Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1928-01-20 · Heft 6 (20.1.1928) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 6 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652971-2652977--19687-2677588
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 42 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 6, 20.1.102S Salman Scandten 50 Jahre alt Salman Schocken feierte vor einiger Zeit seinen 50. Oeburtstag. Obwohl nach dem Wunsche des Jubilars die Oeffcntlichkeit von diesem Fest keine Notiz nehmen sollte, halten wir es doch für zulässig, wenigstens nachträglich den Jubilar der zionistischen Sympathien zu versichern. Schocken hat schon in jungen Jahren geistigen Fragen sein Interesse mit gleicher Intensität zugewandt wie Wirtschaftliehen. Wer ihn nur im Geschäft kennen lernte, konnte den Eindruck gewinnen, daß dieser Mann hundertprozentig seinen wirtschaftlichen Unternehmungen gehört In konzentrierter Arbeit schuf er gemeinsam mit seinem Bruder Simon, von einem kleinen Provinzgesehäft ausgehend, einen über große Gebiete Deutschlands sich erstreckenden Warenhauskonzern, der ständig wächst und besonders in den letzten Jahren neue Gebiete erobert hat. Schockens durch strenge geistige Selbstdisziplin ge- Schulter Sinn für wirtschaftliche Zusammenhänge, verbunden mit spezifischer organisatorischer Befähigung waren die festen Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolges. Da er als Kaufmann gleichzeitig Praktiker und Theoretiker war, gab es für ihn immer eine selbstverständliche Verbindung zu Fragen des allgemeinen geistigen Lebens. Es gelang ihm, sich eine andere reiche Welt aufzubauen, als deren äußeres Zeichen heute seine außerordentliche, besonders auch eine ungewöhnliche jüdische Abteilung enthaltende Bibliothek dasteht. Als Schocken vor etwa 20 Jahren Zionist wurde, gehörte bezeichnenderweise sein Interesse zunächst ausschließlich kulturellen. historischen und rcligionsgcschichtürhen Fragen. Erst viel später wandte er sein Interesse dem Palästinaaufbau und den mit dem politischen Leben der Organisation zusammenhängenden Fragen zu. Schocken hat zahlreiche Aemter in der Zionistischen Organisation bekleidet, er hat auf allen Nachkriegskongressen eine bedeutende Rolle gespielt. Er war Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates bis zu dessen Auflösung und ist heute noch Direktor und Governor des Keren Kaleineth. Schocken hat in diesen Eigenschaften mehrmals Palästina besucht und aktuelle wirtschaftliche und administrative Probleme dort studiert. Die Resultate seiner Beobachtungen hat er auf den Kongressen teils in Referaten im Plenum, besonders aber in der Kolonisation,*- Kommission dargelegt. Unsere Fonds und wichtige Gebiete der Palästinawirtschaft hat er durch große Zuwendungen gefördert. Der Arbeit der Zionistisch3n Vereinigung für Deutschfand ist er seit Jahren aufs engste verbunden. Die Zionistische Organisation, die ihm wiederholt wichtige Aufgaben übertragen hat, rechnet auf die tatkräftige Mitarbeit des auf der Höhe seines Lebens stehenden Jubilars und treuen Mitkämpfers auch für die Zukunft. Verurteilung von Chaluzim in der Krün Der Moskauer ״Emes“ berichtet in höhnischer Form von einem Prozeß gegen Chaluzim aus der Krimkolonie Tel Ch a j. Die Führer der Kolonie wurden vor einigen Monaten vom Gericht in Simfiropol zu Gefängnisstrafen von einigen Monaten verurteilt, weil sie gegen Koloniemitglieder, die aus dem Chaluz ausgetreten waren, den Boykott verhängt hatten. Die Verurteilten legten Berufung beim obersten Gericht in Moskau ein und der