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Jüdische Rundschau · 1928-04-17 · Heft 29-30 (17.4.1928) · page 7

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Nr. 29/30, 17. IV. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 217 XXn. Delegiertentag der flontsitsdten Vereinigung fflr Dealsdiiand!0 Breslau, Gewerkschaftshaus, Margaretenstraße 17, vom 27. bis 29. Mai 1928. Tagesordnung: I. Sitzung t 1. Eröffnung des Delegiertentages durch den Vor" sitzenden der Z. V. f. D. 2. Begrüßungen. 3. Wahl des Büros. 4. Ansprache des Vertreters der Exekutive. II. Sitzung: 1. Bericht des Wahlprüfungsausschusses. 2. Zionistische Arbeit in Deutschland. (Referenten: Kurt Blumenfeld Dr. Martin Rosenblütb.) 3. Aussprache. 4. Wahl der Kommissionen. III. Sitzung: Fortsetzung der Aussprache zu den Referaten Blumenfeld und Rosenblüth. IV. Sitzung: 1. Referat des Vertreters der Exekutive über: ״Die Lage in Palästina und im Gesamtzionismus.“ 2. Aussprache. V. Sitzung: Anträge und Wahlen. * Die Wahlen zum Delegiertentag W ahlvorschriften 1. Die Wahlen zum Delegiertentag müssen in den Tagen vom 6. bis 13. Mal einschließlich stattfinden. Wahlen, die vor dem 6. Mal oder nach dem 13. Mai stattfinden, sind ungültig. 2. Die Wählleitungen ln den einzelnen Ortsgruppen sind dafür verantwortlich, daß das Wahlrecht nur von solchen Angehörigen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ausgeübt wird, die das 18. Lebensjahr vollendet, den Schekel für das laufende Jahr 5688 entrichtet und Zionistensteuer mindestens für das I. Quartal 1928 oder Landesbeitrag (für 1927 und 1928 zusammen 2 M.) bezahlt haben. Der Wähler muß die Schekelquittung als Wahllegitimation vorzeigen und die Zahlung der Zlonistensteuer bzw. der Landesbeitr8ge nachwelsen Rönnen., Die zur Wahl vorgelegten Dokumente sind von der Wahlleltung — möglichst durch Stempelaufdruck — zu entwerten. , J. Die Wahltage, Wahlzelten und Wahllokale sind von Ortswahfleitungen spätestens 3 Tage vor dem eisten Wahltermin den Wahlberechtigten ln ortsüblicher Welse (durch Veröffentlichung in der Presse oder durch Zirkularschreiben) bekannt zu geben. 4. ln Ortsgruppen von mehr als 300 Mitgliedern, in denen laut Statut Verhältniswahlen stattfinden müssen, sind Wahl- Vorschläge bis zum 29. April einschließlich bei der Ortswahlleitung einzurclchen und von Ihr bis zum 2. Mal einschließ- Bah in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Verbindung von Wahlvorschlägen in solchen Ortsgruppen Ist der Ortswahüeitung bis spätestens 3. Mai mitzuteilen und von ihr am 3. oder 4. Mai in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. 5. Sämtliche wahlberechtigten Gruppen werden aufgefordert, Ihre Mitgliederliste mit genauer Adressenangabe der einzelnen Mitglieder sofort an das Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einzuschicken. Die Gültigkeit der Wahlen hängt davon ab, daß die oben erwähnten finanziellen Verpflichtungen vor Vornähme der Wahlen erfüllt sind. Die Gruppen müssen daher dafür sorgen, daß die Schekelgelder und die Zionisten- Steuer Beiträge bis zum 30. April beim Büro der Z. V. f. D. eingehen, und sie müssen bis zum gleichen Tage die Landesbeiträge für alle diejenigen Mitglieder in bar überweisen, die keine Zionistensteuer zahlen. Der WahlprUfungsausschuß wird kein Mandat anerkennen, für das die finanziellen Voraussetzungen seiner Gültigkeit nicht gegeben sind. 6. Im übrigen wird auf die Veröffentlichung In Nr. 27/28 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 4. April verwiesen. