Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 11 (7.2.1928)
- Date
- 1928-02-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 76 J U E DI S C H E RUNDS C UAIJ Nr. II, 7 II. 1928 Werk, nicht innerhalb seiner. Nur eine solche aktive Vereinung über dem notwendigen, dem guten Streit kann die mangelnde staatlich-gesellschaftliche Lauheit ersetzen. Organisation! Ich spreche das mißbrauchte, niillhandelte Wort mit l iebe aus. I in staatloses, landloses Volk braucht Organisation im höchsten Sinn, um mitten im Sturm sich sein Nest zu bauen. Die Organe, die die Cieschichte ihm zerstört hat, die < >rganc der Vertretung, der Führung, der üliederung, die arbeitsteiligen und mein: nder w irkenden Organe des vielfältigen, einheitliehen Lebens- und Wirkensprozesses muß das Werk ihm wiede״ schaffen. Schaffung der Volksorgane vom gemeinschaftlichen Werk aus, von seinen Bedürfnissen und Forderungen aus, das wäre wahre Organisation. Organisation der jüdischen Volksarbeit an Palästina würde bedeuten: den mangelnden Zusammenhang im Raum durch den Zusammenhang im Werk und die mangelnde Staatsverfassung durch eine Werkverfassung kompen- -irren Organisation also, von ihr spreche ich, denn nicht kann es in der Stunde der Selbstbesinnung darum gehen, der Organisation die Idee gegenüberzustellen, soiidern gegenüberzustellen die zulängliche Organisation der unzulänglichen. Organisation ist der Körperbau der Idee; aber darauf kommt es an, ob die Idee einen Körper hat oder einen nur zu haben scheint.“ So schrieb Huber in dieser Zeitung vor zwei Jahren anläßlich der ״Monat Ijar-Aktioii“, deren Parole die Stärkung der Organisation war. Nicht Organisation und Idee waren ihm (iegensätze, sondern gute und schlechte Organisation. Ihm kam es darauf an, durch sein Wirken den Körper der Volksidee zu verbessern. Er wollte diesem Körper durch den Zusammenschluß der Getreuesten eine verborgene ״verschworene“ Gemeinde ein Merz schaffen. Mit ganzer Leidenschaft der Idee zu dienen schien ihm die einzige Gewähr des Erfolges. Der 50. Geburtstag Hubers wird vielen Zionisten eine Gelegenheit geben, sich klar darüber zu werden, wie sie zu Buber stehen. Huber versteht es, sich Mensehen zu nähern und sich in gebührenden Abstand von ihnen zu stellen. Menschliche Nähe und Gefühl für Distanz sind Voraussetzungen unseres zionistischen Werkverbandes. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland heglückwünscht Martin Buber zu der besonderen Stellung, die er in dem Organismus unseres zionistischen L ebens einnimmt. Unsere Organisation muß den Wunsch haben, daß Martin Buber auf der Höhe des Lebens deutlich sieht, wie weit seine Wirkung reicht und daß seine Resonanz im Volk, die der schöpferische Zionist nicht entbehren kann, in ihm die Kraft erhöht, den Aufstieg auf dem eigenen Weg fortzusetzen. Kurt B1 u m e n f e 1 d. Was wir Buber danken Von R o Ir e r t W e II s c h. Bubers fünfzigster Geburtstag, den seine Freunde mit ihm als eine Etappe und einen vielleicht nur äußerlich markierten, aber doch zur Rückschau ladenden feinsehnitt feierlieh empfinden, sei Anlaß und Rechtfertigung, ein persönliches Wort zu sprechen, persönlicher vielleicht als sonst im Verlaufe der Tage und Jahre üblich. Nicht wollen wir hier Bubers Werk und Wirken umfassend ״würdigen“; er stellt auf der Flöhe seines Lehens rüstig in unserer Mitte, er sei uns heute nicht ״Gegenstand“ einer Betrachtung. Aber wenn wir ihn zu seinem Feste beglückwünschen, dann ist dies doch zugleich Besinnung auf 30 Jahre, für viele von uns auf 20 Jahre jüdischer, zionistischer Arbeit, die eine Epoche nicht nur in der politischen Geschichte, auch in der geistigen Geschichte des Judentums waren, eine Epoche, die vielen jungen Menschen der heutigen