Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 40-41 (23.5.1928)
- Date
- 1928-05-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40/41, 23. V. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 293 Dawids Danklied (II Samuel 3a,) Dawid redete zu IHM die Rede dieses Gesangs am Tag da ER ihn aus der Faust all seiner Feinde und aus der Faust Schauls gerissen halte, er sprach: WO, mein Schroffen, mein Bergneet, mein Gehorgensein du mir, mein Gott, mein Fels an den ich mich schmiege, mein Schild, Gehörn meiner Freiheit, meine Steilburg, meine Zuflucht, mein Befreier, von der Gewaltigung befreist du mich. Gepriesen, rufe ich, DU, schon bin ich von meinen Feinden befreit Ja, mich umtobten Brandungen Todes, Sturzbüche Unheils grausten mich an, Stricke des Gruftreichs umrangen mich, mich überraschten Schlingen des Tods. Da nur angst war, rufe ich IHN, ich rufe zu meinem Gott, von seiner Halle hörte er meine Stimme, mein Notschrei war schon in seinen Ohren. Da schütterte, zitterte die Erde, die Gründe der Himmel erbebten, erschüttert, denn auf flammte er. Hoch entstieg Dampf seiner Nase, Feuer fraß aus seinem Mund, Kohlengluten zündeten draus. Er neigte die Himmel, fuhr nieder, Wetterdunkel ihm unter den Füßen, er ritt auf dem Cherub, flog an, schoß herab auf Schwingen des Sturm?. Finsternis setzte er nun rings um sich als Verschirmung, Wirbelnabe der Wasser, Dickicbtkem der Lüfte, doch aus dem Glanz vor ihm her zündete Feuerglut noch. Von Himmeln donnert ER her, der Hobe gibt aus seine Stimme, Pfeile schickt er, streut sie um, Blitze, tummelt sie hin. Sichtig wurden die Betten des Meers, offenbar die Gründe der Welt bei SEINEM Dräuen, -.-‘füvoftt Sturmanhauch seiner Nase. Er schickt sich an von oben und nimmt mich, er zieht mich aus den vielen Wassern, er entreißt mich meinem trotzigen Feind, meinen Hassern, denn sie waren zu stark mir. Sie überraschten mich am Tag mein« Scheitern«, aber ER ist mir zur Stütze geworden, in die Weite hat er mich herausgeholt, schnürt mich los, denn er hat an mir Lust. ER reifts mir nach meiner Bewährung, nach der Lauterkeit meiner Hände erstattet er mir. Ja, ich habe SEINE Wege gewahrt, von meinem Gott habe ich mich nicht fortgefrevelt. AH seine Rechtsworte sirtd ja vor mir, und seine Satzungen, ich weiche davon nicht. Ein Ganzer, war ich für ihn, vor meiner Verfehlung habe ich mich bewahrt. ER erstattete mir nach meiner Bewährung, nach meiner Lauterkeit vor seinen Augen. Mit dem HoMmütigen bist du hold, mit dem heldisch Ganzen bist du ganz, mit dem Lauteren bist du lauter, aber mit dem Krummen bist du gewunden. Gebeugtes Volk machst du frei, deine Augen auf die Überheblichen, die du erniederst. Ja, meine Leuchte bist DU1 ER durchglänzt meine Finsternis. Ja, mit dir berenn ich die Zinne! mit meinem Gott erspring ich die Schanz! Der Göttliche, ein Ganz« sein Weg, schlaJcenlos ist SEIN Spruch, ein Schild ist er allen die sich an ihn schmiegen. Ja, wer ist göttlich außer IHM, wer ein Fels außer unserem Gott! dem Göttlichen, der mit Macht mich umtruül. mich gamgemut hüpfen läßt meinen Weg, er macht mir die Füße hindinnengleicb. auf meine Koppen steUt er mich hin, er belehrt meine Hände zum Kampf, meine Arme im Erzbogenspannen. Du gabst mir den Schild deiner Frei«!