Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1928)
- Date
- 1928-03-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 172 JUEÜI?״HE RUNDSCHXn Nr 24, 23. HI. 1928 Nr. 24. zutehnen. Die Angriffe des C.*V. haben es bisweilen so er• scheinen lassen, als ob das von uns ins Leben gerufene Pro Palästina-Komitee die Aufgabe habe, am innerjüdischen Kampf tellzunehmen. W i r Zionisten haben diese Art von politischer Hilfe niemals verlangt und haben bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck gebracht, daß die Aufgaben des P. P. K. in seinem Programm endgültig und vollständig dargestellt sind: Politische Hilfe für den Aufbau der im Palästinamandat geforderten jüdischen Heimstätte und Einwirkung auf die jüdische Welt In Deutschland insoweit als es sich um die tatkräftige Fördtrung des Palästina-Aufbaus handelt. Der letzte Jahresbericht ist wie sämtliche Erklärungen des P. P. K. von uns gebilligt worden. Die Gründung und die Tätigkeit des Komitees sind ein lebendiger Beweis, zu welchen Ergebnissen eine selbständige, unübertriebene, auf alle Deklarationen verzichtende, von Distanzgefühl erfüllte zionistische W e 11 p o 1 i t i k führt. Wir haben übrigens noch niemals einen Nichtjuden, der dem C.-V. die Berechtigung und die Güte seiner politischen Gesinnung a ttestiert hat, gegen den C.-V. zu beeinflussen versucht. Führende Mitglieder des C.-V. haben solche gegen uns gerichteten Versuche wiederholt unternommen. Unser Lebensrecht in Deutschland lassen wir uns von niemandem bestreiten. Die politische Haltung des C.-V. versucht praktisch dieses Lebensrecht deutscher Juden, wenn sie Zionisten sind, in Deutschland zu schmälern. Wir werden mit ganzer Energie Elemente, die diese Versuche unternehmen, als Feinde wahrer Gleichberechtigung bekämpfen und im Interesse der Gesamtjudenhelt den Kampf gegen sie führen. Besonders bedenklich ist der Versuch, bindende Resoiutionen in kulturellen Fragen zu fassen. Die Stellung zur Kultur ist weder bei Juden noch bei Nichtjuden eine Koüektivangelegenheit. Der von uns seit Jahrzehnten gebrauchte Begriff des — in kultureller Hinsicht — jüdisehen sujet mixte wird praktisch und auch dem Wort nach von zahlreichen Mitgliedern des C.-V. anerkannt, in der Denkschrift der C.-V.־Jugend wird ״Deutschtum als Arbeitsgrundlage, Judentum als Arbeitsaufgabe“ bezeichnet. Die Leistungen jüdischer Menschen an deutscher Kultur sind gerade, wenn sie tief und echt sind, der Beschlußfassung einer Organisation entzogen. Es gibt unter Zionisten genau so wie unter C.-V.-Mitgliedern im Kulturzusammenhang alie nur denkbaren Schattierungen. Keinesfalls können aber Resolutionen über Kulturfragen eine Grundlage für politische Rechte einer Menschengruppe abgeben. Zusammenfassend: Wir führen den Kampf um die volle Gleichberechtigung aller Juden. Wir lehnen es ab, die Gleichberechtigung der Juden von irgendwelchen Gesinnungsvoraussetzungen abhängig zu machen. Wir anerkennen keinerlei Gradunterschiede auf Grund subjektiver Voraussetzungen. Wh! lehnen ehtett Abwehrkampf ab» dar mit .etoqr ein* Dfcitiwtior alNrdfltonitffeit ׳ tsi. Wir erstreben die Normalisierung der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden durch offene und freimütige Betätigung aller der Konsequenzen» die Juden aus Ihrem jüdischen Wesen ziehen. Wir glauben nicht, daß die Möglichkeit besteht, durch fiktive Voraussetzungen die Liebe anderer zu erzwingen. Die Kontroverse H ei!pach- H011 änd er zagt deutlirh, welche Art von Judenfreundschaft durch die C.