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Jüdische Rundschau · 1928-07-24 · Heft 58 (24.7.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 58 (24.7.1928)
Date
1928-07-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 418 JUEDISCHE RUNDSCHAU Zionisten, durch nichts begründet ist. Der Bericht ist ein Gutachten, mit vielen deutlichen Mängeln, vor allem auch unter Beschränkung auf wirtschaftliche Gesichtspunkte, die aber für den Aufbau des Nationallicims, wie jeder weiß, nicht allein maßgebend sein können. Weidmann beschwerte sich darüber, daß bereits auf Grund der ersten telegraphischen Meldungen palästinensische Parteien flammende Resolutionen beschlossen, ohne sich zuvor mit ihm, der die Verhandlungen geführt hat, in Verbindung zu setzen. Wenn Weizmann sagte, er selbst würde die Verhandlungen abbrcchen, wenn auch nur der geringste Zweifel an der Gültigkeit des Prinzips jüdischer Arbeit erhoben würde, so zeigt sich hier vielleicht schon eine Handhabe der weiteren Prozedur. Denn dieser Gedanke, konsequent zu Ende gedacht, führt zu den von den Arbeitern und vielen anderen Zionisten geforderten nationalen Sicherungen in bezug auf Bodenpolitik und Siedlungsformen. Wenn ein solcher Ausweg gefunden wird, dann könnte auch die berechtigte Forderung der Exekutive, ihr für die weiteren Verhandlungen die Rückendeckung durch eine starke Majorität zu geben, nicht unerfüllbar sein. Der Wunsch, eine künstliche Mehrheit zu vermeiden, ist begreiflieh, andererseits aber glauben wir, daß man diesen Gedanken nicht überspannen und, wo es zu vermeiden ist, nicht Schärfen hineintragen darf. Gerade die führenden Persönlichkeiten müssen für die innere und psychische Situation der Bewegung und der einzelnen Gruppen liebevolles Verständnis haben. Aus den Schlußreden der Mitglieder der Exekutive schien hervorzugehen, daß auch innerhalb der Exekutive zwei Tendenzen miteinander ringen, nicht so sehr sachlich geschieden als im Ton. Ein Teil der Exekutive scheint auf eine Kraftprobe hintreiben zu wollen; der Exponent dieser Tendenz scheint Mr. Sacher zu sein, wenn wir seine Haltung richtig verstehen. Dr. Weizmann, mit Recht verbittert durch den angedeuteten Vorwurf des ״Verrates“, sollte dennoch die Eigentümlichkeit der geschaffenen Situation und die Berechtigung zahlreicher Einwendungen gegen den Berieht nicht verkennen. Es geht darum, aus den nun einmal gegebenen Tatsachen das Beste für die Sache herauszuholen. Die Exekutive muß den Nichtzionisten gegenüber ihre Verhandlungsfähigkeit wahren, aber auch die Nichtzionisten werden verstehen, daß Führer einer Volksbewegung dem Votum ihrer Instanzen unterstehen. Gerade bei Beginn der Kooperation müssen auch die Nichtzionisten die Eigenheiten der zionistischen Welt kennen lernen. Die Lage im A.-C. ist sehr verwickelt. Wir wissen, daß Dr. Weizmann in solchen Momenten schon oft die wirkliche Ueberlegenheit ,des Führers gefunden hat, der weiß, daß die manchmal chaotisch anmutenden inneren Kräfte der Bewegung zugleich unser größtes Aktivum sind. In Wahrheit scheint im A.-C. für die Fortsetzung der Agency- Politik eine große Mehrheit zu sein, denn die Verstärkung des Palästinawerkes in diesem Moment liegt allen Zionisten auf dem Herzen.. Aber man muB den richtigen pariamentarischen Weg finden, um diese Stimmung zu realisieren. Ob dies gelingt oder ob wir einer inneren Krise und bedrohliehen Verwirrung entgegengehen, werden die nächsten Tage lehren. * (Offizielles Bulletin) Eröffnungssitzung (Donnerstag, den 19. Juli 1928.) Präsident M o t z k i n eröffnet die Sitzung des A.-C. nachmittags 4,40 Uhr. Anwesend sind: Von der Exekutive: Die Herren Dr. Weizmann, Sokolow, Dr. Eder, L. Lipsky, Felix Rosenblüth, H. Sacher, Frl. Szold. Die Mitglieder des A.