׳' dein Beugen noch macht mich reich. Du weitest meinen Schritt unter mir, meine Knöchel wanken nicht mehr, nachjag ich meinen Feinden, erreich sie, kehr nicht um, bis sie vertilgt sind, ich vertilge sie, ich zerschmettre sie* daß empor sie nicht kommen, unter meine Füße faUen sie hin. Du panzerst mit Macht mich zum Kampf, duckst unter mich die mir empört sind, meine Feinde gibst du hin mir zum Nacken, meine Hasser, daß ich sie verstarre. Sie schrein, doch da ist kein Befreier, zu IHM, nicht antwortet er ihnen. Ich zerlüfle sie wie Erdstaub, wie Gassenkot malme ich sie, ich zerwalze sie. Aus den Hadem meines Volk« bärgest du mich, zum Haupt von Stämmen bewahrst du mich. Volk das ich nicht kannte, sie dienen mir, Söhne der Fremde, sie schmeicheln mir, aufs Hören des Ohrs gehorsam«! sie mir Söhne der Fremde, sie werden mürb, aus ihren Schlössern hinken sie her!! ER lebt! gesegnet mein Fels! erhaben mein Gott, der Fels meiner Freiheit. der Göttliche, der Ahndung mir gab, der Völker unter mich niederführte, der von meinen Feinden mich holte heraus — du enthebst mich den mir Empörten, du entreißest mich dem Mann der Gewalt. Darum jubeldanke ich dir unter den Erdstämmen, DU, deinem Namen spiele ich auf: der seinem König große Befreiungen schafft, hold tut an seinem Gesalbten, an Dawid, an dessen Samen, auf Weltzeit. (Aus dem in nächster Zeit erscheinenden VIII. Band der Bibel-Uebersetrung von Martin Bubet und Franz Rosenzweig, Verlag Lambert Schneider, Berlin-Dahlem.) Kulturprobleme Unter dem Titel ״Kulturprobleme der Gegenwart“ hat Heinrich Kuhn im Verlag Horodisch fit Marx, Berlin, ein Buch herausgegeben, das, für weite Kreise bestimmt, die Problematik des Kulturbegriffs erörtert. Bücher von dieser Art sind heute selten. Wir haben uns gewöhnt, daß Schriften, die für die Masse geschrieben werden, auf jede philosophische Begründung der Politik verzichten und Tagesprobleme vom Gesichtspunkte des Tages aus lösen — und daß andererseits wahrhaft grundlegende philosophische Bücher in einer Sprache und Atmosphäre geschrieben werden, die sie unfähig macht, in die Massen zu dringen. Die Folge ist, daß eine Verständigung zwischen den Intellektuellen und dem Volke, von dessen Urteilskraft das Schicksal der Demokratie abhängt, immer schwieriger wird. Die Vernunft legiert die Welt noch weniger als in anderen Zeiten. In diesem Miß- Verhältnis zwischen den Gedanken und der Masse liegt zweifeilos eine der großen Gefahren unserer Kultur, solange sie durch die Demokratie dem Einfluß und der Herrschaft der Masse anheimgegeben ist. Darum ist es immer verdienstlich, Anregungen zum Durchdenken von Kulturfragen der Gegenwart für weitere Kreise in populärer Form zu geben. ״Die Kultur ist in Gefahr“ nennt der bekannte Philosoph und Schachmeister Dr. Emanuel Lasker ein Buch, das er eben herausgegeben hat. Das Buch enthält einen Vortrag ״Weltbejahung als philosophisches und religiöses Problem“, welchen Lasker in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums gehalten hat und kleine Abhandlangen zu der durch die rapide Entwicklung der Physik während der letzten Jahre geschaffenen philosophischen Situation. Laskers Philosophie, die er in früheren Werken ״Das Begreifen der Weit“ und ״Die Philosophie des Unvollendbar“ entwickelt hat, ruht auf einem mathematischen Gedanken, eben dem Gedanken des Unvollendbaren. Was vollendbar ist, ist seinem Wesen nach ein Automat; eine Maschine, ein physikalisches