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Jüdische Rundschau · 1928-04-20 · Heft 31 (20.4.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 31 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3!, 20. IV. 1928 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 22S Jüdisch'Soziale Schulungswoche Untor Beteiligung von etwa 500 Teilnehmern, von denen ein großer Teil au» dem Reiche nach Berlin gekommen war, fand von» 18. bis 33. März 1038 in Berlin eine von der Zentralwohlfabrtsstelle der doutsohen Juden gemeinsam mit den anderen großen Wohlfahrtsorganisationen veranstaltete Jüdisch-Soziale Schulungswoche in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums statt. Unter den Teilnehmern waren vor allem in dar jüdisch-sozialen Arbeit der verschiedensten Gebiete beruflich tätige Kräfte; aber auch Rabbiner, Lehrer und freiwillige Mitarbeiter der Wohlfahrtspflege nahmen an der Veranstaltung teil. Die Schulungswoche wurde durch einen Vortrag von Frau S. Wronskv über ,,Neuzeitliche Wohlfahrtspflege" (Wandlungen der Ideen, Begriffe und Methoden) eingeleitct, der am Gesamtzusammenhang der jüdischen mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege, sowie der einzelnen Themen untereinander horstellto und zahlreiche Anregungen für die neuzeitliche Ausgestaltung der Arbeit gab. An den Vortrag schloß sich ein geselliges Zusammensein fast aller Teilnehmer in den neuen Räumen der Zentralwohifahrtsstelle. Nachdem Prof. Dr. Erich Seligmann am nächsten Tage die Schulungswoche mit einer Ansprache eröffnet hatte, wurden auf den einzelnen, wahrend der Schulungswoche behandelten Gebieten eine Reibe »»gewählter Themen möglichst vom allgemeinen und vom jüdischen Standpunkt aus dar gestellt, um sie für die!•raxis nutzbar zu machen. So ergänzten sich die Vorlesungen von Stadtrat Dr. Muthesius und Dr. Borge! über ״Durchführung der Reichsfürsorgeverordnung", ferner die Vorlesung von Frl. Dr. Wunderlich über ״Produktive Sozialpolitik" mit denen von Adler-Rudel über ״Jüdische Wanderungen und Wanderfürsorge" und Dr. Kreutzberger über ״Fragen der Arbeitefürsorg׳•", während Rechtsanwalt Dr. Fraustädtor das Sondergebiet, des ״Ausländerrechts‘‘ behandelte. Ucber ״Soziale Gerichtshilfo“ sprach Frl. Meyer, und für das Gebiet der ״Sozial- Versicherung" wurde ein allgemeiner Ueberblick von Frl. Gertrud Israel gegeben. Auch die Vorlesungen von Frl. Ruth v. d. Leeren und Dr. Stahl über ,,Sozialärztliche und sozialpädagogische Fragen bei schwer erziehbaren Kindern" stellten eine gegenseitige Ergänzung dar Aus dem vielgestaltigen, im Vordergrund der neuzeitlichen Arbeit stehenden Gebiet der Sozialpädagogik sind ferner die Vorlesungen von Direktor Schlosser- Wakenitzhof über ״Fürsorgeerziehung", Frl. Fürst über ״Neuzeitliche Führung der Kindergärten und Horte", Frl. Karminski und Dr. Luhinski über ״Die schulentlassene Jugend" zu nennen. In der Sozialhygiene konnten — wie auf allen anderen Gebieten — auch nur einige besonders bedeutsame Fragen zur Behandlung gelangen, so ״Volksbelehning als Aufgabe der Gesundheitsfürsorge‘, über welche R.-A. Dr. Philipsnorn und Frl. Neufeld referierten, ferner eine allgemeine ״Einführung in die Gesundheitsf&rsorge“ mit Magistrats-Medizinalrat Dr. Goldmann als Referenton, und schließlich ״Praktische Tuberkulosefürsorge", über welche Dr. Samson, und ״Geschlecbtskrankenfürsorge*, über welche Sfadfarzt Dr. Löwenstein berichtete. Die Vorlesungen wurden *um Teil durch Arbeitsgemeinschaften in willkommenster Weise ergänzt; außerdem fanden einige Besichtigungen statt. Im Rahmen der Schulungswoche veranstaltete auch der Verein der Leiter und Leiterinnen Jüdischer Erziehungsanstalten