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Jüdische Rundschau · 1928-03-16 · Heft 22 (16.3.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 22 (16.3.1928)
Date
1928-03-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr, 22, 18 Ol 1028 }UED1SCH1 RUNDSCHAU Sei» 157 Zur politischen Lage in Palästina Ans den arabischen Lager Von Josef Friedfeld. In unserem vorhergehenden Artikel ״Arabische Politik in Palästina“ (״Jüd. Rundscb.“ vom 6. Januar 1923) haben wir den Umschwung in der politischen Haltung der arabischen Bevölkerung Palästinas und seine Gründe rfargc'egt Dieser Wandel läßt sich als die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der Mandatsrecterung und als ein Streben nach der baldigen Einführung verfassungsmäßiger Formen in Palästina charakterisieren. Er Ist nicht nur Beweis einer allmählichen Besinnung auf realistisches Denken, sondern auch das Zeichen des Aufkommens neuer Schichten, die am poltischen und sozialen Leben Palästinas führend Anteil nehmen wollen. Er ist auch ein Zei hen der tiefgehenden Erschütterung, die vor allem in der palästinensiechen arabischen Jugend in den letzten zehn Jahren vor sich begangen ist. Die arabische Generation, die heute im 18. bis 30. Lebensjahre steht, sieht sich vor völlig neue Probleme gestellt. Die bisherige geschlossene Sicherheit des traditionellen orienta'tcchen Lebens l;t erschüttert und durchbrochen worden. Die Jugend hat sich mit der Tradition nicht nur auf dem Gebiete des Glaubens und der Wissenschaft auseinanderzusetzen, sondern für sie sind zum ersten Male seit vielen Jahrhunderten im oriental! :chen Umkreis Probleme, wie das der Liebe und der Ehe, der Kunst und der Natur und des Sportes aufgetaucht. Dieser Prozeß der Europäiierung verändert auch die Haltung der a־abischen Jugend in politischen Fragen. Eine wachsende Zahl der arabischen Jugend studiert an den Hochschulen im Auslande, eine Erscheinung, die unter den palästtnenci'.chen Mohammedanern vor dem Weltkriege noch völlig unbekannt war. Gewinnt so das Leben der jungen arabischen Generation langsam an kultureller Intensität, verliert es auch etwas an seiner bisberigen ausschließlichen Orientierung an politischen Interessen. Unmittelbar nach dem Weltkriege stad in allen Städten und Dörfern Palästinas mohammedanisch-chri tliche Vereinigungen entstanden, die den Zweck hatten, nicht nur die Rechte der Araber wahrzunehmen, sondern auch die neue im Sinne des Nationalismus vollzogene Einheit der bisher gewöhnlich getrennten religiösen Bekenntnisse zu manitestieren. Als auf dem Abschiedsbankett, das Mr. Riehinond, einem wegen seiner araberfreundlichen Sympathien bekannten Beamten der paläsiinendcchen Regierung, bei seinem Abschied aus dem politischen Staatsdienst gegeben wurde, dieser in seinem Trinkspruch auf das Gedeihen des mohammedanischen Palästina mit seinen christlichen und jüdischen Minderheiten zu sprechen kam, erwiderte ihm der Multi von Palästina, also der höchste mohammedanische geistliche Würdenträger, daß es in Palästina keine mohammedanische Mehrheit gäbe, sondern nur eine arabische, und daß kein Unterschied zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern anerkannt werden könne. 1 Die mohammeda־.! ch*chri tlichen Verei I ungen schkrsen sich zu einem arabischen Kongreß zusammen, der eine Exekutive wählte, die Jahre hindurch die Araber aacfi außen sowobi im Lande, ivie aber aucir im Auslande in Verband- Jungen mit der Britischen Regierung in London und mit dem Völkerbunde in Genf vertreten hat Der letzte arabische Kongreß fand im Jahre 1923 in Nablus statt Die bei diesem Kongreß gewählte Exekutive, an deren Spitze Musa Kasim Pascha El Hussein! stand und deren Sekretär Jemal El Husseini war, ist bis heute im Amt Im Laufe der Jahre schwand der Einfluß und das Ansehen dieser Exekutive immer mehr. Zu diesem Ergebnisse hat nicht nur der Umstand beigetragen, daß die Schritte, die die Arabische Exekutive in London und Genf unternommen hat, erfolglos geblieben sind, sondern stärker hat in dieser Richtung noch der