Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 8 (27.1.1928)
- Date
- 1928-01-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 54 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8, 27. L 1028 Die autonomen Organe des Jiidiuw Von Dr. Fritz Löwenstein. F. L Jerusalem, 19. Januar 1928. Die ״Offieial Gazette“ der Palästinaregierung veröffentlichte in ihrer Nummer vom 1. Januar 1928 den endgültigen Wortlaut des Gesetzes, durch das der Jischuw unter dem Namen ״Knesset!! J Israel“ mit seinen Organen lega- I i s i e r t und mit Besteuerungsrecht ausgestattet wird. Die übliche Bezeichnung ״Qemcladegesetz“ wird der Bedeutung des Gegenstandes nicht ganz gerecht. Auf dem Wege zur Errichtung der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina bedeutet der Erlaß dieses Gesetzes einen unverkennbaren, beträchtlichen Fortschritt trotz der großen Mängel, die dem Gesetz ohne Zweifel anhaften. Die Schwierigkeiten waren groß. Der Begriff und die Formen der nationalcn Autonomie, die, vor dem Kriege insbesondere im Kreise österreichischer Sozialisten durchdacht, erst im Kriege und zur Zeit ,der Friedensverträge einer weiteren politischen Welt bekannt würden, sind uns Zionisten mehr oder weniger gut vertraut, sind aber dem englischen Beamten völlig unbekannt und nur außerordentlich schwer seinem Verständnis näherzubringen. Dazu kommt, daß die Konstituierung des Jischuw als nationaler Minderheit in keiner Weise dem zionistischen Endziel entsprechen würde, daß im Gegenteil darin ein höchst gefährliches Präjudiz liegen würde, so daß die Aufgabe nur sein konnte, die Grundgedanken der nationalen Autonomie sinngemäß auf die einzigartige Lage einer Minderheit anzupassen, die danach strebt, nicht Minderheit zu bleiben, das heißt also, daß das Gesetz so elastisch wie möglich gestaltet werden mußte. Diese Auffassung, die der national gesinnte Jischuw geschlossen vertrat, stieß auf eine Schwierigkeit, die eine befriedigende Lösung des Problems unmöglich gemacht hat. Es war nämlich erforderlich, mit der Tatsache zu rechnen, daß die jüdische Gemeinschaft in Palästina wie* überall auf der Weit eine zugleich nationale und religiöse ist, so daß das Gesetz neben den Organen der nationalen Autonomie — im oben dargelegten Sinne verstanden — zugleich die Aufgabe hatte, Kultus* gemeinden und Rabblnate diesem Organismus einzugliedern. Und hier war eine Verständigung im jüdischen Lager selbst nicht zu erreichen. Die Agudas Jisroel tlnd andere ihr nahestehenden orthodoxen Kreise lehnten es ah, die nationalen Instanzen des Jischuw, Assefath Hanlwcharim und Waad Leumi, als für sich verbindlich anzusehen; ihr Ziel war, eine rein religiöse Organisation auf Grund der Verbindlichkeit des Rell jionsgesetzes aufzubauen, die in einem obersten Rabbinat oder einem synhedrionähnlichem Gebilde seine Spitze gehabt hätte. Endlich gab es im Zusammenhang damit wieder einmal den alten Streit um das Frauen- Wahlrecht, das zur Assefath Haniwcharim von jeher bestand und auf das niemand verzichten konnte. Man braucht nur noch an die Empfindlichkeiten — vielleicht nicht ganz unberechtigten — der Sefarditn zu erinnern, um zu verstehen, welch beinahe unlösliche Aufgabe hier vor den beteiligten