Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 57 (20.7.1928)
- Date
- 1928-07-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 57, 20. vn. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 411 Um den Agency - Bericht Palästina vor der A.-C.- Sitzung Von unserem Korrespondenten. Der neue High Commissioner Zur Ernennung des neuen High Commissioners für Palästina schreibt die dem Colonial Office nahestehende Londoner Wochenschrift ״Near East and I ndia“: ״Nichts konnte besser zeigen, daß nach kritischer Auffassung die Probleme Palästinas abgestumpft sind, um ein System unpolitischer Routine-Verwaltung zu gestatten, als die Ernennung eines erfahrenen Kolonialbeamten, Sir Robert Chancellor zum Oberkommissär, und ebenso der Inhalt des britischen Berichtes für 1927 an den Völkerbund. Der neue High Commissioner ist der Nachfolger von zwei Männern, Sir Herbert Samuel und Lord Plumer, welche beide um anderer Eigenschaften willen als Erfahrung und Fähigkeit im Kolonialdienst gewählt worden waren. Denn diese Eigenschäften waren in den ersten Jahren des großen Palästina- Experimentes nicht so sehr erforderlich wie die weiterreichenden Tugenden der Unparteilichkeit und Unbeugsamkeit. Die Anwendung dieser beiden britischen Charaktereigenschaften hat jetzt ihre Wirkung getan; weder Araber noch Juden hoffen jetzt durch eine unkonstitutionelie Handlungsweise die Verwaltung beeinflussen zu können. Für die nächsten Jahre wird mit anderen Worten die Palästina-Verwaltung einfach planmäßig weitergehen, und diese Tatsache führt zu der Erkenntnis, daß jetzt eine Festigung der Verwaltungsmasehinerie notwendiger ist als eine neue Qeste gegenüber den alten oder neuen Einwohnern. Diese Deutung der Ernennung des Gouverneurs von Rhodesien wird bestätigt durch die Ausführungen des Berichtes für 1927 an den Völkerbund, welcher keine belangvollen politischen Neuigkeiten enthält, sondern sich auf den wirtschaftlichen Aspekt konzentriert. Schließlich und endlich ist Politik von geringerer Bedeutung als Erdbeben, Trockenheit und Arbeitslosigkeit, deren erste beiden die Araber heftig getroffen hat, während unter dem dritten angeführten Umstand die jüdischen Siedler zu leiden hatten. Für unparteiische Betrachter hat die Regierung daher völlig Recht, wenn sie sich den ökonomischen Fragen zuwendet; auf Frieden und Sicherheit muß Wohlstand folgen, und erst nach dem Wohlstand kommt die Politik. Wir begrüßen daher besonders jenen Satz in dem Bericht, der sagt, daß die Schwierigkeiten, welche die zionistischen Unternehmungen im Lande jetzt durchzumachen haben, von Nutzen sein werden, wenn sie zu der Einsicht führen, daß das Jüdische Nationalheim gut und wahrhaftig nicht anders gebaut werden kann als auf gesunden wirtschaftlichen Grundlagen.“ Der Artikel beschäftigt sich dann mit dem zionistischen Protest gegen die Prügelstrafe in den Gefängnissen und äußert sein Erstaunen darüber, daß die Zionisten soviel Lärm schlagen wegen der Bestrafung von ein paar Kommt!