Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 12 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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seien wir •fw* * gemäßigte OrfhodiTre. Wir *Hteiicra im!Gegenteil 8ar Fräse der persönlichen Vcrnflichfang. rum Gesetz auf dem selben Standpunkt wie ror Frage der Unterordnung unter die nanistische Pflicht, d. b. wir wollen den ganzen Menschen für beides. Wir haben also di* Aufgabe, eine Elite• truppe zu schaffen, so schloß der Referent, deren Manschen• ihren zionutiseban Entiehluß m einer jüd«eh«B Tst werden lassen wollea. Wir brauchen dazu ein fest umrissenes Programm innerhalb unwer VerfasMing. Ein Entwurf dar Verfassung wurde dorn Bundestag von de» Referenten vorgelegt und io den Grundlagen angenommen. An die«« beiden Referate schloß sieb eine lebhafte Diskussion, die ergab, daß der Standpunkt Chawer Dr. •Heppn ers nicht die allgemeine Zurtimmung des Bundestages fand, daß aber die Erörterung dieser Probleme für den Zeire Misrachi für wich- *1g and fördernd gehalten wurde. Am zweiten Tage referiertem die Chawerim Dr. Sehereeehowsky, Berllij, Ober die Lage des Hapoöl Hamisrachi in Palästina und Eli Feuchtwanger, Frankfurt a- Main, über die Aufgaben der Mi*- rachl-Bachscharah in Deutschland. Chawer ' Dr. Sehereschewsky gab zunächst eins!) historischen Ueberblick über das Entstehen und Worden de« Hapoäl Hamisrachi. Er wies auf die Schwierigkeit«» hin, in denen sich dieser befand, da ,er, einerseits beim Misrachi nicht das nötige Verständnis fand, bei der zionistischen Leitung und der allgemeinen Arbeiterorganisation auf Gegnerschaft stieß. Die* wirkt« dazu mit, daß im Cheschwan 5685 in Petacb-Tikwah ein erheblicher Teil aus dem Hapoöl Hamisrachi austrat und sich der Histadruth' anschloß. Der kleinere Teil png sofort an die Wiederaufrichtung des unabhängigen Hapoöi Hamisrachi. Referent würdigte den Stand- נ unkt jeder Partei und kam zu dem Schluß, die Sit habe bewiesen, daß ein Verbleiben in der Histadruth unmöglich sei. Denn vor kurzem habe der linke Hapoftl Hamisrachi offiziell seinen Austritt aus der Histadruth und seine Vereinigung mit dem unabhängigen Hapoel Hamisrachi erklärt. Rofereat schilderte dann die Erfolge der Arbeit in Erez-Israel. Der Hapoöl Hamisrachi hat zahlreiche Kwukoth, eine Baukooporative, sowie *aRlreiche städtische Arbeiter. Bei den Wahlen *um Kongreß vereinigte der Hapoel Hamisrachi auf seine Liste mehr Stimmen als die allgemeinen Zionisten. Die Pflicht, der Zeiro Misrachi sei es, den Bapoöl Hamisrachi 1. ideell durch enfftp Kontakt mit den Chawerim in Eraz-Iarael, 3. materiell durch Sammlung für die Institutionen des Hapoöl Hamisrachi,3־. •politisch durch, mutiges Eintreten für seine gerechten Forderungen lind scharfen Kampf , in der zionistischen Oei'fenÜLekkeit gegen jade Zurücksetzung uitd Benachteiligung, die er erfährt - zu unterstützen- Zum ,Schluß konstatierte der Referent die Wendung zum Guten, die sich neofrdings, besonders auf dem letzten Kongreß, in der Haltung der Histadruth *um Hapoöl Hamisrachi zeigte, and betast«, daß , nur, intensive Arbeit der miprachHtiachen Jugend den Chawerim in Erez- Israel Hilfe und volle Anerkennung schaffen keijnea. י ■k. . . , , . . ■ . CÄpr;Hl» Feuchtwanger betonte besonder» dk uzausbüdung in Deutschland m