Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1928)
- Date
- 1928-03-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite IM JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.!0, ß. III. 1028 noch moralischen Anspruch auf eine unmittelbare Zuerkennung der palästinensischen Staatsbürgerschaft haben“. * 0e!egentlIch eine# Meinungsaustausches in der Kommission Ober die eventuelle Veröffentlichung von kurz zusammengefaßten Berichten über die in jeder Jahresperiode durch die Kommission geleisteten Arbeiten sprach sich das holländische Mitglied der Kommission, van Rees, mit großer Anerkennung über die von unserem Oesinnungsgenossen Dr. M. Blleskt früher öfter verfaßten und in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften publizierten Resumds aus, und erklärte es für sehr empfehlenswert, daß das Sekretariat des Völkerbundes seinerseits diese gelungenen Versuche Dr. ßileskis fortsetze. Infolge des Hinscheidens von Frau A, Buge-Wickseil (Schweden) und der Demission des japanischen Mitgliedes der Kommission, Yamanaka, sind zwei Plätze in der Kommission vakant geworden. Der Rat wird ln seiner Märztagung an die Wahl von zwei neuen Persönlichkeiten (aus den betreffenden Ländern) schreiten. Zur Frage des Reidisverbandes Die Nürnberger Sitzung Nürnberg, den 4. März 1928. Aus Nürnberg wird uns berichtet: Die Vertreter der deutschen Landesverbände trafen sich am Sonntag in Nürnberg zu einer Tagung, die der Schaffung des Relchsverbandes der deutschen Juden dienen sollte. Vertreten waren der preußische Landesverband u. a. durch die Herren Kammergerichtsrat Woiff, R.-A. Dr. K! e e, Dr. Freund, der bayerische Landesverband durch Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Justizrat Elias Straus, Lehrer Dingfelder, der badische Landesverband durch Prof. Dr. Stein, Dr. Pfälzer- Weinheim, Württemberg durch Regierungsrat Dr. Nördlinger, Anhalt durch Landesgerichtsdirektor Alterthum, Hessen durch Kommerzienrat Mayer-Mainz, Hamburg durch R.-A Dr. David und Meiningen durch R.-A. Dr. Simon. Auf Antrag Dr. Neumeyer wurde beschlossen, Ms zur Qründung des Reichsvirbandes eine vorläufige Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands zu begründen, die gewisse dringende Aufgaben der deutschen Juden gegenüber dem Reich und der Oeffentlichkeit vertreten solle. Es wurde von mehreren Diskussionsrednern betont, daß diese Arbeitsgemeinschaft nur ein Provisorium darstellen dürfe und die Schaffung des Reichsverbandes nicht länger hinausgezögert werden könne, in der Arbeitsgemeinschaft wird jeder der Landesverbände einen Sitz einnehmen. Bei der Frage des Reichsverbandes selbst wurden auf dieser Tagung nur zwei Punkte behandelt, die Kompetenzen des Relchsverbandes und die Zusammensetzung des Rates. Annahme fand eine Resolution Blau, wonach der Reichsverband die Vertretung der deutschen Juden gegenüber den Juden des Auslandes und ihren Organisationen übernehmen söB4^'Die;:le»^ution :wurde• von. ,unteren ■ auf,, der,, Tagung anwesenden Freunden energisch unterstützt; in der Aussprache wurde betont, daß vor allen Dingen auf religiösem und sozialem Gebiet engere Zusammenarbeit angestrebt werden soH Was die Frage des Rats anlangt, so verlangten Dr. Alterthum-Dessau und Dr. David-Hamburg in Gemeinschaft mit den Herren Dr. Straus, Dr. Pfälzer und Dr. Klee, daß jedem Verbände auch im Reichsverband eine Stimme gegeben werden müsse. Dr. Klee wandte sich grundsätzlich dagegen, die deutsche Judenheit nach Ländern zu trennen, und wenn schon dieser Fehler gemacht werde, so müsse man wenigstens die Juden der kleineren Länder