-V.-Ideo!ogie entstehen kann. Helipach verlangt Aenderung des jüdischen Wesens und Mischehe; er darf solche Forderungen an jüdische Menschen stellen, die deklarieren, daß sie ausschließlich in nationalen und kulturellen Dingen der deutschen Welt angehören wollen. Je größer unsere innere Sicherheit ist, je selbständiger unser jüdisches Leben sich entwickelt, um so weniger wird der Jude durch Judenfeindschaff irritiert und erschüttert werden. Wertvoller als äußere Sicherheit ist das Gefühl, daß dem jüdischen Menschen in Wahrheit nichts geschehen kann. Beste Abwehr finsteren Hasses ist freudige Bejahung eigenen Lebens. In Ländern jüdischer Massensiedlung ergibt sich hieraus jüdischnationale Politik und jüdische Vertretung im eigenen Leben. In Deutschland in allgemein politischen Dingen völlige individuelle Freiheit, aber weiteste Ausdehnung der Funktionen der jüdischen Gemeinde auf allen Gebieten jüdischen Lebens: ״Volks-“ oder wenigstens ״Verwaltungs“-Gemeinde, in der Platz und Freiheit für Juden jeder Richtung ist, in der der unverfälschte Wille der jüdisehen Gesamtheit zum Ausdruck kommt. Unsere Politik hat sich in der Welt durchgesetzt. Sie hat' zur Balfourdeklaration geführt. Sie hat für die Ehre des jüdischen Namens in der Welt das beste getan. Ausgezcichnete Menschen aller Länder haben erst durch die Anfänge der Verwirklichung des Zionismus eine Vorstellung von den in der jüdischen Welt liegenden echten Kräften erhalten. Durch die Konkretisierung unserer Anschauung hat die Stellung der Judenheit eine entscheidende Aenderung erfaßren. Wir sind gleichberechtigt geworden, und nirgends in der Welt wagen Nichtjuden den Juden daraus einen Vorwurf zu machen, daß alle Vorstellungen von jüdischer Zukunft mit der Erneuerung jüdischen Lebens in Erez-Israel verknüpft sind. * Die Politik des C.-V. bleibt ergebnislos. Ihre vermeintliehen Erfolge bestehen in Konstatierungen gewisser Wandlungen im allgemeinen Leben: Was irgendwo geschieht oder gesagt wird, und judenfreundlich zu deuten ist, wird als Erfolg der eigenen politischen Arbeit registriert. Alle Maßnahmen und Erklärungen sind im Grunde nur begleitende Paraphrasen zur deutsch-politischen Entwicklung. Charakteristisch ist, daß seit Bestehen des C.-V. noch niemals ein kritischer Beschluß gegenüber der Gesamtlage des deutsch-politischen Lebens erfolgt ist.. Man sagt immer Ja, zum kaiserlichen Deutschland, zum Krieg, zur Revolution und zu allen Entwicklungsnhasen, die wir seitdem erlebt haben. Der einzelne C,-V.er wählt seinen Platz in der Politik aus innerem Bedürfnis ln verschiedenster Weise. Er kann ein Revolutionär sein, ein Rebell, ein Reaktionär. Die ״im Namen der deutschen Juden“ bei Hauptverrammlungen abgegebe* neu Koüektiverkfärungen werden doch Widerspruch los hingenommen. Eine politisch höchst differenzierte Welt glaubt sich, in ihrer jüdischen Position durch, völlig unverbindliche G esamtheilsbeschlüsse rechtfertigen und befestigen zu können. Wie ist diese Haltung zu erklären und zu verstehen? Die antisemitische Weltwelle, die um das Jahr 1880 einsetzte, erstrebte den gesellschaftlichen Ausschluß der Juden. Dieses Ziel ist schließlich mit Zustimmung der Juden erreicht worden. Die Judenheit lebt heute überall dort, wo die Judenfrage zum soziologischen Problem geworden ist, gesellschaftlich isoliert. Es hat lange gedauert, bis die Juden sich mit dieser Situation abgefunden Haben. Vor Jahrzehnten hat man in den Kreisen, die für den C.