Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 29-30 (17.4.1928)
- Date
- 1928-04-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 212 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 29/30, 17. IV. 1928 Von diesen Kongreßbeschlüssen abgesehen, stützt sich aber die Exekutive in noch höherem Maße auf das Vertrauen, das sie in diesem bedeutungsvollen Augenblick auf die Führer der zionistischen Bewegung in alten Ländern setzen zu dürfen glaubt. Jeder Zionist, der die Ent• Wicklung der Bewegung seit zwei Jahren verfolgt hat, weiß, was es bedeutet, wenn es gelingt, die Arbeitslosenunter• Stützungen aus dem öffentlichen Leben Erez-lsraels auszumerzen. Die Arbeitslosenunterstützungen lasteten mit schwerem moralisehen Druck auf dem Jischuw und besonders auf der Arbeiterschaft. Sie haben Mut und Zuversicht herabgesetzt, sie wirkten lähmend auf die Entfaltung freier und hoffnungsvoller Initiative innerhalb und außerhalb des Landes. Wenn sich wieder Tausende von müßigen Händen neu zu regen beginnen, so wird ein neuer Geist in das Land und damit in die Bewegung einziehen, und er wird der nationalen und privaten Initiative neue Wege erschließen. Die Zukunft läßt sich nicht auch nur mit annähernder Bestimmtheit Voraussagen. Aber es sprechen viele Anzeichen dafür, daß im Zusammenhänge mit der Entwicklung Haifas, mit dem Ausbau des Rutenberg-Werkes, dem Beginn der Arbeiten zur Ausbeutung des Toten Meeres, ferner mit der Ausdehnung des Plantagenbaus und überhaupt einer erneuten kräftigeren Bestätigung jüdischer Initiative in Erez-Israel innerhalb einer nicht mehr allzu langen Frist die Arbeitslosen endgültig und organisch von der Wirtschaft des Landes absorbiert sein werden, so daß dann eine neue Ali iah einsetzen kann. Wir richten hierdurch an alle zionistischen Landes- und Sonderverbinde, an die Mitglieder des Akfions-Comites und an die zionistischen Führer und Unterführer aller Grade die Aufforderung und dringende Bitte, die Exekutive in ihrem Bemühen um die Sicherung der neuen konstruktiven Arbeit bei Aufrechtcrhaltung einer geordneten Finanzwirtsdiaft zu unterstützen. Das Kongreß-Budget muß beschafft werden In einem jeden Lande müssen die Anstrengungen für den.Kcren Hajessod verdoppelt und verdreifacht werden. In diesem Jahre, in dem in manchen Ländern die Keren Hajessod-Arbeit nicht mit dem erwünschten und notwendigen Anfangserfolge eingesetzt hat, müssen schließlich noch Rekordcinnahmcn für unseren Aufbaufonds erzielt werden. Es gilt einen Schritt vorwärts zu tun, den Schritt ins Freie, der zu einem neuen, großen Aufschwung unseres Werkes führen wird. Wir rufen alle Verbände zu neuer, großer, aufopferungsvoller Arbeit auf. Durch ein Zusammenwirken aller wird es ge'ingen, die Krise in Palästina zu überwinden. Und der Erfolg ehrlichen Bemühens wird die einander entgegenwirkenden Kräfte in der Bewegung wieder enger aneinander schließen und die Bewegung In allen ihren Teilen mit neuer Freudigkeit und neuem Selbstbewußtsein erfüllen. Exekutive der Zionistischen Organisation. Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive. Col. Symes verläßt Palästina Die London Gazette vom 2. April gibt bekannt, daß Col. Symes, der Zivilsekretär der Palästina-Regierung, zum Gouverneur (״Residenten“) von Aden ernannt wurde. Dies ist die Durchführung der politischen Neuorganisation dieses wichtigen Punktes Südarabiens, wonach die englische 1Regierung die politisch-militärische Leitung besetzt, während dh )Indische Regierung die innere Verwaltung über sich hat. In P a I ä s t i n a kam, wie die Zeitungen melden, die Nach-•; d# AfSta '׳ Syüsfei* IkfÖid^ng^Ärollstfiidig' Ti f 'Fa! f:th e n d. I Symes war der dritte Zivilsekretär des Landes, seine Vorgänger |waren Sir Windham Deedes und Sir Gilbert Clayton, beide bekanntlich Freunde des Zionismus. Symes׳ Amtszeit fällt gerade in die schwerste Zeit der Krise und Arbeitslosigkeit, j während welcher sich auch der n e u e K u r s der Regierung im Sinne aktiverer Unterstützung der jüdischen Arbeit, anbahnte, deber den designierten NachfolgerSymes’ auf den nach dem Oberkommissär wichtigsten Posten des Landes Ist bisher nichts bekannt. Emile Vanäervelde ln Palästina Jerusalem, 12. April. (J.T.A.) Die zionistische Exekutive Palästinas hat zu Ehren des gegenwärtig in Palästina weilenden Führers der belgischen Arbeiterschaft und früheren belgischen Außenministers Emile Vanäervelde heute einen Empfang veranstaltet. Vanäervelde und Gattin haben als Gäste der Exekutive im Hause von Colonel Kisch Aufenthalt genommen. Vanäervelde wird sich ungefähr einen Monat in Paiästina aufhalten, um das jüdische Kolonisationswerk, die jüdische Bewegung und die Beziehungen zwischen den einzelnen Bevölkerungstellen zu studieren. An der Hebräischen Universität zu Jerusalem wird er drei Vorlesungen halten. Vandervelde ist Vorsitzender des belgischen Komitees für den Palästina-Arbeiterfonds. Der italienische Kronprinz in Palästina Kronprinz Umberto von Italien ist am 1. April in Jerusalem eingetroffen, wo er am Bahnhof vom High Commiss.oner Lord Plumer und den ausländischen Konsuln begrüßt wurde. Auch ein Vertreter der Zionistischen Exekutive nahm am Bahnhof an der Begrüßung teil. Der Kronprinz hat im Regierungs• gebäude als Gast des High Commissioner Aufenthalt ge• nommen. Der Kronprinz empfing u. a. auch das Mitglied der Zionistischen Palästina-Exekutive, Miß Szold, die ihm über das jüdische Aufbauwerk berichtete. Nach zehntägigem Auf• enthalt, während dessen verschiedene Feierlichkeiten der italienischen Kolonie stattfanden, verließ der Kronprinz das Land und setzte seine Reise fort. Die Einnahmen der Palästina-Regierung Eine soeben erfolgte offizielle Veröffentlichung gibt die Einnahmen der Palästina-Regierung während der ersten acht Monate des laufenden Budgetjahres vom 1. April bis 30. November 1027 mit £ 1478 651 an, und die regulären Ausgaben mit £ 1 241 087. Die hauptsächlichsten Einnahmen stammen aus Zöllen £ 502 499, Lizenzen, Steuern uaw. £ 473 807, Eisenbahnen £ 226 727. Die Hauptausgaben waren für Polizei- und Gefängniswesen £ 209 590, Eisenbahnen £ 160 015, transjordanische Grenzschutztruppe £ 113 879. (Ziko.) Bestätigung des Budgets von Tel-Awiw Nach längeren Verhandlungen wurde nunmehr das Budget der Siadfgcineinde Tel-Avviw nach Vornahme nur ganz geringfügiger Aenderungen durch die Palästina-Regierung bestätigt Die Regierung gewährte Tel-Awiw eine Subvention von £ 12000, davon 10 000 für das allgemeine Stadtbudget und 2000 für die Erhaltung des Hadassah-Krankenhauses. Am Budget für das Jahr 1927 beteiligte sich die Regierung mit nicht ganz £ 10 000, die für den Polizeidienst bestimmt waren. (Ziko.) Die Beratung der Arbeiter-Organisation Die Durchsetzung des Arbeifsprogramms — Neue Aulbattpläne — Gegen anarchische Orangen-Spekulation Von Dr. Fritz Löwenstein, Jerusalem. Die Tagung des Rates (der ״Moazah“) der Histadruth, die in der vergangenen Woche in Tel-Awiw stattfand, gab ein deutliches Bild der Stimmungen und Anschauungen, die in der Arbeiterschaft herrschen. Nachdem kurz vor dem letzten Kongreß die dritte Allgemeine Konferenz der Arbeiterschaft eine neue Exekutive und eine neue Moazah gewählt hatte, ist die letztere bisher dreimal zusammengetreten: ein erstes Mal unmittelbar nach der Wahl, zum zweiten Male nach dem Kongreß und jetzt zum dritten Male. Der Unterschied dieser beiden letzten Tagungen ist enorm. Auf der Sitzung nach dem Baseler Kongreß stand man unter dem Eindruck, daß in Palästina das schlimmste möglich werden konnte. Man kämpfte darum, daß wenigstens die Erwerbslosenfürsorge weiter gezahlt werde, wenn schon an Arbeitsbeschaffung