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Jüdische Rundschau · 1928-07-13 · Heft 55 (13.7.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 55 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 396 JUEDJSCHE RUNDSCHAU Nr. SS, 13. m 1928 Icbens in Palästina von grundlegender Bedeutung: das geistige Erbgut des Judentums, die Kultur des Orients, der exakt• wissenschaftliche Geist moderner Naturwissenschaft und die Problematik des Landes Palästina. Zwingend ergab sich aus diesen Elementen sowohl das Ausmaß wie die Bescliränkung des zu verfolgenden Forschungs/ieles. Das Judaistisehe Institut sollte durch Neuerforschung des Vergangenen, durch Darstellung des noch Vorhandenen den alt-neuen Sinn des Judentums neu ausprägen. Seine Materie mußte notwendig zunächst historisch sein, weshalb man es fälschlich als ein ״Rabbinerseminar“ verschrien hat. Nie aber ist Geschichte intensiver als rückwärtsschauende Prophetie erfaßt worden. Mit den Methoden moderner Wissenschaft, aber mit einer neuen Intention, mit der Intention eines neuen Lebens, sollte die Frage nach dem geistigen Gehalt des historischen Judentums gestellt werden. Die Fragestellung an sich schon bezeichnete den Beginn des Weges zu einem repräsentativen neuen jüdischen Biidungsideal. Der gleichen Intention, dem Willen zum Leben, ■entsprang der zweite Schritt, der horizontal in die Kultur der arabischorientalischen Umwelt hineinführte. Auch hier war der Beginn historische Arbeit, aber ihr aktueller Sinn trat noch augenscheinlicher hervor. Der kritische Sinn moderner Wissenschaft aber, an dessen Entwicklung so viel jüdischer Geist im Westen mitgewirkt hat und der ein unvergänglicher Bestandteil jüdischer Geistesart geworden ist, konnte, obwohl auch jene Disziplin wesentlich, am prägnantesten in na tu r - wissenschaftlichen Instituten zur Auswirkung kommen. Man begann mit den fortgeschrittensten Fachgebieten der Bio- und Kolloidchemie. In dieser Forschung aber, wie in den ersten medizinischen Instituten für Mikrobiologie und Hygiene, sollte die Rücksicht auf die Probleme des Landes zum bestimmenden Faktor werden. Ohne äußeren Plan, aber tiefer Intention folgend, war so organisch der Grundstein eines künftigen Zusammenwachsens geschaffen. Es ist bemerkenswert, daß so verschiedenartig auch die geistigen Richtungen, die im Kuratorium vereinigt sind, nie in Ihm Meinungsverschiedenheit über die Methode des Aufbaus der Universität aus der Forschung geherrscht hat. Noch auch war das Ziel der Entwicklung je im Zweifel. Die erste Phase der Entwicklung war noch In ihren ersten Stadien, als das Kuratorium bereits — es war im Sommer 1926, knapp ein Jahr nach der Eröffnung der Universität — beschloß, die Richtlinien des Weiterbaus im einzelnen vorzuberafen und klare Prinzipien Aber den Modus und das Tempo der allmählichen Ausgestaltung der Universität zu einem Lehr- Institut aufzustellen. Eine Kommission unter dem Vorsitz des Leedser Mathematikers, Univ.-Prof. Brodetsky, wurde beauftragt, das Problem des Verhältnisses von Lehre und Forschung im weiteren Ausbau der Universität zu untersuchen und der nächsten Sitzung Vorschläge hierüber zu unterbreiten. Auf Grund eingehender Studien und eines reichen Materials aus Palästina hat diese Kommission im Frühjahr 1927 ein denkwürdiges Memorandum ausgearbeitet, dessen Vorschläge in den jüngsten Beschlüssen des Kuratoriums im wesentlichen angenommen worden sind. H. Bas Problem, das der Kommission gestellt war, war kein prinzipielles. Die Richtlinien des Aufbaus der Universität waren, wie dargelegt, bereifet In den ursprünglichen Maßnahmen angelegt. Das Problem