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Jüdische Rundschau · 1928-03-30 · Heft 26 (30.3.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 26 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28, 30. Ul 1628 JUEtHSCHE RÜNDSCHÄÜ Seite 101 Die Kampfmethoden der Anttzionisten Sie tpredien das Pro Palästina-Komitee gegen den Zionismus aus! Als das Pro Palästina-Komitee in Deutschland gebildet wurde, entstand in den antizionistischen Kreisen bekanntlich Verwirrung und Wut darüber, daß auf diese Weise vor der ganzen Oeffentlichkeit durch die Namen politisch angesehener Nichtjuden die zionistische These bekräftigt wird, daß die ztonistische Arbeit für das jüdische Nationale Heim in Palästina in keinem Gegensatz zu voller staatsbürgerlicher Geltung steht. Denn wäre zionistische Arbeit nicht vereinbar mit deutscher Staatsgesinnung, so würden die Männer des P. P. C., die zum Teil der Regierung angehören, kaum für ein Unternehmen eintreten, das deutsche Interessen schädigt. Obwohl von zionis tisch er Seite stets betont wurde, daß das Komitee nur der Unterstützung der im Völkerbundsmandat ausgesprochenen Bestimmungen, d. h. der von Deutschland als Völkerbundsmacht mit anerkannten Palästinabestrebungen dient, wurde von antizionistischer Seite versucht, es so hlnzustelien, als ob das P. P. C. eine Einmischung in innerjüdische Streitfragen sei. Es schien offenbar unseren Gegnern hier ein leichterer Angriffspunkt zu sein als in den eigentlichen Zielen des Komitees. Wir Zionisten haben stets Wert darauf gelegt, den wahren Sachverhalt darzustellen, aber das paßte den Angreifern nicht, darum kämpften sie weiter gegen die von ihnen selbst fingierten Ziele des Komitees. In der letzten General-Versammlung des P. P. C. hat daher der Präsident Graf Bernstorff nochmals mit aller Deutlichkeit erklärt, daß das Komitee für die Errichtung des nationalen Helms im Sinne des Palästina-Mandats eintritt und hierfür die Unterstützung der deutschen Juden begrüßt, sich aber sonst in innerjüdische Streitfragen nicht elnmengt. Diese Erklärung war selbstverständlich in vollem Einvernehmen mit der Zionistischen Organisation erfolgt und beinhaltet nichts, was nicht immer von uns vertreten worden wäre. Ja man muß sogar sagen, daß gerade wir Zionisten ein Interesse an einer solchen Erklärung hätten, damit den unsinnigen und unrichtigen Angriffen unserer Gegner die Spitze abgebrochen wird. Nun geschah aber etwas Unerwartetes. Konnte man fürderhin nicht mehr sagen, daß die Zionisten das P. P. C im innerjüdischen Kampf mißbrauchen, so versucht man am dem entgegen gesetzten Tatbestand einen Angriff auf den Zionisraus abzuleiten! Am 15. März «schien im Abendblatt der ״Frankfurter Zeitung" ein mit ״m." gezeichneter Artikel, der wahrschetnlich aus wohl bekannten Regionen eines deutschen Bundes- Staates herstammt, und der zur Charakteristik derungeheuerlichen Kampf methoden der Antizionisten Her vollständig abgedruckt sei. Die Zionisten haben in ihrer Agitation das Pro Pallstina-Komitee für ihre propagandistischen Zwecke nutzbar zu machen gesucht.. Demgegenüber hat dieses Komitee es für geboten erachtet, von dam Zionismus abzurücken. Der in seiner diesjährigen Generalversammlung erstattete Jahresbericht bringt deutlich zum Ausdruck, daß die Gründung des P. P. K. durchaus keine Parteinahme zugunsten des Zionismus bedeuten soll. Es heißt u. a.s Das Komitee betont immer die selbstverständlich gebotene Neutralitst im inner!üdischnn Kampfe. Mit abstrakten Prägen, wie z. B. der Auffassung der Judenhelt als Volks- oder Religionsgemeinschaft!.'