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Jüdische Rundschau · 1928-07-13 · Heft 55 (13.7.1928) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 55 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 400 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 55, 13. YD. 1028 Nr. 55 Presseschau Holländer über ״Befriedung״ Unter dem Titel ״Innerjüdische Befriedung. — Aussprache mit dem Gegner“ veröffentlicht Dr. Ludwig Holländer in der ״C.-V.-Zeitung“ einen längeren Aufsatz, in welchem er ungefähr ausführt: Durch die Annahme der Resolution Mecklenburg auf der Hauptversammlung des C.-V. und durch die auf der Breslauer Zionistentagung angenommene Gegenresolution ist von neuem die Erörterung über ein Grundproblem unseres innerjüdischen Lebens in Deutschland angeregt worden. In der Breslauer Jüdischen Zeitung“ versucht Dr. Felix H e i m a n n in einem Aufsatz ״Friedensliga der deutschen Judenheit“ diese Auseinandersetzungen auf eine neue Grundlage zu stellen. Holländer polemisiert weiter mit einem Gegenartikel Jacobsons, Breslau, und fährt fort: Der C.-V. hat niemals eine Wertung der einzelnen Persönlichkeiten in der Frage der Gleichberechtigung und Gleichachtung innerhalb des Staates vorgenommen; er hat für seine Mitglieder engste Verbundenheit mit Vaterland und Heimat festgcstellt. Wir können feststellen, daß uns in unserer Auffassung eine große Reihe innerhalb des Zionismus organisierter Juden bestärken; nämlich die, die keineswegs ihr zionistisches Bekenntnis im Gegensatz zu dieser Grundlage unseres Seins stellen. Von einer vom C.-V. gewollten ״Preisgäbe“ der Zionisten kann schon um deswillen nicht die Rede sein, weil ihr der moderne Begriff vom Staatsbürger in Literatur und Praxis vollkommen entgegensteht. Aber wir leugnen das Vorhandensein eines jüdischen Volkes in Deutschland, wir bekennen uns zum deutschen Volke. Holländer zitiert Aussprüche Bubers und Dr. Landsbergs, aus denen hervorgeht, daß die ״Galuth-Ziouisten“ Menschen sind, die zwar im tiefsten mit Palästina und seinem Aufbau verbunden dastehen und sich dennoch zugleich mit dem Leben hier verbunden fühlen. Nach Holländer ist nicht mehr zu übersehen, daß sich in der zionistischen Auffassung teilweise eine innere Wandlung vollzogen habe. Kein jüdisches Problem, schreibt er, kann heute isoliert, d. h. ohne Beziehung auf die Umwelt betrachtet werden. ״Von unserer Seite ist die Möglichkeit geprüft worden, ein bis zum letzten treuer und seiner Gemeinschaft anhängiger Jude zu sein und dabei gleichzeitig den deutschen Gedanken zu bejahen. Wird einmal die sittliche Berechtigung dieses Standpunktes auch vom Gegner anerkannt, so wird die Achtung für die Bewegfründe aller im Judentum verhandenen Strömungen diesen äßlichen Kampf verschwinden lassen. Man sollte nach dem Grundsatz verfahren, in zweifelhaften Dingen überall Freiheit walten zu lassen; eine restlose Uebereinstimmung mit jedem Programmpunkt ist keineswegs erforderlich.“ Es wird von unseren Gegnern stets verkannt, fährt Holländer fort daß wir nach keiner Richtung hin Gegnerdes palästinensischen Aufbaues sind. Wir begrüßen jede Arbeit in Palästina, insbesondere aber die Tätigkeit, die eine Heimstätte für Juden schafft, die möglichst vielen in ihrer Heimat gequälten und entrechteten Juden ein neues und fruchtbares Leben bietet. Der jetzt dort beschrittene Weg aber erscheint uns unglücklich, und aus dieser Erkenntnis heraus fühlen wir uns verpflichtet überall da warnend unsere Stimmen zu erheben, wo wir ein Interesse für die Palästinaarbeit überhaupt voraussetzen können. (Also auch z. B. gegenüber Vandervelde.) Nach einer Polemik mit der ״Jüdischen Rundschau“ definiert Holländer das Palästina-Interesse des C.