war vielmehr das der Methode und des Tempos des Weiterausbaus; aber es war klar, daß bei jedem Schritt der Durchführung die prinzipielle Frage wieder akut werden mußte. Es schien darum nötig, zunächst die in der bisherigen Entwicklung verfolgte Richtlinie in prinzipieller Weise zu formulieren. Sie fand ihren Ausdruck in der nun auch vom Kuratorium grundsätzlich angenommenen Maxime, daß die Forschung als Grundlage des Aufbaus der Universität beibehalten werden müsse und daß auf keinem Gebiete systematischer Unterricht eingeführt werden dürfe, ehe nicht die Grundlage wirklicher Wissenschaftlichkeit durch den Betrieb von Forschungs- und höheren Ausbildungskursen gelegt worden sei. Daß Forschung und Lehre in keinem Gegensatz stehen, bedurfte nicht vieler Beweise. Mögen auch oft gute Forscher schlechte Lehrer und, umgekehrt, gute Lehrer nicht immer originelle Forscher sein, so steht doch fest, daß im allgemeinen Lehre und Forschung wohl zu verbinden sind, daß der Forscher meist wertvolle Anregung aus dem Zwang der Darlegung vor kritischen Hörem empfängt und daß andererseits nur ein mit lebendiger Forschung in aktiver Verbindung stehender Gelehrter imstande ist, den Geist schaffender Wissenschaftlichkeit auf seine Hörer zu übertragen. Die Kommission betonte, daß alles geschehen müsse, um zu verhindern, daß die Forschung an der Jerusalemer Universität durch die Lehrtätigkeit in den Hintergrund gedrängt werde, sie wollte andererseits aber auch die Lehrtätigkeit nicht einer allzu engen Auffassung des Begriffes der Forschung geopfert wissen. Aus diesen grundlegenden Prämissen ergeb sich eine Reihe von Forderungen sowohl hinsichtlich der Methode wie des Tempos des Weiterbaus. Sollte das hohe Niveau einer Forschungsstätte gewahrt bleiben, so mußten die höchsten Anforderungen an die Qualifikationen sowohl der Lehrer wie der Schüler gestellt werden. Es wurde gefordert, daß jeder an irgendeinem Institut der Universität, sei es auch nur für den Unterricht in einem Nebenfach, angestellte Dozent ein Mann von höherem Universitätsrang sein müsse. Die Besetzung von Universitätsposten mit mangelhaft qualifizierten Lehrkräften erschien gerade im ersten Stadium von größter Gefahr. Für die Aufnahme der Studenten aber ergab sieh aus den dargelegten Maximen, daß prinzipiell nur solche Studierende Zutritt zu den regulären Kursen der Universität erhalten durften, die die nötige Vorbildung und geistige Reife besaßen, ein Fachstudium aufzunehmen, das sie in wenigstens einem seiner Teilgebiete bis an die äußersten Grenzen des derzeitigen Wissens brächte. Der Strenge der Aufnahmebedingungen sollte das Niveau der Abgangsprüfungen und Diplome entsprechen. Sollte die Jerusalemer Universität vor der Geringschätzung, die so manche der orientalischen und kolonialen Universitäten in der wissenschaftlichen Welt erfahren haben, bewahrt bleiben, so mußte von Anfang an dafür gesorgt werden, daß ihre Diplome nur auf Grund erstklassiger Leistungen erteilt würden. Unter Zugrundelegung dieser allgemeinen Prinzipien schlug die Kommission vor, daß der Ausbau der Universität in der Richtung des akademischen Unterrichtes in der Weise erfolge, daß nach Ausfüllung einer Reihe wesentlicher Lücken in den jndaistischen und orientalistischen Instituten, diese durch Einführung einiger Nebenfächer zu einer huinanistischen Fakultät ausgebaut werden sollten* dergestalt, daß ein abgeschlossener Lehrkurs mit Schlußprüfung und Diplomerteilung nach einem drei-oder vierjährigen Studium erteilt werden könnte. In ähnlichster Weise sollte auf der naturwissenschaftlichen Seite nach Ausbau der mathematischen und physikalischen