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Jüdische Rundschau · 1928-03-13 · Heft 21 (13.3.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 21 (13.3.1928)
Date
1928-03-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21. l$M i&m JUEDISCHE RÜNDSCJfXU Seite 153 Aus der Cfcesdiidiie der jüdlsdien Legion Von Wladimir Jabotin eky. ln der Wiener ausgezeichnet redigierten Monatsschrift M ennrah" erscheinen jetzt in deutscher Sprache die schon früher in verschiedenen jiddischen Zeitschriften veröff ent lichten Memoiren Jabolinskys am der KHegueit, Diese mit dem bekannten literarischen Talent des Verfassen geschriebenen Erinnerungen sind auch für Leser, die in politischen Fragen vielfach anderer Meinung sind, hochint aresmnt und geradezu spannend. Die ,Menoroh“ hat uns einen Abschnitt zum Vorabdruck überlassen. Jabolinsky erzählt von seinen Bemühungen im Winter 1915/16 in London, wo er dm Staatsämter und die jüdische äffentliche Meinung für die Legions-Idee «1 gewinnen versuchte. Ab einem Winterabend, halb verschneit, halb verregnet, klopfte jemand an meine Tür, und herein trat ein sehr ärmlich gekleideter junger Mann, der mir ein schmutziges Stück Papier überreichte. Auf dem Papier erkannte ich die Schrift eines Freundes, der in Jaffa geblieben war. Dort stand auf Hebräisch: ״Das ist Harry First. Du kannst ihm vertrauen." Harry First sagt: ״Ich komme aus Palästina. Die dortigen Arbeiter haben vernommen, daß Sie eine jüdische Legion gründen wollen. Sie beauftragten mich, zu Ihnen zu reisen una ihnen mltzuteilen, daß sie für Sie Partei nehmen. Sie mögen sich nur nicht einschüchtern lassen. Dies ist der erste Punkt. Der zweite ist, daß ich Ihnen zur Verfügung stehe. Ich spreche jiddisch und englisch, bin Mitglied! der Poale Zion und kenne Whitechapel. Und nun, was fordern Sie von mir?" ״Gehen Sie nach Whitechapel und sprechen Sic mit den jungen Leuten", entgegnete ich. Er steht auf und geht Und zwei Jahre hindurch agitierte Harry First in Whitechapel, in den Werkstätten, in den Votksrestaurants, in seinem Komitee, auf öffentlichen Meetings, kurz überall Er suchte sich einzelne Anhänger aus, einen nach dem andern, stellte sie mir vor und ging weiter an die Arbeit. Er gehörte zu den bekanntesten Figuren von Whitechapel, man liebte und haßte ihn: man haßte ihn — begreiflich genug warum, liebte ihn aber — weil sogar die Gegner seinen ruhigen höflichen Starrsinn und *seine anspruchslose Armut respektieren mußten. Als die Legion gegründet wurde, legte er Khakiuniforra an und diente stiüimd treu seine zwei Jahre in Palästina ab, suchte keine Ehrenposten und kam sogar sehr selten zu mir. Dann verschwand er und ich weiß bis heute nicht, wo er steckt Vielleicht wird ihm jemand diese Zeilen zeigen: Schaloni, Harry First, der du einer jener ״unbekannten Soldaten“ bist, die die Geschichte machen. Nur ihr allein seid es, nicht wir! * In WhitehaH, von wo aus England und eine halbe Welt regiert wird, gründete die Regierung ein Propagandadepartemalt; an dessen Spitze stand Minister Lora Newton; Mr. Masterman, ein bekannter englischer Journalist, sandte ihm einen Bericht über das Legionsprojekt und Lord Newton empfing mich. ״Vielleicht ein guter Gedanke“, sagte er mir; ״selbstverstindllch habe ich gehört und gelesen über Ihr Zion-Mule- Corps, aber was hat das mit meinem Departement zu schaffen, mit Propaganda?" ״Eine Frage: Legen Sie Wert auf die Beziehungen zum neutralen Judentum?“ Uebersetzungeo der amerikanischen jüdischen Presse m Öe* sicht... Ich begreife sie nicht Ist das unsere Schuld, daß das russische Regime, hm ... hm nicht so modern ist?