Faktoren stand. In Palästina besteht der Brauch, daß die Regierung zunächst Gesetzentwürfe veröffentlicht, dann eine Zelt verstreichen läßt, um die Diskussion über dieren Entwurf zu ermöglichen, und erst dann das definitive Gesetz publiziert, Auch das Autonomiegesetz hat zwischen Entwurf und endgültiger Form manche Aenderuagen' durchmische» müssen: die 'Rechte der Sefardlm wurden in weitestem Ausmaß berücksichtigt, indem bei der Zusammensetzung sämtlicher Körperschaften festgestelit wird, daß die Hälfte der Mitglieder Sefardlm sein müssen. Ferner wurde der religlöse Charakter der Knesseth Jisrael noch stärker betont und eine Reihe von anderen Bestimmungen getroffen, die den Zweck hatten, die extreme Orthodoxie zu beruhigen. Das hat allerdings nichts genützt Das Gesetz kt auf dem Parallelismus religiöser und nationaler Institutionen aufgebaut, wobei die religiösen stets zuerst behandelt werden und das Wort ,,national“ peinlichst vermieden wird. Waad Leumi z. B. heißt englisch ״General Council“. Mehr noch: die Befried!- gung der religiösen Bedürfnisse wird ausdrücklich als der Zweck der neuen Organisation bezeichnet Bei alldem Ist nicht zu verkennen, daß, wenn man auf die Inhalte und nicht auf die Worte sieht, das Gesetz die nationalen Interesse.1 des Jischuw in ausreichender Weke berücksichtigt Es stehen nebeneinander: auf der einen Seite der oberste rabblnische Rat, die lokalen Rabblnatsbehörden oder Rabblner, auf der anderen Seite die Assefath Haniwcharim, der Waad Leumi, und als gemeinsame Basis dieses Gebäudes die örtlichen Gemeinden. Die Assefath Haniwcharim wird alle drei Jahre neu gewählt, Wahlberechtigt Ist jeder Jude und jede Jüdin, die das!8. Lebensjahr vollendet hat Die Assefath Haniwcharim wählt jihrliih als Ihre Exekutive den Waad Leumi. Oberster rabblnlicher Rat und Waad Letfmi habe» Budgets, die von der Assefath Haniwcharim zu bewilligen und vom High Commissioner zu bestätigen sind und die der Waad Leumi getrennt zu verwalten hat Die Abgrenzung der Kompetenzen ist die, daß der Waad Leumi die ״administrativen“ Aufgaben zu erledigen hat Die Kampetenz der Organe des Jischuw ist soweit gezogen, daß praktisch alle notwendigen Aufgaben erfüllt werden können, beth waad iwri בית דעד עברי Montag, den 6. Februar, abends 8*/s Uhr im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststr. 10 ADenfl der palästinensischen Bühne Unter Mitwirkung von Frau Mirfara Bernstein-Kohan, Frau Jehaditb Perkal, Herr Meir Teoml. Herr Rafael Klatzkin Au» dem Programm! f. ..Puderina". Komödie von Awfgdor Hameiri (aus dem Reportoire des Tbeatrcm HskumkumV 2, ״Mi Nawi Wejeda'׳, Einakter von Berkowit* 3. Rezitationen 4• ״Stamum", dramat. Bild von StrindberJ fbebr. Bemsleln-Kobanj Karten zum Preise von Mk\3.-.2.~ und I.