Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15. MeinekestraBe 10. Eracheiat jeden Dien«tag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, ▼ierteljihrlich 5,75 Goldmark. An>U94sat>onn«a«cU wcrtUn in dar W&toim« dar •imalnen Linder berechn*». Nummer 55 I Berlin, 13. VII. 1928 Anzeigen-Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H.,Berlin W15, Meinekestr, 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. An«*ig«npreii18g*1p8ItNonp*reille2eiie0,S0G־M,5telleng*1ucl1«0,25 G.-Mu AcceigenichlaB: Dienstag und Freitag nachmittag! 4 Uhr. Telephon; Bitmarek 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr, 17392 Für Oetitrreieh: Postiparkastenamt Wie«, Konto Nr. 156030, Für Tickeebotlowakei: rostiparkaiienarot Frag, Konto Nr. 59410. Für Polen: Postsparkaasenamt Warschau, Konto Nr. 190108. Redak tionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ה תמוה תרפ״ח | xxxm. j!a»rg. Par Zionismus erstrebt für da» JOdlxhe Volk die Schaffung einer öffentlich . rechtlich pealcherlen Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm.» Der Bericht der Jewish Agency-Kommission erschienen Soeben ist der volle Bericht der Jewish-Agency-Kommission in Buchform erschienen. Er umfaßt 182 Druckseiten und ist für 2/6 Sh. (= 2,50 M.) erhältlich (durch das Zion- Büro, 77. Great Russell Str., London). In einer einleitenden Note wird kurz über die Vor geschichte, die zur Einsetzung der Joint Palestine Survey Commission führte, berichtet. Außerdem wird eine Liste der Experten gegeben und die verschiedenen von ihnen bearbeiteten Gebiete aufgezählt. Der Bericht selbst ist in die Form eines Briefes an die Herren Louis Marshall und Dr. Chaitn Weizmann gekleidet. Im Anhang sind beigefügt: die Richtlinien für die Arbeiten der Kommission, gemäß Schreiben der Herrn Marshall und Dr. Weizmann vom 1. Juni 1927, ferner Auszüge aus dem Mandatsstatut für Palästina und die Immigrationsbestimmungen der Palästina-Regierung vom Jahre 1925. Der Bericht beginnt mit einer historischen Einführung, in welcher kurz die Entwicklung der Palästina- Kolonisation, die Geschichte der Balfour-Deklaration, sowie die Konstitution und der Aufbau der Zionistischen Organisation dargestellt werden. Der nächste Abschnitt gibt eine detaillierte Darstellung der wirtschaftlichen Bedingungen Palästinas und behandelt im einzelnen die Physiographie des Landes, Be- Schreibung der Grenzen, Topographie, Bodenverhältnisse, Klima, Demographie usw. Der folgende Abschnitt, betitelt 1״ m m i g r a t i 0 n“, behandelt die geltenden Immigrationsbestimmungen sowie Statistiken über Immigration und Emigration. In dem Abschnitt, ״Landwirtschaftliche Kolon i s a t i o n“, finden sich Ausführungen über Bodenerwerb, Pflanzungsbau, Getreidebau, gemischte Wirtschaft, über die verschiedenen Siedlungsformen, über Selbstarbeit und Beschäftigung von Landarbeitern, Aufforstung, Irrigation, landwirtschaftliches Erziehung*wesen, Forschungsarbeiten und Siedlung^EOÄ». זי' * ׳■'■ .