspruch zwischen beiden Aeußerungen und damit einen Kern des Rießerschen Judenproblems zu entdecken, hat indessen Friedländer keine Zeit: er ist allzu beschäftigt mit der Verleugnung der Einheit Israels — Zlocistis Mitteilung über die örtlich-rabbinischen Ahnen von Moses Heß ist ״allenfalls für zionistische Interessenten belangvoll“, (S. 150) —, mit der Propaganda des ״restlosen Aufgehens in der deutschen Bevölkerung“ als der ״einzig möglichen Lösung der Judenfrage“ (S. 180), mit der Abwehr des ״fast tumultarischen Einbruchs“ von Ostjuden als schwerer Gefahr für ״deutschjüdische Kultur und Lebensform“ (S. 179) und vor allem mit der ganz offenen Anprefsung des ״Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“. (S. 177.) Nur auf Hermann Cohen sollte sich niemand berufen, der die (von Cohen im Gegensatz zur geleugneten jüdischen ״Nation“ bekanntlich gelehrte) jüdische ״Nationalität“ für eine von Rießer widerlegte ״antisemitische Legende“ hält (S. 178) und der seine Kompetenz zur Entscheidung dieser Frage durch das offenherzige Zugeständnis bekundet hat, daß ihm die Sprache dieser Nationalität fremd ist; ״Unzugänglieh blieb mir die von Dubnow II 506 angeführte hebräische Biographie von S. Bernfeld, Warschau 1900, weil von dem Büchlein keine deutsche Uebersetzung vorliegt“! (S. 8.) Warum so stolz, Herr Friedländer? Der zionistische Historiker, der sich hoffentlich einmal für die innere Geschichte des deutschen Emanzipatibnäjuden findet, wird nicht, das glauben wir versprechen zu dürfen, mit der ״Z.V. f.D.“ schließen, wie Friedländer mit dem ״C.-V.“ Aber er wird vielleicht das Die Berliner Zionistische Vereinigung und der Keren Kaiemeth machten sich die Anwesenheit der zionistischen Führer während der Tagung des Aktions-Comites in Berlin zunutze, um auf der traditionellen alljährlichen Herzl-Qedenkfeier die prominentesten Persönlichkeiten des Zionismus sprechen zu lassen. Der Bach-Saal war am Montag, dem 23. d. M., bis. auf den letzten Platz gefüllt. Neben der Exekutive der Zionistischen Organisation und den Mitgliedern des A.-C. waren Vertreter der Jüdischen Gemeinde Berlin und viele bekannte Persönlichkeiten der Berliner Judenheit erschienen. Oberkantor Goffanin leitete die Feier durch Absingung des stehend angehörten El mole rachmim ein. Hierauf hielt Leo Motzkin eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß Herzls Persönlichkeit in den jüdischen Massen unverändert lebendig wirkt. Bei seiner letzten Reise durch die baltischen Länder konnte er wieder feststeifen, mit welcher Liebe das Andenken Herzls überall bei den Juden geehrt wird. Man sage nicht, daß es bloß Legenden sind, die um Herzl gesponnen werden, das Kennzeichnende sei gerade, daß Herzls Persönlichkeit sich zur Legendenbildung eigne. Es gibt schon eine Generation, die Herzl nur aus der Lektüre kenne, wir sind aber sicher, daß auch dieses Geschlecht die Größe dieser Persönlichkeit erkennen wird. Der Historiker wird feststellen, daß Herzl am Ende des 19. Jahrhunderts das jüdische Leben bereichert hat. Wir widmen nicht nur alljährlich einen Abend, sondern alle Tage durch die in seinem Geiste geführte Arbeit dem Andenken Theodor Herzls. Kurt Blumenfeld erinnerte daran, daß es eine Zeit gab, in der Herzl in Deutschland keine Stadt zur Abhaltung des Kongresses finden konnte. Damals traten die deutschen Rabbiner aus Furcht, daß der Zionismus die Ergebnisse der Emanzipation gefährden könne, zu einer Protestaktion zusammen, an der sich nur zwei Rabbiner nicht beteiligten, von denen wir die Freude haben, ,einen am heutigen Abend in unserer Mitte zu sehen» Herzls Zionismus wurzelte auf der Erkenntnis em dri.