-C.: A. Bernhardt, Dr. Bileski, K. BlumenfekL H. Farchy, Dr. Feiwel, Jacob Fishman, Dr. Hindes, Dr. Mossinson, Leo Motzkin, Dr. L. Reich, Dr. I. Rufeisen, Dr. A. Ruppin, J. Suprasky, Dr. O. Thon, Rabb. Meier Berlin, H. Farbstein, Dr. Federbusch, L. Lewin-Epstein, Abg. M. Nurok, E. Kaplan, Dr. N. Melzer, j. Sprinzak, N. Twersky, A. Harzfeld, S. Kaplansky, Berl Locker, I. Mereminski, S. Rubaschow, I. Grünbauij», Dr. Soloweitschik, M. Großmann, R. Lichtheim. t ~ t * i! י Vertreter des Waad Lette. len Gurion, Dizengoff. Die Ersatzmitglied* : Rev. 1. K. Goldbloom, Prof. Dr. Brodetsky, M. Schapiro, Dr. Goldstein, D. Ismojik, M. Kahan, Dr. Ä. Klee, Dr. A. Landsberg, Dr. E. Schmorak, L. Barth, Dr. J. Hellmann, Dr. N. Goldmann. Die Vertreter der Direktorien: J. Cowen, S. Schocken, Dr. A. Hantke, L. Jaffe. Die Kongreß Juristen: S. Gronemann, Dr. A. Barth, Dr. S. Moses. Der Vertreter der Anleihe-Kommission: 1. A. Naiditsch. ז In seiner zuerst hebräischen und dann deutschen Eröffnungsansprache weist Präsident Motzkin darauf hin, daß bereits zehn Monate seit dem Baseler Kongreß verflossen sind. Eine frühere Einberufung einer A.־C.־Sitzung war leider unmöglieh. Motzkin erwähnt die großen Toten, die die zionistische Bewegung seit dem Kongreß zu beklagen hat, vor allem die A.-C.-Mitglieder Tiomkin, Dr. Chaies und Landau, wie Norwin Lindheini, Joseph Barondess und Giro Glaß, denen er ehrende Worte des Gedenkens widmet, die stehend angehört werden, und fährt dann in seiner Ansprache fort. Er halt es für übertrieben zu sagen, der Zionismus stehe jetzt vor einem Wendepunkt. Wir sind nach wie vor die stärkste ideelle Macht im Judentum. Die Grundlage des Zionismus ist der Optimismus. In der Zulassung von Gasten sei man diesmal sehr liberal verfahren, er mache aber aufmerksam, daß die Verhandlungen absolut vertraulich seien. Nach einer kurzen Debatte über die Frage der Zulassung der Presse beschließt das A.-C. mit 24 gegen 8 Stimmen, daß die Sitzungen als solche öffentlich sein sollen, nur bestimmte Sitzungen sollen als vertraulich erklärt werden. Die Exekutive erklärt sich mit diesem Beschluß einverstanden. Die erste Sitzung wird als vertraulich erklärt, so daß zu dieser die Presse nicht zugelassen wird. Einen Bericht über die Fragen der Politik der Jewish Agency erstattet Dr. Weizmann. Er erklärt, sich auf die Hauptpunkte beschränken zu wollen, da ein umfangreicher schriftlicher Bericht der Exekutive vorliegt. Ueber die politische Lage sei nichts Sensationelles zu berichten. Zwei wichtige Fragen: Ratifizierung des Gerne i nd ege se tze s in Palästina und die Tote-Meer-Konzession sind allen bekannt. Er will nur darauf hinweisen, daß im allgemeinen gerade in der schweren Zeit die Palästina während des letzten Jahres durchzumachen hatte, sich das Verhältnis der Exekutive zur Mandatarmacht wesentlich vertieft hat. Die Regierung nimmt immer aktiveren Anteil an unseren Fragen. Er berührt sodann kurz die Frage der Anleihe und der Ernennung des neuen High Commissioner in Palästina, worüber die Exekutive rechtzeitig informiert worden ist. Be! der Vertiefung unserer Beziehungen zu der Mandatarmacht hat uns die Palestine Mandate Society in England wesentliche Dienste geleistet. Ausschlaggebend hierfür aber war vor allem folgendes Moment: Die steigende Bedeutung Palästinas im System des britischen Imperiums. Er bedauert, durch die Verhältnisse gezwungen gewesen zu sein, so viele Reisen zu machen, weshalb er nur während drei Monaten seit dem Kongreß sich in London mit politischen Fragen befassen konnte. Dr. Weizmann geht sodann zur Frage der Jewish Agency über. Aus seiner genauen Kenntnis heraus könne er feststellen, daß die sogenannte Vierer-Kommission vom tiefsten Wunsche beseelt war, ein Programm erweiterter, konstruktiver Arbeit in Palästina aufzustellen, wobei sie sich stets der Schwierigkeiten des Problems bewußt war, Man dürfe nicht vergessen, daß hier nicht ein Bericht der Zionistischen Exekutive vorliegt, sondern der einer Kommission, die Sachverständigenurteile zu bearbeiten hatte. Manches stehe d e r Kritik seitens der Zionisten offen. Das A.