Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 51 (29.6.1928)
- Date
- 1928-06-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 360 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 29. VI. 1928 Nr. i | . I ־:. ■A f ' j- .V ' entsteht, die dem Judentum Ehre macht, wie keine jüdische Tat der Gegenwart. Erst dieser Tage hat Vandervelde dies in seinem Vortrag in einem Maße zum Ausdruck gebracht, das für alle Zuhörer beinahe verblüffend war. Aber abgesehen von dieser Wirkung des Zionismus nach außen, die absichtlos etwas vollbringt, was den Assimilanten trotz jahrzehntelanger Bemühung nicht gelungen ist, wissen heute auch die Nichtzionisten bereits die innerjüdische Bedeutung des Palästinawerkes zu würdigen. Diese Seele des Palästinawerkes steht und fällt aber mit der zionistischen Idee — das wissen auch die vernünftigen Nichtzionisten. Darum ist eine Wiedererweckung des echten zionistischen Elans, eine Besinnung auf die zionistischen Grundwerte das wichtigste Postulat dieses geschichtlichen Augenblicks. Die Reinheit des zionistischen ideellen Strebens, sein Wahrheitswille, sein Ringen um wahre jüdische und menschliehe Werte, darf auch durch keinen parteioffiziellen Dogmatismus und Bürokratismus — dies beides notwendige Begleiterscheinungen einer ihr Eigenleben führenden Organisation — behindert werden. Kämpfe und Reibungen innerhalb einer Partei sind unvermeidlich, aber alle derartige Vorgänge sekundärer Natur sind unwichtig und ungefährlich, wenn das zionistische Gewissen lebendig ist und immer wieder im entscheidenden Moment das Verantwortungsgefühl für die Sache siegt. Gerade unter diesem Gesichtspunkt haben die Kämpfe im amerikanischen Zionismus unsere Besorgnis erregt. Auf dieser Seite des Ozeans konnte man sich schwer eine Vorstellung von der wirklichen Sachlage und den Hintergründen dieses Kampfes machen. Das eine wußten wir jedoch: daß, wer immer Sieger bleibt, der Zionismus schweren Zeiten entgegengeht, wofern nicht Pittsburgh eine wirkliche Lösung bringt. Nun ist unmittelbar vor Beginn der Convention eine sensationelle Wendung eingetreten. Der Präsident der Zionistischen ‘ Organisation Amerikas, Louis Lipsky, gegen den sich der Kampf der verschiedenen, untereinander nicht einheitlichen Oppositionsgruppen hauptsächlich richtete, hat erklärt, daß er eine Wiederwahl nicht annimmt. Er wünscht aus der Leitung des amerikanischen Zionismus auszuscheiden. Nachdem Lipsky noch in den letzten Wochen den Kampf gegen die Opposition mit großem Elan persönlich geführt hat, kommt diese Nachricht besonders überraschend. Es scheint, daß Lipsky das Opfer des persönlichen Rücktritts bringen will, um den Frieden zu erleichtern. Wahrscheinlich will er den Bemühungen des Friedenskomitees und des von dem Parteigericht eingesetzten Ausschusses entgegenkommen. Nähere Einzelheiten über die Pläne dieser Komitees sind hier noch nicht bekannt. Es ist aber kaum anzunehmen, daß Lipsky vom Kampfplatz abgetreten wäre, wenn nicht ein Kompromiß zustande gekommen wäre. Es scheint also, daß das Resultat der Convention von Pittsburgh bereits entschieden ist, bevor sie noch zusammengetreten ist. Lipsky ist seit 1921, seit dem Rücktritt des der Brandeis-Öruppe angehörenden Präsidenten Richter Mack, Führer des amerikanischen Zionismus. Er war aber schon viele Jahre zuvor erster Organisations- Sekretär, zusammen mit de Haas, der 1921 gleichfalls ausschied. Vor einem Jahre wurden anläßlich seines fünfzigsten Geburtstags Lipskys zionistische Verdienste von der ganzen zionistischen Welt gewürdigt: einen Einblick in seine Leistungen und die Noblesse seiner Gesinnung bieten die drei Bände seiner Schriften, die anläßlich seines fünfzigsten Geburtstags von der amerikanischen Organisation herausgegeben wurden. Aus diesen Büchern ersieht man mit Staunen, daß dieser scheinbar so trockene und sachliche Mann eine künstlerische Seele