Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 16 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652971-2652987--19773-2677684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 114 JUEDlSCHE RUNDSCHAU Nr.!«, Kl 163S zumindest als gebildeter Mensch nicht glauben dürfte. Das heißt (da die subjektive Ehrlichkeit jedem «!gebilligt werden muß), wo eine derartige Bewußtseinsstörung und Affektbesetzung zutage liegt, daß die ausgesprochenen Meinungen der Gegenseite jeder Schlüssigkeit entbehren. Wenn Juden, die von der Religion kaum eine Ahnung haben — sogar die Jüdischen Atheisten“ werden ja subsumiert —, ״im Judentum nur ihre Religion“ erblicken wollen wenn jüdische Rechtsanwälte und Syndici sich in patriotischen Ueberschwenglichkeiten bewegen und mit dem pomtnerschen Bauern und dem bayerischen Seppl stärkere Kontakte zu spüren glauben als mit dem Juden eines außerdeutschen Landes, dann steht unsereiner wehrlos vor diesem seelischen Phänomen. Menschen, die in ihrem Beruf Hervorragendes leisten mögen und deren Allgemeinbildung und Denkfähigkeiten nicht angezweifelt weroen können, verlieren, sowie sie auf jüdisch-politische Dinge zu sprechen kommen, plötzlich ihr sonst vorhandenes Niveau. Sie produzieren geschwollene Sitze, unter denen sie sich selbst kaum etwas denken, geschweige die sie anderen verständlich machen können. Sie machen sich wichtig mit ihrer angeblich besonder« hervorragenden deutschen Gesinnung, und wie die Deutsch-Völkischen die arische Blutprobe, so fordern die Central-Vereinler als Kriterium des von ihnen sanktionierten deutschen Juden bestimmte, gar nicht meßbare subjektive Voraussetzungen und propagieren eine Art von Gesinnungsanalysen. Und warum aas alles? Um die Zionisten — e contrario ~ als vaterlandslose Gesellen hinstellen zu können. Man weiß nicht, worüber man mehr staunen soll: über die Unverfrorenheit, mit der hier, fanz nach ״völkischer“ Art, eine jüdische Gruppe exommuniziert wird, oder über die Blindheit mit der hier Realitäten verkannt werden. Fühlen denn die Herren nicht, wie lächerlich sie sich machen, wenn sie sich von hervorragenden und auch von ihnen gewiß anerkannten Nichtjuden über die Vereinbarkeit bester deutscher Staatsgesinaung mit jüdischer Volksverbundenheit belehren lassen müssen? Fühlen sie denn, wenn schon nicht die Jämmerlichkeit ihrer Anzweiflungen, so doch wenigstens die Hoffnungslosigkeit, die Irrealität ihrer proklamierten Meinungen? Mögen sie doch ruhig für ihre Person die Zugehörigkeit zu einer lüdisch-natioaalen Gemeinschaft ablehnen und die politische Organisierung des Judentums für ein Unglück halten! Niemand verwehrt es ihnen. Aber sie sollten doch so viel Real!- tltssinn haben, um die politische Existenz eines Judenvolkes einfach deshalb anzuerkennen, weif Millionen Juden aller Länder und Solattierungen sich ihm zugehörig fühlen. Welche Verstiegenheit gehört dazu, wenn Herr Holländer in seinem Schlußwort .,die nationaljüdische Palästinaarbeit für falsch und schädigend“ erklärt und ״allein praktische Arbeit in Palästina fördern“ wilL Wenn er schon den Kongreßzionismus als Ernanation des Teufels betrachtet so kann er doch an der Tatsache nicht Vorbeigehen, daß ln Palästina selbst ein Judentum lebt, das trotz der Verschiedenheit der Herkunftslinder und ungeachtet aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten sieb stark und widerstandsfähig fühlt gerade und allein Im Glauben an seine nationale Aufgabe. Wollen die Herren vom C.