Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 56 (17.7.1928)
- Date
- 1928-07-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 404 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 17. VTT. 1928 Zum Thema ״Innere Befriedung“ Eine Erwiderung Von Rudolf Samuel (Breslau). Inder ״C. V.-Z e i t u n g“ und gleichzeitig in der Bres* lauer ,,Jüdischen Zeitung“ veröffentlicht Dr. Ludwig Holländer am 6. Juli einen Artikel, in dem er als Wortführer lies Central-Vereins in eine Diskussion eingreift, die in dem Breslauer Blatt durch einen Aufsatz von Dr. Felix H eimann: ,,Friedensliga der deutschen Judenheit“, begonnen wurde. Zu diesem Artikel Holländers, der in wesentlichen Punkten von grundsätzlicher Bedeutung ist, soll hier Stellung genommen werden. Es handelt sich darum, fest/.ustellen, was uns heute vom C.-V. trennt, und ferner, ob und in welchem Umfange ein Frieilensschluß und gemeinsame Arbeit möglich wären. * Die erste Frage, die hier zu untersuchen ist, ist die nach dem Verhältnis der Zionisten und der C.-V,er zum Deutschtum. Hier sind, und insofern hat Holländer recht, innerhalb jdes deutschen Zionismus verschiedene Ansichten laut und auch *auf dein Dclegiertentag zum Ausdruck gebracht worden. Uns will scheinen, daß diese Frage ohne Voreingenommenheit sachlich geprüft werden muß. Tut man das, so ergibt sich, daß der deutsche Jude ein Typus eigener Art ist. Weder die Formel ״J u d e n t u m“ noch die Formel ,,D c u t s c h ־ f u m“ können seine Wesenheit allein decken und erklären. Zweifellos sind wir — wenn wir zur Veranschaulichung diese grobe Formulierung anwenden dürfen — biologisch in anderer Weise determiniert als der durchschnittliche Deutsche. Daraus ergeben sich auch Unterschiede der geistigen Wesensart, zum wenigsten, soweit sie sich in ihrer äußeren Form kundgibt. Wir Juden bilden in Deutschland eine Gruppe, deren einzelnes Individuum sich nicht nur rein äußerlich (wenigstens wir selbst besitzen diese Fähigkeit) verhältnismäßig leicht unter!lichtjüdischen Deutschen erkennen läßt, sondern die sich von ihm auch in ihrer spezifischen Methode des Denkens, in ihrer spezifischen intellektuellen Reaktionsgeschwindigkeit und im Ablauf seelischer Prozesse unterscheidet. Der jüdische Mensch existiert heute in Deutschland nach wie vor als der Vertreter eines Typus besonderer Art, der aus uralten Erbaplagen lind durdö die soziologischen Kräfte einer langen und eigenartigen Geschichte geformt wurde. Gleichgültig, ob eine junge Wissenschaft ihn heute exakt und eindeutig definieren kann, gleichgültig, ob seine Variationsbreite groß oder klein ist, gleichgültig, ob Juden oder Nichtjuden ihn anerkennen wollen oder nicht, der Typus des jüdischen Menschen ist in Deutschland vorhanden. Aber dieser deutsche Jude nimmt die Inhalte, aus denen er seine Persönlichkeit formt, zum überwiegenden Teil aus der deutschen Kultur. Nicht nur die deutsche Schule, nicht nur die ebenso notwendige wie selbstverständliche bewußte Anteilnahme an dem politischen, wirtsehaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Up1\velt, sondern auch die tausendfältigen Eindrücke und Erlebnisse, mit denen diese Umwelt vom ersten bis zum letzten Tage unseres Lebens auf uns einstürmt, können als Faktoren, aus denen sich unsere Wesenheit apfbaut, weder abgeleugnet noch bekämpft noch aülgeschaffef werdert. Nahmen wir selbst dbri Fall eines ideaii״ sierten Zionisten, der das Maximum dessen, was überhaupt erreichbar