-C. wird zu diesem Bericht seine Bemerkungen zu machen haben in Form von Beschlüssen, die der Jewish Agency, falls sie gebildet wird, übermittelt werden. Aber an der prinzipiellen Frage, der Frage der Erweiterung der Jewish Agency, sollte nicht gerüttelt werden. Angesichts der eben erst in Palästina darchgemachten Krise sehe er keinen anderen Weg, als die Heranziehung weiterer Kräfte für unser Werk. Die Arbeitslosigkeit in Palästina ist halbwegs behoben, aber damit ist erst die kleinere Hälfte unserer Arbeit geleistet. Die zweite, wichtigere Hälfte, die Wiederaufnahme einer großen Alijah könne nur erfüllt werden bei energischerer Mitwirkung der Regierung und Erhöhung unserer Mittel. Auf ersteres können wir rechnen, bezüglich des zweiten habe er aber gewisse Zweifel. Es hängt wesentlich ab von den Beschlüssen, die das A.-C. fassen wird. Was nötig ist, ist ein freier, offener Beschluß. Präs. Sokolow weist auf die politischen Fortschritte hin, die wir erzielt haben. Bei aller Hochachtung vor unserer Idee, unserer Bewegung und unserer Organisation, die keiner mehr als er habe, haben wir diese Fortschritte nur dem Konkreten, unserem Werk in Palästina zu verdanken. Dies ist es, das unter allen Umständen intensiviert werden muß. Dies sei seine größte Sorge, und alles andere für ihn nur Mittel zum Zweck. Dem Bericht der Agency-Kommission müssen wir streng objektiv gegenübertreten, aber die Frage der Erweiterung als solche ist eine res judicata. Nicht nur aus formalistisenen Gründen, sondern weil er aui Grund seiner reichen Erfahrungen in den verschiedensten Länder 1 beurteilen könne, wie sehr wir die Mitarbeit weiterer Kräfte benötigen, um wirklieh rasch vorwärtszukommen. Er habe den festen, subjektiven Glauben, daß wer immer in Palästina zu arbeiten beginne, an dieser Arbeit auch treu festhalte. Darin eben liege die Kraft Palästinas. War dies schon vor Jahrzehnten der Fall, wieviel mehr erst jetzt. Wir sollen unsere Wünsche zum Ausdruck bringen, undf er sei sicher, daß sie mit großer Aufmerksamkeit werden entgegengenommen werden. Das Präsidium beschließt, vorerst auch die anderen Berichte der Exekutive entgegenzunehmen und erst dann die Debatte durchzuführen, allerdings getrennt, zuerst Politik und Jewish Agency, und dann Palästina-Arbeit während des letzten Jahres. Dr. Eder gibt noch einige ergänzende Aufklärungen über die Frage des Legislative Council in Palästina, die kaum während der nächsten Jahre akut werden dürfte. Er bedauert, aus rein persönlichen Gründen — irgendwelche sachlichen Differenzen liegen durchaus nicht vor — gezwungen zu sein, als Mitglied der Exekutive avtriiykzutreten, nachdem er sich durch zehn Jahre dieser Arbeit gewidmet hat. Dr. Weizmann gibt seinem tiefen Bedauern über den Rücktritt Dr. Eders Ausdruck. Er könne es am besten beurteilen, welch große Dienste Dr. Eder uns geleistet hat, und welchen Vertrauens er sich in den maßgebenden Kreisen erfreute. Er hat seine Aufgabe stets mit größtem Geschick und tiefer Opferfreudigkeit erfüllt. Er spreche ihm namens der Exekutive und wohl auch des A.