׳,lieaeh&ftigt sich das Komitee nicht.' Es •hat' in Ausführung ■seines, klaren und eindeutigen Programms einzig und allein die Aufgabe, das in Palästina begonnene Werk aül ethischen, sozialen, Wirtschaftliehen und politischen Gründen zu fördern. Im Anschluß hieran führte der Präsident des P. P. K., Graf Bernstorff, noch folgende« aus: ״Durch den Geschäftsbericht ist vollständig klar gestellt, daß das Komitee nicht von dem Ziooismus. für seine Zwecke vorgespannt werden kann; das P. P. K. bedeutet keine Parteinahme für den Zionismui, sondern nur das Eintreten für den Aufbau Palästinas als ethisches, soziales und wirtschaftliches Problem.“ Nach dieser bestimmten Erklärung werden die Zionisten für dio Folge das P.P. K. nicht mehr für ihre national jüdische Ideologio reklamieren können. Der Unterschied zwischen Palästinaaufbau und Zionismus besteht in folgendem: Das P, P, K. will aus deutschpolitischen und wirtschaftlichen Gründen den Aufbau Palästinas irn Sinne der Balfour-Doklaration, die ausdrücklich bestimmt, daß dadurch die Stellung der Juden als Staatsbürger in anderen Ländern unberührt bleibt, fördern. Sein Präsidium erklärt aber dabei, daß es mit den zionistischen Zielen, alle Juden der Welt zu einer völkischen und kulturellen Einheit zusammenzuschweißen, nichts zu tun hat und nichts zu tun haben will. Für den Zionistnus dagegen ist der Aufbau Palästinas nur ein Mittel zu dem jüdischpolitischen Zweck, die jetzt bestehende Religionsgemeinschaft der Juden wieder zu einer einheitlichen Volksgemeinschaft, wie sie bis vor sooo Jahren bestand, umzugestalten, und Palästina als das Vaterland und das kulturelle Zentrum dieses Judenvolkes zu erklären. Die Verschiedenheit dieser Tendenzen zu verwischen, liegt im Interesse der zionistischen Propaganda, darum war es notwendig, daß demgegenüber von autoritativer Stelle aus klargestellt wurde, daß das Komitee nicht von dem Zionismus für seine Zwecke vorgespannt werden kann und keine Parteinahme für den Zionismus bedeutet. In diesem Zusammenhang sei auch darauf liingewiesen, daß der Zentralvorein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in einer Resolution entschieden Stellung gegen die zionistische Auffassung genommen hat. m. Dieser m. scheint also ganz im Sinne der vom C,-V. angenommenen Resolution Mecklenburg die Oeffentlichkeit über den Zionismus ״aufzuklären“. Das P. P. C. sandte der ,,Frankfurier Zeitung“ eine Ber i c h t i g u n g, die im ersten Morgenblatt vom 26. März zwar nicht im Wortlaut, aber doch dem Sinne nach abgedruckt ist. Es wird darin der Bericht der ״Jüdischen Rundschall" vom 14. F e b r u ar über die Rede des Grafen Bernstorff bei der Versammlung des P. P. C. zittert, sodann heißt es in der ״Frankfurter Zeitung“ weiter: Mit dieser Erklärung will da« Pro Palästina-Komitee, wio es uns weiter im'fteilt, zum Aufdruck bringen, daß es dio in der Balfour- Deklaration und im Palästina-Mandat vorsprochena Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina aus allgemeinen poiitischen und taraaehlicbsa Gründen fördern und »ich mit der Stellung der Juden *um Aufbau Palästinas nur insofern beschäftigen will, als es nach seinem Programm die tätige Anteilnahme der deutschen Juden am Palästinawerk begrüße. Es will durch seine Existenz und seine Arbeiten der jüdischen Walt *engen, daß kein Anlaß bestehe, aus politischen Erwägungen diesem Werk fornxubleiben. Wenn das Pro Palästina-Komitee auch niemals den Versuch ™macht habe, in die innerjüdische Auseinandersetzung über das Wesen des Judentums einzugreifen, so könne keinesfalls seine bei jeder Gelegenheit bekundete Neutralität auf diesem Gebiet als eine Stellungnahme gegen den Zionismus gedeutet •werden. Innerhalb dos Palästina- Komitees sei gerade von zionizlUeher Seite darauf liingewiesen worden, daß eine Mitarbeit aller Juden am Palästinawerk erwünscht