“ ״Lord Newton, was heißt das, schuldig oder unschuldig! Wollen wir Über Tatsachen sprechen. Ihr Sieg wird aas russische Regime stärken und das ist eine Tatsache, die England nicht aus der Welt schaffen kann. England kann für sie bloß ein Gegengewicht schaffen.“ *wie denn?" ״Es gibt nur eine Sache in der Welt, die der Jude mehr liebt, als er das russische Regime haßt: Palästina. Nur im Zeichen einer großen Liebe kann man eine große Feindschaft vergessen. Nicht anders.“ ״Das heißt, wenn ein Manifest der englischen Regierung zugunsten des Zionismus erscheinen würde, dann? ..." ״Dann würden die amerikanischen Juden noch immer sagen: ,Schön — aber was bedeutet ein Manifest ohne Taten?1 Sehen Sie, zu Beginn des Krieges wurde ein Ausdruck geschaffen; ,ein Fetzen Papier4 — und er wurde populär. Manifest — wohl, aber dem müssen Taten folgen." ״Was sollen diese Taten sein?“ rEin jüdisches Corps, das sich an der Eroberung Palästinas beteiligen soll.“ ״Aber es weiß doch niemand, wann wir nach Palästina riehen werden, und Lord Kitchener meint: niemals." ״Ein Regiment ist nicht von der gleichen Art wie der Wunderbaum des Propheten Jona (einem Engländer darf man Bibelsprüche zitieren, er versteht sie). Eine Armee wächst nicht über Nacht hervor. Wenn man sie in einem Jahre brauchen wird — dann muß mit den Vorbereitungen schon heute begönnen werden. Und was Lord Kitchener betrifft — so befindet er sich im Irrtum.“ ״Sagt es nicht an in Gath“, entgegnet er ebenfalls mit einem BibelritaL ״Aber ich werde darüber nachdenken und es mit meinen Kollegen besprechen.“ Feurige, scharfe Artikel gegen Rußland haben die amerikanischen jüdischen Zeitungen im Jahre 1915 geschrieben, aber deren Verfasser und die Redakteure selbst wissen es vielleicht nicht, wie mächtig das auf die Vorbereitung der Balfour-Deklaration gewirkt hat. * Mr. Joseph King, ein liberaler Abgeordneter, richtete im House of Commons eine Inteipellation an den Minister, ob es Ihm bekannt sei, daß ein ״russischer Journalist“ in Whitechapel für die Gründung einer jüdischen Legion agitiere und ob ״dieser Russe“ irgendeine Vollmacht dazu seitens der Regierung besitze. Ich schrieb Ihm: ״Bevor Sie einen Menschen und seine Gedanken angreifen, schenken Sie ihm zunächst Gehör.“ Wir treffen uns im National-liberalen Klub. Wie ich in die Halle trete, bemerke ich, daß er mit einem gelben, mageren Herren spricht, der ein ziemlich verbissenes Torquemada-, halb Mephistopheles-Gesicht bat Mr. King begrüßt mich mit Kopfnicken. Der hagere Gentiepjen wendet sich ab. Sie empfehlen sich voneinander, der andere geht weg und Mr, King führt akh an ein Sofa. ״Meine Freunde aus Whitechapel", sagt er, ״beklagen sich sehr über Sie. Sie behaupten, es beginne bereits eine Hetze fegen nicht eingerückte Ausländer in den Straßen und in der resse — und da sei ,er4 noch hinzugekommen und schüre das Feuer.“ ״Sagen Sie es mir offen, Mr. King: Wird die Hetze ein Ende nehmen, wenn ich verschwinden sollte?“ ״Leider nein. Ich kann es selbst nicht leugnen, daß es die Massen empört, gesunde junge Leute zu sehen, die in unserer Mitte leben una dennoch...“ ״Alo bitte, Mr. King, nehmen wir an, mein Plan wäre schlecht; und nun geben Sie mir einen Rat, wie man einen Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7155—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Der Berliner Veranstaltungskalender wird ausschließlich von der Berliner Zionistischen Vereinigung zusammengestellt. Wir bitten alle Vereine und sonstigen Veranstalter, sich mit etwaigen Wünschen nicht an die Redaktion, sondern an die Berliner Zionistische Vereinigung zu wenden. Dienstag, den 13. März nachm. 