-V. diesen Juden ihr Nationalfefflhl vorschreiben? Will Herr Holländer — man muß as immer wieder fragen —, daß die palästinensischen Juden sich als Araber oder gar als Engländer jüdischen Glaubens bekennen sollen? Doch auf diese Fragen soll von drüben keine Antwort gegeben werden. Der Zionismus hat kein Interesse an einer Polemik mit Menschen, deren Blick vom Affekt getrübt ist und die dazu verurteilt sind, auf jedes noch so schlagende Argument immer wieder mit abgestandenen Formulierungen reagieren zu müssen. Unser Kampf um den Zionismus gilt nicht den einstmals einflußreichen Wortführern des Antizionismus, die noch nicht einmal von der Erbärmlichkeit der Mittel zu überzeugen ilnd, mit denen sie uns zu degradieren suchen, geschweige denn von der Aussichtslosigkeit ihrer politischen Position. Wenn die diesjährige Hauptversammlung des C.-V. der zionistischen AufkÜrungs- und Propagandaarbeit Um solche Weisbeltsschlüsse zentrieren die Selbstgespräche des verehrungswürdigen Rabbi Slonimer In Josua Jehoudas Buche. Mit ihnen legt er die Finger nicht nur an die Wunde des heutigen Judentums, sondern der gesamten Menschhat unserer Zeit. Das Buch ״Von Vater zu Sohn“ ist als der erste Band einer Roman trilogie gedacht, die die Tragödie Israels gestalten soll — die innere Tragödie. Mit den obigen Worten umschreibt der Dichter die Richtung, aus der Rettung winken mag. Der Verlust des göttlichen Primats im Leben des Einzelnen sowie im Leben der Oemeinschaft, die Liebedienerei am goldenen Kalb —- mit der die Menschheit sich achselzuckend abgefunden zu haben scheint — ist nach J. J. die tragische Schuld unserer Welt, aber Israels insbesondere. Tiefer und schmerzlieber muß Israel an ihr leiden, denn Inniger als die anderen Völker hat es für steh die Bestimmung in Anspruch genommen, dem Geiste zu dienen, ununterbrochener hat es diese Tradition — das Einstehen für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlich* * keit — bis auf die jüngsten Tage von Geschlecht zu Geschlecht weitergegeben, seit Moses Zeiten ohne Lücke von Vater zu Sohn. Der Riß, der nun auch in Israels Welt klaffend zwischen Vätern und Söhnen sich aufgetan hat, ist darum auch patherischer als der sonstige Kampf der Generationen gegeneinander. Denn die Rebellion der Jungen gegen die Alten ist in diesem Falle die Erhebung des materiellen Prinzips gegen das geistige. Diese Revolte ist auch das Motiv Im vorletzten Buche Jehoudas: Die Familie Perlmutter*). Rein deskriptiv, ohne Rat zu wissen, stellt er dies wehe Geschehnis dort dar. isaac, Schimke, Esther, alle drei Kinder lösen sieh aus dem schützenden Gehäuse der Tradition und riehtungslos kennen sie kein anderes Steuer mehr als ihre Leidenschaften. Aber das neue Buch widmet J. J. dem Andenken seines Vaters als eines echten Jüngers Moses und heroischen Kämpfers gegen Unrecht und Bedrückung. Und al’e tiefere Erkenntnis und Sittlichkeit ist in diesem Buche auf Se'te der Väter zu finden. Mit besonderer Liebe verweilt J. J. bei ihne i un! sichert ihnen unsere Sympathie. Dem frommen, sdhstgcnügsamen Schneider Moische Semski, der nichts will, als in ehrlicher, fleißiger Arbeit ein bescheidenes Brot für sich und die Seinen *) Panait Istrati et Josud jehouda: La faraflle Perlmutter. Paris. E. dL de la Nouv. Revue Fra. 1931. Kampfziele gezeigt hat, so ist es nicht der Intransiflfeatantizlonlstische Rüge!, sondern weit eher erhebliche Teile der gemäßigten