Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 27-28 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 108 JUEDISCHE RUNDSCHAU liehe Motive zurückgeht, brauchte der ״Israelit“ nicht besonders hervorzuheben; weder sind diese Motive von uns je verkannt worden, noch ändern sie etwas an der Tat* sachc daß die genannte Tendenz besteht und daher ab• gewehrt werden muß. Wir glauben auch gern, daß in manchen Kreisen der Liberalen, worauf die Gegenseite besonders hinweist, mehr Verständnis für den Austritts• gedanken zu finden ist als in unseren Reihen; dieses Ver* ständnis ist allerdings erst erwacht, seitdem die liberale Vorherrschaft in einzelnen Großgemeinden ins Wanken geraten ist. Unsere Auffassung vom Klal-Gedanken bleibt von den Mehrheitsverhältnissen der Gemeinden unbeeinflußt. Wenn auch eine Einigung mit dem Halberstädter Ver■ band wünschenswert wäre, so scheint es uns bei der jetzigen Sachlage doch in Ordnung, daß, wenn eine Einigung nicht erzielt wird, der Entwurf in seiner jetzigen Gestalt nunmehr der Staatsregierung eingereicht wird. Wir glauben zum Schluß konstatieren zu müssen, daß unsere Argumentation auf dem vorigen Verbandstag, die die einer Minorität war, offensichtlich auf weite, uns sonst fernstehende Kreise überzeugend gewirkt hat. Wir glauben diese Wirkung diesmal deutlich verspürt zu haben. Das soll uns ein Anreiz sein, auch in der Frage der Gesamtorganisation der deutschen Juden, in der der Preußische Landesverband unter Führung der bayerischen Flagge sonderbare Irrwege eingeschlagen hat, an die Verriunrt und an das jüdische Gefühl der Massen zu appel- Heren und in unserer Aufklärungsarbeit nicht zu rasten, bis an die Stelle des heutigen Gebildes eine wahrhaft demokratische Organisation der deutschen Juden ohne Berücksichtigung der deutschen Einzelländer gesetzt ist. ״Das Siebente Dominion" Josiah Wedgwood* Idee Von Paul Goodman, London. Der Name des Colonel Josiah Wedgwood hat einen guten Klang in der zionistischen Welt, besonders als der eines eifrigen Verfechters zionistischer Interessen im englischen Parlament. Seine freie und liebenswürdige Art ist auch vielen Zionisten auf dem Kontinent persönlich bekannt. Er hat sich nun um die zionistische Sache weiter verdient gemacht, indem er seine Auffassungen über die Entwicklung des jüdischen Nationalheims sowie das Verhältnis der Engländer zu Palästina in einer sehr lesenswerten Schrift*) niederlegte. Da aber diese Ideen ganz besonders die Persönlichkeit des Autors ausdrücken, so ist es wohl angebracht, hier eine kurze Skizze von ihm zu entwerfen. Man kann sagen, daß eine Figur wie die des Col. Wedgwood wohl nur bei den Engländern anzutreffen Ist, besonders soweit das Verhältnis zu Juden in Betracht kommt. Er entstammt einer im öffentlichen Leben sowie in Industriekreisen höchst angesehenen Familie. Die Wedgwoods sind überall bekannt als die englische Töpferfamilie par excellence. Die schönen Wedgwood-Waren (es gibt sogar ein ״Wedgwoodblau“), besonders mit ihren klassischen Motiven, haben einen vornehmen Platz in der Porzellanmanufaktur. Seit 300 Jahren sind die Wedgwoods Töpfermeister gewesen, und seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ist ein Josiah Wedgwood dem anderen gefolgt — nicht nur in der Töpferei, sondern auch in der Familientradition des sozialen Fortschrittes. Von puritanischer Abstammung und als freigeistige Unitarier sind natürlich die Wedgwoods politisch auf Seite der Whigs und Liberalen gewesen, und als letztens der englische Liberalismus ins konservative Fahrwasser eir.lenkte, da wurde unser Josiah Wedgwood ein Anhänger der Arbeiterpartei. Er hat sich aber auch hier die alte Unabhängigkeit bewahrt, obwohl er als gewesenes Mitglied der