Deutschlands eine Sondersitzung, in der Direktor Dr. Rothschild, Dinslaken, zugleich für die Teilnehmer der Jüdisch-Sozialen Schulungswoche über die Frage sprach; ״Was können wir aus der Eraehungsweise der Landerziehungsheime für unsere Anstaltserziehung verwenden?" Während der Schulungswoche trat schließlich der ״Soziale Ausschuß des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche“ zu seiner ersten Sitzung zusammen; ferner fand eine besondere Zusammenkunft der beruflich tätigen jüdisch-sozialen Kräfte statt. Wie der Vorsitzende der ZentralwohLfahrtsstelle, Rabbiner Dr. Baeck, in seiner Schlußansprache hervorhob, sollte die Fortbildungsveranstaltung vor allem dazu dienen, Theorie und Praxis, die allzu leicht verschieden# Wege gehen! erneut miteinander zu verbinden. Die Schulungswoche, aas deren Erfahrungen manches 'für* «fie Ausgestaltung " späte»#' V6räni!itilU1ri§in;«itnö1hzn81 "iktäm kennte, soll den Anfang weiterer Schulungsmöglichkciten böden. Es ist auch beabsichtigt, den wesentlichen Inhalt der Vorlesungen zu veröffentlichen, damit die zahlreichen starken Anregungen der Vortragenden — die sich alle mit größter Bereitwilligkeit und vollem Erfolge in den Dienst der Fortbildungsarbeit gestellt haben — über den Kreis der unmittelbaren Teilnehmer hinaus auf die praktische Arbeit fortwirken können. Eise Ehrung Ednard Bernsteins Auf einem außerordentlichen Berirkspartellag stellte der Bezirksverband Berlin der sozialdemokratischen Partei die Kandidaten für die Reichs- und Landtag־swahlen auf. Vor der Nomitiierung der Kandidaten ehrte aer Bezirksparteitag den aus Aiterarucksichten von einer Kandidatur zurücktretenden sozialistischen Führer Eduard Bernstein. Unter stürmischem, nicht endenwollendem Beifall dankte der Berliner Vorsitzende Künstler dem Veteranen der Berliner, der deutschen und der internationalen Arbeiterbewegung für die aufopfende Tätigkeit, die er bis nach Vollendung des 78. Lebensjahres während seiner parlamentarischen Tätigkeit geleistet hat Diese Dankesworte wurden immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen. Dann bestieg Eduard Bernstein selbst die Tribüne, um ln sicht* barer Ergriffenheit für diese Kundgebung zu danken. An der Kundgebung beteiligten sich nicht nur die Delegierten, sondern auch die dichtgefüuten Tribünen in spontaner Begeisterung. Eduard Bernstein Ist ein Freund des Paiästinaaufbaus und ein eifriges Mitglied des ״Komitees für das arbeitende Palästina“. Seine besondere Fürsorge gehört den ostjüdisehen Studenten. ProL Simonsen 75 Jahre alt Der frühere Oberrabbiner Dänemarks, Professor David Simonsen, hat am 17. März in Kopenhagen seinen 75. Oeburtstag gefeiert und war aus diesem Anlaß Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Prof. Simonsen, ein Sohn des verstorbenen dänischen Großbankiers Jacob Simonsen, hat in seinem Leben sich sehr oft mannhaft für die Ehre und die Interessen des Judentums eingesetzt. Sehr viel hat er für die leidenden Juden aus den Ostländern getan, als nach den russischen Pogromen vom Herbst 1§05 Scharen russischer Juden auf dem Wege nach Amerika durch Dänemark zogen. Ihm und dem verstorbenen Vorsteher der Kopenhagener jüdischen Gemeinde Moses Melc h i o r ist es gelungen, durch Vermittlung König Friedrich VIII. von Dänemark, eines Onkels des Zaren Nikolaus II., den Juden Rußlands im Jahre'1907 drohende Pogrome abzuwenden. Als während des Krieges die Hauptstadt des neutralen Dänemark zum Mittelpunkt jüdischer Hilfsarbeit wurde, stand Prof. Simonsen an der Spitze dieser Arbeit. Er Ist als alter Chowew Zion der Zionistischen Organisation nach Uebersiedlung Ihre* Zentralbüros von Berlin nach Kopenhagen mit Rat und