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Jüdische Rundschau · 1928-05-08 · Heft 36 (8.5.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 36 (8.5.1928)
Date
1928-05-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sdte 25S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 8. V. 1928 Während also Kolonisation die Hauptaufgabe ist, so erwachsen aus ihr selbst noch andere, beigeordnete Aufgaben, deren Budget freilich vom Kongreß wesentlieh gekürzt werden müßte. Die Anpassung, die durch diese Kürzungen erforderlich ist, ist vielleicht die schwerste Aufgabe der Exekutive, weil sie dabei verschiedene Faktoren berücksichtigen muß, den Jischuw, die Regierung und ihre eigenen Mittel. Die Konsolidierung dieser Arbeit, die Ausarbeilung eines Planes für die Zukunft, und die Anpassung der einander koordinierten Arbeitszweige, dies alles erfordert eine Körperschaft von Sachverständigen, nicht als Ueberprüfer, sondern als Verwalter. Solche Sachverständigen für alle Abteilungen zu finden, ist ein wesentlicher Bestandteil des Programms der Exekutive. Eine kleine Körperschaft solcher Sachverständiger würde die Exekutive frei machen für den Ausbau ihrer Politik und für die Organisation ihrer Verwaltung unter dem Gesichtspunkt der äußersten Zweckmäßigkeit. Mit Hilfe dieser Sachverständiger! soll die technische Unterstützung, die auch heute schon den einzelnen Siedlern zuteil wird, sich zu einem System entwickeln, das nicht nur auf die sich von selbst ergebenden f ragen Antwort geben wird, sondern aucli Möglichkeiten, die als Anreiz für Siedler dienen können, entwickelt wird. Als die gegenwärtige Exekutive ihr Amt übernahm, mußte sie sich zuerst einer praktischen Frage zuwenden, die mit der Existenz unserer Arbeit verknüpft war. Ich meine die Arbeitslosigkeit. Vom ersten Tage an waren wir entschlossen, der Auszahlung von Unterstützungen ein Ende zu machen. Auch dies war freilich keine neue Politik; auch die vorhergehende Exekutive hat die Einstellung der Unterstützungen überall mit Ausnahme von Tel-Awiw durchgeführt. Die Zahl der Unterstützungsempfänger verminderte sich von 7000 vor einem Jahre auf 3500 im Dezember 1927. Das System der Unterstützungen konnte jedoch erst eingestellt werden, wenn ein System sogenannter konstruktiver Hilfe an seine Stelle gesetzt werden konnte. Dieses Ziel wurde vor einigen Tagen erreicht. Die laufende Woehe (Mitte April — A. 3. R.) sieht zum letzten Male die Verteilung der Unterstützungen. Die Frage der Arbeitslosigkeit ist natürlich eng verbunden mit der Frage der Einwanderung. Es gibt vielleicht keinen Punkt, in welchem der zurückhaltende und vielfach aus Zwang negative Haltung der gegenwärtigen Exekutive eine so schwere Prüfung für ihre Mitglieder war, wie Immigration. Von verschiedenen Seiten —- seitens der Hechaluz-Bewegung in Europa, aber auch von gewissen Faktoren im Lande selbst — wurde ein Druck auf uns ausgeübt, wir sollten von der Regierung verlangen, die Tore des Landes für Einwanderung wieder zu öffnen. Jetzt, nachdem die Arbeitslosigkeit in technischem Sinne durch die Durchführung eines Programms öffentlicher Arbeiten, das ermöglicht wurde durch die Mithilfe der Re* gierung und durch große außerordentliche Beiträge, beendet wurde, ist die Forderung nach freier Immigration immer drängender