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Wahlen der Berliner Zionistischen Vereinigung nun XXIL Delegiertentag der Z. V. L D. (Vergleichs die Wahlbostimmungen der Z. V. f. D. in Nr. 27/38 der (.Jüdischen Bandschau".) Der Landesvorstand hat beschlossen, den diesjährigen Dolegiertentag der Z. V. f. D. vom 37. bis 3g. Mai in Breslau «diuhalten. Die Wahlen rum Delegiertentag der Z. V. f. D. finden in Berlin nach dem Proporfionalwahlsyslcm mit gebundenen Listen statt. Jedes Mitglied der Z. V. f. D. hat mit Vollendung des 18. Lebensiabres das aktive, mit Vollendung des 30. Lebensjahres das passive Wahlrecht zum Delegiertentag. Das passive Wahlrecht 111m Delegiertentag steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu, die ihre Maaaserpflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Dem WaWprflfungsau*- schuß ist von jedem Delegierten eine schriftliche Bestätigung des Keren Hajessod vorrulegen; die Anerkennung des Mandate ist zu versagen, falls die Oberste Vertrauenskommission Einspruch erbebt. Mitglied der Z. V. f. D. ist rin jeder in Deutsenlend lebende Zionist, der den Schekel für das laufende Jahr 5688 und den Landesb'eitrag entrichtet hat. Der Landesbeitrag ist der Mindestbeitrag der Zionistensteuer. Er beträgt jährlich 1,50 M., fflr Angehörige der Sonderverbände Misrachi und Hitachduth 1,50 M. Jeder Wahlvorschlag muß von mindestens 30 ortsansässigen Wfihlerp unterreichnet sein. Zur Leitung der Wahlen ist eine Ortswahlkommission zu bilden, di• aus Vertretern aller an den Wahlen beteiligten Gruppen nach Maßgabe ihrer ungefähren Zählenslärke besteht. Die Wahl Vorschläge müssen an die Ortswahlkommission (Büro der B.Z. V., Meinekeetr. :0) bis spätestens 27. April eingeroicht und von der Ortswahlkommission in der Reihenfolge ihres Eingangs bis spätestens s, Mai in ortsüblicher Weis« bektmügem*cht werden. Die Verbindung von Wahlvorschlägen muß der Ortswahlkonimission spätestens bis zum 37. April mitgeteilt und von der Ortswahlkommission bis spätestens 3. Mai auf ortsüblichem Wege bekanntgegeben worden. Die Wahlen in Berlin finden in der Woche vom 6. bi» 13. Mai statt. Wahllokale werden noch bekanntgegeben. Schriftliche Wahl ist nicht zulässig. Eine Wählorkartothek liegt ab z. Mai in» Büro der B.Z.V. aus und ist täglich während der Bttrostunden einzusehen. Proteste gegen die Anordnungen der Ortswahlkommission sind unmittelbar nach Bekanntgabe an den Landes Vorstand der Z.V.f. D. einzsenden. Proteste gegen die Art der Durchführung des Wahlaktes an einem Wahlorte oder gegen die Feststellung des Wahlergebnisses sind schriftlich an den Landesvorstand der Z.V. f. D. einzusenden. Jeder derartige Protest muß von mindestens 30 wahlberechtigten Mitgliedern unterzeichnet sein, deren genaue Adressen anrugehen sind. Der Hauptvorstand der B. Z. V. Dr. Alfred Apf•1. Delegiertentags-M^ndate. Zur Uebemahme von Mandaten von Gruppen, die nicht ln der Lage sind, eigene Vertreter nach Breslau zu entsenden, hat sich bereit erklärt: Max Wollsteiner, Berlin. Zionistische Landeskonferenz Ungarns Budapest, 9. April. (J. T. A.) Nach einer 25 jährigen Tätigkeit hielt die Zionistische Organisation Ungarns am 8. und 9. April im Hause des alten Parlaments ihre erste legale Landeskonferenz ab. Die ungarische Zionistische Organisation wurde 1903 begründet, aber erst im September 1927 wurden ihre Statuten von der Regierung genehmigt. Aus allen Teilen Ungarns haben sich zu der Konferenz über 100 Delegierte und zahlreiche Gäste eingefunden. Nach der Eröffnungsrede von Prof. Adolf Strauß ergriff Oberregierungsrat Dr. Ignaz Friedmann das Wort, um im Namen des ungarischen Pro Palästina-Verbandes die Versieherung abzugeben, daß die Mitglieder dieses Verbandes Hand in Hand mit der Zionistischen Organisation für den Aufbau Palästinas arbeiten wollen. Er wandte sich sowohl gegen den ungarisch-jüdischen Klerikalismus als auch gegen die Assimilation, die die zionistische Bewegung mit einem blinden Haß verfolgen. — Tiefe Wirkung Übte das Begrüßungsschreiben des