- erhältlich in der B.Z.V, Meinekestr.10.in den jüd Buchhandlungen und an der Abendkasse• Insbesondere ist das Erziehungswesen ausdrücklich einbegriffen. Jeder Jude ist automatkeh Mitglied der Knesseth Jisrael; er kann jedoch jederzeit seinen Austritt erklären. Außerdem kann eine Gruppe von mmdestens 30 Mitgliedern der Knesseth Jisrael rieh, ohne auszutreten, Zusammenschlüßen — ein solcher Zusamtaen'chluß heißt ״Edah“ (Con^e^atlon) im Gegensatz zur ״KehiHah“ — und verlangen, daß ih׳-e religiösen oder ku'turel'en Sonder- Bedürfnisse aus ihren Steuern gedeckt werden. Es kt klar, daß das Recht zum Austritt eine schwere Gefährdung des ganzen Werkes bedeutet, die allerdings dadurch abgeschwächt wird, daß gben die Erreichung von Sonderzwecken auch Innerhalb der KncsreEi Jisrael ermöglicht wird. Die Assefath Haniwcharim kann Steuern erheben, bzw. den Gemeinden die Erhebung von Steuern gestatten; eine weltere Einkommensouelle bieten Indirekte Steuern, nämlich die Schchitah- und Mazzothsteuern, sowie Gebühren für die Vornahme gottesdienstlicher Akte. Das sind kurz zusammengefaßt die Bestimmungen des Gesetzes, das von der überwältigenden Mehrheit des Jkchuw trotz berechtigter Kritik In vielen Punkten doch mit Befriedigung und Freude aufgenommen worden Ist Waad Lehm! und ZionistLche Exekutive können im ganzen mit dem Erfolg ihrer jahrelangen BeMtühiMpn ntWeden .*ein. Unis»״" frieden ist natürlich gerade derjenige Teil des Jischuw, dem zuliebe das Gesetz sich so viele Verschlechterungen gefallen lassen mußte. Die Agudas Jisroel organislert nach Frankfurter Muster den Austritt und neben Ihr wirkte Ine andere Gruppe (Edah C ha red Ith) In derselben Richtung. Die Wortführer dieser zweiten Gruppe sind Rabbher aus dem näheren Kreise des Oberrabhlners Kuk, der selbst bi־her keine Stelhing zu dem Gesetz genommen hat, sicherlich aber nicht untätig zusehen wird, wie seine Mitarbeiter mit der Agudas Jisroel Hand in Hand gehen. Es ist noch nicht vorauszusagen, welchen Umfang die Austrftt'bewegung annehmen wird, die mit dem ganzen Zeremoniell eines Cherem über die Knesseth Jisrael unter Schofartönen an der Klagemauer eingeleitet wurde. Daß nicht etwa die >nze Orthodoxie mit dem Separationspartikularismus sympathi lert, zeigt die Haltung des mlsrachlstlschert Zentralorgans ״Hator“, wo die Agudas Jisroel mit größter Erbitterung bekämpft wird. Es sei ein Glück, schreibt dort z. B. Schachrai, daß die Bandeslade verschwunden sei, damit die Agudah sie nicht ebenso entweihen könne, wie sie es mit der Klagemauer getan habe. Die nächste Aufgabe Lst nunmehr, daß der Waad Leumi dem Oberkommissar ein Statut für die Wahlen zur Assefath Haniwcharim einreicht; nach dessen Genehmigung werden Neuwahlen stattfinden und die erste legalisierte Assefath Haniwcharim zusammentreten. Die Keren Hajessod-Arbeit ln Bnmänlett Seit dem Besuch Dr. Weizmanns in Rumänien sind kaum vier Wochen verstrichen, und schon sind die seither gezeitigten Resul aie der Keren Hajessod-Arbeit in den meisten Orten des Landes, insbesondere aber da, wo Dr. Welzmann geweilt hat, höchst erfreulich. Die Gesamtzahl der seit dem Beginn der Keren Ha'essod-Katnpagne Im Dezember bis zum 10. Januar erfaßten Keren Hajessod-Zahler erreicht 1128 in Bukarest und 781 in der Provinz. Das Resultat der bisher registrierten Zeichnungen beläuft sich auf 12296 448 Lei, wovon 10 Millionen Lei bereits bar eingegangen sind. Die nach Jerusalem abgeführten Beträge machen £ 9603 aus, wobei die Ueberweisungen fast tlg'ich in kicheren oder größeren Beträgen fortgesetzt werden. In Altrumänlcn & bei en jetzt folgende Instruktoren: Dr. Adler, Cremer, Einet׳ave, reiwel, Fratkin, Karpin, Pinskv. Sega!, Zmoira, während