sei und daß jede jüdische Organisation, die da« klar« Programm de* Pro Palästina-Komitees anerkenne, in der Leitung des Komitees ihren Platz finden 80110. Die Redaktion schließt den Zwischenfall mit folgender Bemerkung: Ohne uns in dio Diskussion über das, was Graf Bernstorff gesagt oder nicht gesagt hat, nochmals einzulassen, wollen wir also festslelion, daß das Pro Palästina-Komiteo eine neutrale Organisation, weder pronoch oontra-zionistisch ist. Es ist ein trauriges Zeichen für das Niveau und die Posttion der Antizionisten, daß sie mit so groben Entstellungen arbeiten müssen und die sachliche Uninformiertheit der Oeffentlichkeit mißbrauchen, um Darstellungen zu verbreiten, aus denen das gerade Gegenteil dessen zu entnehmen ist, was tatsächlich vorgefallen ist. Wir hoffen, daß die Leitung des C.-V. mit dieser offenbar aus Kreisen des Vereins stammenden Veröffentlichung nichts zu tun hat und würden wünschen, daß sie diese Verbreitung entstellter Tatsachen ebenso mißbilligt wie wir. PESSACH - DAS FEST DER FREIHEIT — Kar#%^P * I I 1% Kb 11 I Im I 1 Ist für Jeden Juden der gegebene Anlaß, an dem großen Werke der Erlösung des Bodens ln Erez- Israel mitzuwirkenI Beim Aufruf zur Thora gedenket des Keren Kajemeth! Hebräische ginderbtteber von Bialik Der Verlag ״Dwir" (Tel-Awiw) hat mit der Ausgabe einer Serie von Kinderbüchern begonnen, deren Text Bialik geschrieben hat, während die Bilder von dem Maler N. Outmann stammen. Bisher sind erschienen: 1. König Salomo und die Königin von Saba. 2. König Salomo, die Tiere und Vögel (vier Märchen). 3. Der Zwiebelfreund und der Knobfanchfretmd; 4 ׳. Das Bach Berfachith. Es bedarf •keiner besonderen Hervorhebung, daß Bialiks Text kindliche Einfachheit mit Schönheit der Sprache und richtigem Märchenton zu vereinen weiß. So sind diese Büchlein nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ein köstlicher Genuß, und ihre Verbreitung unter Hebräisch Lernenden des Galuth herzlich zu wünschen. Sie sind sehr billig: 40 bis 60 Pfennig pro Stück, bei tadelloser Ausstattung. Ein eigenes Hans Iflr da ״Oneg Sabbath“ Bekanntlich hat sich vor kurzem unter Aegide von Bialik ln Tel-Awiw eine ״Oneg Sabbath‘-Vereinigung gebildet, die jeden Sonnabend stark besuchte Zusammenkünfte veranstaltet. (Wir haben darüber in Nr. 16 der ״Jüdischen Rundschau‘ berichtet.) Wie palästinensische Zeitungen jetzt berichten, hat sich der Zähnefabrikant Blum Bialik gegenüber verpflichtet, auf seine Kosten ein eigenes Haus, mit einem 1000 Personen fassenden Vortragssaal, für die Vereinigung herstelten zu lassen, sobald ein geeigneter Bauplatz für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wiro, (Ziko.) Zum ״Schwejk“, der bei Piscator mit Max Pallenberg gegeben wird, hat George Grosz den ״Hintergrund“ gezeichnet — Figuren, die auf der Leinwand erscheinen; jetzt vom Malik-Verlag in 17 Blättern herausgegeben. Die Fratze des Militarismus glotzt uns hier an, der stupiden, brutalen, volksversklavenden Kaste. Man kennt diese ״herrschende Klasse“ Grosz׳ schon; aber ich kann mir nicht helfen, für mich ist Pallenbergs Schwejk, diese (mit jüdischen Elementen untermischte) Schöpfung eines echten Volkshumors, diese Ironie des Tschechen Haschek über Oesterreich, diese der Wirklichkeit mehr als mancher ahnt entsprechende Situationskomik, eine viel wirksaniere Antikriegspropaganda als die Schauerbilder von Grosz. Es ist die Idealisierung des Antiheroismus, den unsere Zeit braucht, um ihre eigene Menschlichkeit wieder zu finden. Gute schlichte Vo'kstiim'ichkeit, wie sie dieser Haschek-Schwejk ausstrahlt, ist dem wahren Nationalismus näher als bramarbasierenoc Großrednerei, die manche für nationale Tugend halten. Haggadah. In der