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Jüdische Rundschau · 1928-02-17 · Heft 14 (17.2.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 14 (17.2.1928)
Date
1928-02-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 100 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 14, 17. II. 1028 es der C,*V. tun könnte. Qelihrdet tat das Judentum in Deutschland, gefährdet ist das Judentum der Mitglieder des C.*V. und für diese* gilt es einzutreten, dieses gilt es zu vertiefen und dieses muß wieder in die Herzen aller Juden in Deutschland eingegraben werden. Das verstehen alle jüdisch Interessierten in Deutschland instinktiv ganz genau. Auch die Mitglieder des C.-V. können sich dieser Empfindung nicht entziehen, Daher kommt es, daß die Leitung des C-V. täglich, frei nach CouS, Immer jüdischer wird oder wenigstens so tut. Daß darin eine programmatische Inkonsequenz liegt, verschlägt wenig. Man tut, was man im Sinne der Selbsterhaltung tun muß. Mehr durch den Zwang der Entwicklung als aus freien Stücken. Und darum sei an der inneren Bereitschaft des C.-V., sich radikal zu ändern, ein Zweifel gestattet M, W. Die Znlunüt Jaltas Gemeinsame! Vorgehen von Jaffa and Tel-Awtw Anfang Februar fand in Jaffa eine außerordentliche Sitzung!es Stadtrates von Jaffa statt, an der sich auch die Vertreter des Stadtrates von Tef-Awiw beteiligten. Auch der Qemeinderat von Sarona und die Handelskammern waren vertreten. Herr Disenjroff, stellvertretender Vorsitzender der Stadtverwaltung Jaffa, legte ein detailliertes Memorandum vor, worin der Ausbau des Hafens von Jaffa und die Verlegung der palästinensischen Zentralstation von I.udd ln die Nähe von Jaffa gefordert wird. Nach einer eingehenden Debatte wurde im Sinne des Memorandums be* schlossen und ein fünfgliedriger Ausschuß gebildet, dem je ein Vertreter der versammelten Körperschaften angehör*, tim die Forderungen bei der Regierung zu vertreten. Arlosorofl ln Amerika Am 20. Januar traf Dr. Arlosoroff in Amerika ein, um an der Kampagne der Arbeiterorganisation für die institutionen der Arbeiterschaft In Palästina teilzunehmen. Es wurde an demselben Tag ein Empfang veranstaltet, an welchem auch die Vertreter der großen New Yorker Arbeiterverbände teilnahmen, darunter der N• delarbeiter-Verband, der?roßte New Yorker Arbeiterverband, der sich erst in diesem ahre der Palästina-Kampagne angeschlossen hat Bei der Veranstaltung hielt Ab. Kahan eine Rede, In welcher er sehr warm für das Palästina werk eintrat und seinem Bedauern Ausdruck gab, daß er erst in vorgerücktem Lebensalter sich zur Palästina- Idee bekehrt hat Es wurden auch eine Reihe anderer Reden ge• halten, auf die Arlosoroff erwiderte. km dem arabisches Lager Wie wir bereits berichtet haben, sind im Rahmen des syrisch-palästinensischen Komitees, das seinen Sitz in Kairo hat und die arabische Bewegung insbesondere auch beim Völkerbund geführt hat, Zwistigkeiten und Spaltungen eingetreten, da ein Teil des Komitees sich für eine Verständigung mit Frankreich ausgesprochen hat. Nunmehr wird mitgeteilt, daß das Komitee in Kairo dem Völkerbund eine offizielle Note hat zugehen lassen, worin mitgeteilt wird, daß das Komitee seinen bisherigen Vertretern in Genf die Vertretung entzieht Der Führer dieser Vertretung in Genf w*r bekanntlich der Emir Shektb Arslan, der auch mehrmals In Berlin ata arabischer Repräsentant hervor- ־Ami«!