sorge«. Seine Ausführungen, die grundsätzlich wichtig waren und viel Material für die praktische Arbeit enthielten, werden, eben ihrer Bedeutung wegen, an anderer ßtelle noch ausführlich. veröffentlicht werden. Nfeh ,einer weiteren Diskussion Über, die einzelnen Referate würde die Verfassung angenommen, deren programmatischer Sitz lautet: ״De«, Zejre Misrachi in Deutschland Ist die auf dem Prinzip« Torah, »a , Awodah*) aufgebaute 'Organ)- Hajiön im deutschen Misrachi, deren Menschen ent׳- schlössen . sind, ihre ganze Persönlichkeit für den Aufbau Palästinas, im Geiste'der Tradition' einzu- Ätzen und sich zu Trägern des geaetzestreuen zionl* sti&chen Ideals haranzubilden. Sie ist dem Britb Olamith ' sehet Zeiro-, Hechaluz- und Hapoöl Harriisraehi apgesehlosson," Eine Dobatte, welche . über die Voraussetzungen geführt wurde, die, zur Führerschaft im Bunde geeignet machen, fand ihren Abschluß in der £01genden Bestimmung: .ßer erste Bundestag der Zeire Misrachi in Deutsch- }and erklärt, daß im Zeire M’tsrachi sämtliche Auf* fassangen über jüdische Fragen, deren Vertreter auf seinem 'Programme stehen, Platz haben, und daß dieft Vertreter, wenn sie nur Führerquali- Uten haben, geeignet sind, Führerposten re bekleiden." Es •wurde Hamburg zum Vorort für Deutschland bestimmt. Zum Vorsitzenden wurde Chawer R.-A. Erich Michaelis, zu weiteren Mitgliedern der Zentrale Chawerah Paula S e a 11 i 6 1 , und die Chawerim Eugen Michaelis und Benno 0 f f e nbürg gewählt. Die Tagung wurde am Dienstag, den 37. Dezember, morgens 3H, Uhr, mit dem Gesänge der Hatiksva geschlossen, nachdem der neue Vorsitzende von allen Gruppen das Versprechen ent gegengenommen batte, das durch die einstimmige Wahl zum Ausdruck gekommen war, das Versprechen nämlich, in unermüdlicher Arbeit unserer schweren Aufgabe gerecht za werden. 'Bericht der Zeire-Misraehi-Zentrak in. Hamburg.) *) Gesetz und Arbeit. יא a c. b Berlin! Es hat sich hier «in Kreis junger Zionisten gebildet, der für gemeinsame, dio Isolierung dar Bünde und Organisationen sprengepde Aktionen sorgen will. Die erste, eine ״jüdiseh« Kultnrwoc.be“ wird Wirklichkeit. Diese wird am Sonntag, den 13. Februar, nachmittags 4 Uhr, im Logenhaus (Kleiststreße סו) durch eine Veranstaltung eröffnet, in der Dr. Ernst Simon und Dr. M. Söloweiteehik sprechen und setzt sieh dann in einem Vortragszyklus über neuhebräisch« Literatur fort, den Dr. Mas Meyer, de? beste deutsche Kenner ßm Stoffe«, am 31., 33., 35., 38., 3p. Februar und am 3. März, immer abend* 8 Uhr, im Sitzungssaal dar Z. V. f. 0., W 15, Meinekeetr. 10, hält, Eintrittepreise für die Veranstaltung am Sonntaj50 ׳ Pf., für alle Veranstalterngen 1 M. Wer kam Geld hat und gehen will, schreibt an uns! Wir sind überzeugt, daß diese nach langer Zelt erste gemeinsame Veranstaltung der ־׳״• nistkahen Jugend lebhafte• Echo finden wird. Vom deutschen ״Mafckab!