-C. seinen tiefsten Dank aus und hoffe, daß Dr. Eder uns auch weiter mit seinem Rat zur Seite stehen wird. (Lebhafter Beifall.) Harry Sacher berichtet über die Arbeit in Palästina, in Ergänzung des vorliegenden schriftlichen Berichts. Was die Frage der Einwanderung betrifft, so sei ein Komitee eingesetzt worden, dessen Entschließungen vorliegen. Leider sei die Arbeit der Exekutive in Palästina durch die häufige Abwesenheit ihrer Mitglieder behindert worden. Er selbst ist dreimal während dieser Zeit nach London gereist, er glaubt aber, daß dadurch eine größere Koordinierung der Arbeiten der beiden Exekutiven erreicht worden ist. Den größten Teil der Arbeitslast hatte daher Miß Szold zu tragen. Sacher würdigt dann die Persönlichkeit Lord Plumers, der unseren Problemen stets große Sympathie entgegengebracht hat. In der Frage der Arbeitslosigkeit habe Lord Plumer selbst die Initiative ergriffen. Das A.-C. sollte seine Anerkennung Lord Plumer gegenüber zum Ausdruck bringen. Miß Szold ergänzt die vorliegenden Berichte über das Erziehungs- und Gesundheitswesen. Die Kürzung des Budgets auf dem Kongreß in Basel hat unser Erziehungswerk in Palästina sehr geschädigt. Eine plötzliche Kürzung von £ 21000 ist nur sehr schwer zu ertragen. Wir müssen unsere ganze Stellung gegenüber der Erziehungsfrage ändern. Wir haben es fertiggebracht, mit dem uns aufgezwungenen Budget das zu leisten, was im letzten Jahre in Palästina getan wurde. Aber so geht es nicht weiter. Wir würden nicht unsere Pflicht als Juden und als Zionisten erfüllen. Man darf auch nicht vergessen, daß der lischuw selbst bereits einen ganz gewaltigen Anteil an den Kosten der Erziehungs- Werkes trägt. Der Anteil der Regierung erfolgt nicht im Verhältnis zur Zahl der jüdischen Schüler, sondern zur Zahl der jüdisehen Gesamtbevölkerung, was eine Ungerechtigkeit ist. Wir müssen uns auch eine gewisse Kontrolle durch die Regierung gefallen lassen. Jetzt steht vor allem die Frage vor uns: Wie können wir während des kommenden Jahres durchhalten, um dann unser System auszubauen. Im Gesundheitswesen sind gewisse Fortschritte gemacht worden. Ein regerer Kontakt mit der Regierung wird angestrebt und ist zum Teil auch erreicht worden. So wird die sanitäre Arbeit im Emek mit vereinten Kräften von der Regierung und der Kupath Chol im geleistet. Die Arbeit bei der Bekämpfung der Malaria und des Typhus hat gute Fortschritte zu verzeichnen. Es sind bereits Ersparnisse bei der Kupath Cholim gemacht, und eine Reorganisation der Hadassah vorbereite Präs. Motzkin erklärt, daß mit Rücksicht darauf, daß die Exekutive schriftliche Rcsolutionsverschläge unterbreitet hat, der heutige Abend der Besprechung der Fraktionen vorbehalten bleiben, während die Debatte erst morgen beginnen soll. Die Sitzung wird geschlossen. Zweite Sitzung (Freitag, den 20. Juli 1928, vorm.) Generaldebatte Präsident Motzkin eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Suprasky (Allgemeine Zionisten, Palästina) polemisiert zunächst gegen den Bericht der Exekutive über die politische Lage in Nr. 58, 24. VII. 1028 Palästina. Die politische Lage hängt von der ökonomischen Lage ab. Die schweren Zeiten, die wir durchzumachen hatten, haben auch unsere politische Lage in Palästina sehr verschlimmert. Redner bespricht dann die vorgekommenen Landes- Verweisungen und erklärt, diese bedeuten eine Demonstration gegen die jüdische Einwanderung. Er wendet sich auch gegen Sie Ausführungen der Exekutive in der Frage der Jewish Agency. Die Agency würde uns Nutzen bringen nur unter zwei Bedingungen: wenn die Anderen mit derselben offenen Hand sich uns anschließen, die sie wo anders zeigen, und wenn die politische Lage im Lande günstiger wäre, als sie es tatsächlich ist. Dr. Reich (Allg. Zionisten, Ostgalizien) erklärt, daß es niemand gibt, der sich nicht freuen würde, wenn die Zionisten allein Palästina aufbauen könnten. Ebenso habe keiner mit restloser Befriedigung den Bericht der Agency-Kommission entgegengenommen, aber dennoch haben wir jetzt die Pflicht, die Agency-Frage endlich positiv zu lösen. Wir müssen auf