ist an Beachtung jüdischer Lebensformen, an Anteiinahme am Leben Palästinas, an Kenntnis und Pflege des Hebräischen leistet, so ist auch seine Verknüpfung mit der deutschen Umwelt nicht von geringerem Grade. Und auch er wird diese Beziehungen gar nicht unterbrechen wollen, weil das eine künstliche Verarmung seines geistigen Lebens bedeuten würde. So lebt der deutsche Jude, anders als der nichtjüdische Deutsche und anders als der Jude in den Gebieten konzentriertcr Massensiedlungen, als ein geistiges und seelisches Z wittcr g e s ch öpf. Aus dieser Tatsache ergeben sich all die seelischen Leiden, die wir kennen und um deretwilien wir den Zionismus auch als eine individuelle Befreiung begrüßen. Aber über zweierlei muß man sich klar sein. Der Zionismus gibt seinem Anhänger zwar die Erkenntnis dieser Situation, das Bekenntnis zur Einheit des jüdischen Volkes und die tätige Anteilnahme an der Gestaltung von dessen Zukunft, aber vollständig vermag auch er diesen Zwiespalt nicht aus der Welt zu schaffen. Selbst der in Palästina lebende deutsche Zionist wird dem nicht völlig entgehen und kann nur erwarten, daß diese Problematik für seine Kinder nicht mehr existiert; in noch verstärktem Maße gilt das naturgemäß für den, den allerhand Verkettungen an der Auswaderung hindern. So sehr aber der deutsche Jude an dieser Zerrissenheit leiden mag, so sicher ist doch, daß er diese deutsche Umwelt liebt, die ihm so unendlich viel an geistigen und kulturellen Werten übermittelt, die es ihm überhaupt erst gestattet, sich ein Leben im höheren Sinne des Wortes aufzubauen. Das bedeutet aber, daß zwischen de m Z i o - nisten und de 111 C. V.e r in dieser Hinsicht kein U!11 e r s c 11 i e d beste 111. Liebe und Anhänglichkeit an das, Deutschtum sind gleich groß für beide. Die wirkliehen Tatsachen und die Formen des Lebens sind gleich, der C. V.er und der Zionist, beide leben sie als deutsche Juden, weil sie es beide sind. Wenn Holländer glaubt, daß diese Erkenntnis im deutschen Zionismus neu sei, so mag er das annchmen, obwohl wir meinen, daß höchstens die Beschwerung unter dem Eindruck des Erlebnisses in den Jahren nach dem Kriege eine etwas andere war. Aber wir wollen feststellen, daß die andere Seite dieser Erkenntnis, nämlich die der besonderen Eigenart des deutschen Juden, sich allerdings erst in den letzten Jahren im C.-V. verbreitet hat. Wenn die führenden Männer des C.-V. heute von der ,,jüdischen Schicksalsgemeinschaft“ sprechen, wenn heute selbstverständlich zugegeben wird, daß der nichtjüdische Deutsche und der deutsche Jude sich nicht nur durch eine verschiedene Konfession unterscheiden, sondern daß dieser ein soziologisch bedingter Typus sei, so fehlt, wenn wir von Vokabeln absehen und nach dem Inhalt fragen, zu der entsprechenden zionistischen Formulierung lediglich noch der Gedanke der gemeinsamen Zukunftsentwickl'ung der ganzen jüdischen Gemeinschaft, etwa in der Form, wie ihn etwa CI. Montefiore vor kurzem in einer vielbeachteten Rede zum Ausdruck gebracht hat. Diese Entwicklung ist nicht nur für Montefiore, sondern auch für den C.-V. neuartig und unerwartet und ein Zeichen für den allmählich fortschreitenden Prozeß der Vereinheitlichung des jüdischen Volkes. Wir wollen — und zwar gerade unter dem Gesichtspunkt gewisser gemein• samen Arbeiten — hoffen und erwarten, daß diese neue Erkenntnis nicht nur auf die innerjüdische Diskussion angewandt wird, sondern sich bald auch auf alle Arbeitsgebiete des C.