Umstand gewirkt, daß sich gegen die ausschließliche Vorherrschalt der Familie Husseini, die die Exekutive beherrscht hat, ein steigender Widerstand erhoben hat Heute ist diese Exekutive völlig bedeutungslos. Musa Kasim Pascha selbst hat sich zurückgezogen. Zu den Sitzungen der Exekutive kommen vier bis fünf Mitglieder, unter ihnen Jemal Husseini, Wadi Bortani und der Herausgeber der Zeitung Sowt el Sehaab. Die wahre Macht der Familie Husseini hat sich immer mehr auf den Obersten Mohammedanischen Rat konzentriert Die neuen Wahlen zu diesem Rate, an dessen Ein historisch-ethnographisches Sammelbuch In Palästina hat sich — was von den meisten Berichterstatten! über unsere Arbeit übersehen wird — während der letzten Jahre ein fruchtbares und weitverzweigtes wissensenaft-!iches Leben entwickelt Obzwar man die Früchte dieser wissenschaftlichen Arbeit noch vorsichtig abschätzen muß, denn es handelt sich um das Wirken von einer Hand voll Menschen, so sind doch die Zeichen sehr gute. Die während der letzten Jahre erschienenen Veröffentlichungen des Judaistisehen Institutes (Mada’e Hajah.iaut), die Saramelbände des jüdischen Rechts, die vier Bände der von der Bibliothek herausgegebenet! bibliograohischen Vierteljahrsschrift ״Kirjath Sepher“ und andere ähnliehe Veröffentlichungen enthalten sehr viel wissenschaftliches Material, an welchem man nicht mehr vorübergehen kann. Zu diesen periodischen Veröffentlichungen ist nunmehr ein peues Sammetbuch getreten, das unter dem Namen ״Z! 0 n“ von der Gesellschaft für Geschichte und Ethnographie herausgegeben wird und dessen zweiter Band, redigiert von Rabbi 5. Assaf und B. Dinaburg soeben erschienen ist Die Gesellschaft hat ein weitverzweigtes Arbeitsfeld und die Sammelbücher, welche sie herausgibt, umfassen historische Forschungen und Quellen zur Geschichte der Juden in Palästina und im Orient überhaupt, ethnographische und folkloristische Untersuchungen, ebenfalls mit Beziehung auf Palästina. Der Mannigfaltigkeit des Interesses entspricht auch die Mannigfaltigkeit aes Inhaltes dieser Sammelbücher. Wir begnügen uns Trier mit einer kurzen Inhaltsangabe des eben erschienenen zweiten Bandes. Eröffnet wird der Band mit einer Untersuchung von Professor Samuel Klein, welche gewisse Einwände, die Wellhausen gegen die Zuverlässigkeit der historischen Mitteilungen des Buches der Chronik erhoben hat, zurückzuweisen versucht unter Berufung auf Bräuche# welche noch heute bei den Beduinen üblich sind. Es handelt sich um die Frage, wie weit das historische Gedächtnis eines Stammes reichen kann und wie weit ein historischer Schriftsteller aus der Stammesüberliefmm: historische Daten geschöpft haben kann, die der heutige Historiker als zuverlässig anzu¬ Spitze ein gewähltes Komitee von fünf Personen unter dem Groß-Mufti steht, haben Ende 1926 stattgefunden, wurden aber wegen arger Wahlmißbräuche annulliert Das bisherige Komitee blieb in Kraft und eine Kommission mohammedanischcr Notabein arbeitet jetzt ein neues Wahlgesetz für den Obersten Mohammedanischen Rat aus. Sobald es von der Regierung bestätigt sein wird, werden die neuen Wahlen stattfinden. Dieses Wahlge etz wird auch deswegen von Bedeutung sein, weil es die unter den Mohammedanern Palästina־ bestehende Vorstellung über die notwendigen Qualifikationen für die mohammedanische Wählerschaft klarstellen wird. Bekanntlich ist insbesondere im Norden Palästinas gegen den Mohammedanischen Obersten Rat und die Familie Hussein! eine starke Oppo ition entstanden. Es schweben Verhandlungen zwi dien der Husseini-Pa tei, die noch immer in den Dörfern über einen sehr starken Anhang verfügt, und | der Opposition. Das Ergebnis dieser Verhandlungen soll die demnächst bevorstehende Einberufung des Arabischen Nationalen Kongresses sein. An diesem Arabichen Nationalen Kongreß werden die von den Notabein der einzelnen Städten nominierten Delegierten teilnehmen. Der Arabische Nationale Kongreß wird mit der Forderung nach Gewährung einer Verfassung in Palästina, nach Einberufung einer Legislative