geworden. Nebenbei gesagt war die ganze Zeit über eine beschränkte Immigration vorhanden, denn eine Anzahl von Zertifikaten wurden immer wieder an politische Flüchtlinge aus Rußland verteilt, sogar während dieser Periode der geschlossenen Türen. Die gegenwärtige Exekutive betrachtet die Situation jedoch nicht nur vom Ge* sichtspunkt der Arbeitslosigkeit im technischen Sinne, sondern in erster Linie 1vom Gesichtspunkt des Mangels von Möglich* keifen, den Lebensunterhalt zu erwerben, d. h. also der Erwerbslosigkeit. Von diesem Gesichtspunkt kann die gegenwärtige Exekutive noch nicht sagen, wann sie imstande sein wird, mit gutem Gewissen eine positive Haltung zur Frage der offenen Tore einzunehmen. Ich hoffe, Sie verstehen, daß ich diese Worte nicht leichthin ausspreche. Immigration aut der einen Seite und kulturelle Leistungen auf der anderen Seite sind das Um und Auf des ganzen zionistischen Ideals. Ohne sie hat unsere zentrale Arbeit, die Kolonisation, keinen Sinn. Unsere Bewegung ist nicht eine wirtschaftliche, sondern eine geistige Bewegung auf einer wirtschaftlichen Grundlage. Wenn, ich über diese Sache nicht leichthin sprechen kann, kann ich noch viel weniger leichthin handeln. Weder kann ich mit leichtem Herzen gegen Immigration sein, noch kann ich leichtsinnigerweise Immigration ermutigen, in jedem Fall ist die Verantwortung ungeheuer. Viel wird von der Verwirklichung der versprochenen Möglichkeiten, die lockend sich uns ausmalen, abnängen. Kluge Leute sehen eine große Zukunft Palästinas. Die Exekutive kann es sich aber nicht leisten, sich diesen Zukunftsaussichten hinzugeben und die unmittelbaren Aufgaben der Gegenwart zu vernachlässigen. Alles was wir sagen können ist, daß in diesem Moment das Leben in Palästina wieder in rosigerem Licht erscheint. Das gibt uns den Mut, weiterzuarbeiten, aber es gibt uns noch nicht das Recht, unsere Taktik plötzlich zu ändern. Ich habe hier nicht so sehr ein Programm der Exekutive gegeben, als einen Umriß ihrer *Tätigkeit. Ich habe noch nicht die grundlegende Schwierigkeit berührt, die darin liegt, daß sogar das gekürzte Budget nicht vollständig eingegangen ist. Ich könnte mich damit begnügen» diese Tatsache zu erwähnen, wenn ich mich nicht verpflichtet fühlen würde, noch darauf hinzuweisen, wie einerseits die Kürzung des ßudgets, andererseits dessen unregelmäßiges Einlangen die Durchführung eines unserer wichtigsten Programmpunkte beeinträchtigt hat, nämlich die Ermutigung der Industrie, in diesem Punkte können wir nur berichten, daß wir uns mit aufmerksamer Beobachtung begnügen mußten. Mehr als dies konnten wir wegen Mangel an Mitteln nicht geben. Ich resümiere also: Das Programm der gegenwärtigen Exekutive besteht aus folgenden Punkten: t. Die Arbeit in Palästina auf eine gesunde finanzielle Grundlage zu stellen. 2. Die bestehenden Siedlungen zu konsolidieren, im vollen Sinne dieses Wortes und mit voller Berücksichtigung der Anschauungen und Leistungen der Siedler. 3. Die Organisation des Jischuw zu einer Körperschaft, die zu den Kosten des Erziehungs- und Gesundheitswesens mit der Regelmäßigkeit von Steuern beitragen kann, zu unterstützen. 4. Sicherung von Subvention der Regierung für Erziehungs* und Gesundheitswesen. 5. Einflußnahme auf die Gesetzgebung in Steuerfragen aller Art 6. Ermutigung der Ansiedlung von Einzelpersonen. 