System, ein logischer Zusammenhang, eine begründbare Zweckmäßigkeit. Automatisch ist also alles, was einen Zustand hat. Ein Zustand läßt sich festlegen, von einem endlichen Intellekt begreifen. Der Gegensatz des Zustandes ist das Schöpferische, Unvollendbare, nur durch eine unendliehe Aufgabe zu Bewältigende. Das Schöpferisch« äußert sich in allen Gebieten der Geschichte, des Werdens, des Lebens. Die Biologie kennt es als Mutation: Dabei ändern Pflanze und Tier den Bau ihres Leibes und erwerben damit eine Kraft, Anspannung oder Fähigkeit, die für die Gattung, der das mutierende Geschöpf angehört, neu ist und in der Richtung der Lebensförderung wirken soll. Aber auch in der Wissenschaft, deren Aufgabe nur durch eine unendliche Reihe von schöpferischen Akten vollendet werden könnte, zeigt sich dl«« Schöpferische. Die Aufgabe der Wissenschaft ist eine unendliche, nicht nur für den Menschen, sondern für jedes endliche Wesen unvollendbare. Das Naturgesetz kann aber nur das Endliche umfassen. Wenn man also von Gesetzen d« Lebens spricht, so muß man wissen, daß solche Gesetze nicht im eigentlichen Sinn Naturgesetze sind (wie sie die Physik und Chemie kennen), denn sie sind weder eindeutig noch vollständig, sondern bloße Wahrscheinlichkeilsgesetze, lückenhafte Vermutungen dessen, was sich, eben weil es schöpferisch ist, nicht in Naturgesetze einfassen läßt. Von solcher philosophischer Grundlage gelangt Lasker zu einer optimistischen Weltanschauung. In den schöpferischen Akten äußert sich ״der Odem Gott«“. Das Böse ist keine wirkliche Gegenkraft in der Welt. Es ist falsch, die Weltg«chichte wie ein Schachspiel anzusehen, in dem Satan die Gegenpartei führt, vielmehr ist auch das Böse — worauf kürzlich auch wiederum Nicolai Hartmann in seiner großen Ethik hinwi« — ein Gutes. So ist also, meint Lasker, die Weit ein Schachspiel, in welchem beide Parteien Kämpfer des Guten sind. Es ist die Tragödie und der hohe Adel des Lebens, daß die Kräfte, die in der Geschichte miteinander ringen, von ethischem Wollen b«eelt sind. Das Kontra ebenso wie das Pro jedes Konfliktes hat sein ethisches Motiv. Es ist in der Geschichte, die sich ereignet nicht anders wie in der Seele des Menschen, wo verschiedene Motive, während er schwankt, kämpfen: jedes Motiv hat sein Recht; sonst würde es dort nicht hausen können. Der endliche Mensch ist ״Teilnehmer am Schöpfungsaktc“ nach dem talmudischen Worte. Der endliche Mensch sei sich der Unendlichkeit der Aufgabe bewußt, aber er helfe an ihr., Dabei wird ihm seine Endlichkeit zur Größe. Wäre der Held im Drama ein unendliches Wesen, so ließe er uns kalt, denn ihm wären, infolge seiner unendlichen Macht, alle Not, Gefahr, Kampf erspart. Aber er ist endlich, einer von uns, wir können uns in ihn hineinfühlen; ist er nur glaubhaft und trägt sein Kampf die Prägung der Echtheit, so bewegt und rührt er uns. Aus alledem folgt eine Ethik, die in das einzelne geht. Sic sagt uns, was des Kämpfers Ehre gebeut: Gehorsam der Führung zu folgen, den erhaltenen Befehl gewissenhaft zu lesen und ihn mit aller Kraft, auch unter Opfern, auszuführen. Zum Schlüsse des Vortrags bringt Lasker seine Stellung zum Judentum zum Ausdruck. ״Die jüdische Religion hat eine Ethik, innerhalb deren der fromme Kämpfer ein Heim hat. Abraham, wie friedfertig er auch war, war stark im Kampfe. Er setzte mit