Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 29-30 (17.4.1928)
- Date
- 1928-04-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite 214 Theater spielt, und sei es Tairower-Theater, in dem Schau• Spieler zu Akrobaten ausgebildet werden, muß man das Lied, das Rcb Dowid’l gesungen hat, erklingen lassen, denn ohne den Nigun wird dieses Theater keinen einzigen Abend aus• halten können. Der Herbeiholer, Schnellfinder Granowsky weiß es zu gut, und er läßt Schimeie, den Schneider, in seelischer Verzückung, still verträumt, versunken in einer anderen Welt, vor sich hinsingen. Ganz wunderbar ist dann Michoels. wie er träumend, über die Bühne gleitend, vor sich hinsummt und dann immer stärker, stärker, sich selbst be* geisternd, unsäglich Trauriges und gleichzeitig Beglückendes singt. Lieder ohne Worte sind es, so ein ״hai-di-di“ und ״tairam-tam“ aber man wird fortgetragen, weit, sehr weit, freilich muß man in der Seele etwas vom ״Misrach“ haben. Und nur für diese Kunst, hauptsächlich dafür, daß es diese Kleinodien der Seele, das jüdische Lied der Schwermut, in vorbildlichem Können offenbart, gebührt diesem Theater der Dank. Tairow ist vergänglich, Tairow bedeutet keinen Fortschritt im jüdischen Theater, weil es nicht dessen Aufgabe sein kann, Zirkus zu spielen. Noch einige Bemerkungen über die Aufnahme, die der jüdischen Gastgruppe seitens der Kritik zuteil wurde. Man hätte nichts dagegen gehabt, wenn das Lob beschränkter gewesen wäre, dafür aber etwas mehr Interesse, mehr Wissen, mehr Verständnis für diese Ostjuden. Es ist grotesk und traurig, zu beobachten, wie diese Theaterkritiker, sobald sie über jüdisches Theater berichten, immer von einem jüdischen ״Stamm“ sprechen, der irgendwo im Osten lebt und sich durch Dialekteigenheiten auszelchnet. Sie singen und tanzen und haben auch einige Dialektdichter. ״Die Tiroler von Tarnopol“ nennt sie Kerr. Es berührt seltsam diese Ahnungslosigkeit, daß Im Osten ein 7 Millionen zählendes Volk lebt, das Bedeutendes schuf, das mit Geistigem beladen, überladen ist. Das jüdische Theater, das diese Kritiker wohlwollend, herablassend behandeln, ist kein Spiegelbild des jüdischen Lebens; die Literatur ist es nur teilweise, weil auch in ihr die geistigen Kämpfe innerhalb des jüdischen Volkes nicht in vollem Maße verkörpert sind. Dieses Ostjudentum hat in den letzten zwei Jahrhunderten Großes geleistet. Die schöne Literatur konnte noch nicht zur Blüte kommen und das jüdische Theater erst recht nicht, weil diese Ostjuden bis vor 70 Jahren über anderen Büchern saßen, über den Folianten des Talmud. Geistige Riesen sind aus Jener Zeit entstanden. Generationen jüdischer Dichter und Künstler werden noch genug aus jener Zeit schöpfen können, und wenn man von einem kommenden jüdischen Theater spricht, so denkt man dabei gewiß nicht an Tänze, an ״Tiroler aus Tarnopol“, nicht an Volkstheater, sondern an ein Theater, in dem die Seele und der Geist einer Nation zum Ausdruck kommen. Die ״Habimah“ Ist der Anfang eines solchen Theaters. Kleine Nachrichten Felix M. Warburg, Präsident des American Joint Distribution Committee, übergab in New York Dr. Weizmano 50 000 Dollar als persönlichen Beitrag für produktive Arbeitslosenfürsorge in Palästina. Lord Plumer, der im 71. Lebensjahre steht, war erkrankt und konnte weder die geplante Grundsteinlegung des Hauses der