7. Ermutigung und Anleitung der Entwicklung von lndustrien. 8. Auf der Wacht zu stehen mit Bezug auf die Grundfrage: Immigration. 9. Zu handeln als die Verwalter der vom jüdischen Volk anvertrauten Fonds. Dies bedeutet zwar nicht Regierung im vollen Sinne des Wortes, aber doch eine Instanz, welche auf Grund ihres intimen Kontakts mit der in Pa- Ilstina arbeitenden Bevölkerung Tätigkeiten leitet, Untemehmungen ermutigt und Pläne entwickelt. 10. Zusammen mit der Londoner Exekutive einen Plan für die künftige Entwicklung auszuarbeiten, der sich über eine Reihe von Jahren erstreckt. 11. Zusammen mit der Londoner Exekutive einen Plan für die Finanzierung eines derartigen umfassenden Arbeits- Programms auszuarbeiten, möglicherweise durch eine langfristige, international garantierte Anleihe. Als die Exekutive ihr Amt antrat, fühlte sie sich wie ein Geist, der stets verneint. Jetzt ist der Grund unter unseren Füßen fester geworden, trotz der unregelmäßigen und ungenügenden Eingänge. Balancierung des Budgets und Konsolidierung führen uns zu einen positiven Ausgangspunkt der weiteren Arbeit. Dieses Jahr ist ein formloses Jahr des Ueberganges, vielleicht wird auch noch das nächste Jahr ein Uebergangsjahr sein, aber es wird bereits Gestalt und schöpferischen Geist haben. Nach unserer Meinung bedeutet Einschränkung und Konsolidierung in diesem Zeitpunkt neue Unternehmungen in einer nahen Zukunft. Ein ״Mißverständnis** Der 1. Mai in Warschau An jedem 1. Mai gibt es in Warschau wie in der ganzen Welt Arbeiter-Maifeiern. An dieser Feier beteiligten sich neben unzähligen nichtjüdischen Arbeitern auch sehr viele jüdische Arbeiter, was mit Rücksicht auf die große Zahl der in Warschau lebenden Juden und ihre soziale Schichtung — als Arbeiter, Angestellte, Handwerker und kleine Krämer — weiter gar nichts Verwunderliches ist In diesem Jahre gab es nun bei der Maifeier in Warschau Zusammenstoße zwischen Sozialisten und Kommunisten; die Polizei mischte sich ein, es fielen Schüsse und das Ergebnis: einige Tote und viel hundert Verwundete. Unter diesen Toten und Verwundeten merkwürdigerweise 75 Prozent Juden. Der Korrespondent von Wolffs Telegraphenbüro erklärt diese hohe Zahl der getöteten, verletzten und verhafteten Juden mit der verhältnismäßig hohen Beteiligung der jüdischen Arbeiter an der MaiveranstaltJng. Die jüdischen Zeitungen in Warschau und die Warschauer Korrespondenten jüdischer Zeitungen im Auslande geben jedoch andere Gründe an. Auch in den polnischen Zeitungen wird von einem ״Mißverständnis“ gesprochen, aus dem heraus ein übereifriger Polizei-Kommissar voreilig eingegriffen habe, wodurch erst Tumulte mit der sich daran schließenden Schießerei entstanden lind. Diese Sachlage wird auch durch die Erklärung des Warschauer Polizeipräsidiums gegenüber einem jüdischen Stadtverordneten beglaubigt. Das Warschauer Polizeipräsidium erklärt, es werde den schuldigen Polizeikommissar zur Verantwortung ziehen. Es ist eigentümlich, daß bei Demonstrationen, an denen auch Juden beteiligt sind, merkwürdigerweise gerade dort Mißverständnisse sich geltend machen, wo sich die jüdischen Gruppen befinden. Es hat fast den Anschein, als ob die betreffenden Sicherheitsorgane von besonderem Mißtrauen gegen die Juden erfüllt wären, wodurch Mißverständnisse entstehen, deren Ergebnis Tote, hunderte verletzte und einige Hundert verhaftete Juden sind. Was nützt es, wenn — übrigens sind wir dessen noch g«r nicht si?hpr — <fer schuldige Kommissar in Untersuchung gezogen und bestraft werden wird?! Bei der nächsten Gelegenheit wird es wieder ״Mißverständnisse“ geben, deren Opfer in erster Linie wieder einmal die Juden sind. Ein ״Erfolg“ Die letzte Nummer der ״C.