-Ptriiiif'dir•־ PeÄnlfcÜetf;. twtf,v«»,4־it!r FreiheihtgefüM . ür ׳ d*® jüdische Veile. י Heute wird es ' War, daß die Besinnung auf die eigene Volkspersönlichkeit keine Verengerung bedeutet, sondern eine Entwicklung in der Riehtjmg der menschlichen, sozialen und * jüdischen Erneuerung. HCrzI verband mit seinem Zionismus die Vorstellung der Lebensreform in Palästina, von der Befreiung des Volkes durch Arbeit in sozialer Freiheit. Alles, was wir tun, ist ein Beitrag, um der Welt Frieden zu bringen. Herzl verstand, daß der Zionismus einen Er- Ziehungsprozeß bedeute, daß er neue Freiheit und neue Liebe in das jüdische Leben zu bringen berufen sei. Er sah die Entwicklung visionär und unübertrieben voraus. Dieser Visionär erkannte auch die Unzulänglichkeit der zionistischen Welt, aber er wußte, daß die Idee ein Eigenleben besitzt und sich stärker erweisen wird als ihre Träger. Die Idee allein ist imstande, ungeheure Umwälzungen zu vollbringen. Er wußte, daß die Reichen unseres Volkes reich genug sind, um unser Werk aufzubauen, aber nicht reich genug, um es zu verhindern. Er hatte eine klare Erkenntnis von der Lage der Juden und Heß Nordau auf jedem Kongreß ein Bild dieser Lage zeichnen. Gleichzeitig aber bot er in den von ihm ewiesenen Zielen den Juden die begründete Hoffnung auf efreiung. Wir können jetzt Erfolge buchen, auf die auch Herzl stolz sein würde, wiewohl wir von der Erfüllung noch weit entfernt sind. Es gibt keine Erfüllung im Zionismus, wahre Problem Rießers behandeln, das wir hier zum Schluß noch gerade stellen wollen: 1. Rießer beginnt Jura in einem Augenblick zu studieren, als noch keinerlei praktische Berufsaussichten für den jüdischen Rechtswissenschaftler bestehen. Er lebt aber des Glaubens, die bürgerliche Gleichberechtigung werde so schnell fortschreiten, daß sich die Lage in den wenigen Jahren seines Universitätsbesuches zum Besseren wendet; d. h. er traut der Emanzipation ein messianisches Tempo zu. Dies erweist sie, neben vielen anderen gleichsinnigen Lebenstatsachen und Zeugnissen, als den (Pseudo-)Messianismus der Epoche, und daran wieder erklären sich viele Erscheinungen in Tempo und Art der Reform, der Berufsschichtung, der Kulturassimilation und der politischen Stellungnahme. Das Lebenstempo der westjüdischen Gesamtheit, Gemeinde, Familie und Einzelpersönlichkeit wird zudem seit damals durch die Aufgabe maßlos beschleunigt, in ei nem Jahrhundert vier Jahrhunderte zu bewältigen: eines, das 19., mit der Umweit mitzuleben, zugleich aber die drei Jahrhunderte nachzuleben, die vom Ende des allgemeinen Mittelalters, 1500, bis zum Ende des jüdischen Mittelalters, 1800, abgelaufen sind. 2. Rießer wird zum Politiker nicht aus überquellender Kraft, sondern aus verhinderter Mittelmäßigkeit. Sein Ziel ist: in der Masse aufgehen, nicht als ihr Führer ״auffallen“; Rechtsanwalt in Hamburg, hicht: Vizepräsident der deutschen Nationalversammlung. Er ist ein Führer wider Willen: nach oben gedrückt von den Hemmungen, •die ihm nicht erlaubten, behaglich auf ein btugerlichts I Herzl war reich an unerfüllter Sehnsucht. Gegenüber der Idee fühlen sich die Zionisten klein, und es herrscht auf zionistischen Tagungen die große Unzufriedenheit, nicht die Stimme der Befriedigung, die sonst das Zeichen jüdischer Veranstaltungen ist. Wir freuen uns, wenn wir, wie an diesem Gedenktage, die Judenheit Berlins sehen, denn wir wissen, daß die Juden der ganzen Welt, wenn auch noch widerstrebend, in den Bann unserer Idee treten. Die große Leistung Theodor Herzls im Judentum ist, den jüdischen Menschen und die jüdische Idee geeint zu haben. Wenn man so sagen darf, spielte sich das allgemeine und das jüdische Dasein der Juden in verschiedenen Ebenen ab. Das Judentum dieser Juden konnte nicht genug spiritualisiert sein. Der Zionismus proklamierte, daß die jüdische Idee nur so viel wert ist, als das jüdische Volk aus ihr zu machen versteht. Der Zionismus zwang so die jüdische Welt, das größte Risiko aut sich zu nehmen, das Risiko des Lebens. Der stärkste Partner, der den glücklichen Ausgang garantiert, ist Erez- Israel, und Erez-Israel gestattet uns auch, jede ehrliche Hilfe freudig willkommen zu heißen und das mit jedem Bündnis verbundene Risiko auf uns zu nehmen. In unserem Geschlecht versuchen wir das Schicksal der Judenheit zu gestalten, in unserer Zeit und in unseren Tagen wollen wir unser Geschick erfüllen. Mit unserer Kraft und mit unserer Zuversicht nehmen wir das große Risiko auf uns. Am Schluß seiner Ausführungen richtete Blumenfeld an die anwesenden Vertreter des A.