Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1928)
- Date
- 1928-01-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 32 c׳rtv. sogar •weiter entwickelten.;Die polnische Assimilation war liier fast unbekannt und die jiddische Schule konnte schwer Boden fassen (im Gegensatz zu Kongreßpolen). Als infolge des Mißlingens der vierten Alijah die Krise ״« polnischen Zionismus anbrach und eine für den Augenblick hoffnungslose Leere cintrat.fühlte man bald die Sünden, der nicht so fernen Vergangenheit. Nach den Ursachen der Krise forschend, gewahrte man die großen Mängel der /ionisfischcti Fr Ziehung. Die erwachsene Generation war dir die Alijali auch geistig unvorbereitet. Die Heranwachsende Generation wiederum sah man dem Zionismus den Rücken kehren. Und nachdem man sich'die frage stellte, was nun /!! tun sein, in einer Periode des politischen und ökonomischen Stillstandes in Palästina und in einer Zeit, die naturnotwendig eine Vorstufe der nächsten Aufschwnngsperiode sein muß - - fand man zuerst in den Kreisen der ,,Hitachduth‘‘ und der Jugendgruppen, bald aller auch in anderen Teilen des polnisclien Zionismus die Antwort; es gilt wiederum die Fahne der l: r z i e h u n g s b c w e g u n g emporzutragen und zu den IJ r q 11 e II e 11 des Z i o n i s m u s , zur h c h r 5 i s c h c n K11 f 111 r h-f! w e g 11 n g zuriiekzukehren. Demi diese Bewegung gibt auch zugleich Quelle und Möglichkeit geistiger Frnctierung, der unbedingten Vorbedingung eines richtig verstaudenen Zionismus. Ein Instrument für die neu zu beginnende Arbeit schien •crhaiiden zu sein; die T a r b 111 h « r g a n i s a t i o n. Und tatsächlich begann etwa vor einem Jahre ein neues Kapitel in der Tarbutharbeit. Die Leitung selbst schien wie aus dem .Schlummer erwachend und ging intensiv au die Arbeit. Die Oeffentlirhkeit wurde immer mehr aufgerüttelt, neues Leben be'gartn.sich Zu rühren. Da kam ein unerwartetes Hindernis. Die. bisherige 'Gleichgültigkeit der führenden allgemeinen Zionisten der hebräischen Kulturarbeit gegenüber wich nicht, ja man könnte׳ bald beschämende Tatsachen verzeichnen. In den jüdischen Gemeindeverwaltungen, wo inzwischen Zionisten stark' an Zahl wurden, stellte sich bald heraus, daß die zionistischen Vertreter das hebräische Schulwesen gänzlich ignorieren und ohne Kampf, ja manchmal aus eigenem Antrieb das. jiddische Schulwerk unterstützen. Das krasseste Beispiel ..gaben die •zionistischen. Mandatare in der Warschauer jüdischen Gemeinde. Die zionistische öffentliche Mdnung blieb eine Weile stutzig, raffte sich bald auf und im ganzen Lande erhob sich ein Sturm des Protestes ״egen diese unzionistische Handlung führender Zionisten. Diese waren war gezwungen, einen Rückzug anzutreten, aber recht , bald offenbarte sich die eigentliche Ursache ihres Ver- Haltens. י ' ' Eine Gruppe zionistischer Schriftsteller und zionistischer Mandatare in Warschau erklärte öffentlich, keine Anbanger des Tarbuthgedankens in seiner heutigen Form zu sein und stellten ihrerseits ein Programm zionistischer Kulturarbeit auf, das in der Forderung gipfelt, jiddische Schulen in nationalem Geiste zu errichten. Diese Gruppe, welche sich hauptsächlich um das offiziöse Organ des polnischeu allgemeinen Zionismus, den ״H a j n t“, schart, ging auch bald daran, einen ״Nationalen Jiddischen Sch ul verband“ zu gründen, welcher den neuen Typus der jüdischen Schule schaffen soll. Diese Gruppe begründet ihre Ansichten etwa so; das Jiddische sei ein unentbehrliches Bollwerk geg eit ■4 Le -Ä«-s Imitation, die gerade■ in ■ der letzten Zeit h» poirtisch'en Judentum stark lim sich greift. Ohne Jiddisch kann sich auch kein nationales jüdisches Leben in der־ Diaspora entwickeln. Eine Schule ohne Jiddisch als Unterriehtssprache entfremdet das Kind den Eltern. Wohl sei das Hebräische unsere nationale Sprache, ihre Belebung in der Gallith sei aber ein unverwirklichbarer Traum. Die Schule mit Hebräisch als Unterrichtssprache entfremde das Kind den Eltern und dem jüdischen Volksleben. Andererseits sei auch die heutige jiddische Schule zu verwerfen, da hier Verrat am erwachenden nationalen Judentum getrieben