-V. erstreckt. » Was aber unterscheidet dann Zionismus und Central- Verein? Es ist die verschiedene Richtung des Willens, die sich in beiden Organisationen manifestiert. Auch wenn man dem C.-V. ohne jegliche Voreingenommenheit und mit Verständnis für die geschichtliche Situation, aus der er herausgewachsen ist, gegenübertritt, muß man feststellen, daß dem C.-V. ein positives Programm fast vollkommen fehlt. Sowohl in dem vorliegenden Artikel Holländers wie in dem Referat, das er im Februar gehalten hat und auf das er ausdrücklieh verweist, ist davon nichts zu finden. Immer wieder handelt es sich in der Arbeit des C.-V. lediglich um Maßnahmen, die die augenblickliche Situation des deutschen Juden schützen sollen. Nirgends ist eine Tendenz bemerkbar, die Lebensformen des deutschen Judentums bewußt zu verändern. Der C.-V. glaubt, daß die Judenfrage in Deutschland grunds ä t z 1 i c h gelöst ist, wenn auch diese Position noch verteidigt und ausgebaut werden muß. Deutlich kommt das zum Ausdruck, was Holländer in den Schlußsätzen seines Artikels sagt: ״Voraussetzung (einer Befriedung des deutschen Judentums) müßte sein, daß man die Möglichkeit einer Erlösung vom Judenhaß — nicht nur innerhalb unseres Vaterlandes grundsätzlich bejaht und sich nicht auf den Standpunkt stellt, daß nur eine Erneuerung des Judentums, eine Rcvolutionierung der jüdischen Menschen, eine wesentliehe Aendcrung der Dinge liervorrufen könne.“ So wurzelt der C.-V. geistig in der Vergangenheit, im großen und ganzen ist sein politisches Ziel mit der Emanzipation erreicht. In ihm ist die Vergangenheit und die Gegenwart organisiert, bei uns die Zukunft. Die Geschichtsphüosophic des C.-V. ist ein einfacher Glaube. Weil das Judentum sich jahrhundertelang im Gallith erhalten hat, so meint er, daß es sich hier gleichsam automatisch auch weiter erhalten wird. Wie immer man seinen Zionismus im Einzelnen auch begründen mag — und hier ist Nuancierung und Beschwerung naturgemäß verschieden — uns Zionisten eint die Erkenntnis, daß Leben stets Entwicklung und nie Beharren im Gegenwärtigen bedeutet. Unsere Aufgabe ist es, wie wir meinen, diese Entwicklung des Judentums in die Bahnen zu lenken, die seine Kräfte für seine Erhaltung fruclrtbar machen. Der wahre Gegensatz zwischen C.-V. und Zionismus ist der zwischen Reaktiv und Aktiv, zwischen Beharren und Erneuern, zwischen Saturicrtheit und Revolution. Die Gcschichtsphilosophie des C.-V. ist zudem falsch, falsch auch in der prägnanten, apodiktischen Formulierung, die Holländer ihr in seinem Artikel zum zionistischen Delegierten- Dg (C.-V.-Zeitung vom 7. Juni) gab, wo er schrieb: ״Die zionistische Lehre behauptet, daß eine Minderheit, wie sie die jüdische Bevölkerung überall darstelit, nur dann eine normale Lebensmöglichkeit besitzen könne, wenn sie auf ein Kraft- und Gesiiyiungszentrum gestützt sei. Dem widerspricht die jfe s c h i c h 11 i c h e Entwicklung aller Minderheiten, die sich in den verschiedensten Ländern auch dann erhalten haben, , wenn ein solches Kraftzentrum fehlte!