4י/י Uhr Jfl<L-Nat. Frauenvereinigung, Frauengruppe West. Zusammenkunft bei Frau Blumenfeld, Brandenburgische Str. 46. Nachm. 4V« Uhr Jüd. Frauenarbeitsgemeinschaft Granewaid, Zusammenkunft b. Frau Dr. Cohn, Grunewald, Ilmenauer Str. 11. Mittwoch, den 14. März abends 8/4 Uhr Gruppe Ost, in den Räumen des Agudas Achim, Jostystr. 4. Herr Dr. Max Mayer: ״Die jüdische Minoritätenfrage in Europa". Donnerstag, den 15. März abends 8/4 Uhr Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V״ ira Sitzungssaal der Z. V. f. D.» Meinekestr. 10. Tagesordnung; 1. Arbeitsbericht; 1 Die Oemeindepolitik der Jüdischen Volkspartei, Referent: Herr Dir. Kareski; 3. Ausspräche; 4. Eventuaiia. "עבריה" אספה «ומבית ביום החמישי.15.8 בשעה 8H כערב בבית ההחלה חוגשנזר. 2-4, הטרצה ע. גרינברג על המשא: מלחמת יהודי המורח בעד תפשתם הלאומית. אורחים רצויים. Montag, den 19. März abends 8V* Uhr Zionistische Vereinigung für Deutschland, im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats, Bellevuestraße 15. ״Centralverein und Zionismus." Referenten: Kurt Btumcnfeld, Dr. Nachum Ooldmann. Dienstag, den 20. März abends S//2 Uhr Berliner Zionistische Vereinigung, im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestraße 10. Herr Architekt Neufeld, Palästina: ״Die architektonische Neugesteltung Palästinas“. Ausweg finden könnte? Soll man müßig zusehen, wie sich in England ein Rassenhaß schlimmster Sorte entwickelt — ein Haß von Menschen, die sterben müssen, gegen Menschen, denen es erlaubt ist, zu leben?“ »«Sie erzählen mir nichts Neues“, entgegnet Mr. King. ״Ich selbst habe meinen Freunden gesagt, es wäre am besten, wenn ehre große Zahl ausländischer Juden sich der eesUsdtan Armee wie unsere Jungen Leute anschließen würde../4 ״Da sind Sie schon Im Irrtum. Das Ist eine ungerechte Forderung.“ ״Warum?44 ״Weil ein gewaltiger Unterschied vorhanden ist zwischen ,Ihren jungen Leuten‘ und diesen Ausländern. Ihre ,Boys4 sind Engländer: wenn England siegt, ist ihr Volk gerettet Unsere sind Juden, wenn England siegt, bleiben sechs Millionen ihrer Brüder in der Hölle. Sie dürfen ein gleiches Opfer nicht verlangen, wo die Hoffnung nicht die gleiche ist“ ״Also was wollen Sie?" ״Ein Kompromiß. Nach Recht und Gerechtigkeit können Sie von dem ausländischen Juden nur zwei Dinge verlangen. Erstens: das Land England als so'ches zu beschützen, weif er hier lebt — ,Home defence4. Zweitens: für die Befreiung Palästinas zu kämpfen, weil dieses das ,Heim‘ seines Volkes sein wird. ,Home und Heim4 — das ist mein Kriegsprogramm für Ihre Freunde aus Whitechapel.“ ״Sie sind ein Träumer44, entgegnet er plötzlich. Ich weise auf die Porträts, die an den wänden des liberalen Klubs hängen. ״Alle Träumer.“ ״Ich werde nachdenken“, sagt er, ״und mit meinen Kollegen?srechen. Ich weiß aber nicht, ob es sich lohnt, mit meinen reunden aus Whitechapel darüber zu sprechen.“ ״Es hängt davon ab, wer sie sind", entgegnete ich. ״Einen, den wichtigsten unter ihnen, haben Sie gesehen: es ist jener hagere Herr. Er ist kein Jude und für den Militärdienst zu alt, aber er interessiert sich sehr für diese Frage. Er ist e!m russischer Emigrant, heißt Mr. Tschitseherin. Wollen Sie ihn kennenlernen?44 IN 120 ORTEN wurde die Purim •Aktion des Keren Kejemeth dupehgeföhrt. Hoch fehlen eher aus zahlreichen Orten ABRECHNUNG ÜBERWEISUNG WWB WBm WWwr BIB Bi WB B1B BIBI ^BH der gesammelten Spenden. Oer Hauptauewele der Purim-Aktion soll am 23. Mfirz erscheinen. BIS ZUM 18. MSBZ nP ■I BP 80 812 H HWe 8B mOseen eile BetrSge überwiesen sein. ״Nein“, sage ich. ״Merkwürdig: ich stelle ihm in bezug auf Ihre Person die־ selbe Frage und er gab mir dieselbe Antwort. Es ist eine seitsame Sache, daß die ,Russen4 einander hassen. Man spürt es, daß, wenn Mr. Tschitseherin nur ein wenig Einfluß hätte, er Sie gerne im Kerker sehen möchte — und Ich habe Angst, es beruhe auf Gegenseitigkeit.