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Jüdische Rundschau · 1928-02-10 · Heft 12 (10.2.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 12 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 86 JÜItHSCHl RUNDSCHAU Nr. 13, 10. & 1028 Polen bedeutet vom jüdischen Standpunkte nicht nur eine Manifestation nach außen, aber vielleicht in noch größerem Maße eine Cntscheiaungsschlacht im Innerem Wenn die Regierung neutral wäre, wäre uns um den Ausgang nicht bange. Sie greift aber ein und trotz ״Liberalismus“ und ähnlicher Phrasen stützt sie die finstersten Elemente im Judentum. Sie bekommt dafür bezahlt In vielen Wahl« kreisen' agitiert die Agudah für die Regierungsliste und nur in manchen tritt sie selbständig auf. Dafür erhielten zwei Führer dieser Gruppe zwei aussichtsarme Stellen auf der Reichsliste der Regierungskandidaten. Die dem Minderheitsblock angeschlossenen Jüd Ischen Parteien (Allgemeine Zionisten, Misrachi, Hitachduth, Demokraten-Foildsten, Handwerkerverband und ein Teil der Kaufmannschaft) entwickeln eine lebhafte Ptopaganda und der Druck der Regierung "hilft ihnen nur, wie gewöhnlich in solchen Pillen. In sämtlichen Wahlkreisen fänden Rayönkonferenzen statt, denen nachher eine Landes« konferenz in Warschau folgte. Große Beteiligung und leiden« schaftlicher "Enthusiasmus begleitete alle diese Tagungen. Der Feind steht innerhalb des jüdischen Lagers — dieser Umstand gibt dem Kampf seinen Charakter. Die Zionisten Polens können diesmal, da Ile keine Rücksicht auf eine Einheitsfront zu nehmen brauchen, prinzipienstark auftreten.' In derselben Situation befindet sich — nach einem langen Hin Und Her — der Zionismus in West* und Ostgalizien. Der Kampf zionistischer Anhänger und Gegner des Minderheit»- block« in diesem Teile Polens wurde vermieden. Die Grünbaum-Gruppe in Ostgaiizien erwies sich als zu schwach und unkonsequent, andererseits — und dies ist die wichtigste Ursache — gaben hier ukrainische Führer dem antisemitischen Drucke von unten nach, die Ukrainer wollten hier nicht gemeinsam mit Juden auftreten, und so wurde Galizien vom Minderheitenblock ausgeschaltet. Die ״Hitachduth“, welche bis Zuletzt Anhänger dieses Block■ war, erkürte sich bereit, mit anderen äonittficbai und }Mischen Gruppen zu« satnmenzugehen. unter der Bedingung, daß die Agudah in diese ״Jüdiacnnatiottale Vereinigung‘" nicht einbezogen wird. Dies geschah, und so haben wir auch in Oaliaen zwei jüdische Lager. Auf der einen Seite (in keinem Zusammenhange mit dem Minoritttenbioek) sämtliche zionistische Parteien (Allgemeine Zionisten, Miarachi, Hitachduth), die Kaufmannschaft und das Handwerkertum, auf der anderen Seite die Agudah. Die Gefahr dar Zersplitterung jüdischer Stimmen Ist zwar hier noch größer ab in Kongreß-Polen, ein Zusammengehen mit der Agudah war aber auch hier ausgeschlossen. Es wäre natürlich müßig, Prophezeiungen anzusteilen. Mi vorigen Sejm hatten die Juden (damals vereinigt im Minderheitenblock) 18 Abgeordnete, aus Galizien kamen (dank der NJcMbetdligung der Ukrainer) 15 jüdische Vertreter. Nach nüchternen, vorsichtigen Belehnungen erwartet man, daß In Kongreß-Polen und den Randgebieten die Juden als Teil des Minorititenbloda 12—15, die Agudah 1—2 Man« datfc erhalten werden. In Galizien rechnet man auf 4—7 zionistische Mandate, Die Agudah hat hier keine Aussichten ä«l Erfolg. Die jüdischen sozialistischen Parteien haben jetzt, nachdem die kommunistische Ulte bestätigt wurde, schwache Chancen. Die Verhandlungen zwecks Schaffung eine« aHgemein-aoziaUstischen Wahlblocks endeten ergebnislos. Die polnische soziaibtbche Partei wollte mit den Juden nicht Zusammengehen und eddlrte ganz unumwunden, des Antisemitismus