und einen romantischen Enthusiasmus besaß, die ihn auch zu dichterischen Werken befähigten. Lipsky gehört zu den Menschen, für die der Zionismus mit dem Ideal eines neuen Lebens, einer wahren Wiedergeburt verbunden ist. Er hat sich auf dem oft sehr schwierigen Terrain des amerikanischen politischen Kampfes ehrenvoll behauptet. Wenn Lipsky jetzt zu;׳ü:ä:.itt, so ist dies ein großer Verlust für den amerikanischen Zionismus, der an Führern nicht reich ist. Dieses Opfer darf nicht umsonst geschehen. Es kann nur dann einen Sinn haben, wenn dadurch eine wirkliche Entsühnung, eine Entgiftung der Atmosphäre bewirkt wird. Die Zionistische Organisation Amerikas muß einen Strich unter die Vergangenheit machen und mit neuen Kräften den inneren und äußeren Neuaufbau in Angriff nehmen. Unmittelbar vor den entscheidenden Etappen der Erweiterung der Jewish Agency muß ein starker amerikanischer Zionismus da sein/der innerhalb und außerhalb der zionistischen Reihen Ansehen und Autorität hat, eine wirkliche Konzentration der Kräfte, bei der alle persönlichen Tendenzen dem Interesse der Sache untergeordnet werden. Wenn Pittsburgh uns dies bringt, dann wird die Pittsburgher Konferenz ein historisches Datum der zionistischen Geschichte sein. RW. Jubiläum des ״Haarete”. Anläßlich des zehnjährigen Be- Stehens der palästinensischen Tageszeitung ״Haaretz“ — die Erscheinungszeit in Aegypten unter dem Namen ״Chadaschoth Mehaaretz“ miteingereennet — erschien eine überaus reichhaltige, mit Illustrationen versehene Jubiläumsnummer mit interessanten Beiträgen der Redakteure und führenden Mitarbeiter der Zeitung während der erwähnten Erscheinungszeit, worin u. a. überaus anschaulich die Schwierigkeiten geschildert werden, die überwunden werden mußten, um die Zeitung auf ihre heutige Höhe zu bringen. Englands Bericht an den Völkerbund London, 25. Juni. (J. T. A.) Wie alljährlich, hat die britische Regierung durch die Mandatskommission des Völkerbundes dem Völkerbundsrat einen Bericht über die Verwaltung Palästinas und Transjordaniens im Jahre 1927 überreichen lassen. In dem Bericht wird einleitend festgestellt, dali im Verlauf von 1927 die jüdische Kolonisation in Palästina unter einem schweren finanziellen Druck gestanden hat, der noch durch die Trockenheit im Süden des Landes und durch die Wirkungen der Erdbeben im Juli verstärkt worden ist. Die öffentliche Ordnung wurde gut aufrechterhalten, der Fortschritt in den administrativen Reformen ging ungehindert vonstatten. Wenn nun das vergangene Jahr eine Periode Wirtschaftlicher Depression bedeutete, heißt es in dem Bericht weiter, so würde es dennoch eine Uebertreibung sein, von einer ,,finanziellen Krise“ zu sprechen. Indessen ist eine sofortige Besserung nicht als wahrscheinlich anzusehen; in den nächsten Jahren wird die Regierung vor dem Problem stehen, wie sie, ohne der Bevölkerung eines kleinen und wenig entwickelten Landes ungebührliche Lasten aufzuerlegen, die Mittel beschaffen könnte, um eine gut funktionierende Verwaltung aufrechtzuerhalten, die relativ hohen Kosten für die öffentliche Sicherheit zu bestreiten, die verschiedenen durch Vertrag und anderswie Palästina auferlegten Schulden zurückzuzahlen und für die Tilgung der im November v. J. in London placierten Anleihe in Höhe von £ 4 475 000 Vorsorge zu treffen. Jfidische Kapitaland Menschen-Einwanderung Im Berichtsjahre war eine Abnahme der freiwilligen Subskriptionen für die zionistischen Fonds seitens der Weitjudenheit. sowie eine Verminderung des Zuflusses von Privatkapital aus dem Auslande zu verzeichnen. Diese Erscheinungen sind eng mit der jüdischen Einwanderung verbunden, da Einwanderung und lokale Handelstätigkeit einen Anreiz für zionistische Begeisterung in Palästina wie im Auslande bilden. die dem Lande in Bevölkerung von Eine Einschränkung der Immigration, den drei Jahren 1924—1926 eine neue mehr als 50 000 