“ ״O ja“, sage ich aus vollem Herzen. Uebcr den heutigen Außenkommissär Sowjetrußlands hatte ich damals nur wenig gehört, er zählte nicht zu den berühmten Emigranten, er war mehr seines Namens wegen bekannt, da sein Onkel in den sechziger Jahren ein großer liberaler Publizist war und für die Gleichberechtigung der Juden sich eingesetzt hatte. Aber das wenige, das ich von ihm gehört hatte, genügte mir: Mr. Tschitseherin war einer der Hauptanführer der ganzen Agitation in Whitechapel, daß die Juden jede Art von Militärdienst verweigern sollten. Und was den Kerker betrifft — ist die Prophezeiung des Mr. King tatsächlich in Erfüllי״״• gegangen, aber nicht bezüglich meiner Person. Vom PmiBlschen Landesverband Dr. Freund verzichtet aui das Amt des Sachverständigen. Wie das ״Israelitische Familienbiatt" erfährt, hat Herr Dr. Ismar Freund dem Kultusministerium mitgeteilt, daß er infolge Ueberlastung mit anderen Geschäften, insbesondere wegen der außerordentlich umfangreichen Arbeit, die ihm das Dezernat für Politik und Stnatsbelhufen im Landesverband bereitet, sich nicht in der Lage sieht, das Amt eines Sachverständigen beim Kultusministerium zu übernehmen. Es ist anzunehmen» schreibt das Blatt weiter, daß nunmehr der Preußische Landesverband im Einvernehmen mit allen anderen Faktoren Herrn Rabbiner Dr. Baeck dem Ministerium in Vorschlag bringen wird. — Dr. Freund ist auf der letzten Tagung des Rates zum Vize- Präsidenten im engeren Rat gewählt worden. ♦ In Warschau hat »ich eine Vereinigung ״Agunoth“ gebildet,!He sich die Wahrnehmung der Interessen jüdischer Kriegerwitwen mr Aufgabe gesetzt hat. Es handelt «ich darum» Über de» Verbleib der im Kriege vermißten Ehegatten dieser Witwen, die aaeh dem jüdischen Religionsgesetz nicht wieder heiraten dürfen, Nadiforschungc-n an*u«tellcn. Der Preußische Landesverband ' jüdischer Gemeinden, Berlin N 34, Oranienburger Str. so, errichtet daher eine Samiuelsteil*-, die alle Mitteilungen aber die im Deutschen Reiche verstorbenen jüdischen Kriegsgefangenen der alten ruiri- .»eben Armee Zusammenstoßt und der Agunoth suleitet. Der Freu- Bische Landesverband jüdischer Gemeinden bittet alle Synagogengemeinden des Reiches, ihm möglichst eingehende Mitteilungen über die auf den Friedhöfen der Gefangenenlager oder der Gemeinden bestatteten russischen Kriegsgefangenen zukommen zu lassen. Es wird in jedem Falle geboten, soweit möglich nicht nur die bürgerliehen, sondern auch die hebräischen Namen und Daten oder sonstigen Kennzeichen der Verstorbenen artzugeben. Kampf am das Francnsfimmrcchl in Loadoa London, 6. März. (J. T. A.) Die ln der United Syaagogue (vereinigte Synagogen Londons) ehrenamtlich tätigen Herren Samuel Moses, frank D. Benjamin, Isidore Saitnon, Natanie! S. Lucas, Frattfe»; Samuel, Joseph Prag und Lawrence levy haben dem Präsidenten der United Synagogue, Lionel de Rothschild, mitgeteilt, daß sie entschlossen seien, t h r e S t e 1 - Jen nieder zu lügen , wenn nicht die alte Verfassung, die ein Frauenstimmrecht nicht kennt, in Geltung wclbt. Am Montag, den 12. März, wird sich der Rat der United Synagogue in einer Sondersitzung mit der durch das Schreiben der erwähnten