nicht zu denken sei. Die jetzt beendete Tagung dagegen War vom Geiste des Optimismus getragen, von dem Gefühl, daß das Schlimmste hinter uns liege und daß man wieder an konstruktive Aufgaben denken dürfe. Die Tatsachen, die diese erfreuliche Veränderung der Dinge herbeigeführt haben, sind bekannt. Immerhin sei auch an dieser Stelle die Fest- Stellung wiederholt, die neulich von statistisch-fachwissenschaftlieber Seite gemacht wurde, daß nur 500 Arbeiter im Laufe des letzten Jahres Palästina verlassen haben, so daß also die Verringerung der Zahl der Arbeitslosen von mehr als 8000 im vorigen März bis auf unter 2000 in diesem März fast ganz der Ueberfiihrting dieser Arbeitslosen zur Arbeit zu verdanken ist. Und weiter verdient hervorgehoben zu werden, daß diejenige Form der Arbeitsbeschaffung, die als die wertloseste anzusehen ist (nämlich die Inaugurien־׳g von Notstandsarbeiten), nur etwa 1000 Arbeiter beschäftigt, während der weitaus größte Teil zu produktiver Tätigkeit überführt werden konnte. Die Tatsache, daß im Laufe der letzten änderthalb Jahre, obwohl ln dieser Zeit kaum neue industrielle Unternehmungen ins Leben gerufen wurden, 1700 jüdische Arbeiter n e u in der Industrie untergebracht werden konnten, beweist, daß auch auf diesem Gebiet große Möglichkeiten vorhanden sind, und übertriebener Pessimismus so unangebracht ist wie die Ueberschätzung der Möglichkeiten durch die Indusfrie-Ideoiogep. Auch die Pflanzungskolonien haben eine | große Menge vdh Arbeitern absorbiert. So dürfte diese Tagung der Moazah mit vollem Recht nicht nur diese erhebliche Besserung der Situation feststellen, sondern sie konnte auch mit berechtigtem Stolz darauf hinweisen, daß es die seit Jahren vertretenen Vorschläge der Histadruth waren, deren Durchführung zur Ent- Spannung der Lage geführt haben, jene Vorschläge, die von zionistischen und Regierungsinstanzen spöttisch abgelehnt wurden und die schließlich von der Energie der Arbeiterschaft dennoch den entscheidenden' Kreisen verständlich gemacht und schließlich von ihnen ausgeführt wurden. Die Histadruth hat in diesem Kampfe allein gestanden und hat ihn doch siegreich durchgeführt. Diese Leistung der Histadruth ist übrigens nicht וווו* für die Lage fm Lande vp!1gp5ßtfr Bedeutung, sondent ׳gerade-jMK^Ä:4ie^ae«üt^,che:.Änlqttive,;#1 y.®»• M©»#•«׳. Monat weniger Erwerbslosenfttrsorge zu zahle» hat c . * .. Dennoch waren die Blicke der Moazah weit weniger auf das Erreichte gerichtet als auf die bevorstehenden Aufgaben. Neue Kolonisation und neue Einwanderung, das alles vorbereitet durch eine intensive Propaganda in der Diaspora und einen Kampf gegen das von der neuen Palästina-Exekutive repräsentierte System, waren Probleme, die im eigentlichen Zentrum der Moazah standen. Die Oppositionsstellung gegen die Palästina-Exekutive kam immer wieder zum Ausdruck. An eine große Masseneinwatiderung wurde natürlich noch nicht gedacht; man sprach von der Wiederaufnahme einer chaluzischen Einwanderung, die die In den letzten Jahren gerissenen Lücken zu schließen vermag und die den neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes Genüge tun kann. In der Tat, wenn sich die begründeten Hoffnungen, auch den Rest der Arbeitslosen zu beschäftigen, erfüllt, so ist die Zeit in unmittelbarer Nähe, wo eine Neueinwanderung arbeitender Elemente erforderlich werden wird, vor allem für den Hafenbau. In der Kolonisationsdebatte sprach man sowohl über die Schaffung neuer Arbeitersiedlungen auf Grund gemischter Wirtschaft, wie über Ansiedlung in der Pflanzungszone und in Schchunoth Owdim und hofft, daß bei der Verwirklichung dieser Pläne auch die Regierung und private Gesellschaften in der einen oder anderen Form mitwirken werden. Interessant ist die Tatsache, daß man der Entwicklung auf dem Gebiete der Orangenpflanzungen mit