Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 53 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2652971-2653019--20086-2678029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 53, 8. VII. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 381 eine Politik mitmacht, bei der die Nutznießer selbst alles tun, um sie zu erschweren und zu unterminieren. VII. Wir erkennen die Fehler des Berichtes und wir wissen auch, daß die Zionistische Organisation und ihre Organe selbst nicht unschuldig sind an vielen unliebsainen Resultaten, die hätten vermieden werden können. Die schlimmste Folge ist die innere Depression in den Reihen der zionistischen Arbeiterschaft. Ohne die zähe Entschlossenheit dieser Menschen, die ihr Leben unlöslich mit dem Zionismus verbunden haben, kann aber das Nationallleim kein Nationalheim werden. Es ist der Moment gekommen, wo diejenigen Zionisten, deren Zionismus mit dem Streben nach neuen jüdischen Lebensformen unlösbar verknüpft ist und die in der Arbeiterschaft das hingebungsvolle Element unmittelbarer Verwirklichung der zionistischen Idee sehen, unzweideutig erklären, daß sie an den Prinzipien der nationalen Kolonisation festlialten und die Arbeiterschaft bei ihren Bemühungen, neue soziale Gebilde zu gestalten, die Position des jüdischen Arbeiters zu verbessern und den Aufbau des Landes durch jüdische Arbeit zu sichern, nach wie vor unterstützen werden. Freilich darf die Arbeiterschaft diese Solidarität nicht dahin verstehen, daß auch alle Fehler, die der Arbeiterwirtschaft schaden, aus Prestigegründen oder Doktrinarismus gutgeheißen werden sollen. Wir werden dafür zu sorgen haben, daß die praktische Durchführung dieses Berichtes —- falls er angenommen wird — die Arbeiter zumindest nicht in eine schlechtere Position bringt als sie ohne die Agency-Politik gewesen wären. VIII. Wenn die Zionistische Organisation sich entschließen würde, den Bericht anzunehmen im Vertrauen auf die Stärke des wirklichen Lebens, das das Lebensfähige siegreich bleiben läßt, und mit dem klaren Bewußtsein, daß es sich hier um praktisch-wirtschaftliche Methoden, nicht um ideologische Entscheidungen handelt, dann würde sich jedenfalls für die Propaganda eine Chance eröffnen, wie sie seit der Balfour-Deklaration oder San Remo nicht gegeben war. Das Palästinaprojekt trägt jetzt zum erstenmal formell die Unterschriften nichtzionistischer Vertrauensleute aus aller Welt. Wir haben eine gesamtjüdische Einheitsfront für Palästina. Die Regierung rechnet, wie aus ihrem Bericht an die Mandats-Kcnimission hervorgeht, mit den Ergebnissen der Agency-Kommission. Die dort formulierten Forderungen an die Regierung bedeuten eine gewichtige Verstärkung unseres politischen Einflusses. Die Hoffnung auf die Ueberwindung der Stagnation im Aufbau Erez-Israels ist eröffnet. Der Albdruck des Status quo, dieses unveränderlichen Schneckentempos, wäre von uns genommen. Dies , alles könnte :eine.... außerordentliche Suggestion auf die jüdischen Massen ausüben. Die wirkliehe Last wird natürlich auch in Zukunft auf dem Zionismus lasten, und darum ist auch nach etwaiger Konstituierung der erweiterten Agency nur dann etwas zu erhoffen, wenn die Zionistische Organisation stark, geschlossen und arbeitsfähig dasteht. Die Chance einer etwaigen Annahme hängt davon ab, ob die Zionistische Organisation mit Würde, Festigkeit und Solidarität dafür eintritt. Kann sie dies nicht, — und wir begreifen durchaus, daß viele es nicht können — dann