Young Men Christian Association vornehmen, noch bdth Empfange der Prinzessin Mary von England, die aus Aegypten In Palästina eintraf, teilnehmen. Nach aen letzten Berichten ist Plumer bereits genesen. Die Palästina-Regierung veröffentlicht eine offizielle Mit teilung über die Freigabe der Durchfuhr palästinensiseher Orangen durch Italien nach dem Kontinent, die für die Entwicklung des Orangenexports Palästinas von größter Bedeutung werden kann. Für den Transport gibt es genaue Vorschriften. Harry Sacher, Mitglied der Palästina-Exekutive, ist nach längerem Aufenthalt in London, wo er Beratungen mit der Exekutive abhielt, nach Jerusalem zurückgekehrt. Jakob F i s h m a n, der Chefredakteur des ״Jewish Morning Journal“ in New York und Mitglied des Administratur-Komitees des amerikanischen Zionistischen Landesverbandes, feierte dieser Tage seinen 50. Geburtstag. Er ist einer der prominentesten jüdischen Journalisten Amerikas und ein Bahnbrecher der jiddischen Tagespresse. Wir senden ihm unsem Glückwunsch. Der Führer der nichtzionistischen Paläsfinafreunde in Amerika, Louis Marshall, teilte der J.T.A. mit, daß die Tagung der Jewish Agency-Kommission, die sich mit der Prüfung der Berichte der nach Palästina entsandten Sachverständigen und mit der Ausarbeitung eines Planes der zukünftigen Aufbauarbeit in Palästina zu befassen hat, inner■ halb zweier Monate in einer Stadt Amerikas oder Europas statt finden wird. Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation in Polen hat für den 22. April nach Lodz eine gemeinschaftliche Kon■ ferenz der zionistischen Zentralkomitees fn Warschau, Krakau, Lemberg und Wilna einberufen, die einen Oberrat der Zionistisehen Organisationen ganz Polens zu wählen haben wird. Am 23. März fand die Neuwahl der Leitung des Zionistischen Landesverbandes für Holland statt. Gewählt wurde als Vorsitzender K. J. Edersheim, als Ehren■ Sekretär A, Büchenbacher und als Mitglieder A. Ehrenfeld I. L, Hamburg, M. L. Kan, Nehemia de Lieme und M. J. Levie In Palästina hat sich ein Komitee gebildet, welches die Schaffung einer Niederlassungsmöglicnkeit für Schalom S c h w a r z b a r t im Lande betreibt. Ein Fond soll Schwarzbart eine selbständige Existenz im Lande sichern. Seinerzeit wurde Schwarzbart die Einreise wegen Nichtbeachtung der Immigrationsvorschriften verweigert. In London fand zu Ehren von Schalom Asch ein literarischer Abend statt, auf dem der Dichter unter anderen auch von Nahum Sokolow gefeiert wurde. Der in der chassidischen Welt verehrte Rabbi von Rad zi m in , Abraham Gutermaa, begibt sich in diesen Tagen nach Palästina, um zu versuchen, die innerhalb des pol nischen ״Kolel“ mit Bezug auf die Handhabung des Chalukkah-Wesens ausgebrochenen Streitigkeiten zu schlichten. Das offizielle Organ der tschechischen Zionistischen Organisation ״Zidovske Zpravy“ in Prag beging in diesen Tagen das Jubiläum seines 10 jährigen Bestandes. Es ist die einzige zionistische Zeitung in tschechischer Sprache. Aus An laß des Jubiläums erschien eine reich ausgestattete Fest nummer der populären Zeitung. In der Stadt Bahia Bianca in Argentinien wird — wie vom Hauptbüro der lea mitgeteilt wird — im Rahmen der Feier des hundertjährigen Bestandes der Stadt ein Denkma für Baron Hirsch, den ,Begründer der jüdischen Kolcr;: sation in Argentinien, enthüllt