• •י *—15&'"Abschnitt ״Industrie״ beschreibt die gegenwärtige Lage der Industrie, berührt das Tarifproblem, Exportmöglichkeiten und andere Gebiete. Das Kapitel über die ״kooperative Bewegung“ behandelt den Solei Boneh, den Maschbir, Nir, Misrad Hakablani u. a. m. Der Abschnitt ״Bank- und K r e d i t p r o b 1 e m e" behandelt die in Palästina arbeitenden finanziellen Institutionen. Weitere Hauptabschnitte sind den Fragen de» Gesund• heitswesens, der Arbeiterschaft, der Finanzen, der Erziehung, sowie der Organisation der jüdisehen Gemeinschaft (Kneseth Israel, Assefath Haniwcharim, Waad Leumi) gewidmet. Sodann folgen die bereits veröffentlichten Kapitel ״Die Pflichten der Regierung unter dem Mandat“, sowie ״Schlußfolgerungen und Empfehlungen der Kommission“. Der vollständige Bericht gibt einen viel besseren Einblick in Wesen und Charakter des Dokumentes als die isoliert betrachteten ״Empfehlungen“, die zuerst bekanntgeworden waren. Es wird aus dem Buche viel klarer, daß es sich um ein Gutachten handelt, das die zionistischen Voraus- Setzungen durchaus akzeptiert, und nicht — wie vielfach fälschlich aufgefaßt wurde — um eine Art ״Ultimatum“ der nichtzionistischen Agency-Hälfte. Nachstehend geben wir zwei unseres Erachtens wichtige Stellen aus dem bisher nicht veröffentlichten Teil wieder: Zur Frage der Kwnzah in dem Kapitel über ״Kolonisationsmethoden“ heißt es: ״Die relativen Vorzüge der verschiedenen Siedlungstypen bilden eine wichtige und gleichzeitig sehr schwierige Frage. Von einem rein wirtschaftlichen Standpunkte aus liegen noch nicht genügend Daten vor, um bestimmen zu können, welcher von den neuen Siedlungstypen imstande sein wird, sich selbst zu erhalten. Es ist keine Frage, daß der Kwuzah-Typ im ersten Stadium die nach dieser Methode organisierten Kolonisten in den Stand setzte, in kooperativer Arbeit Resultate zu erreichen, die bei individueller Initiative nur mit größeren Schwierigkeiten hätten erzielt werden können. Nichts ist bei der Kwuzah charakteristischer, als der Geist der Hingabe an ein Ideal, das ihre Mitglieder be¬ Stephan Wtse kommt nicht nach Berlin New York, 10. Juli. (J. T. A.) Dr. Stephen Wise, der 1uf der Sitzung der Convention der amerikanischen Zionistisehen Organisation erklärt hatte, er werde zur A.-C.-Sitzung nach Berlin gehen, um der Jewish-Agency-Politik Opposition m machen, hat heute Pressevertretern mitgeteilt, er b e a b - sichtige nicht, die Vereinigten Staaten zu verlassen.' Der Präsident der Amerikanischen Zionistischen Organisa- Hon, Louis Lipsky, hat sich an Bord des ״Colutnbus“ nach Berlin zur Teilnahme an den A.-C.-Sitzungen begeben. Jacob Fis hm an hat an Bord der ״Aquitania“ die Reise nach Europa zur A.-C.-Sitzung angetreten. Der Zog zom Grabe Herzls Wien, 9. Juli. (J. T. A.) Anläßlich der 24. Wiederkehr des Todestages Theodor Herzls fand am gestrigen Sonntag wegte. Es bleibt eine offene Frage, ob ohne diesen Idealismus gleiche Resultate hätten erzielt werden können. Man hat einen ergebnislosen Versuch gemacht, an die Frage von einem statistischen Standpunkte heranzugehen. l eider lassen die vorliegenden Ziffern keine ganz endgültigen Schlußfolgerungen zu, wenn man alle wesentlichen Umstände in Betracht zieht. Soweit die Ziffern etwas aussagen, scheinen sie die Vermutung nahezulegen, daß der Moschaw ein wirtschaftlich brauchbareres Instrument ist, als die Kwuzah. Jedoch ist auf diese Schlußfolgerung aus den verschiedenartigsten Gründen wenig Verlaß. Es muß Eindruck machen, daß nüchterne und überlegende Männer mit langjähriger Erfahrung sehr fest daran glauben, daß die Organisation der Kwuzah fraglos die beste ist. Es ist evident, daß Menschen dieses Typs schlecht in irgendeine andere