-V.-Zeitung“, die übrigens wie die vorangegangenen Nummern sich hauptsächlich mit den Reichstatrswahlen befaßt, weiß von einem großen ״Erfolg“ des Central-Vereines zu berichten. In den Schiffahrtsfragebogen des amerikanischen Einwanderungsapites ist von deutschen Juden auf die Frage ״Volks- und Rassezugehörigkeit“ die Eintragung ״Hebrew“ — Jude — verlangt worden. Demgemäß hatten Norddeutscher Lloyd und Hämburg-Amerika- Linie in einem vertraulichen Rundschreiben ihre Agenturen angewiesen, deutsch-jüdische Reisende als ״Hebräer“ einzutragen, um ihnen Unannehmlichkeiten seitens des amerikanisehen Einwanderungsamtes zu ersparen. Der Central-Verein hat nun im Wege der amerikanischen Botschaft in Berlin Schritte unternommen, damit, wie es im Berichte der ״C.-V.-Zeitung“ heißt, deutschen Juden nicht der ״unwürd i ge Zwang“ zugemutet werde, die deutsche Volkszugehöngkeit in amtlichen Papieren zu unterdrücken. Diese Inter* vention hatte den Erfolg, daß nach Eingreifen der deutschen Botschaft in Washington beim amerikanischen Einwanderungsamt, deutsche Staatsangehörige jüdischen Glaubens nicht mehr genötigt werden, unter der Rubrik 10 des vorgelegten Fragebogens die Bezeichnung ״Hebräer“ einzutragen. Es bleibt dem Belieben der Passagiere überlassen, unter den aut dem Formular angegebenen Rassen diejenige zu wählen, zu der sie sich zugehörig■ fühlen. Die Religion als solche spiele keine Rolle. Nur in dem Falle, daß eine Persön'ichkeit jüdischer Abstammung sich als ״Deutscher“ eintrage, obgleich ewisse persönliche Merkmale, wie insbeson* ere mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache, einer solchen Bezeichnung offenbar entgegenstehen, könne es Vorkommen, daß der Einwanderungsbeamte, dem die Nachprüfung der Angaben obliegt, das Wort Deutscher durch die Bezeichnung ״Hebräer“ ersetzt. Es ist festzuhalten, daß die Unterscheidung in dem Fragebogen lediglich statistischen Zwecken dient. Die ״C.-V.-Zeitung“ stellt mit Befriedigung fest, daß die Arbeit des Central-Vereines in dieser Hinsicht von Erfolg gekrönt war. Es wird also nicht mehr Vorkommen, daß das amerikanische Einwanderungsamt daran Zweifel hegen wird, daß irgendein aus *Deutschland einwandernder Jude nicht von den alten Goten abstammt. Die Frage lautet nämlich strikt ״Volks- oder Rassen- Zugehörigkeit“. Wenn der Central-Verein Gewicht darauf legt, daß Juden nicht dem unwürdigen Zwang unterliegen, sich als Juden zu bezeichnen (denn das Wort ״Hebrew“ ist nicht mit ״Hebräer“, sondern nach dem amerikanischen Sprachgebrauch mit ״Jude“ zu übersetzen), so scheint er offenbar den Begriff der jüdischen Stammeszugehörigkeit, den er bis jetzt bejaht hat, liquidieren zu wollen. Alles in allem: wieder eine lächerliche Konsequenz der unseligen, mit aller Kraft gegen Logik und Vernunft festgehaltenen Negierung eines jüdischen Volkstums. Der in Suczawa begonnene Prozeß gegen die 15 jüdischen Abiturienten, die wegen