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Jüdische Rundschau · 1928-03-23 · Heft 24 (23.3.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 24 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnjammer 0,35 (roldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MeinekestraBe 10. Erschaut jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark• Aos1«Dd»*bon״«m»T)U wetdeo in der WjhroM der einzelnen (Jeder berechnet Anzeigen •Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70, Ans*igenprei1)8£e1piltNoaptreQltzeiia0,S0G'M.Ste]t«1£eract1e0,2SC.'M. Aorelijenschloll: DlenetegnodF reit»« 0uehmiU*g«4l)t1r. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich: Po st «parkt»» enaml Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: Posisperfaenenunt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen: PosUperkusenunt War scheu. Konto Nr. 190700. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ב׳ ני פ ז׳ חרס״ח XXXIII. J&hrg. per »lentamu« erstrebt Hlr da» itldlache Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstatt« ln Palästina. ,.Baialtr Vregramni." Central *Verein und Zionismus Die Berliner Kundgebung vom 19. März Am Montag» den. 19. d. M-, fand im Reichswirtsehaftsrat in Berlin eine von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein• berufene Massenkundgebung statt, die der hüten Haupt• Versammlung des C.-V. gewidmet war. Bekanntlich hat der C.-V. auf feiner Hauptversammlung, die genau vier Wochen früher in denseihen Räumen slatlfand, eine Kampfansage an den Zionismus be• schlossen, Mit diesen. Vorgängen und mH der ganzen jüdischen V ortlcllunqsweÜ des C.-V. beschäftigten sich die Redner der da• ristkehen Kundgebung, Kurt Blumenfeld und Nah am Gold• m ann. Der Saal war überfüllt und die Hörerschaft folgte mit nespannter Aufmerksamkeit den etwa zweistündigen Ausführungen Blumenfelds, der ohne Aggressivität und mit dem aufrichtigen Bemühen, dem Gegner gerecht, zu werden, die jüdischen Anschauungen der C.-V.-Repräsentanten an der Hand eines reichlichen authentischen Materials analysierte. Nach Blumenfeld hielt Dr. Nahum Goldmann ein kurzes, temperamentvolles Schlußwort, dm gleichfalls einen liefen Eindruck machte. Beide Redner fanden ungeteilte Zustimmung und Beifall. Die Kundgebung wurde von Dr. Martert Rosen bl üth namens der Z. V. f. D. eröffnet. Wir geben im folgenden den Gedankengang der beiden Reden in gedrängter Fassung wieder. Blumenfelds Rede Der letzten Hauptversammlung des C.-V. lag folgender Antrag vor: ״Die von den Zionisten in der Oeffentliehkeit betriebene Propaganda hat es dahitt gebracht, daß die früher nur von den Judengegnern betonte Trennung von ,Deutschen‘ und ,Juden‘ in aer öffentlichen Meinung mehr und mehr an Boden gewinnt; immer mehr verbreitet sich die Vorstellung, als gehörten die deutschen Juden nicht zum deutschen, sondern vselme|r zu einem über die ganze Erde verstreuten, in Pafistin4:..behe{^ifetfj»,:iWI«|jeii״,,V0B{, *PJes«r \,M»stand rnsteste Gefahr. Der C.-V. muß daher wirksamer als bisher der zionisti* sehen Anschauung entgasfentr?tjsn, nach welcher das Judentum die Volks* und Kulturgemeinschaft aller. Juden und P4־ lästina ihr nationales und kulturelles Zentrum sein soll Das von den Zionisten behauptete oder an gestrebte jüdische Volk ist nicht das der auf dem C.-V.