großer Ueberlegung und Ruhe gegenübersteht. Rückhaltlos wurde die Bedeutung der sich in letzter Zeit immer deutlicher kundtuenden Tendenz zur Anlage neuer Bojaren anerkannt und begrüßt. Aber man betonte auch, und konnte sich dabei auf das warnende Beispiel der vierten Alijah berufen, daß diese Bewegung nicht anarchisch verlaufen dürfe. Es besteht die Gefahr, daß es zu einem Orangen-Boom kommt, wie es vor einigen Jahren zum Tel-Awiwer Bau-Boom gekommen war. Das aber würde bedeuten, daß die Preise für Orangenböden unerschwingliche Höhen annehmen und eine neue Krise könnte dann eintreten. Nicht etwa, daß man die außerhalb alles Zweifels stehende Rentabilität der Orangenpflanzungen anzweifelte oder daß man etwa geglaubt hätte, daß die Anbaufläche nicht mehr vergrößert werden dürfte! Es ging nur um eins, um die Forderung nach Kontrolle und Leitung dieser Bewegung durch׳ die zionistischen Zentralinstanzen. Und das ist eine Aufgabe, der die neue Exekutive sich widmen könnte, da es sich dabei nicht um Aufbau eines kostspieligen Apparates handeln würde. Die Versuchs- Station in Tel-Awiw wird wahrscheinlich imstande sein, dieser Aufgabe zu entsprechen. Es sei übrigens hervorgehoben, daß auch in misrachistischen Organen dieselbe Forderung erhoben wird. Pessach ln Pallstint Jerusalem, 9. April. (J. T. A.) Die ersten Peßachtage wurden in Palästina von der jüdischen Bevölkerung und den vielen aus verschiedenen Ländern der Welt eingetroffenen Peßachgisten bei strahlendem Wetter in froher Festlichkeit begangen. Die jüdische Arbeiterschaft hielt kollektive Seder- Abende ab, die unter Beteiligung von Tausenden bei Gesang und Tanz sehr eindrucksvoll verliefen. Zn den Gerüchten Uber die Anleihe Vom Büro der Exekutive erhalten wir nachstehendes Communique: Die Exekutive der Zionistischen Organisation teilt mit, daß sie keine Verantwortung für die In der letzten Zelt In der Presse erschienenen zahlreichen Nachrichten über eine internationale Anleihe der Zionistischen Organisation übernimmt. Die Nachrichten über den Stand der Verhand- Jungen, über Schritte einzelner Persönlichkeiten zur Unter- Stützung der Anleihevorschläge usw. sind zum größeren Teil völlig aus der Luft gegriffen, zum anderen Teile irreführend und nur geeignet, vorzeitige Hoffnungen zu erwecken, Ae der Schwierigkeit der Situation in keiner Weise Rechnung tragen. Gegenüber Nachrichten Londoner Korrespondenten zionistischer Zeitungen, die Ihrem Wortlaute nach aus ״Kreisen der Exekutive“ oder ״aus informierter Quelle“ stammen, sei bemerkt, daß keiner dieser Korrespondenten Informationen von autorisierter Seite erhalten hat * Wir geben diese Kundgebung wieder, obwohl die versehiedenen Meldungen von Zeitungen und Telegraphen-Agenturen, auf die hier augespielt wird, in der ״Jüdischen Rundschau“ nicht veröffentlicht worden sind. Wir selbst haben im Leitartikel der vorigen Nummer vor derartigen Sensationsnachrichten, die den Stempel der Unseriosität an der Stirn tragen, gewarnt. Herbert Samoel für den Keren Hajessod Das Keren Hajessöd-Komitee der Vereinigten Synagogen Englands gab zu Ehren Sir Herbert Samuels einen Empfang, in dessen Verlauf Sir Herbert eine Ansprache über die Pflichten des Juden gegenüber Palästina hielt. Ich kann es nicht verstehen, sagte er, daß Juden, die sich mit der Synagoge verbunden fühlen, Palästina gegenüber gleichgültig sind; noch weniger verstehe ich es, daß ein Jude für den Wiederaufbau Israels und Zions betet, . sich scheuen, an dein Aufbau "des jüdischen Nationalheims teilzunehmen, weil sie der Meinung sind, es entstünde für die dadurch eine geteilte Untertanenpflicht. Auf der anderen Seite gibt es extreme Zionisten, die einen konsequenten jüdischen Nationalismus vertreten und sich dadurch die Sympathie vieler Palästina-Freunde verscherzen. Durch solche Extremisten in