Form der Siedlung hineinpassen würden. Die Zahl dieser Menschen ist nicht groß, aber zweifellos sind sie vorhanden. Trotz alledem liegt es auf der Hand, daß mit dem System der Kwuzah ernste wirtschaftliche und psychologische Schwier i g k e i t e n verknüpft sind. In der Kwuzah treten allmählich persönliche Antipathien zutage, und die Umstände lassen schließlich einen anderen Ausweg als den Austritt aus der Kwuzah nicht zu. Der Zwang, die Erlaubnis der Kwuzah-Leitung zu erlangen, um Verwandte in die Siedlung zu bringen, wird als lästig empfunden. Die Frauen haben gewöhnlich eine Abneigung gegen die kommunistische Lebensform. Die Männer werden daher zur Erreichung eines Heims gedrängt, in dem mehr privates Leben und größere persönliche Freiheit möglich sind. Wirtschaftlich führt im allgemeinen die Belastung der Gemeinschaft mit unfleißigen oder unfähigen Elementen zu Ressentiments. Der Tüchtige gerät in Versuchung, seine eigenen Leistungen herabzumindern. Manche haben eine Abneigung gegen irgendeine Begrenzung der Arbeitszeit. Individualistische Betriebe bergen in sich mehr Antrieb zu Fleiß und Wirtschaftlichkeit. Sie lassen der Familie mehr Freiheit, wie sie ihre wirtschaftlichen Maßnahmen für das Jahr treffen ttnd die;^igesiwfgihih: l&f ’"'Die "•Äawtigialffgleit' & Jfhtsii die Anforderungen'1 an die Urteilskraft hinsichtlich der Zeit für den Beginn des Pflanzens und die Auswahl der Arten, unterscheiden die Landwirtschaft von industrieller Tätigkeit, wo sich dieselben Handgriffe Tag für Tag wiederholen. Der Unterschied zwischen guten und schlechten Landwirten ist viel größer als der Unterschied zwischen guten und schlechten Fabrikarbeiiern. Wo eine jede Familie ihre eigene Siedlung bearbeitet, bietet der Erwerb des Lebensunterhalts den nötigen Antrieb zu Ueberlegung und Leistung und ermöglicht zuverlässige Befähigungspraben. Alle diese Ueberlegungen sind gewichtig und gesund. Die Logik der Ereignisse scheint für den Moschaw zu sprechen; die Kwuzah — trotz entschiedener offizieller Unter- Stützung — weicht allmählich vor dem Moschaw zurück. In der Konkurrenz zwischen diesen beiden Siedlungsformen muß der Moschaw zweifellos gewinnen und schon jetzt gewinnt er schnell Feld. Die Unbeständigkeit in dem Mifgliederbestand, das dauernde Kommen und Gehen in vielen Ksvuzoth — alles dies spricht gegen die Aufrechterhaltung des Systems. Fflr Gründung eines Krcdilinslifnts ln dem Abschnitt über ״Bank- und Kredftprob I e m e“ findet sich die Anregung für die Gründung eines Instituts für Industrie-, Pflanzung*- und Exp o r t k r e d 11 e mit einem Kapital von £ 750 000 bis £ 1000 000, das ״möglicherweise die bestehenden Institutionen in sich aufnehmen oder konsolidieren könnte“. ״In engem Arbeitskontakt mit der Jewish Agency könnte diese Gesellschaft neue industrielle Unternehmungen stützen, den Touristenverkehr beleben und die Güterverteilung durch Errichtung von Warenlagern in strategisch wichtigen Punkten fördern. Die Gesellschaft könnte ferner durch Gewährung von Vorschüssen an Orangenpflanzer und andere Exporteure, gegen Verpfändung ihrer Produkte, schätzbare Dienste leisten und zur Erzielung besserer Preise beitragen, als sie jetzt bei Anwendung im wesentlichen chaotischer Absatzmethoden erzielt werden können.