Arbeiterregierung eine führende Stellung in parlamentarischen Kreisen einnimmt. Josiah Wedgwood hat einen ausgesprochen freiheitlichen Sinn in nationalen Fragen, über die er mit großer, meist persönlicher, Sachkenntnis urteilt. Wenn er in dieser Hinsicht irgendwelche Vorurteile zeigt, so entspringen sie sicher seiner temperamentvollen Auflehnung gegen Unterdrückung der Schwachen und gegen Ungerechtigkeit aller Art. Es ist eben dies, w׳as seine besonderen Sympathien für die Juden erzeugt hat. Er bleibt aber dabei der Engländer, und scheut sich nicht, sich offen als britischer Imperialist zu bekennen. Dabei ist er Oberst und hat sich auf dem Kriegsfeld ausgezeichnet. Also er ist weder Internationalist noch Pazifist im gewöhnlichen Sinne. Aber er ist es darum nicht, weil er eine sehr hohe Auffassung von dem Sinn und Zweck der englischen Staatskunst besitzt. Er hat den Glauben an die Mission des britischen Imperiums, sowie viele von uns das Judentum zu einer Mission berufen fühlen, im Geist seiner puritanisehen Vorfahren dünkt sich der Engländer Josiah Wedgwood als Mitglied einer auserwählten Rasse, die dazu berufen ist, die Welt glücklich zu machen. Er hat dabei eine großzügige Auffassung, die keine kleinlichen Bedenken gegen die Tatkraft seines Volkes aufkommen läßt. Es ergibt sich aus dem Gesagten, warum Col. Wedgwood den Juden, und besonders den Zionisten, gewogen ist. Er scheut sich sogar nicht, sich auf seinen Vornamen — den eines berühmten judäischen Königs — als auf eine Fügung des Schicksals zu berufen. Er fühlt sich den Juden seelisch so nahe, daß er sie in die ״Familie“ (d. h. die britische Völkerfainilie) hineinziehen möchte. Die Juden, und die englischen Juden, sind gewiß keine Engländer, aber er wäre weit davon entfernt, das als ein Uebel anzusehen, denn Jude sein, ist ja gewiß keine Schande. Wenn er also eine Versammlung mit dem Worte ״Juden!“ (anstatt ״Meine Damen und Herren!“) begrüßt, so will er damit bei weitem nicht seine Zuhörer verstimmen. Ich erinnere mich eines Zwischenfalls während der Kriegsjahre, die Wedgwoods Verhältnis zu den Juden. besonders kennzeichnet. Der Vorsitzende, ein reicher Jude orientalischer Abkunft, hielt eine einleitende Rede, die vom Standpunkte der englischen Aussprache viel zu wünschen!ihrig ließ. Wedgwood ließ es sich nicht nehmen, später auf diesen Herren als Muster hinzuweisen mit der Bemerkung, was ihm (Wedgwood) besonders gefallen habe sei die erfreuliehe Tatsache, daß der Vorsitzende, obwohl er mit der englischen Sprache so wenig vertraut war, dennoch den Mut hatte, eine englische Rede zu halten! *) ״The seventh Dominion“, by Joshia C. Wedgwood. London, the Labour Publishing Co. Ltd. 7/6 (geb. 4/6). Die Sympathie, die Col. Wedgwood dem Zionismus seit den ersten Kriegsjahren angedeihen ließ, hat er ununterbrochen bis jetzt bewahrt. Es war eine Enttäuschung für die Zionisten, als bei der Bildung des Kabinetts Ramsay Mac Donalds unser Freund Wedgwood Kanzler des Herzogtums Lancaster und nicht, wie — ich glaube — er es selbst gewünscht hätte, Kolonialminister wurde. Die vorliegende Schrift, sowie ein kleines Buch über das ״Indo-British Commonwealth“, das im Jahre 1921 erschienen ist, beweisen, daß wir in Col. Wedgwood nicht nur einen treuen, sondern auch einen kritischen Freund besitzen. Das Hauptverdienst des ״Siebenten Dominions“ besteht darin, daß Wedgwood als Engländer frei seine Meinung gegenüber seinen eigenen Volksgenossen ausspricht. Und die freimütige Kritik eines politisch hochstehenden Engländers wie ,Wedgwood hat in der öffentliehen Meinung der Mandatarmacht oder bei dem palästinensischen Beamtenstab ein stärkeres Echo als etwa zionistische Resolutionen. Kurz gefaßt, beschwert sich Col. Wedgwood darüber, daß