Assembly, hervortreten. Die Verhandlungen zwischen den Husseini und ihren Gegnern werden wahrscheinlich zu dem Ergebnis führen, daß die Husseini weiter in dem Besitze des Obersten Mohammedani chen Rates bleiben und der Forderung nach dem Zusammentritt einer Legislative Assembly (Gesetzgebenden Verrammlung) zu timmen werden, wo dann ihre Gegner die notwendige Veitretung erhalten werden. Es ist noch nicht klar, welche Form der Legislative Assembly von den Arabern verlangt werden wird, ob die in der Verfassung vom Jahre 1922 festgesetzte oder diejenige, die in den Verhandlungen zwischen arabischen Notabein und dem Assistant Chief Sccretary der Regierung, Mills, im Sommer 1926 zugrundegelegt wurde. Klar ist jedenfalls, daß die Araber sowohl mit einer weitgehenden Einschränkung der Kompetenz der Legislative Assembly, wie auch mit der Beteiligung von nichtgewählten Beamten an der Legislative Assembly einverstanden sein werden. Von britischer Seite wird wahrscheinlich die Verfassung von 1922, vielleicht unter einer gewissen Annäherung an die i:1 Cypern eingefühlte Konstitution in Erwägung gezogen werden. In Cypern ergibt sich ein ähnliches Problem wie in Palästina, — die mit der griechischen Majorität in Gegnerschaft lebende türkische Minorität vor einer Majoritierung durch die Mehrheit zu schützen. Dies geschieht dadurch, daß die aus dem Beamtenkorps ernannten Mitglieder der Legislative Assembly zusammen mit den türkischen Vertretern eine schwache Mehrheit bilden. Es hat sich aber gezeigt, daß bei allen Abstimmungen, die über nationale oder konfessionelle Scheidungen hinweg die Interessen der Bevölkerung, vor allem, die Wirtschaft ichen und fukaltschen Fragen, betreffen, die türkischen Abgeordneten gemeinsam mit den griechischen Vorgehen und so die vereinigte Majorität der gewählten gegenüber den ernannten offiziellen Mitgliedern hersteilen. Die neue liberale Partei in Jaffa ist vorläufig nöcb immer au! Jaffa beschränkt geblieben. Ein größerer Einfluß kann dieser Partei vorläufig aus zwei Gründen nicht beschieden sein: In dieser Partei spielen die entscheidende Rolle christliche Araber, was angesichts ihrer kulturellen Ueberlegenheit über die Mohammedaner leicht erklärlich ist und wa3 in allen progressiven palästinen־! chen Parteien der Fall sein wird. Auch der wichtigste Teil der arabischen palästinensischen Presse befindet sich in den Händen Christlicher arabischer Redakteure. In der letzten Zeit ist aber unter den Mohammedanern Palästinas eine starke antichristliche Tendenz zu bemerken gewesen. Sie kam vor allem in Zusammenhang mit der Besetzung der höheren Regierungsstellen zum Vorschein, die vorwiegend durch chrbtliehe Araber unter starker Benachteiligung des mohammedanischen Elementes des Landes, das die überwiegende Majo* rität bildet, besetzt wurden. Schritte, die die mohammedanischen Notabein in dieser Richtung dann unternommen haben, haben auch schon zu einem Erfolge geführt, indem der High Commissioner offiziell erklärt hat, daß dieser Zustand allmählich abgeändert werden soll, und daß die mohammedanischen Bewohner des Landes ihre gebührende Vertretung in dem Beamtenkader erhalten werden. Hervornehmen berechtigt ist Klein beruft sich darauf, daß noch heute bei den Beduinen die Sitte herrscht, daß beim Lager- {euer die Taten des Stammes und die überlieferten helacnhaften Kämpfe der Vorfahren erzählt werden, wobei die Jugend den Erzählungen der Väter lauscht. In solcher Weise erhält sich die Kunde historischer Daten und vererbt sich von den Vätern auf die Söhne. Dem Gebiete der Bibelkunde gehört auch eine Arbeit von Professor Abraham Marmorstein an, welche sich ״Alte Bräuche in Palästina“ nennt. Professor S. Krauß schreibt über neue Forschungsresultate zur Geschichte der Juden in Palästina in der byzantinischen Zeit unter Benutzung einer Veröffentlichung von N. Bonwetsch in den Abhandlungen der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Eine umfangreiche Arbeit über die Geschichte der Juden in Palästina in den Zeiten des ersten Kreuzzuges hat B. Dinaburg