und das Kind in den Ideen eines antinationalen klassenkämpferischen Sozialismtis erzogen werde. Das Richtige sei eine Schule in nationalem Geiste, wo den hebräischen Lehrgegenständen ein breiter Raum zugewiesen wird, die Unterrichtssprache aber dieser Schule muß Jiddisch sein. Eine solche Schule muß zum Zionismus führen. ״Sprich Jiddisch, lerne Heb r I i s c h“ — mit diesen Worten formulierte Dr. Gottlieb seine Anschauung, die wohl als die gemäßigte in der oben erwähnten Gruppe zu betrachten ist. Scha'lom Asch erklärte seine Sympathie für dieses Programm und versprach seine tätige Hilfe hei der Schaffung solcher Schulen. Dieses neue ״zionistische Kulturprogramm" wurde von der breiten zionistischen Öffentlichkeit mit einem 'tarken Protest aufgenommen, tu der noch andauernden Diskussion wird darauf hingewiesen, daß dieses Programm den Grundprinzipien des Zionismus widerspreche. Ohne Glauben an die Wiederbelebung der hebräischen Sprache, ohne revolutionären Willen, allen Widerständen zum T r et z dieses Renaissancewerk durchzuführen, gibt es keinen Zionismus, denn dieser wird auf der Linie des geringsten Widerstandes nie verwirklicht werden können. Die Rolle des Jiddischen als wertvollen Faktors in der Erhaltung des Judentums ist anzuerkennen. Dem Jiddischen soll — wie /, B. aus Hitachduthkreisen vorgeschlagen wird — als Unterrieh ts gegen sta nd in dem ׳höheren Klassen der hebräisehen Schulen ein ihm gebührender Raum gewährt werden, lii der■ Plattform, welche die Hitachduth der Tarbuthkonferenz vorgelegt hat, wird auch ferner verlangt, daß die hebräische Schule mehr als bisher volkstümlichen Charakter nnnitr.mt, daß mehr Aufmerksamkeit dem Geist und Inhalt dieser Schule, den Lebenszielen der heutigen Generation 7.ugcwandt wird — aber Hebräisch als Unterrichtssprache sämtlicher Fächer wird als Grundbasis des zionistischen Schulprogramms, hebräische Kulturarbeit als wichtigster Be- -tandteil zionistischer Tätigkeit .verlangt. Unter solchen Präludien kam Ende Dezember die dritte T af.lm t h k on f er.e n z aus ganz Polen (Kleinpolen eingeschlossen) zusammen. Diese hebräische Tagung verwandelte sich in ׳. eine Imposante Manifestation für die tätige hebräische Kulturidee. Aus zweihundert Städten Polens kamen 335 Delegierte, aus Wahlen hervorgegangen, nach Parteien und Gruppen differenziert• (zirka 1(50 Hitachduth, 50 Hasdiomer Hazair, dann Allgemeine Zionisten, Revisionisten, eine kleine Gruppe Poale Zion, eine starke Lehrergruppc), Der Vorsitzende der ״Tarbuth“ Dr. K1 u in ei gab" eine Uebersicht über das bisher Erreichte, erhob starke׳ Vorwürfe gegen die allgemeinen Zionisten, beschuldigte auch die Londoner Exekutive der Passivität der־- hebräischen Kulturbewegung gegenüber» und erklärte feier¬ JUEÖI5CaE RUNDSCH AU Nr. 5» 1T.I!928 lieh» daß ״TarbvtJ!" keine Kampforganisation gegen Jiddisch und treu dem Traditionijudentum sei. Aus dem Bericht ist zu ersehen, daß das Schulnett der ׳ ״Tarbuth“ 141 Volksschulen, 71 Kindergärten, 16 Mittelschulen, 5 Lehrerseminare umfaßt, welche insgesamt von .24 200 Schülern. besucht werden, Dann ,, gibt ״es.Jjber . 200 Abendkurse mit 19 000 Teilnehmern, zahlreiche Bibliotheken und pädagogische Kurse. Alle diese .Schulen sind fast auf. sich selbst angewiesen. Während die jiddischistischen Schulen 17 000 Dollar monatlich vom Joint erhalten, bekommt ״Tarbuth“ diese Summe kaum jährlich. Dies sei in erster Reihe Schuld der amerikanischen Zionisten.. ,; Die Referate ergaben eine interessante Uebersicht der Probleme der hebräischen Kulturbewegung im gegenwärtigen Augenblick, lieber die Prinzipien der hebräischen Kulturtätigkeit sprach in einem glanzenden Referate Jabot i!1 s k y, über das hebräische Buch Jakob F i e 11 m a n , den hebräischen Kulturfonds Jakob Kahan, die hebräische Tageszeitung Heft man, die rechtliche Stellung der hebrauchen Schule Grünbaum, welcher in seiner Begrüßungsrede ein starkes, mit Beifall aufgenoramencs Be- Kenntnis zur hebräischen Schule ohne Kompromisse auf zionistischer Grundlage ablegte, über die Grundlagen des hebräischen Erziehungswesens M. Gordon, über die hcbrasche Erziehung der Erwachsenen