Opposition. Vom Standpunkt der aktuellen praktischen Palästinaarbeit mö^ea Juden, die dem Zionismus gegenüber Toleranz predigen und sogar den Keren Hajessod mit ihren Namen una ihren Mitteln unterstützen, uns sehr willkommen sein. Unter zionistischem Aspekt gesehen} sind sie nach meiner Meinung gefährlichere Gegner als jene, die von primitiven Haff gefühlen regiert werden. Ich sehe eine Gefahr, vor der ich nicht genug warnen kann: daß gerade durch Juden, die wir als uns nahestehend empfinden, absichtlich oder unabsichtlich eine BagatelUsierung unserer eigentlichen idealen Ziele versucht wird. Man stellt sich auf den Boden der historischen Tatsachen, preist die Chahizim und Ihren Opfermut, hält das alles für eine gute, unter« stützungswerte Sache, — grenzt sich aber vom jüdischen Nationalgedanken um so stärker ab. Die Gefahr, daß Zionisten gegenüber diesen wohlwollenden Nlchtzlonisten aus opportunistischen Erwägungen auf einen ehrlichen zionistischen Kampf verzichten, besteht durchaus. Ist eine geistige Auseinandersetzung mit dem extremen Antizionismus von vornherein sinnlos, so dürften auf der anderen Front sicherlich Ueberzeugungsmöglichkeiten bestehen (wenn nicht bei den Führern, die sich vielfach schon zu sehr festgelegt haben, so doch bei einem erheblichen Teil ihrer urteilsfähigen Anhänger, schaff). Man verzeihe mir, wenn ich einen Kerngedanken meines letzten Aufsatzes in der ״J. R.“ über ״Zionistische Propaganda“ in diesem Zusammenhänge wiederhole: Es ist wenig damit getan, wenn aus Antizionisten wohlmeinende Nichtzionisten werden. Die Aufgäbe der jetzt mit großer Kraft einzusetzenden zionistischen Propaganda ist es, aus partiell Gewonnenen Vollzionisten zu machen. Geseüsdiaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek E.V. Die Hauptversammlung der Gesellschaft d5r Freunde der Jerusalem-Bibliothek, E. V., Berlin, findet am Montag, den 27• Februar 1928, abends 74 Uhr, in der Wohnung des Schatz* meistere der Gesellschaft, flerrn Bankier EmiiM. Dam• mann, Berlin-Grunewala, Wißmannstr. 17, statt Die Mitglleder der Gesellschaft werden hierdurch zu der Versammlung eingeladen. Tagesordnung! a) Jahresbericht des Schrift* führere: b) Rechnungsbericht desSenaHn -■Here und Bericht des Prüfungsausschusses; c) Entlastung des Vorstandes; d) Neu* wähl des Vorstandes. Um pünktliches ersuumen der Mitglieder wird höfliehst gebeten. Dem Bericht ist zu entnehmen: Trotz großer Schwierigkeiten hat die Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek ihre Arbeiten erfolgreich fort* gesetzt und hat der Bibliothek nicht bloß wiederum sehr große Sammlungen von Büchern zugeführt, sondern ist in der Lage, in allernächster Zeit weitere wertvofe wissenschaft’iche Literatur zu überweisen. Gleich nach der Hauptversammlung, die demnächst stattfindet, werden wiederum 30 große Kisten mit Büchern nach Jerusalem abgehen. An dem erheblichen Wachs* tum, der Bibliothek, das de« einer mittelgroßen Universität*- bibliothek In Deutschland fBt*frtehil,Mt w Paufselie׳ Ossdlschaft einen wichtigen Anteil. Wenn Heute von den nunmehr ungefähr 180000 Binden der Bibliothek mehr als 80009 Binde deutschsprachig sind, so drückt sich darin das Verhältnis der deutschen Mitarbeit der Bibliothek aus. Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus Sanitätsrat Dr. Gustav Bradt als Vorsitzendem. Prof. Dr. Albert Einstein als stellvertretendem Vorsitzenden, Prof. Dr. Heinrich Loewc als Schriftführer und Geschäftsführer und Herrn Bankier Emil Dammann, In Firma Emil Damtnann & Co., Berlin, als, Schatzmelster. Außerdem gehören dem Vorstände an: Rabbiner Dr, Meier Hildesheimer, Rabbiner Dr. Leo Baeek, Frau Rabb. Dr. Eachelbacher, Dr. Walter, Buchhändler A'tmsnn. Legationsrat Prof. Dr. M. Sobernhelm, Dr. Mühsam, Prof. Dr. Eibogen, ferner Simon Strauß in Cassel, Ludwig Laqeur in Breslau, Dr. R. Cha* mfter In Leipzig und Justizrat Dr. Max Bodenhelmer In Köln. Die Gesellschaft hat ein Bankkonto bei der Bank Emil Dammann 8r Ca. Berlin NW 7, Univerritltsstraße 3 b. In der Berichtspfertodc erhielt die Gesellschaft von folgen* den Personen und Instituten u. a. wertvolle Geschenke an Büchern: Dr. Ludwig Bser, Hamburg, Prof. Dr. Albert önatfin, Proh Dr. Ismar Eibogen, Dr. Sigmund Feist, Dr. Frankenstein, Prof. Dr. Josua Friedlinder, Gesellschaft zur Förderung der Wissen- Schaft des Judentums, R.-A, Sammy Oranamtnn, Frau Dr. uurewitsch, Henry Jones-Loge (zusammen mit deu andern Hamburger Logen), Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, Lehrer Horwitz in Cassel. Ludwig Ikenberg in Dresden, Buchhändler a Karger (sämtliche laufende medizinische Zeitschriften seines Zahnarzt Dr. Max Schrageaheira, Pro” Dr, Israel Shaplro In Washington, Dir. Mor. Simon (hauptsächlich für Btza'ef). Siez- Med Sjlnger, Staats- und Universitätsbibliothek zu Hamburg. Prof. Dr, Ludwig Stein (auch für Bibliothek Scha’ar Zion ht Tel-Awtw), Dr. Heinrich Stern In Nordhausen, Simon Strauß in Cassel, Dr. Bruno Tannenwald in Kiel, Verein Jüdischer Studenten Kadimab In Bonn und viele andere. In Hamburg organisierte die w. Henry Jones-Loge ln vorzüglicher Webe die Büchersammlung. Prof. Dr. Albert Einstein überwies uns in letzter Zeit wieder rund 900 wissenschaftliche Schriften von hohem Werte. Hans Oppenheimer spendete und vermittelte dl« Sehenkung einer großen Sammlung wertvoller medizinischer und naturwissenschaftlicher Bücher. Frau Staatsrat Dr. Gurewitsch spendete zirka 400 Bände der Tauchnit* Edition eng- Uscher und amerikanischer Schriftsteller, sowie eine Sammlung von Büchen» für die ArbelterblblWhek. Außerdem kamen Büeherspenden van Dr. Nochum Sadowsky, Hedwig Salzmann, Killer u. a. In musikliebenden Kreisen Palästinas empfindet man stark das Bedürfnis, die Musikabteilung der Bibliothek erweitert: zu müssen. Vor allem gehen diese Bestrebungen von dem unter Leitung von Prof. D, Schor stehenden Kursen für Popularisierung der Musik aus. Wir wenden uns nun Im Namen der Bibliothek an alle unsere Freunde, uns zum Ausbau dieser Abteilung behilflich zu sein. Zur Vermeidung von Doppelsendungen wird um vorherige Einsendüng eines Verzeichnisses der vorhandenen Musik allen und Musikliterstur gebeten. Ueberhaupt muß die Sammlung von Büchern heute andere Wege suchen, als das früher üblich und geeignet war. Seit dem L Juni 1920, wo die Verwaltung in die Hände der Zionistischen Organisation überging, hat sich der damals vorhandene Bücherbestand fast vernetnifaebt Da Infolgedessen ein großer Teil der uns gegebenen Bücher Dubletten sein könnten, müssen wir mit dem von uns betreuten Institute neue Wege vereinbaren. Andererseits muß man ihm manche Werke 80 schnell wie mög׳ und Nationalbibliothek z. B. das Chemische Zentral blatt, das unsere wissenschaftlichen Arbeiter nstjPirHeh *ehr vermissen. Im Chemischen Institut Ist es erst von 1924 ab vorhanden. Da es mindestens seit 1890, möglichst aber such frühere Jahrgänge, dringend