Tat zur Seite gestanden und hat auch viel für den Keren Hajessod getan. Er ist einer der Begründer der Jüdischen Welthilfskonferenz und war deren erster Präsident. Druckfehlerberichtigung. In dem Zirkulare der Zion. Exekutive auf der ersten Seite der vorigen Nummer hat sich ein sinnstörender Druckfehler eingeschlichen. Es soll dort in Spalte 3 bei Aufzählung der geplanten öffentlichen Arbeiten, unter Punkt i) anstatt ״Massenversorguagsarbeiten durch den Nationalfonds“ richtig heißen: ״Wasserversorgungsarbeites“, Die Wahlen zum Delegiertentag Wahlvorschriften 1. Die Wahlen zum Delegiertentag müssen in den Tagen vom 6. bis 13. Mal einschließlich stattfinden. Wahlen, die vor dem 6. Mai oder nach dem 13. Mai stattfinden, sind ungültig. 2. Die Wahlleitungen in den einzelnen Ortsgruppen sind dafür verantwortlich, daß das Wahlrecht nur von solchen Angehörigen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ausgeiibt wird, die das 18. Lebensjahr vollendet den Schekel für das laufende Jahr 5688 entrichtet und Zionistensteuer mindestens für das 1. Quartal 1928 oder Landesbeltrag (für 1927 und 1928 zusammen 2 M.) bezahlt haben. Der Wähler muß die Schekelquittung als Wahllegitimation vorzeigen und die Zahlung der Zionlstensteuer bzw. der Ländesbeiträge nachweisen Können. Die zur Wahl vorgelegten Dokumente sind von der Wahlleltung — möglichst auren Stempelaufdruck — zu entwerten. Schriftliche Wahl ist unzulässig. 3. Die Wahltage, Wahlzeiten und Wahllokale sind von den Ortswahlleitungen spätestens 3 Tage vor dem ersten Wahltermin den Wahlberechtigten ln ortsüblicher Weise (durch Veröffentlichung in der Presse oder durch Zirkularschreiben) bekannt zu geben. 4 ln Ortsgruppen von mehr als 300 Mitgliedern, In denen laut Statut Verhältniswahlen stattfinden müssen, sind Wahl- Vorschläge bis zum 29. April einschließlich bei der Ortswahlleltung einzureichen und von ihr bis zum 2. Mai einschließlieb in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Verbindung von Wahlvorschlägen in solchen Ortsgruppen ist der Orts- Wahlleitung bis spätestens 3. Mai mitzuleilen und von ihr am 3. oder 4. Mai in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. 5. Sämtliche wahlberechtigten Gruppen werden aulgefordert, ihre Mitgliederliste mit genauer Adressenangabe der einzelnen Mitglieder sofort an das Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einzuschicken. Die Gültigkeit der Wahlen hängt davon ab, daß die oben erwähnten finanziellen Verpflichtungen vor Vornähme der Wahlen erfüllt sind. Die Gruppen müssen daher dafür sorgen, daß die Schekelgelder und die Zionisten- Steuer-Beiträge nls zum 30. April beim Büro der Z. V. f. D. elngehen, und sie müssen bis zum gleichen Tage die Landesbeitrüge für aüe diejenigen Mitglieder in bar überweisen, die keine zionlstensteuer zahlen. Der Wahlprüfungsausschuß wird kein Mandat anerkennen, für das die finanziellen Voraussetzungen seiner Gültigkelt nicht gegeben sind. 6. Im übrigen wird auf die Veröffentlichung in Nr. 27/28 der ,Jüdischen Rundschau“ vom 4. April verwiesen. Unterbringung Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, am Delegiertentag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies Jetzt dem Büro der Zionistischen Ortsgruppe Breslau, Karl- Straße 15, mitzuteüen. Es stehen Zimmer ln Hotels ersten Ranges von 6 bis 7,50 M. inkl. Bedienung, in Hotels zweiten Ranges von 3,70 bis 4,75 M. inkl. Bedienung, sowie Privat- Pensionen und Privatquartiere von 2,50 M. ab zur Verfügung. Bei allen Bestellungen ist die Aufenthaltsdauer anzugeben und auch mitzuteilen, ob Zimmer mit einem oder zwei eiten gewünscht werden. Nur bei allen denjenigen Deteglertentagsbesuchem, die