Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 47 (15.6.1928)
- Date
- 1928-06-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 340 juidiscwe mnmcnm Nr. 47, 15. VL1928 Der Kampf im amerikanischen Zionismus Ein Friedeiu-KomUee New York, II. Juni. (J.T.A.) Unter der Führung des Gesundheitskommissars der Stadt New York, Mordechai Kaplan, sowie der Herren Israel Matz und Emanuel N euman wurde hier ein Komitee gebildet, das unter dem Motto ״Frieden und Wiederaufbau“ Versuche unternimmt, den Frieden zwischen der Leitung der Zionlsti' sehen Organisation in Amerika und der sie bekämpfenden Opposition herzustellen. Inzwischen setzt die Opposition ihre Angriffe gegen die Administration der amerikanischen Zionistischen Organisation fort, gegen die sie neuerdings die Beschuldigung erhebt, darauf bedacht zu sein, die bevorstehende Convention nur mit Personen aus ihrer Anhängerschaft zu besetzen. ♦ Samuel Rosenson und Abraham Tulin, zwei prominente Führer der zionistischen Opposition in Amerika, sind bei den Delegiertenwahlen zu der bevorstehenden Konvention der amerikanischen Zionisten im 7. Distrikt unterlegen. Oewählt wurden ihre Gegner Louis Lipsky und Morris Rothenberg. Der Wahl von Dr. Stephen Wise und Liebowitz wurde von beiden Lagern zugestimmt. Frau Irma Lindheim, Präsidentin der Frauen- und Mäd chenorganisation ״Hadassah“ hat eine Reise nach Europa angetreten, wo sie zur Erholung von einem nervösen Zusammenbruch bis zum Herbst verbleiben wird. Sie wird demnach an der bevorstehenden amerikanischen zionistischen Konvention nicht mehr teilnehmen. Frau Lindheim hat vor der Abreise nichts darüber geäußert, ob sie ihre Wiederwahl als Präsidentin der ״Hadasaah“ wird annehmen können. Nationale Teilung Jerusalems? Von unserem Korrespondenten. Die Stadtverwaltung Jerusalem hatte beabsichtigt, die neuen jüdischen Viertel, die bisher außerhalb der Stadt lagen, mit einzubeziehen. Eine Versammlung des ״Stadtrats der Jerusalemer Juden“ zusammen mit den Vertretern der verschiedenen Viertel kam zu der Entscheidung, daß dieser Antrag abzulehnen sei. Statt dessen wurde vorgeschlagen, die Juden zu einer Sondergemeinde zusammenzufassen. Der Vorschlag kam völlig überraschend. Es war zwar vor langer Zeit einmal in der ״Assefat Haniwcharlm“ über die Zusammenfassung der beiden Nachbar- Völker in gesonderten nationalen Einheiten gesprochen worden, aber es war ganz deutlich, daß diese Frage dem größten Teil des Jischuw noch durchaus nicht klar war. Man machte sich bisher in Palästina über diesen wichtigen und komplizierten Punkt noch viel zu wenig Oedanken. So war dieser Jerusalemer Beschluß, der ohne jeden Kommentar veröffentlicht wurde, unerwartet und es wurde auch nicht klar, wie dieser Vorschlag in der Praxis aussehen sollte. Ehe noch irgendeine Diskussion ejnsetzen konnte, erschien am 6. Juni ein 01 fener Brief Ussischkins, der sich mit einer ungewöhnliehen Schärfe sowohl gegen den Antrag als solchen wie auch gegen die Art seiner Annahme — ohne weitere Kreise oder den Waad Leumi zu befragen — wendet. Es wird in diesem Briefe die kompromittierende Situation von TeJ-Awiw herangezogen, um zu beweisen, daß mit der bloße'n Tatsache der reinen jüdisch-autonomen Gebilde auch noch nicht viel erreicht sei An den Brief, der fraglos die Meinung sehr weiter Kreise enthält, wird sich vermutlich eine klärende Diskussion ansehlleßen, was sehr zu begrüßen wäre. (Bekanntlich hat in dieser Frage Col. Wedgwood wiederholt scharfe Stellung genommen, und zwar tritt er entschieden gegen nationale Sonderung, ja sogar gegen nationale Kurien auf. — A. d. R.) Palästina-Chronik Von unserem Korrespondenten. Die Verhandlungen zwischen der Landarbeiterzent r a 1 e und der Vereinigung der ״nationalen Landwirte“ (Piantagenbesitzer, besonders aus den neugegründeten Pflanzungskolonien, die nur mit