״ Im gegenwärtigen Augenblick, in dam di« Bedea» tung dar Galu tharbaU für das Gelingen der *10־ matischen Sache ao augenfällig in Erscheinung tritt, steigt naturgemäß das Interesse der Zionisten auch an der ״Makkabi'-Beweguag. Die Statistik zeigt, daß in den weet- und mitteleuropäischen Ländern etwa 50 Ta aller Vereine, Klubs usw, in der heutigen Zeit Turn- oder Sportvereine sind und sich hauptsächlich mit Körperkultur befassen. Man mag sich zu dieser Entwicklung stellen, wie man will — man muß mit ihr rechnen. Wollen wir also dio jüdische Jugend, außerhalb der rein politischen Organisation, erfassen und menschlich b»*infl«s«an, dann muss« wir unser besonderes Augenmerk auf die heute so populäre Sportbewegang richten. Der größere Teil der jüdtsohao Jugend ward heute irgendwo dem Zeitgeist entsprechend Sport treiben. Wenn wir es verstehen, sie in unsere Organisation zu bringen, werden wir di« Möglichkeit haben, sie in unserem Sinne zu beeinflussen, wo dann natürlich alle* davon abhängt, daß die zionistische Führung der Gruppen in keinem Punkte versagt. Auch andere Völker sind in kritischen Zeiten mit Erfolg denselben Weg gegangen. Als Beispiel sei darauf hingewiesen, was die ״Sokol‘‘-Bewegung für die Entstehung der Tschechoslowakei, was die deutsche Turnbewegung für di« nationale Erziehung des deutschen Volk® bedeutete. Man wird dann die Möglichkeiten der Makkahi-Bewegung, sich m einer mächtigen, gesrhlossenen und intensiven Volksbewegung zu ent-• wickeln, besser würdigen. Der Grad der bisherigen Leistungen und Erfolge ist, gemessen an unserer so gefaßten Aufgabe, nur klein. Der wichtigste Grund dafür dürfte sein, daß die führenden Kreise des deutschen Zionismus bisher kernen Weg gefunden haben, die bei uns gesammelten Energien in da* System ihrer Erziehungsarbeit einzugliedern. Man kann breite Volksschichten nicht aussch ließ'ich mit intellektuellen Anforderungen erfassen, man muß versuchen, auf anderen Wegen, durch Gemeinschaftserleben und gefühlsmäßige Beeinflussung, an sie heranaikommen. Schließlich haben wir doch oft genug erfahren, daß zionistische Einstellung nur aint Teil eine Angelegenheit des Intellekts ist, daß vielmehr das urwüchsige jüdische Empfinden der feste Grundpfeiler der Bewegung ist. Wer. einmal dabei war und es erlebt bat, welche starken jüdischen Empfindungen triebhaft geweckt werden, wenn bei einem großen sportlichen Wettkampf der Sieger den Davidsatem trägt, wird wissen, daß unser Weg nicht fälsch ist. Auch der scheinbar laueste Jude wird etwas au« seiner Gleichgültigkeit aufgerüttelt, wenn m Anerkennung einer besonderen Leistung auch v« Nicht juden ein ״Bravo Bar Kc*hbal“ *ugerufen wird. . Spiel und Sport, nur. Beütiggag, jugendlicher Kampfesfreudigkeit und de* Kraft- Überschusses, ■ nicht der Ernst des Lebenskampfes selbst. Al»r gerade deshalb für unsere Jagend brauchbar und erzieherisch, weil sich hier im Spiel die menschliche Haltung erzeugt, die wir auch für das Lehen. als richtig erkannt haben. Die Propaganda der Makkabi -Bewegung hat im Laufe der Jahre ihren Charakter grundlegend geändert. Während man vor den» Kriege einem etwas materialistisch angehauchten allgemeinen Nationalismus, das Wort redete, der, in dem Schlagwort der ״körperlichen Regeneration der Juden“ gipfelte, hat »ich die Bewegung in den letzten Jahren stark zionistisch orientiert und die Brtiehung der Jugend als ihre wichtigste Aufgabe proklamiert. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Turnen und Sport ist un# mm ein Mittel der Erziehung, Daneben erstreben wir mit wachsendem Erfolge eine gesellige Erfassung und geistige Beeinflussung unserer Mitglieder. Hier ist unser Weg nicht leicht. Pas Beispiel der Umwelt, der wir zunächst Form und Qiarakter unserer Gemeinschaft entlehnen mußten, ist dazu wenig geeignet. In den ersten Jahren unserer Entwicklung versuchten wir es durch Vortragsabende, Erst die Erfolge des ״Blau-Weiß“ zeigtet» un* andere Formen der Arbeit, die wir mehr und mehr übernahmen. ״Heimabend und Kursus“. Sehr gehemmt wird die volle Entfaltung unserer Möglichkeiten dadurch, daß wir seit jo an geeigneten Führern Mangel haben. Muß doch unser Führer nicht nur über geistige Eigenschaften und erzieherische Fähigkeiten verfügen, sondern gleichzeitig auch Interesse für sportliche Dinge haben. Dio an sich btMfoutende Zahl unserer Mitglieder — es sind annähernd 6000 Menschen in den Vereinen des deutscher! Makkabi-Kreisea aktiv organislert — läßt bei dem vorhandenen Führermangei eine intensive Erfassung nicht überall zu. Aber überall da, wo intensiv gearbeitet wird — und, die Gruppen dieser Arbeitsform nehmen von ^Jahr zu Jahr zu — bleibt der Erfolg nicht aus. Unsere Gruppen sind dankbare zionistische Arbeitsgebiete für aktive junge Führeraatureu. Die Zahl derjaoigen, die dies erkannt haben und danach handeln, ist jedoch zu klein für die große Zahl von Gruppen und Menschen. Das ist unser Mangel, nichts andere». Gegenüber Aoußerungen auch aus dem zionistisehen Lager scheint es notwendig zu sein, einmal festzu&tellen, daß eine Uebertmbung des sportlichen Prinzips in den Vereinen dm deutschen Makkabi- Kreis« nicht Plata gegriffen hat und stete bekämpft wvirden ist. Wir müssen un* energisch dagegen verwahren, mit Auswuchserscheinungen in anderen!Andern und Lagern in ׳ eine Linie gebracht zu werden. Wollten wir nur Sport, *o hätten wir »eit Jahr und Tag unsere Tendenz aufgeben können und, wären als neutrale Organisation organisatorisch und sportlich viel• viel weiter gekommen. Di» Bntwfc*l-mg ft» UOm Mm mM tMd mt zahlenmäßig •in Erstarken der Makkabi-Beweguag. Viel stärker macht *ich eine innere Entwicklung bemerkbar, die bei der großem Zahl ihrer Träg« weit« Perspektiven in eich birgt and für die zionistische Bewegung sehr fruchtbar werden kann. N. K. Das junge K.J.V. Di« zionistisch• Studentenbewegang schien zeitweilig in den Hintergrund zu treten. Andere Jugend- Organisationen erstarkten und wunden repräsentativ für di« zionistische Jugendbewegung Deutschland*. Mit der Selbstverständlichkeit, aut der di« studentisch* Bewegung aus ihrer akademischen Barufolag* an Bedeutung verlor, nachdem dar Chalur ausschliaßhehar Typus und Symbol sadistischer ErfQllung geworden war, mit der Selbstverständlichkeit wichst ln einer veränderten zionistischen Situation ihr Aufgabenkreis, da im Gegensatz zu der Ausschließlichkeit des Qialuzideals der Bereich zionistischer Tätigseit unter nationalen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten umfassender als bisher angesehen wird. Da» Gesamtgebiet der Regeneration des jüdischen Volkes erfordert verantwortungsbewußte und in einem Ikferen Sinne gläubige Zionisten. So verstanden, bedeutet unser Ahadermkertum kein Privileg, sondern höchste Verpflichtung gegenüber den Geschicken der national-jüdischen Renaissance!