ältesten ungarischen Universitätsprofessors Juliu3 Donath, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Verleumdungen gegen das zionistische Werk endlich auch fn Ungarn aufhören werden. Dr. Niszon IC aha n, der Präsident der ungarischen Zionistischen Exekutive, hielt ein Referat über die Lage der zionistischen Bewegung in Ungarn* schilderte die Kämpfe, die sich um die Legalisierung der Statuten der Organisation innerhalb der führenden Kreise der ungarischen Juden abgespielt haben. Dr. Josef Schönfeld referierte über die Bedeutung des Keren Hajessod und des Nationalfonds, Dr. Friedrich Fried hielt ein Referat über Organisationsarbeit. Am Nachmittag des Sonntags tagten die Kommissionen, in denen Prof. Josef Pfeifer und Dir. Bela Szdkely referierten. Es wurde beschlossen, daß zionistische Organ ״Zeido Szemle“, das bisher zweimal im Monat erschien, Jede Woche erscheinen zu lassen. Die Delegierten der Jugendvereine, die in einem Jugendverband konzentriert sind, der der Weltorganisation ״Brith Hanoar“ angehört, forderten Autonomie für den Jugendverband, die von der Konferenz auch gewährt wurde. Zum Präsidenten der Landesorganisation der ungarischen Zionisten wurde Dr. Leopold Osztern, zum Vlzepräsidenten Dr. Josef Schönfeld gewählt. Der bisherige Leiter der ungarischen zionistischen Bewegung, Dr. Nison Kahan, hat eine Wiederwahl abgelehnt Zum Präsidenten des mit dem Pro Palästina-Verband gemeinschaftlich arbeitenden Keren Kajemeth-Landeskomitees, das die eigentliche praktische zionistische Arbeit in Ungarn leistet, wurde Universitäts-Professor Josef Pfeifer, zum Vizepräsidenten Bela S z e k e 1 y gewählt. Dr. Goldstein in Südafrika Wie der ״Ziko" aus Johannesburg mitgeteilt wird, stattete Dr. A. Goldstein auf seiner Heimreise aus den tropischen Ländern nach England Südafrika einen Besuch ab, wo ihm seine zahlreichen Freunde und Mitarbeiter in der Keren Haiessod-Kampagne von 1924 einen überaus herzlichen Empfang bereiteten. Dr. Goldstein war bedauerlicherweise nicht in der Lage, der Einladung der südafrikanischen Zionistischen Föderation, an der diesjährigen Keren Hajessod-Kampagne zusammen mit Col. Kisch teilzunehmen, Folge zu leisten, da er nach seiner anstrengenden Arbeit im Fernen Osten und Australien und der weiten Reise den Strapazen einer neuen großen Kampagne nicht gewachsen ist Während seines kurzen Besuches ln der Union der südafrikanischen Staaten sprach Dr. Goldstein auf überaus zahlreich besuchten Versammlungen in Kapstadt, Johannesburg und Pretoria und nahm auch einen führenden Anteil bei der Ausarbeitung des Arbeitsplanes für die diesjährige Keren Hajessod-Kampagne. Am 7. März fand ein ihm zu Ehren von der südafrikanischen Zionistischen Föderation veranstaltetes Abschiedsbankett statt. Am 9. März ist Dr. Goldstein nach England abgereist. Die Keren Hajessod-Kampagne in Südafrika für das Jahr 1928 sollte nach dem Eintreffen von Herrn und Frau Kisch am 19. März in Kapstadt eröffnet werden. Der Präsident der Moskaner Jüdischen Gemeinde verhaftet Moskau, 9. April. (J.T.A.) Der Präsident der Moskauer Jüdischen Gemeinde, der hervorragende Rechtsanwalt Isaac Urison, ist von Beamten der G.P.U. aus bisher unbekannten Gründen verhaftet worden. Urison war nicht Zionist. Er war zuletzt als juristischer Sachverständiger im Rechtsinstitut der Sowjetregierung tätig. Martin Buber-Sonderlieft. Zum 50. Geburtstag ihres Be- Gndws gab di# Zeitschrift ״D 0 r Jude" ein starkes Sondert in einem Umfang von 180 Seit«» heraus, das im Jüdischen Verlag, Berlin W 57, Potsdamer Str. 63, erschien. (Broschiert 3,50 M., gebunden 4,80 M.) In mehr als 30 Beiträgen werden außer Darstellungen der Lehren Bubers Untersuchungen, die den tdeenkreis Bubers berühren, sowie Dokumente und Briefe geboten. Das Heft, dam ein Porträt