Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 40-41 (23.5.1928)
- Date
- 1928-05-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40/41, 23. V. 1028 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 295 XXn. Deleöierlenlag der ZlonlsttfdieB Verelniftamt für DcnlHWond in Bresl&n, Gewerksehaftshaus, Margaretenstraße, 17, vom 27. bis 29. Mai 1928. Tagesordnung: Erster Tag (Sonntag, 27. Mai) Vomittagsaitzung 11—1 Uhr: 1. Eröffnung de• Delegiertentages durch den Vor• sitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 2. Begrünungen. 3. Wahl des Büros. 4. Ansprache des Vertreters der Exekutive. Nadnnittagssitzueg 3—8 Uhr: 1. Bericht des Wahlprüfungsaussehusses. 2. Zionistische Arbeit In Deutschland . (Referent: Kurt Blumenfeld). 3. Generaldebatte. 4. Wahl 4m Pennanenzausschusaes und der Kornmissianen. Abends 9 Uhr: Geselliges Zusammensein, veranstaltet von der Breslauer Zionistischen Vereinigung. Zweitor Tag (Montag, 28. Mai) Vormittagssitzung 10—1 Uhr: 1. Grundsätzliche Bemerkungen zum Aufbau und zur Arbeit der Z. V. f. D. (Referent: Dr. S. Kanowitz). 2. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte. Nachmittags 3—41/*. Uhr: Geschlossene Sitzung der Vertrauensleute de» Keren Hajessod unter Teilnahme der Delegierten und Ersatzdelegierten. Nachmittags 3 Uhr: Fraaensitzung veranstaltet vom Bund Zionistischer Frauen und vom Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in PaUfetina. Tagesordnung: 1. Arbeitsbericht und Vorschläge für die Weiterarbeit, 2. Gruppenberichte. 3. Aussprache. Nachmittagsaitzung 6—873 Uhr: 1. Referat von Herrn Felix Rosenblfith, Mitglied der Exekutive über: »Die Lage in Palästina und im Gesamtzionismus.“ 2. Aussprache. Abende 91/ן Uhr: 1. Geschlossene Sitzung der Vertrauensleute des Keren Kajemeth unter Teilnahme der Delegierten and Ersatzdelegierten. 2» Sitzungen der Ausschüsse und Fraktionen. Dritter Tag (Dienstag, 29. Mai) Vormittagssitzung: Beginn 10 Uhr: 1. Fortsetzung und Schlaf! der Aussprache zum Referat von Herrn Felix Rosenblütb. 2. Anträge. 3. Wahlen. * Unmittelbar nach Schluß des Delegiertentages findet eine Sitzung des Landesvorstandes statt. Die Aufstellung der vorstehenden Tagesordnung erfolgt aut Beschluß des Landesvorstandes (Sitzung vom 18. März 1928). Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß der Delegiertentag berechtigt ist — insbesondere auch hinsichtlich der Zeiteinteilung — Aenderungen vorzunehmen. Delegiertentags-Korrespondenz Alle für den Delegiertentag bestimmten Zuschriften an die Zionistische Vereinigung für Deutschland sind in der Zeit vom 24. bis 27. Mal an die Adresse von FrL Betty Franken* stein, Breslau, Hotel Monopol, ob 27. Mal an das Büro des Delegiertentages, Breslau, Gewerk* schaftshaus, Margaretenstraße 17, za richten. Alle Korrespondenzen, die so abgeschlckt werden, daß sie erst am Sonntag, den 27. oder Montag, den 28. Mal In Breslan etakraf en, müssen per Eilboten anfgegeben werden, weil de Post* Bestellung an diesen Tagen rnht. Unterbringung Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, am De* legiertentag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies jetzt dem Büro der Zionistischen Ortsgruppe Breslau, Karlstraße 15, mitzuteilen. Es stehen Zimmer In Hotels ersten Ranges von 6 bis 7,50 M. inkl. Bedienung, in Hotels zweiten Ranges von 3,70 bis 4,75 M. inkl. Bedienung, sowie Privatpenllonen und Privatquartiere von 2,50 M. ab zur Ver- Wgung. Bei allen Bestellungen Ist die Aufenthaltsdauer anzu- Beben und auch mitzuteilen, ob Zimmer mit einem oder zwei etten gewünscht‘werden. Mit Rücksicht auf die Schawuoth- Feiertage kann Garantie für eine wunsehgemlße Unterbrlngung nur bei denjenigen Deiegiertentagsbesuchem Übemommen werden, dfe ihre Bestellung bis Donnerstag, den 24. Mai, aufgeben. Verpflegung Für Jugendliche und sonstige Interessenten wird ritueil es Essen ln der Sozialen Gruppe, Breslau, Kaiser• WHhelm-Str. 16, abgegeben, und zwar Mittagessen für M. 1,—, M. 1,50 oder m. 1,75. Bedingung ist aber, daß Anmeldungen hierfür bis spätestens 23. Mal dem Büro der Breslauer Zionistischen Vereinigung, Breslau I, Karlstr. 