gebraucht wird, sp bitte« wir wiederholt, die wichtige Zeitschrift dem Institut oder der B'bÜothek zur Verfügung zu stellen und rieh deswegen mit urnerm Geschäftsführer In Verbindung zu setzen. Von der Biochemischen Zeitschrift fehlen in gleicher Welse Band 50 und die Bände 113 Ws 131 Um die geschenkwelM Ueberlazsung auch dieser Bände an die Gesellschaft der Freunde der Jenisalem-Blbliothek wird gebeten. Schließlich liegt sehr viel auch an Llebigs Annalen. Gegebenenfalls nehmen wir auch einzelne Bände. Augenblicklich bereitet unser Vorritzeader Sanitätarat Dr. Oust av Bradt eine größere Sendung von Büchern und Zeit- Schriften über Laryngolagie vor. Während der Berichtsperlade Ist die Arbeit für die BJM'othek so erfolgreich gewesen, daß in der Zeit vom l. Oktober 1936 bbr zum 30. September 1927 mehr «!8 33039 Bände in die Kataloge, zm wtttau* größt«! Tefe aus OesdMmken . stammend,. jefagrix^gea. Kfastghk ■ «W» / Mnderbünde. Vor drei Jahren hat eine große Sendung tmierer Gesellschaft der Bibliothek das erste Hunderttausend voll« f“ . an Büchern gefüllt und gleich überholt sein. Aber dazu bedarf die ״Gesellschaft der Freunde der Jera* salem-Blblfothek“ der Werktätigen Mithilfe aller Freunde. So groß und bedeutungsvoll die Büeherspenden durch die Gesell, schaft für die Bibliothek geworden sind, so sind doch dL? notwendigen Geldbeiträge hinter dem allernotwen:ligsien zurückgeblieben. Wenn nicht Herr Emil Dammann, w’e in früheren Jahren, das ganze sehr erhebliche Defizit persönlich gedeckt hätte, so wäre das im Interesse der palästinensischen Kultur und der Wissenschaft so wichtige Werk nicht fortzuführen gewesen und die Gesellschaft der Auflösung verfallen. Es ist daher notwendig, daß viele Freunde nicht blaß wie bisher Bücher der Bibliothek zur Verfügung stellen, sondern a's zahlende Mitglieder die Arbeit der QeseTachaft zu tragen hellen Der Jährliche Mindestbeitrag beträgt nur 10 Reichsmark. erwerben und Gott in Frieden dienen, steht David ata Sohn gegenüber, der das rücksichtslose Geldroschen als seine Sphäre wählt: dem Wahrhdtsforscher und Weisen Rabbi Slonimer, sein Sohn Aron, der in Sport und Genuß den Sinn des Daseins findet Zurück zu den Vätern also, den Hütern des Geistes, — ist das die einfache Heilriosung des 35 jährigen Dichters, der über Weg und Schicksal seines Volkes grübelt? Jedoch die Repräsentanten der Väter in seinem Roman, so wertvoll sie in ihrer Art erscheinen mögen, können nicht als die vollendete Verkörperung jenes Führcndca’s gelten, dem die neue Jugend sich widerspruchslos zu beugen vermöchte. Sie sind wohl auch vom Dichter gar nicht als solche verstanden. Die Abwendung und Loslösung der Jungen erscheint vielmehr trotz allem als ein Fortschritt, als ein Aufwärts, als die nächsthöhere Stufe eines Ueberganges und es kommt auch in uns gar kein Vorwurf darüber auf, daß s!4 sich der Autorität ihrer Väter entziehen. Denn in ihnen lebt, was diesen ab geht und sie zur Unfruchtbarkeit verurteilt: die Leidenschaft für Aktivität, die Lust am Aug-ln-Aug-sich־messen mit der Realität, der kraftbewußte Drang diesem Monstrum Welt, das das Individuum mit Verwirrung und Vernichtung bedroht, den Meister zu zeigen. Durch diese Einstellung ist die Jugend ihren Alten überlegen, sie bietet aber atitf} gerade dadurch die Gewähr dafür, daß sie ihre Idea'e siegreicher durchsetzen wird — sobald sie welche sich zu eigen gemacht haben wird. Vorläufig ist sie ja nichts als Abwehr. Man darf