- nisten, die selbst keinen anderen Zweck verfolgen als den Zionismus und das Mandat zu bekämpfen. (Es ist bedauerlich, daß ״Near East“ nicht versteht, daß cs sich hier nicht um Verteidigung der Kommunisten handelt, sondern um ein menschliches und kulturelles Prinzip, das von den Juden verfochten wird; Prügelstrafe in Gefängnissen scheint uns babarisch, ganz ungeachtet wer der Gezüchtigte ist, ob Kommunist, ob Araber, ob Zionist. Wir lehnen es ab, für moralische Prinzipien nur dann einzutreten, wenn wir selbst davon betroffen sind, dieselben menschlichen Rechte aber anderen Menschen abzusprechen, weil sie unsere politischen Gegner sind. Es ist unverständlich, daß ein Organ der* britischen öffentlichen Meinung diesen Kampf für allgemeine Menschenrechte nicht besser einschätzt. — Red. ״}■ R“) Zum Schluß spricht der Artikel die Hoffnung aus, daß die Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern weitere Fortschritte machen wird. Die palästinensischen Araber seien keine einheitliche Masse, und ein Teil von ihnen würde gern die Vorteile, die die zionistische Arbeit ihnen bringt, hinnehmen, im Vertrauen darauf, daß die Regierung eine Verletzung der arabischen Rechte verhüten wird. ״Es wäre eine kluge Politik der Zionisten, diese arabische Gruppe zu stützen, denn wenn den Arabern weder wirtschaftliche noch politische Vorteile geboten werden, muß ihre Opposition notwendigerweise immer einmütiger werden. Die Juden sollten daher geduldig, bescheiden und brüderlich ihre Arbeit in Palästina entsprechend dem soeben von der Joint Survey Commission niedergelegten Richtlinien weiterführen, und in zwei oder drei Generationen kann ein palästinensischer Staat entstehen, der die erwachten Araber ebenso umfaßt wie die ihrer Heimat verbundenen Juden und so eine Erfüllung der britischen Versprechungen darstellt.“ Zur Frage der Ernennung des neuen High Commissioners veröffentlichen englische Zeitungen noch einige interessante Details, die ein wichtiges Licht auf die britischen Intentionen werfen. Danach hat das Kolonialministerium vor der Ernennung Chancellors das Amt dem General Smuts angeboten, der bekanntlich ein begeisterter Freund des Zionismus ist. Smuts hat schon während des Krieges der zionistischen Sache große Dienste geleistet, und er hat in mehreren Reden und Aufsätzen das Schönste über Zionismus gesprochen, was je von einem Nichtjuden gesagt wurde. Wenn die britische Regierung diesen Mann auffordert, so ist dies wohl als ein Beweis zu werten, daß sie die Verwaltung im Sinne der zionistischen Prinzipien geführt wünscht. Leider hat General Smuts nach einiger Ucberlegung das Amt abgel eh nt, da er der Ansicht war, daß seine .oberste Pflicht ihn gegenwärtig in seiner Heimat Südafrika fcsthält. Niedrige Keren Hajessod - Ziffer im Jnnf Im Verlauf des Monats Juni sind im ganzen £ 26 910 an Spenden beim Hauptbüro des Keren Hajessod eingegangen. Aus den Vereinigten Staaten ist in diesem Monat eine Leistung nicht erfolgt, was die Ursache der niedrigen Gesamtziffer ist. Im Monat Mai sind an Keren Hajessod-Spcnden £ 58 541 eingegangen. Im Januar d. J. betrugen die Eingänge £ 42 006, Im Februar £ 34 496, im März £ 45 000, im April £ 46625. AG., Tel-Awiw, den 12. Juli 1928. Alle lokalen Fragen und Schwierigkeiten sind zurzeit im Lande zur Nebensache geworden. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die Frage der Agency und alles wartet mit ungewöhnlich großer Spannung auf die Sitzung des A.-C. in Berlin, die die Stellung der Zionistischen Organisation zu den Ergebnissen und Forderungen des Londoner Berichtes festlegcn soll. Ein Teil der Presse ist angefüllt mit Artikeln der verschiedenen Politiker, die die Resultate der Konimission diskutieren, teils objektiv, teils tief erregt und im Zeichen der Propaganda für ihren Standpunkt. Der andere Teil der Zeitungen wird von den Berichten über die Stellungnähme der verschiedenen Parteien, Gruppen und Landsmannschalten im Galuth über die Frage der Agency eingenommen. Für die palästinensischen Ereignisse bleibt ein