15, aufgegeben werden. Ferner gibt das Restaurant Kornhäuser (unter Aufsicht), Breslau, Freiburger Str. 9, Mittagessen für M. 1,50 ab. Eintrittskarten Es werde! Eintrittskarten für Zuhörer ausgegeben, und zwar für den ersten Tag mit Eröffnungssitzung zum Preise von 2M, für die folgenden Tage zum Preise von je 1 M., Karten für die ganze Tagung für 2,50 M. Die Karten sind erhältlich in Breslau in den Vorverkaufsstellen: Buchhandlung Brandeis (Karlstraße), Buchhandlung Wtwe Mayer (Karlsplatz), Buchhandlung Halnauer (Schweldnltzer Straße), Bücherdiele (Kaiser-Wilhelm-Straße) und ab Sonntag, den 27. Mai, vormittags 10 llhr, an der Kasse dm Delegiertentagsbüros, Gewerksehaftshaus, Margaretenstraie 17. Jugendliche erhalten Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für die ganze Tagung, nur durch Vermittlung der Jagen averblnde. Bahnhofsdienst Am Hauptbahnhof in Breslau wird eine Auskunfts- und Empiangsstelle der Zionistischen Ortsgruppe eingerichtet, bei der auch diejenigen Delegiertentagsbesucher, die ihr Logis erst verspätet bestellen können, erfahren, wo sie untergebracht sind. K.J.V. Am Sonnabend, dem 26. Mai, findet in Breslau, abends um 1/j9 Uhr, im Schlesischen Hof, Bischoffstr. 4, ein Begrüßungsabend des K. J. V. statt. Das Präsidium des K. J. V. und die V. J. St. Hasmonaea Breslau laden zu dieser Veranstaltung sämtliche schon am Sonnabend in Breslau anwesende Bundesbrüder ein. Auf dieser Veranstaltung wird Bbr. Richard Lichtheim der Präsident des Kartells, ein Referat über die zukünftigen Aufgaben des K. J. V. halten. Eventuelle Anfragen sind an Bbr. Hans Berger, Breslau, Hohenzollernsjraße 52,,zu ricjiten• Landeskonferenz des HapoBI-Hazafr. Die in der letzten Nummer der Rundschau bereits angekündigte Landeskonferenz des Hapoel-Hazair findet am Sonnabend, dem 26, Mai, nachmittags 3 Uhr, im Gewerksehaftshaus, Breslau, Margaretenstraße 17, Zimmer 11, statt. Gemeldete Delegiertenwahlen: (Fortsetzung.) Breslau (Misrachi); Dr. Georg Lewy , Breslau, Dr. G r z e - binasch, Breslau, Delegierte; Dr. Boß, Breslau, Frau Lude Möller, Breslau, Dr, Polke, Breslau, Frau Dr. Rabin, Breslau, Ersatzdelegierte. Cassel: Salli Kaufmann, Cassel, Delegierter; Dr. Josef Prager, Breslau, Ersatzdelegierter. Frankfurt/Main (Misrachi): Edwin Feist, Frankfurt/M., Benno Kohti, Frankfurt/M., Delegierte; Ludwig Löwenberg, Breslau, Dr. Pinczower, Breslau, Ersatzdelegierte. Frankfurt/Main (Zionisten-Revisionisten): Dr. Paul Arnsberg. Frankfurt/M., Delegierter; J. Klinaff, Berlin, Ersatzdelegierter. Gruppenverband Bayern: Alfred Ratz, Bamberg, D e 1 e - g i e r t e r. Gruppenverband Mittel- und Niederschlesien: Dr. Leo Cohn, Waldenburg, Delegierter; Frau Gertrud Frankel, Liegnitz, Ersatzdelegierte. Gruppenverband Sachsen-Anhalt: Werner 11 b e r g . Wolfenbüttel, Delegierter. Karlsruhe: Ingenieur Ludwig Bähr, Gleiwitz, Delegierten Köln/Rhein: Dr. Robert Gidion, Köln, Dr. Bruno Nathan, Köln, Delegierte; Willi Nothmann, Groß- Strehlitz, Frau Golda Wiener, Beuthen, R.-A. Wunderlich, Oppeln, Frl. Aenne Pomeranz, Köln, Ersatzdelegierte. Köln (Misrachi): Jacob Schnelling, Köln, Frau Rabb. Dr. Gerstein, Köln, Delegierte; Frau Lucie Möller, Breslau, Dr. Polke, Breslau, Ersatzdelegierte. Königsberg: Dr. Levinsohn, Königsberg, Dr. Ginsbürg, Königsberg, Dr. Sandler, Königsberg, D e 1 c - gierte; Dr. Schloßberg, Königsberg, Dr. Konn, Insterbürg, Dipl.