B um• berg zurammen mit Dr, Zwi Wilensicy in der Bukowina ari־e:ten In den letzten vier Wochen weilte in Rumänien zu Propagandazwecken Frau Gerda Arlosoroff, die in B k-resi und mehreren Provinzstädten sprach und überall als vorzüg'iche Rednerin sehr gut gewirkt ha*. Zu Ehren von Frau Arlosoroff wurden, insbesondere in Buka־est, mehrere Teezirkel in den vornehmsten jüdischen Fanilien der Hauptstadt verancta'tfet, bei denen sie mit großem Geschick das Palastinaprob'em un I ins• besondere die wirtschaftlichen Seiten desselben in populärer, aber äußerst packender Form vorzutragen verstand. Ueberalj hatte sie einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen. Außer in Bukarest hatte Frau Arlosoroff Gelegenheit, an einigen Ver- Sammlungen in Jassy und in Czemowitz zu sprechen. Auch in diesen beiden Großstädten, wo eine zahlreiche jüdische Be• völkerung lebt# hatte ihr Wirken großen Erfolg. (Zlko.) Amery über Englands Pallstina-PoUfflt Das zionistische Zentralbüfo in London hat soeben einen Bericht über den Empfang erhalten, der dem Minister für dl« Kolonien Amery, der gegenwärtig die Dominions besucht vor einigen Wochen eine Abordnung der Auckland Zionisf Society veranstaltet wurde, Amery sagte, die kolonisatorischen Leistungen der Juden in Palästina seien erster Ordnung. Die hebräische Universität eröffne große Möglichkeiten für die Entwicklung der Kultur Palästinas nach wesentlich jüdischen Grund* linlen. Im Bewußtsein seiner großen Verantwortung gegenüber der Entwicklung Palästinas — so schloß der Minister seine Anspräche — versichere er, daß es die Absicht der britls-hen Re• glerung und des britischen Volkes sei, Ihre Mission in Palästina getreu im Geiste der Balfour-Deklaration durch• zuführen. Inda rar BHflt MaehpeMi zuBdassen Jerusalem, 13. Januar. (J.T.A.) Der Moslemftische Oberste Rat hat den Entschluß gefaßt, von jetzt ab auch Nichtmoslemitea den Zutritt zur Höhle Machpelab. in der nach der Bibel die Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und Jösepk, sowie die Ertmütter Sarah, Rebekki‘.tmtf;lÄ bestattet sind, za gestatten. In, den letzten Iahten hat nur ein einziger Jude, der frühere Oberkommisrar Sir Herbert Samuel, die Höhle besuchen dürfen. Die Höhle liegt in Hebron, einer der ältesten fortdauernd bewohnten Städte der Welt, die jetzt 17000 Einwohner zählt. Seit der Zerstörung des Tempels bis zum 15. Jahrb—Hert wohnten dort keine Juden. Im 15. Jahrhundert hat Ma '־iel Aschkenasi ln Hebron eine Gemeinde begründet Jetz ist Hebron der Sitz der berühmten ״Slobodkaer Jeschiwa“; die Stadt be• herbergt eine ansehnliche jüdische Gemeinde. Die nene Autostraße Balla- Jafla Die Palästina-Regierung beginnt dieser Tage mit dem Bau einer neuen Straße von Haifa nach Sfchron Jakob, die am Fuß des Karmel durch das Dorf Tirah führt Die Arbeit wird von 250 Sträflingen ausgeführt werden, die während der ganzen Zeit der Arbeit in einem große» Lager, das zwischen Batb Galim und Tirah errichtet wird, wohnen werden. Diese neue Straße ist der erste Teil der großen Chaussee, die von Haifa nach Jaffa führen wird. des Landes, aber etwas zu allgemein, unpersönlich, denn sie waren Außenstehende.... Anders ist das