werden. JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29/30, 17. IV. 1928 Die Jewsekzia Ist mit dem Joint unzufrieden Wir haben in unserer letzten Nummer eine Meldung veröffentlich!, daß im letzten Jahre von den neuen Ansiedlern in der Krim über 30 0/0 die Kolonien verlassen haben. Diese Tat* Sache kann nicht Wunder nehmen, wenn man sich vor Augen hält, wie furchtbar kompliziert Kolonisierung im allgemeinen und die von städtischen Juden im besonderen ist. Infolge dieser Schwierigkeiten und offenbar wegen des sich bemerkbar machenden Mangels an freien Böden in der Ukraine und in der Krim ist ja auch der Plan aufgetaucht, Jude!־ im Fernen Osten zu kolonisieren. Dieser Vorschlag der Jewsekzia hat aber den jüdischen Geldgebern Amerikas, die bereitwilligst die Kolonlsation in der Ukraine unterstützt haben, nicht gefallen und sie haben deutlich zu verstehen gegeben, daß sie nidit geneigt sind, ihre guten amerikanischen Dollars fn Ostsibirien zu verpulvern. Darüber sind die Führer der Jewsekzia in Harnisch geraten und die jüdisch-kommunistischen Zeitungen ln Rußland erheben Anklagen gegen die bourgeoise jüdische Gesellschaft von Amerika, die plötzlich einen eigenen Willen bekundet und doch nicht so tut, wie es die Herren von der Jewsekzia wolle«. Mereschin, einer der Hauptführer der Jewsekzia, veröffentlicht im ״Emes“, wie wir nachstehend wiedergeben, eine langatmige Anklage gegen die Verwendung der in Amerika vom Joint gesammelten Gelder. Er leitet den Anspruch zu dieser Anklage aus der Annahme her, daß nur die Sowjet-Kolonisation in der Ukraine die Spender in Amerika zur Hergabe großer Mittel bewogen habe. Ueberdies ist aber in der Anklage Mercschitis der Unterton einer alljüdischen Solidarität herauszuhören, auf Grund deren er sich das Recht nimmt, namens der jüdischen Allgemeinheit von den reichen Juden Rechenschaft zu verlangen. Diese Solidarität haben die Bundhisten und ihre Nachfahren, die jüdischen Kommunisten, immer betont, wenn sie als Fordernde auftraten. Da machten sie zwischen Juden und Juden niemals einen Unterschied. Wo sie aber zur Macht gelangten, da leugnen sie die Zusatr.menlr;״^e mit jenen Juden, die auf das Wohlwollen oder auch nur die Duldung des bundist!- sehen Kommunismus angewiesen sind. Derselbe Herr Mereschin, der Im Namen ״der jüdischen Massen“ den Joint anklagt, veranlaßte, daß der Verband des Hechaluz in Rußland aufgelöst werde, daß Genossen der kollektivistischen Kolonie Tef Chai in der Krim nach Sibirien verbannt werden und ist samt seinen Freunden in der Jewsekzia der Anreger aller Verfolgungen, denen in der letzten Zeit hervorragende, sicherlich nicht kontrerevolutionäre Juden in Rußland zum Opfer fielen. Soll etwa die Verhaftung des Vorsitzenden der Moskauer Jüdischen Gemeinde oder die Verbannung Dr. Saadia Mas e’s. eine besondere Empfehlung bei den amerikanischen Juden darstellen, kritiklos auf alle Wünsche der Jewsekzia einzugehen und ihnen Geld In Hülle und Fülle auch für solche Verlegenheits-Pläne wie die Kolonisierung von Juden fm Femen Osten zu geben? Mereschfn verkennt vollständig die Situation, in der er sich befindet: Er ist der Nehmende, der die traditionelle jüdische Mildtätigkeit der breiten Massen gegenüber Volksgenossen und eine im gewissen Maße vorhandene Ablehnung des Zionismus durch einzelne Millionäre für die Zwecke der kommunistischen Judensiedlungen