rechtzeitig Quartiere bei der oben angegebenen Adresse bestellen, kann Garantie für eine wunschgemäße Unterbringung übernommen werden. Dies gilt insbesondere für die Bestellung von Einzelzimmern, die nur in beschränktem Umfange vorhanden sind. Eintrittskarten Es werden Eintrittskarten für Zuhörer ausgegeben, und zwar für die Eröffnungssitzung zum Preise von 2 M., für die folgenden Tage zum Preise von je 1 M., Karten für die ganze Tagung für 2J>0 M. Bestellungen unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages und eines Freikuverts werden schriftlich erbeten an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestr. 10 (Postscheckkonto: Berlin 8091). In Breslau werden Vorverkaufsstellen, die noch bekanntgegeben werden, errichtet werden. Jugendliche erhalten Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für die ganze Tagung, nur durch Vermittlung der Jugendverbände. Delegiertentags-Mandate Zur Uebernahme eines Mandates für Gruppen, die nicht in der Lage sind, eigene Vertreter nach Breslau zu entsenden, haben sich bereit erklärt: Max Woilsteiner, Berlin, Walter Rosch, Berlin. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zum Thema: Zionistische Propaganda Die Diskussion, die in den letzten Wochen in der ״Jüdischen Rundschau“ geführt wird und in der von verschiedenen Autoren verlangt wird, daß unsere Propaganda wieder mehr die grundsätzlichen Fragen nach dem Wesen unseres Judentums und dem Sinn unseres Zionismus erörtern solle, erfährt eine interessante Bestätigung durch die Gespräche, die man in Palästina immer und immer wieder mit Touristen aus Mitteleuropa zu führen hat. Es sei betont: aus Mitteleuropa; denn das Judentum anderer Länder ist ganz offenkundig an diesen Dingen sehr wenig interessiert. Der Amerikaner z. B., wenn ihn die Dinge etwas näher interessieren, stellt durchaus Fragen, die auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten unseres Unternehmens Bezug haben. Rentabilität soll ihm nachgewiesen werden, daneben ist ihm alle Theorie gleichgültig. Ganz anders bei deutschen, tschechoslowakischen Juden. Der Zionist aus diesen Lindern steht freilich im Sinne der Diskussion des letzten Kongresses zurzeit dem Amerikaner in bezug auf die ihn interessierenden Fragen nahe. Aber die anderen Juden, mögen sie nun Gegner sein, indifferent oder zu der palästinafreunduchen Peripherie gehören, ringen im Grunde noch heute mit den Problemen, auf die der VorfcriegszionLsmus sie aufmerksam gemacht hätte. Man erwartet, daß Fragen über Arbeitslosigkeit, Auswanderung und ähnliches gestellt werden. Das kommt gewiß vor, aber selten!egt der Fragende wirklichen Wert auf diese Probleme. Hingegen führen die Diskussionen immer und immer ־wieder auf den Volksbegriff, auf den Patrio- (Ismus und auf jene Kette von Argumenten, die wir seit zwanzig Jahren immer wieder gehört haben. Jedenfalls ist es nicht überflüssig, zu konstatieren, daß der Nachweis eines blühenden jüdisehen Palästina in keiner Weise ausreicht, um Menschen für unsere Sachen zu gewinnen, ja sie auch nur zu Geldopfern zu veranlassen. Zionistische Propaganda muß in jedem Lande anders geführt werden: in Deutschland wird man auch aus praktischen Gründen gut tun, der ideologischen Grundlegung auch in Zukunft Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. Fritz Löwenstein (Jerusalem). Sally HnrwHzj Au» Dresden wird «ns geschrieben: Wieder Ist unserer Organisation einer ihrer alten treuen Vorkämpf er durch den Tod entrissen worden. Am letzten Peßachtare verschied Sally II u r w i t z nach kurzem schweren Leiden. Er gehörte zu den Ersten, die begeistert dem Rufe Herzig folgten. Ihm verdankte die Dresdener