muß sie ab lehnen. Dann wird zwar eine schwierige Situation entstehen, in der jeder Zionist die dann kommende neue Leitung mit größter Loyalität unterstützen muß, weil sie fast Übermenschliehen Aufgaben gegenübersteht, — aber der Zionismus wird nicht untergehen. Und es ist vielleicht besser, die andere Alternative vorher zu erproben, als die zu erwartende Diskreditierung und Zersetzung der Organisation von innen zuzulassen. Robert Weltsch. Nach der arabischen Konferenz Von unserm Korrespondenten. AG, Jerusalem, 27. Juni. ln der arabischen Presse, die früher nicht mit der Familie Hussein! ging, ist nach der Konferenz ein bedeutender Umschwung zu verzeichnen. Die früher oppositionelle Zeitung ״Karmel“ (Haifa) erklärt öffentlich, daß sie nach dem Zustandekoinmen der Konferenz, und nachdem der Opposition ein bedeutender Einfluß eingeräumt worden sei, ihre Haltung ändere und fortan mit allen Teilen der arabischen Front für die gemeinsamen Ziele kämpfen wolle. Das Blatt ruft zur Einigung der gesamten Presse in der von der Konferenz eingeschlagenen Richtung auf. Auch der früher schärfste Träger der Opposition, der Jaffaer ״Falestin“, schlägt einen völlig anderen Ton an, seitdem der f-tedakteur in dem von der Konferenz gewählten Komitee sitzt. Nach den letzten Berichten umfaßte die Konferenz 228 Delegierte. Das von der Konferenz gebildete Komitee umfaßt 48 Mitglieder, davon 12 Christen. Der engere Arbeitsausschuß vier MosJems und zwei Christen. Es sind Kommissionen für verschiedene Arbeitsgebiete gebildet worden. Die hebräischen Zeitungen stellen fest, daß die Konferenz von den früheren Deklarationen gegen den Zionismus und die Balfour-Deklaration diesmal abgesehen hätte. ״Dawar“ betont jedoch, daß wir noch von keiner Schwenkung im vollen Sinne sprechen können, weil dazu eine klare Stellungnahme zum Zionismus und zur jüdischen Einwanderung erforderlich wäre. Der Völkerbund schick! das Telegramm znrfick G e n f, 1. J u 1 i. (J. T. A.) Wie der J. T. A.-Korrespo״dent erfährt, hat das Büro des Völkerbundes dem arabischen Kongreß in Palästina sein dem Völkerbund übermitteltes R e s 01 u - tionstelegramm zurückgeschickt, weil nach der festgesetzten Prozedur Einwohner der Mandatsländer nur durch ihre Regierungen Petitionen dem Völkerbund übermitteln dürfen. Lipskys Sieg in Piltshurgh (Schluß der Berichte von der ersten Seite.) Die Mitteilung des Ergebnisses der Abstimmung wurde von einer rauschen Jen Kundgebung seitens der Mehrheit für Louis Lipsky und die bisherige Administration begleitet. Im Verlauf der Abstimmung ersuchte Dr. Stephen S. Wise, der für seine Person sich der Stimme enthielt, ihm das Wort zu einer Erklärung zu erteilen; es wurde ihm aber im Hinblick auf die vor sich gehende Abstimmung verweigert. Als die Abstimmung zu Ende war, gab Dr. Wise von der Tribüne aus die Erklärung ab, daß seine in der vorangegangenen Sitzung gefallene Bemerkung über ״persönliches Privileg“ und ״Parteilichkeit“ der Administration 111 i ß - verstanden worden sei. Er schloß seine Erklärung mit den Worten: ״Kein Gutachten irgendwelcher Richter kann Lipskys 30jährigen Rekord an Opfer und Hingabe für die zionistische Sache mindern oder auslöschen!“ Maurice S a - muel unterbrach ihn mit den Worten: ״Jetzt ist es zu spät; warum haben Sie das nicht gestern vor der Abstimmung über die Ehrenpräsidentschaft gesagt?