unseren zionistischen Parteiegoismus verzichten, denn wir sind als Juden verpflichtet, alle, die nur aktiv sind, heranzuziehen, um gemeinsam den Aufbau durchzuführen. Die Gegner lehnen die Agencv ab, ohne irgendwelche Gegenprojekte vorzuschlagen. Die Öpposition ist gekünstelt, unnatürlich und übertrieben. Die überwiegende Mehrheit der zionistischen Massen in Polen ist für die Erweiterung. Farbstein (Misrachi) erklärt, nur im eigenen Namen zu sprechen und nicht im Namen seiner Fraktion, deren Stellung noch nicht festgelegt ist. Er persönlich ist gegen den Bericht der Agency, da von den vier kardinalen Bedingungen, die die zwei letzten Kongresse festgelegt haben, in dem Bericht keine Rede ist. Felix Rosenblüth (Exekutive) begründet die von der Exekutive unterbreiteten Resolutionsvorschläge. Man müsse sich von der Erwägung leiten lassen, daß den eigentlichen Wirtschaftsplan erst die tatsächlich gebildete jewish Agency festlegen werde. Die vorgeschlagenen Resolutionen wollen nur gewisse Dinge andeuten, weshalb sie sich auf einige Punkte beschränken und auch lange nicht alle Argumente anführen, die sich hätten anführen lassen. Rosenblüth bespricht sodann kurz die einzelnen Punkte der vorgeschlagenen Resolutionen. Sprinzak (Hitachduth) spricht sich gegen die Vorschläge aus. J ord Melchett hat uns bereits das Programm gegeben, aber nicht Marshall und Warburg das Geld. Die Sachverständigen konnten unser Menschenmaterial nicht beurteilen. Es handelt sich nicht um Interessen der jüdischen Arbeiterschaft, sondern des zionistischen Aufbaus. Die Hitachduth verlangt eine Er- Weiterung, um die Alijah zu verstärken, aber nicht eine bloße Einwanderung ohne nationalen und sozialen Idealismus. Kaplansky (Achduth Haawodah): Das Dokument proklamiert Doktrinen. Es wird nicht erklärt, wir treten mit diesen oder jenen Ansichten ein, sondern: Ihr müßt diese Ansichten akzeptieren. Diese Vorschläge bedeuten ein System der Destruktion der Zionistischen Organisation. Die Stellungnahme der Kommission ist keineswegs eine wirtschaftliche, sondern eine politische, und geleitet von Gegnerschaft gegen Kollektivismus, Selbstarbeit usw. Der Bericht läßt auch eine Vorliebe für andere Methoden der Verwaltung erkennen. Man möchte eine Art Obrigkeitsstaat schaffen. Die Zionistische Organisation soll in eine vergrößerte Pica verwandelt werden. Redner macht die Exekutive verantwortlich für die politische und moralische Niederlage, die dieses Dokument für unsere Organisation bedeutet. Es ist eine Kriegserklärung an die zionistische Arbeiterschaft. Er wendet sich scharf gegen das vorgeschlagene provisorische Komitee. Nachdem die Kommission keinen Plan der Aufbauarbeit entworfen hat, müsse die Zionistische Organisation jetzt selbst einen solchen durch eine eigene Sachverständigen* kommission ausarbeiten lassen. ל Grünbaum (Radikale) erklärt, daß der jetzige Bericht für ihn keineswegs eine Enttäuschung bedeute, er sei nur die 10gische Konsequenz der Erbsünde des fifty-fifty-Systems. Die Resolutionsvorschläge der Exekutive wollen nur verschleiern, wollen die Bedeutung des Berichts verkleinern, um durch das vorgeschlagene Komitee etwas zu schaffen, was später nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Alle Bemerkungen und Empfehlungen, ate wir beschließen würden, haben nicht den geringsten Wert, da sie nicht berücksichtigt werden müssen. Schon die bisherigen Reden haben bewiesen, daß die Vorschläge der Exekutive keineswegs beruhigend gewirkt haben. Durch unser Vorgehen treiben wir unsere Jugend ins Lager unserer Feinde. Aber auch die in Aussicht gestellten Hilfsmittel entsprechen nicht im geringsten den von uns gehegten Erwartungen. Es geht um Rettung unserer Bewegung und unserer Ideale. Ussischkin meint, die