Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 26 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2652971-2652997--19861-2677782- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 18S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 26, 30. m. 1028 Nr. 26 Lehrer auf 18000 Kinder, eine Ziffer, von der man gewiß nicht sagen kann, daß die Zahl der Lehrer unverhältnismäßig groß sei, wo aber gewiß eine Verkleinerung der Zahl ohne weiteres möglich ist. Wir alle erinnern uns ja aus unserer Schulzeit an Klassen mit 40 und mehr Kindern. Die Exekutive hat also an manchen Stellen mit Erfolg ab* gebaut, an anderen wird sie gezwungen sein, es zu tun. Aber selbst, wenn sie das mit größter Rücksichtslosigkeit durch* führt, ist das Gelingen des Sanierungsplanes noch völlig in Frage gestellt. Es gab nur eine Voraus* Setzung, die die neue Exekutive verlangte, als sie die Arbeit übernahm. Sie verlangte, daß die Deckung des vom Kongreß beschlossenen Budgets gesichert sei. Die Versprechung, die in dieser Hinsicht vor allem von Amerika gegeben wurde, war die Grundlage, auf der das Budget ausgearbeitet wurde und auf der die Exekutive ihre Arbeit aufnahm. Als im Oktober und November Amerika seine Verpflichtungen nicht erfüllte, bestand in der Exekutive die Neigung, die Arbeit niederzulegen, nachdem die eben genannte einzige Voraussetzung in der Wirklichkeit nicht erfüllt wurde. Man tröstete sich schließlieh, man erklärte, daß die ersten Monate des Jahres stets besonders schwierig sind usw. Inzwischen stehen wir Im März, und das bisherige Ergebnis ist wahrhaft erschreckend: die Rückstände Amerikas an den Keren Hajessod betragen ca. £ 50 000, und die Nachrichten, die über die innere Situation in Amerika eintreffen, erwecken die Befürchtung, daß es nicht leicht fallen wird, diese Schuld Amerikas gegenüber dem Keren Hajessod noch zu decken. Was das bedeuten würde, wäre klar: die Exekutive würde trotz aller Ersparnismaßnahmen außerstande sein, ln diesem Jahre in irgendwie nennenswertem Maße Schulden zu zahlen und wir würden am Schlüsse dieses Jahres genau da stehen, wo wir am Anfang standen. Von Palästina aus müssen wir uns damit begnügen, diese bedrohliche Perspektive offen aufzuzeigen. Es könnte ein falsches Bild entstehen, wenn man nicht in diesem Zusammenhang betonte, daß die Lage im jüdisehen Palästina Im allgemeinen keineswegs als eine verzweifelte angesehen werden kann. Die Befürchtung, die vielfach gehegt wurde, als wenn wesentliche Positionen des Jischuw zusammenbrechen müßten, wenn die Zionistische Organisation sie nicht stützen werde, hat sich nicht bewahrheitet Nicht nur in den Pflanzungskolonien ist die Lage gut, sondern auch im Emde muß die Situation, nachdem die Gefahr einer Dürre durch ausgiebige Regen abgewehrt worden ist, als ganz befriedigend bezeichnet werden. Während in der Pflanzungszone neue Bojaren entstehen — es sei nur an den Gan Chaitn erinnert, an dem sich auch Sir Alfred Mond beteiligt, und an Dr. Brünns Pflanzungsgcsellschaft — befestigen sich im Emde die Wirtschaften ständig und manche Zweige, wie etwa die Milchwirtschaft, blühen in erkennbarer Weise auf, gefördert insbesondere durch den jetzt ausgezeichnet arbeitenden Maschblr. Und auch in der Industrie lassen sich Erfolge verzdehnen. Die Delegation palästinensischer Industrieller, die in Amerika zwecks Aufnahme von Krediten gewesen war, ist zurückgekehrt und hat, wie verlautet, Kredite in einer Höhe von etwa £ 25000 erhalten, der erste Anfang jener Industriebank, die mit Keren Hajessod-Mitteia