ln eigenen Lager und in der polnischen Arbeiterschaft rieht Herr zu sei«. Nur in einzelnen gemischt- «artige« Randgebieten icfloß sie oadt langem Bemühen Stimmen er« Innerhalb des jüdischen sozialistischen Lagere kam es auch zu keiner Einigung. Der ״Bund“ wollte den Linken Poale Zion (die Rechten Poale Zio« kommen in diesem Wahlkampf nicht in Betracht) kein Mandat zusicherti und so treten diese beiden Parteien mit denselben Losungen selbständig auf und haben wenig Hoffnung, auch in den größten Industriezentren Kandidaten durchzubringen. Die Oel-RShrenleitnflg von Mosul London, 6. Februar. (J.T.A.) Gegenüber der Mel« düng der Londoner Presse, wonach In dem Interessenstreit zwischen den französischen und den brftfachen Teilhabern innerhalb der Turkkh Petroleum Company, In dem die Englinder Haifa, die Franzosen Alexandrette ab Ausgangspunkt für die geplante, von Mosul aus zu führende Gä-Röhrenlätung Vorschlägen, die Entscheidung zugunsten Haifas gefallen sei, autorisiert die Turkish Petroleum Company die Jüdische Telegraphen-Agentur, mltzutel'en, daß eine endgültige Entscheidung über die Mündung der Mosul- Petroleumröhren noch nicht getroffen worden sei. Für die zukünftige Entwicklung Haifas und ganz Palästinas wäre es von großer Tragweite, wenn die Mosul- Röhren in Haifa münden würden; Haifa würde dann der Zentralpunkt einer Verbindungskette zwischen Ost und West sein, was einmal die Bestimmung der geplanten Bagdad- Eisenbahn hätte sein sollen. Die Angelegenheit wird ln* folgedessen von der Palästina-Regierung und der jüdischen Bevölkerung Palästinas mit großem Interesse verfolgt. Presse-Schan Die der britischen Orientpolitik gewidmete Zeitschrift ..Near East“ schreibt: Zweifellos hegt man in der jüdischen Welt große Besorgnisse hinsichtlich der Zukunft des jüdischen Nationalheims in Palästina. Zunächst wird der Bericht der unparteiischen Jewish Agency-Kommission abgewartet; ihr Vorsitzender Sir Alfred Mond wellt gegenwärtig m Palästina, nach seiner im März zu erwartenden Rückkehr mach London darf mit der Veröffentlichung des Berichtes ge* rechnet werden. Inzwischen werden große Anstrengungen zur Aufbringung der Fonds für die PalSstina-Arbeil gemacht. Die nächsten paar Monate werden eine kritische Zeit für die zionistische Bewegung sein, hartnäckige Anstrengungen werden femacht, um den Ruf, als könne in Palästina der jüdische taat nicht erbaut werden, zu übertönen. Offiziell bleibt die zionistische Politik die alte, es ist aber interessant zu beobachten, wie unter dem Druck der Tatsachen verschiedene Pläne auftaachen, die von der ursprünglichen Auffassung des Zionismus abweichen. Aus Jerusalem wird gemeldet, daß sich dort eine ״Brith Sc.halom“ genannte Gesellschaft gebildet hat, die die Idee verficht, daß in Palästina ein b i n a * t.ioaaier Staat, auf der Basis einer gleichberechtigten Vertretung von Arabern und Juden, zu bilden sei. Ea soll auch die ׳ Idee׳ vermu־'•:• u ,.י־ ,, j•• ,;.•-ד! t i i 1:1׳ Lande eine Enklave abzuzirkein, die einzig und allein jüdisch »ein solle. Niemand kann Voraussagen, was die Zukunft bringen wird. Darum Ist 68 am besten, den Bericht der Sachverständigen- Kommission abzuwarten, zu beobachten wie die erweiterte Jewish Agency operieren und über was für Finanzquellen sie verfügen wird. Die neue Exekutive an dar Arbeit Von M. BeHinson (Tei-Awiw). Wie geben nachstehender Polemik, die »ich gegen dm Leitartikel der ,J. R." vom 6. Januar richtet, in gewohnter Weite Raum, dürfen aber nicht fmirutlelkn unterlassen, daß sie nach unterer Meinung in vielen Punkten die leidigen. Realitäten außer acht läßt; d. h. gewisse durch die heutige tatsächliche Lage gegebenen Zmngsnotwendiekeiten alt Schuld «fee bösen Willen der Exekutive hinsteUl, düs nicht für ,)Konsolidierung", denn datu' war et im September 1927 bereit1 zu spät, aber für die erste Vorbedingung jeder künftigen Arbeit, nämlich Ordnung der Finanzen und Anpatsung dm Gesamtbelriebes an die vorhandenen finanziellen Möglichkeiten gewählt wurde. Vielleicht Kat die ־ Exekutive auch bösen Willen (die* wissen wir nicht), aber auch beim besten Willen darf sie keing Gelder amgeben, die ihr nicht zur Verfügung flehen. Daß die Verhandlungen mit der Reglerung wegen Uabemahme der Arbeitslosenfünorge eine, ge!- jährliche und zweischneidige Sache ist, mnteht jeder! die Frage ist aber stete; we!ehe andere Alternative besteht, and ferner scheint es uns zweifelhaft, ob die Regierung ohne diesen Schritt zur Organisierung der Hilfiarbeiten bereit ge- »eien wäre. Daß wir durch eokha momentane Erfolge für die Zukunft viel aufs Spiel setzen, wurde gerade an dieser Stelle wiederholt betont. Auf kleinere Unrichtigkeiten in Beliütioni Aufsatz, so z, B. wenn er die fast ausschließlich om Niehtzionisten finanzierte Universität budgetär mit der übri- •in zionistischen Arbeit zutammenbringen will (bei den Ban-!•n tat die Sache noch schwieriger), kann hier im Einzelnen diesmal nicht eingegangen werden. Red. ,J. fl.“ t Während der letzten Wochen widmet die palästinensische Presst viel weniger Raum der Zionistischen Exekutive.-Daraus ist aber noch keinesfalls zu schließen, wie Robert. Weitsch offenbar tut (״Jüdische Rundschau“, Nr. 2), daß eine Aenderung in der Beurteilung des Jischuw eingetreten wäre. Fast jedesmal, wenn man von der Exekutive im ganzen oder, von ihren. Maß* nahmen in den Zeitungen oder in Versammlungen spricht, tut man es in ablehnendem Sinne. Verteldigungsstiitfmen sind fftflt vereinzelt. Man kann diese fortdauernde ablehnende laltung der Exekutive gegenüber verurteilen, sie sinnlos finden — man kann und rhan darf sie rieht leugnen. Die־ zionistische Oeffcntllchkeit in der Diaspora muß die Sachlage in wirklichkeitstreuer Beleuchtung kennen. . Ist aber diese ablehnende Haltung wirklich 80 sinnlos? Die Ergebnisse des Baseler Experiments rind gewiß noch nicht abzuschätzen — dazu sind die wenigen Monate,, die uns von dein Kongreß trenne«, eine zu kurze Zeitspanne. Einiges — die allgemeinen Richtlinien nämlich, die die Exekutive ihrer ganzen Tätigkeit zugrunde gelegt hat — ist schon jetzt ge* nagend klar, insbesondere wenn man es mit den Losungen vengleicht, mit denen die Wahl dieser Exekutive vorbereitet und ausgeführt wurde. Es wurde gesagt, daß die neue Exekutive zur Erfüllung einer wichtigen Abgabe •da ist—Konsolidierung. Man hat dabei die Konsolidierung in einem sehr engen Sinne verstanden, nur die Arbeitssiedlungen meinte man damit Nun hat es sich herausgestellt, daß mit dem von den Anfängern der neuen Exekutive ausgearbeiteten und veri Kongreß ange* «ommentin Budget von einer Konsolidierung keine Rede sein kann. Das Arbätsbüdget wird langsam aber sicher von Unterstützungsgeldera ׳ aufgegessen. Dis Budget für Kolonien einer der wichtigsten Arbeitszweige im Lande (die Ereignisse In Petach-Tikwa haben es bewiesen, was es heißt, in den Kolonien 4000—5000 Arbiter phne Arbeit und ohne jeg- '•Ä^**01^־ulrtive-'Miie׳;zw|:halti14• *•** -wurifc von der neuen: «kittet» 'Aaf»gM־#irif Ar&ritgectriäKbfc’i ftnanfe־ ' wirtschaftliche Batet reichtpraktkch kaum an 30 €00 Pfund — einschließlich Administration. Pralflsth bedeutet dieses Budget, daß die Leute und das Vieh , nicht einmal genügend zu Essen bekommen werden. Von irgendeiner Konsolidierung kann keine Rede sein. ־׳ ־ ' Es wurde gesagt, daß die neue Exekutive die zionistische Arbeit zentralisieren wird. Die Sache schien tatsächlich