beigesteuert Der Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, welche Schicksale die Juden von Palästina zur Zeit des ersten Kreuzzuges erfahren haben. Dinaburg weist darauf hin, daß die bisher vorliegenden Berichte über das Schicksal der Juden während des ersten Kreuzzuges fast ausschließlich über die Judenverfolgungen in Mitteleuropa berichten, was er damit erklärt, daß die Historiker jener Tage durchweg diesen Ländern entstammten und daher über aie Geschichte der Juden in Palästina in dieser Zeit nichts berichtet haben. Diese Lücke will Dinaburg ausfülien, indem er auf Grund der Quellen über das Schicksal der Juden in Jerusalem und in anderen Orten Palästinas berichtet Es gelang Dinaburg dabei zu sehr interessanten Resultaten zu gelangen, u. a. stellt er fest, daß die Juden in Jerusalem zusammen mit den Mohammedanern die Stadt gegen die Kreuzfahrer verteidigt haben. Er glaubt auch die große Bedeutung, welche der Eroberung von Haifa durch die Kreuzfahrer beigelegt wird, dadurch erklären zu können, daß die aus den einzelnen Orten flüchtigen Juden sich in Haifa sammelten und verschanzten und daß von dort Juden und Araber zusammen den Kampf gegen die Kreuzfahrer weiterführten. Rabbi S A s s a f veröffentlicht in dem Sammelbrch Dokumente, weiche er in dem Kodex 69 der Handschriften der jüdischen National- und Universitätsbibliothek aufgefnnden hat und weiche ein neues Licht auf die Geschichte der Juden gehoben muß freilich werden, daß die liberale Partei und andere christliche arabische Parteien die Forderungen der Mohammedaner unterstützt haben, und daß auch von mohammedanischer Seite erklärt wurde, daß diese Forderungen keinesfalls als eine Gefährdung der nationalen Einheit der Araber und als eine Betonung der konfessionellen Scheidung angesehen werden dürfen. Die Separatist! che Tendenz unter den Mohammedanern Palästinas bleibt im Grunde weiterhin bestehen. So sind in der letzten Zeit eine ganze Anzahl Vereinigungen der mohammedanischen Jugend gegründet worden, nach Art der Vereinigungen der jungen christlichen Männer. Der zweite Grund, warum die liberale Partei und ebenso diejenigen Gruppen, aus denen in den Städten die Bürgermeister entnommen wurden, die ja bekanntlich von der Regierung ernannt sind (wie die Nacchaschibigruppe in Jerusalem), an Einfluß zurücktreten, erklärt sich daraus, daß in allen orientalischen Ländern heute mit ihrem Gefühl eines unterdrückten Volkstums die gemäßigten Parteien einen schweren Standpunkt haben, da man ihnen leicht ״Verrat“ am Volkstum vorwerfen kann. Dennoch wird der liberalen Partei bei der allmählichen Entwicklung des politischen Lebens unter den palästinensiechen Arabern eine wachsende Bedeutung zukomnien. Die beiden Zeitungen, die der liberalen Partei nahestehen, dir ״Falestin“ in Jaffa und der ״Karmel“ in Haifa, setzen sich in der letzten Zeit vor allem für die Bildung von Gewerkschäften unter den arabischen Arbeilern ein. Eine ganze Anzahl solcher Gewerkschaften sind in letzter Zeit, vor allem in Jaffa, entstanden. Sie bezwecken einerseits die Wirtschaftliehe und kulturelle Besserstellung und Hebung der arabischen Arbeiter Palästinas, andererseits ihre Eingliederung in den nationalen Kampf. Dieses Vorgehen ist unzweifelhaft inspiriert durch das Vorbild und die Erfolge der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina. Eine statisti che Bearbeitung der Frage der arabischen Arbeitslosigkeit wird geplant, da von seiten der arabischen Politiker das Vorhandensein einer starken arabischen Arbeitslosigkeit in den Städten behauptet wird. Das so bearbeitete Material soll dann als Gegengewicht gegen die jüdische Forderung benutzt werden, daß die Regierung ohne Ausschreibungen Arbeiten nur an die jüdischen Arbeitslosen ohne Berücksichtigung der arabischen Arbeitslosen vergibt. Das politische Leben unter den Arabern Palästinas, das viele Jahre völlig zu einem Stillstand gekommen zu sein schien, hat in der letzten Zeit wieder Zeichen einer lebhalteren Betätigung aufzuweisen. Es steht dies unzweifelhaft