“ Diese Ausführungen sind durch nichts begründet. Es ist nicht wahr( daß sich Minoritäten in der heutigen Welt erhalten. Sie erhalten sich überall dort, wo ein Kreis eigener Kultur sie zusammenschließt. Das ist theoretisch wie erfahrungsmäßig gewiß. Aber ein Kreis eigener Kultur, der vor der Assimilation schützt, kann nur unter bestimmten sozialökonomischen Bedingungen aufgebaut und erhalten werden. In der gebundenen Wirtschaft des Mittelalters war das für die Juden möglich,‘obwohl sie nicht territorial geeint waren. Denn sie bildeten damals eine wirtschaftliche Einheit, waren zwar die Ausgestoßenen, die Zunft der Zunftlosen, aber doch eine Gruppe unter anderen. In der modernen Verkehrswirtschaft ist die Sachlage vollkommen geändert. Heute, wo nicht mehr die Gruppe als Gruppe auftritt, wo die Gesellschaft atomisiert ist und sich schon allein die wirtschaftlichen Berührungspunkte des Einzelnen mit der Umwelt vertausendfacht haben, erhalten sich Minoritäten nur dann, wenn sie territorial konzentriert und so im Besitze des wirtschaftlichen Unterbaus sind, der den in sich geschlossenen Kreis eigener Kultur trägt. Die jüdische Religion Hs Volksgesetz konnte das Judentum zusammenfassen, die Berührung des Einzelnen mit der Umwelt auf ein Minimum reduzieren, den Kreis eigener Kultur darstellen und die Erhaltung jüdischer Eigenart gewährleisten, als die Juden noch eine Wirtschaftseinheit darstellten. Der Assimilationsprozeß begann, keineswegs zufällig, in dem Augenblick, in dem diese Wirtschaftsgruppe zusammen mit allen anderen durch die strukturelle Veränderung und Umlagerung der europäischen Wirtschaft aufgelockert und gesprengt wurde. Ganz besonders kraß liegen die Dinge heute in den Ländern, in denen nur geringe Splitter des jüdischen Volkes leben. Hier werden die Anzeichen eines drohenden Auflösungsprozesses deutlich sichtbar. Wenn es heute noch ein deutsches Judentum gibt, dann nicht deshalb, weil die Nachfahren des Süßkind von Trimborn ihre Eigenart bewährt haben. Gewiß hat es schon vor Jahrhunderten Juden in Deutschland gegeben; aber die heute in Deutschland lebenden jüdischen Familien haben zu einem weitaus überwiegenden Prozentsatz nichts mit ihnen zu tun. Das deutsche Judentum lebt heute vom Reservoir des Ostjudentums, und wenn der Prozeß der Auflösung, worauf alle Anzeichen schon heute hinweisen, in den Ödländern mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung in voller Stärke einsetzt, So ist die Existenz des jüdischen Typus in Europa überhaupt in Frage gestellt. In Deutschland jedenfalls kann er sich aus eigener Kraft schon heute nicht mehr erhalten. Der drohende Untergang des Judentums ist heute eine Frage, die ernsteste Diskussion heischt, das besondere Problem des deutschen Judentums scheint schon entschieden. Das wesentliche Interesse des Zionisten liegt daher nicht bei den Maßnahmen, die sich auf eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation beziehen, sondern bei denen, die eine grundsätzliche Aenderung der heutigen Situation erstreben. Weil wir wissen, daß das Judentum heute fh einem entscheidenden Kampfe steht, daß die Frage nach den Garantien einer Weiterexistenz des jüdischen Mensehen heute mit ganz anderem Ernst und Nachdruck uns, als den Angehörigen irgendeiner anderen Gemeinschaft gestellt ist, weil das Kapitel jüdischer Geschichte, das heute geschrieben wird, die Ueberschrift ״A r t e r h a 11!! n g oder Art veruichtung?