“ Es handelt sich hier um den von der Presse in ihrer Kritik an den Empfehlungen der Kommission vielfach vermißten Vorschlag für die Gründung eines Kredit- Institutes, der in dem Abschnitt ״Empfehlungen und Schlußfolgerungen“ offenbar deswegen keine Aufnahme gefunden hat, weil die Gründung eines solchen Instituts nicht als eine direkte Maßnahme der Agency vorgesehen Ist. ein Massenaufmarsch zum Herzl-Gtabe auf dem Döblinger jüdischen Friedhof statt. Der Vorbeimarsch am Grabe nahm mehrere Stunden in Anspruch. Mehrere Auslandsdelegationen haben sich an dem Marsch beteiligt. Die Oel-Röhrenleitang Mosul - Haifa Jerusalem, 10. Juli. (J.T.A.) Die arabische Zeitung ״Al Karmel“ (Haifa) behauptet, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß die Führung der Oel-Röhren von Mosul nach dem Hafen von Haifa bereits definitiv beschlossen worden sei. Nach der gleichen Quelle hätte Großbritannien gegenüber den amerikanischen und den französischen Oel-Konzesslonären die Verpflichtung übernommen, für die Sicherung der Röhrenleitung zu sorgen und den Betrag, den die Mosul-Haifa-Lcitung meh.r kostet als eine Mosul-Syrien-Leitung gekostet hätte, aus Ijigenem zu leisten. Das Problem des Aufbaus der Hebräischen Universität Von Dr. Leo Ko hu, Sekretär des Kuratoriums. I. Die jüngsten Beschlüsse des Kuratoriums der Hebräischen Universität über ihren allmählichen Ausbau zu einer akademischen Lehrstätte haben das Interesse der zionistischen Welt für einen Augenblick wieder auf die innere Problematik des kulturellen Aufbauwerks in Palästina gelenkt. Daß es hierzu des äußeren Anstoßes eines sensationell anmutenden Beschlusses bedurfte, ist nicht unbezeichnend für die geistige Gesamtsituation einer sogenannten Renaissancebewegung. Von einigen individuellen Ausnahmen abgesehen, kann die Gesamteinstellung der zionistischen Welt zur Universität kaum anders als eine Art wohlwollender Indifferenz charakterisiert werden; selbst wo ein latentes Interesse vorhanden ist, erreicht es selten aktive Intensität. Auf der einen Seite begegnet man, namentlich im Osten, einem unrealen Enthusiasmus, gepaart mit einem naiven Optimismus, der in der Universität die geistige Krone des jüdisch-nationalen Aufbauwerks erblickt, ohne daß dieser Glaube jedoch irgendwelches Tun oder auch nur tätiges Denken über die Probleme der Universität und die Methode ihrer Lösung zeitigte. Auf der anderen Seite findet man, vor allem im Westen, eine ebenso naive Ablehnung des Universitätsplanes überhaupt, die mit der Furcht vor einem geistigen Proletariat, mit der Besorgnis um das Aufblühen einer normalen, ״gesunden“ Wirtschaft begründet wird. Als ob das in der Universitätsgründung zum Ausdruck gelangte Streben sich hermetisch von dem Gesamtelan der nationalen Rekonstruktion abschließen ließe! Aber selbst diese Ablehnung tritt nicht aktiv in Erscheinung, Und doch verlangt kaum eines der Probleme des Palästinaaufbaues intensivere Mitarbeit gerade der Diaspora als die Universität. Keine Erziehung zur Gemeinschaft, keine Kultur überhaupt ist denkbar ohne ein überindividuelles Bildungsideal. Dieses aber ist nicht das Produkt schulmeisterlicher Abstraktion und egozentrischer Willkür, sondern es ist der Niederschlag des geistigen Lebens einer Gesellschaft, wie es sich in ihren U,99fcßtetr. I||dj|t1g|ii^||fttf1, illt JllCslS״'’pifIgfh,' ilcj» ln ünendUthen Variationen im viel-' gewaltigen leben der Gemeinschaft