Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 22 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 158 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 22, 10 m 1928 d fc I מ r 1 t! a 1. e 8 d F l J 1 * ו 8 I * II i ( ו I 1 I < ו < I J < I < 1 {§■ Veranstaltung des Kongresses und gegen die Forderung eines palästinensischen Parlaments, Ein solcnes Parlament sei wert• los, da man ihm nur die minder wichtigen Angelegenheiten zur Entscheidung vorlegen wird. Nach Ansicht des Blattes habe sich die Beziehung der Regierung zu den Arabern -■dt der Regierung Herbert Samuels verschlechtert Die Oppodfion Innerhalb des arabischen Lagers habe zu bestehen noch nicht aufgehört. ־ Wie ״El Jarmuk“ mitteilt, haben die Scheichs aus der Gegend von B e r s e b a dem Oberkommissar ein Memorandum überreicht, worin die Einrichtung eines Parlaments gefordert wird. Gegen die Parole des arabischen Einheits- Staates wendet sich die laffaer Zeitung ״Feiest! n“, indem sie in einem Leitartikel darauf hinweist, daß die arabische Einheit ein Traum sei, insbesondere solange der reli* giöse Fanatismus im mohammedanischen Lager vorherrscht. Wenn dieser überwunden sein wird, vielleicht in 103 oder 200 Jahren, werde die Zeit der Einigung gekommen sein, bis aahin sei den palästinensischen Arabern zu raten, statt großarabischen Planen nachzuhängen, zunächst im eigenen Lande die arabische Einigkeit herzu stellen. Neuwahlen In Palästina Der Waad Leuml beschloß Itt seiner letzten Sitzung, Neuwählen für die Assefath N i w c h a r i m (Delegiertenver- Sammlung) auszuschreiben. Die neue Versammlung soll insbesondere zu der Inzwischen erfolgten Legalisierung der Gemeindeordnung Stellung nehmen und die zur Gründung des palästinensisebeo Judenverbandes (Knesseth ]Israel) notwendigen Maßnahmen beschließen. Zur Behandlung dieser speziellen Angelegenheit wurde ein Komitee, bestehend aus den Herren Usstschkip, Suchowitzky, Solomon, Reines und Sprinzak, gewählt. An Stelle von Usskchkin, der die Wahl nicht annahm, wurde Leniado gewählt. Der Waad Leumi beschloß ferner mit großer Mehrheit, die Demission der gegenwärtigen Leitung nicht anzünehmen. — Wir haben uns mit dieser Angelegenheit in Nr. 20 ausführlicher beschäftigt Man kann nur hoffen, daß das gewählte Komitee die Angelegenheit der Organisierung des jlschuw mit Energie und Geschick in die Hand nimmt. - Ein Streit am Trompeldors Grab Eine etwas kuriose Angelegenheit erregt zurzeit die Oemüter in Palästina. Wie von uns berichtet, hat Sir Alfred Mond gelegentlich seines Palästinaaufenthaltes einem Bildhauer den Auftrag gegeben, ein Denkmal für das Grab Trumpeidors zu schaffen. Dies hat die palästinensische Arbeiter- Organisation veranlaßt, eine Gegenaktion elnzuleiten «nd eine eigene Sammlung zwecks Errichtung eines Grabmals für Trumpeldor zu beginnen. Die palästinensische Arbeiterschaft fühlt sich in ihrem Innersten gekränkt, daß ein einzelner kommt und ohne Beratung mit den öffentlichen Stellen Verfügungen über den Ort trifft, der von der palästinensischen Arbeiterschaft als ihr besonderes Heiligtum verehrt wird. Wer die Beziehungen der Arbeiterschaft zu Trampcldors Gestalt kennt, wird diese Gefühle verstehen und als berechtigt anerkennen. Wenn auf dem Punkt der pallstlnenskchen Erde, wo Trompeldors Gebeine ruhen, ein!Denkmal errichtet wird, so ist dies fragte eine öffentliche Angelegenheit von Symbolhaftem Charakter, und es kt kein Wunder, daß sich das Eraplinden dagegen wehrt, eine solche Sache der Willkür