Bubers und ein Brieffaksimilo Theodor Ilorzls beigegeben sind, enthält Beiträge von: Leo Baeck, Hugo Bergmann, Nathan Birnbaum, Jean-Richard Bloch, Adolf Böhm, Max Brod, Leo Herrmann, Hermann Hesse, Erich Hirschborg, Siegm. Kazneison, Viktor Kellner, Hans Kohn, Siegfried Lehmann, Juda L. Magnes, Emst Müller, Alfons Paquet, E. E. Rappeport, Markus Reiner, Franz Rosenzweig, Ernst Simon, Margarete Susmann, Gerhard Scholem, Ludwig Strauß, Friedrich Thieberger, Felix Weltsch, Robert Weltsch, Arnold Zweig und auch Btiber selbst. Ueberdies enthält das Heft mehrere Briefe des Präsidenten der Zionistischen Organisation, Ch. Weizmann, aus dem Jahre 1900. Ankunft der Habbnah In Palästina Das Ensemble der Habimah auf Berlin ist in Palästina eingetroffen und hat bereits seine erste Vorstellung in Tel-Awiw gegeben, den ״Golem" von Lewik. Nach der Vorstellung fand auf der Bühne eine feierliche Begrüßung und im Anschluß daran ein intimer Teeabend statt. Nachdem der große Beifall sich gelegt hatte, hielt zunächst der Vertreter der palästinenslschen Theatergesellschaft ״Thaj“ eine herzliche Begrüßungsansprache, sodann sprachen Bürgermeister Bloch, der Generalsekretär der Zionistischen Exekutive, namens des Waad Leumi Sprinzak, ferner Vertreter des Theaters ״Ohel“ und der Oper. Bei dem anschließenden Teeabend erzählte Bialik von den Anfängen der Habimah in Rußland und ihrem wunderbaren Aufstieg. Bialik wandte sich gegen Zeitungsmeldungen, die behaupteten, die Habimah wolle nicht in Palästina bleiben, und betonte die Notwendigkeit, das Theater im Lande zu halten, wo allein es ein normales, wahrhaftig interessiertes Publikum finden kann. Dieselbe Hoffnung sprach auch der Theaterdirektor Onessin aus. Schließlich feierte Rubaschoff die Bedeutung der Habimah für die Arbeiterschaft. Namens der Gäste erwiderte Tschemerinski,derin seiner Rede die Notwendigkeit betonte, einen kulturellen Zusammenhang zwischen Palästina und Galuth herzustellen. Ein ״Achad Haam-Hans“ Wir erhalten folgenden Aufruf mit der Bitte um Veröffentlichung: Zum ehrenden Andenken unseres nationalen Schriftstellers und Lehrers Achad Haam wurde am ersten Jahrestag seines Todes (am 15. Schwat d. J.) in Tel-Awiw ein nationales Kultur- Institut eröffnet, das den Namen Achad Haam-Haus trägt. Das Haus, in dem der Verewigte seine letzten Lebensjahre in Palästina, in der hebräischen Stadt Tel-Awiw, zubrachte, ist Besitz des Magistrats von Tel-Awiw; auf Verwendung von Freunden des Verewigten stiftete der Magistrat nach seinem Hingang das Gebäude mit dem dazu gehörigen Vorhof kulturell-gesellschaftlichen Zwecken, die mit dem Namen des dahingegangenen Lehrers verknüpft bleiben sollen. Zur Verwaltung und Leitung dieses Hauses wurde ein Ausschuß aus den nahen Freunden des Verewigten in Tel-Awiw unter Hinzuziehung von Bevollmächtigten des Magistrats gebildet. Auf Beschluß dieses Ausschusses, der vom Stadtrat genehmigt wurde, ist nun dieses Haus bestimmt worden, einer Sammlung von wissenschaftlich-philosophischer Literatur im allgemeinen und der Literatur von der Wissenschaft des Judentums und Palästinas im besonderen, in all ihren Zweigen Raum zu geben. Neben dieser Bibliothek enthält das Haus auch Arbeftsriume für Schriftsteller und Forscher. Diese Bibliothek und die zugehörigen Arbeitsräume soll als eigene, autonome Abteilung der städtischen Bibliothek ״Schaar Zion“ fungieren. Das Arbeitszimmer des Verstorbenen mit seinen wertvollen Bücherschätzen soll erhalten bleiben, wie es zur Lebenszeit Achad Haams war, mit all seinen Möbeln und Gebrauchsgegenständen zur bleibenden Erinnerung. Das ist das ״Achad Haam-Haus“. Als Grundstock der erwähnten wissenschaftlichen Bibliothek dient die Büchersammlung Achad Haams, die er testamentarisch der ״Schaar Zion-Bibliothek“ in