Ortsgruppe ihre Gründung, deren Vorsitz er mehr alz zwei Jahrzehnte mit begeisterter Aufopferung geführt batte. Für die besonderen Verdienste um ihre Fortentwicklung wurde er Ehrenvorsitzender. Auch 41» langjähriger Gemeindoverordneter erwies er sich als würdiger und arbeitsfreudi gor Vertreter positiver jüdischer Gedanken. Durch sein sichere» Urieil und seine stete Hilfsbereitschaft hat er sich die Wertsehltzung woitestcr Kreise erworben. Es ist um so mehr aazuerkennen, daß er Zeit und Interesse für da» öffentliche Wirken fand, da er ads Inhaber einer angesehenen Zigarettenfabrik und als Vorstandsmitglied einer Berufsorganisation stark in Anspruch genommen war. Sein vornehm« und schlichtes Wesen gewann ihm nur Freunde, und es bedeutet sein Scheiden einen unersetzlichen, herben Verlust für alle, die ihm näher standen. Eine ungewöhnlich zahlreiche Beteiligung beim Begräbnis bewies, wie sehr er beliebt und geehrt war. An der Bahn» sprachen nach Herrn Prof, Dr. Winter Herr Siegfried Pionkowski als Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Herr Dr. John Levy im Namen der Ortsgruppe und für die Freunde dos Hauses unser Gesinnungsgenosse, Herr Rechtsanwalt Dr. Cohn-Vossen. In allen Heden kam zum Ausdruck, was der Heimgegangene uns gewesen war. Organisation der Schomre-Schabbos. Di« wachsenden Schwierigkeiten dor Sabbat-Heiligung haben eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten veranlaßt, zur Gründung einer Organisation der Schomre-Schabbos auf interterritorialer Grundlage zusammen zutreten. Neben der intensiven Förderung dor bestehende» Schomre-Sehabbos- Vereine soll es die Aufgabe der geplanten Organisation »ein, a) den Sabbat-Gedanken in den weitesten Kreise» der Jodenheit neu zu beleben und zu vertiefen, b) praktische Wege zu suchen, um die Vereinbarkeit der Sabbathoiligung mit den sozialen Einrichtungen unserer Zeit evtl, durch die Beeinflussung legislativer Maßnahmen sicherzustellen, o) sabbattreue wirtschaftliche Unternehmungen zu schaffen und bestehende zu fördern, d) in Verbindung mit den sabbattreuen Gruppen des Auslandes den Schomre-Schabbos-Vereinen weitere BetätigungjmSgiichkeiten zu eröffnen und durch Annäherung der religiösen Gruppen des In- und Auslandes diese wirtschaftlich zu fördern. Die Arbeit soll in Gemeinsamkeit mit den Schomre- Schabbos-Vereinen geleistet werden. Zur Verwirklichung dieser Ziele ist die Einberufung eines internationalen Kongresses geplant, —- Das vorbereitende Komitee besteht aus den Herren: Semmardozent Dr. Grünberg, Dr. Werner Silberatein, H. Abramozvk, James Goldschmidt, Hans Goa 1 ar, Dr. Paul Stil*- b e r g e r, Rabbiner Dr. Klein, Rechtsanwalt Dr. Alfred Wiener, Moritz Merzbach, Raphae! Gradenwit e, Alfred Marcus. Fünfzig Semester ״Barlssta“ Prag. Die jüd.-akad. Verbindung ״Barissia" Prag im K. P. J. V, feiert zu Pfingsten d. J, in Teplitz-Schönau das Fest ihres 50sem. Bestandes. Aus diesem Anlaß erscheint eine reichhaltige Festschrift, die eine große Reihe überaus wertvoller Originalbeiträge enthalten wird. O. a. werden Aufsätze von Weirmann, Sokolow, U »lisch Irin, Jabotinsky, Goldmann, Klatzkin, Soloweitschik, Felix Weltach, Robert Weltscb, Hugo Bergmann, Max Brod, Leo Hermann, Hans Kohn, Blumenfeld, Goldhammer, Stricker, Prof. Lessing, Schalith publiziert. Daneben kommen selbstredend auch die Mitglieder der ״Barissia" zu Wort, von denen Walther Kohner, Alfred Engel, Julius L&wy, Oskar Neumann, Hermann Ungar erwähnt seien. Bestellungen sind an die J. A. V. ״Barissia", Prag I, Gafö ״Continental״, Prikopy ly, zu richten. ״Der Staat und die Juden“. Der biaherige Königsberger Polizeipräsident Hans Brandt hat in» Verlag» der ״Königabereer