-V. charakteristisch sind, die Gründung jedes jüdischen Vereins für eine Gefährdüng der Errungenschaften der Emanzipation gehalten. Als wir die ersten jüdischen Turnvereine gründeten, wurden diese für einen extremen Ausdruck jüdisch-nationalistischer Be- Strebungen gehalten. Man verhinderte Magistrate, uns städtische Turnhallen zur Verfügung zu steilen; man kämpfte für paritätische Vereine. Die sogenannte jüdische Oberschicht vollends verhielt sich gegenüber allen Formen jüdischer gesellschaftlicher Organisationen ablehnend, und cs dauerte sehr lange, bis es Juden selbstverständlich wurde, sich jüdisch zu organisieren. Niemand hätte wagen dürfen, in jenen Zeiten von einem jüdischen ״Gesinnungsverein“ zu reden. Aber schließlich saß man schon vor dem Kriege organisiert zusammen, lebte in den wichtigsten Lebensbeziehungen unter sich und kam organisiert allmählich dazu, auch zum Judentum Stellung zu nehmen. Vor 30 Jahren waren die Begriffe: jüdisches Selbstbewußtscin, jüdischer Stamm, Schicksalsgemeinschaft Ausdruck eines als ״staatsfeindlich“ erklärten, von deutschen Rabbinern mit dem Bann belegten ״zionistischen Chauvinismus". Heute sind diese Termine der C.-V. -Welt geläufig. Sie gehen jedem glatt vom Munde. Die jüdische Ebene ist als Aufenthaltsort hergestellt worden, wir sehen eine im Grunde fiktive Welt, in der sich eine Art jüdisches Leben ziemlich reibungslos in abgesteckten Grenzen bewegt. (Der ״Ton“ ist dabei immer von besonderer Bedeutung.) Die wirklichen menschlichen Kämpfe vollziehen sich auf einer anderen Ebene in der realen Weit der Interessen, im Berufe, in der Wirtschaff. Die jüdische Beschäftigung hat einen ausgesprochen festlich inszenierten Charakter. Es handelt sich hier nicht um die oft gestellte Frage nach der subjektiven Ehrlichkeit. Sictierlich werden diese stereotypen Erklärungen über das eigene Judentum von ganzem Herzen und höchst ernsthaft abgegeben. Die Ernsthaftigkeit im Ausdruck und das beruhigte Pathos sind sogar wesentliche Elemente dieser jüdischen weit. Das natürliche Leben wird durch Selbstversünd i hkeit und Unbefangenheit geweiht, das fiktive bedarf der großen Worte als Kompensation. Es ist durch die ständige Banaiisierung des Heilifen und Außerordentlichen gekennzeichnet. Für en kleinsten Anlaß sind die gewaltigsten Offenbarungen der prophetischen Welt gerade gut genug. Da es sich in jüdischer Beziehung um eine organisierte Gesellschaft handelt, deren notwendige Grundlage der statutenmäßig festgelegte Respekt vor jedem im Besitz der allgemeinen Ehrenrechte befindlichen Mitglied ist, bedarf man einer Vereinsiithurgie für das Festhalten einer mittleren jüdischen Linie. Der Segen der vollen Assimilation fehlt Die Juden müssen beieinander bleiben. Die Taufe hat keinen rechten Sinn mehr, und die Mischehe löst nicht unmittelbar die Stellung des jüdischen Individuums zu der Gesamtheit; ihre Wirkungen spürt erst die nächste Generation. Ganz naturgemäß fehlt auch eine führende jüdische Schicht Seine wahren Leistun• gen vollbringt der schaffende Teil der Juden auf der Ebene des realen Lebens., Er wird in der jüdischen Welt geschätztes Mitglied, aber die Leitung und Führung der jüdischen Oranisation wird zur speziallstischen Funktion eines kleinen reises sicherlich ausgezeichneter und tüchtiger Menschen, denen das Geschick der Organisation und die Ausarbeitung der Deklarationen und die Verbesserung der Lithurgie ruhig überlassen bleiben kann. Solche jüdischen Voraussetzungen machen die Irrwege der C.-V.