Tel-Awiw zugewandt hat; die Staat hat die besten wissenschaftlichen Bücher der ״Schaar Zion-Bibliothek“ hinzugetan, deren Ueberführung Ins Achad Haam-Haus bereits vollzogen ist. Zugleich aber begründete der Ausschuß eine eigene Vereinigung ״Für das Achad Haam-Haus“, deren Aufgabe es ist, die Mittel für di• Erhaltung dieses C.ucnkhäuses und seine Erweiterung durch zubau sowie seine ständige Ausgestaltung aufzubringen, damit das Haus ein würdiger Versammlungsraum werde für Männer des Geistes und der Wissenschaft, würdig des dem ganzen Volke teuren Namens: Achad Haam. Und so wendet sich nun der Ausschuß a!1 das jüdische Publi kum und an die Verhrer unseres großen Lehrers in allen Ländern mit dem Ruf: Helft uns, dieses Denkmal für Achad Haam zu errichten und im Wohnort des Lehrers ein Kulturinstitut zu schaffen, eine Stätte für das ״Volk des Buches“ im allgemeinen und für die palästinensischen Forscher im besonderen. Zunächst wollen wir unser Werk mit der Erweiterung der wissenschaftlichen Bibliothek beginnen, indem wir sie besonders durch Bücher in allen Sprachen ergänzen, welche die Wissenschaft vom Judentum und von Paläs t i n a betreffen. Deshalb rufen wir alle jene auf, die der Sache nahe stehen, daß sie gute und für diesen Zweck geeignete Bücher dem Achad Haam-Haus als Spende zukommen lassen. Sie weiden mit Freude angenommen und auf den Namen des Spenders eingetragen werden. Wir hoffen, daß viele auf unseren Ruf antworten und uns helfen werden, damit das Institut sich entfalte und vervollkommne im ״nationalen Zentrum“ unseres Volkes — in Palästina und in der ersten hebräischen Stadt — Tel-Awiw. Ehrenpräsident: Chaim Nachman Bialik. Präsident: M. Diezengaff: Vizepräsident: A. S. Rabinowitsch; S. Oluskin, Sch. Ben-Zion, Dr. Ch. Bograezhow, I. L. Goldberg, Jehuda Orosowsky, Dr. Schmarjahu Levin, Raphael Sofermann, Schoschanah Persitz, I. Ch. R awnitzky. Tel-Awiw, Achad Haam-Haus, P. O. B. 32. Ein Proaefi gegen die ״Jftdtsch-tiberalc leitung Am Freitag der vergangenen Woche sollte vor dem Schöffengericht Moabit der Prozeß gegen den verantwortlichen Redakteur der Jüdisch-liberalen Zeitung, Bruno Woyda, wegen Beleidigung des Direktors K a r e s k i in seiner Eigen- Schaft als Wahlkommissar der Repräsentantenwahlen vom 16. Mai 1926 stattfinden. In der Jüdisch-liberalen Zeitung waren seinerzeit Artikel erschienen, in denen Dir. Kareski vorgeworfen wurde, daß er sein Amt als amtlich bestellter Wahlkommissar zugunsten der Jüdischen Volkspartei mißbraucht habe. Wegen dieser Beleidigungen hatte Herr Kareski Herrn Woyda verklagt und die Staatsanwaltschaft erhob auf Antrag des Rechtsbei- Standes von Kareski, Dr. Klee, öffentliche Anklage. Zu der anberaumten Verhandlung war Herr Kareski als Nebenkläger zugelassen. Da Wovda vor Eintritt in die Verhandlung eine Ehrenerklärung abgäb, wurde der Strafantrag zurückgezogen und das Verfahren eingestellt. In der Erklärung brachte Woyda zum Ausdruck, daß eV die in den betreffenden Artikeln enthaltenen Beleidigungen mit Bedauern ״und mit der Bitte um Entschuldigung" zurücknehme, daß er ferner bei den von Herrn Kareski in seiner Eigenschaft als Wahlkommissar getroffenen Entscheidungen die ,,optima fides“ anerkenne, und daß, soweit es sich um die Aufstellung der Wählerliste handle, er davon Kenntnis genommen habe, daß die Aufstellung der Wählerliste gar nicht Sache des Wanlkommissars sei. Herr Woyda verpflichtete sich, diese Erklärung fn der Jüdisch-liberalen Zeitung zu publizieren. Damit ist eine Angelegenheit aus der Welt geschafft worden, in der völlig unbegründete Anschuldigungen gegen eine im öffentlichen jüdischen Leben stehende Personßenkeit erhoben wurden zum Scharfen des Ansehens des Gesamtjudentums. K. F,

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