ausbeutet. Wenn er sich das Recht herausnimmt. Im Namen einer jüdischen Solidarität zu fordern, so müßte er diese Solidarität auch dort bekunden, wo sein Wort leider allmächtig ist. Der Füiirer der Jüdischen Korämiinisten in Rußland, Ä. Mereschin, Mitglied des Präsidiums des , Komzet“, ■ ver- Öffentlicht unter der Ueberschrift ״Ein öffentlicher Bericht des Joint tut not“ in der jüdisch-kommunistischen Tageszeitung ,.Emess“ einen Artikel, worin es heißt: Ein offizieller öffentlicher Bericht des Joint über folgende Fragen tut not: a) wieviel hat die Sammelkampagne, die von der Philadelphia- Konferenz des loint im Jahre 1125 eingeleitet worden ist, ergeben? b) Wie sind diese Eindrücke nach Ländern und Zwecken verteilt worden? c) Wieviel Geld soll noch einfließen? d) Zu welchem Termin? e) Wie wird die noch einzufließende Summe nach Lindern und Zwecken verteilt werden? Diese Fragen, fährt Mereschin fort, richten wir nicht an Agro-Joint, sondern an das amerikanische Hauptkomitee des Joint. Agro-loint spielt eine große schöpferische Rolle im jüdischen Siedlungswerk, wir haben seine Arbeit niemals unterschätzt. Mit American Joint aber müssen wir uns auseinandersetzen. Jedes Kind weiß, daß die Seele der gesamten Joint-Arbeit in den letzten Jahren das Kolonisationswerk in der Sowjet-Union war. Dieses brachte Joint die weitesten Symnathien ein. Auf Grund dieser Arbeit konnte der ״Drive“ überhaupt proklamiert werden. Wenn dem so ist, warum werden von den 25 Millionen Dollar oder 50 Milhonen Rubel, deren Aufbringung das Ziel dieses Drive’s Ist, nur 11 Millionen Rubel für die Arbeit in Rußland ausgegeben? Bei den jetzigen Verhandlungen zwischen Agro-Joint und Komzet erklärte Agro-Joint, daß die zukünftige Anleihe in Höhe von 10 Millionen Dollar nicht auf Rechnung des ״Drive“ gehen, sondern durch Privatpersonen geleistet werden würden, wie werden aber die 50 Millionen Rubel, die hauptsächlich für das jüdische Kolonisationswerk in Rußland zustandegebracht worden sind, verteilt werden? Die jüdische Öffentlichkeit in der Sowfet-Union schließt Mereschin — verlangt Antwort auf diese Fragen. Darüber Aufschluß zu bekommen, erscheint um so dringender, als Joint faktisch in einer ideellen Verbindung mit der zionistischen Exekutive steht. Kein Mensch wird glauben, daß die Führer des Joint, Warburg, Marshali usw., in die Jewish Agency des Völkerbundes mit leeren Händen eintreten werden. Es ist schwer zu glauben, daß sich Chaim Weizmpnn nur mit einer moralischen Unter- Stützung begnügen werde. Solche moralische Unterstützung suchen die Zionisten beim Papst, bei Mussolini usw., nicht aber bei Warburg, Becker, Marshall, Rosenberg usw. Die Forderung der jülischen Oeffentlichkeit in der Sowjet-Union nach öffentlicher Rechnunglegung über den Empfang und die Verteilung der Summen des ״Drive“ ist eine elementare, wir hoffen, daß ihr entsprochen wird. Die Antwort des Jotnt New York, 14. April. (L T. A.) In Erwiderung auf den Angriff des Führers der jüdischen Kommunisten Rußlands, A. Mereschin, auf das American Joint Distribution Committee stellt heute David A. Brown, der Führer des United Jewish Campaign, fest, daß die Leitung des Joint Distribution Qommiitee regelmäßig Eilanzen veröffentlicht, fn welchen genau festgestellt ist, wieviel Gelder eingegangen sind, Wieviel davon für die Kolonisation in Rußland, wieviel