bisher nicht geschaffen werden konnte. Die Verbesserung der Zolkerbiltnisse, die Nichf-Abändejung des syrisdien Handels* vtiteagtäf haben dazu geführt, daß eine Reihe von Unternetif mungen ihre Arbeiterzahl ständig vermehren können und daß man langsam beginnt, in die umliegenden Märkte Syriens und Transjordanlens einzudringen. Viel verspricht man sich auch von der Initiative Sir Alfred Monds und des Londoner Economic Board for Palestine zur Schaffung eines Londoner Büros zwecks Förderung der Ausfuhr palästinensischer Produkte. Wie man sieht, ist dieses Bild der Wirtschaft Palästinas keineswegs beunruhigend. Die Initiative aber liegt heute nicht mehr bei der Zionistischen Organisation, sic liegt bei anderen Faktoren: der Regierung, privaten Kapitalisten, der Arbeiterorganisation. Die Zionistische Organisation muß mit größter Beschleunigung ihre inneren Angelegenheiten ordnen, um wiederum führend und leitend in den Aufhauprozeß cingreifen zu können. Denn unser Glaube ist, daß die Zionistische Organisation allein den Aufbau Palästinas als unseres nationalen Heimatlandes durchführen kann. Zionistische Landeskonferenz für Lettland Am Sonntag, den 18, März, fand in Riga die 5. Landes- Konferenz der allgemeinen Zionistischen Organisation statt. Nach einer Pause von einigen Jahren war es wieder eine Konferenz, die von den Delegierten der Provinzortsgruppen beschickt wurde. Nach Verlesung der Begrüßungstelegramme der Exekutive, der litauischen und estnischen Zionistischen Organisation und eines herzlich gehaltenen Begrüßungsschreibens der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nahm die Konferenz die Berichte der Leitung und der Ortsgruppen entgegen. Es folgte eine lebhafte Diskussion, die sich weniger mit der Kritik der Vergangenheit und Gegenwart beschäftigte, als mit den Fragen der zukünftigen Arbeit. Dr. Werner Bloch erstattete ein informierendes Referat über die Lage in Erez-Israei und in der zionistischen Bewegung, das zugleich einen Beitrag zur Klärung der Ideologischen Fragen des ״Allgemeinen Zionismus“ darstellte. Die Aussprache über dieses Referat zeigte die starke Verbundenheit der hiesigen Zionisten mit den wichtigsten Palästinafragen und den ideologischen Problemen unserer Bewegung. Der Nachmittag war ausschließlich der Frage der zukünftigen Arbeit gewidmet. Nach Entgegennahme von zwei Referaten über die zionistische Arbeit in Lettland und über die Fragen der Tarbuthbewegung in Lettland folgte eine fruchtbare Aussprache. Die Konferenz wählte eine arbeitsfähige Leitung und beschloß, ein ständiges Sekretariat cinzurichten, das in engstem Kontakt mit der Provinz durch Korrespondenz, Versendung regelmäßiger Zirkulare und Besuche der Ortsgruppen die von der Konferenz beschlossenen Aufgaben zu erfüllen haben wird. Die Konferenz läßt eine hoffnungsvolle Prognose für die zukünftige zionistische Arbeit in Lettland stellen. Israel Cohen in Rumänien angehalten ״Time s“ meldet aus Budapest, daß I s r a e 1 C o h e n, der Generalsekretär der Zionistischen Exekutive in London, auf einer Reise von Großwardein nach Budapest von der ,omanischen Polizei an der Grenze festgenaiten wurde, wobei ihm die Polizei sämtliche Papiere und Kor re - «pondenzen abnahm. Eine Bestätigung darüber wurde nicht aasgefolgt Die britische Gesandtschaft in Budapest hat sofort Schritte eingeleitet, um im Wege der britischen Gesandtschaft in Bukarest die Zurückerstattung der Papiere zu bewirken. Briefe eines Nichizionisien an einen Aniizionisten Von Franz Rosenzweig. Vor einigen Tagen erschien im ,Jüd. Verlag", Berlin, dm dem 50. Gehartstag von Martin Bub er gewidmete Sonderheft der Zeitschrift ,JJer Jade". Das Heft enthält etwa 30 interessante and wichtige Beiträge. Eine Be~ sprechung folgt demnächst. Für heute veröffentlichen wir im Einvernehmen mit dem Verlage einen Teil des Beitrages von Franz Rotenzweig, dem bekam1 ten jüdischen Gelehrten, der, selbst dem C.