Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1928-02-17 · Heft 14 (17.2.1928) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 14 (17.2.1928)
Date
1928-02-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652971-2652985--19755-2677664
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JUEDISCHE RUNDSCHAU fv״ . 'XH1 t y״?.*־ f U Seite 98 Nr. 14, 17. E 1928 Ni Denn in gewisser Hinsicht sind wir alle Fachmänner. Die meisten von uns verstehen nichts von der chemischen Zusammensetzung der Böden, von der besten Fruchtfolge, der besten Art der Marktorganisation usw., aber wir verstehen dafür die spezifischen Probleme und Eigenheiten unseres zionistischen Werkes mit allen seinen psychologischen Imponderabilien, gerade das also, was aus ganz anderen Welten kommenden Betrachtern wahrscheinlich in erster Linie interessant und besprechenswert scheint. Es liegt im Wesen der Sache, daß Gutachter sich über die ihnen neue spezifische Seite der Sache verbreiten, für die sie jedoch kein Organ haben können. Daher war es notwendig, den Experten, ohne sie natürlich in ihrem fachlichen Urteil zu beeinflussen, immer wieder klarzumachen, daß wir von ihnen fachliche Urteile über landwirtschaftliche, technische, handelspolitische usw. Fragen brauchen. Sehr verführerisch ist es, sich bei der Beurteilung der palästinensischen Kolonisation über soziale Fragen zu verbreiten. Diese sind gewiß sehr wichtig, aber sie können nur von innen heraus verstanden werden und für sie brauchen wir keine Experten. Selbstverständlich soll den Herren nicht verwehrt werden, ihr Urteil oder ihre Meinung auch über diese oder ähnliche Dinge auszusprechen, es muß jedoch verhindert werden, daß solche Fragen in den Vordergrund treten, und von der wirklichen Aufgabe der Expertenkommission ablenken. Was die Fehler des bisherigen Siedlungswerkes betrifft, so werden uns die Experten in Allgemeinheiten nicht viel Neues sagen können. Wir kennen diese Fehler heute ziemlich genau. Sie haben alle ihre Haupt- Ursache in der zionistischen Finanzpolitik bzw. in dem Mangel einer soliden finanziellen Fundierung der Kolonisation. Keiner von den heran gezogenen Experten hat wahrscheinlich bisher mit einer Kolonisation zu tun gehabt, bei der man zu pflügen beginnt, ohne zu wissen, ob das Geld für das Saatgut rechtzeitig eintrifft oder vielleicht erst nachdem die passende Jahreszeit längst verstrichen. Eine Kolonisation, die immer wieder dadurch ins Stocken gerät, daß die vorgesehenen Mittel nicht eintreffen, bei der jeder Plan Immer wieder über den Haufen geworfen wird, ist nicht vergleichbar mit Analogien in Amerika oder Australien. Heute wissen wir selber schon, daß in Zukunft unsere Kolonisation nur mit zuverlässigem Finanzplan gemacht werden kann, weil sie sonst zuviel Opfer kostet. Es ist gut, daß die Experten dies zweifeilos bestätigen werden. Aber auch was einzelne landwirtschaftliche Probleme betrifft, haben wir in unseren R e ] h e n die besten Sachverständigen, die das ganze Entstehen des Siedlungswerkes miterlebt haben. Unter den älteren jüdischen Arbeitern in Palästina sind ausgezeichnete und erfahrene Fachleute. Ein Mann wie Wilfc§jl;i:!jr,?tfh^#tfeit Jahren unermüdlic.h pi.der Kritilf die notwendigen volkswirtschaftlichen Begriffe beizubringen; seine Schriften» leider viel zu wenig beachtet, sind eine Fundgrube wirtschaftlicher Erkenntnisse, die für unsere Arbeit nutzbar gemacht werden könnten. Seine letzte Publikation, eine gründliche Studie über die Kwuzah, wird hier noch gewürdigt werden. Von ihm und anderen palästinensischen Fachleuten haben die Experten, die ja nur relativ kurze Zeit im Lande weilten, viele ihrer Informationen geschöpft und es kann sehr leicht passieren, daß man nach Veröffentlichung der Expertenberichte manche Erkenntnisse als neu begrüßen und gegen die zionistische Meinung ausspielen wird, die in Wahrheit fängst in Wilkanskys Büchern stehen. Es ist natürlich