eines einzelnen reichen Mannes anheim zu geben. Zugleich aber muß man doch annehmen, daß dem Spender, der diese Zusammenhinge nicht überblickte, sicherlich nichts ferner gelegen hat als eine Beleidigung der palästinenskehen Arbeiterschaft Sicherlich hat ihn kein anderer Wunsch geleitet als die Ehrung der Personlichkeit des Toten und der Arbeiterschaft, die sonst oft über mangelndes Verständnis anderer Kreise klagt, könnte es auch eine gewisse Genugtuung gewähren, daß der Mann, dem auch Mond seinen Tribut zollen will, einer der ihren ist, der Schöpfer der Cbal uzbewegung. Wir glauben daher, daß irgendeine bisher picht in die Sache verwickelte Stelle — z. B. die zionistische Exekutive — die Initiative ergreifen sollte, um diesen Konfiikt aus der Welt zu schaffen und eine Fusionierung der zwei Denkmalspllne anzuregen, statt daß gerade jetzt eine Demonstraüöns-Geldsammfung durchgeführt wird, deren Berechtigung und ideellen Wert wir unter den gegebenen Umständen freilieh anerkennen müssen, die aber doch zum Teil von fakchen Voraussetzungen auszugehen scheint ר-־־־-'..1.1...1.'111..1 111 .min . 111 furchtbare Rechtsunsicherheit im Lande, die schweren Leiden, welche die Juden von der Willkür despotischer Paschas zu erleiden hatten — erzählt wird u. a. die auch aus anderen Quellen bekannte Ermordung des R. Chaim Farchi in Akko — die grüße Bedeutung, welche unter solchen Umständen der Schutz der fremden Konsulen für die Juden hatte, alt das spiegelt sich in der getreuen Chronik der Zeit Auch die radikale Umwälzung, weiche durch den Aufstand Mehemed Alls und Ibrahim Paschas hervorgerufen wurde, findet ihren Ausdruck. Riwlin fügt dieser Veröffentlichung die Stählten der Ghaiükah des Kolel Peruschim aus dem Jahre 1823 bei. Die Statuten beweisen die Organisationsgabe der Gründer des Kolel und die straffe Disziplin, weiche in ihm herrschte. Diese kurze Angabe des Inhalts des Buches zeigt' die Mannigfaltigkeit der behandelten Gegenstände. Die Veröffentllchung erfolgte mit Unterstützung des An-Ski-Komitees in Warschau, an dessen Spitze Jizchak Grünbaum steht, und die Gesellschaft teilt mit, daß im nächsten Bande des ״Zion“ eine Würdigung An-Skls als jüdischen Folkloristen veröffentlicht werden wird. 'Gleichzeitig wird in Aussicht gestellt, daß eine hebräische Ausgabe der ethnographischen und folkloristischen Arbeiten An-Skis erfolgen so.l. Hoffentlich gelingt es im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung den Von verschiedenen Seiten gemachten Anstrengungen, den Nachlaß Än-Skls nach Jerusalem zu überführen. Der jungen historischethnographischen Gesellschaft gebührt Dank für die Veröffent- Hebung dieses zweiten Bandes, dem hoffentlich bald weitere folgen werden, b. Eine Bibliographie des Rabhl Nachman von Brazlaw. Unter dem Titel הונטרם אלח שטוח. ספרי מ־דר׳ץ ו״ל מס־סלי hat G erhcard Schoiem eine וס־רי תלמידיו וחלי־ידי ח ד מידיו Blhliograbitip 1u»*mmenge»!ellt, die von einem Kreis von Freunden Marlin Bubers in Jerusalem in Druck gelegt wunle, als Gabe zu Buher* 50. Geburtstag. Der Verfasser hat i!n ganzen 156 Nummern verzeichnen können, Schriften a'ler Axt, in denen die Geschichten des Rabbi Nachman überliefert worden. Dia Bibliographie! enthält Urica, die nur in Jerusalem auffindbar waren. Die Broschüre gelangt in 300 Exemplaren zura Verkauf durch die Buchhandlung ,,Darom“» Rechow Ben Jehuda. Jerusalem. Südlirol, Malta usw. Eine sehr Interessante Stellungnahme wir fn der letzten Woche in verschiedenen deutschen demokratischen