Generation, die ihre Resultate zum Teil fertig übernehmen konnten, nicht mehr gegenwärtig, vielleicht kaum in ihrer Bedeutung abschätzbar ist. Dieser Weg führte über eine entscheidende Strecke unserer zionistischen Entwicklung, und dadurch kehrt sich das Persönliche vielleicht doch wieder ins Allgemeine, das öffentlich besprochen werden kann und soll, gerade an einem Tage, da Buber von der ganzen geistigen Welt gegrüßt und geehrt wird. Als wir das ״wir" sei erlaubt, da das Gesagte wohl für ein paar Menschen gelten wird den Zionismus kennen lernten, nahmen wir ihn mit der Begeisterung 11 er Jugend hin als eine große befreiende Aufgabe; das wiedergefundeitc Selbstgefühl machte uns reich, wir freuten uns der schönen, stolzen, edlen Worte. Zugleich aber fühlten wir Zweifel, wenn wir, die ganz ohne jüdisch-dynamische Inhalte aufgewachsen, unsere Eingliederung in das anders geartete l eben bedachten, das ohne viel Veränderungen weiterging und dessen Inhalte uns teuer waren. Damals wie heute tobte der Streit mit der Assimilation, die das jüdische Volkstum leugnete. Wir konnten uns vielleicht in der Polemik, nicht aber uns selbst gegenüber, mit einer parteidogmatischeu Doktrin begnügen. Wir bekannten uns zum jüdischen Volk, aber das Dilemma blieb bestehen. Ls gab für uns, einige junge westjüdisehe Zionisten, keine geistige Orientierung, keine innerliche Gewißheit im Zionismus; da hielt Buber im Januar 1000 seine erste Rede über das Judentum, die für uns ein zentrale.' Lreignis war und uns das wichtigste gab, was jungen Menschen in solcher Lage not tut: wirkliche Hilfe. Er formulierte die frage, die uns gequält hatte, mul er sagte die Antwort. Die Bejahung des jüdischen Volkstu ms in uns, des ״Blutes“ als der gestaltenden Macht unseres Erlebens gab uns eine Orientierung im Raume und in der Zeit, wies uns unseren geschichtlichen Platz an; zugleich aber begannen wir zweierlei zu verstehen, das sich im Laufe der Jahre vertiefte: Daß wir allzu schnell und leichtfertig gewesen, die Sache uns als zu leicht, zu einfach und konfliktlos vorgestellt hatten, während sie in Wahrheit eine tiefe innere Entscheidung verlangt. Und das zweite: Daß dieses Sich-Bekenneu zum Volke, das selbst nur ein Anfang ist, nicht nur eine ״nationale־‘‘ Lebensaufgabe setzt, sondern auch eine sittliche: ״Wenn wir uns bejahen, daun fühlen wir die ganze Entartung mit, aus der wir unsere kommenden (ieschlechter befreien müssen.‘‘ (Ich zitiere nach der letzten Ausgabe der ״Reden“ von 1023, obwohl der ursprünglich gesprochene und damals unmittelbar wirkende Text an mandien Stellen wesentlich von diesem abweicht.) Der jüdische Nationalismus ist so zu einer großen etlmelien Macht geworden, und deutlich unterschieden von der nationalistischen Selb-tgereelitigkcit und Selbstzufriedenheit, die wir bei Nationalistcn anderer Völker, aber auch bei einem gewissen primitiven Zionismus ablehnten. Und ebenso wie uns dann in der zweiten Rede das Judentum als ein polares Phänonieii gezeigt wurde, wie uns dadurch der beunruhigende Widerspruch der jüdische1!! Leisten/ gewissermaßen in seine metaphysische Wesenheit aufgelöst wurde, elictiso wurde jbcrJuDe |! SONDERHEFT \ I Marlin Buber zum 50. Geburtstag | j AUS DEM INHALT: j; Hrttolfc ,f)lt>cisJ: Martin Buber, ein Mann von fünfzig Jahren : : Ljattr Itohtl: Der junge Buber und der Herzische Zionismus j \ €rnft StntOlt: Zum Problem der öffentlichen Meinung im | : Judentum : : Diftor Kellner: Volk und Individuum | 3• C. tttagne?: AI Har Hazophim; : Siegfried Weltmann: Die erzieherischen Kräfte von Erde : : und Volk \ | 5*<0^ 3יייfen3WctjJ: Briefe eines Nichtzionisten an einen | : Antizionisten i 1 ^elts IDeltfcf»: Freiheit und Bindung : *7U0O Bergmann: Begriff und Wirklichkeit; : iTtrtr 33r0fc: Zur Problematik des Bösen und des Rituals : 1 LEIjtehcrgcr: Die neue Gläubigkeit I i illargarctc Sugntann: Die Botschaft des Chassidismus \ : für unsere Zeit : i ffco LJaecf: Eine religionssoziologische Linie : I Hatl?an LJtrnbauin: Aus Einsamkeit in Einsamkeit * I Hfrolf Böbm: Idee und Organisation; I €eo Lyerrmann: Erinnerung i i £l)atm tPcijmann: Briefe i : Sbeofcov Ljer3l: Briefe, u. V. a. : : Herausgegeben von Dr. Robert Weltsch : ־ .