«wegung. Studenten waren es, die zuerst die h'tstorische Aufgabe ihrer Generation erkannten, als Herz! rief. Wir wissen, daß unsere Stärke in der Klarheit besteht, mit der wir die Gegenwart*- und Zukunftsforderungen der nationalen Bewegung begreifen und der Erkenntnis gemäß handeln-. Eine dreifache Funktion hat das K.J.V. zu erfüllen. — Die Gewinnung neuer Menschen, ihr« zionistische Erziehung und der Einsatz der durch dies« Erziehung Gegangenen für die Aufgaben der Bewegung, das sind seine Aufgaben. Im Kampf mit dem teils kosmopolitischen, teils indifferenten westjüdische□ Studenten bietet die Gowinnung neuer Menschen aus diesen Schichten eine Gewähr für die Dauer unserer Sache. Das Bokenntnis zum Zionismus bedeutet auch heute noch und immer wieder: Umkehr. Din Flucht vor der Entscheidung wird durch die sogenannten paritätisehen und deutsch-jüdischen (antizionistischen) Korporationen erleichtert. Die intellektuell starken Schichten fürchten um ihre Individualität beim Eintritt in eine Studentenkorporation. Sie zur Erkenntnis öirer .persönlichen und jüdischen Lage zu bringen, ist eine schwierige, aber auch dankbar« Aufgabe, Die Verwurzelung der neu zu uns Tretenden Im Zionismus und Im Kartell ist eine pädagogische Aufgabe besonderer Art. In menschli eher Hinsicht ist Voraussetzung jeder Arbeit der innere Kontakt und die lebendige Gemeiosapakeit zwischen den Korporationsglisdern. Den individualistischen Juden westeuropäischer Prägung kollektiver Disziplin zu unterwerfen und einer fordernden Gemeinschaft einzufügen, ist äußerst schwierig. Daß es un* in ,^jnebtaa Fällen gelang, *u* mdSfkm, Material eine ־Gemeinschaft zu formen, und ihre Mitglieder za kollektiver Verantwortlichkeit zu erziehen, «nachte von jeher die Stärke unsere* Bundes aus. Damit ist unserer Ausdehnung bewußt eine Grenze gesetzt. Dm Anforderungen einer solchen Gemeinschaft genügt nicht lediglich das Bekenntnis zum BasW Programm. Sie verlangt eine gewisse menschliehe Gleichförmigkeit. Form« 11 ist sie durch die verbindende Tatsache: Studentseia gegeben. Von entscheidender Bedeutung ist die bei der Aufnahme vorgenommene' Auswahl, dio einen bestimmten Charakter der einzelnen Verbindungen garantiert. In jüdischer Beziehung bringt uns die Erkenntnis des Volkszusammenhang» zum Studium der Geschichte unseres Volkes, zur Erforschung ihre* Geistes, zur Beschäftigung mit unserer Literatur Und — last not least — zur Erlernung dar hehräischen Sprache als verbindenden Elemente de* erwachenden jüdischen Volkstums, ln zionistischer Hinsicht — wenn es erlaubt ist, gegenüber dem Vorhorgosagten diese Trennung vorzunehnicn — sind _ uns zwei Forderungen gestellt. Einmal ist es die ideologische Fundierung der jungen Bundesbrüder, zum anderen die Erziehung zum politisch verantwortlichen, denkenden und handelnden Zionisten. Di« gefällte Entscheidung führt ihn nicht au# dem Kartell heraus. Vielmehr bilden die gomeinsame zionistische Erkenntnis und Aufgabe, da« gemeinsame Ringen um die Klärung unserer Probleme und der menschliche Kontakt das Band, welches auch Anhänger widerstreitend׳•!