für andere Aufbauzwecke in Rußland und wieviel für Aufbauzwecke in anderen Ländern verwendet wird. Von den 25 Millionen Dollar, die sich die Kampagne zum Ziel gesetzt hat, sind bisher 20Vt Millionen gezeichnet, aber nur" 11 Millionen in bar eingezahlt worden. Spiegel der Assimilation .... ln der Türkei Die heutige jüdische Geschichtsepoche Ist wieder einmal — wie schon mehrmals in der jüdischen Oeschichte ähnliche Situationen — eine große Auseinandersetzung zwisehen jüdischem Erhaltungswillen und Ass!־ m i 1 a 11 o n. Wir alle sind als Juden die Nachkommen jener jüdischen Gruppen, die, allen Verlockungen der Umwelt zum Trotz, dem jüdischen Volkstum Treuegewahrt haben. Aber der Kampf mit der Assimilationstendenz hat nie aufgehört. Der opportunistische Charakter dieser Assimilation wird meist bemäntelt durch irgendeine Philosophie, die die praedestinierte Einheit vom Judentum und jeweiliger Wirtsnation behauptet. Wären diese Theorien richtig, so müßte das Judentum mit fast allen andern ,״..tümern“ innerlich verwandt sein, denn in jedem Lande sehen die Assimilanten eine andere Affinität. Ein wunderschönes Beispiel assimilatorischer Kon- Sequenz liefert uns ein Dokument aus der Türkei, das die Zeitungen veröffentlichen. Die deutschen Assimilanten müssen in helle Begeisterung geraten, wenn sie diese Haltung ihrer türkischen Gesinnungsfreunden kennen lernen. Aus Konstantinopel wird berichtet: Eine Gruppe von Türken und Spaniolen hat die Gründung eines Vereins zur Verbreitung der türkischen Sprache und Kultur unter dem jüdischen Volkselement beschlossen. Zu den Gründern gehört u. a. der ■unter dem türkischen Namen ״Tekin Alp“ bekannte Spaniole Moyse Cohen. Tekin Alp wird in nächster Zeit eine türkische und französische Schrift über ״Türkisierung^ erscheinen Jassen, die das Assimilierungsproblem ein- .. lite n“, deren Befolgung Tekin Alp seinen Glaubensgenossen warm empfiehlt. Er lehrt: 1. Türkisiere deine Namen. Ein Türke muß einen türkischen Namen tragen. In den andern Ländern haben unsere Glaubensgenossen ebenso gehandelt. Es!st nichts Schlimmes dabei, wenn du dich Ibrahim nennst statt Avram, Mussa statt Mochon oder Moyse, Selitn statt Chelomo oder Salomon. Gib deinen neugeborenen Kindern türkische Namen. 2. Sprich türkisch. Sprich Öffentlich türkisch mit allen, die diese Sprache verstehen, und laß die türkische Sprache tief auf dein eigenes Wesen wirken. 3• BeteinderSynagogewenigstenszumTeil auf Türkisch. Das Gebet ln türkischer Sprache wird dich Gott und zugleich dem Vaterland näher bringen. (!) 4. Türkisiere deine Schulen. 5. Schick’ deine Kinder in die amtlichen Schulen. Deine Glaubensgenossen in den anderen Ländern schicken ihre Kinder nicht ln Schulen von Religionsgemeinden, die keine normalen Lehranstalten sind. Wenn man deine Kinder nicht aufnehmen will, beschwere dich bei der höheren Instanz. Vergiß nicht, daß dieses Land ein Rechts- und Gesetzstaat ist. 6. Nimm teil an den öffentlichen Angelegenh eiten des Landes. Zeige deine Teilnahme dafür bei jeder Gelegenheit und in jeder Form. Es gibt für dich Gelegenheit genug, wertvolle Dienste zu leisten. Beachte gar nicht, aaß der eine oder andere dich als einen Fremden betrachtet. Die Verfassung erkennt dich als Türken an, also tritt auch als Türke auf. 7. Verkehremit Türken. Strebe danach, geschäftlich und gesellschaftlich in ständiger Fühlung mit dem türkischen!;:Element z| seto. Du J>|־aufchst die völlige Verm i q ch u ng? m i t d 8 m tihr k j sc h e n M! l i em a 1 s S p e l!e »־. nahrung ohne die du nicht leben kannst. Sei überzeugt, daß die türkischen Kreise dir trotz gewisser vorübergellender Symptome mit Herzlichkeit die Arme öffnen. 