Schuld für den jetzigen Moment liegt nicht bei den Initiatoren des Agency-Planes, noch weniger bei den ausgesprochenen Gegnern, sondern am schlechten Ausgang sind jene schuld, die seifet an die Sache nicht geglaubt und doch dafür gestimmt haben. Diese Gruppe sitzt rechts, sitzt links und sitzt in der Mitte. Wie immer jetzt unser Beschluß ausfallen wira, ein großer Schaden ist angerichtet worden. Der Geist unserer Partner paßt nicht zu dem unseren. Es sind eben zwei Welten. Man kann die Taschen vereinigen, aber nicht die Seelen. Er selbst sei z. B, ein Gegner der Kwuzoth, aber niemals dürfen jemandem Lebensformen aufgezwungen werden. Mit solchen Berichten wird uns die gesamte Jugend entfremdet. Ussischkin bespricht dann weiter einzelne Punkte des Berichts, so K. K. L., Selfetarbeit usw., und erklärt, er begrüße jede Gruppe, die Palästina bauen will, und zwar nach ihrem eigenen System; auch die Marshall-Gruppe solle kommen und nach ihrem System arbeiten, aber sie könne uns nicht unsere Methoden vorschreiben. Wir können solchen Gruppen zuliebe unsere Bewegung nicht aufgeben. Er kenne auch keinen Fall in der gesamten Weltgeschichte, daß eine idealistische Bewegung freiwillig auf ihre Macht verzichtet hätte. Alle vorgeschlagenen Aenderungen seien bedeutungslos, denn nicht um diese oder jene Bestimmung gehe es, sondern nur um die Frage: werden diese Leute Erez-Israel aufbauen, nicht nur Palästina, oder nicht? Wer vom ersten überzeugt ist, solle dafür stimmen, wer nicht, der müsse bedingungslos ablehnen und sich auf keine Aenderungen einlassen. Dritte Sitzung (Freitag, nachmittags.) Dizengoff (Palästina): Die einzelnen Gruppen sind aus verschiedenen Gründen gegen die Agency, wegen Opposition an sich, weil sie die Arbeiterfragen tangiert, aber fast niemand hat die Frage als solche behandelt. Die Herren der Kommission haben ihre Meinung ausgedrückt, wir können anderer Meinung sein, aber er begreife nicht die große Aufregung. Die absolute Ablehnung wäre eine politische Sünde. Das Programm der Kommission ist antikollektivistisch, kapitalistisch, wir können dem auch ein anderes gegenüberstellen. Man soll daher das Einverständnis zur Zusammenarbeit erklären und eine Teilung der Arbeit vorschlagen: Jene sollen die Arbeit auf Grund der Gelder, die wieder zurückfließen, ausführen, während wir die Arbeit mit den Geldern machen sollen, die a fonds perdu gegeben werden. Dr. Ruppin beschäftigt sich ausführlich nicht mit dem Berieht der Agency-Kommission, sondern mit den Berichten der Sachverständigen selbst, die die Grundlage für den Kommissionsbericht abgegeben haben. Es ist klar, daß, wer uns nicht seelisch verbuflden ist, kein für uns gültiges Urteil abgeben kann. Den Sachverständigen sind viele Irrtümer unterlaufen, es gibt auch Inkonsequenzen, sie sind aber auch nicht genügend informiert (Fortsetzung Seite 421.) 24. J Am boren, in und eine achtet si dieser f mächtig, jüdischer Wirken < Sprache י und lebe der jüdis und Spr; die meis Wunder auch in 1 weit ent politisch! sprochen liehe Hai seinen fi die ganz einer mi nur Verl sehen Se ״Samael׳ bietet ei Traum“, jüdische zu einer phetie v signierte neben f Dichter während ganze S deren F gelten h In s< in zwei 1 eine seh Buches , Antrieb Jahre V. ״Cahiers wurde, c Begegni tiefsten ersten B Judentu! iihg in zur Urnv kreise, i James E sehen Jt hat verg weit dac Geschici Umwelt, lution, zi weit der auf trag! Umwelt den Ihr so zu eu Verstaue ersten E blick üb teristiscl Klarheit Jehaä Am Am der Schi zubereit ״Sie sagte di hörten 1 Luna zv war das Unc mutter! um die Sicher sicher w Unc In der Lämpch( der Gew Schmerz mit Wa stellte a Alten st Abe Großmu hast, we es dir s ״Gc uns unc Schwind bei Nac

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