bei der Gesamtvertretung entsprechend berücksichtigen. Beschlossen wurde schließlich, daß die kleineren Landesverbände sich zu einem Wahlblock zusafnraenschließen sollen, der seine Vertreter nach den Grundslfzen des Proporzes delegiert Sonst soll jeder Verband von mindestens 3000 Seelen eine Stimme im Rat erhalten. Ein Antrag Dr. Klee, die Ratsmitglieder von der Reichstagung wählen zu lassen, fand nicht die genügende Unter- Stützung. Schließlich wurde noch beschlossen, daß Preußen, nicht wie im Entwurf vorgesehen war, auf % der Ratssitze beschränkt werden, sondern die Hälfte der Ratsstiramen minus I erhalten soll. Es herrschte Einmütigkeit, daß die zu schaffende Reichstagung nicht nur ein dekoratives Organ sein dürfe, sondern auch Budget- und Gesetzgebun gsrecht erhalten müsse. Schließlich wurde noch über die Frage des Namens der neuen Organisation diskutiert, wobei die zionistischen Vertreter darauf bestanden, daß an dem Namen ״Reichsverband der deutschen Juden“ nichts ge* ändert werden solle. Die Tagung ist als ein wichtiger Schritt in der Erörterung der Organisationsprobleme der deutschen Juden zu betrachten. AuUtebimg eines Ausweisungsbefehls Jerusalem, 2. März. (J.T. A.) Der Magistrat von Haifa hat vor kurzem den jüdischen Schneider Blum, der seit sechs Jahren in Haifa wohnt, wegen Beleidigung einer Frau zu einer Geldstrafe und zur Landesverweisung verurteilt. Oegen das Ausweisungsurteil machte sich unter den Juden Palästinas eine scharfe Protestbewegung bemerkbar. (S. ״Brief aus Palästina“, letzter Absatz, in Nr. 18 der ״J. R.“.) Man wendete ein, daß im Prinzip ein Jude aus Palästina, das seine Heimat ist, nicht ausgewiesen werden dürfe. Der Rat der jüdhehen Gemeinde von Haifa appellierte an den Oberkommissar, die Ausweisungsorder nicht zu bestätigen und die palästinensischen Gerichte zu instruieren, Ausweinmgsorders nur in außergewöhn’ichen Fällen zu erlassen. Lord Plumer gab diesem Appell Folge und annullierte die Ausweisungsorder gegen Blum. Nahum Sokolow In Sofia Nahum Sokolow ist am 28. Februar in Sofia vom bulgarisehen Premier und am 29. Februar vom König von Bulgarien empfangen worden. Die Audienz beim König dauerte IV* Stunde und trug einen sehr herzlichen Charakter. König Boris bekundete ein sehr lebhaftes Interesse für die Fortschritte des jüdischen Natlonalhelms in Palästina. — Sokolow ist in Bulgarien Gegenstand großer Ehrungen. Am Tage seiner Ankunft waren die jüdischen Läden in Sofia zum Zeichen der Festlichkeit geschlossen. Komitee ״Kalla-PalesUna“ Rom, 2. März. (J. T. A.) Du Komitee Itaia-Palestfaa, das dem französischen Komitee France-Palestine sowie dem deutschen Pro Palästina-Komitee entspricht, hat die ihm von der provisorischen Leitung vorgelegten Statuten angenommen und sich wie folgt konstituiert: Präsident des Komitees ״Italia- Palestina“ ist Prinz Pietro Lanza di Scalea, der frühere Minister für die Kolonien Italiens; Vizepräsident ist der frühere Finanzminister der Mussolini-Regierung Deputierter Alberto de Stefani. Dem Präsidium gehören noch die folgenden Persönlichkeiten an: Deputierter Roberto Cantalupo, früherer Unterstaatssekretär für die Kolonien und hervorragender Kenner der Kolonial-, insbesondere der Mittelmeerprobleme; der frühere Kultusminister Senator Alfredo Baccelli; Senator Antonio Cipplco, Mitglied der italienischen Delegation beim Völkerbund; der frühere Finanz- Zionistische Vereinigung für Deutschland Montag, den 19. M3rz, abends 87» Uhr, im Plenarsaal des Reichswirtsdhaftsrats, Bellevuestr.15 ״Centralverein und Zionismus“ Referenten: Kurt Blumenfeld, Dr. Nahum