- -. Februar 1928 — ״■—. : j Jüdischer Verlag / Berlin W57 j 111111111׳n11n1111111111111n11111111n111n11nn111111111111n11n11t111111111111n11111111111111111111n1*1111 unser Nationalismus Legitimiert durch Einstellung in den von Buber enthüllten großen (ieisteskainpf, der die jüdische Geschichte erfüllt und den Buber einmal charakterisiert als den Kampf der ״Gestaltenden“ gege״־ die ״Geschehen lassenden“. Eswar vielleicht e^flf>":ä1f.;N.'>i<’'-erstrhen dabei, wie wir 1k|^■ erkennen, »1 :׳!,’aL fiu f: ,onismus als , '0 Glied dieser litte ansehen wollten, 31k;!• nicht dies ist jetzt zu erörtern, sondern fest/»־.■;teilen, uns der /ionismus dadurch zu ungeahnter Dignitet •mporwuchs. Der Zionismus war die große Entscheidung, . •11.־c Bekenner waren abgehoben von dem Kreis der SielMiich'-eiitseheiilen-könnenden; und in diesem Sinne konnte Hugo Bergmann damals schreiben: ,,Dei Zionismus ist unser ö ickl 1!יc׳h haschen!“'. Dabei ist freilich zu beachten, daß dies nicht konstatierend, sondern intentional gemeint war: ״ist“ heißt soviel wie ״soll sein“. Denn wir waren fern von der überheblichen Meinung, daß der empirische Zionismus diesen Charakter hatte. Darum ging unser Kampf nicht nur nach außen, sottdem auch nach innen: gegen jede äußerliche, intverpfliehteiicle, mechanische Auffassung des Zionismus, Buber hat uns die Entartung des heutigen Judentums, seine Banalisieruiig seiner großen Ideen, sollen gelehrt, aber zugleich mußteil wir erkennen, daß die Scheidung, um die es geht, nicht etwa sich deckt mit der Trennung zwischen Zionisten und Nicht/ioiiistcii; seine Anklage gegen das heutige Judentum traf auch den Zionismus, der dieses Judentums Teil ist. Die 1 r 11 e 11 e! 11 11 g des Judentums war es, worauf es ankani: die drei großen Ideen des Judentums wieder in ihrer Reinheit zu verwirklichen. Dies aber ist ein großer Prozeß, der nicht von uns ״gemacht“ werden kann, dem wir nur durch unsere Bereitschaft den Weg bereiten können. Wir alle Wi'tsteiiwaiiderer, wir alle unterwegs, Scliicksalsangehörige einer jüdischen Schicht, die überwunden werden muß. Und Urgewalt!״ brechen die Milchte der Trägheit und des Gallith immer wieder in die Erhebung herein, sie sind im Zionismus ebenso am Werk wie in jedem Ein/chicn von uns, und wir erliegen ihnen immer wieder, l'inl so wenig wir, da wir dies wußten, uns selbst etwa wie viele mißverstehend meinten als ״bessere“ Zionisten oder gar als die ״U11bedingten“ betrachteten, so klar verstanden wir doch, daß cs über diese empirische Uu/ulänglichkeit hinaus •den Glauheil an die Idee fest/uhalten galt, daß über alles beschränkt Nationale die Richtung auf das menschlich bedeutsame Ziel wesentlich war. So entstand immer mit Bubers Hilfe - die innere Möglichklit, Zionist /u sein und es ganz zu sein bei aller klarer mul schmerzlicher Erfahrung der tausend menschlichen Kleinheiten des zionistischen Betriebes und der Enttäuschungen durch die zionistische Tatsächlichkeit. Aller da wir erkannt hatten, daß) es um nichts Geringeres als um die Erneuerung des Volkes mul seines Geistes geht, wußten wir, daß nicht eine bloße Partei-Organisation (die wir natürlieh in ihrer Punktion bejahten und in der wir aktiv arbeitoten) uns not tut, sondern die Beschwörung lebendiger Kräfte, die Erweckung der tiefsten Gewalten der jüdischen Seele, die wieder eine Realität schaffen sollten, mit all den Schmerzen, der Größe und Tragik solchen Sehöpfungsaktes. Die geistige Bewegung, die stets die Vorbereiterin, Begleiterin mul Vollenderin politischer Wandlungen gewesen ist, war (um! ist) auch im Zionismus der entscheidende Faktor. In einer Zeit drohender Verflachung sprach Buber das 1.0־ simgswort: ״Von innen!