sich auch getrost auf die Seite dieser Jugend stellen. Denn der 25 jährige David hält zwar auf der Höhe seines materilien Erfolges, aber noch nicht am Ende seines Wollen* und Denkens. In sein Innerstes Herz sind die schlichten Worte gefallen, ln denen ihm sein Vater das Wesen des Judentums zu verdeutlichen suchte: ,,Was.den Juden von allen anderen Menschen unterscheidet, ist seine Pflicht, sein Leben lang dem Studium der Lehre zu huldigen. Auf dem Geist der Qerechtigkeit und Wahrheit, der in den heiligen Schriften eingeschlossen ist, ruht die Welt. Das Brot ist nur das Mittel zum Leben, das Studium sein eigentlicher Sinn: Und wenn David an Mirjam denkt als an sein künftiges Weib, die verträumte Tochter des Rabbi Slonimer, und ihm Im Geiste die nächste, so birgt diese Vermählung von Urväterwelaheit und Weltmeisterscl a t wohl symbolische Bedeutung. Auch wird da» zweite Buch der Romanfolge den Namen ״Miriam!‘ führen. Die Lösung von ״Israels Rätsel“ aber — wie der dritte Band sich ankündlgt — liegt wohl in der geglückten Synthese de* Prophetenweisheit der Väter mit der geläuterten Kraft der Söhne — eine Synthese, w» s!fc Josua Jehouda mit vielen andern vom neuen Palästina erwartet. Noch fand er sie dort nicht verwirklicht Auf seinen zweima'igen Reisen dahin stellte er vielmehr fest, daß man auch dort die Regeneration von Land und Volk mehr vom Gelds a's vom Geiste erwarte’). Aber es weiß es mit unverbrüchlicher transzendenter Gewißheit: Jenes Pall* stina, das der Welt Vorbild und Sinnbild sein wird, ist unterweg». So wie Jehouda selbst, der aus Rußland stammt und interimswelse die Schweiz und Frankreich als seine Adaptivheimat ansieht, bis sein eigentliches Vaterland Palästina ihn aufnehmen kann, so wie die Gestalten aus seinen Romanen aus der Mystik des Ostens hineinwandern in die Betriebsamkeit des Westens und aus seiner entgätterten Welt sich wieder zurück« tasten zu den Quellen der Offenbarung, so wird das fudentum einen neuen Bund aufrichten — ein Königreich der Geree'1%- keit‘1 — zwischen dem eks'a Ischen!lebenden QsH des Ostens und dem kraftvollen, formenden Geist des Westens. Ist Israel, der Gotteskämpier doch -י nach jehoudas heiligster Heberzeugung — zum Bindeglied bestimmt zwischen Weiten und Zeiten, «zwischen Orient und Okzident, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Erfüllt es diese Mission, so wird das letzte Wort des letzten Propheten Ma'eaehl, Jehouda seinem Buch« als Motto varaussetzt — zur Wahrheit, daß ״das Herz der Väter sich bekehren wird zu den Kindern und das Herz der Kinder zu den Vätern, soll nicht der Herr elngreifen und die Erde verfluchen.- o<*Sm, Sie «*■•IMbatt flhr JUiladh• Ul» H«ft 5% mit 4•• et* «kn ereUa 8«ad, tb Ä J»br*Sat• 5925. IM a*d 1927 eWiüeSt. — Fr*!. ים l«*w« pä*»i*rt «slt Homar was de» Eatetebaet |8di*dter Nwnro; Wehrbeit ued Dichtung mischt rdi schon «eit JuhrhunHertrn in «1 mach«, F.,mitte11tr#dition und liSt aae dieeen Anekdoten ein ^,tni Stidr Volkskunde «od KulturjasdrcMe kbasUlf werden, — El iss beth Kupka Verkittet na Bret'tuer Kajfierunysaktea ®her Nneitnelndowj Bndn» Jod«, — Dr, S # I * « r f in Pole eraiVIt »00 den Etgtttaamea der Jaden in (tarn, die oft »an kleine« Ort« in der römischen Cwpegna genommen sind, de die blofige» Verfo!faB*eo die Juden nötigten, in diesen Orten Zuflucht an Wieben. *) La terre promlae. F. Rieder et Cie, Paris, 7 Place St. Sulplce. *) Le Royaume de Justice, Erstlingsroman von J. J. 1933.