-Standpunkte stehenden deutsehen Juden, da diese in nationaler und kultureller Hinsicht ausschließlich dem deutschen Volke angehören. Das Vorhandensein einer nationalen Einheit der Juden aller Länder wird schon durch diese Tatsache widerlegt. Gegenüber den Wirkungen der zionistischen Propaganda sieht der C.-V. seine Aufgabe darin, seiner Auffassung von Deutschtum und Judentum in der Oeffentliehkeit Geltung zu verschaffen. Der C.-V. Sachsen erwartet energisches Vorgehen im Sinne dieser Resolution.“ Dieser Antrag wurde mit 97 gegen 62 Stimmen angenommen. Die erneute Stellungnahme des C.-V. zum Zionismus gibt uns wiederum Gelegenheit zur Auseinandersetzung. Nicht zwifeben Mitgliedern des C.-V. und Zionisten, sondern zwischen dem Zionismus und der Anschauungswelt des Central- Vereins. Die Auseinandersetzung erfolgt nicht aus taktischen Er• "ägungen. Sie ist keine künstliche Veranstaltung kämpfender Organisationen, auch keine gelegentliche, mehr zufällige Erscheinung. Unabhängig von dem Beschluß des C.-V. vollzieht sie steh in aller Welt, auch wenn sie nicht geführt wird. Sie bestand in ähnlicher Form in ferner Vergangenheit, und die Diskussion über die Art des jüdischen Lebens und über den Sinn des Judentums wird auch in Zukunft zwischen zwei Gegenpolen stattfinden, dessen einer heute im Bezirk des deutschen Judentums der C.-V. ist. Mein Referat behandelt nur einige Probleme, die uns im Anschluß an die Hauptversammlung des C.-V. im Augenblick besonders interessieren: 1. die vom C.-V. als Organisation betriebene Politik, 2. die Frage gewisser Schattierungen innerhalb des C.-V. In beiden Fällen will ich versuchen, zionistische Erklärungen und Antworten zu geben. * Die vom C.-V. angenommene Resolution enthält die angebliche Voraussetzung für die Gleichberechtigung der Juden in Deutschland. Spricht der C.-V. in seinem Programm von unbeirrter Pflege deutscher Gesinnung, so verlangt er hier, daß Juden dem deutschen Volk in nationaler und kultureller Hinsicht ausschließlich angehören. Eine abweichende jüdisehe Auffassung wird als störend im Kampf um die Gleichberechtigung empfunden. Der C.-V. stellt an seine Mitglieder Gretchen-Frage nur auf deutschem Gebiet. In jüdischen Dingen läßt er volle Freiheit. Nach der religiösen Haltung wird nicht gefragt Antireligiöse und Orthodoxe sind grundsätzlich in gleicher Weise geeignet zur politischen Führer- -chaft im C.-V. Eine Ausnahme besteht nurfürZionisten. Als Gesinnungsverein ist er charakterisiert durch seine verbindlichen Erklärungen für Deutschtum und gegen Zionismus. ן itn politischen Kampf versucht der C-V., die von seinem Programm nicht gedeckte zionistische Welt in Deutschland zu ®0den' zu drücken und möglichst zum Verschwinden zu bringen. Vor dem Kriege erschienen große Anzeigen in den führenden deutschen Tageszeitungen gegen die die staatsbürgerliche Steliung der deutschen Juden gefährdenden Zionisten. Nach einer charakteristischen Unterbrechung durch den Krieg und einige Nachkriegsjahre wird erneut der Versuch gemacht, die Grundlagen des Zionismus aus deutsch-politischen Gründen zu erschlittern. Die Juden dürfen kein Volk sein; denn sonst würden ״die Errungenschaften eines mehr als hundertjährigen Emanzipationskampfes in ernste Gefahr geraten“, sonst würde mau, wie Professor Falckenheitn meint, den Antisemiten Wasser auf ihre Mühlen