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Jüdische Rundschau · 1928-03-20 · Heft 23 (20.3.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 23 (20.3.1928)
Date
1928-03-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite!65 JUEtmCHE RUNDSCHAU Nr. 23, 20. m. 1Ö28 neuer Betriebe vorhergehon. Sind die alten Siedlungen mehr oder weniger vom Budget unabhängig geworden, dann eröffnet sich die Möglichkeit, auch, wieder neue Wirtschaften planmäßig zu schaffen. Wenn wir, die Zionistische Organisation, einer neuen U'.jah den Weg bahnen wollen, dann müssen wir uns mit diesen Forderungen befreunden. Wir müssen vielleicht leider oft sogar gegen die Chaluzbewegung selbst und gegen die mit ihr verbundenen Parteien die Maßnahmen durchsetzen, die objektiv erforderlich sind. Wir müssen es in dem Bewußtsein, daß heute den Chaluzim durch bloße Zustimmung nicht mehr gedient ist, sondern daß es darauf ankommt, die Verhältnisse so zu ordnen, daß die Chaluzbewegung wieder eine Chance zum Handeln bekommt Und das Zweite, was zu tun ist, ist die Be- Schaffung neuer Mittel und sachverständiger Hilfe zur Durchführung einer neuen Kolonisation. Heber ivercn Hajessod und Keren Kajemeth hinaus, die die Fundamente der Chaluzkolonisalion sind und denen gegenüber die jüdische Welt lange nicht das Ihre getan hat, brauchen wir Kapital, In dieser Hinsicht werden seit Jahren von der Zionistischen Organisation verschiedene Bemühungen gemacht, und es erfordert freilich viel Geduld, zu warten, bis ein realer Erfolg ein tritt. Aber dieser hängt nicht bloß von gutem Willen ab. Vor fünf Jahren hat Weizmanus Versuch begonnen, die öffentlichen Mittel des amenkanischen Judentums auf Palästina zu lenken; der Versuch ist in dieser Form mißlungen, da kurz darauf das bereits liquidierte Joint Distribution Committee seine Tätigkeit für Osteuropa wieder aufnehmen mußte. Dennoch ist das amerikanische Judentum die eine große Quelle, von der aus öffentliche Mittel zu Kolonisation»־ zwecken strömen können und wir werden sehen, ob es im Zusammenhang mit dem Expertenbericht gelingt, diese Mittel zu mobilisieren. Die zweite große Möglichkeit ist gegeben durch eine Anleihe, wie sie die Zionistische Organisation gegenwärtig anstrebt In beiden Fällen hätten wir die Möglichkeit einer neuen größeren Kolonisation, aber die Chaluzbewegung muß wissen, daß diese neue Kolonisation nicht mehr in den Formen erfolgen wird wie die der dritten Alijah. Wir haben inzwischen Fortschritte gemacht, wir haben erkannt, daß die Beachtung wirtschaftlicher Realitäten eine Vorbedin- ״ung des Erfolges ist Wir müssen damit rechnen, aaß die nach einem neuen Plan beginnende Neukolonisation mit manchen alten Traditionen der Chaluzbewegung brechen wird. Aber das Eine steht fest: In jedem Sladium des Aufbaus der jüdischen Heimstätte brauchen wir den Geist der Chaluzbewegung, den großen menschliehen Elan, das Bewußtsein, an der Erneuerung des Volkes von Grund auf mitzuwirken, indem das eigene Lebe« «af eine neue lasi* ^«ftollt wird. Gerade In dieser Zeit ist es notwendig, daß die Chaluzbewegung sich auf ihrem Posten innerhalb des Zionismus erhält und immer neue Kreise der jüdischen Jugend an sich zieht Freilich darf dies nicht mit Leichtsinn oder bloßer Schwärmerei geschehen, denen die Ernüchterung folgen muß. Frei von Illusionen, mit der nationalen Entschlossenheit, die ihr innewohnt, muß die Chaluzbewegung ihren