-V. folgendermaßen: Es ist ausgesprochen worden, daß wir jedes Aufbauwerk in Palästina begrüßen, das sich freihältvon nationalen Bestrebungen. Darunter sind Bestrebungen zu verstehen, die einen kulturellen und politischen Mittelpunkt für das Judentum der Welt in Palästina begründen wollen. Es ist klar, daß in Palästina so gut wie in Rußland oder an irgendeiner anderen |telle der Erde, wo jüdische Siedlungen sind oder sein werden, sich durch die Tatsache der Zusammenfassung einer großen Menge von Juden in einem Bezirk auch außerhalb der Religion bedingte jüdische Kultur-, Wirtschafts- und Rechtsanschauungen bilden müssen. Was aber die Masse unserer Freunde, welche ,dem Keren Hajessod in seiner heutigen Form ablehnend gegenüberstehen, zu ihrer Haltung veranlaßt, ist nicht dieser Gesichtspunkt. Sondern es ist das Bestreben des Keren Hajessod, in Palästina ein jüdisches Zentrum für alle Juden der Welt zu schaffen, und demgemäß jede Einrichtung dort nicht nach ihrer wirtschaftlichen Wirkungskraft, sondern nach ihrer politischen Wirkung auf das gesamte Judentum zu beurteilen. Wird einmal die Jewish Agency gegründet und so ausgebaut werden, daß auch N i c 111 z i o n i s t e n in ihr einen maßgeblichen Einfluß gewinnen können, so wird die Möglichkeit einer Mitarbeit an dem Aufbauwerk für alle Juden geschaffen sein.“ Wir werden auf Holländers Artikel noch eingehend zurückkommen. Die Verfolgung der Chalozim in Rußland Nach Sibirien deportiert vom KonvroB der Vöikerbundiigen Haag, 10. Juli. (J. T. A.) An dem diesjährigen Kongreß der Völkerbundsligen im Haag, dessen Tagungen am 30. Juni mit der äußerst wichtigen und oft stürmischen Sitzung der permanenten Minderheitenkommission begonnen und am 7. Juli geendet haben, nahmen Vertreter der jüdischen Völkerbundligen Palästinas (L. Motzkin), der Tschechoslowakei (Dr. E. Margulies), Oesterreichs (Dr. N. Gclberjund Bulgariens (Serper) teil. Da diesmal die Minderheitenfragen in dem Völkerbundligenkongreß einen besonders großen Raum einnahmen, so beschränkte sich die Mitarbeit der jüdischen Vertreter fast nur auf diese Probleme. Die jüdischen Vertreter berieten die Vorschlage gemeinsam mit den anderen Vertretern der Minderheiten in einer Reihe von Spezialberatungen und bewirkten zusammen mit ihnen (Kollektiv vertreten durch den ständigen Präsidenten der Minderheitenkongresse Dr. Wilfan) eine Reihe von Vorbesserungen zu der allgemeinen Resolution, in welcher folgende Wünsche zum Ausdruck gebracht wurden: 1. daß die bisherigen in den Minderheitsverträgen enthaltenen Klauseln als ein allgemeines Prinzip in den Pakt des yölkerbundes aufgenommen werde, 2. daß alle Staaten gemäß einer im Jahre 1922 vom Völkerbund angenommenen Resolution Minderheitenrechte gewähren sollen, 3. daß der Völkerbundrat ohne Aufschub in eine allgemeine Prüfung des Problems der Minderheiten und der Resultate des bisher existierenden Systems eingehen soll, 4. daß der Völkerbund so schnell als möglich eine permanente Minderheitenkommission einsetzte, 5. daß der Völkerbundrat auf die Frage der Notwendigkeit der Ausarbeitung eines Kodexes für die Prozedur aufmerksam gemacht werde. Bei der Behandlung der Frage der Generalisierung der Minderheitsrechte auf andere Staaten trat der jüdische Vertreter, Dr. E. Margulies, gegen