“ trägt, darum fühlen wir uns unauflösbar mit Palästina verbunden. Die Antwort des Judentums auf die Fragen, die die Veränderungen und Verschiebungen in der heutigen Welt aufrollen, kann nur in einer grundsätzlichen Umformung der wirtschaftlichen Grundlagen bestehen, auf denen es heute ruht. Palästina ist eines der wenigen Länder, in denen jüdisches Leben neu geschaffen werden kann. Wir wissen nicht, welche jüdischen Positionen im Galuth überhaupt noch zu halten sind, aber der jüdische Jischuw in Palästina ist der Gefahr der nationalen Auflösung entrückt. Mit seiner Hilfe wird auch manche Stellung in der Diaspora verteidigt werden können, die man sonst als hoffnungslos aufgeben müßte. Und wenn schließlich territoriale Konzentrierungen und Aufbau einer gesunden Wirtschaftsscliichtung die Voraussetzung für die Weiterexistenz des Judentums in der zukünftigen Welt ist, so ist Palästina die einzige autoritative unter den entstehenden jüdischen Siedlungen, die ihre einheitliche Entwicklung führen, dfe geistige und kulturelle Einheit des Judentums bewahren kann. Alles das kann hier nur angedeutet werden. Aber es ergibt sich daraus die einzigart ige Bedeutung dessen, was sich in Palästina vollzieht. Hier müssen alle Kräfte gesammelt werden, die das ermattete Judentum noch aufbringen kann. Wir begrüßen daher, daß der C.-V., wenn auch noch in verklausulierter Form, seine Bereitwilligkeit zum Ausdruck bringt, an diesem Werke mitzuarbeiten. Denn das bedeutet es doch, wenn Holländer schreibt: ״Wird einmal die Jewish Agency gegründet und so ausgebaut werden, daß auch Nichtzionisten in ihr einen maßgeblichen Einfluß gewinnen können, so wird die Möglichkeit einer Mitarbeit an dem Aufbauwerk für alle Juden geschaffen sein.“ Der bisherige Standpunkt des Central-Vereins war in der Tat nicht zu halten. Der Keren Hajessod ist praktisch die einzige Möglichkeit für die Nichtzionisten, sich in irgendeinem nennenswerten Maße am Palästinawerk zu beteiligen. Gerade von ihm aber versuchte der C.-V. bisher, seine Mitglieder zurückzuhalten, weil der Keren Hajessod ein nationales Aufbauwerk betreibe, Es ist erfreulich, daß Holländer nun zu dem Schluß kommt, daß dieses Siedlungswerk nur ein nationales sein könne, genau wie das in der Krim. Unverständlieh aber bleibt noch das Argument, daß dort auch ein ״politisches“ Zentrum für alle Juden der Welt entstehe. Wenn das das einzige ist, was den C.-V. heute vom Keren Hajessod trennt, so kann man mit Beruhigung feststellen, daß in dieser Hinsicht alle trennenden Momente geschwunden sid. Denn von einem politischen Zentrum mit ״politischer Wirkung auf das gesamte Judentum“ hat weder der Völkerbund noch die englische Mandatsmacht noch die Zionistische Organisation je gesprochen. Im Gegensatz dazu sagt der Text der Balfour- Deklaration: ״wobei klar verstanden ist, daß nichts getan werden soll, was die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, beeinträchtigen würde.“ * Im Rahmen eines Artikels konnte nicht auf alles eingegangen werden, was Holländer berührt. So im besonderen nicht auf die vermeintliche Areligiosität des Zionismus und auf die wirtschaftlichen Forderungen des C.-V. im Palästina- .werk. Aber unabhängig,,von ajlgn Einzelheiten hat man dosh den Eindruck, daß der Artikel Holländers geeignet ist;‘- eine Entspannung der Situation einzuleiten. Was uns vom C.-V. trennt, haben wir gesagt. Verschieden ist die Beschwerung, mit der wir Gegenwart und Zukunft des Judentums betrachten, verschieden der Wille, die Zukunft zu gestalten. Der Ausgangspunkt der Diskussion war aber die Frage, w׳ie weit eine Verständigung, eine ״Friedensliga“ möglich sei. Darauf hat im Prinzip Blumenfeld bereits vor einem Jahrzehnt in einem Aufsatz im ״Juden“ geantwortet, als er die Formel ״B ünd n i sp 01 it i k“ prägte. Hier deckt sich unsere Anschauung vollkommen mit der Holländers: Ein derartiger Gegensatz der Weltanschauungen kann nie enden, und die Ideen, die von den beiden Organisationen verkörpert werden, werden um jeden einzelnen deutschen Juden streiten. Auf einem anderen Blatte steht die Frage, ob C.