Hartungscbcn ■Zeitung und Verlagsdruckerei" unter dem Titel ״Der Staat und die Juden* «ine Schrift erscheinen lassen, in der er auf Grund eines umfangreichen Materials nachweist, welches Unrecht den Juden vielfach im alten preußischen Staat angetan wurde, wie von amtlichen Stellen immer wieder versucht wurde, ihre staatliche Gleichberechtigung zu unterbinden. Der Verfasser fordert mit allem Nachdruck die Bekämpfung des Antisemitismus, weil er nickt nur eines christlichen und insbesondere eines republikanischen Staates unwürdig, sondern schließlich auch dem Wohie des Staat» abtrSglich ist. Gegen sensationelle Berichterstattung. Zu der in Nr. 34 der ״Jüdischen Rundschau" veröffentlichten Zuschrift von Dr. Fritz Loewenstein, betreffend sensationelle Berichterstattung aus Palästina, teilt uns das Zionistische Zentralkomitee für Klein-Polen in Krakau mit, daß von dort aus keine Berichte und noch weniger Telegramme an die .,Neue Freie Presse" nach Wien gesandt wurden. Uer betreffende Bericht über das Erdbeben scheint demnach ein Mißbrauch zu sein, was die Berechtigung der Beschwerde Dr. Loewensteins gegen sensationelle Uebertreibung einzelner Journalisten noch erhöhen würde. Wechsel ln der Redaktion des ״Jüdischen Wochenblattes“. Infolge des Wegzuges von Dr. Ernst Simon aus Frankfurt übernehmen die Herren Dr. Eschwege, Frankfurt a. M. Fabius Schach, Berlin, die Leitung des ״Jüdischen Wochenblattes", Frankfurt a. M., Kettenhofweg 26. Die Riehtang des Blattes als des Hauptorgans des elnneitstreuen konservativen Judentums und als des offiziösen Organs der ״Achduth“, Vereinigung gesetzestreuer Juden Deutschlands“ bleibt durch diesen Wechsel unverändert. Die Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina (Kulturverband, Bund zionistischer Frauen und Frauengruppe des Keren Kajemeth) veranstaltet Donnerstag, den 26. April, nachmittags 4*/* Uhr, im Hotel ״Kaiserhof“ einen Teenachmittag. Es finden Lichtbildervorträge von Frau Dr. Nadja Stein ״Frauenarbeit in Palästina“ und von Architekt Ericn Mendelsohn ״Palästina als künstlerisches Erlebnis“ statt. Teegedeck 3 M. Karten nur im Vorverkauf im Sekretariat Meinekestraße 10. ״Hadar-Bakarmel“ Uns wird geschrieben: Vor einigen Wochen erschien in de» ״Jüdischen Rundschau" eine ״Ita-Nofiz", daß die ״GeieHschaft Iladar-Hakarmel" in Haifa in Konkurs geraten sei. Auf Anfrage in Jerusalem wird mitgoteiU, daß eine ״Gesellschaft Hsdar-Hakarmel" nicht existiere, daß mit der Notiz aber wohl der ״Waad Hadar-Hakanner gemeint sein. Ehe Notiz sei aber in der mitgeteilten Form unrichtig. Es sei zwar ein Antrag auf Konkurseröffnung seitens eine» Beamten des IVaads, der sich geschädigt fühlte, gestellt worden, aber dieser Versuch ist gescheitert und der ״Waad Had&r-Hakartner besteht und wird auch weiter bestehen. Abgesehen davon aber ist die Situation des ״Waad Hadar-Hskarmel" ohne jeden Einfluß auf diejenigen Zionisten, die Parzellen in Hadar- Hakarmei oder auf dem Karmel besitzen. Dom ״Waad Hadar- Hakannd" liegt cs lediglich ob, die Angelegenheiten der Wasser- Versorgung, Kanalisation, Straßenbau usw. der Anlieger vom Hadar- Hakarmel zu besorgen. Ihm salbst gehören die öffentlichen Plätze, der Park, das Volkshaus usw. Selbst in dem nicht aktuellen Fall, daß der ״Waad Hadai-Hakarmel" einmal schwach sein sollte, könnten die Bodenbesitzer nicht geschädigt werden, da der ״Waad Iladar-IIakarmei" nur Forderungen gegen sie, nicht aber die Bodenbeoilzer Forderungen gegen den Waad haben können. Zwischen der Palestint! Land Development Co. LTD., London — Jerusalem und dem ״Waad Hadar-Iiakarmel" besieht keinerlei Zusammen- נ»*®*•

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