die Beschränkung auf Europa, wie sie von einem Teil der Delegierten gewünscht worden war, Die Kommission sprach lich mit überwältigender Majorität Moskau, 3. Juli. (J. T. A.) Sämtliche Mitglieder der Vcrwaltung der Chaluz im-Kolonie , Mischmar“ im der Freizügigkeit für jene Kategorie von Staatenlosen, die die Einbürgerung in einem Lande rechtlich nicht erlangen können. Was die konkreten Fragen einzelner Länder anbetrifft, so hatte die Behandlung der jüdischen Lage in Rumänien die Aufmerksamkeit aller Beteiligten hervorgerufen. Auf Grund des Auftretens M o t z k i n s, der ein Bild der Exzesse gab, und des rumänischen Vertreters D j u v a r a, der die Exzesse in vollem Maße zu gestand, und eine entschiedene Bekämpfung der Verhetzung zusagte, kam dann eine vonbeiden Teilen angenommene die antisemitische Propaganda und die Verhetzung scharf verurteilende Resolution zustande, welche am 5. Juli in der Vollversammlung des Völkerbundligenkongresses sanktioniert wurde. Ansscblaß der Rumänen ans der Stadentenlöderation? für die allgemeinere Formel aus. Bei der Beratung über die Frage der Staatenlosen, welche am 3. Juli in der Minderheitenkommission des Kongresses eine lebhafte Diskussion erweckte, schilderte L. Motzkin die schweren Nöte von Hunderttausenden von Staatenlosen und verwies auf den doppelten Charakter des Problems — nicht genügende Gewährung des Staatsbürgerrechtes in einzelnen selbst vertraglich gebundenen Ländern (Frage der Register) und andererseits unerhörte Beschränkung Bukarest, 9. Juli. (J. T. A.) ■er gutinformierte ״Curcntul“ teilt mit: Vor den Ostertagen erhielt die ״Nationale Union der christlichen Studenten Rumäniens“ eine Mitteilung seitens der rumänischen Studenten in Paris, daß sich der im August d. J. in Paris zusammentretendc internationale Studentenkongreß mit der Frage der Ausschließung der Rumänen aus der Weltkonföderation der Studentenschaft, und zwar im Hinblick auf die Geschehnisse in Groß- 'yardein, befassen wird. Die rumänische Studentenunion ließ sofort allen Studentenorganisationen der Welt eine Erklärun'g über die Großwardeiner Geschehnisse zugehen. In den letzten Tagen ging dem rumänischen Außen minis t e r i u tn aus Genf die Mitteilung zu, daß der Ausschluß der rumänischen Studentenschaft aus der Weltkonfödcration als wahrscheinlich zu erwarten sei. Sofort lud das Außenministerium den Präsidenten der Union zu sich ein und ersuchte ihn, gemeinsam mit den übrigen Studentenführern alle Anstrengungen zu machen, daß der Ausschluß, der dem Prestige Rumäniens sehr schaden würde, unterbleibe. Der Antrag auf Ausschluß der Rumänen wird von der englischen Studentenföderation gestellt und wird von den Landesverbänden Italiens, Ungarns, Jugoslawiens, der Schweiz und Amerika gestützt, während sich gegen den Ausschluß die Verbände in Frankreich Polen, Tschechoslowakei, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Portugal und Estland aussprechen. miiiiiimmmiHHtmiimiiiimiimmmfflimtimmimiimmnmiiiiitiiimiiiiimiiniiininiiiiiiiiniitiiiiiiiiiiiiiiMHiiiiiiiiiiwiiiiiiinniiMiiimmiim Wir haben natürlich gar nichts dagegen, daß Mitglieder des Gdud Awodah, welche sich in Palästina nicht halten konnten oder aus irgendwelchen Gründen nicht dort bleiben wollten, in Rußland eine neue Heimat finden. Aber man darf doch nicht unberiieksiehtigt lassen, daß die Kolonisatoren, in deren Obhut diese früheren Mitglieder des Gdud genommen werden, finanziell vom American Joint Distribution Committee abhängig