Institute und Ausfüllung der Lücken in dem Chemischen und dem Naturhistorischen Institut ein abgerundeter naturwissenschaftlicher Lehrkurs organisiert werden. Für einen medizinischen Fachkurs schien die Zeit noch nicht gekommen, doch wurde der Ausbau der medizinischen Fortbildungskurse für Aerzte empfohlen. Das Memorandum der Kommission schloß mit einer Reihe von Einzelvorschlägen über die Durchführung dieser Maßnahmen, insbesondere über den Ausbau der akademischen Verwaltung der Universität. III. Diese Denkschrift, die 1m Sommer des vergangenen Jahres zirkuliert und seither Gegenstand eingehender Beratung sowohl im Lehrkörper der Universität wie in den Kreisen des Kuratoriums gewesen ist, wurde bei der letzten Sitzung des Akademischen Rates und des Kuratoriums in allen wesentliehen Punkten akzeptiert. Die Annahme erstreckte sich so- יי• wohl auf die prinzipiellen Darlegungen wie auf die Einzelvorschlage. Die allmähliche Einführung eines systematischen akademischen Unterrichts wurde mit den vorgeschlagenen Kautelen prinzipiell genehmigt. Die Aufnahme von Studenten zu den geplanten Lehrkursen wurde an den Besitz voll ausreichender Qualifikationen geknüpft; die fabrikmäßige Produktion von bloßen Titelakademikern sollte unbedingt verhindert werden. Mit gleicher Strenge wurde die Einführug der Lehrkurse auf die Fächer beschränkt, für die Professoren und Dozenten von Universititsrang gewonnen werden können. In Durchführung des von der Kommission aufgestellten Grundprinzips, daß auf allen Gebieten grundsätzlich die Einführung de•-Unterrichtet n«r aut.'ripr .f«f8€§M*n!g, erfolgen dürfe, wurde beschlossen, daß diese Grundlage» wenigstens für den Unterricht in Hauptfächern, erst dann als vorhanden betrachtet werden könne, wenn in dem betreffenden Fachgebiet zumindestens ein Professor und ein ausreichender Dozentenstab vorhanden und die technischen Vorbedingungen für eine höhere Forschungs- und Fortbildungsarbeit gegeben seien. Mit diesen Vorsichtskiausein wurde prinzipiell beschlossen, die beiden geisteswissenschaftlichen Institute, das Judaistischc und das Orientalistische, durch Hinzufügung mehrerer allgemein geisteswissenschaftlicher Fächer (Philo- Sophie, Geschichte und Literatur) zu einer humanistischen Fakultät auszubauen. Voraussetzung hierfür ist freilich* daß in dem Judaistischen Institut wenigstens einige der Hauptfächer völlig ausgebaut werden. Im Orientalischen Institut hat man sich entschlossen, das Arabische bereits als Hauptfach anzuerkennen. In der Philosophie, die jetzt eingeführt worden ist, glaubte man hingegen, den dargelegten Prinzipien folgend, ein gewisses Stadium der Entwicklung abwarten zu sollen, ehe man ihr den Rang eines Hauptfachs zuerkannte. Die primäre Voraussetzung für die Schaffung der geplanten humanistischen Fakultät bleibt somit der Ausbau der Hauptfächer des Judaistischen Instituts. Hierüber wird bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates dieses Instituts, die Ende August stattfindet, eingehend zu beraten sein. Auf dem Gebiete der Naturwissen־ schäften erschienen die vorhandenen Lücken noch fühlbarer. Es ergab sich, daß an die Einführung eines akademisehen Lehrbetriebes erst geschritten werden könne, wenn das Chemische Institut durch die Schaffung einer zweiten Professur für anorganische Chemie ergänzt und für die mathematischen und physikalischen Institute ein permanenter Dozentenstab gewonnen und eine ausreichende technische Ausrüstung beschafft worden sei. Hierüber wurde eine Reihe von Einzelbeschlüssen gefaßt, deren Durchführung es ermöglichen dürfte, den systematischen akademischen Unterrieht in