8. Befreie dich vom Kastengeist. Wenn der Kastengeist dich heute beherrscht, so ist dies nicht deine Schuld, sondern die Schuld einer traurigen Vergangenheit, die alle Kinder dieses Landes unglücklich machte. Die türkische Revolution ist entschlossen, mit dieser Vergangenheit völlig zu brechen. Löse auch du dich von der Vergangenheit und geh so schnell wie möglich auf im Gemeinschaftsgefühl des Landes. 9. Erfülle auf wirtschaftlichem Gebiet die dir bestimmte Pflicht Jeder Bürger erfüllt seine Pflicht gegenüber seinem Land nach seinen geistigen und materiellen Fähigkeiten und nach seiner Sonderbegabüng. Dank deiner Beziehungen zu Europaund Amerika bist du imstande, für die Erschließung der Reich tum squellen des Landes zu wirken. Du kannst durch ernste Arbeit dem heutigen Türkentum Ansehen im Ausland verschaffen. Aber betrachte dich selbst als ewiges Kind dieses Landes und richte dein Leben danach ein. 10. Kenne dein Recht. Die Verfassung gibt dir die Bezeichnung ״Türke“. Dies ist ein Recht, ein Privileg, das man nur nutzen kann, wenn man sich wirklich als Türke fühlt. Kenne dein Recht und dulde nicht, daß es von irgendwem mißachtet wird. Wahre mit der Kraft des Gesetzes und mit eifersüchtiger Energie die Rechte, auf die du als Türke Anspruch hast. Dieser türkische Naumann ist wahrhaftig radikal. Ob die spanioiischen Juden, die ihrem Volkstum bisher treu geblieben sind und ihre Tradition hochhalten, ohne darum die Pflichten gegenüber dem itaat zu vernachlässigen, von den neuen 10״ Geboten“ begeistert sein werden, muß man abwarten. Mussolini kann für seine oüdtiroler Politik noch viel bei den türkisch-jüdischen Assimilanten lernen. Palästina-Touristen. Der Dichter Max Brod ist in Palästina eingetroffen. Zugleich mit ihm kamen Dr. Felix W e 11 s c h , Redakteur der ״Selbstwehr“, sowie der Chefredakteur der bedeutendsten deutschen Zeitung der Tschecho Slowakei, des ״Prager Tagbiatt“, Dr. Blau. Berliner Zionistische Vereinigung Mittwoch, den 18. April, abend■ 8‘/8 Uhr, im Saal der Synagoge Fasanenstraße 79/89• Vortragszyklus: ״Das Weltjudentum“ Vortrag: Dr. Alexander Goldstein: ״Die Juden des fernen Ostens“ Herr Dr. G o I d * t e i n befindet sich hier auf der Durchreise nach einer Keren Hajeasod-Toumee, die ihn durch Indien, Birma, Malayisehe Staaten, Singapore, Niederländisch- Indien, Australien und Südafrika geführt hat. 17. Ap kiesdxi Meiner Isafen ihm I An einem .•■11 der T ן hatten, di! taufend m draußen überm B I burschen, 1 mochten, I sichtcrn, jener, mit erste eben 1 der Großv und gewol | setzen, um wieder, d: 1 Wanderer Mädchen wagten, ■ gegenwäri ן den ungel schwarzen frischen Haus d! Handel auch in Burschen zufrieden zu schm( mit gern! ln auf den einem auf dem faulen m seh! •am ui einen 1 trug, ihn an, seinem Schein und sti ihm da drei K5f der "fcJl ״Laßt hat.“ sie. E der ai dazu der Gr hinter H!!nd, nahen In und schäf Bettl aus seinem die bot der Er Man Köln Sprit Akz< a hat Auge Er Stadt Geld würd Lad Erla E neb imn war Ta? sich Ke er hai cn W3 eit Al en er ni j