einer Kundgebung gegen antisemitische Lehrer angeklagt sind, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Es handelt sich um die Schulkollegen des unglücklichen Studenten F a 1 i k , der vom Gymnasiasten Totu in Czernowitz erschossen wurde. Dem Antrag der Verteidigung auf Amnestierung der wegen der gerichtlichen Verfolgung in ihrem Fortkommen behinderten jungen Leute wurde nicht stattgegeben. Die ztonlstiscfce Fehde ln Amerika Washington, 1. Mai. (I. T. A.) Die In Washington abgehaltene Konferenz der Opposition innerhalb der Zionistischen Organisation Amerikas hat dem zur Führung des Kampfes gegen die Linsky-Administration eingesetzten Komitee einen Betrag von 25 000 Dollar zur Verfügung gestellt Die Redner der Konferenz waren Richter Julian Mack, Zeldin, Rosenson, Bereuson u. a, m. Eine Abordnung wurde zum Oberrichter Louis Brandeis entsandt, um ihm die Grüße der Konferenz zu übermitteln. Die Konferenz war sich einig darin, daß Oberrichter Brandeis keinerlei Amt in der Zionistischen Organisation Amerikas und in der Zionistischen Weltorganisation annehmen solle. NewYork,5. Mal (J. T. A.) Die Auseinandersetzungen zwischen den Führern des amerikanischen Zionismus und den Führern der offiziellen Opposition finden Ihren Niederschlag in der Presse New Yorks und der übrigen Zentren der Vereinigten Staaten. Rosenson veröffentlichte einen Aufsatz, in welchem er von einer großen Mißwirtschaft in der Verwaltung der Bodenkaufsgesellschaft ,,American Zion Commonwealth“ spricht, die drei Millionen Dollar Schulden hat. Aus den bei dem United Palestine Appeal einfließenden Geldern mußte eine halbe Million Dollar für die Commonwealth vorgestreckt werden. Rosenson richtet scharfe persönliche Angriffe gegen Lipsky, den er für die Mißerfolge in der ״American Zion Commonwealth“ verantwortlich macht. Lipsky habe ohne Zustimmung des Administraiiv-Komitees, und ohne dieses Komitee hiervon offiziell in Kenntnis gesetzt zu haben, 285 000 Dollar der ״American Zion Commonwealth“ überwiesen. Lipsky habe den Beweis erbracht, daß er zu eineT verantwortungsvollen Führerschaft nicht taugt. Auf den Angriff Rosensons, antwortete Lipskv in einem Artikel, in welchem er feststellt, daß die Zionistische Organisation Amerikas die mora'ische Verantwortung für die ״American Zion Commonwealth“ schon im Jahre 1915 übernommen hatte und daß Richter Julian W. Mack, eines der Oberhäupter der Opposition, diese Verantwortung bis zum Jahre 1921, da er Präsident der amerikanischen Zionistischen Organisation war, mitgetragen hat. Lipsky behauptet, er habe niemals, wie ihn Rosenson beschuldigt, die Ueberweisungsordre über 285 000 Dollar an die Commonwealth ohne Befragung des Administrativ- Komitees unterzeichnet, und erhebt die Anschuldigung gegen Rosenson, daß dieser, als der Anwalt der ״American Zion Commonwealth“, sich eine Gebühr von 6000 Dollar habe auszahlen lassen, obwohl er sich nach außen hin den Anschein gab, als ob er freiwillige Dienste tue. Zum Schluß teilt Lipsky die Tatsache mit, daß die ״American Zion Commomvealth“ endlich über alle Schwierigkeiten hinweggekommen sei, indem eine kleine Gruppe New Yorker Zionisten es übernommen hat, die Angelegenheiten der Commonwealth aus eigenen Mitteln restlos zu ordnen. Vorläufig kein ״Parlament“ in Palästina Wie der ״Haaretz“ berichtet, soll