sind, d. h. von Marshall, War bürg, Frankel und der Gruppe, die soeben den Bericht der Joint Palestine Survey Commission unterschrieben hat. Dieser Bericht spricht sich bekanntlich gegen die Bildung neuer genossenschaftlicher Siedlungen aus. Nun ist es ein offenes Geheimnis, daß, soweit man heute schon von Mißerfolgen des Kwtiza 11- Systems sprechen kann, der Gdud Awodah eine der hauptsächlich hieran beteiligten Gruppen ist. Wir verstehen also nicht, mit welcher Logik man in Rußland dasselbe soziale System unterstützen kann, das man in Palästina verdammt. , Die Ansiedlang in Biro-ßidschan Moskau, 1. Juli. (J. T. A.) In Chabarowsk, von wo aus das Siedlungswerk in Biro-Bidschan geleitet wird, fand in diesen Tagen die erste Sitzung der Abteilung von COMZET für den Fernen Osten statt, in der der Arbeitsplan für 1928/1929 erörtert worden ist. Es wurde beschlossen, für dieses Jahr Siedlungsland für 6000 Familien vorzubereiten. Der dritte Teil dieses Bodens wird an nichtjüdische Familien vergeben, die sich noch im vergangenen Jahre in Biro-Bidschan angesiedelt haben. Von jetzt ab wird in Biro-Bidschan Siedltingsland an Nichtjuden nicht gegeben werden. Für die Arbeit im Jahre 1928/1929 wurden 309 000 Rubel bereitgestellt. Die Pfändung des Granowsky-Theaters Rayon Dzankoj auf der Krim wurden durch Agenten der G. P. U. (russische politische Polizei) verhaftet und in das Gefängnis von Simferopol eingcliefert. Der Vorsitzende der Kolonie ist unter den Verhafteten. im Verlauf der letzten Wochen wurden gruppenweise 30 Mitglieder der Kolonie Mischmar verhaftet und nach Narim im fernen Sibirien deportiert. Dadurch hat sich die Mitgliederzahl der Kolonie von über 100 auf 70 vermindert. Mindestens einmal in der Woche wird die Kolonie Mischmar von Agenten der G. P. U. umstellt, die Chaiuzim werden auf den Feldern zusammengetrieben, eine Anzahl von ihnen wird für verhaftet erklärt und nach dem Gefängnis von Simferopol gebracht. Sollten die Verfolgungen in dem bisherigen Maße fortdauern, so wird die Kolonie wahrscheinlich noch in diesem Sommer der Auflösung verfallen sein. Die Sowjetbehörde hat die Leitung der Kolonie angewiesen, neue Mitglieder nur mit der Erlaubnis des lokalen Comzet aufzunehmen; dieses führt dazu, daß die Mitgliederzahl immer kleiner wird. Ungeachtet der seit langem andauernden Verfol gungen gilt die Kolonie Mischmar noch heute als die beste in der Krim. Agronomiestudenten werden dorthin zu experimcntellen Uebungen entsandt. Nach Auflösung von Tel-Chai ist Mischmar die letzte der Chaluzim-Kolonien in Rußland. Der Verkehr zu und von der Kolonie steht unter polizeilicher Bewachung. Paris, 9. Juli. (J. T. A.) In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter bestätigten die Direktoren des gegenwärtig in Paris gastierenden Moskauer Jüdischen Akademischen Theaters, Granowsky und Fain, die Richtigkeit der Moskauer J. T. A.-Meldung, daß das Moskauer Außenministerium die ausländischen Sowjetvertretungen angewiesen habe, die Kasse von Granowskys Theater in Verbindung mit einer 45 000 Rubel- Schuld dieses Theaters an die Moskauer Institution für soziale Fürsorge zu beschlagnahmen. Die Direktoren erklärten, es sei zwar richtig, daß das Theater eine alte Schuld an die Moskauer Fürsorge-Institutionen zu tilgen habe, allein dies hinderte die Behörden, die von dieser Tatsache Kenntnis hatten, nicht, dem Theater die Erlaubnis zur Auslandstournee zu geben; sie können sich die nunmehr zutage getretene veränderte Haltung der