■.tat somit -ntskLMejur,.31.4..der ' offltlefle wrfret*¥'dei'K1»1aTte4'ÄaieSÄ:' Strafmilderung für Synagogen-Schänder Bukarest, 13. Februar, (J. T. A.) Unter dem Vorsitz des Rektors der Bukarester Universität, Pangrati, fand eine Sitzung des Universitäts-Senats statt, in der beschlossen wurde, alles Material, das zur Entlastung der verurteilten Studenten dienen könnte, zu sammeln und dem Unterrichtsministerium zuzuleiten. Es wurde der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Urteile zum größten Teil ungerecht und zu revidieren sind. Das Jassyer Appfeliationsgericht hat die Strafe des Studenten Buzueanu von zwei Monaten auf 15 Tage, die des Bardulescu von vier Monaten auf einen Monat herabgesetzt. Leib JaDe wiederhergestellt Der Direktor des Keren Hajessod, Leib Jaffe, Ist nach einem mehrwöchigen Erholungsurlaub so weit herferteilt, daß er diese Woche seine Rückreise nach alä stina antrat, in der Hoffnung, nun endlich seine Arbeit wieder aufnehmen zu können. (Ziko.) Kleine Nachrichten Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat auf einer ihrer letzten Sitzungen einen bereits längst gemachten Vorschlag akzeptiert, wonach industrielle Neugründungen für die Dauer von fünf Jahren von Steuern und Abgaben befreit sind. (Ziko.) In Palästina sind laut Meldung der ״Jewish Times“ Gerüchte verbreitet, daß der frühere Gouverneur von Jerusalem, General Storrs, zum Nachfolger Lord Plumers als High Commissioner von Palästina ausersehen sei. (Ziko.) Das besondere Zertifikat für Eintragungen in den J ubiläurasband des Goldenen Buches des Keren Kajemeth ist fertiggestellt worden. Es ist eine Pastellmalerei von Hermann Struck. Die Heuschreckenschwärme, die Palästina betrollten, wurden durch starken Wind gegen Südosten in die irabische Wüste getrieben, so daß für Palästina die Heuschrcckengefahr für diesmal nicht mehr besteht. Der Führer der belgischen Sozialisten Emil Vander- ׳,וelde hat die Einladung der Hebräischen Universität zu Jertisalem, dort einige Vorlesungen über Sozialökonomie zu halten, angenommen. Während des kommenden Monats begibt er sich nach Palästina. Herr Meier G r o ß m a n n ist aus dem Direktoren-Ausschuß der Jüdischen Telegraphen-Agentur ausge treten. Direktor bleibt der Mitbegründer Jacob Landau. lieber die Gesellschaft Hadar H akarmel (Haifa) wurde der Konkurs verhängt. Die Passiva betragen £ 16000, die Aktiva £ 1000. Dieser Tage fand in Jerusalem eine von den radikallinken Parteien veranstaltete Protestkundgebung gegen die angebliche Züchtigung politischer Gefangener statt. Die Regierung gab eine Erklärung heraus, worin sie die Gerüchte von solchen Züchtigungen für falsch erklärt. Die nächste Sitzung( des Landesvorstandes der Z.V.LD. findet am Sonntag(, den 18. März in Berlin statt. Eine hebräische LesegeseUsdiaft für Deutschland Von Rabbiner Dr. A. Schlesinger, Buchau a. F. Die Pflege und Förderung der hebräischen Sprache und Literatur gehört, gerade als allgemein-jüdische Angelegenheit, zweifellos auch zu den vornehmsten Aufgaben der Zionistischen Organisation. Und sie hat in Erez-Israel mit der Erfüllung dieser Aufgabe tatsächlich Ernst gemacht Anders steht es dagegen vielfach in der Diaspora. Daß man, um beispielsweise nur eins zu erwähnen, unmittelbar nach dem Tode Ach ad Hians