-V. und Zionismus sich zu bestimmten konkreten Arbeiten zusammenfinden können. Wenn wir voraussetzen, daß Holländers Artikel nicht lediglich dem Augenblick entspringt, sondern daß dahinter der geeinte Wille des C.-V. steht, der bereit ist, auch in der Frage des Palästinaaufbaus ein Stück Weges mit uns gemeinsam zu gehen, so ist sicher die Voraussetzung für eine Entspannung der Atmosphäre gegeben. Für gemeinsame Arbeit würden dann vielleicht eine Reihe von praktischen Fragen zu betrachten sein, von denen wir den Kampf gegen den Antisemitismus nicht einmal an erster Stelle nennen möchten, sondern den gemeinsamen Kampf gegen den großen indifferenten und interesselosen Teil des deutschen Judentums. Aber auch das ist nicht ohne weiteres möglich. Hier müßte z. B. gefordert werden, daß die, wie wir meinen, neue Anschauung des C.-V. nicht nur im innerjüdischen Kampf zum Ausdruck kommt, sondern auch nach außen Vertreten wird. Das gilt sowohl für das Prinzipielle wie auch für die Taktik des Tages. Ueber das Grundsätzliche haben wir genug gesprochen. Aber wir wollen in dem Augenblick, In dem wir uns ernsthaft prüfen, nicht verschweigen, daß die geeinte antizionistische Front in Deutschland seit den Wahlen zum preußischen Landesverband bis auf den heutigen Tag eine Politik getrieben hat, die uns in zahlreichen Fällen schwer verletzen mußte. So sehr wir den ideellen Kampf auch für die Zukunft wünschen und bereit sind, die Möglichkeiten eines Zusammengehens in gewissen Fragen des jüdischen Gesamtinteresses zu erwägen, ebenso sehr müßte doch verlangt werden, daß die Achtung vor dem Gegner, die Holländer wünscht, nicht nur die Formulierungen, sondern auch die Taktik durchsetzt. Vor allen Dingen aber ist abzuwarten, wie sich die Gedankengänge, die wir zum wenigsten in dieser Klarheit bisher vom C.-V. nicht gehört haben, in seiner Praxis bewähren. Das jüdische IVationalhans in Jerusalem Wien, 11. Juli. (J. T. A.) Auf Einladung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds begab sich der berühmte österreichischc Architekt und Professor an der Wiener Hochschule für Kunstgewerbe, Josef Frank, nach Palästina, um dort als der erwählte Preisrichter über eingereichte Pläne und Entwürfe zum Bau des Jüdischen Nationalhauses in Jerusalem zu fungieren. Mit dem Bau des Nationalhauses soll demnächst begonnen werden. u 17. Jul 1 (Benjamin In der über Disr Englands von dem teien meh Schrift Romane e man viele Stellung x •Ich zu m! Man kom heran, die menschlic! Ehrgeizes gerechte Bedeutung zu überw daß diese Anfang! ganzen stellten, d seines I deutlich. Parlament: Büchern, י tum, die a diese glai bleibt fen zu ihm hii Mauroi Mensch Beseelthei bisher imi natürliche: vornehme! schriftstell stand ein zu entdec vieler Bef die richtij Biograph« fügung, < rang sich Blick für lieh Hoh« einigen 1 z. B. wei storbenen Seiten in bild diese ausgezeici und Aufc nur zu gt zu einen Schönheit, Es is als von der Disra Gesellsch; ungeachte fortgeschi und von gegenübe seins als 1 als Fremd die milde Jchudt Ata d Die Mula Ob denn da nicht gan seine Blic verheirat! Arbeit da Trauerzei Garten sc um wirft, Gärtner Und besorger heben. J Schuldko! Als 1 fordern,ן sprach 1r Greisin,! drängen, ihr noch Da 1 mit einer und beuj Und Am Arbeit ir doch wa kam nie! arbeitet!.