die britische Regierung in Palästina nicht ihrer Aufgabe bezüglich des Aufbaues des jüdischen Nationalheims durch werktätige Mithilfe gerecht wird. Er beklagt sich — aus gutem Grunde — daß das englische Beamtentum sich darauf beschränkt, das Land so zu verwalten, daß die öffentliche Ordnung erhalten bleibt und daß die bestehenden Rechte der Einwohner nicht beeinträchtigt werden. Dies alles ist schon unzählige Mal von uns selbst gesagt worden, aber es ist besser, daß es unumwunden von einem christlichen Engländer gesagt wird. Wedgwood geht aber weiter als wir es können. Er weist darauf hin, daß das britische Beamtentum in seinem Zweck, das Land mehr als nur zu verwalten, versagt hat, weil es keinen Zusammenhang zwischen den Engländern als Beamten und den Juden als Einwohnern in Palästina gibt. Sie bleiben sich trotz der gemeinsamen Interessen fremd. An dem Beispiel von Zypern beweist Wedgwood, daß ein solcher Zustand zu keinem innigen Zusammenschluß zwischen Juden und Engländern führen kann. Es genügt schon, wenn Wedgwood diese heikle Frage aufrollt, aber er will damit einen höheren Zweck erreichen. Col. Wedgwood behauptet, daß der jüdische Aufbau Palästinas Englands Sache sei. Er erkennt offen die Schwierigkeiten, die England im Nahen Orient bevorstehen und daß man sich auf die Zuverlässigkeit der Araber wenig verlassen kann. Die Juden, die auf England angewiesen sin J, würden schon aus diesem Grunde sich an die Seite Englands stellen. Aber Wedgwood geht noch einen bedeutungsvollen Schritt weiter: Er befürwortet die Schaffung eines jüdischen Palästina als eines sich selbstreglerenden Teiles des britischen Reiches, als ein neues, das ״Siebente Dominjon“. Das weltumfassende Imperium, das Iren, Franzosen, Buren Und — bald — Inder als gleichgestellte Mitglieder hat, wird auch die Juden in Palästina zum britischen Völkerbunde hinzuziehen. Wedgwood sieht im Geiste sogar fast das ganze jüdische Volk als Verbündeten des britischen Reiches. Sowie Frankreich die Protektion katholischer Interessen im Orient, so werde England die Interessen der Juden im Osten wahrnehmen. Die Perspektive, die Col. Wedgwood eröffnet, stellt das ganze Problem von dem Verhiftnis Englands zu Palästina auf eine Stufe, die weit über das heutige Maüdatbina«sgeli;'E%ist;in di«#er Koipeptiofl ac%r; ein großer und origineller Zug; für uns Juden ist Wedgwoods Idee hauptsächlich als ein Spiegel angelsächsischer Mentalität interessant, wenn wir auch erkennen, daß seine Vorschläge sich von den Realitäten entfernen. Ein Protektorat Englands über die europäischen Juden, die vollberechtigte Bürger ihrer Staaten sind, ist undenkbar; und was das ״Dominion“ betrifft, so ist es heute gewiß verfrüht, darüber zu bestimmen, welche politische Form Palästina nach Beendigung des Mandatsverhältnisses haben wird. Jedenfalls ist es bedeutungsvoll, daß ein hervorragender englischer Politiker uns Juden für bündnisfähig hält. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Brief hingewiesen, der anläßlich der Gründung der Paiestine Mandate Society in der ״Times“ veröffentlicht war und worin es heißt: ״The Co-partnership created between the British Empire and the Zionist Organisation“ — Die Partnerschaft zwischen Britischem Reich und Zionistischer Organisation. Während wir Col. Wedgwoods Kritik an der britischen Politik in Palästina — oder, richtiger gesagt, dem Fehlen einer Politik —■ zur Kenntnis nehmen, sollen wir dabei nicht seine kritischen Bemerkungen über die zionistische Arbeit im Lande übergehen. Er äußert sich fcharf gegen die konfessionelle Teilung der Börger wie sie letztens in den Munizipalwahlen geschaffen wurde, aber er ist ebenso gegen die zionistische Politik, die alles selbst, unabhängig