den ״Haschlloach“ eingehen ließ und heute, nach einem Jahr, noch nicht den leisesten Versuch unternimmt in der weiten Jüdischen Welt nur die Eintausend zahlenden Abonnenten aufzutreiben, die zu seiner Erneuerung erforderlich wären, erklärt sich unmöglich aus wirtschaftlicher Not, sondern beweist lediglich eine unüberbietbare Gleichgültigkeit in kulturellen Dingen. Auf diesen beschämenden Zustand, auf das empörende Verhalten der Zionisten gegenüber unserer hebräisehen Literatur habe Ich, so wenig gerade Ich dazu berufen sein mag, wiederholt hingewiesen*). Selbstverständlich ohne Jeden Erfolg. Jetzt aber besteht eine gewisse Hoffnung, daß vielleicht ״Hilfe und Rettung von anderer Seite her kommen wird״. Vor kurzem erschien in der ״Oemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs“ und im Mannbeimer ״Israelitischen Gemeindeblatt״ eine Veröffentlichung von mir, die heute hier ebenfalls wiedergegeben sei: An die Freunde der hebräisthen Literatur Dis hebräische Sprache ersteht wieder zum Leben. Vor allem in Erez-Israel, vereinzelt meh in der Diaspora. Dis Zahl der Hebräisch Sprechenden, noch mehr der Hebräisch Verstehenden, wächst weiter dank den hebräischen Schalen Palästinas mit ihren zur Zeit i9 000 Zöglingen und dank den hebräischen Sehulen und Sprachkursen in anderen Ländern. Alle Schwierigkeiten, besonders finanzieller Art, unter denen heute das hebräische Sehulwerk wie das literarische hebräische Schaffen leidet, vermögen diese Entwicklung nicht, mehr aufsuhalten. War es bisher unmöglich, das ge• sehieh fliehe Judentum ohne Kenntnis der hebräischen Quellen richtig zu erfassen, so wird jetzt auch das Verständnis des moder• nen Judentums, zumindest dm modernen jüdischen Geisteslebens, und die persönliche Teilnahme daran ohne Kenntnis des Hebräischen und י ohne Beachtung der neuen hebräischen Literatur immer schwieriger und aussichtsloser. Die Pflege der hebräischen Sprache und Literatur erweist sich als ein Gebot der Stunde. Und es gilt unterschiedslos für jeden positiven Juden. Hier ist eins der wenigen gemeinsamen Betätigung*, gebiete für Angehörige aller Parteien und Richtungen, ein Arbeit*, gebiet, das vielleicht noch nebenbei eine gewisse innere Annäherung der religiös, politisch und sonst Entzweiten zu bewirken vermöchte. יAuch bei uns in Deutschland gibt es Jaden, die mehr oder weniger Hebräisch verstehen und das hebräische Schrifttum lieben. Sie könnten für dessen Förderung wie für die Intensivierung ihres eigenen jüdischen Lebens viel tun, wenn sie einander kennen, in dauernder Verbindung stehen und sieh gegenseitig anregen würden. Ich möchte einen Vorschlag machen. Nicht um Großes gilt es, sondern um etwas sehr Bescheidenes, das nur den Vorzug hat —• sofort verwirklicht werden zu können. Ich meine die Schaffung einer hebräischen Gesellschaft in Deutschland. Alk Freunde der hebräischen Sprache und Literatur, die imstände sind, ■ wenigstem «iß modernes hebräisches Buch zu lesen, schließen sieh 00'iiP'tt *,weite zu einer hebräischen Lesevereinigtmg zusammen. Jede solche Bezirksgruppe errichtet sine eigene hebräische Wanderbibliothek. Ihre Bücher und Zeitschriften kursieren bei den, Mitgliedern in bestimmter, auf einer beigefügten Liste angegebenen, Reihenfolge und jeweils für eine bestimmte Frist, Fon den in Betracht kommenden Zeitschriften werden