gleichgültig, woher nützliche Erkenntnisse stammen, wenn sie nur dem Aufbauwerk fruchtbar gemacht werden. Bei der engen Verkettung von Aufbauarbeit und Propaganda jedoch, von der die Rede war, ist eine besonders vorsichtige Behandlung dieser Dinge notwendig, um Legendenbildungen und ganz falsche Eindrücke zu verhüten. Wir haben schon unlängst auf eine Aeußerung von Josef ßaraz aufmerksam gemacht, der darauf hinwies, daß die Arbeiter in Daganjah den Experten alle ihre Sorgen gestanden haben, alle Mängel des Werkes aufgedeckt haben, um einen Rat zu bekommen, ohne zu bedenken, daß die Experten diese Mitteilungen vielleicht dann zur Beschwerang ihrer Kritik verwenden werden. Die Frage des Expertenberichtes ist also eine äußerst delikate und muß mit großer Sorgfalt gehandhabt werden. Die Experten müssen darüber aufgeklärt werden, in welche Situation ihr Bericht eingegliedert werden soll, welche konkrete Funktion er erfüllen soll. Sie müssen zu konkreten Ratschlägen, nicht zu allgemeinem Urteilen veranlaßt werden. Die Aufgabe des Expertenberichtes ist in dem Marshall—Weizmann-Pakt vom Januar 1927 klar formuliert. Sie kulminiert in dem Auftrag, einen Besiedlungsplan für die nächsten zehn Jahre unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten des Landes aufzustellen, und zwar nicht in allgemeinen Floskeln, sondern mit ganz konkreten Angaben und mit Feststellung der finanziellen Bedürfnisse. Auf Grund dieser Expertise wird dann das Viererkomitee den zugehörigen Finanzplan und die Methoden der Durchführung festzusetzen haben. Der Expertenbericht ist jetzt im Stadium der Vorbereitung. Welzmann wird in Amerika zweifellos mit den einzelnen Persönlichkeiten der Kommission Fühlung nehmen, und er wird dafür zu sorgen haben, daß die von ihm begonnene Aktion im richtigen Fahrwasser bleibe. Wir scheuen wahrhaftig nicht eine gründliche Kritik-, aber wenn der Bericht nicht einen konstruktiven Plan enthält, der wirklich neue fachmännische Ratschläge gibt, dann wird er nicht die Rolle spielen können, die ihm in der Entwicklung des Aufbaues der nationalen Heim* stätte zugedacht war. R.W, Iiwerjfidische Debatte im G-V. Die «ntizfonfetfsche Resolution angenommen Der dritte und letzte Sltzungstag der Hauptversammlung des ״Central-Verelns deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ war ausgefüllt von einer zum Teil recht lebhaften Auseinandersetzung über die inner jüdischen Ziele des Central-Vereins, wobei die Fragen des Zionismus und des Paiästina-Aufbaus die Hauptrolle spielten. Besonders das ״Deutsche Komitee Pro Palästina“ wurde Ziel heftiger Angriffe einer radikalen Gruppe. Trotz der. Annahme der antizionistischen Resolution, die wir weiter unten wiedergeben, kann man doch fest stellen, daß die maßvolle Richtung im C-V., die den Kampf gegen den Zionismus nicht wünscht und der Mitarbeit am Palästina-Aufbau sympathisch gegenübersteht, ziemlich stark gewesen ist. Insbesondere die C. ־ V.־ Jugend, für die Dr. Erich Hirschberg sprach, aber auch andere prominente Mitglieder wie Dr. Eduard Strauss- Frankfurt, Georg Bernhard, Dr. Ludwig FOrder- Breslau, stehen in offenkundigem Gegensatz zum Oeist der angenommenen Resolution. Aber auch 3er Referent Dr. Holländer vertrat nur persönlich den scharf antizionistisehen Standpunkt, während er für den C.-V. eine Politik der internen Duldung verteidigte. Es ist interessant, festzustellen, daß nur 18 Delegierte, also etwa 10°/« der Abstimmenden, hätten anders stimmen müssen, um die Resolution zu Fall zu bringen. Das Thema des Holländerschen Referates lautete: ״Abwehrverein oder Gesinnutigsverein?“ Der C.-V. sei niemals reiner Abwehrverein gewesen, vielmehr setze seine Tätigkeit die Existenz einer gemeinsamen Gesinnung voraus, die ein Gefühlsbegriff Ist. Nur durch Betätigung dieser Gesinnung könne der C.-V. auf die Gesamtbevöikerung einwirken. Redner charakterisierte die Richtungen im Judentum und erklärte, es könne für den C.