-Po’,itik begreiflich. Die jüdische Leere dieses organisierten Judentums ist so offenbar, daß sie in den eigenen Reihen als unerträglich empfunden wird. Nachdem eine gewisse Stabilisierung des jüdischen Lebens eingetreten ist, der Antisemitismus für eine jüngere Generation kein Hauptproblem mehr sein kann, wird in dieser heranwachsenden Schicht das Bedürfnis nach jüdischen Inhalten größer. Kritik beginnt sich zu regen, und ihr Inhalt wird durch eine Fülle von aus dem zionistischen Arsenal entnommenen Begriffen gekennzeichnet Charakteristisch ist die schon früher erwähnte Denkschrift der C.-V.־Jugend Diese Jugend gehört durchaus in den C.-V. Sie lehnt es ab, ״radikaiisiert“ zu sein. Sie ist aus der Jugendbewegung in das Stadium der Verbürgerlichung gekommen. Sie weiß, ״daß der Rausch der Politisierung nüchterner Selbstbesinnung gewichen ist“. Aber immerhin; sie anerkennt manches, was im Vokabularium der Majorität noch nicht zu finden ist. Und wie sie Ueberbetonung des bewußten Deutschtums ablehnt, so erkennt sie sich Selbst in ihrer jüdischen Existenz als ein gemischtes Gebilde. Sie spricht von ihrer ״geeinten Zwienatur“, will an Stelle des bewußten Deutschtums unbewußtes Deutschtum setzen״ hält ״deutsche Gesinnung“ nicht für ihre Aufgabe״ sondern für ihre Arbetlsgrundlagc, anerkennt, daß das Judentum der alten C.-V.-Generation aus logischen und rationellen Betrachtungsweisen besteht und kein natürliches Sein darstellt, sieht in der Erziehung zu ״jüdschen Menschen“ d i e Aufgabe. Diese Jugend weiß ferner, daß ein Bekenntnis zur reinen Idee nicht viel ausmacht, daß es in der Ethik nicht auf die Ueberzeugung einzelner geistig überlegener Menschen allein ankommt, daß Judentum keine Angelegenheit des Einzelnen, sondern der Gemeinschaft ist, daß es eine jüdische Eigenfarbe ibt, daß der» C.-V. die jüdische Gemeinschaft noch nicht arstellt, daß* die jüdische führende Schicht fehlt und das Judentum kein Gemisch von falsch verstandener Pietät und erfreulicher Sentimentalität sein kann. Das hört sich großenteils sehr erfreulich und fast schon zionistisch an. So haben wir es vielfach im Kampfe gegen die antizionistische Welt immer behauptet Und ich sehe schon die Zionisten, die diese Entwicklung als eine Art zionistischen Erfolg buchen. Ich bin gewiß, daß das ganze Lexikon ehrlicher Ueberzeugung und gründlicher Ueberlegung entspricht. Besonders klar ist sich diese Jugend daher auch über ihren Willen, nicht als halbe Zionisten zu erscheinen. Sie gehört durchaus zur Welt des C.-V. Mit Recht sagt sie: ״Das Jüdisch-Deutsche ist bei uns im Fluß, das Jüdische in uns die Konstante“. Bet alten Anstrengungen handelt es sich bei ihr bestenfalls um Judentum als statisches Prinzip. Es ist ein Judentum, das sich ebenso limitiert wie das Judentum der älteren Generation, ein deutsch-jüdische• Judentum, das seine Aufgabe in der Pflege seiner deutsch-jüdischen Mischung erblickt Das Ziel daher wiederum eine Deklaration, die ganz dem väterlichen Stil entspricht: ״Wir wollen die dem jüdischen Stamme innewohnende sittlich-religiöse Idee erhalten . . . und so einen Zweig der allgemeinen Menschheit pflegen.״ Und das alles in einer jüdischen Welt, von deren religiösen Möglichkeiten der Rabbiner Dr. Max Wiener sagt: ״Haben Sie, meine Damen und Herren, schon einmal erlebt, daß in einer Oe- Seilschaft von Kaufleuten, Aerzten und Rechtsanwälten eine neue Religion ausgebrochen ist?1‘ Aehntich meint Dr. Bäck, daß Judentum ab Bourgeoisreligion unmöglich sei. In dem entscheidenden Punkte folgt diese Jugend getreu den erprobten Wegen der Alten: Sie ist auch'für Palästina, will aber nur an einem unpolitischen Aufbauwerk für notleidende jüdische Brüder mitwirken, und behauptet, daß der kolonisatorische Aufbau Palästinas durch jüdisch-nationalistische Politik gehemmt sei. — Der junge C.