Weg suchen. Es geht darum, das richtige Verhältnis zum Chaluzgedanken wiederzof'ndzn und ihn anzuerkennen als das, was er gewesen ist nnd heute noch ist: der Trieb zur unmittelbaren Verwirklichung des Zionismus. Unter neuen Verhältnissen, in einer ganz anderen Lage, mit ganz neuen Erfahrungen wird nach Beendigung der Stagnation, die wir bereits deutlich vor uns sehen, eine neue Periode zionistischer Arbeit beginnen. Soll sie uns dem nationalen Ziel näherbringen, dann wird auch sie im Zeichen der Chaluzidee stehen müssen. R. W. Die Landeskonferenz des deutschen Hedialuz Der nachfolgend• Bericht stammt aus Kreisen der Chaluz-Bewegung. In Nachfolgendem soll auf einige wichtige Fragen, die die vor einigen Wochen staugefundene Tagung des deutschen Hechaluz beschüftigt haben, eingegangen werden. Zu näherem Verständnis sei einiges Ober die jetxige Lage der Ilechaluz-Bewegung in Deutsch-!and mitgeteilt: Während das Jahr igaö charakterisiert ist durch Austritt vieler Chawerim, die rum Hechalux in der Zeit der 4• Alijah gekommen waren, ist das Kennzeichen des Jahres 1337 eine gewisse Stabilisierung. Rein zahlenmäßig ist ein leichtes Anwachsen der Bewegung bemerkbar. — Von den jetzt im Hechalux befindlichen 4g5 Chawerim und Chaweroth befinden »ich 330 in Landwirt- *chaft und 235 in Handwerk, Hauswirtschaft, alle anderen und pflegerischen Berufen, zum Teil in intellektuellen Berufen, zum Teil haben sie ihre Ausbildung zeitweilig unterbrochen. Auch in der Zusammensetzung des Hechaluz ist eine Verschiebung in der Hinsicht eingetreten, daß die Zahl der nicht in Jugendbünden organisierten Chawerim relativ und absolut sehr abgenommen hat, so daß heut« zirka vier Fünftel der Gesamtzahl Jugendbünden angehören. Dios läßt sich schon aus der Verteilung der Delegierten der letzten Konferenz ersehen: 18 1.1. W. B., 4 Blau-Weiß- Prakl ikantonsrhafl, 3 Poale-Zion, 3 Hapoöl-IIazalr, 1 Ortsgruppen- Vertreter, 1 Vertreter der ״Linken Opposition“. Kein anderer Teil der Zionistischen Bowegung in der Galuth kt so eng mit der Lage in Palästina und mit all ihren Schwankungen verbunden, wie die Chaluz-Bewegung. Jede Verschlechterang der Lage, jede Verringerung der Alijah wirkt sich nalurgemäß bei den Menschen, die sich bereits hier ganz auf ihr späteres Leben im Lande umgostelH haben, am stärksten aus. Das Jahr 1927 mit »einer vollständigen Aiijah-Sponre war in dieser Beziehung ein Rakordjahr, und « liifit auf die innere Kraft einer Bewegung schließen, wie!»in d׳!•*■:: schwöre Zeit überstanden und •reiche Konsequenzen sie aus ihr v:rnSn\ hat. Die Frage der Hachscharah als der umfassenden Vorbereitung des Chaluz für sein Arbeilerleben in Erez-larael stand naturgemäß im Mittelpunkt der Konferenz. Die Hachscharah umfaßt fachliche und kulturelle Vorbereitung. Der Uebergang zu larnl Wirtschaftliehen und handwerklichen Berufen muß Hand in Hand gehen mit einer Aendcrung des gesamten geistigen Habitus, mit einer Beschäftigung mit den Fragen Erez-Israels, mit zionistischer Erziehung. Das Hebräische als der Schlüssel zu unserer Kultur und als Möglichkeit des Eindringend in das Leben Erez-laraels ist eine der wichtigsten Aufgaben der kulturellen Arbeit, aber nicht die alleinige. Haben wir es doch zum Teil in unserer Bewegung mit Menschen zu tun. die sehr assimilierten Kreisen entstammen, die wir erst zum Judentum zurückführen müssen. Ohne diese jüdische Fundierung erscheint der