-V. keine Verständigung mit jenen Juden geben, die das Judentum als Nation auffassen. Er rückte aber von den Staatsbürgerliehen Verleumdungen gegen die Nationaljuden ab. Bei Festhaltung des Gesichtspunktes, daß des deutschen Volkes Zukunft unsere Zukunft Ist, müsse man jedoch in praktischen Fragen mit einer Vielheit von Anschauungen innerhalb des C.-V. rechnen. Darum müsse der C.-V. in strittigen Dingen, z. B. der Frage der Beteiligung am Palästina-Aufbau, seinen Mitgliedern die Stellung freigeben. Wir beschäftigen uns — sagte Dr. Holländer — zuviel mit Innerjüdischen Streitigkeiten, die eine gewisse suggestive Kraft ausüben. Aber die außerjüdischen Probleme sind schwerer, ln der Palistinafrage kann man auch von unserem Standpunkte verschiedener Meinung sein! Jeder tue, was er mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Das ist keine Kardinalfrage. In den Hauptfragen gibt es kein Kompromiß. In den anderen Fragen aber soll weitester Spielraum bleiben; ״In dubiis libertas“. Holländer legte neun Thesen vor, die zunächst den Tendenzparagraphen des C-V. wiederholen, dann heißt es: ״Unser Arbeitsgebiet ist und bleibt vor allem die Vertretung der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interder jüdischen Deutschen in der gesamten Oeffentlichdeutscher Geslnnu^^lS^^I W trieft» gen Über deutsches Vateriand usw. Sodann geht es weiter: ״Die Abwehrtätigkeit ist nur ein Teil unserer Arbeit Aber auch hierbei handelt es sich nicht bloß um eine Abwehr von Angriffen. Der Kampf gilt vor allem auch dem Fehlurteil einer verhältnismäßig großen Zahl unserer christlichen Mitbürger, welche in dem jüdischen Deutschen immer noch etwas ihnen Wesensfremdes oder etwas Minderwertiges sehen. Diesen Kampf kann nur der deutsche Jude führen, der sich auf Grund der Kenntnis unserer Lehre und unserer Geschichte, insbesondere unserer Vergangenheit auf deutschem Boden, des Wertes unseres Deutschtums und unseres Judentums und ihrer unlösbaren Verbundenheit verantwortungsvoll bewußt ist. Wir lehnen jede blutleere Assimilation ab. (Von uns gesperrt. — Red. ,J. R.׳.) Wir erfüllen unsere schicksalsmäßige Aufgabe, indem wir das entwickeln, was wir als kostbarstes Erbe in uns tragen: unser deutsches Judentum.“ Der Schluß der Thesen lautet: ״Als unbedingte Voraussetzung der Arbeit, die uns diesen Zielen näher bringen soll, erstreben wir und fordern wir von unseren Freunden: Vertiefung jüdischen Wissens und Förderung aller derjenigen Bestrebungen, die — bei Ablehnung alles Phrasenhaften — unsere jüdischen Lebenswerte zu erhalten und zu heben vermögen.“ (Sperrungen von uns. — Red. ,J.R.‘.) Das Korreferat unter dem Titel ״Der C.-V. der Gegenwart, der C.-V. der Zukunft“ hielt Dr. Eduard Strauss (Frankfurt a. M.). Wir müssen uns, sagte er, an Tatsachen des Lebens halten, nicht nur an Gesinnung. Wir sind Juden und Deutsche. Als Juden haben wir unsere Oeschichte, unser Eigenleben. Diese Faktoren sind nicht willkürlich, sondern Erbgut. Wir sind Deutsche und haben es nicht nötig, unser Deutschtum immer aufs neue zu beweisen. Für manche ist der C-V. eine Art Judentumsersatz. Wir aber sind und bleiben ein politischer Verein, ein Abwehr verein. Wenn wir in das deutsche politische Leben hineingehen, so tun wir dies ohne ängstliche Rücksichtnahme. In den Central-Verein gehören alle deutschen Juden ohne Ausnahme. Wir müssen der Central-Verein der deutschen Juden sein. Unser Rechtskampf ist ein Kampf besonderer Art, ein jüdischer Kampf. Wenn wir die neue Generation in stirerem Maße heranziehen wollen, so müssen ihre Probleme behandelt werden, wie Berufsumschichtung usw. Von Herrn Mecklenburg (Chemnitz), der aus der Presse bekannte deutschnationale C.-V.