Zeitungen zu lesen. Es wurde darauf hingewiesen, daß das faszistische Italien wenige Tage nach Mussolinis Zurückweisung der deutschkulturellen Ansprüche in Sftdllrol, eine Kampagne zugunsten der Italiener in Malta begonnen hat, wobei sich die italienischen Blätter fast wörtlich derselben Argumente bedienten, wie sie — zur italienischen Entrüstung — die Deutschen zugunsten ihrer Volksgenossen in Südtirol geltend machen. Während Mussolini auf der einen Seite fordert, daß die Tiroler Deutsehen, die italienische Bürger sind, ihre Kultur und Tradition aufgeben und sich völlig ifalienlsieren, macht die italienische Presse einem anderen Lande zum Vorwurf, daß die Italiener, die Bürger dieses anderen Landes sind, nicht in ihrer kulturellen Besonderheit respektiert werden. Offenbar gibt es also für diese keine allgemeinen Grundsätze, sondern nur ein egoistisches Interesse, das die Grundsätze w'illkürlich für sich zurechtlegt. Wir würden den betreffenden deutschen Organen raten, nun einmal darüber nachzudenken,, ob sie, diese Bekenner allgemeiner liberaler Grundsätze, die sich doch mit Schaudern von der faszistischen Methode abwenden, nicht anderen gegenüber ähnlich verfahren wie Italien bezüglich Maltas. Wenn z. B. die Juden, die eine Minorität ganz anderer Art bilden, als etwa die Italiener in Malta und die Deutschen in Tirol, hinter denen nämlich keine Großmacht mit Maschinengewehren steht, wenn also die Juden Respektierung ihrer Tradition und freie Pflege ihrer Eigenart und ihrer spezifischen Interessen fordern, deutet wan ihnen zart an, daß sie in diesem Fall den Anspruch verlieren würden, als Vollbürger betrachtet zu werden. In anderen Fällen würde man analoge Konsequenzen wahrscheinlich nicl t zulasseit. Wir glauben, daß die. Beobachtung des Verhaltens anderer (in diesem Fall Italiens] zu einer Besinnung auf die eigene prinzipielle Situation anregen sollte. Sokolow 11 ingosUmrlea Belgrad, 11. März. (J. T. A.) Sokoiow Ist am ö. März, vort Bulgarien kommend, ln Belgrad ebigetroffen und• wurde auf dem Bahnhof von den Vertretern der Judenheft, fugoslawiens, sowie von Repräsentanten der Regierung und der Stadt Belgrad feierlich empfangen. Am 10. März stattete Sokoiow dem stellvertretenden Außenminister Sumenkavics, einen Besuch ab. Minister Sumenkovics erklärte in seinen Begrüßungsworten, cUß die jugoslawische Regierung auch weiterhin mit der größten Sympathie die zionistische Tätigkeit beglrite. Der Minister erneuerte bei dieser Gelegenheit die verpflichtenden Aetißerungen. die seitens des offlzielten Ju05״!awien gegenüber der zionistis״hen Bewegung bereits mehrfach abgegeben worden sind. Er betonte, daß Jugoslawien stets in!ovaler Weise die humane Tätigkeit der Zionisten stützen werde. Nahtim Sokoiow besuchte am 10. März auch den Ministerpräsidenten Jugoslawiens, Vukicsevics. Belgrad, 12. März. (J. T, A) Nahum Sokoiow stattete am 11. März dem jugoslawischen Ministerpräsidenten V. Vtikitschevic einen Besuch ab und begrüßte in dessen Person den Chef jenes Landes, welches im Dezember 1927, einige Wachen nach Verkündung der Balfour-Deklarat’on durch die Regierung Großbritanniens, eine Sympathie-Erklärung für das jüdische Volk und für das jüdische Nätlonalhelm ln Palästina erlassen hat ln Begleitung Sokolows befand sich der ehemalige Reservekaniiän Dr. David Albah, an den dieses historische Dokument der damaligen serbischen Regierung gerichtet war. Sokoiow gab der Hoffnung Ausdruck, daß der jugoslawische Vertreter beim Völkerbund die Sache