Goldmann. Die Veranstaltung ist von Dienstag, den 13. Mira, auf diesen Tag gelegt worden. minister Senator Ugo Ancona; Deputierter Oiuo Olivetto, Vorsitzender der italienischen Industriekammer; Deputlerter Geueral Nicola Vacchelli; Deputierter Giho Alf i e r i, Vorsitzender des Verbandes der italienischen Kooperativen; Deputierter Giacinto Motta, Direktor der italienisehen elektrotechnischen Gesellschaften; der berühmte Historiker der Universität Rom Prof. Oioacchino Volpe; der Gepgraphieprofessor der Universität Rom Ing. Roberto Al» magia; der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Rom Advokat Angelo S e r e n i. Sekretär des Komitees ist Professor Dante Lattes, Schatzmeister ist der Oberrabbiner von Rom Dr. Angelo Sacerdotl Za Ehren des neuen Komitees veranstaltet die zionistische Föderation Italiens am 7. März einen festlichen Empfang; Vertreter der Regierung und eine große Zahl führender Persönllchkeiten Italiens haben ihr Erscheinen zugesagt. Für jüdlsch-coglische Annäherung Wie ״Haarez“ aus Jerusalem meidet, besteht dort in einem englischen Kreise, in dessen Mittelpunkt der Korre* spondent der ״Times", Kanonicus Dr._ Damby, steht, der Plan, innerhalb des palästinensischen Judentums eine Auf* klärungsarbeit durchzuführen, mit dem Ziel, Kenntnisse von England, englischem Nationalcharakter, eng- Hscher Kultur, Methoden englischer Politik und Verwaltung zu verbreiten. Die Initiatoren glauben, daß derartige Kurse sehr zur Verbesserung der Beziehungen zwischen dem jüdisehen Jischuw und den Organen der Mandatsregierung beitragen würden. ״Haarez“ begrüßt diesen Gedanken, da zweifellos im Verlaufe der Jahre viele Mißverständnisse zu vermeiden gewesen wären, wenn eine bessere Kenntnis Englands bei den Juden vorhanden gewesen wäre. Wes ist jedoch, betont das Blatt, nur die eine Hälfte der Aufabe, denn ebenso notwendig ist es, in den englischen reisen Kenntnis des jüdischen Wesens und Charakters so- < wie der jüdischen Bestrebungen zu verbreiten. Dr. Damby und seine Freunde werden sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie ihren Plan ausführen und zugleich auch der zweiten Frage ihr Augenmerk zuwenden. Dr. Ernsl J. besser Am 1. März starb in Mannheim nach kurzer schwerer Krankheit ira Alter von 48 Jahren Ernst Lesser. Seit 18 Jahren lebte er in Mannheim als Laboratoriumsvorstand der Städtischen Krankenanstalten, ein Gelehrter und Forscher von Weltruf, dessen wissenschaftliche Arbeiten aus dem Gebiete des Stoff- Wechsels einen ingeniösen Geist verrieten. Der zionistischen Bewegung schloß er sich früh an, einem Kreise zugehörend,der auch Chaira Weizmann zu sich zählte, mit dem Lesser bis heute innige Freundschaft verband. In Mannheim war er der geistige Mittelpunkt der Ortsgruppe. Er war ein treuer Freund und Anhänger von Julius Simon. In den Mannesjahren hat er begonnen, Hebräisch zu lernen und brachte es darin zu einer Beherrschung, die ihn befähigte, in das jüdische Schrifttum vorzudringen und aus diesem Anregungen zu schöpfen zu wertvollen, geistreichen jüdisch-literarischen Arbeiten. Lesser galt nicht als bequemer Parteigenosse. Sein Wahrheitsfanatisraus, seine kritische, an der exakten Naturwissen- Schaft orientierte Denkweise widerstrebte jeder Phraseologie, er ließ sich nicht einfangen durch hochklingende Worte und hochtrabende Programme. Er schaute den Dingen auf den Grund. Sein zionistisches Interesse ga't der praktischen Palas inaarbeit, die er materiell und ideell mit allen Kräften förderte. Er war ein gütiger Mensch, bei dem viele Rat und Hilfe fanden; besonders herzlich war er