Erfolg der Hachscharah und die spätere Verwurzelung im Lande als sehr fragwürdig. Die Schwierigkeiten, die sich dieser intensiven jüdischen Erziehung entgogensteilen, liegen zum Teil in der Umgebung, in der die Chawerim arbeiten (Bauernhof, Werkstätte), zum Teil liegen sie auch in dem Mangel an geeigneten kulturellen Kräften und an finanziellen Mitteln. Wie aus dem Merkas-Bericht zu ersehen war, wird die Arbeit in ihrer intensivsten Form hauptsächlichst in den landwirtschaftlichen Gruppen geführt, die zirka 40 Prozent aller in der Landwirt- Schaft Tätigen umfassen. Es geschieht in der Form von hebräisehen Kursen, Presscreferaten, Arbeitsgemeinschaften usw. Sch wieriger ist die Lage in den Städten. Der städtische Chawer, der trotz seiner Umschichtung weiter in der alten Umgebung verbleibt, hat überhaupt eine losere Beziehung zum Hechaluz. Zum Teil leiden verschiedene Ortsgruppen unter der kleben Zahl der Mitglieder, zum Teil stammen die Schwierigkeiten von der Verschiedenartigkeit der einzelnen Gruppen. Die Form der Arbeit ist ähnlich wie b den landwirtschaftlichen, nur das hier die zentrifugalen Tendeazen der Großstadt sich stärker auswirken. Die Arbeit der Ortsgruppen wurde vom Merkas aus durch häufige Besuche, die ihn mit den meisten Chawerim in persönlichen Kontakt brachte, durch die Gründung einer hebräischen Bibliothek, Herausgabe der ״Blätter“ unterstützt. Aufklärung über die Lage und über die Ursachen der Krke war ebe besonders wichtige Aufgabe der diesjährigen Tarbutharbcit. Es ist als ein Verdbnst dieser Konferenz zu betrachten, daß sie die unbefriedigende Situation in den Städten b aller Schärfe erkannt und die Wege gezeigt hat, die zur Abhilfe führen. Das nächste Jahr der Hochaluzarbeit muß der Schaffung von Gruppen, als Träger unserer Arbeit in den Städten, der Gründung von Heimen und Beschaffung von kulturellen Kräften als Hilfsmitteln unserer Arbeit gewidmet seb. Von noch größerer Wichtigkeit ist die Haehscharahgruppe für die Landwirtschaft. Sie ist dort fast die ebzige Möglichkeit einer jüdischen jugendlichen Atmosphäre, und ihre Bedeutung für die menschliche Erziehung der oft bereits mit 17—18 Jahren b die Hachscharah Eintretenden ist groß. Die Konferenz hat daher beschlossen, die Gruppenbildung im deutschen Hechaluz weiter zu unterstützen und im nächsten Jahre an die Schaffung der Lehrsiedlung heranzutreten, die eb Zentrum für die fachlichen und kulturellen Bestrebungen unserer Bewegung werden könnte. Schwierig ist die Gruppenfrage für die Chawerim, die aus fachlichen Gründen auf Spezialsteilen angewiesen sind. In besonderem Maße galt die Arbeit des vergangenen Jahres der Intensivierung der fachlichen Ausbildung. Es fanden spezielle fachliche Tagungen der Landwirte und Handwerker im Sommer 1927 statt und die Konzentration der früher meist von den JugenI- Bünden geleiteten Hachscharah einzelnen Fachressorts 'des Hechaluz (Landwirtschaft, Handwepk''und MldchenatMllJiÄgj mögüchte eine genaue Kontrolle der Ausbildung jedes einzelnen Chawer*. So konnte die Kritik klar die Fehler unserer Arbeit aufzeigen, die bsbesondero von don Chaweroth b ihrer Ausbildung gemacht worden sbd. Vor allem mußte die übermäßige Abwanderung von den landwirtschaftlichen b die pflegerischen Berufe, die kebeswogs den Bedürfnissen des Landes entspricht, bemängelt werden. Die pflegerischen Berafo haben gute Ausbildungsstätten b Palästina selbst Und sind