■ zionistischer Parteiungen umschlingt. Der Einsatz unserer Menschen für die Bewegung ist ganz eigentlich Ziel und Ergehn» unserer Erziehung. Da# Prinzip, der Verantwortung gegenüber der Sache des Zionismus wird viele von uns nach Erez-Israel führen. Es wird uns auch unsere Stellung im Kampfe gegen ein unwürdig dahinlebendes, innerlich kraftloses Judentum im Galutb zuweisen. Die PaJästuiafront und di« Galuthfront sollen uns als mutige Kämpfer und opferbereite Glieder der um die würdevolle Erneuerung des jüdischen Volkes kämpfenden zionistischen Bewegung Finden. II. C. Deutsche Jugendbewegung Wer sich von Entwicklung und Gestalt der deutsehen Jugendbewegung ein Bild machen will, dem sei da* kürzlich im Verlag Hirschfeld erschienene• Sammelbuch ״Die neue Jugend" dringend empfohlen. Es hat in jüdisch-liberalen Kreisen befremdet, in diesem, der Darstellung der deutscheu Jugendbew^ung gewidmeten Saipmelbuch, einen Aufsatz über zionistische Jugend zu finden. Di« Zionist«, die doch *onst immer darauf Wert legten, ihre Sonderstellung irmerhalb der deutschen Kulturgemeinschaft an betonen, sollten doch hier nicht unter falscher Flagge segeln und sich plötzlich als einen Teil der deutschen Jugendbewegung präsentieren, so sagt man. Zum Teil entspringt diese Kritik dem Aerger darüber, daß der nichtzionistischen jüdischen Jugendbewegung in diesem Sammelbucli keine Arbeit gewidmet ist and daß il»ö der axchtjücKsehe Leser seine Informationen über die•« eite der zionistischon Darstellung beziehen muß. Wir können demgegenüber betonen, daß der zionistische Beitrag in diesem Sammelbuch durchaus legitim ist. Au* der Darstellung selbst ergibt sich, daß die zionLüischc Jugendbewegung entscheidend durch die deutsche mitgeformt worden ist und daß sie, auch abgesehen von der Gemein- *am keit des Lebensraume(, neben diese gehört und ohne Kenntnis der Entwicklung der deutschen Jugendbewegung kaum verstanden werden kann. Die kulturellen Beziehungen m dem deutsehen Volk, den Einfluß des deutschen gesellschaft - liehen und kulturellen Lebens auf das jüdische in sein«« Mitte haben wir nie geleugnet. Wir glauben, daß gerade unser Zionismus un» erst di* innere Freiheit gibt, auch unserseits an dem Leben hier schaffend Anteil ai nahmen. In einem einleitenden Aufsatz stellt Viktor Engelhardt die allgemeine Entwicklung dar, die zu der heutigen Gruppierung innerhalb der deutsehen Jugendbewegung geführt hat. Die Jugendbewe^ung verläuft nach einem bestimmten Gesotz: mir tn Zeiten des Uebergangi, in denen der Wert der Vergangenheit überlebt ist and das Neue noch im Werden ist, ist Jugendbewegung möglich. Die neuen Werte nimmt der junge Mensch in sein Alter herüber. % ,Ao» der Jugendbewegung, die autonom dem Alten gegenOhentand, ist KaUurbewegung geworden. Eine, neue Epoche der Eoolntiän ist angebrochen, nimmt ihren Aufstieg bis zur klassischen Vollendung, der die Erstarrung folgt. Jugendbewegung ist also nur in einem bestimmten Zeitpunkt des Kuliurgesehehens m/!glich und kann also nur eine vorübergehende. Erscheinung sein und muß die Tendenz haben, sich selbst aufzulösen «— d. h. Kulturbewegung zu werden. ln diesem Stadium befindet sieh heute die deutsche Jugendbewegung. Sie hat ihre Arbeit getan, 'ml, KuUurbewegung geworden. Nur einige Unentwegte wollen sich diesem Gesetz nicht beugen, für sie ist Jugendbewegung ״einitf‘. Diese Gesetzmäßigkeit gilt natürlich auch für den Ablauf der jüdischen Jugendbewegung, nur daß d» Entwicklungsphaaen hier nicht mit denen der auropiischan Besvecrung zusammenfallen. Wir leben «och in der Phase des ״Bruches“, wo Altes tot und Neues erst im Werden ist. Das muß wieder deutlicher werden. Wir brauchen noch Jugendbewegung als revolutionäres Element. Bei uns ist sie noch möglich. Für die jüdische Knlturentwicilung