-V.er glaubt wirklich, daß ohne Zionismus die Palästina-Sache ein weit größeres Ausmaß haben würde. Dabei gibt der sonst als Autorität empfundene Dr. Alfred Wiener wenigstens zu, daß der jüdisch-nationale Gedanke die treibende Kraft im jüdischen Leben Palästinas sei. Köstlich ist der Satz, in dem bestritten wird, daß erst der Zionismus den Juden der ganzen Welt ihre Zusammengehörigkeit zum Bewußtsein gebracht hat. Man muß im C.-V.-Milieu aufgewachsen sein, um ernsthaft in dieser Form polemisieren zu können. Der Zionismus ist davon ausgegangen, daß die Einheit des jüdischen Volkes immer bestanden hat und hat den Antizionisten vorgeworfen, daß sie versucht haben, das Bewußtsein dieser Einheit zu leugnen. Sie hat in der Tat immer bestanden, und nicht nur in der wiederum im alten C.-V.-Stü limitierten Form, in der unter anderem die hebräische Sprache zwar genannt wird, aber mit dem für jene Welt einschränkenden Beiwort ״unsere heilige Sprache“. Heilig bedeutet hierbei den Gegensatz zu lebendig. Wo immer Juden für Religion und Sprache das schmückende Beiwort ״heilig“ nötig zu haben glauben, könnten sie besser das Epitheton ״selig“ verwenden. Welchen Idealen lebt diese Jugend entgegen? Auch ihr kann Philo Vorbild sein. Man erschrickt vor der geistigen Glätte dieser Jugend, die wirklich den Beweis erbracht hat, daß sie die Plätze der alten Generation ausgezeichnet wird ausfüllen können. Limitiertes Judentum — ausgerechnet und abgezirkelt — alles hat darin Platz; auch kolonisatorische Unternehmungen, auch Palästina hinter der Kolonisation in Rußland und bei sorgfältiger Ablehnung der Balfourdeklaration — in der Palästina-Frage identifiziert sich diese Jugend übrigens in viel höherem Grade mit der antizionistischen Haltung Dr. Wieners als weite Kreise der erwachsenen Minorität des C.-V. Die stabilisierte ״jüdische Zwienatur“ soll die Grundlage auch für das Judentum nächster Generationen abgeben. (Redner zitiert hier die Kritik, die Franz Rosenzweig im letzten Heft des ״Juden“ an der C.-V.-Welt übt.) * Das abgegrenzte Judentum im C.-V. rechnet ausscbließlieh mit den Bedingungen der jüdischen Gegenwart Die Er• kenntnisse der G*v>welt beweisen, daß diese Bedingimgen nur ein OV.-Judentum als Gesamtprodukt hervorzufiringeo ' vermögen..; den 1Und«1ra der. Diatoora;- tuap trägt;■':au ehsäea »Stempel, jüdischer: und menschlicher Unzulänglichkeit Taktische, und - oftmals auch opportunistische Maßregeln stellen sich ein. Jüdische Forderungen werden je nach den politischen Bedingungen in einzelnen Ländern tu verschiedenster Art erhoben, und auch die Erfüllung dieser Forderungen offenbart nur mit Deutlichkeit die Dürftigkeit und Unzulänglichkeit des jüdischen Oahxthdaseins. Eine volle Jüdische Lebensgemeinschaft ist nicht nur den ״geeinten Zwfenaturen“, sie ist hier auch den Zionisten unerreichbar. In kleinen Kreisen werden Gemeinschaftsideale bestenfalls für wenige Jahre aufrecht erhalten. Auch wir leben hier im Kompromiß und bedroht vom Kompromiß. Auch wir sind abhängig von Bedingungen. Aber wir reagieren anders. Auf die antisemitische Bewegung reagierten die einen mit Abwehr, die anderen mit dem Entschluß jüdischer Erneuerung durch den Zionismus. Spielt heute Im Leben