vom Staate, machen möchte. Er betont, daß nur mit Hilfe des Staates das Nationalheim aufgebaut werden kann, aber die Juden selbst sollten nicht die Ersten sein, die eben dieser Hilfe aus dem Wege gehen. Er versteht natürlich nicht ganz, warum sogar in Palästina — vielleicht besonders dort — die Juden selbst ihr Erziehungswesen nach ihrer Art leiten und verwalten möchten. Aber wir sind ja selbst durch den Zwang der Verhältnisse dazu gekommen, daß wir eingesehen haben, daß auch die Juden von der Regierung stärkere Mitarbeit verlangen müssen. Diese Synthese von politischer Kritik und staatsbildenden Ideen machen Col. Wedgwoods Schrift besonders wertvoll für all diejenigen, die Palästinas Entwicklung von einer hohen Warte betrachten. I Das Parlament Transjordaniens Jerusalem, 30. März. (J.T. A.) Die Wahlen zu der Gesetzgebenden Körperschaft Trans] ordanie ns, die in dem Vertrag zwischen England und Trans- Jordanien vorgesehen ist, werden im Verlauf des Monats April stattfinden. Die Gesetzgebende Körperschaft Trans- Jordaniens wird sich aus 24 Abgeordneten zusammensetzen, * von denen 20 von der Bevölkerung gewählt und vier von der Regierung ernannt sein werden. Die nächste Nummer der ״J&d. Rundschau“ erscheint wegen der Feiertage am Dienstag, den 17. d. M. Nr. 27/28, 4. IV, 1028 Ende des Barmat-Rammels Aus der Tagespresse ist männigllch bekannt, wie lange der Barmat- Prozeß gedauert hat. wieviel Sachverständige, Richter, Anwälte mitgewirkt haben, wieviel tausende Seiten mit Anklagen und Protokollen ausgefüllt wurden, wieviel hunderttausende Mark der deutsche Fiskus für die Feststellung bezahlen mußte, daß Julius Barmat und Genossen keine Teufel in Menschengestalt, keine Verderber der reinen deutschen Sitten, sondern arme Schächer und betrogene Betrüger sind. Wir haben seinerzeit, als der Barmat-Rummel auf dem Höhepunkte stand, diese Angelegenheit prinzipiell behandelt und versucht, Lehren aus dieser Affäre zu ziehen, in der entwurzelte Juden als Werkzeug der Reaktion und des borniertesten Judenhasses dienen mußten. Es ist von unserem Standpunkte belanglos, ob Julius Barmat ein Betrüger ist oder nicht. Betrügerei ist nicht ein Ausfluß der Stammeszugehörigkeit oder des Religionsbekenntnisses, Betrügerei hängt meistens innig zusammen mit den sozialen Gegebenheiten und den herrschenden Wirtschaftsformen sowie mit individuellen Charakter-Eigenschaften. Daß der Barmat-Fall überhaupt, so viel Staub aufzuwirbeln vermochte, liegt an der judentelndlichen Einstellung weiter Schichten der deutschen Oeffentlichkeit, besonders der Beamten- und Richterwelt, deren Vorstellungen und Ueberzeugungen noch in der alten Monarchie wurzeln. Aus dem ganzen Prozeß ist die Feststellung erwähnenswert, die der Hauptangeklagte Julius Barmat in seiner Schlußrede gemacht hat. Barmat sagte: ״Alle Verfolgungen, die ich zu ertragen hatte, finden ihren Hauptgrund darin, daß ich Jude bin.“ Das sagt derselbe Julius Barmat, der in den Zeiten seines Reichtums für sein Judentum nur sehr wenig übrig hatte. Damals finanzierte er alles in der Welt, nur nicht jüdische Institutionen. Damals glaubte er seiner Vergangenheit endgültig entronnen zu seif#, und erst, nachdem er Jahre der Erniedrigung überstanden hatte, kam es ihm zum Be* wußtscin, daß er ein Jude ist und für diese Tatsache Tribut zahlen muß. Um die Jerusalemer Universität Jabotinsky hat vor kurzem ein Rundschreiben versandt, das auch in einzelnen zionistischen Zeitungen abgedruckt worden ist, worin er sich mit der Frage der Jerusalemer Universität beschäftigt. Ausgehend von den antisemitischen Vorfällen an den Hochschulen in Rumänien und anderwärts bezeichnet Jabotinsky die Schaffung einer wirklichen jüdischen Hochschule mit geordnetem