heute, speziell was die Städte anbetrifft, überfüllt. —• In besonderen Fachgruppenbesprechungen wurden auf der Konferenz die fachlichen Fragen der landwirtschaftlichen, gärtnerischen und handwerklichen Ausbildung besprochen. Allen Teilnehmern war es klar, daß der deutsche Hechaluz die spezielle Aufgäbe hat, die vorhandenen guten Ausbildungsmöglichkeiten auszunülzen und fachliche Kräfte, deren der Aufbau des Landes so dringend bedarf, zu stellen. Einen breiten Raum nahm auf dieser Konferenz die Ausspräche über die Lage im Lande und die bnerpolitische Lage im Zionismus eb, da diese Faktoren unsere weitere Arbeit und insbesondere unsere Einstellung zur Nachwuchsfrage entscheidend beebflussen. Die ta dieser Nummer veröffentlichten Resolutionen geben das Wesentliche dieser Aussprache wieder. Mit besonderer Schärfe wandten sich viele Chawerim gegen die Tendenzen mancher zionistischer Kreise, die gegenwärtige Krise im Lande zur Forderung ebes Abbaus bzw. einer Liquidation der Bowegung zum Anlaß zu nehmen. Allo Chawerim waren der tiefen Ueberzeugung, daß die Ilechaluz-Bewegung als historisches Instrument des Aufbaus ihre Aufgabe noch keineswegs beendet hat und sich bei jeder neuen kolonisatorischen Expansion ihre Notwendigkeit erweisen wird. Die Existenz der Ilechaluz-Bewegung und mit ihr auch des wichtigsten Teiles der zionistischen Jugendbewegung ist aber auch durch die Tendenz nach einer Zurückdrängung der Arbeiterkolonisaiion bzw. nach einer Ausschaltung der paiästbensischen Arbeiterschaft sehr gefährdet. In diesem Zusammenhang wurde die Haltung des deutsehen Zionismus zu diesen Fragen von einem Teil der Delegierten einer scharfen Kritik unterzogen. Es wurde betont, daß diese oft sehr zweideutige Stellung unbedingt zu ober Entfremdung zwischen Chaluz-Bewegung und deutschem Zionismus führen muß, woraus sich für einen Teil der Delegierten die Forderung nach einer stärkeren Einflußnahme auf die Haltung des deutschen Zionismus ergab. Die Stellung der Lesung der Z. V. f. D. zur Chaluz-Bewegung war, wie der Merkasbericht betonte, b allen praktischen Fragen eine sehr positive, wovon die nachstehend auszugsweise wiedergegebene Begrüßungsansprache Dr. Rosenblüths namens der Z. V. f. D. Zeugnis gibt. Aus unserer Einstellung zur Lage im Lande und zu den Aufgaben der Chaluz-Bewegung ergibt sich die Haltung zur Nachwuchsfrage. Die Nachwuchsfrage ist eines der schwersten Probleme der Hochaluz-Bewcgung, das der außerhalb der Bewegung Stehende in seiner Kompliziertheit kaum erfassen kann. Solange die Chaluz-Bewegung nicht ihre Liquidation beschließt, kann sie auf Nachwuchs nicht verzichten. Während aber die Jahre nach dem Kriege diesen Nachwuchs uns mit spontaner Gewalt brachten, bedarf es jetzt jahrelanger Vorbereitungsarbeit in der Jugendbewegung, um uns diesen Nachwuchs zu sichern. Hauptsächlich ist dies bi Westen der Fall, wo durch die Erschwerung der Ökonomischen Lage in Palästina der Nachwuchs aus den Kreisen, dio nicht von <J־׳r Jugendbewegung erfaßt werden, vollständig aufgehört hat. Daraus ergibt si-h ebo Schick8a 1 sg0meinschaft zwischen Hechaluz und ohaluzischer J ugendbewegung. — Die Situation in Erez-larael, die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit unserer Menschen and die kulturellen Schwierigkeiten, die unseren Chawerim bei ihrer Verwurzelung im Lande im Wege stehen, verpflichten uns zu besonderer Verantwortung gegen die