der heranwachsenden jüdischen Schicht der Antisemitismus keine Rolle mehr, so hat die zionistische Generation, durch die der deutsche Zionismus heute gekennzeichnet ist, schon im Jahre 1905, als das deutsche Judentum ganz von der Antisemitenfurcht beherrscht wurde, für die Begründung ihres persönliehen Zionismus nicht mehr an Judenfeindschaft und Reaktion darauf gedacht. Das limitierte Judentum ist beruhigt und glaubt seiner Aufgabe genügen zu können. Der Zionist ist klein gegenüber seiner Idee, die eine unendliche Aufgabe ist. Unser unzulängiiehes Judentum hier erhält seinen Sinn dadurch, daß wir ״bald ln unseren Tagen“ die objektiven Voraussetzungen für ein normales jüdisches Leben zu schaffen hoffen. Welche Zwienaturen wir auch sein mögen, als Juden glauben wir nur dann existieren zu können, wenn alle die Worte von Schicksaisgemeinschaft, Sonderart und jüdischen Werten im eigenen jüdischen Leben nicht nur als Worte, sondern als Ergebnis jüdischer Kollektivleistung ihr Gewicht erhalten. Auch das deutsche Judentum braucht für seine jüdische Erneuerung mehr als nur den Willen, sich jüdisch zu verbessern. Hier ist die Mischform unser Schicksal. Die Reproduktivierung des Judentums ist verknüpft mit Lebensbedingungen in Erez-Israel. Es handelt sich bei unserer Auseinandersetzung nicht um eine taktische Angelegenheit. Zwei jüdische Anschauungswelten stehen einander gegenüber. Beide sind jüdisch-inhaltlich in keiner Weise bestimmt. Der Kampf geht um die Bedingungen des jüdischen Lebens. Wer glaubt, daß der jüdischen Zukunft hier Genüge geschehen kann, dem werden alle Verstrickungen und Verschlingungen der C.*V.-P01itik nicht erspart bleiben. Wer aber glaubt, daß wir die Bedingungen für die jüdische Welt in Erez-Israel schaffen können, dem «öffnet sich zugleich auch die Möglichkeit einer freien und unbefangenen jüdischen Stellungnahme und Lebensbetätigung in allen Ländern der Welt. Der zionistische Gedanke vermag auch die deutsche Judenheit zu einer freien und anständigen Betätigung auf allen Gebieten deutschen Lebens zu befähigen. * Was erwarten wir? Wir glauben, daß eine offene uäd rückhaltlose, immer wieder erneuerte Aussprache, der sich allmählich die ernsten Vertreter der antizionistischen Welt stellen werden, die Unausweichlichkcit der zionistischen Entscheidung beweisen wird. Nicht jeder kann Zionist werden. Aber in der uns bekam n i s t e n ir zu der Erl düng in u! nismus hei Ein V ußerhalb Zahl. Es die gemein wandel in nistische f Stellung h! ästlna-Sac Gerad wissen, da gehen. W auf ein jü mit dem vermag, keine m geht, beda sichtigen stimmen. Schlüsse“ Entwicklui mit Erfolg zionisten kann teiln« ungebroch glaube, da ungsweitei Palästinas geben. Ei innerer Z\ sehe W1 Nach möchte ic zu dem polemisch Überpartei das dei einreiht, sicherlich jüdischen Summe v< los in vie sich ein j Central-V< begreiflich Zeit aus. gesehen - Leben sch eine Nat Central-Vi kommt־. vi< anj-iVäS d halt und c Es gibt 1 jüdischen eine der rischen V geht dart Tut man! der gesan ein Juden und dazu Sekte zu Vereins-Ju wußtsein in den let; dafür sei gleich, wi doch die zum Ged nicht nur bundenhei für Geger dieselben Ko!onisati׳ aufzutrete Ich g retisch g< weil wir 1 aber es gi terminus wenn w des Nat Begriff darstellt Konfessi doch vi paßt e schaft die alle hören. einen e aus Mu hängt? allmähli mehr e fükte z dem d Beziehu Konflikt sehen L Nehmet englisct Dieser ge trage ein und י er vielleic geraten k sich um s Das I an der R< VerknO! Das ist u unserer G