mehrere Exemplare zu beziehen und in Umlauf zu setzen sein, damit die Einzelnummer nicht allzuspät in die Hände eines Teils der Leser gelangen. Zuletzt bleiben die Bücher und Zeit* Schriften in der Bezirksbibliothek und stehen jedem Mitglied auf Wunsch von neuem für eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Die Verwaltung der Bibliothek wird einem der Mitglieder übertragen. Die Wahl der anzuschaffenden Bücher und Zeitschriften hätte etwa ein dreigliedriger Ausschuß zu besorgen, dem auch die allgemeine Leitung der Gruppe obliegt. Von Zeit zu Zeit findet eine Bezirkstagung statt zweck* gegenseitiger Aussprache über die gemeinsame Lektüre, Veranstaltung literarischer Referate, Wahl des Ausschusses, Festsetzung des Jahresbeitrags um. Beginnen wir sofort mit einem praktischen Versuch! Bei uns in Württemberg dürften kaum viel mehr als ein Dutzend Personen für die Sache in Betracht kommen. Das ist — besonders aus finanziellen Gründen — zu wenig. Daher empfiehlt es sich, dm benachbarte Baden hinzuzunehmen und eine hebräisehe Lesegatellsehafl für Württemberg und Baden als erste Bezirksgruppe zu bilden. Ich richte hiermit an alle Interessenten aus Württemberg und Baden, die dem Plane zustimmen und geneigt sind, an seiner Verwirklichung mitzuarbeiten, die Aufforderung, sich privatim an meine Adresse wenden zu wollen. Ucber das Ergebnis unserer Verhandlungen, wofern es, wie ich hoffe, positiv amfällt, soll an dieser Stelle wieder berichtet werden. Freunde der hebräischen Literatur! Kümmert Euch nicht um die Kleinheit unserer Zahl. Denken wir nur daran, daß es unsere Pflicht ist, endlich etwas für die Pflege und Förderung der hebrüischen, der modernen hebräischen Literatur zu tun. Machen wir einen Anfang! Ich warte auf Eure Zuschriften. Die Veröffentlichung blieb nicht ganz ohne Wirkung. Vier Rabbiner und acht Lehrer aus Württemberg und Baden erklärten ihre Zustimmung zu dem Plan. Durch Rundschreiben verständigten wir uns über Einzelheiten und einigten uns auf einen Halbjahresbeitrag von je 5,— Rm. Für die Wandcrbibliothek wurden sofort einige Bücher angeschafft und eine wissenschaftliche Zeitschrift bestellt. Der Anfang, so klein er ist, wäre damit gemacht. Es kommt jetzt — abgesehen von der Erweiterung unserer württembergisch-badischen Gruppe selbst *) ״Jüdische Rundschau“ 1926 Nr. 11 und 1927 Nr. 24. Kulturwoche der zionistischen Jugend Berlins Sonntag, den 19. Februar, nachm. 4 Uhr im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststraße 10; Eröffnungskundgebung | Dr. Ernst Simon, Frankfurt a. M.: ״Jüdische Kultur als Aufgabe". Dr. Max Soloweitsehik: ״Die Geschichtsauffassung der Jüd. Antike״. — darauf an, daß unser Beispiel in anderen Gebieten des Reiches Nachahmung findet Das aber liegt vornehmlich bei den deutschen Zionisten. Gewiß handelt es sich nicht um eine zionistische Parteiangelegenheit, allein es sollte Ehrensache der Zionisten sein, überall für die Schaffung solcher hebräischen Bezirks-Lesegruppen einzutreten und eifrig mitzutun. Gerade sie müßten die Bedeutung der Sache verstehen und darauf hin wirken, daß allmählich eine große und leistungsfähige hebräische Lesegesellschaft für Deutschland zustandekommt Reicher Mittel und eines großen organisatorischen Apparates bedarf es ganz und gar nicht Not tut allein ein guter Wille. Gibt es den noch in unseren Reihen? Ortsgruppen Gruppen West-Charlottenburg der B.Z.V. Am 24. Januar sprach in einer Veranstaltung der Gruppen West-Charlottenburg Herr Dr. Moritz Bileski über ״Klärung der Krise? Eine Bilanz der gegenwärtigen zionistischen Situation.