-C., an die erschienenen Gäste herzliche Begrüßungsworte namens der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Präsident Sokolow: Der Ruhm großer Männer läuft gerade zwanzig Jahre nach ihrem Tode Gefahr, verdunkelt zu werden. Die Zeitgenossen des großen Mannes sind nach zwei Jahrzehnten zum großen Teile verschwunden. Die jüngere!! Zeitgenossen, haben ihn: rieh*־ genügend #« ^Hbtafjker;, haben uoch nicht die gi ■üg-r,: r: .־•' •'.י!, Pu ׳ :.»ichiiii ftrer Zeff herafeusehli!«. TheoÄrHeÄiläeWete' in jeder Hinsicht eine Ausnahme, auch in chronologischer Hinsicht. Denn er schuf Ewigkeitswerte. Er ist keine Legende Und ich möchte in bezug auf ihn dieses Wort ablehnen. Herzl sagte ״Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen“: er wollte keine Märchen, und man sollte sich hüten, aus ihm ein Märchen zu machen. Das Problem Herzls bestand darin, daß er eine Allegorie vorfand, und aus ihr eine lebendige Sache machte. Man bestrebt sich, aus Herzl eine Legende und ihn auf diese Weise, wenn man so sagen darf, ״koscher“ zu machen. Aber wer ihn anerkennt, der muß auch sein Werk anerkennen. Er war ein Revolutionär, denn er hat Werte umgewertet. Man soll sich nicht einbilden, daß man Herzls Person bejahen und sein Ideal ablehnen kann. Drei Momente sind aus der Gesamtleistung Herzls herauszuheben: Sein Appell im ״Judenstaat“, das ״Baseler Programm“ und die Schaffung der Zionistischen Organisation mit all ihren Institutionen. Vor Herzl hatte schon Pinsker das Wesen der Judenfrage erkannt und in seiner ״Autoemanzipation“ dar-?' sich die Frage, wie man sich befreien solle. Die meisten beantworten diese Frage damit, daß der Fortschritt der Menschheit zum Verschwinden des Judenproblems führen würde. Herzl war der einzige, welcher sagte: Der Fortschritt Bett zu sinken. Als ihm das endlich verstattet und er Rechtsanwalt in Hamburg wird, hört denn auch sein politischer Antrieb auf. 3. Warum ist Rießer, wie die jüdischen Politiker Lasker und Bamberger und Jacobi und Simson und Lassalle auch, so entschiedener U n i tar i s t? Als unbewußtes Motiv kommt zu den bewußten wohl der Assimilationswünsch hinzu: in die erst werdende deutsche Nation kann man als Jude eingehen, nicht aber in die schon bestellenden erdgebundenen partikularen Stämme. 4. Rießer ist der erste weithin sichtbare Repräsentant eines jüdischen Führertums, dessen letzter Repräsentant die heute noch im C.-V. führende Generation ist: dessen Zusammenhang mit Volk und Religion ein rein negativer ist: die Tatsache des Angegriffenseins, der Rechts- Ungleichheit, der verletzten Ehre. Dieser Typ war h i s t o - risch notwendig, da die im Innenraum des Judentums Wirkenden zu lebensfremd waren, um den Grenzdienst der Abwehr und Rechtsdurchsetzung zu leisten: so mußten Periphere an die Peripherie. Dies war noch Herzls Ausgangsposition: die Juden als Volk ״zusammengehalten durch einen gemeinsamen Feind“. In diesem Kulminationspunkt des Rießerschen Denkens, nicht in seiner planen C.-V.-Fortsetzung, fand sich die historische Dialektik zur Umkehr und Neuschöpfung bereit, die einen gänzlich verwandelten jüdischen Führertyp bereitstellte: einen, dem Repräsentation nach innen und nach außen nicht mehr auseinanderfallen, sondern der als Jude der Mitte zugleich auch die Auseinander• Setzung mit den Völkern der Welt vollzieht.

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