den naturwissenschaftlichen Hauptfächern (Mathematik, Physik, Chemie und Biologie) im Jahre 1932 aufzunehmen. So hängt auf allen Gebieten die Durchführung der angenommenen Beschlüsse von einer Reihe von Vorbedingungen ab, vor deren Erfüllung noch mancherlei Schwierigkeiten za überwinden sein werden. Im wesentlichen tragen daher die Beschlüsse der Kuratoriumssitzung mehr programmatischen als aktuellen Charakter, aber sie sind in ihrer Formulierung weit konkreter als die bisher aufgestellten Richtlinien. Der entscheidende Faktor im Weiterausbau der Universität ist der Modus ihrer Verwirklichung; damit aber gewinnt das Problem der akademischen Verwaltung der Universität, zu dessen Beratung eine besondere Kommission eingesetzt wurde, primäre Bedeutung. Bei jeder Einzelfrage in der Durchführung dieser Beschlüsse, bei der Aufstellung der Aufnahmebedingungen, der Festsetzung der Lehrpläne, der Einteilung der Studiengebiete, der Formulierung der Prüfungsbedingungen, wird die geschilderte Problematik immer wieder von neuem akut werden. Es bedarf größter Umsicht, feinfühlendster Intuition, vor allem aber jener schöpferischen Freiheit, die nur aus gesicherten prinzipiellen Erkenntnissen erwachsen kann, um in jedem Einzelfalle die große Linie der Entwicklung mit sicherem Instinkt durchzusetzen, in einer solchen Situation verkörpert das Wie der Technik den letzten Sinn des Prinzips. Hier liegt heute die Schicksalsfrage der Universität. Es liegt nichts grundsätzlich Neues, jjanz gewiß nichts Umstürzlcrisches in diesen Beschlüssen. Aber der folgenschwere Emst des Unternehmens, das vielen bisher als eine geistvolle Spielerei erschien, kommt in ihnen mit unerbittlicher Schärfe zum Ausdruck. Die Universität ist vielleicht die schicksalshaftest« Forderung, die uns auf dem Wege unserer nationalen Selbstverwirklichung gestellt ist: wir können uns ihr nicht entziehen, aber ihr Aufbau kann zum letzten Prüfstein unserer kulturschöpferischen Kraft werden. Sie kann uns auf den höchsten Oipfel unseres dämonischen Strebe!« erheben, aber sie kam ans auch zum Verhängnis werden. Sie ist ein schicksalsschweres Wagnis — aber nur am Abhang der Gefahr blüht die *Wunderblume der Kultur. Die Vorglnge ln Waad Hadiinacli Das nächstjährige Erziehungsbudgei Von unserem Korrespondenten. AG, Tel-Awiw, 5. Juli. Das Erziehungsdepartement der Zionistischen Exekutive hat einen Voranschlag für das Budget des nächsten Jahres im Erziehungswesen ausgearbeitet. Es sind zwei Eventualitäten erwogen worden. Der erste Entwurf beruht auf der Annahme, daß im nächsten Jahre die gleiche Summe für Erziehungswesen zur Verfügung steht wie in diesem. Der zweite Plan setzt Kürzungen voraus, weil nicht sicher ist, ob die £ 5000-Spende des Baron Rothschild auch im nächsten Jahre zur Verfügung stehen wird und weil die Exekutive die Absicht hat, im nächsten Jahre die ,£ 5000, die die Lehrer als ihre besondere Spende dem Erziehungswesen zuwandten, beizubehalten. Während nach dem ersten Entwurf derselbe Umfang wie jetzt in den Schulen bestehen bleibt und noch einige Vergrößerungen vorgesehen sind, weist der zweite Voranschlag eine Reihe von Kürzungen auf, die zum Teil die Volksschulen, zum Teil die Lehrerseminare betreffen. Es ist im allgemeinen üblich, daß Entlassungen den Betroffenen drei Monate vor Beginn des neuen Schuljahres mitgeteilt werden müssen. Daher hat die Exekutive einer ganzen Reihe von Lehrern Kündigungen geschickt, um im Falle, daß Kürzungen vorgenommen werden, bei Jahresbeginn durch die Verträge nicht gebunden zu sein. Kündigungen gingen an 28 Kindergärtnerinnen, 73 Lehrer, die nicht fest angestellt waren, 13 festangestellte Lehrer. Außerdem ist der Versuch gemacht worden, den einzelnen Lehrern weniger Stunden zuzuerteilen, um dadurch Lehrersteilen zu sparen. Die Vertretung des Misrachi in der Erziehungskommission (Waad Hachinuch) hat darauf demissioniert und erklärt, die Frage vor dem Forum des A.