-Ing. Max Hecker, Berlin, Ersatzdelegierte. Leipzig: Dr. Loebenstein, Leipzig, M. Lehrfreund, Leipzig, H. Baum, Leipzig, Theodor Neuraann, Leipzig, I. Werzberger, Leipzig, Delegierte; B. Sudowitz, Leipzig, Dr. Pietrkowski, Leipzig, J. KatzeneUenbogen, Leipzig, Esriel Carlebach, Leipzig, Ersatzdelegierte. Bezirk Ostwestfalen: Frau Anna Levy Duisburg, Delegierte; Frl. Aenne Pomeranz, Köln, Ersatzdelegierte. Wiesbaden: Dr. Walter Kahn, Wiesbaden, Juda Bornstein, Wiesbaden, Delegierte; Dr. Alfred Landsberg, Wiesbaden, Ersatzdelegierter. Zwickau: Dr. Siegfried Mosts, Zwickau, Delegierter. ... Die Leitung der Z. V. j, 0. unterbreitet dem, DeleglerteMag einen Bericht über die Tätigkeit seit dem Meten Dekgkrlentag. Der Besieht liegt gedruckt ver und wird durch eine Reihe Speziulber lohte ergänzt. Wir entnehmen dem Berichte folgende Abschnitte: > Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina wirkten auch auf unsere Arbeit Obgleich die innere Kraft der zionistischen Bewegung von den Schwankungen des palästinensischen Wirtschaftslebens nicht abhängig sein sollte, zeigte es sich, daß rückläufige Tendenzen der Palästinawirtschaft den Arbeitswut und die Frische vieler Zionisten lähmten. Rückwanderer und Briefe von Freunden bewirkten vielfach eine Schwächung zionistischer Aktivität. Es war nicht leicht, diesen menschlich begreiflichen Tendenzen entgegenzuwirken. Die für die Erhöhung der zionistisehen Stimmung erforderlichen Maßnahmen bedürfen nicht nur der Spannkraft der Leitung der Z.V. L D.; es gibt in der Zionlstlschen Organisation die notwendige Wechselwirkung?wischen zionistischer Führung und zionistischen Mitarbeitern. Die letzten Jahre haben aufs neue bewiesen, daß unsere Bewegung immer so stark ist wie sie sich fühlt und daß die Möglichkeit besteht, Schwierigkeiten durch zuversichtliche Entsehlossenhelt zu überwinden. Nicht nur um die innere Festigung der Zionistischen Organisation ging es, sondern auch um die Aufklärung der jüdischen und nichtjüdischen Oeffentlichkeit über die wahren Entwicklungstendenzen im jüdischen Palästina. Es kam darauf an, die Formel von der Identität der zionistischen Bewegung und dem zufälligen Zustand der Palästinawirtschaft, an deren Aufstellung unsere eigenen Anhänger nicht ganz schuldlos waren, als falsch zu erweisen und die Bedeutung unseres Umfassenden Werkes in allen seinen Teilen so überzeugend darzustelien, daß auch in schweren Zeiten erhöhtes politisches Interesse und verstärkte materielle Teilnahme erreicht werden konnten. Dem organisierten Antizionismus schien die Gelegenheit ünstig zu sein, das jüdische Palästina in der Welt zu «kreditieren. Alle Versuche dieser Art sind der zionistischen Oeffentlichkeit bekannt: Ständige Beeinflussung der allgemeinen Presse durch Verbreitung ungünstiger Nachrichten, die Publikatiopen des Philo-Verfags, oberflächliche und tendenziöse Reiseberichte, eine pseudowissenschaftliche Behandlung der Palästinafrage, Versuche der Beeinflussung von Behörden und einzelnen Juden, die ihr Interesse für Palästina bekundet haben, verstärkte Fortsetzung der früheren Versuche, unsere politische Stellung in Deutschland zu gefährden und den einzelnen Zionisten als Staatsbürger in einer zweideutigen Stellung erscheinen zu lassen. Der jüdische Charakter jener Welt ist unseren Freunden bekannt und von uns schon genügend in Wort und Schrift dargestellt worden. Selbstverständlich sind durch eine solche Propaganda in un- Informierten und Uninteressierten Kreisen Vorurteile erzeugt worden, die unsere Expansion erschwerten; trotzdem ist der Keren Hajessod In der Berichtsperiode ständig gewachsen und unsere Peripherie ist