seinen Knechten den räuberischen Königen nach und schlug sie. David anerkannte das Recht, das in jedem Augenblick der Gegenwart vor der Vergangenheit gebührt. Da sein Knabe krank lag, flehte David m Sack und Asche, doch als er vom Tode des Knaben erfuhr, kleidete David sich festlich. Die jüdische Religion kennt die Eitelkeiten und Nichtigkeiten, aber sie würdigt die standhafte, tätige Frömmigkeit Hiobs und ehrt die Tapferkeit des Makkabäers. Sie gebietet gegen jene, die ein rückständig« Ethos haben, wie etwa die Priester des Baal, zu streiten.“ Das Buch enthält neben diesem Vortrag eine Anzahl von Abhandlungen, darunter die zuerst in den ״Sozialistischen Monatsheften“ erschienene Abhandlung über Aesthetik der Mathematik, Auseinandersetzungen mit Einstein und mit neueren Physikern, welche das Kausalgesetz leugnen. Seinen Titel aber ״Die Kultur in Gefahr“ rechtfertigt der Verfasser durch die hohe Aufgabe, welche er der Philosophie zuschreibt. Die Kultur ist in Gefahr, weil die philosophische Vertiefung aufgehört hat. ״Man bedenke aber die Mission der Philo- Sophie. Sie hat geistige Gesundheit und Reinheit des Ethos zu wahren. Ohne gesunde Philosophie sind Volk und Menschheit auf Irrwegen, ist Wissenschaft in Gefahr, in ihren Methoden zu erstarren, und daher zu altern. . . . Diese Frage geht das Volk, geht die Menschheit an. Die Philosophie ist für das soziale Leben nötig, auch wenn ihre Funktion unbemerkt bleibt. Die Gedanken von Diderot und Rousseau haben politische Bedeutung angenommen und das philosophische System von Marx hat Geschichte gemacht. Die Verhandlungen in den Parlamenten und zwischen den Regierungen sowie die Argumente der Zeitungen haben die Form des Disputs, welcher die eigentliche Domäne der Philo- Sophie ist, so daß man sagen kann: Welcher Philosophie ein Volk Ist, solcher Art verhandelt es und streitet es mit Argumenten. Mit der Philosophie sind unsere Moral, unsere Gesellschaft, unsere Wissenschaft in Gefahr.“ b. Kinderbücher von ״Bialik. Von der im Verlag ״Dwir“ (Tel-Awiw) erscheinenden Serie hebräischer Kindermärchen von Ch. N. B!a 1 ik, illustriert von N. Outmann, ist soeben ein neues Heft erschienen: ״König David in seiner Jugend“ (drei Märchen, Preis 20 Mill — 40 Pfennig). Diese entzückende Serie wurde hier bereits rühmend angezeigt, und auch in der von der ״Jüdischen Rundschau“ veranstalteten Rundfrage (Nr. 27/28) ist einiges zu ihrem Lob gesagt worden. Sie empfiehlt sich selbst durch Inhalt, dichterische Form, feinste kindliche Diktion, herrliche hebräische Sprache, vorzügliche Ausstattung und billigen Preis. Was will man mehr? — Bialik hat nun auch zu einem bereits früher in deutscher Sprache erschienenen Kinderbuch hebräische Verse gemacht. Die deutsche Ausgabe, ״Die Fisch reise“, illustriert von Tom Seidmann-Freud, ist vielen unserer Leser wohl bekannt. Die reizende Geschichte vom kleinen Peregrin (hebräisch Uri), der im Traum auf dem Goldfisch durch die Welt schwimmt und so die einfachen und doch so wunderbaren Dinge der Welt kennenlernt, ist von der Künstlerin so anschaulich gemacht, daß Große und Kleine ihre reine Freude daran haben müssen. Dieses im besten Sinne moderne Kinderbuch ist von Bialik mit seiner ganzen Meisterschaft übertragen worden, mit strenger Anlehnung an den Originaltext. So ist überdies noch die Möglichkeit des Vergleichs gegeben, und damit auch ein Instrument des Sprachlernens (dies freilich nur für fortgeschrittene, erwachsene Schüler). Die hebräische Ausgabe ist wie die deutsche im Peregrin-Verlag (Berlin-Charlottenburg, Schillerstr. 