-C. in Berlin klären zu wollen. (Schon kurz gemeldet. — A.d. R.) Die übrigen im Waad Hachinuch vertretenen Gruppen haben sich noch nicht geäußert. Der Misrachi begründet seine Demission damit, daß die Zionistische Exekutive kein Recht habe, Lehrer ohne Zustimmung der Aufsichtsräte in den Schulen zu entlassen. Die Exekutive behauptet dagegen, daß diese Bestimmung sich nur auf solche Fälle bezöge, wo es sich um die 3 Entlassung von Lehrern aus pädagogischen Gründen handelt.!Sid nicht um Budgetkürzungen. 1 Die Sitzung des Waad Hachinuch, in der diese Fragen behandelt wurden, trug einen stürmischen Charakter. Es wurde beschlossen, daß die Kündigungen der festangestellten Lehrer zu annullieren seien. Die Antwort des Erziehungsdepartements lautet, daß sie diesen Beschluß nicht anerkennen könne, worauf die Demission des Misrachi erfolgte. Die Vertreter der Lehrer in den allgemeinen Schulen und in denen der Arbeiterorganisation erklärten, das Budget mit den Körperschaften, die sie vertreten, beraten zu wollen. Der endgültige Beschluß steht dem A.-C. zu. Misraclil-Konlerenz in Jerusalem (AG) Am 2. Juli wurde in Jerusalem die Landeskonferenz des Misrachi eröffnet. Die Tagesordnung ist außergewöhnlich reichhaltig. Sie umfaßt außer aktuellen Fragen, wie die Stellungnahme des Misrachi zum Bericht der Agency und zur Sitzung des A.-C. in Berlin und zur Knesset Israel prinzipielle Probleme wie ein Referat über misrachistische Weltanschauung. An der Eröffnungssitzung nahm eine Reihe bekannter Persönlichkeiten, wie Raw K u k, Raw U z! e 1, Raw Ahronsohn, Abu Kasir aus Alexandrien usW. teil. Zar EraenBang Sir John Ctaancelors K-y, Genf, den 9. JulL Im Zusammenhang mit der Ernennung des bisherigen Gouverneurs von Süd-Rhodesien, Sir John Chancelor, zum Hohen Kommissär für Palästina und Transjordanien ist es von Interesse, darauf hinzuweisen, daß Süd-Rhodes i e n eines jener Länder der britischen Krone ist, die als Immigrations- und landwirtschaftliches Ko- Ionisation sgebiet von der britischen Regierung zwecks Durchführung des Gesetzes über Reichskolonisation in Aussicht genommen wurden. Vor einigen Monaten wurden von der britischen und der süd-rhodesischea Regierung drei verschiedene Gesetzentwürfe für landwirtschaftliche Kolonisation Süd-Rhodesiens ausgearbeitet und angenommen. Diese Gesetzentwürfe sehen eine von der Regierung unterstützte und geregelte Einwanderung von teils kapitalkräftigen, teils mittellosen Elementen vor, zwecks landwirtschaftlicher Niederlassung auf zur Verfügung gestellten Staatsböden oder als landwirtschaftliche Arbeiter in schon existierenden Wirtschäften. Wenn man andererseits bedenkt, daß die englische Ref. ... -*-- •*־־-י— - -•--״1 “־*-* _ so kann man die Ernennung Sir John Chancefors, der an der Ausarbeitung der süd-rhodesischen Kolonisationspläne sicherlich prominent mitgewirkt hat, als ein günstiges Zeichen ansehen. _ Wie wir erfahren, ist der Legationsrat erster Klasse des Auswärtigen Amtes, Herr Professor Dr. M. Sobernheim, mit der Leitung des deutschen Generalkonsulates in Neapel für die Dauer der Abwesenheit des gegenwärtigen Generalkonsuls betraut worden. Es ist dies der erste Fall, daß eine jüdische Persönlichkeit Deutschlands einen hohen konsularischen Posten im Auslände bekleidet.

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