liefern. Wenn Dr. Holländer sich dagegen verwahrt, Nationaljuden als staatsfeindlich oder als Bürger minderen Rechts zu bezeichnen, so hat er die Majorität nicht hinter sich. Dr. Bruno Weil bezeichnet mit Zustimmung der Majorität die nationaljüdische Politik als eine stetige Gefährdung der deutschen ״Belange". Auch die angenommene Resolution hat nur Sinn, wenn in der Existenz des nationalen Judentums eine ernste Gefahr für die Stellung der Juden in Deutschland erblickt wird. — Die Behauptung, daß es keinem C-V.er eingefallen ist ״einen Jüdischnationalen in seiner Staatsgesinnung zu verdächtigen“, ist ebenso unrichtig. Wir erinnern uns an den Kampf gegen den Ministerialdirektor Badt, an die zahlreichen Versuche, den Zionistnus gegenüber Staatsbehörden gleichzeitig als eine bedenkliehe, gefährliche und im deutschen Judentum belanglose Angelegenheit hinzustellen, an die Argumentation von C.-V.ern bei den Bemühungen, die Mitglieder des Pro Palästina-Komitees und das ganze Komitee von seiner programmatischen Stellungnähme abzubringen. Sogar die absurde Behauptung, daß der Zionismus eine jüdische oder palästinensische Staatsbürger- Schaft für Juden oder für Zionisten außerhalb Palästinas anstrebt, wird in gewissenloser Weise verwandt Ferner bemüht man sich, durch Bagatellisierung der politischen Erfolge des Zionismus die einmal eingenommene grund,*; ,׳zu... ’1®«IS». ' Ä»cl׳ düs■'tarnt IwKwe-alrind .verkleinert־, die zionlstische Sache schon wegen der geringen Ausdehnung von Erez-Israel für unbedeutend erklärt und das zionistische Unterdefensen in Palästina als minderwertig hingestellt Als grobes Geschütz wird die Broschüre der Herren Cohn und Weil aufgefahten, in feineren Schichten soll die Arbeit von Dr. Wiener den gleichen Dienst tun; — Gegen Dr. Wieners Schrift ist vor allem einzuwenden, daß sie nicht mit voller Deutlichkeit als die Arbeit eines Antizionisten gekennzeichnet ist Sie gibt sich als die Schrift eines objektiven Beobachters. — Ohne Widerspruch zu finden, darf Dr. Julius Hirsch in einem offiziellen Referat die Balfour-Deklaration ״als eine amtliche Bestätigung für noch ein Natiönchen unter 100“ bezeichnen, für ״noch ein kleines Sprachgebiet unter Hunderten der allzu kleinen Sprachgebiete“. Das jüdisch-nationale Heim in Palästina wird als ״k 1 e i n a s i a t i s c h e Sonderexistenz“ charakterisiert. Der Referent will augenscheinlich zeigen, daß ein moderner Jude gar nicht mehr zu wissen braucht, wo Palästina wirklich liegt. Neben dem aktuellen Versuch, den Begriff der jüdischen Nation aus dem öffentlichen Leben zu beseitigen, steht das Bemühen, die Geschichte als Helfer aufzurufen. Man sucht Gesinnungsgenossen in der jüdischen Vergangenheit. Die Jahrtausende jüdischer Geschichte sollen beweisen, daß die politische Haltung des C.-V. sozusagen den jüdischen Normalfall darstellt. Der offizielle Verlag erhält den Namen ״Phil o“ - Verlag, und man beruft sich auch sonst gern auf Philo. Franz Rosenzweig, selbst ein Mitglied des C-V., bemerkt dazu: ״Philo... aber was ist von der ganzen alexandrinischen jüdischen Herrlichkeit geblieben? War nicht Philos Neffe schon römischer Pogromgeneral? Und jedenfalls wir .... verdanken, was wir sind und Juden sind, nicht diesen zufriedenen Staatsbürgern der Diaspora, sondern den gleichzeitigen und späteren Tanaim Palästinas.