-V. angehörend, in Briefen an einen Aniizionisten sich mit dem Antizionismus des C.-V. aufcinandcrsetzt. Die Briefe stammen sämtlich aas dem Mai #927, sind aber gerade jetzt, angesichts des letzten C.-V.-Beschlusses, besonders aktuell. Wir geben den Aufsatz, dessen vollen Inhalt man im ,Juden" nachlesen kann, am Raummangel in gekürzter Fassung wieder. Red. .... Die antizionistische Seite des Liberalismus ist zwar klassisch, aber nichtsdestoweniger revisionsbedürftig. Und zwar deswegen, weil dies Element des klassischen Liberalismus primär kein religiöses war, sondern primär der Tribut an die politische und soziale Enianzipationstendenz, die mit ihm Hand in Hand ging. .... Welche Art von Zionismus der Liberalismus bejahen soll? Gar keine und in gewissem Sinn jede. Nämlich er soll sich den Abstand gegen alle Politik schaffen, der Im Wesen der Religion liegt. Abstand heißt nicht Beziehungslosigkeit Im Gegenteil: Kritik sowohl als Impuls sollen der Politik von der Religion kommen. Aber damit das geschehen kann, ist Abstand nötig. Und gerade der hat dem Liberalismus gefehlt. Denn worein ich mich mit den Zähnen wütender Gegnerschaft verbeiße, dazu habe ich keinen Abstand; und womit ich verheiratet hin, dazu auch nicht. Jenes ist das Verhältnis des Liberalismus zum Zionismus gewesen, dieses das zum Centralverein. Deutscher Nationalismus ist genau so wenig religiös wie palästlnensischer. Andererseits aber, wenn er sich die Kritik und die Impulse der Religion gefallen läßt, mit ihr genau so vereinbar. Genau so, — durchaus nicht mehr! Diesen Gesichtspunkt vermisse ich z. B. auch in dem Artikel von Z. Y. Mit dem gleichen Recht wie den Zionismus könnte er auch den C.-V. atheistisch nennen. Daß der G-V. die äußere Zugehörigkeit zur jüdischen Konfession verlangt, sagt gar nichts dagegen; das tut bekanntlieh der Zionismus auch. Und wenn Männer wie Paul Nathan, dessen absolut indifferentes Verhältnis zur jüdischen Religion ja neulich in der C.-V.-Zeifung selbst ausführlich geschildert wurde, und X. W., der mir selber einmal zwanzig Minuten lang auseinandersetzte, daß er zum Judentum überhaupt keine Beziehung hafte, wohl aber einen starken und lebendigen Stolz auf seine jüdische Abstammung (X. W.! keiner von den bösen Zionisten!), wenn solche Männer bei uns eine führende Rolle spielen, dann haben wir vom C-V. allen Qrund, mit dem Vorwurf des Atheismus an die zionistische Bewegung behutsam umzugehen. Verstehen Sie mich recht: ich wünsche die Arbeit solcher Männer durchaus, auch an führender Stelle, — immer vorausgesetzt, daß sie nicht das Bewußtsein verlieren, daß das Judentum zwar der Politik bedarf, aber keine Politik ist, und aus diesem Bewußtsein den Takt schöpfen, ihr Tun selber auf die Dinge ,zu -beschränken, die nach politischer Behandlung ver. langen.. Tch .hafte die Arbeit des G-V. für gutund nötig, Aber was uns recht sein soll, muß den Zionfeten billig sein. Territorialfetisclifemus? — gewiß, ganz meine Ansicht. Aber ist der Staatsfetischismus, der unter uns im Schwange war» auch nur eine Spur besser? Gewiß führt von Cohens deutschem Nationalismus ein Weg zum Messianismus. Aber er ist nicht kürzer