kt die Phase dar Kontinuität noch nicht ge• kommen. Richtig ist, daß das Vorhandensein eine« älteren zionistischen Generation, die für dieselben Ziele labt, denen •ach die Jugend nachstrebt, bomit* der heutigen zionistischen Jugend 3mm Stern« pel aufdrückt,. Ihre schlechthin autonome und revolutionäre. Haltung allmählich in die Stetige»■ hinein zwingt, so daß dimer Jugend die schwere Aufgabe zafällt, in einer Phase der beginnenden Evolution ihre revolutionäre Haltung aufiechtzuerhalten und fruchtbar zu machen. S. K, Briefkasten Ernst HelnrIcli Seligsohn. Sie sind 1* letzter Zeit in verdienstvoller Weise bei mehreren Gelegenheiten dagegen aufgetreten, daß man seihen Standpunkt in jüdischen Dingen lediglich von dem egnerisehen abhängig macht, indem man jeweils em Zionismus gegenüber bei Ihren liberalen Frounden u nd sprechen rundheraus von einer ״gehässigen Art, in der die ,Jüdisch-liberale ZeitungV ungün־׳ stige Berichte aus Palästina bringt“ (״Um jüdische Wirklichkeit", S. 37). Hpr ist, ganz im Sinne Ihrer Haltung, noch zu ergänzen, daß diese gehässige Art rieh nicht auf die ״Berichterstattung" aus Palästina beschränkt, sondern so stark auch in allen übrigen Aeußerungen dieser Zeitung vorherrscht, daß es scheint, als wäre ihrer Redaktion im Grunde nichts anderes wichtig als eben die Anprangerung all« dessen, was Zionismus ist oder mit ihm zusammenljängt, und das mit jedem Mittel, das ihr zur Verfügung steht. Nim steht in der letzten Nummor. der ״Ili-Blätter" Ihr Name unter roehreren Beiträgen, und es scheint, daß jedenfalls ei» Teil der Verantwortung für diese Blätter überhaupt Ihnen zufällt. Unser von dem Glauben an ihre beiderseitige Förderlichkeit getragener Wunsch nach ernsthafter Auseinandersetzung mit ernsthaften Gegnern läßt uns begrüßen, daß di* ,,Bi-Blätter' beginnen, etwa* wie ein Gesicht zu zeigen und diesem Prozeß ein« günstige Entwicklung wünschen. Denn eine Klärung und Ausprägung der von unseren abweichenden Meinungen, die — bisher weinigstens — keine Einheit haben, ab die der Feindschaft gegen uns und unser Streben, wird die urwünschte Auseinandersetzung fördern und vcr.vieh■* liehen helfen. Gerade um dieser Hoffnungen willen kann « un» nicht gleichgültig sein, daß dieso Blätter im Rahmen einer Zeilunp wie der ,Jüdischliberalen“ erscheinen, der Sie ja selbst das Urteil gesprochen haben. Empfinden Sie denn nicht, daß man nicht zugleich Ihre Meinung von einer Zeitung haben, und in ihren Spalten mitarbeiten kann & daß diese Mitarbeit, auch wenn sie auf eine Beilage beschränkt bloibt, der Solidarilätsurklürung außerordentlich nahekoramt? und daß die Soltdaritätserklärung mit Geist und Haltung der ״Jüdischliberalen Zätung" oder eine Interessenverbindung, die Ihr so verzweifelt ähnlich ist, der doch auch von Ihnen gewünschten ressen’imonlfreien Auseinander- Setzung unsererseits fast unüberwindliche Hemmungen entgegensetzen muß? AI.'S. V0» •der Redaktion־., Wegen Mangels an Raum mußten in dieser Nummer im Satz fertig- *stellte Beiträge (und ganze kubrikenj Wegfällen, arunter bedauerlicherweise auch eine ausführliche empfehlende Besprechung des ״Jungen Juden" sowie dio Ankündigungen für die Buber-Festgah* ״Aus unbekannten Schriften" und das Sonderheft des ״Juden“. Sie werden naohgetragen. Dio nächst« Nummer erscheint in etwa 3 Wochen.