“ — Im Purtm-Festartikel der C.-V.-Zeitung polemlsiert Rabbiner Dr. Lehmann mit Hamann und versteigt sich (ohne Vor- und Nachbemerkung der Redaktion) zu der Behauptung, daß im persischen Weltreich die Juden nur ein einen verschwindenden Prozentsatz — wie heute bei uns — bildendes Häuflein von guten Staatsbürgern gewesen sind. Bester Beweis dafür: ״Nur ein ganz kleines Häuflein hat von der Möglichkeit der Rückkehr ins alte Volksland Gebrauch gemacht So wenig fühlten sich die Juden damals als nationale und volklich verbundene Gemeinschaft.“ C.-V.-P01it!k auch ln der jüdischen Vergangenheit! Man möchte anscheinend gern von denjenigen Juden abstammen, denen man sich gesinnungsverwandt fühlt und bedauert, daß immer die a n d e re Sorte von Juden, die der C.-V.- Politik abträglichen Elemente, die Grundlage für die weitere jüdische Existenz abgegeben haben. Der Referent zeigt dann eingehend an der Hand von vielen Beispielen aus der C.-V.-Zeitung, welche grotesken Mittel im Kampf gegen den jüdschen Volksbegriff verwandt werden. Er behandelt ferner den in der C.-V.-Zeitung abgedrucken Brief von ,Louis Marshall, ln dem Marshall sich dagegen verwahrt, daß jüdische Organisationen in den politischen Parteienkampf eingreifen. Dieser Brief scheint mehr gegen den C.-V. als gegen die jüdischnationale Politik gerichtet zu sein, da ja der C.-V. im Gegensatz zu den Zionisten als Organisation eine Wirkung auf die politischen Parteien, z. B. bei Wahlen versucht Die Politik des C.-V״ die den Begriff des jüdischen Volkes zu beseitigen versucht, ist gleichzeitig in ihrer sichtbaren Haltung reichlich unsicher und bedarf daher ־zur inneren Kräftigung eines lauten und eindeutigen Beschlusses. Als letzte politische Erkenntnis springt darin der bizarre Satz Dr. Vogelsteins heraus: ״Judentum dkrf mit jedem Nationalismus verbünden werden, nur nicht mit dem jüdische n.“ * Die Grundlagen der deutschen Gesamtpolitik des C.-V. sind Hundertprozentigkeit und daher entschiedene Ablehnung des jüdischen Volksgedankens. Aber der Begriff der Hundertprozentigkeit als politischer Basis ist in den eigenen Reihe« stark erschüttert. Es gibt durchkreuzende Erkenntnisse. Und zwar wird die von uns seit Jahrzehnten vertretene Wahrheit von der Sonderstellung und Sonderart der Judenheit in immer höherem Grade aufgenommen, teils bewußt, aber noch mehr unbewußt. Als ich im Jahre 1907 über das jüdische Wirt* schaftsprobiem sprach, wurden die dort vertretenen Gedankengänge vom C.-V. konsequenterweise völlig negiert. Heute finden sich ähnliche Ideen in dem offiziellen Referat von Dr. Julius Hirsch und z. B. in einem Leitartikel in den C.-V.-Blättern von Richard May ״Individualismus oder Masse“. Und bei vielen anderen Gelegenheiten wird offen zugegeben: ״Es gibt ein jüdisches Wirtschaftsproblem". ״Für die wirtschaftliche Stel* lung der Juden ist wirtschaftlicher Individualismus gut.“ ״Der öffentliche Betrieb, die Verbeamtung sind typisch judenfeind* lieh.“ Jede Kollektivanschauung in der deutschen Welt schädigt die Position der Juden.“ 13״er Antisemitismus denkt ausgesprochen kollektiv.“ ״Organisationen, in denen die Persönlichkeit nicht mehr zur Geltung kommt, sind ein ausgezeichneter Nährboden für dm Äntis^itismut■״ k«1»־ jätit: sc|f|»bar -״‘«tib-RäcM ״Jeder KoDettivismus fördert den Antisemitismus“ j®w« , ^|le Zft|t® a»s C.