־־ Alles Tun ist vergebens, wenn nicht in den Seelen der Menschen, die die jüdische Bewegung tragen, der Funke der großen Sehnsucht nach Aeiulerung des I ebens, nach ״Neubruch des Herzens“ glüht. Wir werden Zions nicht teilhaftig werden, wenn wir es nicht in unseren I letzen erbauen. Erneuerung bedeutet: Da ß der Geist ins Leb e n k o 111 111 e! Und Buber, der uns die Flachheit und leere des jüdischen Lehens aiifdecktc und auch den dogmatischen Nationalismus nicht schonte, sagte in auderen) Zusammenhänge: ״Die Verzweiflung ist der höchste der Seiullinge Gottes; sie bereitet uns zu Geistern, die schaffen mul entscheiden können.“ (Daniel, fünftes Gesprach.) Auch unsere jüdische Verzweiflung konnte eine schöpferische Macht werden, mehr als die Selbstdclierheit der Beruhigten mul Unangefochtenen. Die jüdische Ent- Scheidung ist unsere menschliche: ״So meinen unsrer Seele tiefstes Menschentum mul unsrer Seele tiefstes Judentum dasselbe.“ Diese Entscheidung in 1111s selbst und im Volke ist die ״/wischen Drjiuleii und (iahithjudeii“. ״Urjtule aber sagte Buber nenne ich den, der in sieh der großen Kräfte des Urjudentiims bewußt wird mul sieh für sie, für ihre Aktivierung, für ihr Werkwerden, entscheidet.“ Die Anknüpfung' an diese!!!'jüdischen Kräfte ist uns entfremdeten Juden durch Buber eine sinnvolle Losung geworden. Und so wie er uns heule noch von Stufe zu Stufe in das größte Dokument des Urjudentiims ei 11 führt, so hat er uns Menschen einer ganz ,,aufklärerischen“ Herkunft, deren Rationalismus in seiner selbstherrlichen Ausschließlichkeit keinen andern Aspekt anerkannte, erst wieder verstehen gemacht, was Religion ist und bedeutet. Die Zusammenhänge von Religion und Kultur in der Dialektik der Geschichte hat er aufgedeckt. Und seine Hauptarbeit galt der letzten großen religiösen Bewegung im Judentum. Erst später verstanden wir Bubers Worte, daß keine Erneuerung des Judentums möglich sein wird, die nicht die Eh mente des Chassidismus in sieh trüge. Den modernen jiidiselten Nationalismus deutete er als eine geschichtliche Synthese des Erbes des Chassidismus und des Erbes der llaskala. Dies sind die geistigen Gnmdkräfte, die den Zionismus speisen. In Buber selbst sind die beiden Ströme ziisaminengeflossen; er ist der erste und eigentliche Ucberwitider des Ghettomul (ialuthjudentums. Buber hat uns gelehrt, im Zionismus bei aller Treue zur Idee gegen die Gefahr der Verknöcherung und Entseelung auf der Hut zu sein; uns seihst nicht zu belügen, wie es nun einmal im Parteiwesen naheliegt, den Selbstbetrug als unser!! eigentliehen und gefährlichsten Feind zu erkennen. So ist er auch in der Politik ein Lehrer des Realismus und ein Zerstörer der Fiktionen gewesen. Und er, der gegen Herzl in Opposition gestanden hatte, hat uns auch Herzl erst wieder in seiner Größe sehen gelehrt, nachdem wir vorher seine Irrtümer erkannt hatten; Buber hat das Schönste geschrieben, was über Herzl je gesagt wurde (״Er und Wir“ in der ״Welt“, 1910). Das zionistische Ziel jedoch erhielt durch ihn seinen messianisehen Charakter wieder: Die jüdische Menschengemeinschaft in Zion hat den Sinn und die Sendling, die Idee der wahrhaften Menschengemeinschaft zu verwirklichen. Ich habe einiges erwähnt aus der Geschichte dieser 20 Jahre, die ich selbst gesehen habe; aus den vorhergehenden zehn Jahren, die meiner Generation nur aus der Ueherlieferung, aus den literarischen Niederschlägen bekannt sind, erzählt Frau 111a Britschgi-Schimmer als Zeit- und Arbeitsgenossin einiges; die 30 Jahre sind eine Epoche, die heute vielleicht an einem Wendepunkt an gelangt ist. Buber war in diesen Jahren ein Freund und Lehrer, und er war es auf eine tief menschliche Art; er war ein Berater, der nicht mit pastorenhaPer Selbstsicherhe!