Rezension der Haggadah in Nummer 33 der ״Jürfischon Rundschau“ ist irrtümlich angegeben, daß die Goismar-IIaggadah von der Buchhandlung Rubin Maß herausgegeben ist, während sie vom Verlag ״Jalkut“ G. m. b. II. publiziert worden ist. Zu Bubers 50. Geburtstag. Von der ״Jüdische» Rundschau“ Nr. 1ז vom ך. Februar haben wir eine beschränkte Anzahl Exemplare auf gutem Papier (Glanzpapier) abziohen lassen, wovon noch wenige Stück verfügbar sind. Sie können zum Preise von 1 M. einschließlich Porto — solange der Vorrat reicht — von der Expedition der ״Jüd« Rundschau, Berlin W 15, Meineke- Straße ro, bezogen werden. Fröitnong «er Volksbank ״IWRIA“ Die vor kurzem begründete jüdische Volksbank auf genossenscliaftlicher Grundlage ״Iwria“ wurde am Sonntag, den 25. März, mittags, in ihren Räumen (Französische Straße S) durch einen Festakt eröffnet, der von Herrn Direktor K a r e s k i, Mitglied des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, geleitet wurde. Zahlreiche Mitglieder und Gäste füllten die festlich geschmückten Räume. Herr Direktor Kareski richtete einen Appell an die Anwesenden, nach Kräften dazu beizutragen, daß das neue Institut sich zu einer großen Institution im Wirtschaftsleben des Judentums entwickeln könne. Es handelt sich bei der neuen Bank nicht um ein Unterstützungsinstitut, sondern um die Schaffung legitimer Kreditverhältnisse auf rein gcschäftsmäßiger Grundlage. Den Arbeitenden 3011 die Möglichkeit gegeben werden, nicht nur ihre Betriebe zu halten, sondern diese noch zu steigern. Unsere ehrenamtliche Tätigkeit ist geboren aus dem Pflichtbewußtsein gegen die jüdische Gesamtheit. Am 1. Dezember vorigen Jahres wurde der Beschluß zur Gründung der Volksbank ״Iwria“ gefaßt, heute nach drei Monaten liegt das fertige Werk vor, ein brauchbares, leistungsfähiges Instrument mit vorläufig 100 000 Mark bar eingezahltem Kapital. Die Mitglieder der Bank haben sich über Gruppen und Zirkel hinweg zu gut jüdischer Arbeit vereinigt, zu einer Synthese der vielseitigen Elemente im Berliner Judentum. Möge die ״Uvria“ nt einem starken Instrument der jüdischen Wirtschaftstätigkeit werden. Es sprachen noch Direktor Dr. A i t s c 11 u I (russisch), Schaiit (jiddisch), D r i tn m e r, Direktor K a p 1 u n, Dr. Taizliti, Langermann und (namens des Wohlfahrtsamtes der Berliner jüdischen Gemeinde) Herr Eugen Caspar!. Ein geselliges Beisammensein beschloß den Festakt. Inferaationale Mfesl0Hsk«nlerm in Jerusalem Am 24. März wurde in Jerusalem die internationale Missionskonferenz bei Anwesenheit von 240 Delegierten aus 51 Ländern im ehemaligen Regierungsgebäude auf dem Oelberg eröffnet. Im Aufträge des Internationalen Arbeitsamtes beim Völkerbund nimmt Harold Orinishaw an der Konferenz teil. Den Vorsitz führt Dr. Mott, der auch Vorsitzender des Weltverbandes christlicher junger Männer (Y.M.C. A.) ist. Die Katholiken bleiben der Konferenz fern, da der Papst in einer Encyclica es den Katholiken verboten hat, an nichtkatholischen Konferenzen teilzuaehmen. In der Eröffnungsansprache führte Dr. Mott aus, die Haltung der Konferenz gegenüber den nichtchristlichen Religionen sei nicht aggressiv, sondern aufbauend. Dr. Mase aas der Halt entlassen Moskau, 28. März. (J. T. A.) Dr. Saadja Mase, der bekannte jüdische Gelehrte und Hebraist, ein Sohn des verstorbenen Moskauer Oberrabbiners Jakob Mase, der vor etwa zwei Monaten unter der Beschuldigung pro-zionistischer Betitigung verhaftet wurde, ist soeben aus der Haft entfassen worden. Jahresversammlung des ״ORT“ Am 34■ März 1g*8 wurde in Berlin die Jahresversammlung der Gesellschaft ״Ort" Abt. Deutschland E. V. abgchalten. Der ,Vorstizende, Bankier Wilhelm Graeti, stellte in der Eröffnungsrede fest, daß der ״Ort"-Gedanke in Deutschland die wärmsten Svmpathien findet. Bei allen jüdischen Organisationen in Europa uni in Amerika hat dio Arbeit von ״Ort" liefe Anerkennung gefunden. Eine Ausnahme bildet in dieser Beziehung eine gewisse Art der Propagaoda, die in der letzten Zeit von der Geschäftsführung des Hilf«- verein* der Deutschen Juden ,betrieben wird. Wenn wir dies noch so bedauern, so sind wir keineswegs geneigt, die Bestrebungen des Hilfsvereins, demnächst eine Hilfeleistung für die russisch-jüdischen Kolonisten auf kulturellem und hygienischem Gebiete zu beginnen, zu unterschätzen. Bei aller Verschiedenheit der Aufgaben und der Arbeitsmethoden ist ein Widerspruch zwischen diesen Bestrebungen des Hilfsvereins und der Tätigkeit des ״Ort“ nicht zu konstruieren. Dagegen bedeutet eine otwaigo Tendenz seitens des Hilfsvereins, die einzige Vertretung der deutschen Juden, für Hilfsarbeit im Auslände sein zu wollen, mindestens eine Verkennung der Interessen der deutschen Judenheit an der großen, von den zunächst beteiligten Bevölkerungsschichten getragenen demokratischen Aufbaubewegung. Es folgte der Bericht des Generalsekretärs Dr. M. T r a u b über die Tätigkeit der ״OrT'-Gescllschaft Abt. Deutschland im Jahre 1987. Es bestehen 33 Städte-Komitees in allen Teilen Deutschlands, von denen 14 im Berichtsjahre gegründet wurden. Seit 1. Januar 1937 wurden in ganz Deutschland 43 ״Ort"-Versammlungen abgehalten. Erhallte Aufmerksamkeit wurde der produktiven Arbeit in Deutschland selbst zugewendet. Die Schneiderloh rwerkstätto und die Chauffeurkurte in Berlin haben eine sehr gute Ent- Wicklung genommen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit lag indes nach wie vor in der Werbearbeit für das große Aufbauwerk im jüdischen Wirtschaftsleben in Osteuropa. Indem wir nie das Trennende, sondern immer da» Einigende betonen, erreichen wir eia harmonisches Zuaammenarbeiten von Vertretern verschiedener Richtungen und «ntgegengesetzter Anschauungen am gemeinsamen jüdischen Aufbauwerk. Nicht als Hilfesuchende sind wir nach Deutschland gekommen, sondern wir haben durch diu Gründung der deutschen Gesellschaft ״Ort“ dem Bedürften« des deutschen Judentums nach tätiger Mitarbeit an einem Werke, an dem es selber interessiert ist, entsprochen. Hierauf hielt Herr Dr. A. Singalowsky sein Referat ״Ein Jahr ,Ort-Arheit". Nach einer lebhaften Genertdausspracbe,!m der sich die Herren Ing. Ben, Ing. Broido, G. Dridto, M. Peinleib, II. Fajwiowicz, Dr. D, Lrovitch und Frau Rabb. Dr. Bschelbachm• beteiligten, führte Herr Landgerichtsrat Dr. J, Stern zur Illustration eine Reihe von Eindrücken an, der er auf seiner längeren Reise über das europäische und asiatische Rußland gewonnen hatte. —• Hierauf wurde die Wahl des Vorstandes vorgenomroen, der sich aus folgenden Personen zusammensetzt: Ing. A. Berlant; Dr, Leo Brnmson; Just.- Rat Dr. J. Brodnitz: Dr. Brodnitz jr.: Frau Rabb. Dr. Eschclhacher; Frau Dr. Finkeistein: Prof. Dr, 8. Frankfurt; Frau Agnes Graetz; Dr. Martin GraoU; Wilhelm Graetz: Oscar Heimann: Ifabb. Dr. M. Hildesheimer; Dir. Wilhelm Kleemann; Ing. I). Klemcntinowskv; Dr. Joseph Lehmann: Mord/ A. Loeb; Dr. Georg Lubinskv; Dr. D. Lvovitch; Wilhelm Marcus; Frau Henriette May; Ham Rosenberger; Dr. Martin Roaenblüth; Prof. Dr. H. Rosin; Sch. Rudel; Dr. A. Sinpjalowsky; Prof. Dr. Ludwig Stein; R.-A. Dr. II. Stern: Landes- . Wischniak; Dipl.-Ing. Bruno Woyda. «— In die Revisions-Kommission worden die Herren Ing. Ber; Alfred Berger; G. Dridzo und Geheimrat Salinger gewählt. ■ IflD IIFM CCnCDADCNIl B®b® deine Spende in VIII( IICIII uElICliHDCnU die Büchse für den freien 1■■■^ 1 Beden im freien Lende! 62843

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