jüdischen Arbeitern arbeiten) haben zu dem Resultat geführt, daß eine für beide Seiten verpflichtende Arbeitsordnung angenommen worden ist. Es ist dieses der erste Schritt zu einer Ordnung der Arbeitsverhältnisse. Die letzte Sitzung der Munizipalität Tel-Awiw hat den Konflikt wegen der Beamtenstellen, der sich wieder zu verschärfen drohte, dadurch erledigen können, daß ihr die Briefe der neueingestellten Beamten Vorlagen, in denen diese im Interesse des Friedens auf ihre Stellungen verrichten. Damit ist der böse Zwischenfall aus der Welt geschafft, ohne eigentlich gelöst zu sein, denn es ist keine prinzipielle Entscheidung erkämpft worden. Diese wird jedoch bald dadurch zustande kommen, daß die Munizipalität beschlossen hat, in nächster Zeit Neuwahlen anzuordnen. Die gegenwärtige Zusammensetzung der Stadtverwaltung ist nicht imstande, eine geregelte Arbeit zu garantieren und daher sind die verschiedenen Fraktionen im Wunsche nach Neuwahlen vereinigt. Die ehemaligen Legionäre in Palästina führen seit langem Verhandlungen mit der palästinensischen Regierung über ihre Ansiedlung. Bisher ohne Erfolg. Nach einer neuen vergeblichen Anstrengung, bei der Regierung ihre Kolcx.Lidion durchzusetzen, haben sich die Legionäre entschlossen, zur Selbsthilfe zu greifen und einen eigenen Fonds für ihre Ansiedlung aufzubringen. Zu diesem Zwecke haben sie einen Aufruf erlassen, um die Reisekosten für zwei Delegierte in Amerika zu decken, die dort das Geld für die Kolonisation sammeln sollen. ״Haarez“ weist darauf hin, daß die Schaffung eines neuen separaten Fonds in keinem Falle zu begrüßen wäre, da ohnehin die zahllosen Einzelaktionen unsere Finanzen schwer schädigen. Der ״M i s r a e h I H a z a i r“ ist im Begriff, neben der ״Schchunat Montefiore“ in Tel-Awiw ein eigenes Viertel zu gründen. Der Zweck ist die Zusammenfassung der Mitglieder und Erleichterung im Wirtschaftskampf. Zu dem Viertel gehören Lehrer, Arbeiter, Beamte, Kaufleute usw., die sämtlich in Tel-Awiw arbeiten. Das Viertel ist ein Gegenstück zu den Schöpfungen des Misrachi bei Jerusalem, die zum Teil einen mehr landwirtschaftlichen Charakter tragen. Die Chaussee P ctach-Tikwah — T el- Awiw ist vor einigen Tagen eröffnet worden. Die Entfernung im Auto von Tel-Awiw nach Petach-Tikwah beträgt jetzt nur 20 Minuten und die Fahrt ist einfach und angenehm ge* worden. Seltsame jüdisch-politische Geschäfte in der Gemeinde Chemnitz — Mecklenburgs Beleidiger freigesprochen Der C.-U.־R8solutlonar mechlenDurg vor Gericht Von unserem Sonderberichterstatter. Färbereibesitzer Georg Mecklenburg aus Chemnitz ist einer der Wortführer der unbedingten Zionismusbekämpfer im Centrai-Verein. Georg Mecklenburg hat die bekannte Resolirtlon des Central-Vereins in dessen letzter Hauptversammlung vorgeschlagen; er hat In der ״Frankfurter Zeitung“ Artikel gegen den Zionismus und die Zionisten veröffentlicht; er entfaltet eine lebhafte Vortragstätigkeit in jüdischen Jugendvereinen in Deutschland; es ist ihm sogar gelungen, bis zum Grafen Bcrnstorff, dem Präsidenten des deutschen Pro Palästina-Komitees, vorzudringen, um ihn ״aufzuklären“ und gegen das Pro Palästina-Komitee zu intrigieren. Georg Meck- Ienburg ist also ein prominenter Wortführer der jetzt Herrsehenden Richtung im CentraUVerein. Nun gelten Propheten bekanntlich In ihrer Heimat nicht viel. Keineswegs ist jedoch damit gesagt, daß man übersehen darf, wenn einem öffentlieh wirkenden Mann in seiner Heimatstadt ungestraft der Vorwurf der ״Schiebung“ gemacht wird. Dieser Vorwurf der Schiebung ist Herrn Mecklenburg in der Gemeindeverordnetenversammlung der Israelitischen Religionsgemeinde in Chemnitz am 6. September 1027 von den Zionisten Dr. Max Sichel und Llpa Scharf gemacht worden. Die Vorgeschichte dieses Zwischenfalles ist folgende: Ein ostjüdiseher Bethausverein namens ״Beth Israel“ kaufte ein Grundstück, um auf diesem ein orthodoxes Bethaus einzurichten. Beth Israel investierte in dieses Unternehmen 20 000 M. als Anzahlung (in Form von Pacht) für das Grundstück und 18000 M. für den Einbau und für den Erwerb von Mobiliar und Einrichtungsgegenständen für das Betlokal. Da der Verein nicht, wie er gehofft hatte, genügend Zu- Wendungen erhielt, mußte er in seinen Bauarbeiten eine Stockung eintreten lassen. Außerdem hatte er Verpflichtungen in beträchtlicher Höhe gegenüber Lieferanten und Handwerkern. In dieser Not wandte sich Beth Israel an die Israelitische Religionsgemeinde, deren erster Vorsitzender damals Georg Mecklenburg war. Die Israelitische Religionsgemeinde lehnte jede Unterstützung und Intervention aht So Georg Mecklenburg als Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde. Anders aber Georg Mecklenburg als Zionistenhasser. Er erblickt in der Notlage des ״Beth Israel“ eine günstige Gelegenheit, die Ostjuden von den Zionisten abzuspaiten, und sich auch bei den Ostjuden, denen er konsequent Gleichberechtigung in der Jüdischen Gemeinde versagt hatte und noch immer versagt, eine Gefolgschaft zu siehernr Als Privatmann Mecklenburg setzt er sich mit einigen Mitgliedern des Betb Israel, darunter einem Herrn Unger, in Verbindung und machte sich namens von ״Philanthropen und Idealisten“ erbötlg, in nachstehend beschriebener Weise dem Beth Israel zu Hilfe zu kommen. Er gründete —, allerdings für die Oeffentlichkeit undurchsichtig, daß er der alleinige Anteilscheinbesitzer war — eine Bet haus G. m. b. H., zu deren Geschäftsführern er den christlichen Bürovorsteher seines Gesinnungsgenossen und Rechtsbeistandes Dr. Weiner, einen Herrn Wendekamp, sowie den ebenfalls christlichen Haus* besorger Atzinger machte. Mecklenburg erwarb hierauf um 30 000 M. von der Firma Hering A.-u. das Oropdstflck, das diese früher an den Verein ״Beth Israel“ um 60000 M, verkauft hatte. Zugleich richtete er namens eines aus Herrn Unger und dessen Freunden ad hoc begründeten Vereines ״Adass Jisroet“ ein Gesuch an die Israelitische Religion«- gemeinde, um Gewährung einer jährlichen Subvention von 5000 M• zum Zwecke der Verzinsung der von der Bethaus O. m. b. H. investierten Kapitalien bei der Uebernahme des Grundstückes der Hering A.-G., dem Ausbau des Bethaussaales und der partiellen Befriedigung der Gläubiger des ״Beth Israel“. Dabei verfuhr Herr Mecklenburg folgendermaßen: Er ließ sich, d. h. der Bethaus G. m. b. H., alle Vermögens- Bestandteile des ״Beth Israel“ übertragen. Andererseits riet er dem ״Beth Israel an, den Gläubigern (Lieferanten und Handwerkern) in Aussicht zu stellen, daß der ״Beth Israel“ bald in die Lage versetzt sein werde, die Forderung der Gläubiger ganz zu erfüllen. Außerdem Instruierte er den Vertreter des ״Beth Israel“, daß der ״Beth Israel“, da seine Vermögensobjekte der Bethaus G. m. b. H. übertragen seien, nunmehr ohne weiteres den Offenbarungseid leisten könne. All das führte Mecklenburg in sonderbarer Personal- Union als Vorsitzender der Gemeinde, als eigentlicher Hintermann der Bethaus Q. m. b. H. und als Inspirator des ״Beth Israel“ durch. ln einer Beratung der Subventionskommission der Israe-!irischen Religionsgemeinde brachte Mecklenburg den Antrag auf Subventionierung des Vereines ״Adass jisroel“ ein. Auf die Frage des zionistischen Vertreters, ob Mecklenburg legitimiert sei, im Namen des Vereins ״Adass Jisroel“ Anträge zu stellen, zog Mecklenburg diesen Anträge zurück, nahm ihn jedoch für die Bethaus G. ni. b. H. wieder auf. Auf die weitere Frage des Herrn Scharf, ob Mecklenburg nicht der alleinige Anteilscheinbesitzer der Bethaus G. m. b, H. sei, verweigerte Mecklenburg die Antwort. Herr Scharf hob nunmehr hervor, daß es doch i n - kompatibel sei, in einer Person Geber und Nehmer zu sein, und bei