Moskauer Behörden nicht erklären und haben bei dem Sowjetbotschafter in Paris Protest gegen dieses das Theatcrschädigende Vorgehen erhoben. Zionistische Kundgebung von Sir John Monash Wir berichteten seinerzeit, daß in Australien dank den Bemühungen Dr. A. Gold st ei 11s eine Zionistische Fö deration gegründet werden konnte. Der bekannte australische Staatsmann General Sir John Mona sh hat anläßlich dieser v * mim/1 י* יי ri!n 111׳e(eni!c1-.Rn llfrionlif'li nr. Der Gdad Awodah in Rußland Die kommunistische Presse teilt (laut einer «J. T. A.-Meldüng aus Moskau) mit, daß soeben 27 Familien, frühere Angehörige der palästinensischen Kwuzah ״Gdud Awodah“, in Odessa eingetroffen sind. Die Gesellschaft Ozet“ hat Vorbereitungen getroffen, diese Kolonistenfamilie im R a y o n Jewpatorie anzusiedcln. Das Hauptbüro von ,,Ozet“’ hat die Odessaer Ozet-Ortsgruppc angewiesen, den Palästinensern zur Seite zu stehen und ihnen die zur Uebersiedlung in die Krim notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, ln Saki sei bereits genügend Boden für sie bereitgestellt worden. Gründung ,eine Botschaft an die australische Judenheit er lassen, der wir nachstehende Sätze entnehmen: ״Zum erstenmal sind Juden aller Staaten zu einem gemeinsamen Zweck vereinigt. Unsere jüdischen Genossen in der ganzen Welt haben sich in der Aufgabe vereinigt, das jüdische Nationalheim aufzubauen und die Großmächte haben das zionistische Programm gebilligt und gewähren uns ihre Unterstützung. Das Britische Reich hat das Mandat über Palästina angenommen und hat die Juden aller Länder aufgefordert, die einzigartige Gelegenheit zu ergreifen, noch einmal den Glanz von Zion und seinen Ruhm wiedererstehen zu lassen. . . . Juden Australiens! In meiner Eigenschaft als Ehrenpräsident der Zionistischen Föderation rufe ich euch auf, euch der australischen Zionistischen Föderation anzuschließen. . . . Die australische Zionistische Föderation will innerhalb eines Jahres in Victoria 2300 Mitglieder und in ganz Australien 5'iOO Mitglieder gewinnen. Mit solch einem Heer organisierter Zionisten kann man für unsere große Aufgabe entsprechend wirken.“ Palästina anf der Britischen Reichs-Arbeiterkonferenz London, 9. Juli. (J. T. A.) In der Schlußsitzung der Arbeiterkonferenz des britischen Reiches (British Commonwealth Labour Conference), die unter dem Vorsitz von George Lanshury stattfand, wurde die Frage Palästinas behandelt. Das Diskussionsthema war, ob Palästina schon jetzt eine die Bevölkerung des Landes repräsentierende Regierung gegeben werden solle. Die palästinensischen Vertreter Ben-Zvi und Dov-Hos, die im Namen der Achduth Haavoda und der Allgemeinen Föderation der jüdischen Arbeiter in Palästina (Histadruth Haovvdim) erschienen waren, wiesen mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hin, die besonderen Umstände Palästinas in Betracht zu ziehen. Sie erinnerten daran, daß der britische Gewerkschaftskongreß und die britische Arbeiterpartei auf den Fragebogen der Konferenz betreffs der Selbstverwaltung ,abhängiger Völker bezüglich Palästinas und des Irak übereinstinimend erklärt haben, daß dem Irak unverzüglich eine Selbstverwaltung zu gewähren sei, daß aber bei Erwägung einer Ge- Währung der Selbstverwaltung an Palästina die Bestimmungen des Mandates und der Balfour-Deklaration berücksichtigt werden m ü s s e n. Sie wiesen ferner darauf hin, daß die Frage der Selbstverwaltung für Palästina eng mit der Frage der Sicherung des Jüdischen Nationalheims und