weder schwächer noch kleiner geworden. * Die antizionisttsdie Kampagne bot uns vielfach Gelegenheit zu gründlicher und erfolgreicher Auseinandersetzung mit Juden una Nichtjuden über die Hauptprobleme der Judenfrage. Nach langwieriger Vorbereitung entstand am 15. Dezember )9% das Deutsche Komitee Pro Palästina, dessen Zusammen- Setzung bekannt ist. Das Programm des Komitees entspricht unseren Auffassungen von den Aufgaben einer solchen allgemein politischen Institution. Das Komitee tritt für die Balfour-Deklaration und für den Keren Hajessod ein. Seine Existenz trägt daher dazu bei, die durch eine böswillige feindliehe Propaganda hervorgerufenen Vorstellungen über das jüdische Palästina und über die Rückwirkungen der Verwirklichung des Baseler Programms auf die jüdische Welt zu beseitigen. Wir haben es immer abgelehnt, dieses Komitee in den innerjüdischen Kampf hineinzuziehen. Die antizionistisehen Verbände, die in der Gründung und in der Arbeit des Komitees augenscheinlich einen sehr starken zionistischen Erfolg erblickten, waren bemüht, den innerjüdischen Kampf in dieses Komitee hereinzu tragen und überfluteten dessen Mitglieder mit antiziohistischem Material. Ohne Erfolg; das Komitee gewinnt ständig neue Mitglieder und seine öffentliehen Kundgebungen wirken auf immer weitere Kreise der deutschen Oeffentlichkeit. Unsere verstärkte öffentliche Wirksamkeit erforderte um so stlrkeje Energien, als die Haltung der großen Tages- Zeitungen uns im allgemeinen ungünstig war. Bewußt oder unbewußt brachte man geflissentlich in erster Linie Nachrichten, die unserer Sache abträglich waren. Es will uns scheinen, daß in letzter Zeit eine sachlichere und unvoreingenommenem Haltung Platz zu greifen beginnt * Man versuchte in den letzten Jahren das Interesse der Judenheit von Palästina abzulenken und anderen jüdischen Aufgaben zuzuwenden. Es war unsere Aufgabe, das Bewußtsein für die zentrale Bedeutung der zionistischen Bewegung und des Palästinawerkes gerade gegenüber diesen Bestrebungen aufrechtzuerhalten, auch dann, wenn wir sie in ihren praktischen Zielen billigten und selbst unterstützten. Unser Kampf galt Immer nur den Bemühungen, Siediungsversuche außerhalb Palästinas als antizionistische Argumente zu verwenden. Alle die gegen uns gerichteten oder neben uns herlaufenden jüdischen Bestrebungen vermögen keine nachhaltige und innerliche Wirkung auf die deutschen Juden auszuüben. Für uns selbst überraschend war der Eindruck, den Dr. Weizmann bei seiner Reise durch Deutschland auf das deutsche Judentum machte. Parteiunterschiede schwanden. Gemeinsame jüdische Hoffnungen erfüllten Zehntausende. Audi Niehtzionisten grüßten freudig in Weizmann den Künder einer neuen jüdisehen Zukunft. Mit größter Herzlichkeit wurde ein Jahr zuvor auch Herr Sokolow in Deutschland aufgenommen. Die einzigartige und eigenartige jüdische Persönlichkeit Sokolows erweckte Sympathie und Interesse in politischen Kreisen; er wurde von der jüdischen Oeffentlichkeit mit größter Herzlichkeit empfangen und geehrt. Eine kritische Epoche in der Berichtsperiode war de: XV. Kongreß. Die Z. V. f. D. trat aut dem Kongreß nicht einheitlich auf. Wir erlebten einen heftigen Wahlkampf, dei die Geschlossenheit unserer Organisation zu bedrohen schien Es gab Auseinandersetzungen von ungewohnter Schärfe. Vot manchen wurde dieser Prozeß der Fraktionierung als Fortschritt empfunden. Demgegenüber betonte die Leitung dei Z. V. f. D. die Notwendigkeit einer einheitlichen zionistischen Front nach außen, und darüber hinaus vertrat sie auch die Auffassung, daß es gemeinsame Grundlagen unserer zionistischen Arbeit in Deutschland gibt. Die letzte Entscheidüng in diesen Fragen ist nicht gefallen. Wir, glauben *