kleiner Raum und es scheint, als ob das Publikum ihn kaum beachte. Die letzte Woche brachte eine Reihe von Artikeln über diese Frage von verschiedenen Seiten. Moscheh Smilanski kämpft im ״Haarez“ für die Agency auf der ganzen Linie und tritt auch für die Empfehlungen der Kommission ein, K a p 1 a n s k i und Ben-Gurion geben ihrer Ablehnung in derselben Form wie auf dem Parteitag der ״Achduth Awodah“ Ausdruck. Dabei wird die Forderung nach Rücktritt Weizmanns vertreten. Beilinson verteidigt in einer Artikelreihe das Prinzip der Agency, verlangt jedoch eine Reihe wichtiger Garantien ungefähr im Sinne der Kongreßbeschlüsse. tr ist gegen die auf den Sturz Weizmanns hinarbeitende Politik der unter Führung Ben-Gurions stehenden ״Achduth Awodah“, dagegen verlangt er den Rücktritt Sachers. Trotz der ausführlichen Diskussionen bestellt die Empfindung, daß es sich nur um ״Aufklärungsgefechte“ handelt, während die Hauptsehlacht in Berlin geschlagen wird, die auch noch eine Reihe von Ueberraschungen bringen kann. ,,Haare z“ widmet einen Leitartikel den letzten zionistischen Veranstaltungen in London. Das Blatt begrüßt die Gewinnung von Lord Reading für finanzielle Aufgaben, würdigt das Bankett in der Guildhall, besonders die Rede von Lord Birkenhead, und die Wahl Alfred Monds in das Präsidium der englischen zionistischen Föderation. Dagegen wjrd an der geplanten Kooptierung von Gucdalla, dem früheren Vorsitzenden der Föderation, als Nachfolger Dr, Eders in der Londoner Exekutive Kritik geübt, da Guedalla nach Ansicht des ״Haarez“ nicht die genügende Einsicht in die Probleme der zionistischen Bewegung besäße, die für die Mitgliedschaft in der Exekutive notwendig sei. Die Sitzung des A.-C. in Berlin beginnt der ,,Haarez“ jetzt in einer Artikelreihe zu behandeln. Die Zeitung bemüht sich, die Oeffentlichkeit daran zu erinnern, daß das A.-C. in Berlin nicht nur für die Frage der Agency zusammentrete, sondern daß eine Reihe wichtiger anderer Punkte der Ent- Scheidung harren. Berlin hat eine Antwort darauf zu erteilen» ob und inwieweit die auf dem Kongreß gewählte Palästina- Exekutive ihren Pflichten nachgekommen ist und das erfüllt hat, was man von ihr erwartete. Die alte Frage der I nkom * patibilität und die Schaffung eines obersten Kontroll- Organs für die zionistischen Institutionen werden erwähnt. Der ״Dawar“ wieder begrüßt die Beschlüsse der englischen Zionistenkonferenz, die den Forderungen der Arbeiter in hohem Maße entsprechen. Die Forderung höherer Geldgarantien von seiten der Agency, den sofortigen Neubeginn der Kolonisation und die Verteidigung der Kwuzoth werden als besonders wichtige Punkte behandelt. Dagegen stellt der ״Dawar“ in der Haltung der deutschen Zionisten eine gewisse ״Unsicherheit“ fest, die im Zusammenhang mit den englischen Beschlüssen Grund zu der Hoffnung gäbe, daß aus dem Kampfe um die Gestaltung der Agency eine Erneuerung und Gesundung der Zionistischen Organisation erwachse. Konferenz der Radikalen Am 14. und 15. Juli tagte in Berlin das Zentralkomitee der Vereinigung Radikaler Zionisten unter Zuziehung von Vertretern der einzelnen Ländergruppen. Es waren Delegierte aus Deutschland, Kongreß-Polen, Galizien, Oesterreich, der Tschechoslowakei, Rumänien und Palästina erschienen, u. a. nahmen an der Sitzung teil die Herren: Dr. Gold mann, Berlin; J. Grünbaum, Warschau; Dr. Insler, Lemberg; Dr. E. Margulies, Leitmeritz; Dr. A. Stern, Bukarest; Dr. M. Soloweitschi k, Berlin; Dr. Taubes, Wien; Dr. W i 1 e n s k i, Haifa. Die