bei David Schimonovitz, der selbst ״Schomer“ war, Wächter der Kolonien in Galiläa, das Land sehend und lauschend durchwanderte und es seit Jahren nicht mehr verläßt. Es wäre zu wünschen, daß Bruchstücke aus den ״Idyllen“ einen kongenialen Uebersetzer finden. Hier kann nur eine prosalsche Anzeige erfolgen. Im Idyll ,.Unterwegs“ werden Wanderergespräche auf dem Schiff nach Erez-ISrael wiedergegeben; man sehnt sich nach dem Lande, um das Selbst zu retten: jeder auf seine Art. ,,Die Jubelfeier der Fahrleute“ im jüdischen Dorfe: Väter und Söhne, Ausbeulung billiger Ha'bsk'avenarbeit — und frei schöpferische Wirtschaft auf der Scholle: fröhliche Tänze im Freien, in den Pausen zwischen schicksalsschweren Erzählungen, die nur mühsam die pochende Leidenschaft in das epische Gewand pressen. Die Jemenitensiedlungen, die urhebräirchen Ackerbauer zurückversetzt in das neue Leben, die Bestürzung der Alten, die Strebsamkeit der Jungen, und die Regentropfen, die über alles ihre Freude ergießen. Es geht auch nicht ohne Kämpfe aller Art. Aber sie sind nicht allzu arg: In Galiläa wird eine Art hebräischen Dialekts hcran^ezüchtet, wo zwischen ,.w“ und ״b“ nicht unterschieden wird (etwa ״leb“ statt ״lew“ — Herz), und das entfesselt einen friedlichen ... Bürgerkriesr. der weht und bebt, bis man des B ichstahenwehs überdrüssig, arbeitsmüde, sanft einschläft, endlich versöhnt. Es gibt auch schwere Parteizwistigkeiten: heißen ,doch die einen ״Arbeiter“ (Poalim), die zweiten ״Werktätige“ (Araalim) — so nahe Im Geist und so harmlos verschieden im Schilde: ein wahres Idyll! Die junge klare Seele des alten rätselhaften Volkes...; Am 5. Februar findet in K1 e w ln der ukrainischen Akademie der Wissenschaften die feierliche Eröffnung eines Lehr- Stuhles, ■für jüdische Kulturforschung statt. Leiter des Institutes ist Prof. Liebenberg, sein Stellvertrct'er N. S.tiff und der wissenschaftliche Sekretär N. Aus-׳ 1 Tn d c r.' Der frühere Vertreter Polens beim Völkerbund, Professor Dr. Askenazy, übernimmt eine Honorarprofessur für Geschichte an der Universität Warschau. Herz Groflbart and Frieda Blnmenttial (Vortragsabend im Meistersaal.) Das böse Wort von den nicht genügend geschätzten helmi« sehen Künstlern halte'bei dem in *dieser Saison letzten Kunstabend von Herz Großbart und Frieda Blumenthai kein: Gü tigkeit. Der Meistersaal war dicht gefüllt. Das Programm enthie't neben den beka n'en Kleinkunstwerken der •ü 1 eben Vor ragskunst ,a koscher Tanz“, der Geschichte vom ,.Porisch“. nachgeschaffen von Herz Großbart, ״a Kaas von a liddene“ Frieda Blumentha's großer Leistung, Nadirs Geschichte vom Barnbäumel .... a ch einiges neue. Herz Großbart gab dem ״Monisch“ von Perez in der unaufdring'ichen ku'tivhrtm Charakterisierung, die seine Kunst auszeichnet. Lebendigkeit und schlichteste Na'urechtlieit & waren Vorfrühlingstöne in diesem Poem, wenn auch der Himmel tränendumpf b ieb. Auch Frieda Blumenthal feierte Perez u. a. In der schalkhaft vorgetragenen Geschichte von der ״frutnmen Katz“, der Katze, die so reinlich ist, so koscher, die beinahe Rachmones hat, schließlieh aber doch nicht vom Räubern läßt, und in der, Hiners-he Clialoymes“, einer gleichfalls mit einem Moralkern aufgewerteten