äußerst wichtig und notwendig. Die Exekutive hat in dieser Hinsicht nichts Entscheidendes unternommen — jedenfalls ist der Oeffentlichkeit nichts darüber bekannt geworden. In Basel wurde über die ״Machterweiterung“ der Exekutive auf die nationalen Fonds (Keren Hajessod und Keren Kajpmeth) gesprochen. Man hat sich darüber viel aufgeregt und eigentlich umsonst, denn diese beiden Institutionen stehen so wie so unter genügender Kontrolle und was in bezug auf sie gemacht werden sollte, waren höchstens administrative Verbesserungen. der Organisation stehen, aber zionistisch sind, als zionistisch feiten und int Lande arbeiten. Als Beispiel kann man anführen: ank, Hadassa, Universität. Auf diese wichtigen Institutionen erweitert sich die Macht der Zionistischen Exekutive Wicht. Teilweise (Bank) hat die Exekutive auf diese Macht noch in Basel ausdrücklich verzichtet. Teilweise (Hadassa, Universität) ist sie entweder machtlos oder versteht ihre Aufgabe nicht — in beiden Fällen ist von Zentralisierung keine Rede. •Und was geschieht inzwischen? Inzwischen ist das £ tOOOOp-Hadassa- Budget fest gesichert und wir haben keinen Pfennig für die Arbeit in Kokmicn, man droht uns, die Zahlungen der Unter- Stützungsgelder zu sistieren, die Arbeiten werden nicht organisiert, für Landwirtschaft hat man nur Brocken Übrig — und für Sanitätszwecke hat man große Summen zur Verfügung, obwohl man ganz allgemein aas Empfinden hat, daß wir damit nur der Regierung einen Gefallen tun, indem wir sie von der Erfüllung ihrer direkten Pflichten befreien. Und Inzwischen hat die Universität ein gesichertes Budget von 40000 Pfund und man ist sicher, es in den nächsten Jahren auf 100000 Pfund zu erhöhen. Wir sind damit Zeugen einer höchst anormalen Erscheinung: der Ausartung einer vornehmlich kolonisatarischen Bewegung, einer nationalen Massenbewegung in Fonds für Unterhaltung von Krankenhäusern und Lehrinstituten. Gesundheit und Bildung in allen Ehren, aber nicht dazu ist die zionistische Bewegung entstanden, um in. diesen aüsgetfetenen jüdischen Wpgel zu gehen. Es wurde gesagt, daß die neue Exekutive rational aufbauen wird. Da bis jetzt die Exekutive sich jeder aufbauenden Arbeit enthalten bat, ist die Verwirklichung dieser Losung nicht zu beurteilen. Nur ein einziges Beispiel war da: das gekürzte Schulbudget, und hier ging die Exekutive alles ändere als rational vor. Als sie vom Kongreß eipe gekürzte Summe bekommen hat, hat sie nicht einen neuen Schulplan au»? gearbeitet, entsprechend den geringen Mitteln, sondern sie Hat einfach den Lehrern erkürt: soundso viel Geld ist da, tut was ihr wollt Als während des langen Schulstreites von den Exekutiv-Beamten doch, in größter Eile, ein Plan ausgearbeitet wurde, lag ihm kein leitender Gedanke zugrunde, sondern nur — Geldknappheit, Und niemand kann sagen, wie die Sache doch reguliert worden wäre, wäre nicht ein ganz zu* fällige» Moment, auf welches in der Zukunft keinesfalls zu bauen ist — die Gabe von Baron Rothschild — eingetreten. Auf anderen Gebieten ist, wie gesagt, die ״Rationausierung“ nicht zutage getreten. Die Auszahlung von Unterstützung*- geldern ist sicher dazu nicht zu rechnen. Es wurde gesagt, daß die neue Exekutive eine Sanierung der zionistischen Finanzen vornehmen wird. Der Untergrund dieser Losung bestand darin, daß die alte Exekutive, mit Finanzen desorganisiert hätte. Die Voraussetzung war falsch, da die Finanzsanierung gerade von der Linken jahrelang verlangt wurde — allerdings in anderem Sinne, als es vö« der jetzigen Exekutive verstanden wird. Diese meint nämlich, daß die Sanierung ausschließlich darin besteht, daß man nicht mehr Geld ausgibt, als in der Kasse tatsächlich da ist Eine ganz