Fall gelangte zur neuerlichen Verhandlung vor das Hauptgericht in Simfiropol. Diesmal wurden die Führer der Kolonien ZIrlin, Fried - mann und Sosenski zu drei Jahren Gefängnis und zur Deportation aus der Krim verurteilt. In der zweiten Verhandlung wurden nämlich auch die politischen Vorgänge in der Kolonie streng untersucht, wobei festgestellt wurde, daß die Kolonie arretierten Teilnehmern einer Illegalen C h a - luz-Konferenz Lebensmittel zugesteckt batte. Außerdem haben die Führer der Kolonie Gelder für Reise- Spesen von Mitgliedern nach Palästina gesammelt. Darin erblickte das Gericht eine konterrevolutionäre Handlung. Die Verurteilung der Chaluzim aus Tel Chaj mag vielleicht den Bestimmungen des Strafgesetzes in der Sowjet- Union entsprechen. Widerwärtig jedoch ist die Art, wie der ״Eines“ über die Angelegenheit berichtet. Jedes Wort ist eine Verhöhnung der Verurteilten und eine Schmähung des Zionismus, des Paläsfina-Aufhaus und der Chaluzorganlsation In Rußland. Es ist dieselbe assimilatorische Niedrigkeit, wie wir sie aus den schwärzesten Zeiten der bürgerlich-liberalen Assimilation in Europa kennen. Auch von anderem Gesichtspunkt ist es interessant, wie die Sowjetbehörden gegen eine Farm in der Krim Vorgehen, die nach Urteil aller Krim- Reisenden zu den besten und e r f o 1 g r e i c h s t c n jiidisehen Kolonien gehört und die auch auf den Prinzipien der Selbstarbeit und des Sozialismus aufgebaut ist Aber die zionistische Gesinnung, die der innere Grund für die enthusiastische und erfolgreiche Sicdlungsarbeit ist, paßt der sowjetistiseben Inquisition nicht, und daher wird die harmlose Betätigung natürlicher Solidarität zur ״Konterrevolution“ (!!) gestempelt. Jüdische Proteste gegen Romänien in Saloniki and Toulouse Im ״L’Indcnendant“, einer jüdischen Zeitung in Salon i k i, beschäftigt sich die Redaktion mit der antisemitischen Strömung in Griechenland. Die meisten griechischen Zeitungen werfen insbesondere den luden von Saloniki vor, daß sie Feinde Griechenlands seien und daß sie unbekümmert um die Interessen ihres griechischen Heimat- Landes immer Partei für Juden nehmen, mögen diese auch in ihrer Betätigung Griechenland schaden. So unterstützen, nach Meinung der griechischen Zeitungen, die Salonikfcr Juden die jüdisch-kommunistischen Abgeordneten in Griechenland. Zuletzt haben die Salonikier Juden wegen der Vorkommriisse in Rumänien eine Protestversammlung abgehalten, trotzdem Rumänien mit Griechenland in Freundschaft lebe. Der ״Ind£pendant“ weist in seinen Ausführungen auf das völlige Unverständnis der griechischen Presse für die Empfindungen der Juden hin, die selbstverständlich Mitgefühl für die Leiden ihrer Volksgenossen in Rumänien haben. Ferner betont der ״Fndepcndant“. daß er sich keineswegs der jüdischcommunistischen Abgeordneten annehme, wenn diese wegen ihrer politischen Stellungnahme angegriffen werden. Die gric- :Irische Presse aber nimmt die jüdisch-kommunistischen Abgeordneten zum Anlaß, um Paiischalanklagen gegen alle luden in Griechenland zu erheben. Die Protestaktion von Juden gegen die antiiüdischen Ekzesse in Rumänien führte auch in Toulouse (Südfrank- ׳,eich) zu heftigen Debatten und Preßpolemiken. Die Toulo׳!ser Universität verlieh dem rumänischen Gesandten in Paris Diatiandt die Würde eines Ehrendoktors. Zum Zeichen des Protestes gegen die Vorkommnisse in Siebenbürgen, verließen jüdische Studenten aus Polen und Litauen während der Promovierungszeremonie im Festsaale der Toulouser Unlversität geschlossen die feieriiehe Versammlung. Darauf erhöhen Toulouser französische Blätter gegen die polnischen Studenten Vorwürfe, daß sie das ihnen von Frankreich gewährte Gastrecht verletzen. Der polnische Studentenverein in Tou• louse protestierte dagegen, daß man die jüdischen Studenten als ״Polet!