12/13) erschienen. R. Weyl, Hermann, Der Epileptiker. Eine Erzählung. Verlag Kirchberger Presse, Eins. ״Da träumte er noch ganz unbestimmt vom letzten Zvviespalt der ewig Mensch und Dasein auseinanderreißt und niemals heilsame Versöhnung findet. Konnte er mehr als demütig sich freuen, weil er ahnend es begreifen durfte?“ Diese Worte, entnommen der Erzählung, könnten als Motto über ihr stehen — wäre sie nicht selbst eine Art von Motto, ein Vorspiel zu Größerem, ein Präludium, das in großen Umrissen, gleichsam wie in einem hohen weiten Gewölbe das Geschick zweier seltsamer Menschen umfaßt. Doch ist es schon zu viel und auch wieder zu wenig vom ״Geschick“ dieses Epileptikers und dieser ״etwas beschränkten Frau“ zu sprechen. Denn ein irgendwie von ihnen gewolltes Geschehen ereignet sich nicht mit einem der Beiden und zwischen Beiden, noch auch werden sie von Mächten außer ihnen erfaßt. Sie sind vielmehr Menschen, lebende Wesen, ekstatisch der eine, demütig leidend die andere, in denen jener letzte Zwiespalt offenbar wird — wiederum aber nicht in tragischer Handlung und tiefem Konflikt, sondern so, daß er sich auftut vor unseren Augen, sichtbar wird in mannigfachem Sinn und vieldeutiger Gestaltung. Wenn es gelingt, auf knapp vierzig Seiten ein Geschehen, groß und reif für einen starken Roman, zu erzählen und trotz der Fülle Einfachheit und mit wenigen Worten unendliche Gedanken zu geben, dabei aber durchaus die Gestalten nicht als leere Schemen und Symbole erscheinen zu lassen, so wird dies nur möglich durch die Sprache, skeptische Lichter und den Rhythmus, in dem der Verfasser seine Erzählung vorträgt. Ein Rhvthmus — besser freie Rhythmen — der Erde, Mensch und Himmel gleichermaßen einfängt und der in der Art seines Baues oft und nicht peinlich an die Rhythmen der heiligen Bücher erinnert. Fritz M i i 1 n e r. Vortrag von Leon Simon (London). Leon Simon, ein hoher englischer Ministerialbeamter und einer der wenigen, die in England mit der hebräischen Sprache verwachsen sind, Achad Haains Freund und verdienstvoller Uebersetzer, sprach unlängst vor einem verhältnismäßig sehr zahlreichen Kreis von Hebräisch- Sprechenden in Berlin über die Probleme der Jerusalemer Universität im Zusammenhang mit dem hebräischen Kulturproblem überhaupt. In amtlicher Eigenschaft in Berlin weilend und nicht auf einen Vortrag gefaßt, sagte Simon gleich zu Anfang, daß er keinen systematischen Vortrag halten wolle. Er sprach, durch die unverständliche revisionistische Propaganda dazu herausgefordert, über die Frage ״Forschiings-Lehrinstitut“, meinte, daß man mit der Lehre erst beginnen dürfe, wenn man die Voraussetzungen dafür geschaffen habe und bedauerte es, daß man überhaupt von einer Universität zu sprechen hat, wo der anspruchslose, aber ernste und würdige Name ״Akademie“ dem gegenwärtigen Charakter suchenden und sammelnden Forschens angepaßter wäre Die angeregte Diskussion (Gerschum, Dr. Borodiansky) ging auf eine Fülle von Fragen ein und zeigte eines: wie notwendig es wäre, eine sachverständige Auseinander- Setzung über die Zukunft der Universität einzuleiten, um d.־׳ drohende Verwirrung zu verhüten. Sn,