des Zionismus unterstützen werde. Der Ministerpräsident Vukitsqhevic erwiderte, Jugoslawien werde gern beim Völkerbund die zlonPtisch« Sache fördern und wiederholte die proz'oaistischen Erklärungen, die Minister Dr. Schumenkovic an Stelle des erkrankten Außenrainisters Marinkovlc gegenüber Sokoiow abgegeben hat. Ministerpräsident Vukitschevic erklärte zum Schluß, er wolle bei der Gründung eines jugoslawischen Pro Pallstinä-Komitees gern mitwlrken. Der heutigen Ausgabe der ״Jüdischen Rundschau“ liegt die 2. Nummer der ״Jungziontstischen Blätter“ bei Rembrandts biblisclte Darstellungen Die letzte der bekannten Montags-Vorlesungen, die, wtte alljährlich, auch in diesem Winter von der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums zum Besten Ihres Stipendienfonds vcransta'tet wurden, fand am letzten Montage 8*ätt. Der Kunsthi to iker Prof״ Franz Landsberger, rühmlieh bekannt durch seine Forschungen zur ä’.ten und neuen Kunst, zumal zur Kun t seiner?cl11e־i־eI1en Vaterstadt, sp-aeli über ״Rembrandts bibii ehe Darsteilungen“. Gewiß, kein Thema von verblüffender Neuheit in einem KreLe von jüdischen Freunden der Kunst; viel Besseres aber — ein Stoff, der so alt und so neu ist, wie Sommer und Winter, wie Tag und Nacht, von der Gewa't jener Faustischen Schöpfun״s׳׳ werke, denen selbst die Engel bezeugen, daß sie ״herrlich wie am ersten Tag". Zumal wenn es, vvie hier, von einem überlegenen Kenner und warmherzigen Juden meisterhaft sch’irht wie eindringlich behande't wurde. Landsberger ent* warf zuerst in raschen Zügen ein Bild von dem judenfreundliehen Volke Hollands, das in eigenen Kämpfen um seinen Glauben gelernt hatte, gegen die Märtyrer eines anderen Glaubens duldsam zu sein; fast wurde man an einige Stellen in dem kürzlich erschienenen Buche des holländischen Juden Fritz Bernstein über den Antiientitlsmus erinnert und im beronderen ein Bild von dem großen Freunde jüdischen Geistes und jüdischen Volkslebens, von Rembrandt Denn Rembrandt war ja nicht nur mit Rabbi Manasse ben Israel und dem klugen Arzte Efraim Bonus befreundet; er hat sich auch sein Haus in der Judenstraße Amsterdams erwählt; Juden waren ihm Nachbarn zur Rechten wie zur Unken, das Volk der freien malerischen Geste, das Volk der halb orientalischen Prachter.tfaltung, — vor allem das Volk der Bibel. Schon! RentbrändtS Mutter, die er mit dem dicken Bibelbuche darrtcl't, führte, den־ Knaben, in diese Wunderwelt ein; und die Bibel hat ihn auch durchs Leben begleitet. Sehr eindringlich zeigte Landsberger an der Hand vortrefflicher Bilder, bei denen er vornehmlich die Schätze der Berliner Galerie darbot, wie anders sich der biblische Stoff in Gemälde und Radierung darstellt; mit wie anderen Augen schließlich der junge lebenshungrige und der alternde, müde gewordene Rembrandt die Bibel anschaui Hier die Geschichte vom kraftstrotzenden Simson, io welcher der Gcmeindcstcucrwescn im Britischen Eddie Das Mitglied des Britirchen Parlaments Josiab C. W e d g• wood hat eine Broschüre ״Local Taxation in the British Empire“ veröffentlicht. Wedgwood ist einer der besten Kenner dieses Gebietes. Seit jeher gehört sein Interesse den Fragen der Verbesserung der Besteuerung des Bodens. Bekanntiieh bestehen in England und in vielen Teilen des Britisehen Reiches die Gemeindesteuern ausschließlich aus Steuern auf bewegliches Eigentum. Die Gestaltung dieses Steuerwesens in der weise, daß die Bodenrente der Allgemeinheit zugute kommt, daß Grund und Boden in der für die Allgemeinheit