-Mann, der auch in der Debatte das Wort ergreift und scharfes Auftreten gegen Zionismus, gegen das Pro Palästina-Komitee usw. fordert, liegt folgender Antrag als ״Resolution des Landesverbandes Sachsen“ vor: ״Die von den Zionisten in der Oeffentlichkeit betriebene Propaganda hat es dahin gebracht, daß die früher nur von den Judengegnern betonte Trennung von ״Deutschen“ und ״Juden“ ln der öffentlichen Meinung mehr und mehr an Boden gewinnt: immer mehr verbreitet sich die Vorstellung, als gehörten die deutschen Juden nicht zum deutschen, sondern vielmehr zu einem Über die ganze Erde verstreuten, in Palästina beheimateten jüdischen Volk. Dieser Zustand bringt die Errungenschaften eines mehr als hundertjährigen Emanzipationskampfes in ernsteste Gefahr. H Der C.-V. muß daher wirksamer als bisher der zlo#| nlstlschen Anschauung entgegen treten, nach welcher das Judentum die Volks- und Kulturgemeinschaft aller Juden und Palästina ihr nationales and kulturelles Zentrum sein soll, Im Gegensatt zu den Zionisten sehen Ae auf dem C.-V-- Standpunkt stehenden deutschen Juden im Judentum ihre Religion; das von den Zionisten behauptete oder angestrebte jüdische Volk Ist nicht das ihrige, da sie In nationaler und Kultureller Hinsicht ausschließlich dem deutschen Volke sagehören. Das Vorhandensein einer nationalen Einheit der Juden aller Länder wird schon durch diese Tatsache widerlegt. Gegenüber den Wirkungen der zionistischen Propaganda sieht der C-V. seine Aufgabe darin, seiner Auffassung von Deutschtum und Judentum in der Oeffentlichkeit Geltung zu verschaffen. Der C-V. Sachsen erwartet energisches vorgehen Im Sinne dieser Resolution.“ Im weiteren Verlauf der Debatte tritt Dr. Ludwig Förder (Breslau) der vorgelegten Resolution Mecklenburg scharf entgegen. Er warnt vor einer Ueberspitzung der Gegensätze. Die Haupttendenz des C.-V. muß die Abwehr bleiben. Ein einheitliches jüdisches C.-V.-Programm ist bisher nicht gefunden worden. Formell brauchen wir nur den Rechtskampf, der sich auf die Verfassung stützt Wir deutsehen Juden haben die gleiche Zukunft mit dem deutschen Volk, aber das Gesamtschicksal des Judentums Ist unabhängig von dem des deutschen Volkes. Die Prüfung der ״deutschen Gesinnung“ jedes einzelnen Mitglieds wäre der Tod des C-V. Der Kampf gegen das Palästinawerk müsse aufhören. Chefredakteur Georg Bernhard (Berlin) führte ungefähr aus: Schiebt man die Religion ln den Vordergrund, dann besteht doch erst recht die Verbundenheit mit all eit dem Judentum Angehörigen und deswegen ebenso Gestoßenen und Verfolgten. Die Religion der Juden Ist über* all die gleiche. Die Schicksalsgemeinschaft ist doch eine Tat- Sache wenigstens für die Mehrzahl der Juden in der Welt. Für die Juden in Osteuropa ist die Minoritätenpolitik Postulat. Dies alles anzuerkennen tut unserem Deutschtum keinen Abbruch. Man muß zugeben, daß das durch die Baifour-Deklaration verküitdete National hotne historische Tatsache Ist, die allerdings den Zionismus heute bereits etwas desillusioniert hat Dies müssen wir uns zunutze machen und auf Grund dieses minimalistischen Programms am Palästina-Aufbau mitwirken, der auch ein wichtiger Faktor in unserem Abwehrkampf sein kann. Von den folgenden Rednern sprechen Justizrat Brodnitz, Dr. Felix Goldmann (Leipzig), Rabb. Levi (Mainz), Dr. Spitz (Breslau, Vertreter der Jugend), Frau OUendorf (Breslau), Frau Wolf-Buchhold u. a. Im Sinne einer gemäßigten Politik, d. h. keine Gesinnungsriecherei und Tolcranz gegenüber Palästinafreunden, Dr. Bruno Weil, Rabb. Dr. Rosenthal (Berlin), Prof. .Falkenheim (Königsberg), Bernstein (Chemnitz) u. a. für die intransigent kämpferisch-antizionistische Richtung. Dr. Erich Hirschberg (Oppeln) verliest eine Erklärung der am Sonntag stattgefundenen C.-V.-Jugendkonferenz, in der positive Inner jüdische Arbeit, Förderung der Aufbau-Arbeit in Palästina und in Rußland gefordert, andererseits eine nicht gesinnungsmäßige Festlegung verlangt wird. Der Redner schloß: Der C.-V. braucht neue Menschen, neue Energien, neue Gesinnung. Andererseits verliert er an Schlagkraft und Resonanz. Mit Holländer ist zu fordern: ״In dubiis libertas“. — Bernstein . unvereinbar «lt de5!