Personen gebracht hat, wurde notwendig, Palästina konnte in einer so kurzen Zeit eine so große Zahl von Einwanderern nicht absorbieren; die vorhandenen Hilfsquellen reichten nicht hin, um den wirtschaftlichen Bedürfnissen dieser Bevölkerung nachzukommen. Die verstärkte Einwanderung hatte eine allgemeine Preissteigerung, besonders in Immobilien, zur Folge. Die Kosten der Ansiedlung erhöhten sich, jüdisches Privatkapital wurde in lokalen Industrien und Grundstücken in abnormer Höhe angelegt, die zionistischen Fonds kamen für die Anlage in produktive Werke nicht in Frage, da sie für den erhöhten Dienst der sozialen Fürsorge zur Verfügung stehen mußten für eine Bevölkerung, die von 70 000 i. J. 1920 auf 140 000 i. J. 1927 gestiegen war. Die unvermeidliche Folge war ein allgemeines Sinken der Preise, ein Anspannen des Kredites und eine Abneigung der Kapitalisten, neues Kapital im Lande zu investieren.' Arbeitslosigkeit stellte sich als weitere Folge ein. Schätzungsweise gibt es immer noch eine jüdische Bevölkerung von 5000 Arbeitenden, die von den zionistischen Fonds und den von der. Regierung nach Möglichkeit in Angriff genommenen öffentlichen Arbeiten abhängen. Es bedeutet keineswegs eine Herab• setzung der schätzenswerten Ergebnisse der zionistischen^ Arbeit,*wen« man bemerkt, Schwierigkeiten, die das zionistische Unternehmen gegenwärtig durchzumachen hat, den einen Vorteil hat, daß nun die Erkenntnis durchdringt, daß das Jüdische Nationalheim auf einer anderen als einer gesunden wirtschaftlichen Basis nicht gut und wahrhaftig aufgerichtet werden könne. Die Zionistische Organisation hat dieser Erkenntnis durch die Tatsache der Ernennung einer Survey-Commission, unter deren Leitung eine Anzahl von Sachverständigen das Land besucht hatten, um über die verschiedenen Aspekte des Problems der jüdischen Siedlung ein Urteil abzugeben, Rechnung getragen. Die geschilderten finanziellen Schwierigkeiten, die auf den Aufschwung im Jahre 1925 folgten, werden während des laufenden Jahres eine Abnahme von £ 40 000 der Nettoeinkünfte aus Steuern, Zöllen und Hafengebühren zum Resultate haben; dies spiegelt sich in noch bemerkenswerterer Weise in dem Sinken der Importware um einen Wert von £ 400 000. Die Zahl der Transaktionen in Imntobilien ist ebenfalls gesunken. Die wirtschaitiiehe Entwicklung geht dennoch vorwärts Es wäre falsch, aus den oben erwähnten Schwierigkeiten den Schluß zu ziehen, daß der allgemeine wirtschaftliche Fortschritt des Landes, zu dem jüdisches Kapital und jüdischer Unternehmungsgeist soviel beigetragen haben, gehemmt worden ist. Die folgenden Tatsachen widerlegen eine solche Annahme. Der Gesamtwert der aus Palästina exportierten Produkte i. J. 1927 betrug £ 1 899759, was eine Erhöhung von £ 591 426 gegenüber 1926 bedeutet. Zum ersten Male seit dem Kriege hat in landwirtschaftlichen Produkten der Export den Import übertroffen, und zwar um einen Wert von £ 282 274. Der Index landwirtschaftlicher Produktion ist von 100 i. J. 1921 (das zur Grundlage genommene Jahr) aut 139 i. J. 1927, trotz teilweisen Fehlschlagens der Weizen-, Melonen- und Hirse-Ernte, gestiegen. Der Gebietsumfang der Orangenpflanzung hat sich in den letzten vier Jahren fast verdoppelt. Seifen-, Mehl - und Zement- Industrien zeigen stetige Entwicklung und erhöhen ihren Export. Der Wert der ausgeführten Speiseöle stieg von £ 9470 i. J. 1926 auf £ 75 673 i. J. 1927. Die Tabakindustrie blüht; eine einzige Fabrik, die sich vor wenigen Jahren mit einigen Jausend Pfund etabliert hat, hat ihr Kapital aut £ 150 00(\ gebracht. Mehrere kleinere Industrien in Tel-Awivv erhöhen ihren Absatz im Lande und finden Exportmöglichkeit. Auch die Bildung neuer Gesellschaften stagniert nicht. 