nützlichsten Weise verwendet werden und daß Landpreise sinken, hat die englischen Bodenreformer, unter denen Wedgwood eine führende Stellung einnimmt, und auch die Britische Labour .Party seit langem beschäftigt. Lokale Selbst- Verwaltung bildet die Basis jeder Autonomie. Dies gilt besonders für Kolonia'gebiete und wenig entwickelte Länder. Die Britische Verwaltung hat daher auch in Palästina mit der Gewährung ioka’er Selbstverwaltung begonnen. Von größerer Bedeutung aber noch ist die Frage der richtigen Erfassung des Wertes von Grund und Boden. Eine weit ausschauende Boden- Politik ist die Grundlage der Entwicklung gerade neuer Länder. Aus diesen Gesichtspunkten heraus hat die Zionistische Organ!• sation auch die Bodenpolitik des Keren Kajemeth bestimmt Der Weg zu den natürlichen Reichtümera des Landes, die in seinem Boaen ruhen, soll der Allgemeinheit geöffnet werden. Wedgwood hat vor kurzem Palästina besucht, und die Eindrücke, die er von Palästina mitgebracht hat, haben ihn auch vielfach bet der Abfassung dieser Broschüre beeinflußt. Die Gemeinden und foka'en Selbstverwa'tungskörper auf dem Kontinent, insbesondere in Mitteleuropa, haben das Recht zur Erhebung von Steuern in einer viel ausgedehnteren Weise als die Gemeinden in Großbritannien. Sie sind nicht auf Steuern aus unbeweglichem Eigentum allein angewiesen, sondern haben das Recht, Gewerbesteuern und Zuschläge zu a'Igemeiner Einkommensteuer zu erheben und eine Reihe indirekter Steuern auf Verbrauchsgegenstände einzuheben. Auch die verschiedenen Gebühren, die die Gemeinden in den verschiedenen europäischen Ländern einzuheben berechtigt sind, fallen in Großbritannien fort, ln Großbri'annien wird die Gemeindesteuer aussch'.ieBlich a’s Annualrate, d. h. als Steuer des unbeweglichen Eigentums nach' seinem jährlichen Mietwerte geschätzt Die Steuer wird vom Bewohner getragen, a’so gewohn te vom Mieter. Dieses System hat den Nachteil, daß z. B. unbebautes städtisches Land unbesteuert bleibt, denn es hat keinen jährlichen Mietwert Daher wird in Nordamerika, das ja bekanntlich auch nach briti- Sehern Rechte organisiert wurde, an Stelle dieses jährlichen Mietwertes, des Annual Value, der sogenannte Capital Vaiue eingehoben. Diese Steuer wird nach dem Wert des Grundstücks bemessen, der bei dem Verkauf auf offenem Markte erzielt wird. Die Jüngeren britischen Dominions sind darüber noch hinausgegangen. fn Palästina sieht die Verordnung über die Stadt-; Vertretungen. Munidyal Ordinance 1926, eine Besteuerung nach dem in England gebräuchlichen System der Annual Value vor, d. h. die städtischen Steuern werden von dem Mieter in einem Prozentsatz der Jahresmiete getragen. Daneben kommt in Stadtgemeinden noch die sogenamte Wergo-Steuer, eine Steuer auf den Wert des unbeweglichen Eigentums, wie er vor sehr langer Zeit bestimmt wurde, in Anwendung. Daher entspricht diese Steuer keineswegs den gegenwärtigen Verhältnissen und nur im Fähe, daß das unbewegliche Eigentum in den letzten Jahren den Besitzer gewechselt hat, wird der bei dieser Gelegenheit registrierte Kaufpreis als Grundlage der Steuer genommen. Es ist daher klar, daß nur die ln den letzten Jahren von den luden erworbenen Grundstücke mit einer dem heutigen Werte entsprechenden Steuer belegt sind, während die Vorkriegsbeaitzer der Grundstück« viel zu niedrig besteuert sind. Die Oemeinde von Tel-Awiw besitzt ein viel weitergehendes Steuerrecht In Ihrem Fa’ie ist das englische Steuer- System mit dem kontinenfa'en kombiniert worden und