typisch reproduziert. Es ist kein Zufall, daß in allen Kulturen die ״Hohe Schule“ der Elementarschule vorangeht. Im Kulturleben eines Volkes — das sei gerade heute manchen unserer Eintajjskultur- Philosophen gesagt — baut man immer vom Dache her. Nicht aus ideologischen Praemissen, sondern aus realster Wirklichkeit erwächst so der Sinn der Hebräischen Universität: schaffend mitzuwirken an der Evolution eines jüdischen Bildungsideals und damit am Aufbau einer jüdischen Geistesgemeinschaft. Es ist vielleicht nur Mitwirkung, aber sie kann entscheidend werden, und bei der ganzen Struktur unseres Aufbauwerks und der Psychologie der Menschen, die an ihm wirken, ist es mehr als wahrscheinlich, daß sie der zentrale Faktor in dieser Rekonstruktion des nationalen Persönlichkeitsbildes sein wird. Damit aber ist die ganze Verantwortung, die diesem schicksalshaften Werke innewohnt, ausgesprochen, die jedes unreale Spiel mit seinem sensitiven Gefüge zu einer nationalen Katastrophe werden lassen kann. Das Problem entzieht sich aller Willkür. Man kann und darf für die Hebräische Universität nur arbeiten, wenn man glaubt, daß sie gemacht werden muß. Wir haben nicht überflüssige Kräfte, um sie in einer kostspieligen Kulturparade zu verzetteln. Aber es ist bezeichnend für den unrealen Sinn weiter Kreise der Bewegung, daß man die Universität für einen kleinen Luxus hält, den man sich schon etwas kosten lassen dürfe. Für die Verwirklichung der Idee aber ergab sich aus dieser Situation ein Zweifaches: ihre Durchführung konnte ebensowenig aus Gründen eines quasi-realpolitischen Wirt- Schaftsdoktrinarismus ״ad calendas Graecas“ verschoben werden, wie ihr eigentlicher Zweck den Augenblicksforderungen äußerer Ltmstände oder den Paradegelüsten nationaler Kulturenthusiasten geopfert werden konnte. Aus solcher Erkenntnis erwuchs der vielgeschmähte und recht mißverstandene Gedanke der ״Forschungsuniversität“. Er lief nicht darauf hinaus, wie ignorante Kritiker es hingestellt haben, in perpetuum statt einer lebendigen Lehruniversität einen Komplex isolierter und nur der reinen Forschung geweihter Versuchsinstitute, etwa vom Typ der Kaiser-Wilhelm-Institute, zur Erbauung des Diaspora-Judentums auf dein Skopus zu errichten. Die Gründung von Forschungsinstituten war als ganz realer erster Schritt im Aufbau einer jüdisch- und palästinensischrepräsentativen Lehruniversität geplant, ln strenger Forschungsarbeit sollte die Materie und die Methodik der zukünftigen Lehruniversität vorbereitet, sollten die zukünftigen Lehrer herangebildet, sollte vor allem das wissenschaftliche Niveau geschaffen werden, das als die wesentlichste Voraussetzung einer Lehruniversität von hohem Rang erschien, wenn diese vor den Gefahren des Levantinismus bewahrt und ihre Stellung in der Weltschätzung der geistig hochdifferenzierten Judenlieit der Diaspora gesichert werden sollte. Aus dieser Intention ergab sich ein unumgängliches Minimum. Nicht eine allgemeine, sich auf alle Spezialgebiete des Wissens zerstreuende Detailforschung — wie man sie betrieben hätte, wenn man wirklich eine reine Forschungsanstalt gewollt hätte — konnte das Ziel sein, sondern im Aufbau der Forschungsarbeit bereits mußte das erstrebte Bildungsziel bestimmend zur Geltung gelangen. Vier Faktoren ab« erschienen für den Aufbau eines neuen jüdischen Geistes-