neu b dio Hachscharah Ebtretenden. Diese Aufgaben wurden auch von der Konferenz klar erkannt. Obwohl es b der kurzen Zeit der Aussprache nicht möglich war, alle praktischen Mittel und Wege aufzuzeigen, ergab sich doch als Konsequenz dieser Debatte die Notwendigkeit, die chaluzische Jugendbewegung nach Kräften zu fördern und die Voraussetzungen für die weitere Aufnahme neuer Menschen b die Hachscharah zu schaffen. In der Auseinandersetzung mit dem Delegierten der ״Linken Opposition", die bei Jen Wahlen zur Konferenz 13 Stimmen auf sich verebigt hat, stellte die Konferenz b eindeutiger Weise fest, daß der Hechaluz sich als eben Teil der zionistischen Bewegung betrachte und alle seine Chawerim zur Mitarbeit an den natbnalen Fonds und zur Zahlung des Schekels verpflichtet. Diese Beschlüsse stehen im Gegensatz zu den Auffassungen der JLinken Opposition‘ und die Tatsache, daß die gesamte Konferenz klar und eindeutig diese Resolutionen bejahte, zeigte, wie isoliert und aussichtslos diese klebe Gruppe im deutschen Hechaluz gewesen ist. Trotz der Schwierigkeiten der Lage b Palästina und der allgemeinen zionistischen Situation, dio jedem Teilnehmer der Konferenz spürbar waren, war die Konferenz van ebem starken Optimismus beherrscht. Zwar sind die praktischen Ergebnisse nicht b allen Teilen befriedigend, sie lassen aber, b Verbindung mit dem starken Willen zur Weiterarbeit, hoffen, daß die Arbeit des nächsten Jahres unsere gegenwärtigen Positionen nicht nur erhalten, sondern über don bestehenden Rahmen hinaus erweitern wird. M. S. Auszug ans der BegrSfinngsansprache von Dr. Rosenblflih: Wenn wir die gegenwärtige Situation der deutschen He« iluz- Bewegung überblicken, so glauben wir, daß trotz aller durch di« Lage b Palästina bedingten Schwierigkeiten keb Grund zum Pesair Ismus ist. Wir wissen freilich nicht, wann die Alijah auch nur <n beschränktem Umfange wieder eröffnet werden wird, und man 8011 sich b dieser Beziehung keinen Illusionen hingeben. Dem Merkas ist es bekannt, daß wir auch den zentralen Instanzen der Bewegung gegenüber den Standpunkt vertreten, daß aus vielen Gründen zionistischer Arbeit im Galuth eine Einwanderungssperre nicht iooprozentig vorstanden werden sollte. Wir freuen uns mit Ihnen, daß der deutsche Hechaluz in diesen schweren Jahren den Chaluzgedanken unversehrt erhalten hat, und teilen mit Ihnen die Erkenntnis, daß in einer Periode neuer Expansion in Palästina das Chaluzelement eine No*« wendigkeit sein wird, wie cs von entscheidender Bedeutung war für das, waa bisher im Lande geschaffen wurde. Wir haben das Gefühl, daß ea der Merkas verstanden hat, aus der gegenwärtigen Lage die Konsequenzen zu ziehen. Man hat sich bemüht, die fachliche Ausbildung der deutschen Chaluzim zu vervolllommnen und hat vor allem die Erziehungsarbeit im Hechaluz mit viel größerer Intensität betrieben als in früheren Jahren. Man hat sich bemüht, die Reihen fester zu schließen und die Spreu von dem Weizen zu sondern in der richtigen Erkenntnis, daß heute mehr denn je Charakterstärke und Befähigung zu einem Heldentum der Geduld Voraussetzungen für den Eintritt in den Hechaluz sein müssen. Ich will hier die alte Streitfrage in der Hachscharah Qualität oder Quantität nicht aufrotlen, aber So Erfahrungen mit den aus Deutschland stammenden Chaluzim in Palästina haben uns gelehrt,!