1927 wurden 20 Gesellschaften eingetragen und 32 neue Kooperativen registriert. Der Postverkehr hat unter der wirtschaftlichen Depression nicht gelitten, bei den Elsenbahnen aber war ein Sinken des Passagierverkehrs zu verzeichnen, zum Teil wegen der Konkurrenz des Autoverkehrs; dagegen hat der Warenverkehr eine Erhöhung der Einkünfte von £ 14 000 gegenüber 1926 erbracht. Die Besucher der sehr erfolgreichen Landwirtschafts-Ausstellung, die im September in Haifa stattgefunden hat, stellten eine stark verbesserte Qualität fast aller Sorten iandwirtschaftlicher Produktion fest. Das jüdische Unterriehlswesen In den zionistischen Schulen herrscht eine Tehdenz vor, den Lehrplan gemäß der Gewandtheit im Hebräischen abzustufen und darum andere Gegenstände in unangemessener W'eise zu verzögern oder zu beschleunigen. Das Niveau des Hebräischen ist nicht unbefriedigend, jedoch wegen Vernachlässigung der Grammatik ist die Korrektheit mangelhaft, der Stil oft matt. Viel Zeit wird dem Alten Testament gewidmet, das jedoch in den Elementarschulen zu viel, in den Mittelschulen nicht kritisch genug gelehrt wird. Der literarische und erzieherische Wert des Hebräisch-Unterrichts würde ein höherer sein, wenn mehr Gewicht auf die Lektüre nachbiblischer klassischer hebräischer Poesie gelegt werden würde. Der Unterricht im Englischen ist unter dem angemesgenen Standard; die Stundenzahl für dieses Fach könnte erhöht werden, ln Mathematik, Physik und Geographie fehlt die Gelegenheit praktischer Versuche. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die zionistischen Schulen nicht immer vollen Erfolg in der Vermittlung einer strengen geistigen Disziplin, einer praktischen Vorbereitung für das Leben, oder einer gesunden Wissensgrundlage haben, Andererseits aber wird dem Schüler Gelegenheit gegeben, sich über viele moderne Gedanken und Themen zu orientieren. Unter den Nichtjuden zählte man 1500 bis 2000 Arbeitslose, unter den Juden aber bedeutete die Arbeitslosigkeit ein ernsteres Problem; man zählte nicht weniger als 5000 Arbeitslose. Gegen Ende des Jahres verringerte sich die Arbeitslosenzahl infolge lnangriffnahme von Notstandsarbeiten und infolge Auswanderung. Die Regierung beschleunigte die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten, die zwar unumgänglich waren, aber sor.st noch nicht angefangen worden wären, um auf diese Weise eine Höchstzahl jüdischer Arbeitsloser zu beschäftigen. Auch die Zionistische Organisation führte nach Maßgabe ihrer beschränkten Finanzen eine Anzahl Arbeiten durch. In Palästina gibt es schätzungsweise 26 500 jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen. 70 °/0 sind Mitglieder der General Federation (Histadruth). 68 0/0 sind weniger als 30 Jahre alt. 1927 wurden 378 Juden in sechs neuen Dörfern angesiedelt. Der Arbeitsmangel drückte sich auch in dem Sinken der Löhne der jüdischen städtischen Arbeiter aus; im Baugewerbe sank der Lohn um 30 °/0. 4374 Personen, davon 4138 Palästina-Einwohner, bewarben sich um das palästinensische Bürgerrecht; 3188 Bürgerschaftszertifikate wurden erteilt. Von 19 293 Personen (meist Juden), die i. J. 1922 um einstweilige Zertifikate nachsuchten, haben bisher nur 6418 Schritte zur Regulierung ihres Status gemäß der Bürgerschafts-Kabinetts- Order unternommen. 59 505 Touristen und 24 398 Landeseinwohner kamen nach Palästina, 57 359 Touristen und 29 248 Landeseinwohner verließen das Land vorübergehend. 11 900 Palästina-Pässe und 1937 dringende Zertifikate wurden bewilligt. Auf den Fragebogen der Mandatskommission an die britische Regierung wurde erwidert, daß kein arbeitsloser Jude die öffentlichen Fonds direkt belastet hat. Die Jewish Agency verteilte im Durchschnitt £ 7000 monatlich an Arbeitslosenunterstützung. Von der Jewish Agency wurde eine Experten-Kommission nach Palästina gesandt, um die Probleme und Möglichkeiten der verschiedenen Zweige des jüdischen Unternehmens, besonders der Landwirtschaft und der Städtekolonisation, zu prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung wird der Administration