“ Dr. Wise wandte sich dann gegen den Vorschlag des Untersuchungskomitees der Richter, wonach kein Funktionär der Zionistischen Organisation von Amerika ein Gehalt beziehen solle. ״Das ist unfair,“ rief er aus; ״ich kann eine so automatische Haltung, die es einem Mann ohne Vermögen unmöglich macht, der zionistischen Sache zu dienen, nicht verstehen.“ Dr. Wise äußerte sich nicht direkt zur Frage der Wiederwahl Louis Lipskys; er schlug die Einsetzung eines Präsidiums aus drei Persönlichkeiten vor, von denen die eine die Führerschaft innehaben, die zweite die politischen Fragen, die dritte die Finanzfragen bearbeiten solle. Eine soldie Lösung könnte die Zionistische Organisation Amerikas aus der gegenwärtigen schwierigen Lage retten. Dr. Wise schloß mit der Erklärung, daß er sich das Recht vorbehalte, den Bericht der Jewish Agency-Kommission zu kritisieren, da dieser Bericht keinerlei Garantie seitens der Nichtzionisten, daß sie auch nur einen einzigen Penny für die Palästina-Arbeit geben werden, enthalte. Wie die J.T.A. erfährt, haben sich die Verhandlungen zwischen der Mehrheit und der von Richter Julian W. Mack geführten Opposition wegen Herbeiführung eines friedlichen Verständnisses zerschlagen, weil Mack auf der vollständigen Ausschaltung Louis Lipskys als Vorbedingung für weitere Verhandlungen bestand. Als dann die Vertreter der, Opposition den Verhandlungsraum verließen, einigte sich das ,,Bürgerkomitee für Frieden und Wiederaufbau“ und die von Dr. Kaplan geführte Gruppe über die Aufstellung einer Liste von neun Kandidaten für das Administrativ-Komitee, sowie weiter eines Rates aus 40 Personen. Auf dieser Liste figurierte Lipsky als Präsident. Die Convention der Hadassaii Vom 27. bis 30. Juni fand in Pittsburgh die Jahrcsver- Sammlung der zionistischen Frauen- und Mädchen- Organisation ״Hadassah“ statt. Das von der Hadassah-Leitung vorgeschlagene Reformprogramm bezüglich der Administration der amerikanischen Zionistischen Organisation wurde von den Delegiertinnen mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen. Von den etwa 600 Delegiertinnen stimmten nur 60 gegen das Programm. Das Reformprogramm wurde der Convention der Zionistischen Organisation Amerikas, von der die *Hadassah bei Währung einer gewissen Autonomie ein Bestandteil ist, unterbreitet. Die Hadassah-Convention endete, wie der J.T.A.-Bedcht betont, ״im Geiste der Freundschaft und der gegenseitigen Verständigung“. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat; Ehrenpräsidentin Miß Henrietta Szold, Ehrenvizepräsidentin Frau Nathan Strauß, Präsidentin Frau Irma Lind heim, Vizepräsidentinnen Frau Robert Szold, Miß Pearl Franklin und Frau David de Sola Pool, Schatzmeisterin Frau Dorothy Lefkowitz, Sekretärin Miß Judith Epstein. Frau Lefkowitz erklärte, die Wiederwahl als Schatzmeistern! nicht annehmen zu können, woraufhin Frau David G r e e nbe r g - Mountvernon zur Schatzmeisterin gewählt wurde. Das Urteil des zionistischen Parieigerichts New York, 29. Juni (J. T. A.). Das von Dr. Weizmann vor seiner Abreise aus Amerika eingesetzte Parteigericht zur Prüfung der Anklagen der Opposition gegen die offizielle Zionistische Organisation Amerikas hat soeben in der Form eines Briefes an Dr. Weizmann sein Urteil bekanntgegeben. Dieses lautet: Die Prüfung der gegen die Administration der Zionistisehen Organisation Amerikas erhobenen Vorwürfe hat ergeben, daß kein Grund vorhanden sei, der Administration das Vertrauen zu entziehen. Es wurde kein stichhaltiger Beweis dafür erbracht, daß durch falsche Handlungen ein finanzieller Schaden entstanden sei. Es waren