“ bezeichnet habe. Der Verein schrieb, es handle sich in diesem Falle nicht um Polen, sondern um Juden aus Polen. Dieser Zwischenfall gab den französischen Zeitungen Anlaß, sich mit den Vorkommnissen in Rumänien und mit der Judenfrage zu beschäftigen. Leider zeigte sich in beiden Hinsichten ziemlich viel Unkenntnis und Unverstindnis. Gegen die ramSnisdien Studenten Genf, 15. Januar. (J. T. A.) Der GeneraJrat des Vereins Genfer Univcrsitatshörer hat die Veröffentlichung der nachstehenden Erklärung beschlossen: ״Der Verein Genfer Uni* versitätshörer hat Kenntnis erlangt von den bedauerlichen Vorfällen, die sich in Rumänien abgespielt haben und in deren Verlauf die in Großwardein zu einem Kongreß versammelten rumänischen Studenten in dieser, sowie in anderen Städten Rumäniens die ungarischen und die jüdischen Minderheiten insultiert haben... Der Verein rügt streng die Haltung der rumänischen Studenten und bittet, der internationale Studentenverband möge diese Rüge dem Verband rumänischer Studenten zur Kenntnis bringen.“ Erste Koolerenz der ungarischen Zionisten Budapest, 17. Januar. (J.T.A.) Der ungarische Zlonistenbund hielt am Sonntagvormittag im Sitzungssaale des alten Abgeordnetenhauses die erste Konferenz seit dessen Legalisierung ab. Der Vorsitzende Dr. Leopold Osstern referierte über die Genehmigung der Verbandsstatuten dyreh die Regierung und betonte, daß der Zionismus den patriotischen Gefühlen nicht widerspreche. Der Präsident des Zionistischen Landesverbandes Dr. Nison Kahan sprach ausführlich über die bisherigen materiellen und mora'ischen Erfolge der zionistischen Bewegung. Armin Beregi berichtete über das neue Kolonisationswerk in Palästina. Dr. Moses Richsmana kritisierte scharf die Bemühungen der orthodoxen Juden, die Palästina-Bewegung zu hemmen. Dr. Bela Ungar appellierte an die jüdische Jugend, sich der Bewegung anzuschließen. Nach Annahme einer Reihe Beschlüsse wurde der Kongreß mit einer Ansprache des Vorsitzenden geschlossen. Der ״Kikajon vor Hiobs Hütte“ Zu Wieners Palästina-Buch Dr. Elias Straus veröffentlicht im Münchener ״Jüdisehen Echo“ eine eingehende und würdige Besprechung von Alfred Wieners ״Kritische Reise durch Palä stina“, worin er an vielen Einzelheiten nachweist, daß es sich hier um eine Tendenzschrift handelt Der Aufsatz schließt mit folgender theologisch-psychologischer Betrachtung: ״Wiener leistet sich an einer Stelle, die sich mit der von ihm viel gelästerten zionistischen Propaganda befaßt, einen Vergleich der Stadt Tel Awiw mit dem ,Kfkajon vor Hiobs H ü 11e*. Bisher waren wir der Meinung, daß der Prophet Jona es gewesen sei, au dessen Hütte Gott der Herr den Kikajon wachsen ließ, desseh rasches Verblühen den Propheten so sehr kränkte, daß er sich sagen lassen muß: ,Was kümmert dich der Kikajon, um den du dich nicht gemüht und dessen WaChstttm du nicht gefördert hast?