׳■daß• di* höchst«. Ausbildung menschlicher, fachlicher und noaistischer Qualitäten Voraussetzung für die Möglichkeit ihrer Verw'ürze- Jung im Lande ist. Wenn b dm Diskussion an Blumenfelds Artikel im ״Jungen Juden" oder richtiger an seiner Aufnahme in diese Zeitschrift Kritik geübt wurde, so möchte ich ganz scharf unterstreichen, daß mir diese Kritik in jeder Hinsicht abwegig zu sein scheint. Das Postulat von Blumenfelds Artikel, der gegenüber sicherlich vorhandenen Tendenzen die Forderung aufstellt, daß die zionistischen Jugendbünda — und dahin gehört m diesem Zusammenhänge auch der Hechaluz —- nicht der Gefahr der Selbstgenügsamkeit erliegen und die zionistische Bewegung niemals mit ihrer Arbeit und ihren Zielen identifizieren dürfen, aaß sie sich vielmehr immer als einen wenn auch noch so wichtigen Teil der Gesamtbewegung betrachten und dihar nicht nur äußerlich, sondern auch mit innerlicher Verbundenheit in die Gesamt- Organisation eingliedern müssen, sollte gegenüber dissentierenden Meinungen im Hechaluz rückhaltlos anerkannt werden. Wir glauben, daß der Hechaluz Freude und Leid der Zionistischen Weltorganisation zu teilen hat und daß der deutsche Hechaluz die Sorgen und Arbeiten des deutschen Zionismus als seine Sorgen und seine Arbeiten zu empfinden hat. Wie wir uns mit der Chaluzbewegung innerlich verbunden fühlen, das 10jährige Jubiläum des Welthechaluz als zlonistische Feier betrachten una als Symbol der Verbundenheit mit der Chaluzbewegung anläßlich dieses Jubiläums auch dem Welt-IIechaluz, dessen schwierige finanzielle Situation uns bekannt ist, eine materielle Hilfe zuteil werden ließen, so muß auch umgekehrt in den Reihen dos Hechaluz das Gefühl der inneren Verbundenheit mit der zionistischen Bewegung und mit der Zionistischen Organisation in so hohem Maße vorhanden sein, daß jedes Mi'glietl der Chalnz-Or״anisation auch die aktive Teilnahme an unseren zionistischen Arbeiten als selbstverständliche Pflicht empfindet. nück wünsche der Z.V.I.D. Der Geschäftsführende Ausschuß der Zion s'.i?chen Vereinigung für Deutschland hat in seiner Sitzung vom 1. März beschlossen, der Weltorganisation des Hechaluz anläßlich ihres 10jährigen Be- Stehens die herzlichsten Glückwünsche der Zionistischen Vereinigung für Deutschland auszusprechen und ihr einen Beitrag von 300 M. für dio Herausgabe der anläßlich des Jubiläums geplanten Festnummer ״Heathid" zur Verfügung zu steilen. Ans den Resolutionen Zur Lage Im Landet Die 6. Landeskonferenz des Hechaluz begrüßt die Besserung der Lage im Lande, die als Erfolg der dauernden Bemühungen der Hisladruth zur Durchführung ihres Arbeit«- Programms bezeichnet werden kann. Dia Konferenz stellt fest, daß vor allem die Ausdauer und Disziplin der organisierten Arbeiterschaft die bestrhenden zionistischen Positionen und die Möglichkeit für die weitere kolonisatorische Expansion erhalten haben. Die Konferenz fordert von der Zionistischen E •',1!t:ve. die Landwirtschaft weiter als den Mittelpunkt unserer Kolonisation»- tätigkeit zu betrachten und der Arbeiterkolonisaiion als Grundlage jedes zionistischen Aufbaus und damit auch der Existenz der Chaluz- Bewegung ihre stärkste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Konferenz erwartet von der Zionistischen Exekutive eine Ausübung ihres Einflusses in der Richtung, daß bei der Tätigkeit dos privaten Kapitals das Prinzip der jüdischen organisierten Arbeit gesichert wird.

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