rigorose Beobachtung dieses Kassa-Prinzips führt in der Praxis zu ungeheurem moralischen Schaden und zur nicht weniger ungeheuren Geldverschwendung. Dies wird an dem Beispiel der Unterstützungsgelder und Arbeitsorganisieruag klar. Wenn man heute zur Exekutive kommt und ihr sagt, dar sie monatlich, sagen wir, 4000—5000 Pfund an Unter• stützungsgeldem zahlt und damit nicht nur das zionistische Oeld unproduktiv ausgibt, sondern auch die ganze Bewegun! moralisch erschüttert, und daß andererseits eine MöglLTikeit da ist, Arbeiten in solchem Maße zu organisieren, daß sie die Arbeitslosigkeit füt sechs Monate beseitigen und daß dazu eine Beteiligung der Exekutive in der Summe, sagen wir, von 35 000 Pfund nötig ist, so antwortet sie regelmäßig, daß erstens sic augenblicklich nur über 4000—5000 Pfund monatliche Unterstützungsgelder verfügt und sie doch nicht die zu künftigen Monatseinginge ״verpfänden“ kann (dies wäre das ״alte System“), und daß zweitens 6 X 5 10. *־ macht und nicht 35, die Auszahlung der Unterstützungsgelder also rilliger ist, und ״Oeld verschwenden“ darf man 1ht (dies wäre JMeder das ״alte System“). Leider ist diese Jeispiel nicht frei konstruiert, sondern aus der Wirklichkeit genommen — und wenn dies Sanierung heißt, so weiß man nicht, was man unproduktive Gekiausgabe nennen soll. Damit aber nicht genug. Die Exekutive beschränkt sich in ihrer Sanlerungsarbeit ausschließlich auf die palästinensische Verwaltung. Zu gleicher Zeit aber geschehen, an anderen Ecken der Weit, in Amerika Dinge, die mit Sanierung auch Im beschränkten Kas*a*Slnne, nichts zu tun haben. Die zionistische Föderation von Amerika gibt aus Palästina-Fonds• vielleicht auch ohne offizielles Mitwissen der zentralen zio- - - - - verantwörtlich ist — obwohl sie allgemein als eine ״amerikanische“ gilt (s, Rede von MIß Szoid in Amerika vor Ihrer Abreise nach Palästina). Die Verantwortung für die amerikanische Wutschaft ist also nicht ohne weiteres abzuschütteln. Wie dem aber sein mag, jedenfalls steht fest, daß von einer Sanierung der zfc* nisflschen Finanzen nach dem letzten Kongreß keine Rede sein kann. Die sogenannte Sanierung stellt sieh als ein ״Kassa- Bewachen“ in Pälirtina und Fällen jeder offenen Zentralkontrolle in der Diaspora, vor allem in Amerika, dar. So steht es mit jenen Losungen, auf welche die Exekutive gewählt wurde. Und da es schlimm mit ihnen steht, erwähnt man sie kaum mehr und findet bei der Exekutive neue ungeahnte Verdienste, ln demselben Aufsatze in der ״JÜd. Rundschau“ spricht Wütscb darüber, daß die palästinensische Regierung sich mit Siediungsprojekten trägt*) Und auch bei Or- «eher mittut :au e Sache sei, der Meinung von Weitsch nach, auf das Verhalten der Exekutive zurikkzuführen. ״Sogar die Arbeiterorgane, 80 schreibt Weitsch, die sich anfangs skeptisch ver* Die Sache ist äußerst merkwürdig. Aus welcher Quelle schöpft die ״Jüd. Rundschau“ ihre palästinensische In(or* mation? Ueber alle diese Sachen spricht und schreibt pan »doch4m ■Land« JTteso;Jert׳ hpm •.^ertungj;•'■“1' da»''Mrei״־HÄ;-zi»׳t-ferÄfeC:«iti*r«', IST Tri* Sachen) und in Berlin weiß man es ganz anders? Denn was 'man int Lahde über diese Sachen weiß, ist ungefähr folgendes: Die Siediung.sprojekte stammen von Ör. Wffz* mann und Dr. Ruppih, Verschiedene zionistische Gruppen — vor, alieni Baron Rothschild — sind daran interessiert. Die palästinensische Regierung hat mit ihnen herzlich wenig zu tun, augenblicklich jedenfalls. ,Die palästinensische Exekutive verhält sich riesen Projekten gegenüber im allgemeinen skeptisch und jedenfalls ablehnend, was ihre direkte Beteili* gunp anbetrifft (wahrscheinlich aus ״Kassa-Gründen“, aus Angst, ״die Zukunft zu