lediglich Beispiele einer u n - genauen Führung der finanziellen Angelegenheiten der Trust-Fonds in einzelnen Fällen festzustellen, immer aber wurden die Fonds-Beträge für Zwecke, für die sie bestimmt waren, verwendet. Diejenigen Personen, die für diese U11genauigkeiten verantwortlich sind, sollten nicht weiter als Beamte oder als Mitglieder des Komitees der Zionistischen Organisation Amerikas fungieren. Kein Beamter und kein Komitee-Mitglied sollten für irgendwelche Bemühungen im Interesse der Organisation eine finanzielle Entschädigung erhalten. Keinerlei Geldverpflichtung sollte ohne ein Votum des Administrativ-Komitees übernommen, noch sollen Kredite für private Zwecke gegeben werden. Zum Schluß wird die Hoffnung ausgedrückt, daß die Diskussionen sehr bald verschwinden und eine Aera der Eintracht folgen werde. | WERBET UND SPENDET AM 8. JULI! g§ Sir John Robert Nachfolger Plumers? London, 4. Juli. (J.T.A.) Der Jiid. Telegraphen- Agentur wird von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß Colonel Sir John Robert, bisher Gouverneur und Oberbefehlshaber von Süd-Rhodesien, zum Oberkommissar für Palästina an Stelle des int Herbst d. J. aus seinem Amte scheidenden Feldmarschalls Lord Plumer ausersehen sei. Die Ernennung werde demnächst verlautbart werden. ♦ ״Haarez“ widmet dem abtretenden Oberkommissär einen ungewöhnlich herzlich gehaltenen Leitartikel, Es kommt hier zum Ausdruck, daß der High Commissioner sich in jüdischen Kreisen starke Sympathien erworben hat. Es wird auf die Hilfe der Regierung bei verschiedenen Gelegenheiten hingewiesen und die Objektivität des obersten Beamten des Landes hervorgehoben. Freilich werden auf der anderen Seite auch die Beschwerdepunkte von neuem angeführt, z. B. die Sünden des Einwaiiderungsdcpartements und die Frage des Grenzschntzes erwähnt, ln der üesamthaltung jedoch zeigt dieser ״Abschied“ eine ungewohnte Herzlichkeit. Das Budget der Palästina-Regierung Jerusalem, 3. Juli. (J. T. A.) Das Ausgaben-Budget der Palästina-Regierung für das Jahr 1928 betrifft — wie soeben mitgeteilt wird— eine Gesamtsumme von £ 2.443.677. Die einzelnen Posten lauten: Polizeitruppe £ 363.656, öffentliehe Arbeiten £ 273.654, Staatsschuld- und Anleihe-Tilgung X 175.000, öffentlicher Unterricht X 143.619, Gesundheitswesen X 105.460, administrative Ausgaben £ 127.619. Das Staatsdefizit für die ersten drei Monate 1928 beläuft sich auf X 137.033. Die Prügelstrafe AG, Tel-Awiw, 26. Juni. Nachdem das Sekretariat des Oberkommissärs auf das Memorandum der Arbeiterorganisation über die Zustände in den palästinensischen Gefängnissen und im besonderen über die Prügelstrafe mit der Antwort reagiert hat, daß die Prügelstrafe in Palästina gesetzlich zulässig sei, hat die Pressekampagne gegen dieses Gesetz ihren Fortgang genommen. Die Regierung scheint jedoch durchaus nicht die Absicht zu haben, irgendwelche Aeiiderungen vorzuneiimen. Im Gegenteil!nacht sicli die Tendenz bemerklich, die Prügelstrafe auch außerhalb der Gefängnisse einzufiihren. Bisher bestand eine von den Engländern eingeführte Verordnung, daß die Prügelstrafe innerhalb der Gefängnisse in bestimmten Fällen der Insubordination angewendet werden darf. Jetzt wird eine Ver- Ordnung von der Regierung beraten, die die Prügelstrafe außerhalb der Gefängnisse bei gewissen Vergehen» anscheinend bei Prostitution und Belästigung vor! Frauen, für zulässig erklärt. Dadurch wird der gesamte Fall erschwert, denn während die Bevölkerung und ihre