■ Zugehörftkeit zum Pro Palästina-Komitee.“ Nach Abschluß der Debatte erhalten die Herren Dr. Wiener und Dr. Holländer das Schlußwort. Dr. Wiener, mit stürmischen Beifall begrüßt, benützt die Gelegenheit, um sich gegen die bei Besprechung seines Palästina- Buches von verschiedenen Seiten gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu verteidigen. Er betonte auch, daß die Gerüchte, als ob es in der Leitung des C.-V. Meinungsverschiedenheiten gäbe, eine Legende wäre. Er und Df. Holländer erklärten, daß von einem Mitgliederschwund Im C.-V. keine Rede sein könne. Auch Dr. Holländer verteidigt Wieners Palfistinabuch und betont, daß die falsche Angabe des Präsidiums des Keren Hajessod auf einem Miß- Verständnis beruhe. Man warf mir, fuhr Dr. Holländer fort, Inkonsequenz in der Palästina-Frage vor. Ich wieder* hole darum; Ich halte die national-jüdische Palästlna-Arbeit für falsch und schädigend, allein praktische Arbeit In Palästina ist zu fördem, insofern sie zur Linderung der Judennot beiträgt. Das Entscheidende ist die Ablehnung des national-jüdischen Gedankens. Aber auch hier soll der Meinungskampf in vornehmer Form und in brüderlichem Geiste geführt werden. Es wird hierauf zu den Abstimmungen über die Thesen der Referate geschritten. Die Thesen Dr. Hollfindefs werden unter großem Beifall einstimmig ange? nomoeit. Die Resolution Mecklenburg (Chemnitz) wird mit 97 gegen 62 Stimmen angenommen. Der Antrag Bernstein (Chemnitz), daß die Zugehörigkeit zum C.-V. unvereinbar sei mit der Zugehörigkeit zum Pro Palästina-Komitee, *wird mit allen gegen einige Stimmen abgelehnt. PalMsttnafiragen Im Unterhaus Der Kolonialminister Mr. Amery, der erst vor wenigen Tagen von seiner Weltreise nach London zurückgekehrt ist, hatte im Unterhaus sofort eine Reihe von Fragen über Palästina zu beantworten. Col. Wedgwood fragte, ob es in Palästina eine bolschewistische Agitation gäbe, die gegen England gerichtet sei. Amery erwiderte, es gäbe eine kleine kommunistische Partei, die jüdische und arabische Mitglieder umfaßt und eine antibritische Propaganda führt. Ihr Einfluß ist aber sehr klein. Bei den letzten Wahlen (offenbar sind die Wahlen zur Histadrtrth-Konferenz gemeint — A. d. R.) habe sie nur sechs Prozent der Stimmen erhalten. Der High Commis* sioner beobachte die Sache aufmerksam und man könne ihm alles weitere überlassen. Auf eine weitere Anfrage eines konservativen Abgeordneten, ob neue Verhandlungen zwischen dem Colonial Office und N o * vomejsky wegen def Toten Meer-Konzession ge* führt würden, erwiderte Amery, die Ergebnisse der Vorhandjungen seien jetzt der palästinensischen und transjordanischen Regierung zur Aeußerung vorgelegt worden. Comm. Ken wort hy fragte, ob nach der Auflegung der Palästina-Anleihe nun auch die Quarantäne-Station In Haifa aus dem Sumpf in eine gesündere Lage versetzt werden wird. Amery erklärte, daß für die Verbesserung der Station bereits £ 2200 ausgegeben worden sind, und er glaube nicht, daß die Station in der Nähe eines Sumpfes liege. Kenworthy: Ich kann von der Station aus einen Stein in den Sumpf werfen. Amery: Ich bin nicht verantwortlich für Ihre Gewandtheit im Steinewerfen. ___ 1 des ( Rabb auf e 1 eine d u r einen mißt errnä! stein, den i und grüne als d nehm über ihrer fängt heitsl weise wie Er s: vielle lieh i Weiz Groß die l Zioni düng ohne volle! sich HInd I antw! Tona nicht Maß Arbei jüdis< das 1 enthä dank! sie w Komi seine! stellt geisti nicht jüdise des i st Weis Jude! dft , die / Demj assiit! für י jüdis! sei z Eiboj hat. Art d ersch enthä Gesa das d ira V scitig neue! mit i (Neb! \ f Isc man < aus z zuges seines Herb! werd< Tiziai freun! für N fung mit s neue gehö! kühne siche! zweiti beabs das B rang. wo fr Wese Frei» schwe wenig dem Wort( wie e als ur für 1 Zwei! Theai an di Rcpfh diese traut Rehfii /■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.