als der, der von Bubers zionistischem Nationalismus dahin führt Und wenn ich Cohens und Bubers Aeußerungen während des Krieges vergleiche, muß ich mir gestehen, daß die Haltung des Zionisten messianischer war als die des Liberalen. Jerusalem als messiatiisches Symbol? Wenn ein Symbol mehr sein soll als ein willkürliches Anhängsel, muß es irgendwo und irgendwie ganz unsymbolische Wirklichkeit sein. Auch nach meinen Erfahrungen macht die Luft von Palästina nicht weise. Aber ich glaube, meine Frankfurter Weisheit wäre doch nicht ohne das Land Israel, und nicht nur nicht ohne das einstige, sondern auch nicht ohne das zukünftige, das, das immer noch eine Zukunft hat. Also nicht ohne das Vergangenheit und Zukunft verbindende, das gegenwärtige. .... Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die das Religiöse Privat- oder Fraktlonssache sein läßt. Wenn der Liberalismus wirklich religiös sein will, kann er nicht zu einer politischen Bewegung im — wie Sie formulieren — ״formal striktesten Gegensatz“ stehen, sondern nur zu einer religiösen. Ich würde nie wie Sie zu sagen wagen, daß sich der Zionismus an die Stelle der Religion setzen will, obwohl das für viele Zionisten stimmt. Denn es stimmt für noch viel mehr C.-V.’er, daß ihnen der C.-V. das Judentum ersetzt. Der Weg V. U.s von der jüdisch-politischen Betätigung zu den jüdischen Inhalten wird im Zionismus von vielen beschriften, im G-V. von ganz wenigen. Das Normale sind gerade im G-V. Verhältnisse, wie die, in denen ich atifgewachsen bin: unter zehn Juden waren da gewiß neun, denen der C.-V. an der Stelle der Religion stand... Philo!*) Gewiß, so schreiben wir es ungefähr heute auch, besonders wenn wir ״in Flaccum" schreiben. Aber was ist von der ganzen alexattdrinischcn Judenherrlichkeit geblieben? War nich Philos Neffe schon römischer Pogromgeneral? Und jedenfalls wir, Sic und ich, verdanken, daß wir sind und Juden sind, nicht diesen zufriedenen Staatsbürgern der Diaspora, sondern den gleichzeitigen und späteren Tannaim Palästinas. Wie ich mir die messianische Zukunft denke, kann ich nicht so genau sagen. Das ist aber kein Gegenbeweis. Wenn es soweit ist, wird sich das einzelne finden. Ich bin nicht naiv genug, um mir den Eintrif( deS Völker- und Gruppenfriedens ohne eine radikale, von heut aus gesehen wunderbare, Umschaffung der menschlichen Natur vorsteiien zu können. Daß ich den Glauben an eine solche Zukunft habe, verdanke ich dem Siddur und Machsor. Ich kann Zion aus diesem Glauben nicht ausschneiden. Ein wie großes, wie jüdisches, wie ״modernes“ Palästina drum herum liegt, weiß ich nicht. Daß aber das Drumherum dieses — ja nicht himmlischen, sondern messianischen, also irdischen — Jerusalems vorhanden und im Sinn der Zeit dann auch ״modern“ *) Der Antizionist hatte Philo, In Flaccutn II, 524, zitiert: Die Juden kann wegen ihrer Menge ein Land nicht fassen, deswegen nehmen sie die meisten und glücklichsten Linder und Inseln Europas und Asiens ein und betrachten Jerusalem, wo der heilige Tempel des höchsten Gottes steht, als ihre Mutterstadt, halten aber für ihr Vaterland je das Land, wo sic von Zeiten ihrer VSter, Großväter und Urgroßväter und noch weiter zurück wohnen, in denen sie selbst geboren und erzogen sind. sein wird, wahrscheinlich wenigstens, das wird mich dann sicher nicht stören. So wenig wie mich bei der Vorstellung des bibliechen Altertums das kulturgeschichtliche Drumunddran stört. Aber auch so wenig ich dem heutigen Palästina seine ״Fabriken und Autostraßen“ mißgönnen kann. Das gehört