‘ Sollte man das nicht auch Herrn Dr. Wiener sagen können, der Kritik und Ratschläge erteilt, wo er Mitarbeit verweigert und Förderer dem Werk entfremdet? — Daß Herrn Wiener alaer — natürlich nur durch einen lapsus calarni! — statt des Propheten Jona der Dulder Hiob in die Feder kam, mag, nachdem uns Sigmund Freud die tieferen Ursachen des ,Verschreibens* hat erkennen lassen, wohl auch seine Bedeutung für uns haben. Wie beginnt doch das Hiobbuch? Von dem redlichen Manne, der seinen Acker bebaut, seine Herden züchtet und nichts Böses im Sinne hat Und von dem Ankläger (oder dürfen wir den hebräischen ,Satan* zu deutsch mit ,Kritiker* wiedergeben?), der berichtet, er komme ,von einer Reise durchs Land und einer Wanderfahrt‘ zurück, und der von dorther nichts anderes mitbringt als den Wunsch, den redlichen Hiob zu verderben? Dr. Wiener wird diesen Zusammenhang sicher bestreiten. Aber es handelt sich ja um das ,Unterbewußtsein*, und dieses zu deuten vermag der Außenstehende oft besser.“ (Anm. der Red. der ״Jüd. Rundschau“: Herr Dr. Straus sucht vielleicht die Quellen dieses Irrtums zu tief. Wahrstheinlich hat Dr. Wiener seine Sekretärin gebeten, in der Bibel nachzuschiagen und den richtigen Namen einzufugen. Die Sekretärin hat, wie bei den Namen des deutschen Keren Halessod-Priridiums, unglücklicherweise ein paar Seiten weiter hinten geblättert....) TozereJb Haare/ Die wenigsten der für die Sache des Palästina-Aufbaus sich Interessierenden kennen die Bedeutung dieser Worte. ״Tozereih Haarez“ heißt wörtlich übersetzt ,.Produkte des Landes“. Unter diesem Schlagwort hat sich eine Bewegung gebildet, die palästinensi-che Produkte auch int Ausland propagieren will. Die zur Ausfuhr nach Deutschland bestimmten Produkte bestehen ha״nts5chlicl1 aus Weinen, Orangen und Honig. Die Werberin für , Tozeretb Haarez“ in Deutschland, die ״Import- Gesellschaft Palästina“ in Berlin, ist dauernd bemüht, dem Absatz aller wichtigen Produkte, die von Juden erzeugt und verarbeitet werden, den Weg zu bahnen. Es besteht leider noch in weiten Kreisen die nicht im mindesten begründete Sitte, palästinensische Produkte, hauptsächlich Weine, nur zur Aus- Übung ritueller Gebräuche zu verwenden, als wären diese Er- Zeugnisse nicht geeignet zu jedem anderen Gebrauch. Jeder, der für Palästina etwas übrig hat, decke einen Teil seines, wenn a״ch kleinsten Konsums durch Palästina-Erzeugnisse. Aus- Fünfte über Lfefen11׳p'smö״lichkeit erteilt das Büro des Jüdl'chen Nationalfonds in Berlin, Meinekestr. 10, Tel. Bismarck 7165/70. Norbert Schächter, Wiesbaden. Zionistischer Gruppenverband iflr Nlederschlesleii Atn Sonntag, den 29. Januar, vormittags FW״ Uhr, findet in den Räumen der Silesia-Loge in Breslau, Bäckerstraße, ein Oruppenverbandstag statt Tagesordnung: 1. Referat Gerda Arlosoroff: ״Die polltische und wirtschaftliche Situation Palästinas“. 2. ״Politik der Z. V. f. D.“ (Referent wird noch bekanntgegeben.) 3. Aus- Sprache. Abends 8l4 Uhr findet ebenfalls in den Räumen der Silesia-Loge eine öffentliche Versammlung statt, in der Frau Gerda Arlosoroff über das Thema ״Palästinensische Wirklichkeit“ sprechen wird. Alle Zionisten Nieder- Schlesiens sind herzüchst eingeladen. Kleine Nachrichten Oberkommissar Lord Plumer begibt sich in diesen Xa&*n. nach London״ Es heißt, Lord Plumers Amtsdauer in Palästina werde um ein Jahr verlängert werden. — Lord Plumer wurde im Mai 1925 als Nachfolger Sir Herbert Samuels zunächst für zwei lahre zum Oberkommissar für Palästina ernannt Der jüdische N a t i o 11 a 1 f 011 d s (Keren Kajemeth) hat seit dem Kriege in Palästina Land im Gesamtausmaße von 213905 Dunam erworben. HO 000 Dunatn mußten entsmnpft werden, um die Malariagefahr zu bannen. In 12 Siedlungen wurden 450000 Baume gepflanzt und 30 Wasserversorgungsanlagea errichtet. Wie ״Dawar“ meldet, soll demnächst mit dem Bau des Judaistischen Institutes der Universität begonnen werden, nachdem Dr. Magncs in Amerika die Mittel sicher• gestellt hat Ebenso stehe der Bau des Physikalischen Institutes bevor. Der Architekt Mears