Beratung galt hauptsächlich der Stellungnahme der Vereinigung Radikaler Zionisten zu dem Expertenbericht der Agency-Kommission; daneben wurden auch organisatorische Fragen bezüglich des Ausbaus der rerschiedenen Ländergruppen eingehend erörtert. Die zum Expertenbcricht einstimmig angenommene Resolution lautet: Das Zentralkomitee der Vereinigung Radikaler Zionisten konstatiert: Der Bericht der Joint Pafestine Survey Commission bestätigt in vollstem Umfange die von den Gegnern der gegenwärtig geführten Jewish Agency-Politik seit jeher ausgesprochenen Befürchtungen, daß die Heranziehung nichtzionistischer Kreise in die Agency in der jetzt geplanten Form die national-politischen und sozialen Grundlagen des zionistisehen Aufbauwerkes in Palästina gefährden müsse. Die im Bericht zum Ausdruck gebrachte Abkehr von dem im Nationalfonds verkörperten Prinzip des nationalen Bodenbesitzes, die I Negierung des Selbstbestimmungsrechtes der Siedler bezüglieh ihrer Lebensformen sowie des Prinzips der jüdischen Selbstarbeit, der Mangel an Garantien für die Verwirklichung des Grundsatzes der jüdischen Arbeit, sowie die Herrschaft der hebräischen Sprache als der Grundlage der kulturellen Renaissance würden den Zionismus seines sozialen und nationalen Inhaltes berauben, ihm alle zu einer Erneuerung ihrer Lebensformen strebenden Elemente des jüdischen Volkes, insbesondere die jüdische Jugend, entfremden und ihn die Sympathien der fortschrittlichen öffentlichen Meinung der Völker verlieren lassen. Die Durchführung der Kolonisation Palästinas im Geiste dieses Berichtes, der ein Geist administrativer Bevormundting ist, würde eine Preisgabe aller Ideale bedeuten, die den Zionismus zur umfassenden Erneuerungsbewegung des jüdischen Volkes erhoben haben und ihn zur Führung des Volkes berechtigen. Die Erwartungen der Anhänger der Jewish Agency- Politik auf die Bereitstellung großer Geldmittel durch die nichtzionistischen Kreise sind durch den Bericht völlig zunichte geworden. Das von der Kommission aufgestellte Budget ist kaum größer als dasjenige der zionistischen Organisation und ihrer Fonds, und zudem ist keinerlei Gewähr gegeben, daß auch dieses minimale Budget mit Sicherheit aufgebracht werden wird. Durch die Fixierung dieses Budgets für eine Reihe von Jahren würde jede Hoffnung auf Bodenerwerb und auf eine große Immigration zunichte gemacht und der Expansion der jüdischen Siedlung jede Aussicht genommen werden. Das Zentralkomitee der Vereinigung Radikaler Zionisten spricht die Erwartung aus, daß ein großer Teil der bi*- herigen Anhänger der Agencv-Politik durch diesen Bericht sich von der Ergebnislosigkeit dieser Politik überzeugen lassen wird, und daß eine Majorität der Zionistischen Organisation, treu den zionistischen Idealen, entschlossen sein wird, diesen Bericht bedingungslos abzulehnen und darüber hinaus die unheilvolle Politik endgültig zu liquidieren. Damit erst würde der Weg frei werden für eine Erneuerung der Zionistischen Organisation und eine Erstarkung ihres Einflusses im jüdischen Leben und so die Voraussetzung geschaffen werden für die Anteilnahme aller Kreise des jüdischen Volkes an der Errichtung eines nationalen Heims in Palästina auf der Grundläge demokratischer Verantwortlichkeit vor einer erwählten Repräsentanz des Volkes sowie für die Mitwirkung nichtzionistischer Kreise an einzelnen Aufgaben der Aufbauarbeit, Beschlösse des Hapoöl-HazaYr Die in Tel-Awiw abgehaitene Beratung der Arbeiterpartei Hapoel-Hazair hat folgende Beschlüsse angenommen: ״Die Moazah des Hapoel-Hazair stellt fest, daß in dem von der Kommission vorgeschlagenen Arbeitsplan Be- Strebungen deutlich zum Ausdruck kommen, die im Gegensatz stehen zu den Grundprinzipien, die auf dem 14. und 15. Zionistenkongreß als ausdrückliche und unabänderliche Voraussetzungen für die Erweiterung der Jewish Agency festgelegt wurden: a) ständige Vergrößerung der Einwanderung, b) Anerkennung der K. KT. L. als Instrument der Bodenpolitik, c) landwirtschaftliche Kolonisation auf der Basis der jüdischen Arbeit, d) hebräische Sprache und Kultur. Ohne in eine Kritik sämtlicher Vorschläge der Kommission einzutreten, die zum großen Teil unklar und besorgniserregend sind — so die auf Immigration, Arbeitslohn u. a. bezüglichen Punkte —, betont die Moazah, daß die größten Gefahren sich in dem Willen, den Keren Kajemeth als einziges Instrument der Bodenpolitik der Jewish Agency und überhaupt das Prinzip des Erwerbs des Bodens als unveräußerlichen Volksbesitzes aufzuheben, offenbaren. — Desgleichen sieht die Möazah im Fehlen einer Bestimmung, die die jüdische Arbeit innerhalb der kolonisatorischen Tätigkeit sicherstellt, die Außerachtlassung einer der grundlegenden Vorbedingungen für die Erweiterung der Jewish Agency. Die Moazah lehnt mit Entschiedenheit den Versuch ab, die Gründung neuer Kwuzoth zu verbieten, einer Siedlungsform, die das Ideal eines großen Teils der jüdischen Arbeiterschaft im Lande und der Chaluzbewegung im Galuth ist. Die Partei ״Hapoel-Hazair“ (Hitachduth), die die obigen vier Bedingungen aufgestellt und nur unter diesen Voraus- Setzungen den Versuch der Erweiterung der Jewish Agency unterstützt hat und unterstützt, verpflichtet ihre Vertreter im Aktions-Comite, mit aller Entschiedenheit alle diese negativen Tendenzen zu bekämpfen und die vom 14. und 15. Kongreß angenommenen Grundsätze zu sichern, in denen wir die Bürgschaft für den zionistischen Inhalt der Arbeit der Jewish Agency erblicken.“ Beschlüsse der Achduth Awodah Die palästinensische Arbeiterpartei ״Achduth Awodah“ (im Weitverband Poale Zion) hat eine Reihe von Resolutionen zur Frage des Jewish Agency-Berichtes angenommen. In diesen Beschlüssen wird der Agency-Kommission das Recht abgesprochen, der zionistischen Bewegung ihre Meinungen in bezug auf die Kolonisation in Palästina aufzuoktroyieren. Denn die Kommission sei vollkommen einseitig zusammengesetzt, da an ihr weder ein Vertreter der zionistisehen Bewegung, noch auch ein Vertreter der Arbeiterbewegung beteiligt sei. Die meisten Beschlüsse der Kornmission stehen in absolutem Gegensatz zu den nationalen, gesellschaftlichen und moralischen Grundsätzen des Zionismus, Das bezieht sich insbesondere auf den Versuch, das Privateigentum an Boden zur Grundlage der Kolonisationspoiitik zu machen, ferner in der gesamten Kolonisation das längst bankrottierte Administrations-System wieder aufleben zu lassen. Die Kommission wolle tausende, welche in der Kwuzah ihre Lebensform erblicken, von der Kolonisation überaupt ausschließen; sie wolle ferner die Moschawim zur Ausbeutung fremder Arbeit zwingen, dagegen habe sie nicht an die Sicherung der jüdischen Arbeit in der Privatwirtschaft gedacht. Sie versuche ferner, den Lebensstandard der Lohnarbeiter herabzudrücken. Die Beschlüsse cier Kommission enthalten HEBZL-FEIEB . POL1T. KUNDGEBUNG 40NYAG, 23. JULI, ABENDS 8</> UHR Bachsaal, LQSxowilraRe 76 DIENSTAG, 24. JULI, ABENDS 9 UHB Lehrervereinshaus, Alaxanderstr. 41 VORSITZ: LEO MOTZKIN / ANSPRACHEN: PROF. WEIZMANN, NAHUM SOKOLOW.