Geschichte vom Hühne'rhof. Es ist die Geschi h e von der Henne, die aus falsch angebrachter Ueberlegung ihre Küken erstickt Das Programm: Perez, Halpern — Balpern mit der sanft-schlichten Traurigkeit aus Lebenskräften — —: er weent, er weeß nkh for was-- und S״holem Alechem!ritd״r Bcrdltsehewer Tramway, der PersonFiziertmg der jüdischen Krankheit im Städtel, der ewigen Armut, überzeugten von neuen! von der präzisen geschliffenen Vortragskünst der beiden großen Künstler und dem Reichtum an Innerlichkeit und Tiefe, in dem freilich mehr ernst stimmenden jüdischen Humor. # R. M. In Rom ist in diesen Tagen eine Ausstellung von Werken des jungen Malers Emanuel Gligenstein, eines Sohnes des berühmten Malers und Bildhauers Prof. Heinrich Gllcenstein eröffnet worden. Der berühmte Pianist Arthur Rubfnstein hat in Tel-Awiw ein Konzert gegeben, dessen Erträgnis dem Jüdischen Nationalfonds zugute kam, Einige Tage später spielte er in Jerusalem. feUscbrmeoschaa ־ In der ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlichte Arthur Sakheim am 1. Januar ein Feuilleton: ״Iphi» genie oder über die Grenzen des neuhebrä» tsehen Dramas“. In dem sehr interessanten Auf ׳atz wird die Entwicklung des hebräischen Dramas von den ersten Anfangen des Wiedererwachens der neuhebräischen Poesie in der Neuzeit bis auf die Gegenwart verfolgt, wobei eine ganze Re he von dichterischen Persönlichkeiten mit viel Verstänmrs charakterisiert wird. Bei'der Iphlgenien-Uebersetzung 'acob Kahaus (1920) scheint dem Ver'asser die Grenze der AusdrucksmÖri'chkeit der modernen hebräischen Sprache erreicht. Zum Schluß verweist er auf die Perspektiven der stofflichen und sprachliehen Bereicherung dramatischer Dichtung durch das Leben Palästinas. * Das letzte Heft der französischen Zeitschrift ״P a 1 e s t i n e“ (Januar 1928) enthält eine Reihe überaus wertvo'ler Beiträge, ln erster Linie ist die Studie von Elle Faure über die ״j üdische Seele“ zu erwähnen, e'ne Un'ersuchung der Grundlendenzen des jüdischen Geistes von den Zeiten der Bibd bis zu den modernen Sozia lsten jüdi'chen Blutes. Ehge'eilet wird das Heft durch einen Aufsatz des Senators lustin Godart: ״Der Zionismus a's ein Werkzeug des Friedens“. Godart pu*emisiert in diesem Auf atz mit den Gegnern des Zionismus._ msbesondere auch mit den assimilatorischen Juden un 1 i re־ übermäßigen Aengstliehkeit Er bringt den assimlato: {sehen Juden z. B. in Erinnerung, mit welcher Begeisterung die anerikanisehen Iren bei der Aufrichtung Irlands mitgewirkt haben, ohne einen Zweifel an ihrer amerikanischen Bü־gerfreue zu befürchten. Godart betont zum Schluß, daß der Zionismus, der eine große Aufgabe der Verbindung von Orient und Okzident zu erfüllen hat, Freunde findet, die von seiner Idee ergriffen wer'en und ihm, lediglich aus ideellen Motiven, ohne jedes praktische Interesse helfen wollen. Das Heft enthält neben einer ganzen Reihe sehr interessanter Beiträge in seinem dokumen'ari chen Anhang Briefe von Charles Netter an das Zentralkomitee der Alliance aus dem Jahr 1871, geschrieben aus Jaffa über wirtschaftliche Probleme des palästina-Aufbaus von dama's im Zusammenhang mit der Gründung der landwirtschaftlichen Schule ln Mlkweh Israel. i