den Chaiuzim zugetan. Hinter der scharfen Kritik, mit der er oft im innerzionistischen Kampfe auftrat, verbarg sich eine echte große Liebe zum jüdischen Volke und zum jüdischen Lande. So war Ernst Lesser eine der anziehendsten und geistvollsten Persönlichkeiten im jüdischen Mannheims. Dr. Arnold Hildesheimer gab bei der Trauerfeier an seiner Bahre dem Schmerze der Zionistischen Ortsgruppe über den schweren Verlust beredten Ausdruck. Aber nicht nur sein lokaler Kreis, sondern alle deutschen Zionisten trauern um diesen ausgezeichneten Mann und Genossen. Der Wrektor des päpstlichen orientalischen Instituts Bischof Monsignore d’Herblgny, einer der bedeutendsten katholisehen Gelehrten und ein naher Mitarbeiter des Papstes, weilte letztens Iw Aufträge des Vatikans einige Zeit in Palästina und äußerte sich nach Rückkehr zu einem Vertreter der J. T. A. voll Bewunderung über die zionistische Aufbauarbeit in Palästina. Generalversammlung des Bllfsverelns Am Sonntag, den 4. März, fand in Berlin die General Versammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden statt, der im abgelaufenen Jahre, nach einer durch Krieg und Inflation erzwungenen Pause, mit Energie den Aufbau seiner Organisation wieder aufgenommen hat. Der Vorsitzende, Dr. James Simon, konnte, nachdem er den verstorbenen Mitgliedern des Hilfsvereins, besonders Paul Nathan, einen von der Versammlung stehend angehörten Nachruf gehalten hatte, mit Befriedigung feststeilen, daß sich der Hilfsverein anschicke, gemeinsam mit den großen Hilfsorganisationen in Westeuropa und Amerika seine Tätigkeit zum Wohle der ״außerdeutscheu Glaubensgenossen“, und zwar in ״sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht“ aufzunehmen. Aus dem Tätigkeit®- bericht, der vom Generalsekretär Dr. Mark Wischnitzer erstattet wurde, geht hervor, daß der Hilfsverein die Zweige seiner traditionellen Tätigkeit, Auswandererhilfe, Schuiorganisation und Waisenunterstützung, wieder pflegt Das abgeiaufene Jahr stand im Zeichen des Wiederaufbaus der Organisation. Das vorläufige Jahresbudget bewegt sich allerdings in bescheidenen Grenzen (2000)0 M.), bescheiden, wenn man bedenkt, daß der Hilfsverein während seiner bisherigen 27 jährigen Existenz fast 50 Millionen Goidmark für seine Zwecke aufbringen konnte. Für die Zukunft ist jedoch, parallel mit der Gesundung der Verhältnisse in Deutschland, eine Ver- Stärkung der Sammel- und Hilfstätigkeit des Vereins zu erwarten. An den Bericht knüpfte sich eine kürzere Aussprache, in der Dr. Werner Senator die Aufnahme der Tätigkeit im Orient und die Entfaltung einer politischen Tätigkeit, ahnlieh wie es französische und englisch-jüdische Organisationen tun, empfahl, damit das ״politische Gewicht der deutschen Juden zugunsten unterdrückter jüdischer Gemeinschaften in einzelnen Ländern in die Wagschale falle“. Nach Genehmigung des Berichtes und der Wiederwahl von Verwaltung und Geschäftsführung — neugewählt wurde Dr. Moritz Bileski, — hielt Dr. Bernhard Kahn ein mustergültiges Referat über die Lage der Juden in Osteuropa und zeichnete in großen Umrissen die Gebiete, auf denen sich der Hilfsverein hauptsächlich zu betätigen haben wird. Dr. Kahn prägte ein gutes Wort: ״Der Hilfsverein muß nicht Arbeit suchen, es sind vielmehr zahllose Arbeiten und Nöte, die des Hilfsvereins bedürfen “ Die Generalversammlung, deren Verhandlungen, was vom Vorsitzenden ausdrücklich festgestellt wurde, auf einem hohen sachlichen Niveau standen, nahm durch die Tatsache, daß auf ihr der Wunsch, zu helfen und das Pflichtgefühl, helfen zu müssen, unbeschwert von irgendwelchen