im Zusammenhang mit ähnlichen Vorgängen in Aegypten, in Mesopotamien, in Syrien und in Transjordanien. Zu einer Zeit, da eine liberale Verfassung in Syrien eingeführt wird, da der Vertrag zwischen Großbritannien und Transjordaniea vor der Unterzeichnung steht, der auch in Trans- Jordanien ein parlamentarisches Regime einführt, zu einer Zeit, da Aegypten und Mesopo'amien um ihre volle Unabhängigkeit ringen, erkennen die palästinensischen Araber, die in ihrer kulturellen und sozialen Entwicklung denen in Mesopotamien und Transjordanien nicht nachstehen, die Notwendigkeit auch ihrerseits, an dieser allgemeinen polj* tischen Vorwä1t..bewegung des Midieren Ostens tcilzunehmen. Englands Vertrag mit Transjordanlen London, 11. März. 0• T.A.) Im Unterhause erkürte Kolonienminlster Amery in Beantwortung einer Anfrage von Colonel Wedgwood, daß das AbkommenzwischenEng- Iand und Transjordanien demnächst Veröffeutlicht werden wird. Das Abkommen verpflichte das britische Schatzamt, der Verwaltung in Transjordanien solange Zuschüsse in Form von Darlehen oder Subventionen zu gewähren, als die Einkünfte Transjordanlens nicht ausreichen, die Verwaitungskosten zu decken. Die bisherigen Zuschüsse an Transjordanien sind nicht rückzahlbar, da sie in Form von Subventionen gegeben worden sind. Zur Frage des Parlaments In Jerusalem fand Anfang März eine arabische Ver* Sammlung statt, in welcher die Vorbereitung des siebenten arabischen Kongresses besprochen wurde. Es wurden bereits Delegierte für den Kongreß (12 Mohammedaner, 5 Christen) gewählt Der Haifaer ״Karne 1“ wendet sich gegen die in Malta werfen. Der betreffende Kodex enthielt 203 Briefe aus den Jahren 1590 bis 1630, welche von hohem Interesse für die Geschichte der Juden in Palästina in jener Zeit sind. Hoffentlich setzt der Autor die Veröffentlichungen aus diesem Kodex fort. J. Ben Zwi schreibt über dis Geschichte der Juden in einem maronitischen Städtchen, Dir al Kanir, im Libanon. Von besonders hohem Interesse ist eine Sammlung von Sprichwörtern der spaniolischen Juden, welche der Jerusalemer Forscher Jizchak Jecheskel Yahuda veröffentlicht. Die Sprichwörter sind im spaniolischen Originaltext unter Hinzufügung der hebräischen uebersetzung und notwendiger Anmerkungen veröffentlicht. Eine besondere Abteilung des Sammelbuchs enthält Schriften zur Quellenforschung. Dr. M. S c h w a b e schreibt über die Juden und den Tempelberg nach der Eroberung Jerusalems durch Omar, auf Grundlage der Angaben des christlichen Historikers Theophanes Confessor (Ende des 8. Jahrhunderts). A. L. S u k e n 1 k veröffentlicht Bemerkungen zu palästinensischen Rcisebriefen aus dem Mittelalter. S. Assaf schreibt eine Kritik einer Veröffentlichung zweier amerikanischer Gelehrter, Richard Gotheil und William H. W 0 r r e 11, welche Fragmente der Qenisah in Kairo publiziert haben. Die Kritik deckt zahlreiche Irrtümer dieser Veröffenthehung auf. Awincam J e II i n publiziert Dokumente zur Geschichte des Erdbebens m Palästina im 6. Jahrhundert Elicser Ri w li n veröffentlicht aus dem Nachlasse des verstorbenen Rabbiner Arie Leb Fr um k in die Geschichte des Anfangs der Peruschim-Gemeinde (Schüler des Gaon von Wilna), welche sich im Jahre 1803 und den folgenden Jahren in Palästina niederließ. Arie , Leb Frumkin kam 1859 nach Palästina und sammelte alle Nachrichten über die Geschichte der Juden im Heiligen Lande, die ihm aus Büchern und vor allem aus mündlicher Ueberlieferung zugäng'i h wurden. Er veröffentlichte 1874 in Wilna den ersten Band der .,Geschichte der Weisen Jerusalems“. Als er 1915 starb, hinterließ er handschriftlich einen zweiten und dritten Band des Werkes. Aus diesen Bänden teilt E User Rtw.in einige überaus interessante Partien mit. Es sind zum großen Teil Ab* Schriften, welche Frumkin a1׳s einem seither verloren ge״angenen Gemeindebuch des Kolel von Safed gemacht hat. Erzählt werden die Schicksale der Ehgewanderten in Safed und Jerusalem in den ersten Jahren ihres Aufenthaltes. Die

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