dazu. Wozu? Zu den Menschen. Die sind das, was ich heut sehen kann, heut schon. Und soweit ich mich auf meine Eindrücke verlasse: unter den Zionisten finde ich die — Theorie hin, Theorie her! — besseren Juden als unter uns. Das wird Ihnen ja kaum anders gehen. Ich gebe unser deutsches Judentum nicht verloren. Aber ich möchte es nicht mit dem Gegensatz zu seinen durchschnittlich Besten belasten. Draußen wird dieser Kamp! ja gar nicht verstanden.... Was kann der Zionismus als politische Bewegung denn für die Religion in Palästina anders tun als er tut? Wir werden doch nicht von ihm verlangen, daß er einen Gewissenszwang ausübt. Gewissensfreiheit ist das einzige, was von ihm verlangt werden kann, außerdem noch Respektierung der Religion, soweit er amtlich mit ihr in Konflikt kommen könnte. Beide Forderungen erfüllt der Zionismus hier und in Palästina mindestehs so sehr wie der G-V. Ein positiv religiöses Programm halte ich für den Zionismus genau so für unangebracht wie für den C.-V. Auch die Religion hat allen Grund, die Bärendienste der Politiker abzulehnen. Sie braucht Spontaneität. Und wenn ich mir das spontan Entstandene in Palästina ansehe, so muß ich sagen, daß nirgendswo in der Weit die Forderungen des jüdischreligiösen Liberalismus schon heut in einem solchen Maß verwirklicht sind, wie in Palästina. .... Und sogar das Pudendum des zionistischen Erfolges für die meisten Zionisten, die ״Schieberstadt“ Tel-Awiw — ich kann nicht anders, es imponiert mir, wenn ich höre, daß da alle Geschäfte von Kiddusch bis Hawdole geschlossen sind und die Form also jedenfalls da ist, in die der sabbatlkhe Inhalt einfließen kann. Wo haben wir das hier? Wo hätte ein liberaler Rabbiner solche Chancen auf volle Bänke? Und wenn Ich höre, wie auf der Biramschen Realschule, einer typisch nationalfetisehen, die Kinder Tnach lesen, dann wird mir bei dem Gedanken an unseren Religionsunterricht und unsere Höchstforderungen für ihn, schwummerig. Ali das entsteht unter der Aegide des nationalistischen Zionismus. Es ist aber nach meiner Ansicht überhaupt unzulässig, eine Bewegung nach ihren theoretischen Konsequenzenmachem zu beurteilen. Etwa also den Zionismus nach Ktatzkin und den G-V.-Standpunkt nach Naumann. Das Charakteristische einer Bewegung ist immer der Punkt, wo sie vor ihren letzten Kon- Sequenzen ab- und zur Erde zurückbiegt Nicht die kleinen Inkonsequenzen der Tagespolitik, aber diese eine große und für die Wirkung entscheidende Inkonsequenz, dieser für die Bewegung charakteristische Brechungswinkel, ist die Konstante, die man erst ln die Formel einsetzen muß, um die Wirklichkeit nach ihr berechnen zu können. Palästinensische Arbeiterführer bei Lord Planier Noch 2700 Arbeitslose. Eine Delegation der Histadruth hatte am 14. März eine Unterredung mit dem High Commissioner Lord Plumer, dem sie ein Memorandum überreidite, worin die EntwicWjmg auf dem Ärbeitsmarkt im Jahre 1927, die heutige Lage tftra'dic Aussichten für die Zukunft geschildert werden. Die Arbeiter- Vertreter setzten dem High Commfesioner auseinander, daß zwecks Ermöglichung der vollständigen Einstellung der Arbeit«- losenuntcrstützung in Tel-Awiw erforderlich sei, daß die Zionistische Exekutive Arbeiten für £ 30000 durchführe und die Regierung der Stadtverwaltung von Tel-Awiw ein Darlehen von £ 15 000 für öffentliche Arbeiten gewähre. Die Zionistische Exekutive sei den Forderungen der Arbeiterschaft nachgekommen, aber die Regierung habe das Darlehen für Tel- Awiw nicht bewilligt und bringe dadurch die Ausführung des