Herren entstandenen Krise befassen. Die Lage der Staatenlosen. In einer öffentlichen Mitgliedervcrsammlung de« Vorbandes der Staatenlosen referierte der Vorsitzende Alfred Wochsnor über die praktischen Mßglkhkeiten zur Lösung der Staatenlosenfrage. Für die staatenlos gewordenen früheren Einwohner der österreichisch-ungarischen Monarchie und der neuen Oststaaten forderte er die Einrichtung internationaler Schiedsgarichuhöfe durch den Völkerbund rur Klärung der Staatsangehörigkeitsfrage. Er machte den Vorschlag der Errichtung einer Zentralstelle der Staatenlosen, die in gewissem Umfange konsularische Befugnisse amüben müßte. In der Diskussion wiesen insbesondere Dr. Ludwig Oppenheimer und Rechtsanwalt Dr. Werner Frsustidter auf die praktischen Möglichkeiten hin, auf Grund der bestehenden Rechtsvorschriften in den einzelnen Ländern die Rechte der Staatenlosen gegenüber Fehlem der Gericht» und Verwaltungsbehörden zu sichern. Es wurde engste Zusammenarbeit mit den Rochtsschutzorganisationen der verschiedenen Gruppen von Ausländern und mit den internationalen juristischen Verbänden beschlossen. 4 f ■ ,pfjj Ortsgruppen Berliner Misrachl-Gruppe. Am Mittwoch» den 14• März, abend» n Uhr, findet im Theater am Kurfürstendamm eine Nachtvorstellung statt, die für unsere Freunde ein besonderes Interesse haben wird, und zwar ein doppelte«: Einmal fällt der gesamte Erlös der Tachkemoni-Schule tu und dann handelt es sich um eine Dichtung von Lazarus Bart h. Barth wandelt auf den Bahnen von Bemard Shaw und hat das interessante Experiment gemacht, aus der Gleichung Jungfrau von Orleans: Heilige Johanna ~c־ Wallenstein: X das X künstlerisch zu konstruieren. So ist eia neuer WaUenitein entstanden, der von einer Schaf Berliner Schauspieler unter der Leitung von Hugo Döblin an jenem Abend in Szene gehen wird. Die Freunde des Misrachi werden also dieses Mal Gelegenheit haben, bei dieser Uraufführung einem literarisch interessanten Experiment betzuwohnen. Das dürfte sie reichlich dafür entschädigen, daß der Misrachi in diesem Jahre keine Diietl antenaufführung und keine Purimposse bringt. Er hat statt dessen mit der Direktion des Theaters am Kurfürstendamm dieses Abkommen getroffen, durch das die Möglichkeit einer größere» Subvention an die Tachkemoni-Scbulo gewährleistet ist. Karten sind noch im Vorverkauf zu haben; Im Misrachi-Zentral-Büro, Weinmolsterstr. 18 (Telephon: Norden 1150), B.Z.V. und K. K.L., Mrinekeslr. io (Bismarck 7165) m den Preisen von 5, io und 15 .4L Außerdem an der Abendkasse. Breslau. Seit dem letzten Bericht fandet! hier eine Reihe von Vortragsabenden der Zionistischen Ortsgruppe statt, bei denen vou auswärtigen Rednern Dr. Georg Landauer, Frau Gerde Arlosoroff und Dr. Max Soloweitsehik sprachen. Frau Arioaoroff, 1ie sich bei ihrem ersten Aufenthalt in» Oktober v. J» einen großen Kreis von Freunden erworben batte, sprach ira Rahmen der Ortsgru pe über ״Palästinensische Wirklichkeit“ und verstand es wiederum, ihre Zuhörer mitzureißen. Sie sprach außerdem noch vor einer aus allen Richtungen der jüdischen Jugend zusammenr״*--,■־-־•״■' *־־־־ “־־’־'״ ־״' י, י " ' ־ um eine gemeinsame Aussprache unter den Mitgliedern der Jugendverbände herbeizuführen, di© uns sehr notwendig erscheint. Leider ist der Abend nicht ganz geglückt, vielleicht deshalb, weil man »ich noch zu wenig kannte und sich deshalb allzu sehr in Reserve hielt. Der Versuch soll jedoch wiederholt werden. Als letzter auswärtiger Redner sprach Dr. Soloweitsehik, diesen Vortrag ״Kulturgehalte

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