Lehrbetrieb als ein dringendes Gebot und fordert die Um- Wandlung der Jerusalemer Universität aus dem Forschung«- Institut, das sie heute darstellt, In eine solche Hochschule. Er setzt sich dabei mit den verschiedenen Einwendungen auseinander, insbesondere weist er darauf hin, daß das Budget der Jerusalemer Universität heute schon den Vergleich mit Kownö, Athen und Jena aushaite, daß qualifizierte Lehrkräfte genügend vorhanden seien, da man nicht gleich mit erstklassigen Gelehrten beginnen könne usw. Für einen beträchtlichen Teil der heute der Studienmöglichkeit beraubten Jugend wird auch eine bescheidene jüdische Hochschule einen wichtigen Ersatz bedeuten, außerdem werde eine solche Verwandlung auch die Universität materiell stärken. Im Sinne dieser Parole wurden in letzter Zeit Versamm- Jungen in Warschau und Wien abgehalten. In Wien veranstafteten die Studenten «in Me^tjng, bei welchem Qb erbaprat Stricker der Hauptredner war; es wurde eine. Resolutioh beschlossen, die die Umwaudlüng der t Jniversität fordert. Das Londoner Büro der Universität gibt nun ein Communiquö heraus, worin es heißt: Angesichts der Propaganda, welche in der letzten Zeit von der revisionistischen Partei geführt wird für die sofortige Umwandlung der Hebräischen Universität in ein Institut mit Lehrbetrieb aller Fakultäten und mit dem Recht der Graduierung, teilt das Büro der Hebräischen Universität mit, daß die Frage der künftigen Gestaltung der Universität in bezug auf Lehr- und Forschungsbetrieb Gegenstand eingehender Untersuchung seitens eines autoritativen Subkomitees des Direktoriums, das bei der letzten Sitzung eingesetzt wurde, gewesen ist Auf Grund detaillierter Informationen seitens des jetzigen Lehrkörpers und der Verwaltung der Universität, und unter voller Berüdcsiditigung der allgemeinen Lage der jüdischen Studenten in Palästina und im Ausland, hat das Komitee einen Bericht mit genauen Vorschlägen vorbereitet, welcher bei den nächsten Sitzungen des akademischen Rates und des Direktoriums der Hebräischen Universität behandelt werden wird. Diese Sitzungen werden im kommenden Sommer stattfinden. Die Beschlüsse des Direktoriums werden dann veröffentlicht und begründet werden. Mißerfolge der Kolonisation in Rußland Moskau, 31• März. (J.T.A.) Von 2415 Juden, die sich 1926 in der Ukraine auf dem Lande angesiedelt haben, verlassen jetzt — wie die jiddisch-kommunistische Tageszeitung ״Einess“ mitteilt — 37 Prozent die Kolonien, unter ihnen 540 jüdische Neusiedler aqs dem Distrikt Krlworog. Die Leitung des deutschen Keren Hajessod Von der Leitung des Keren Hajessod in Deutschland wird uns mitgeteUt: Am 1. April tritt Alfred Berger nach fast fünfjähriger Tätigkeit von der Leitung der deutschen Keren Hajessoa-Arbeit zurück. Er hat sich entschlossen, nach Jahren aufreibender und verantwortlicher hauptamtlicher Tätigkeit für das Palästina- Werk einen Posten im Wirtschaftsleben zu übernehmen. Anläßlich einer Abschiedsfeier, die das Präsidium des deutschen Keren Hajessod zu seinen Ehren veranstaltete, würdigte Herr Direktor Oskar Wasse rm ann Bergers Verdienste um die Entwicklung des Keren Hajessod. Er fand Worte wärmster Anerkennung für die hingebende und erfolgreiche Tätigkeit Bergers und sprach die Hoffnung aus, daß Alfred Berger auch in Zukunft der Keren Hajessod-Arbeit verbünden bleibt. Däs Direktorium des Keren Hajessod in Jerusalem sieht Herrn Berger sehr ungern aus der Reihe der hauptamtlichen Mitarbeiter ausscheiden und dankt ihm auch an dieser Stelle wärmstens für seine aufopferungsvolle Arbeit, Dr. Martin Ros enblüth x der dem Präsidium des deutschen Keren Hajessod angehört, übernimmt als geschäftsführendes Präsidialmitglied die Leitung der deutschen Keren Hajessod-Arbeit.