beiden Lagern sollte die Sache selbst nicht leiden, Wir wollen unsererseits die richtigen Methoden wählen und für den Sieg der Gerechtigkeit ein־ treten. In den 10 Jahren seit der Verkündung der Balfourdeklaratlon, fuhr Sir Herbert Samuel fort, wird eine vernünftige und würdige Politik befolgt, die es wohl verdient, von jedem britischen Juden unterstützt zu werden. Palästina soll nach Art eines britischen Dominion aufgebaut werden. Die britische Regierung stützt das Unternehmen, das britischen Reichsinteressen dient. Der Schutz des Suez-Kanals ist von vitaler Bedeutung. für Großbritannien, und je mehr Schwierigkeiten in Aegypten entstehen, desto wichtiger wird die Position Palästinas für die britische Regierung. Ich kann deshalb nicht verstehen, daß Juden, die von Patriotismus für Großbritannien beseelt sind, dieser Politik der britischen Regierung gleichgültig gegenüberstehe». Warum wünschen sie, daß die ״Union kcrr in jedem Lande wehe, hur nicht in Palästina? Wollen die britischer sein als B§1four, imperialistischer als Amery? Warum bezeigt der britische Christ Palästina sein Interesse, während der britische Jude gegenüber diesem Rufe taub ist? Ich hoffe, schloß Sjr Herbert Samuel, daß der von der United Synagogue eingeleitete neue Kurs eine Wendung zum Guten herbeiführen wird. Daß die Vereinigte Synagoge *ihren Einfluß, ihren Reichtum, ihre organisatorische Kraft dem Palästina-Unternehmen leiht, wird in der Geschichte des jüdischen Volkes denkwürdig bleiben. Hypothekarische Darlehen ittr Pllanzimgszweeke Laut dem ״Dawar“ soll die A. P. C. gewillt sein, Hypotheken auf unbelastete Häuser in Tel-Awiw zu gewähren, falls deren Eigentümer diese Gelder in Orangenpflanzungen investieren. Der Leiter der A. P. C., H ס o f i e n, ist dieser Tage aus London nach Palästina zurückgekehrt und soll die Frage dieser hypothekarischen Darlehen zum Abschluß bringen. Zugleich mit Hoofien ist auch das Direktoriumsmitglied des I. C. T., Joseph C o w e n, in Palästina eingetroffen. (Ziko.) Neuerliche Bodenspekulation? Der ״Dawar“ berichtet von einem im Zusammenhang mit dem Touristenzustrom anläßlich der Feiertage neuerlichen Einsetzen von Bodenspekulation ln Palästina mit für Orangenpflanzungen geeigneten Böden, besonders im Pflanzungsgürtel Tel-Awiw—Rechoboth. (Ziko.) Rücktritt Dr. Bluestones? Wie die Hadassah mitteilt, kehrt der Leiter der Medical Unit Hadassah in Palästina, Dr. B1 u e s t o n e, aus privaten Gründen bereits im Oktober nach Amerika zurück, obwohl sein Vertrag bis Mai 1930 läuft. Nach diesem Vertrage steht jedoch Dr. Bluestone das Recht zu, schon vorher, das ist im Oktober 1928, von seinem Posten zurückzutreten. (Ziko.) Ausscheiden Julius Bergers aus dem N.-F. Herr Julius Berger, Leiter der Propaganda-Abteilung des Hauptbüros des Keren Kajemeth in Jerusalem, wird, wie wir erfahren, in der nächsten Zeit seinen Posten verlassen. Sein Ausscheiden erfolgte sofort nach seiner Rückkehr von seiner Reise nach Amerika und Europa, wo er im Dienste des N.-F. tätig war. Es heißt, wie ״Haarez“ erfährt, daß das Ausscheiden mit dieser Reise in direktem Zusammenhang steht. Dr. Alexander Goldstehl ln Berlin Vorübergehend in Berlin befindet sich augenblicklich Dr Alexander Ooldstein, der soeben eine 16monatig« sehr erfolgreiche Tournee für den Keren Hajessod beendet hat, die ihn durch Indien, Birma, Malayisch« Staaten, Singapore, Niederländisch-Indien, Australien und Südafrika geführt hat. Am Mittwoch den 18. April, abends 8Vs Uhr, im Saal der Synagoge Fasa• nenstr. 79/80, wird Alexander Goldstein über seine jüdisehen Eindrücke auf dieser Reise berichten. Der Vortrag de! bekannten erfolgreichen Propagandisten und Organisators, de! im Interesse des Zionismus bereite alle fünf Kontinents bereist hat, verdient zweifellos das regste Interesse der Ber- Uner Juden.