Subventionierungen mitzuberaten, die gcwissermaßen in die eigene Tasche zurückflössen. Dieser Ansich* schlossen siel« auch die liberalen Mitglieder der Kommission an, und Georg Mecklenburg legte darauf fein Amt als erster Vorsitzender des Gemeindevorstandes nieder, Mittlerweile häuften sich die Zivilklagen der geschädigten Lieferanten gegen den infolge der Uebertragung seiner Vermögensobjekte an die Bethaus O. m. b. H. völlig mittellos gewordenen ״Beth Israel“. Darunter klagte auch ein Bildhauer Heide! wegen Lieferung von zwei Marmortafeln, auf denen die zehn Gebote eingraviert waren. Der arme Heidel wurde, da er einen Herrn Heid, der namens des ״Beth Israel“ den Auftrag erteilt hatte, belangte, mit seiner Klage abgewiesen. Er wiederholte seine Klage gegen den vermögenslosen ״Beth Israel“. Bei dieser Rechtssache waren jüdische Anwälte Vertreter des Klägers, bzw. des Beklagten. Herr Scharf erblickte in diesem Rechtsstreit eine das Ansehen der Juden schädigende Angelegenheit, und brachte sie in einer Sitzung der Gemeindeverordneten zur Sprache, wobei er erwähnte, daß durch die Uebertragung des Vermögens des ״Beth Israel“ an die Bethaus G. m. b. H. der Bildhauer Heidel der Befriedigung seiner Ansprüche verlustig gehen müsse. Scharf schlug vor, daß entweder die Jüdische Gemeinde oder einzelne Mitglieder der Gemeinde im Wege einer Sammlung die Ansprüche des Bildhauers Heidel befriedigen. Bei dieser Gelegenheit machte Dr. Sichel, da doch die Rede auf die Machinationen gekommen war, den Zwischenruf ״S e h i e b u n g“. Wegen dieser Beleidigung hatten sieh nun am 13. d. M. Dr. Sichel und Lipa Scharf, der seinerseits auch den Vorwurf der Schiebung gemacht haben soll, vor dem Amtsgerichtsrat Birnbaum in Chemnitz zu verantworten. Als Privatkläger erschien Georg Mecklenburg in Begleitung seines Rechtsanwalts, des Vorsitzenden der Chemnitzer Ortsgruppe des C.-V., Rechtsanwalt Hart mann. Die Angeklagten waren von Dr. Max Kollenscher, Berlin, und Dr. Beriet, Chemnitz, vertreten. In der Verhandlung traten die Angeklagten den Wahrheitsbeweis für ihren Vorwurf der ״Schiebung“ an. Eine große Anzahl von Zeugen marschierte auf, eine Unmenge von Briefen und Protokollen wurde zur Verlesung gebracht. Der gegenwärtige Vorsitzende der Verordneten- Versammlung der Israelitischen Religionsgemeinde Chemnitz, der Liberale Dr. Lappe, mußte zugestehen, daß die Haitung des Herrn Mecklenburg in der Frage der Subventlonierung und der Gründung der Bethaus G. m. b. H. anfechtbar gewesen sei, und daß er, Dr. Lappe, nicht gewußt habe, daß Mecklenburg der alleinige Anteileigentümer der Bethaus G. m. b. H. war, als er um Ge- Währung einer jährlichen Subvention von M. 5000 ansuchte. Aus den zur Verlesung gelangten Dokumenten ging hervor, daß die christlichen Geschäftsführer der Bethaus G.m. b. H. sich vom Vereine ״Adass Jisroel“ das Recht bescheinigen ließen, gegen die Wahl von Vorstandsmitgliedern des ״Aaass Jisroel“ Einspruch zu erheben. Man denke sich diese Groteske! zwei ChrlÄ*en> c»n Bürovorsteher und Hausbesorger ah Veranstalter ejr/if* jüdisch-orthodoxen Gottesdienstes! in ihren Plädoyers i!0«ichnete« Dr. Kollenscher und Beriet ‘d* v#rb.*1i«M Mecklenburgs als Hinterhältigkeit und Unkorrektheit. Es sei ihm ln seiner Bekämpfung des Zionismus und der Zionisten vollständig gleichgültig, ob die hierzu verwendeten Mittel jeder Kritik standhalten können. Der Richter kam zu einem glatten Freispruch der Angeklagten. , Die Kosten des Verfahrens wurden Herrn Mecklenburg auferlegt, ln seiner Begründung billigte der Richter dem Angeklagten Dr. Sichel die Wahrung berechtigter Interessen zu, den subjektiven guten Glauben, daß tatsächlich unkorrekte, nicht einwandfreie Machinationen seitens des Privatklägers gemacht wurden. Der Richter gab zu, daß im Ausdruck ״Schiebung“ eine Beleidigung liege, er hob