Vertretungen fraglos einen scharfen Kampf gegen die Prostitution in allen Formen gut heißt, wird man in der Frage der Prügelstrafe eine prinzipielle Entscheidung zu treffen haben. In jedem Falle dürfte der Kampt mit der Regierung in diesem Punkte außeronientlich schwierig sein, da er ,bereits ffir sie'zu einer Prestigefrage geworden ist. Und außerdem darf ein solcher Kampf nicht von Fall zu Fall geführt werden (z. B. nur wenn das Gesetz zufällig auf Juden angewandt wird), sondern auf einer allgemeinen und prinzipi eilen Basis, ohne Unterscheidungen zwischen Europäern und Nichteuropäern. * London, 3. Juli. (J.T.A.) ln der Sitzung des Unter- Hauses fragte Colonel Wedgwood den Kolonienminister, warum die Palästina-Regierung die Forderung der palästinensischen Arbeiter-Organisation nach Abschaffung der Prügelstrafe in den palästinensischen Gefängnissen zurückgewiesen habe. Koionienminister Amerv erwiderte, dem Ersuchen der Arbeiterorganisation konnte nicht stattgegeben werden, weil die Prügelstrafe für Verstöße in den Gefängnissen allgemein als für die Aufrechterhaftung der Disziplin notwendig angesehen wird. (!) Colonel Wedgood: Weiß der Minister, daß selbst in der Türkei die Prügelstrafe in den Gefängnissen abgeschafft worden ist? Weiß er, daß in Palästina eine Art Jagd auf Kommunisten veranstaltet worden ist und will die Regierung dem Einhalt gebieten? — Amery: Ich weiß nichts von einer Kommunistcn-Jagd in Palästina'. Die Prügelstrafe ist bei Verstößen gegen die Gefängnisdisziplin notwendig. Steuerfreiheit für öffentliche Inslifationeii Jerusalem, 3. Juli (J.T.A,). Soeben ist hier eine Regicnmgsverordnung veröffentlicht worden, wonach religiöse, Unterrichts- und Wohlfahrts-Institutionen von Steuer- 1 e i s t u n g und Zollabgabe befreit sind. Wir hoffen, daß auch die jüdische I a n d w i r t s c h a f t - liehe Versuchsstation, die zweifellos als öffentliehe Wohlfahrts- und Unterrichts- Institulion zu befrachten ist und von der Regierung ungebührlich besteuert wurde, nunmehr die Steuerfreiheit genießen wird. Falsche Zollpolitik Die Schokoladenfabrik ״Ueber-Noam“ bat der Regierung mitgeteiit, daß die gegenwärtigen Zollbestimmungen ihre Arbeit in einem Maße erschweren, dal! sie gezwungen sein wird, ihren Betrieb nach Syrien zu verlegen und fertige Ware nach Palästina einzufiihren. Der Zoll auf Rohprodukte für die Schokoladenindustrie sei unverhältnismäßig hoch, der Zoll auf entsprechende Fertigware dagegen so niedrig, daß das Unternehmen seine Arbeit nicht fortsetzeii könne. Es bestellen Ver- Handlungen mit der Regierung, die auf eine Aenderung der Zollbestimmungen hinzielcn, um die Fabrik dem Lande zu erhalten. Rücktritt eines jüdischen Polizei-Inspektors Jerusalem, 25. Juni. (J.T.A.) Der Vize-Inspektor der Jerusalemer Polizei, Ben-Yehuda, ist von seinem Posten zurückgetreten im Zusammenhang mit einer gegen ihn erhobenen Beschuldigung, daß er der Presse und einigen Freunden die Nachricht über die Vergewaltigung eines amerikanischen jüdischen Mädchens durch Araber vermittelt hat Ben-Yehuda veröffentlicht in der Tageszeitung ״Doar Hajom“ eine Dar- Stellung seines Falles, i!1 der er auseinandersetzt, man habe ihm schon wiederholt zu verstehen gegeben, daß er bei der Polizei ״unerwünscht“ sei; dies darum, weil er für die Geltung der hebräischen Sprache innerhalb der Aeniter eingetreten war. Seine Position in der Jerusalemer Polizei, die sich fast nur aus Arabern zusammensetzt, war von jeher eine schwierige gewesen.