zur Verfügung gestellt werden. Die Jewish Agency hat von Oktober 1926 bis September 1927 £E 590 000 für wirtschaftliche und soziale Dienste ausgegeben. £E 289 000 für Bodenkauf und -Urbarmachung hat der Jüdische Nationalfonds ausgegeben. Die Leistungen der medizinischen Organisation Hadassah betrafen £E 61 000. Die Jewish Agency subskribierte £E 23 000 für die Palestine Electric Corporation, was ihre Gesamtanlage in diesem Unternehmen auf £E TLÖQ0% ~v«- "bracht hat. . "'" '',*'׳' 1927 wurden in die Hadassah-Hospitäler 10322 Patienten aufgenominen, mehr als 115 000 neue Patienten wurden in den Hadassah-Kliniken behandelt. Der Krankenfonds der jüdischen Arbeiterföderation (Kupath Cholim) zählt 15 000 Mitglieder. Sein Jahresbudget ist £E 50 000, wozu die J. A. £E 19000 beiträgt. 450 Arbeiter und Arbeiterinnen wandelten auf Grund der Arbeitsliste ein; die Zertifikate wurden unter Verantwortlichkeit der Zionistischen Organisation gewährt. Die gesamte jüdische Einwanderung i. J. 1927 betrug 2 713 Personen. Besondere Einreise-Erleichterungen werden, gleichfalls unter der Bürgschaft der Zionistischen Oreanisation, jüdischen politischen Flüchtlingen aus Rußland gewährt. Die Aufnahme des Agency-Berichtes in Palästiiu (Drahtbericht unseres Korrespondenten.) A.G. Jerusalem, 27. Juni. Der auch in Palästina mit großer Spannung erwartete Bericht der Londoner Jewish Agency-Kommission ist hier mit leidenschaftlichem Interesse aufgenommen worden. Die Blätter widmen dem Bericht bereits ausführliche Würdigungen, aus denen die Stellungnahme der einzelnen Gruppen hervorgeht. Am schärfsten ablehnend verhält sich das Organ der Arbeiterpartei ״Dawar“. In einem Leitartikel des Chefredakteurs Berl Katznelson, der die Ueberschrift trägt: ״Ein jämmerliches und beleidigendes Dokument“, wird der Bericht einer scharfen Kritik unterzogen, insbesondere seine Stellungnahme zu den Fragen der Einwanderung und der Konsolidierung der bestehenden Siedlungen, noch mehr aber die Forderung des Berichtes, landwirtschaftliche Siedlungen auch auf privatem Boden zu errichten. Weitere Angriffspunkte sind der Vorschlag dei Kommission, keine neuen Kwuzoth anzusiedeln und die Ausschaltung der kooperativen Gesellschaft ״Nir“ aus den Verträgen zwischen Kolonisator und Siedlern. Der Artikel ist ferner der Ansicht, daß nach den Plänen der Kommission keine Garantie für jüdische Arbeit gegeben ist. Schließlich wird noch dagegen Stellung genommen, daß der Sinn der jüdischen Palästina-Arbeit, nämlich die Schaffung einer hebräischen Kultur, in dem Bericht mit keinem Wort erwähnt wird. Katznelson schließt seinen Artikel mit einer scharfen Kampfansage gegen das Projekt der Erweiterung der Jewish Agency auf Grundlage dieses Berichtes und gegen die Führung Dr. Weizm anns. Bei der prominenten Stellung des Artikelschreibers kann man annehmen, daß er die maßgebende Meinung der Arbeiterschaft zum Ausdruck bringt, zumindest die Meinung seiner eigenen Partei, der Arbeiterpartei ״Achduth Haawodah“. Viel ruhiger und freundlicher sind die Aeußerungen der anderen Zeitungen. Das liberale Blatt ״Haaret z“ hebt die positiven Seiten des Berichtes hervor, betont jedoch, daß eine endgültige Stellungnahme erst möglich sein wird, wenn die näheren Einzelheiten der Durchführung der Vorschläge geklärt sein werden. In 1 Koh n s im Or gegeben ordentlic fehlung weilerge Han voller E ich wol nicht ei bliebe 1 an geis Moment Orients und da! Leser d mitbestii bereits Wirkung wegung dieses a erschein Vorgang keit um Akteurei zeitig al nisse al in ilirei haben l europäis auch au! daraus, von ein׳ bluffend für den Berühru: jene ha! tritt in spielt s Leibe er Berauscl fortgescl bunden, gebracht Nachahn ihren C. Westen Periode Das Erv zu sein ist; die Vergleich alten Ei setzt ein nünftige ■tÄfer Irrt den Nar scheinun Dies ganz au bestenfa! 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