hervor, daß bei der Gründung der Bethaus G. m. b. H. Strohmänner vorgeschoben wurden; ferner schloß sich der Richter der Ansicht Dr. Kollenschers an, daß es sich bei Mecklenburg, wenn auch nicht um persönlich-pekuniäre, so doch um jüdisch-politische Vorteile gehandelt habe. Jedenfalls sei die Bereichnung der ״Machinationen“ Mecklenburgs mit dem Ausdruck ״Schiebung“ keine Uebertreibung. * Der Begründung des Richters kann man sich anschließen. Unserer Meinung handelte es sich in diesem Falle bei Meck- Ienburg um einen Versuch, einen Keil zwischen Zionisten und Ostjuden zu treiben. Diesen Versuch war Herr Meckenburg bereit, zu finanzieren. Dabei aber wollte er offenbar nicht viel aufwenden, und er bemühte sich, durch Einspannung der Israelitischen Religionsgemeinde als subventionierende Körperschaft in geschäftlich DÜIIgster Weise einen möglichst großen politischen Effekt zu erzielen. Alles in allem: eine sonderbare Verquickung von politischen Aspirationen mit geschäftlichen Methoden. Georg Mecklenburg ist Färbereibesitzer. Wenn er sich bei diesem Geschäft fleckige Finger holt, so ist dagegen nichts einzuwenden. Die Hände möge er jedoch in Zukunft von politischen Geschäften lassen, deren Hauptziel Betätigung eines geradezu fanatischen Zionistenhasses ist. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlIHllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIHIIIIIMinillllllllllllllinilllllllllllllilllllllllHIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIHUIIIIIIIIIIIinilllMIIIIHIIIIIHIIIIIIIIUIIIHIIUIIIIIIIIHIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Am 2. Juni schloß die ״Ha bim ah“ ihre Saison in Palästina mit der 600. Vorstellung des ״Dybuk“ ab. Die Vor- Stellung wurde zu «nem besonderen Fest, da unterdes der Beschluß der ״Hablmah“ bekannt geworden war, in Palästina zjj arbeiten und zu bleiben. Am 3, Juni gab die Kultur- Ämmission der allgemeinen Arbeiterorganisation für die ״Habimah“ einen Begrüßungsabend, wo die Freude über den Beschluß der ״Habimah“ lebhaft zum Ausdruck kam. Die ״Habimah“ geht jetzt an die Einstudierung neuer Stück« für die kommende Saison, darunter das ״Weib des Akiba“ von Moritz Helmann. Eine Verordnung der Regierung gibt dem Oberkommissar das Recht, städtische Gerichtshöfe einzusetzen. Ihre Kompetenz bezieht sich auf die Uebertretung städtischer Ver- Ordnungen. Die Gerichte können Strafen bis zu 5 £ oder 15 Tage Gefängnis verhängen. Die Ernennung der Richter und ihre Absetzung liegt in den Händen des Oberkommissarlats. Die Regierung hat im Anschluß an den Streik in der Zigarettenfabrik ״Mabruk“ in Haifa die Arbeits Verhältnisse dort untersucht und die Fabrikleitung gezwungen, Kinder unter 16 Jahren nicht länger als acht Stunden zu beschäftigen. Eine Jerusalemer Schießailaire Jerusalem, 12. Juni. (J.T.A.) Die Polizei verhaftete den jungen Juden Pinchas Cbeifetz, von dem sie annimmt, daß er an einer Schießerei, bei der ein junger Araber getötet und ein zweiter lebensgefährlich verletzt wurde, beteiligt gewesen sei. Wie der J.T.A. seitens der Polizei mitgeteilt wird, hatte die Schießerei ihren Ausgangspunkt darin daß die beiden Araber ein jüdisches Mädchen belästigten. Einige junge Juden kamen daraufhin mit den Arabern in Streit, in dessen Verlauf die Schüsse gefallen sind. Weitere Verhaftungen stehen bevor. _ Eine Samuel Chalm Landau-Siedlung. Die Leitung der Misrachi-Weltorganisation hat beschlossen, zur Erinnerung an das vor kurzem verstorbene Mitglied des Zentralkomitees des Weltrnisrachi, Samuel Chaim Landau, eine IandwirtschaftlicheSiedlungauf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds zu begründen. Es wurde ferner beschlossen, den Namen Landaus in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzutragen und mit diesem Namen einen dem Gedächtnis Landaus gewidmeten Band zu eröffnen.