wird Ende des Monats aus London in Jerusalem eintreffen. Wie das Presse-Büro des Leipziger Messe-Amtes mitteilt, werden während der Frühjahrsmesse 1929 in Leipzig zwei Pavillons zu sehen sein, die die jüdische Kolon fs a 110_n der Gegenwart veranschaulichen: du von der Zionistischen Exekutive errichteter P a 1 ä s t i n a - P a - v i 11 o n und eine von der staatlichen russischen Kolonisationsgesellschaft Komzet arrangierte Ausstellung. Die syrische Regierung hat bei der Mädchenkwuzah A in Tel-Awiw, die, wie alle anderen Mädchenkwuzoth, die sich mit Baumschulen, Gärtnerei und Milch- Wirtschaft befassen, bedeutende Unterstützungen vom Keren Hajessod erhält, 10 000 Eukalvptussetzlinge für Aufforstung־ arbeiten bestellt, die am 27. Dezember nach Damaskus versandt wurden. (Ziko.) In Jericho sind beim Neubau des großen Hotels, das beim Erdbeben zerstört wurde, 20 jüdische Arbeiter beschäftigt. Die Arbeit wird drei Monate dauern und der Lohn beträgt 27 Piaster täglich. Die Beziehungen zwischen den jüdisehen Arbeitern und dem arabischen Arbeitgeber sind sehr gute. Außerdem arbeiten in Jericho in der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Regierung zwei jüdische Arbeiter und zwei jüdische Zimmermaler (Anstreicher). Die Zionistische Exekutive hat ihren Beschluß, das Land- Wirtschaftsmuseum in Jerusalem aus Sparsamkeit»• rücksichten zu schließen, umgestoßen, so daß das Museum bis auf weiteres geöffnet bleibt. Eine Anzahl Frauen hat sich freiwillig dem Museum zur Führung von Touristen itsvv. zur Verfügung gestellt Laut einem Kabeltelegramm hat die amerikanische unior Hadassali ihren Fonds von 20 000 Dollar Miß zold als alleinigen Treuhänderin als Reservefonds für das Erziehungswerk der Zionirii eben Exekutive in Palästina und zur Ernährung der Schüler zur Verfügung gestellt. Dr. Baruch wurde zum Leiter aller metcoro logisehen Stationen der Regierung in Palästina ernannt Die Regierung hat die meteorologische Station der Stadt Tel-Awiw in eigene Verwaltung übernommen. Singapore, 15. Dezember. (J.T.A.) Die Zionistische Vereinigung von Singaoore hielt in diesen Tagen ihre Jahres- Versammlung ab, der fast sämtliche Mitglieder der jüdischen Gemeinde beiwohnten. Im Jahre 1927 wurden £ 1652 für den Keren Hajessod gesammelt und nach Palästina überwiesen. Der Keren Hajessod-Delegferte Dr, Alexander Goldstein hielt eine mit starkem Beifall auf genommene Ansprache. In London wurde eine neue Gesellschaft zur Förderung der Kolonisation in Palästina unter dem Namen ״Angle- Binyan Hayishuv of Palestine Ltd.“ begründet, deren Ziel es ist, ln Palästina Land zu erwerben, dieses an Siedlergruppen und Einzelpersonen zu günstigen Bedingungen abzugeben und auf diese Weise die städti־che und ländliche Kolonisation in Palästina zu fördern. Das Anfangskapitel beträtet £ 3000. Direktoren sind: J. Rlvlin, M, Levene, M. Chaikin, H. Aaronsohn und I. Rivlin. Professor S. Frankfu rt, der bekannte, jetzt in Berlin lebende russisch-jüdische Volkswirtschaftler, hat in diesen Tagen sein 60. Lebensjahr vollendet Ans diesen! An'aß wurde ihm im ״ORT“, dessen Zentralverwaltung er angehört, eine Beglückwünschung zuteil. In Los Angel es erscheint seit kurzem eine Tageszeitung in jiddischer Sprache. Hauptredakteur ist A. Wohliner, ftotl. Am 11 Jan. tot! ho Stadtkasmo doeTranerieier für Dr. Cb*» e % and Wladimir Temkia statt, bei weldher Rabbiner Dr־ Weil und Dr־ Schabbad die Trauerreden hielten. Freie Jttdiidie Volk »hodisthule Berlin. Vorle sang 8 verzeichn! 