-V.*Veröffentlichungen. Dr. Hirsch spricht vom jüdischen Stamm, eine Bezeichnung, die in einer allgemein wirtschaftlichen Betrachtung und vor allem dann, wenn auch auf andere ,Länder exemplifiziert wird, nicht nur auf deutsche Juden bezogen werden kann. Und wenn man gar an die politische Stellungnahme von Georg Bernhard denkt, der offen erklärt, daß der Jude erst durch sein Distanzgefühl in der Lage ist, als JUde im vollen Bewußtsein seiner Sonderart wirksam in die deutsche Politik eingreifen zu können, so stellt eine solche Behauptung geradezu die Grundlage unserer zionistischen politischen Erkenntnis dar. Ich glaube, daß eine künstliche, sicherlich nicht unehrliche, aber objektiv unwahre Identifikationserklärung gegenüber der nichtjüdischen Welt jeden Versuch jüdischer Politik zum Scheitern verurteilt. Der Jude kann in das öffentliche Leben nur dann wirksam eingreifen, wenn seine Stellung nicht durch begrenzende jüdische Kollektiv-Deklarationen gegenüber, der Umweit einengend bestimmt ist. Es handelt sich um die Verwirklichung der Forderung nach wahrer Gleichberechtigung: Gleichberechtigung für Juden schlechthin und nicht Gleichberechtigung für Juden einer bestimmten — etwa durch die Resolution des C.-V. abgezirkelten — Anschauung. Juden sind gleichberechtigt, wenn sie das volle Selbstbestimmungsrecht für ihr Wesen und ihre Art zur Grundlage ihrer Beziehungen zur Umwelt machen dürfen. Das Beispiel hervorragender Juden, die in der Politik eine Rolle gespielt haben, zeigt zu deutlich, wie unwirklich ihre Position wird, wenn ihre Liebe zum Staat nicht von auf Distanzgefühl beruhender innerer jüdischer Sicherheit getragen wird. Der Judenstämmling Disraeli wußte das besser als etwa Walter Rathenau, dessen tragisches. Schicksal nicht nur in dem von uns beklagten tragischen Ende liegt. Auch für diese Auffassung glaube ich in den Darstellungen Georg Bernhards eine Stütze zu finden. ln einer Denkschrift der Herren Friedrich Brodnitz, Cohn und Ludwig T i e t z, die eine jüngere Gruppe vertreten, wird vor der Ueberbetonung des bewußten Deutschtums gewarnt Da heißt es: ״Diejenigen sind bei uns stark vertreten, die sich in dieser Ueberbetonung auch da, wo sie es gar nicht nötig hätten, gar nicht genug tun können.“ in der Tat: Die in jüdischen Dingen antinationale Politik wird mit einer superlativischen deutschnationalen Deklaration verbunden. Die innere Schwäche der Position zeigt deutlich die sehr beliebte Formel ״mehr als bisher“.... (1914 hieß es, ״mehr als seine Pflicht tun“.) Man hält es für nötig, Selbstverständlichkeiten durch Unterstreichungen, durch Verstärkunge n fragwürdig erscheinen zu lassen. Ich habe den Eindruck, daß der C.-V. einmal auch in seinem führenden Kreis unserer Auffassung nicht fern war. Ich erinnere an den Brief von Fuchs vom Dezember 1918, in. dem für Deutschland unsere zionistische Auffassung abgelehnt wird, in dem aber uneingeschränkt unsere weltpolitische Auffassung gebilligt wird. Er sieht keinen ״wesentlichen“ Unterschied in den Palästina- und ostjüdisehen Fragen zwischen der Auffassung des C.-V. und der Zionisten.“ Gerade die Auffassung, daß nur wir Juden über unsere Art zu entscheiden haben, führt uns dazu, alle Versuche, uns von Nichtjuden unser eigenes Wesen attestieren zu lassen, ab-

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