jüdisch-lnnerpolitisehen Voreingenommenheiten, zum Ausdruck kam, einen harmonischen Verlauf. M. W. Tagung« der ICA, Foundation aod HJCEM. Paris, 1. März. (J.T.A.) Der Verwaltungsrat (Conseil Administratif) der Jewish Colonisation Association (ICA) tritt am 10. März d. J. zu einer Sitzung hier zusammen, die sich mit einer sehr umfangreichen, alle Arbeitsgebiete der ICA umfassenden Tagesordnung beschäftigen wird. Der Verwaltungsrat besieht aus den Herren d’Avjgdor, Goldsmith. Monieuore und ן Leonhard Cohen: aus- London* den Herren Philipson aus Brüssel, Rechtsanwalt Dr. Klee-Benin, Dr. James Simon-Berlin, Justizrat Blau-Frankfurt a. M., sowie den Pariser Herren Professor Salomon Reinach, Netter und Wahl. Es wird die Anwesenheit sämtlicher 11 Herren erwartet. Der Sitzung voraus geht eine Tagung der von der ICA zusammen mit dem Joint begründeten Foundation, an deren Spitze die Herren Louis Oungre und Dr. Bernhard Kahn stehen. Nach der Tagung des Verwaltungsrates wird am 11. März hier eine Tagung der HJCEM, der aus Vertretern der ICA, Hias und Enugdirekt bestehenden Organisatlon für die Regelung der Emigranten stattfinden. Die Ordnung an der Klagemauer Auf Grund eines Schreibens des bekannten Schriftstellers (unseres Mitarbeiters) M. J. Ben Oawriel (Eugen Höflich) an den High Cammissioner hat die Palästina-Regierung den Besuch der Klagemauer und das ungebührliche Betragen seitens der Touristen während der jüdischen Feiertage und Oebetsstunden, wie auch das Photographieren an der Klagemauer verboten. Die Regierung hat in diesem Sinne alle Touristengcseltschäften verständigt. Ein zu diesem Zweck eigens hingesrellier britischer Polizist hat über die Einhaltung dieses Verbotes zu wachen. (Ziko.) Ein indischer Zenge im Gerichtssaal mißhandelt Bukarest, 2. März. (J.T. A.) Vor dem Klausenburger Gericht begann gestern der Prozeß gegen die letzten Angeklagten aus der Zeit der antisemitischen Studentenexzesse. Die Antisemiten, die im Zusammenhang mit der Bewegung zur Milderung der Urteile in den ersten Prozessen wieder Mut bekommen haben, üben einen scharfen Terror aus. Der als Zeuge vernommene Jude Isak Schenker wurde während der Gerichtsverhandlung von den anwesenden Studenten überfallen und schwer mißhandelt. Nur mit Mühe gelang es, ihn den Händen der Angreifer zu entreißen. Die jüdische Autonomie in Estland Reval, 26. Februar. (J. T. A.) Aus Anlaß des zehn־, jährigen Bestehens der unabhängigen Rqrubiik Estland hat der jüdische Nationalrat Estlands eine Kundgebung veröffentlicht, in der dem estnischen Volke der Dank Für die Schaffung einer jüdischen Kuiturautonomie in Estland ausgesprochen wird. Die Regierung Estlands hat aus Anlaß des Jubiläums ein Manifest auch in Jiddischer und hebräischer Sprache veröffentlicht, in welchem versichert wird, daß alle auf dem Boden Estlands lebenden Nationalitäten sich der weitesten nationalen und bürgerlichen Freiheiten erfreuen dürfen. Die Beerdigung Moses Frostigs Dienstag, den 28. Februar, fand in Lemberg die Beerdigung des vor einigen Wochen in San Remo verstorbenen Cherredakteurs und gewesenen Abgeordneten Moses Frostig statt, dessen Leiche in seine Heimatstadt überführt wurde. Die Trauerkundgebung gestaltete sich zu einer großen Mani'estation der zionistischen Partei und der zahlreichen Freunde des Verstorbenen. Am offenen Grabe sprachen Vertreter der Organisationen und Joumalistenverbände in Lemberg und Warschau, Der Lemberger ״Morgen“ gab am Tage der Beerdigung eine Sondernummer heraus. Aus allen Teilen der Weit liefen bei der Familie des Verstorbenen Beileidsbezeugungen ein.