der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Palästinas verbunden ist. Palästina steht heute an der Schwelle seiner Entwicklung, und diese Ent- Wicklung hängt hauptsächlich von den Juden ab, die in der kommenden Epoche sich in Palästina ansicdeln werden. Der bestimmende Faktor sind also nicht allein die 800 000 Einwohner des heutigen Palästina, sondern auch die Millionen Juden, denen Palästina als ihr Nationalheiin zugesagt worden ist. Die Mandatar-Regierung hat sich gegenüber dem Völkerbunde verpflichtet, an der Errichtung dieses Jüdischen Nattonallieims mitzuwirken. Ihr liegt demgemäß die Pflicht ob, nicht allein die Interessen der jetzigen Landesbevölkerung, sondern auch diejenigen der zukünftigen Bevölkerung zu schützen. Bis ein Zustand erreicht wird, wo der Friede im Lande gesichert, die arabischen Massen gegenüber den Effendi-Gutsbesitzern Schutz genießen, das Wachstum der jüdischen Einwanderung und die Möglichkeit der Ansiedlung einer großen Zahl Juden im Lande gesichert und das Jüdische Nationalheiin selbst Wirklichkeit geworden ist, muß die Administration Palästinas von der Mandatarmacht unter der Aufsicht des Völkerbundes ausgeübt werden, und zwar gemäß jenen Grundprinzipien, die in dem Mandat für den Schutz der Rechte von Juden und Arabern iestgelegt worden sind. Die Sclbstregierung in Palästina sollte a i I m ä h - lieh und in Uebereinstimmung mit den Artikeln des Mandates und der Balfour-Deklaration entwickelt werden. Nach Schluß der Sitzung erklärten die palästinensischen Delegierten Ben-Zvi und Dov Hos, daß sie Grund haben, mit der Aufnahme, die ihnen auf der Konferenz, zuteil geworden ist, zufrieden zu sein; sie haben das Gefühl, daß sie bei den Konferenzteilnehmern Sympathie für das Palästinawerk und den Willen zur Förderung dieses Werkes gefunden haben. Die Diskussion über Palästina bedeute einen wichtigen Schritt aufwärts. Sitzung der Radikalen. J. T. A. teilt mit; Am 14. und 15. Juli findet in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitees der Vereinigung radikaler Zionisten statt, zu der auch Delegierte der verschiedenen Landesgruppen erscheinen werden. Es werden Vertreter aus Polen, Galizien, Deutschland, Oesterreich, der Tschechoslowakei, Rumänien und der Bukowina teilnehmen. Die Vereinigung radikaler Zionisten beabsichtigt, im Aktions-Comite den Antrag auf Einberufung eines zionistischen Kongresses für den Anfang des Winters zu stellen, der die Entscheidung in der Agency-Frage bringen soll. Die jn Brünn nach Bri zuberufer Reorgani präsidiun Präsidiun sehen, t« Kreise si und wen anderer I Jug:r.d-Seminar in Ben Schemen. Dieser Tage wurde in der Jugendsiedlung Ben- Sehe men das Seminar f ii r d i e ״arbeitende Jugend“ (Noar Haowed) eröffnet. Das Seminar sieht zweimonatliche Kurse vor zur Weiterbildung von arbeitenden Jugendlichen. Der Lernplan umfaßt soziale und nationale Stoffe. Die Teilnehmer des Seminars arbeiten einen halben Tag in der Wi.tschaft Ben-Schemen. Sie werden verpflichtet, nach Absolvierung des Seminars für zwei Jahre sich der Arbeit in der Arbeiterorganisation zur Verfügung zu stellen. Drei ersten ui im Park legenheit zuwerden juswapre den Vors liebe Or die Zum Dre eemoinsc Herren; mal תיאוי jeweils 1 sind, wi bisher g< in Deut! pation“, ״Die Res B$m# 1 Reform Zeit“ ( 35 jSbrij; mittag » gruppe Direktor Benrion die Gei gesungei KI1 sellschai Jahre i aua Os' goneimn Jähriger ferien die ges später eröffne Hc Z. 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