1 Wintartriraester 1928. Beginn Montag, den 23. Januar, Synagoge Fasanen * Straße 79/80: Dr. Ernst Cohn-Wiener! Die Konst des alte® Israel, Udbtbildern (3 Doppelstunden, Dienstag 89־ K UV, Besrmi?4. Januar). ’ ־njra! Kart Hamraerstein: Die Entwicklung der bebrl:&ehen Sprache vor* cW Blb/ bis zur Gegenwart (an Hand tob Literaturorobeo 6 ז Stunden, Dienstag S-9 Uhr)‘ Dozent Dr. Heinemann (Bres’aa)t Eros und Ethos in jüdt&cher Lebernansehaatmg (2 Doppe’stunden, Dienstag, den 28. und Mittwoch, den 29. Februar, *k£9-10 Uhr). Dr. Ado’f Le sc h n111•r : Die Juden and das deutsche Geistesleben im Zeitalter der Emanzipation (4 Stunden, Donnerstag• 9-10 Uhr, Beginn 26, bmur). Dr. Leo Roseuzw«!?: Die Weltanschauung׳ des Judentums (nach Hermann Cohen; 6 Stunden, Mittwoch 9-10 Uhr, Beginn 25. lanuar). Rabb. ^.Warschauer; Ein Gang* durch die jüdische Geschichte, 2. Teil (6 Standen. Dienstag $-9 Uhr* Beginn 14 Februar). Dr. Kart Zieleaziger: Jüdische Wirtschaftsfährer (6 Stunden, Mittwoch 8-9 Uhr, Beginn 25. Tanaar). ,Jüdische Charakterkopfe (als Repräsentant«! Hüdischea Geisteslebens; 8 Standen, Donnerstag 8-9 Uhr, Beginn 26 Januar) Rabb. Dr. Emil Levv: Jeremia; Rabb» Dr, EmH Cobnt Akiba: Rabb. Dr. Wienert Maimoo'des; Rabb. Dr. Wienert Isaak Luna: Dr. Jacob Klatskin: Spinoza: Rabb. Dr. Bergmannt Mendelssohn; Dr. Fritz Friedander: Gabriel Rtefier; Dr. Alfred Klee: Theodor HerzL — Ta’mud Thora״ Sehule, Linien strafte 194 Rabb. Dr. B leichrodet Der Talmud (4 Stunden. Mittwoch 8-9 Uhr, Beginn 25. Januar) Jacob Lestschlnskyt Das Wirtschaftsleben der Juden la der Gegenwart (in jiddischer Sprache: 4 Stunden, Montag 9-10 Uhr, Beginn 23. Januar). Prof Dr. Heinrich lo«ve: Bilder aus der jüdischen Geschichte (4 Stunden, Montag 8-9 Uhr, Beginn 23- Januar). Dr. Simon Rawidowicz: Jüdische Denker, in hebräischer Sprache (3 Stunden, Mittwoch 8-9 Uhr, Beginn 22. Februar) Hygienische Probleme (6 Stunden, Mittwoch 9-10 Uhr, Beginn 25 Und: Dr. Felhr Theilhaber; Dr. Gustav Tugendreich: Dr. Gertrud Z 8 d! k ־ Baumgardlt Die jüdische Frau — Gemeindehaus Oranienburger Strafte 28/29. Führungen: Dr. Karl Sehwarz: Führung durch das Museum der Jüdischen Gemeinde. Sonntag, den 19. Februar 1-2*4 Uh». Dr. Jacob Jacobson־ Führung durch das Gssamtarchfv der deutschen Juden. Sonntag, den 4 Marz. 1-2*4 Uhr.— Gemeindehaus Rosenstraß o 2/4: Dielüdische Jugendbewegung *(6 Standen, Montag 8-9 Uhr, Beginn 23. Januar) c Dr. Siegfried Lehmann: Psychoogie des »üdtsdbeo Jugendlichen; Dr Georg Labin skit Erziehungsmethoden der Jugendbewegung: Dr. Joachim Prinz: Bfldungsarheit innerhalb der Tugendbewegungi Dr. S’egfried Be re fei dt Die soziale Bedeutung der Jugenderziehung and Jugendbewegung. Dr. Emst Heinrich Seligsohn: Dia Aelteren?n der Tugend- Bewegung. Edith Cohn: Die sozial# Arbeit der Jugendbewegung. (Kartenverkauf für diese Vorlesung auch In dm׳ Geschäftsstelle des Re'chsatuuchussas der jüdische Jugend verbinde, Oranienburger Str. 69, Norden 127 70). — Kaiser F r ו e d r : c b * Schale, Charlotteabarg, Knesebeckstrafte 24. 2 Musikabende־ Alice Jacob-Loewensoa: Moderne Ifidisdhc Musik, unter Mitwirkung von Rabe! Kaufmann and Leo Rlasanzew (2 Stunden, Montag, den 30 Januar and Montag, den 13. Februar, 8-9 Uhr). Hdrergebuhr: 2 Mark für ,*©den Vortragszyklas. — Horerkarte« and Voriaanngsverzciehni» werden ausgegeben und Neuanmeldunges von Mitgliedern entgegen genommen an den Theaterkassen: Kd. W,; Hermann Tiefcsi Frankfurter Allee, Alezanderplatz, Leipziger Strafte, an der Abend kasse vor Begfna der Vorlesung aad ia Sekretariat bei Golds asc» Yorkstr. 88. Takfaa Bergmann 472.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.