״ Der Redner schilderte kurz die wesentlichen Gründe und Symptome der Krise, besprach die Schwierigkeiten, unter denen die neue Exekutive die Aufgabe des Kampfes gegen die Krise übernommen hätte, und erörterte dann im einzelnen die Wirtschaftliehe Situation des Landes. Er stellte fest, daß in manchen Ansätzen Ergebnisse einer neuen Auffassung der Wirtschaftliehen Arbeit zu spüren seien; die Krise habe sich mindestens nicht weiter verschärft, obwohl zunächst in der Zeit nach dem Kongreß die Bedingungen noch schwerer gewesen wären, als mannätte annehmen können. Es sei vielmehr eine leichte Besserang zu verzeichnen. Die allgemeinen Aussichten ergäben soviel, daß zweifellos die Möglichkeit einer Ueberwindung der Krise vorhanden sei, wenn nur das neue System einer wirtschaftlichen Auffassung ln wirtschaftlichen Dingen durchgesetzt würde. Der Vortragende führte weiter aus, daß die wirtschaftliche Krise nicht in eine politische Krise!ungeschlagen sei und besprach in diesem Zusammenhänge die politische Situation. Er verwies schließlich auf die ungebrochene Kraft und die ungeschmälerten Aufgaben der zionistischen Bewegung im Galuth, in denen die wichtigsten Möglichkeiten für eine Ueberwindung der Krise enthalten seien. Der Zyklus ״Das Wettjudentum“. Im Rahmen des von der Berliner Zionistischen Vereinigung veranstalteten Vortragszyklus über ״Das Weltjudentum“ sprach am 8. Februar Herr Rabbiner Dr. Max Wiener über den ״Religiösen Liberalismus in Deutschland“. Dr. Wiener ging vom Begriff der Religiosität schlechthin aus und legte dar, daß Religiosität nicht nur voraussetzt, daß der Einzelne an Gott glaubt, sondern daß der Einzelne ferner davon überzeugt ist, daß Gott an ihn glaubt, von ihm weiß, sich um ihn kümmert Das Verhältnis des Einzelnen zu Gott sei ganz persönlich, individuell, die Religiosität sei notgej' drangen asozial. Der religiöse Liberalismus nun bemühe sich? diese persönliche individuelle Seite der Religiosität ktarzulegetf und sie von den Fesseln des Traditkmalismus zu befreien. Denn da der Einzelne sein eigenes Verhältnis zu Gott haben müsse, sei es ihm nicht möglich, sich mit den religiösen Anschauungen einer vergangenen Zeit zu identifizieren. Hierin liege der Kern der liberalen Auffassung, nicht etwa In einem Gegensatz von prophetischem und rabbinischem Judentum. Weser religiöse Liberalismus werde rabbinisch sein, wenn er getragen ist von Menschen, die in der jüdischen Gemeinschaft wurzeln. >— Der Vortrag war von Jugendlichen recht gut besucht; es fehlten die älteren Zionisten, obwohl auch ihnen der Vortrag starke Anregungen hätte jpben können. h. ׳ " DrüAM.