״, fertige Lösungen auf den Tisch legt, sandten der we!״ «f Jeder seine intieren Konflikte selbst anskäiyfcfen tun Lu. || menschlichen Widersprüche nicht restlos lömar sind JjMfc '•. man doch helfen kann, Richtung weisend und in aüf-lZiN Strenge tröstend. Was hier nur ganz a ri d e u t 11 n g s w eise gesagt wurde, ist nicht an Buber gerichtet, sondern an die jungen Zionisten, die es heute vielleicht auch gibt in ähnlicher Not, wie wir vor 20 Jahren waren und die was mau meist nicht bedenkt von jener Zeit kaum mehr etwas wissen. Ich habe hier mir auf die spezifisch zionistische Funktion Bubers hiugewiesen, was seine Wirkung und Bedeutung bei weitem nicht erschöpft; an anderer Stelle dieses Blattes wiril noch mehr über ihn gesagt, und in dein Sonderheft des ״Juden", das wir zu seinem Geburtstag lieransgcbeii, wird seine einzigartige Stellung im Judentum unserer Zeit, dein er religiöse, geistige, politische, pädagogische Antriebe gegeben, vielleicht noch deutlicher gekennzeichnet werden. Wenn wir mm noch Buber selbst zu seinem Geburtstag etwas wünschen wollen, so sei es dies, daß er viele Schüler aut'stelle, daß er auch einer neuen Generation, die in viel schwierigeren Umständen aufwächst als die vorhergehende, ein Lehrer sei zu einem lebendige״ Judentum mul daß er auf der Höhe seines Lebens die Stätte lebendigen Wirkens finde. Keine Regierungsanleihe für Pflanzungsarheiten Wie ״Haaret/“ und ״Dawar" berichten, hat die Palästina- Regierung ihren Plan, C 30 0110 als Anleihe für Bodenbesitze!•, die durch Vornahme von Pflanzungsarheiten 300 jüdischen Arbeitsloscn Beschäftigung geben würden, zu gewähren, wieder fallen gelassen, da die der Regierung angebotenen Garantien von dieser n i e 111 a 1 s a u s 1׳ e i c h e 11 d angesehen werden. Eine neue Tel-Awiwer Anleihe? Jerusalem, 1. Februar. ( |. I. V) Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw beschloß, eine A 11 1 e i h e in II ö 11 e v o n B 000 Pfund zur Ausführung öffentlicher Arbeiten zwecks Linderung tler Arbeitslosigkeit aufzunehmen. In Tel-Awiw gibt es gegenwärtig rund 2400 Arbeitslose. Vor einigen Tagen fand in tler Stadthalle von Tel-Awiw die Auslosung der Bons der 1023 in Amerika aufgenommeiien Anleihe, die in diesem Jahre fällig sind, statt. Der Bürgermeister, tler Vi/ebiirgermeister. der amerikanische Richter Bernard A. Rosenblatt, der sieh 11111 das Zustandekommen der Anleihe bemüht hatte, sowie der Vorsitzende der Kontrollkommission wohnten der Ziehung bei. Die Nummern wurden von einem sechsjährigen Knaben gezogen, Kamp! zwischen Juden und Beduinen Jerusalem, 3. Februar. (J, T, A.) Ein arabischer Beduinenstamm schlug im Vorbeizuge sein Lager auf dem Boden tler jüdischen K o 1 o ״ i e LI e r z 1 i a auf und ließ seine Herden auf den Feldern der jüdischen Kolonisten weiden. Die Kolonisten forderten die Beduinen zum Weiter/ieheu auf. Die Beduineii weigerten sich, dieser Forderung nach/iikoinmcn und sagten, in der Mitte ihres Stammes werde jetzt eine H o c h - zeit g c f c i e r t , und der Stamm beherberge jetzt viele ( niste. Noch einmal versuchten die jüdischen Kolonisten, die Beduinen zum Weiter/uge zu überreden, das hatte aber nur den Erfolg, daß die Beduinen zum Angriff auf die Kolonisten übergingen, 111 dem nun sich eiitspinnenden Kampfe wurden B ji'1d 1 s c h e l< o 1 o 11 i s t e 11 v e r I e t z t.