Tei-Awiw besitzt neben dem Rechte der Einhebung einer Grund- und F'ausrinssterer »tich das Recht der Einhebung der verschiedensten indirekten Steuern und Gebühren. Auch in der neuen Verordnung über qie Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina, die v«jr kurzem veröffentlicht wurde, sind neben der Steuer a'!f unbewegliches Eigentum eine Reihe von Gebühren zur Deckung der Ausgaben der Gemeindeorganisationen vorgesehen. Colonel Wedgwood gibt in der Einleitung seiner Broschüre eine lebendige Schilderung dessen, in welcher zufälligen Weis« Innerha’b des britischen Weltreiches Steuersysteme und wahrscheinlich alle Vetwa’tungsfragen geregelt werden. Gerade aus diesem Grunde isj dar neue Büchlein zu begrüßen, das den Versuch mariit, dies« wichtige Frage systematisch zu behandeln und denjenigen Teilen des Briti'chen Reiches, die jetzt beginnen, ihre eigene städtische Verwa'tung und Bodenbesteiterung zu ordnen; mit den besten Beispielen der Lösung in andern Teilen 1 des Reiches an Hand zu gelten. HansKohn. Maler sich wiederfindet — dort das unvergeßliche Bild der Casseler Galerie, 1 der Segen Jaakobs: der müde Greis, die tastende Hand, die wie unter einem Schicksal stehenden Eltern der beiden Kinder, von denen die; segnende Hand des Ahnen hier nur das eine berührt. Hjer vielleicht vermißte man in Lindsbergers Darstellung, die sich sonst gerade durch vortreffliche Bi|d-Analysen auszeichnete, einen Hinweis auf den Keim dieses unerschöpflichen Bildes; 13t es doch gerade das Geheimnis von Erwählung des Einen und Verwerfung des anderen, das sich in der wählenden Hand birgt, ,das die Eitern niederdrückt und den Ahnen als Sendboten des Unerforschtichen erscheinen läßt. Rembrandt ist mit der Bibel jung gewesen und mit ihr alt geworden; er hat die Geschichte seiner eigenen Seele in der Bibel wiedergefunden. Landsberger schloß seinen bewundernswerten Vortrag mit dem ein wenig befremdenden Mahnruf an die jüdischen Künstler unserer Zeit, sich mehr als bisher der Bibel in ihrem künstlerischen Schaffen zu erinnern. Dieser Mahnruf war vor etwa einem Menschenaiter mehr als berechtigt; heut aber bekünden Meidners Prophetengertalten, Steinhardts Hiob und Jona, Urys,gewaltiger Jeremias, vor altem Budkos zahlreiche biblische Blätter (um nur weniges zu nennen), daß der jüdische Künstler des heutigen Tages den Felsen nicht vergaß, der ihn gebar, und nicht den Quell, aus dem er entsprang. Bertha Badt-Strauß. Unter dam Titel ״Das Zelt“ erscheint seit Anfang 1ga8 Im Verlag 0. Heller, München, eine Jugendzeitschrift, für die Dr. Alfred H e l fo r und Dr. Jakob Seide verantwortlich zeichnen. Die Zeit- Schrift macht den interessanten Versuch, jütische Stoffe und Aniegungen zu' vereinigen mit allerlei Material, das sonst die heran- ' wachsende Jugend interessiert. Stf finden wir neben der Darstellung der MakkabäSr, 'neben künstlerischer Darstellung der M-norah und jüdisch-geschichtlichen Notizen Stücke aus Rasmus sena ״Thulefahr;'‘, über Autofahrt««, allerhand Spiele, Rätsel usw. Nach den bisher erschienenen s«%! Heften za urteilen, kann das Unternehmen als durchaus gelungen WHrazhtet werden, beeoaders, wenn 5־■ x יי• denV• daß auch solche Zeitschrift erhebliche Gafahrenktfppm de* . Geschmacks m umschiffen hat. ZwwfeUoa erfüllt dl* Zeitschrift ein fttUbtrea Fsdü Cnt*־* *״. _ _ _ - 18 ו mm S C ־S »■2״: » t m A S ״ü ® ® •I _ to a .2 J* § o 5 •5 Ja 2 f־־S ea « m ►0 s. § כ H - J2 *iw Bl g % ס״ . m S i & tc § t- £ m •r• *0V ja a u s ס¬ : 3* to .21 O? «e -ß