‘. ,Mb'■ «Me ׳ durchaus• göuapae;Vmfistattuaf ׳ Ist der Vortrag von Herrn Dr. Kanowttz, Berlin, über ״Lebens> fragen des jungen Juden“ am 26. Januar zu bezeichnen. In sehr eindrucksvoller Welse setzte der Redner auseinander, daß die wesentlichste Aufgabe jüdischer Erziehung heute darin zu sehen sei, in der Jugend die Erkenntnis der jüdischen Not wachzürufen. Das Judentum hat auf die Leiden des Galuth verschiedene Antworten zu geben versucht Bei der Auseinander- Setzung mit den jüdischen Richtungen, Liberalismus und Orthodoxie und antinationaler Sozialismus, betonte der Referent vor allem, daß es sich hier nicht um eine rein dialektische Auseinandersetzung mit einzelnen Systemen handle, sondern daß einzig allein die Frage wichtig sei, welches der Ort für die Ent- Scheidung jüdischen Schicksals sei. Alles bliebe unwirksam, solange nicht der Fiktion des jüdischen Galuthdaseins eine jüdische Wirklichkeit in Palästina entgegengesetzt werde. Namentlich von der älteren Jugend wird der Zwang zur letzten Entschei* düng und nicht eine ruhige Zurückhaltung gegenüber den Gegenwartsfragen des Judentums erwartet Sie darf also nicht im Zustande einer narkotischen Lauheit verharren. — Der Redner sieht, daß die apolitische Haltung in der jüdischen Jugend immer stärker an Raum gewinnt Ueberall wird Friede und Ausgleich gepredigt, trotzdem es doch heute viel mehr in der Jugend auf Abgrenzung und Auseinandersetzung ankomme. Wahre Neutralität bedeute Ueberbrückung von Gegensätzen, nicht aber Ausschaltung der Auseinandersetzung überhaupt. Durch diese Haltung erzieht man in der Jugend Flucht vor der Wirklichkeit und den durch sie gegebenen Entscheidungen. —־ Der jüdische Jugend verein wird von den Vertretern der zionistischen Jugend nicht etwa Wegen seines Neutralitätsprinzips an und für sich angegriffen. Front wird nur gegen die falsche Neutralität gemacht. Sie soll zwar Gegensätze überbrücken, nicht aber eine solche ganz ausschalten, wodurch nur eine Flucht vor dem politischen Kampfe großgezogen wird. ־— Es folgte eine lebhafte Aussprache, in der vor allem der hiesige Vorsitzende des jüdischen Jugend Vereins, Herr Kurt Hirschei, dessen Standpunkt darlegte. Es sprachen dann noch außer weiteren Vertretern der Jüdischen Jugend Herr Prof. Rabbiner Dr. Winter. — In einem temperamentvollen Schlußworte erwiderte der Redner. Hamburg. Es hat sich in Hamburg eine zionistischsozialistische Arbeitsgruppe gebildet, die regclmäßig Zusammentritt. Die erste Veranstaltung dieser Gruppe findet am Dienstag, den 21. Februar 1928, abends g1־׳ Uhr, bei Marcel Lew, Hamburg, Rutschbahn 17, statt. Gäste willkommen. Herr Dr. Toeplitz wird über ״Die materielle Fundierung der Berufsumschichtung“ sprechen. Anfragen usw. sind an Marcel Lew zu richten. Hamborg. An 2. Februar ■prach in einer ven der Zionistischen Ortsgruppe Hamborg-Altona thberafenea Vertammluag Frau Gerda Arlosoroff. Die erschien«(•« «a. SSO ZnbSnr folgten den Vortrag« mit grofien latere»»׳ Das neue Doppelheft der Monatsschrift ״Palästina“, die seit Beginn des Jahrganges 1928 in vergrößertem Format erscheint, enthält folgende Beiträge: ״Die jüdische Kolonisation in Rußland“ von Dr. Arthur Ruppin; ״Die jüdischen Siedlungsformen in Palästina“ Agr. Hermann Hirsch; ״Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohn frage“ von Dr. Walter Preuß; ״Das Probiem der jüdischen Arbeit in den alten Kolonien“ von Dr. Zwi Luft; ״Zur Frage der Organisation des Milchabsatzes“ von Harry Viteles; ״Die Bevölkerungsbewegung“, ״Zentralbank der Kooperativen“; Rundschau, Nachrichten und Daten, Bücher und Zeitschriften, Karte der jüdischen 1(ר -■n en 1>.e Monatsschrift kostet jährlich 2 Dollar. Zu beziehen durch das Zionistische Büro, Wien, I., Käratnerstraße 28.

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