Kolonialminister Amery, der sich letztens mit der Frage der Schaffung eines Legislative Council In Palästina beschäftigt hat, nachdem bei den Arabern eine gewisse Strömung für dieses Projekt sich bemerkbar macht, nach näherer Prüfung zur Ansicht gelangt sein, daß es besser sei, diese Frage noch für einige Jahre in der Schwebe zu lassen, da die Vorbedingungen hierfür noch nicht vorliegen. Schlechte Ernte In Palästina Obwohl dieses Jahr laut statistischen Berechnungen der Regierung die Regenmenge in Palästina nicht unter normal war, so hat doch die ungünstige Verteilung auf die einzelnen Monate, wie auch die jetzt eingetretene große Hitze, ungünstig auf die Entwicklung der diesjährigen Ernte gewirkt Besonders schlecht sind die Aussichten im mittleren und östlichen Teil des Emek Jesreel und im Jordantale. Auch die Aussichten für das Sommergetreide sind ungünstig. Man erwartet, daß die Re* gierung durch Ermäßigung der Steuern resp. Stundungen, die schwere Lage erleichtern wird, so wie sie es zur Zeit der Mißernte in Südpalästina getan hat — Die Getreide- und Mehlpreice sind infolge dieser schlechten Ernteaussichten in Palästina in letzter Zeit gestiegen. Die arabischen Zeitungen verlangen, die Regierung solle die Getreideausfuhr sperren und für ein Jahr von der Einziehung der Schulden bei den Bauern Abstand nehmen, wie auch bei Beginn der Saison kleinere Darlehen gewähren, damit die Bauern nicht in die Hand von Wucherern fallen. (Ztko.) Die Mavromalis Konzession Jerusalem,1. MaL (J.T.A) Der Grieche Mavromatis, der noch vor dem Kriege von der Konstantinopeler Regierung Konzessionsrechte, betreffend Versorgung Jerusa'ems mit elektrischem Licht, elektrischer Straßenbahn und Wasser, erworben hat, ist soeben in Jerusalem einget roffen. In einem Gespräch mit dem Vertreter der J.T.A. teilte Mavromatis mit, daß die Differenzen zwischen ihm und der britischen Regierung wegen des Umfanges und der Geltung der Konzessionen, die auch schon wiederholt den Haager Internationalen Gerichtshof beschäftigt haben, nunmehr b e i g e 1 e g t sind und daß er demnächst mit der Ausübung der Konzessionsrechte beginnen werde. 524 indische Kinder ia Missionsschnlen! Jerusalem, 2. Mai (J. T. A.) Dem soeben herausgegebenen Bericht des Unterrichtsdepartements der Palästina- Regierung ist zu entnehmen, daß 524 jüdische Schüler in Palästina die Schulen der christlichen Mission besuchen. In dem Bericht wird ferner mitgeteilt, daß neun arabische Kinder hebräische Schulen besuchen. Diese erschreckende Tatsache zeigt, wieviel in Palästina noch zu tun übrig bleibt und wie ernst die Frage des jüdischen Schulwesens ist. 50 000 Piund ans Südalrika Das Londoner Zentralbüro der Zionistischen Organisation hat von Colonel Kisch aus Südafrika ein Telegramm erhalten,!wonach dort bisher bereits £ 50003 für den Keren Ha* i_essod aufgebracht worden sind, davon 23COO In Transvaal, einschließlich der 17 000 bei einem Bankett in Johannesburg und £ 21 000 in Capetown. Die Keren Hajessod- Kampagne macht weiter befriedigende Fortschritte und man darf hoffen, daß das Gesamtresultat den bisher aufgebrachten Betrag weit übersteigen wird. (Ziko.) Wie der ״Daily Telegraph“ berichtet, soll demnächst Sir Alfred M 0 n d in den Peerstand erhoben werden.

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