ArbeitsplanesderArbeiterorganisationin Gefahr. Die Arbeiter verlangen daher, daß die Regierung den Plan des Darlehens neuerlich überprüfe und im Falle der Ablehnung anderen, von den Arbeitern unterbreiteten Vorschlägen zustimme. Die Arbeitervertreter erwähnten auch eine Reihe der geplanten großen Regierungsarbeiten, deren beschleunigte Durchführung und Sicherstellung der Beschäftigung einer entsprechenden Zahl von jüdischen Arbeitern sie forderten. Lord Plumer brachte dem Memorandum großes Interesse entgegen und verlangte nähere Aufklärungen über die einzelnen Punkte. Es entwickelte sich ein längerer Meinungsaustausch, wobei der High Commissioner u. a. erklärte, daß die Erleichterung der Arbeitslage seitens der Regierung keinen Akt der Wohltätigkeit darstelle, sondern eine einfache Pflichterfüllung. Er bewundere die Disziplin und Opferbereitschaft der Arbeiterschaft, die mit Ruhe und Geduld, wie sie in keinem andern Lande zu finden sind, die für sie so schwere Krisenzeit durchgehalten habe. Lord Plumer verspftch, alle im Memorandum berührten Fragen der nächsten Sitzung der Departements- Leiter zu unterbreiten. In dem Memorandum, das die Vertreter der Histadruth am 14. März dem High Commissioner überreicht haben, wird festgestellt, daß es an diesem Tage in Palästina 2700 jüdische Arbeitslose gab, und zwar 1400 in Tel-Awiw, 800 in Haifa und Umgebung und 500 in Jerusalem, gegen 7000 im März 1927. Die Absorbierung der Arbeitslosen erfolgte, indem die sich entwickelnde jüdische Industrie — die Rutenberg-Arbeiten am Jordan, die Schemenfabrik und die Textil- und Kartonnagen- Industrie in Tel-Awiw — 1200 weitere Arbeiter aufgenommen hat, während 500 neue Arbeiter von dem sich entwickelnden Handwerk im Lande absorbiert wurden. 725 neue Arbeiter wurden durch Vermittlung der Arbeiterzentrale der Histadruth von Anfang Januar bis Mitte März in den privaten Kolonien und bei Arbeiten von nationalen und privaten Gesellschaften untergebracht, und 900 wurden bei Regierungsarbeiten beschäftigt, außer einer gewissen Zahl von Facharbeitern, während etwa 500 Arbeiter das Land verlassen haben. (Ziko.) PaläsUnatonrislen Auf der ״M a u r e t a n i a“ landeten am 10. März gegen 60t amerikanische Touristen in Haifa, darunter 278 Juden, zu deren Begrüßung das Mitglied der Zionistischen Palästina-Exekutive: Miß Szoid, nach Haifa gekommen war. Abends fand ein Bankett statt, auf dem Miß Szoid die große Entwicklung, di« Palästina in den letzten Jahren genommen hat, schilderte und darauf hinwies, daß die amerikanische Judenheit ihre Pflicht gegenüber dem Palästinaaufbau mehr als bisher erfüllen müsse Ihre Hilfe bedeute keinen Akt der Wohltätigkeit, sondern nut Pflichterfüllung. (Ziko.) (Eine Ihr d Zionisten erheben. öewi der ganz Intellekts noch ein nis, der 1 Gewi unter der dem milil wie er s Aber geboren Weg zu gegen d Das Heri schrieb e tariere h wirtschaf Heber di hin: ״D sie getna Ihr 1 sehen U; auf die! nur sein! er ein g in dem sinnung, und Sch heit ver liebte, w diesen F Abei keit vei Oelberg, Wissens mal, kui allen Fa der Mei Zwecke dürften. Meii zwingen! ihr das Forsche! verbünd und da machte, zugehen nur um leider k hat das reizt, st utibewu in . Ptoc Wissens Quellen studiert. Gei doch n kannten jetzt vi Und ih! seines und sei Dr hat mi storber nicht j jetzt c?eist g vielen'- und di das Hs gewasc fei: grau 11 kein S mag e Täglicl Schnau und S< uns K Glocke wieher: Oemüs dort - taucht graben alte Ft Gleich mit ih Männe rührt! schlurf Wohlig Oh, w orenne - Me auch d und B Di meint schlafe soll d