verpfänden"). Es trifft zu, daß augenblicklich die palästinensische Re* gierung viä größeres Verständnis dem Arbeitslosen-Proble« gegenüber zeigt, als es vor einem oder zwei Jahren der Fall war. Solches Verständnis hat die ״skeptische“ Arbeiterpresse fortwährend, seit Jahren verlangt• Der Arbeitsplan der Ar* bäterorganisation stützt sich zum guten Tdle auf Regierungs* arbeiten. In direkten Verhandlungen, in Versammlungen, in der Presse hat die Arbeiterorganisation, und mit ihr der ganze Jischuw, eine Regierungs-Beteiligung an der Arbeitslosen- Last gefordert. Die Voraussetzung war immer, daß die Befeiüpmg ausschließlich in Arbäts*Organlsterung, keinesfalls In Verteilung von Untersttitzungsgeldern, ihren Ausdruck finden muß. Denn Unterstützungsgelder von der Regierung an zionistische Pionier! ausgezahlt, würden einen unerhörten Prestigevertust für die Zionistische Organisation bedeuten, einen Prestige* vertust, dem eventuell auch politische Konsequenzen folgen könnten, und eilte unerhörte Erniedrigung der Arbeitslosen; der Unterstützung־ oder unter dem Drucke der ״Unken“, ■die Arbeiter-Organisation und des ganzen Jischuw, ohne Ausnahme. Der Standpunkt der Exekutive war ein anderer. Man sollte erstens mit der Zahlung von Unterstützungsgeldern aufhörtn — ohne daß man den Arbeitslosen irgendeine Existenzmöglichkeit anbietet. Und dänn geht man zur Regierung und sagt ihr: hier hast du soundso viele jüdische Arbeitslose, wir sind außer Stande, etwas für sie zu tun — mache mit ihnen was du willst. Die Exekutive vertrat damit in dieser Frage die extreme revlsionistische Auffassung — die ganze Verantwortung für die jüdische Einwanderung liegt auf der Regierung. Was die Folge dieses Schrittes wäre, wenn er ausgeführt würde, ist selbstverständlich nicht abzusehen: vielleicht hätte die Re* gierung; vor eine grausame Tatsache gestellt, ziemlich schleu* nigst Hilfsarbeiten organisiert (und wir hätten für diese, schön in der nächsten Zukunft, «mit großen politischen Vertust!« bezahlt), vielleicht bitte sie unentgeltliche Küchen eröffnet oder untefstützungsgeldfer ausgezahlt öder einfach Arbeitslose ausgewiesen. In federn Falle wären die Folgen für die Bewegung verhängnisvoll. GlÜekUcherwefse wurde der Schritt nicht getan. Offenbar hat man die ungeheure Gefahr, die sich in ihm barg, an leitender und verantwortlicher zionistischer Stelle eingesehen. Die Exekutive hat der Regierung den von der Arbeiterorganisation ausgearbeiteten Arbeitsplan vorgelegt und augenblicklich ist er 2um Teil schon in Verwirklichung begriffen. Seine volle Verwirklichung und damit die Ab» schaffungtder Unterstützungsgelder bängt von der Betätigung der Exekutive (der Summe von 330W> Pfund ab), die ihre Zustimmung noch nicht gegeben hat. ■ , *)־Dies stand nicht in der ״J. R.״; vielmehr heißt es in dem Artikel in Nr. 2, daß verschiedene Siedlungspröiäcte, die bestehen (d. h. in zionistischen Kreisen); ״von der Regierung gefördert werden“, d. h. daß die Regierung sieh mit positivem Interesse damit beschäftigt, wobei natürlich das Resultat rieht vorauszusehen ist Dies zur Steuer der Wahrheit. — Red.״J.H* J 19: 7,uschi Diese sollen ei rionistisx sieb im rischen :■aminmi! eigener begegne* man de! zubillige Welt di im Jude spanne falt ras des Ziai res Wes! ihm ges wegung« ihrem 5 um das durch di tlt sein! des Bai ergossen große 1 Möglich! aus auf zu gela Uebermi Erforde getragen Ziel w«s Beaonde vor den rück, v!!t '|j sfeh ms bepd»! machte, von koi Diese ו das sie nismus solchen Das ist nistischi Und no Zionism in der lungnal dpt sch Wirkun luth in jüdisch! der see zu sam zu übe! Aufbau indessei worden oder a hier u Wahrh! 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