Elges, über die Beziehung der Jugend zur hebräischen Kulturtätigkeit Gotth e 1 f 1.1. a. Die Beratungen der Konferenz und der Kommission gestalteten sich mehrfach sehr stürmisch. Bel allen Teilnehmern sah man erfreulicherweise ein an die alten Zelten erinnerndes, unnachgiebiges Bestreben» mit größter Intensität ohne Schwanken und ohne Kompromisse der hebräischen Kulturarbeit innerhalb des Zionismus und innerhalb des jüdischen Lebens den ihr gebührenden Platz zu verschaffen. Aus diesem Verlangen entsprang die manchmal scharfe Kritik der bisherigen Leitung der ״Tarbuth“, ״Hitachduth“ und ״Haschamcr Hazair“ betonten stark in ihren Aeußerungen den Zusammenhang zwischen der hebräischen Schule und den Ideen der Chaluziuth und des arbeitenden Erez-lsrael. Fast ohne Ausnahme wurde das oben geschilderte neue Kulturprogramm mancher Allgemeinen Zionisten sehr stark bekämpft. Auch hörte man Stimmen gegen den ״M i S r a c h i“, welcher in seinen ״Jabneh"-Scln11en ein polnisch-hebräisches Unterrichtsprogramm einführt. Drei Tage und drei Nächte dauerte die Konferenz fast ununterbrochen. Sie hinterließ der auf föderativen Grundlagen neugewSMten Leitung ein ungeheures Material. Diese Konferenz bedeutet eine neue Etappe in der Entwicklung nicht nur der hebräischen Reualssancebewegung in Polen, sondern auch des polnischen Zionismus. Oie Lage ln Petach Tfkwafi Die Lage in Petach-Tikwah scheint trotz der Vermittlungsaktion des Waad Leumi und trotz der schriftlichen Verpflichtung der Pflanzer, mindestens 50 Prozent jüdische Arbeiter bei der Pflückarbeit zu beschäftigen, keine Ae 11derung zum bessern erfahren zu haben. Die letzte liier eingetrpifenc, Ausgabe-des .,jQfwar“. von* 6• J4!WM|r ■£*י richtet, daß bä den arabüchä1)׳'nindieru, änj .־welche׳־',die Örangeuernte verpachtet wurde, 715 arabische und 4 jüdische Arbeiter beschäftigt sind. Dabei ist nunmehr der Höhepunkt der Eratesaison erreicht und es ist allzunehmen, daß sich die Zahl der arabischen Arbeiter noch vergrößern wird. Es wird auch erwähnt, daß die Grabe- und Düngearbeiten in der Plantage des Herrn Paskal, der einer der Führer der arbeiterfeindlichen Kolonisten ist, ausschließlieh von arabischen Arbeitern ausgeführt wird. Der Arbeiterrat von Petach-Tikwah befaßte sich in einer Sitzung eingehend mit der Situation und stellte fest, daß bei der verpachteten Pflückarbeit der jüdische Arbeiter nach wie vor so gut wie ausgeschlossen' ist Der Arbeltcrrat faßte eine Resolution, in welcher er sich an den gesamten Jischuw wendet, gegen diese Aushungerung der jüdischen Arbeiterschaft wirksame Maßnahmen zu ergreifen und sich nicht mit leeren Versprechungen der Kolonisten abzufinden. Die Dezember-Eingänge des Keren Balessod Wie der Ziko aus Jerusalem telegraphiert wird, sind beim Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem im Monat Dezember £ 40 294 eingegangen, davon aus den Vereinigten Staaten!5 552, a!1s Rumänien 8128, aus Deutschland 5672, aus Südafrika 4600 und aus Australien 2056. Der umkämpfte Lehrstuhl Mir Jiddisch Jerusalem, 10. Januar. (J. T. A.) In einer gemeinsameii Sitzung des palästinensischen Komitees des JudaiStischeu Institutes der Jerusalemer' Universität und des Lehrkörpers dieses Institutes wurde die Frage der Angliederung eines Lehrstuhls für Jiddisch an das Institut beraten. Fs wurde einniülig beschlossen, die Angelegenheit des jiddischen Lehrstuhb vorläufig 7u verschieben; es sollen zunächst hebräische Lehrstühle für bibüsche Wissenschaft, jüdische Geschichte und jüdische Philosophie errichtet und besetzt werden. Wie die palästinensischen Zeitungen■ melden, hat die ״Legion der Beschützer der hebräischen Sprache“ (Gdud megine .Hasapha) eine leidenschaftliche Prapaganda gegen die Errichtung des geplanten Lehrstuhls für" Jiddisch a!1 der Jerusalemer Universität eröffnet. Der Verein hat Plakate mit schwarzem Trauerrand anschlagen lassen, worin in der schärfsten Weise zum Kampf, Schülerstreik usw. auf gefordert wird. Ein allgemeiner Terror hat eingesetzt. Die Rückkehr von Dr. Magnes sollte zum Anlaß einer großen Aktion gemacht werden. Als überzeugte Hebraisten bedauern wir •außerordentlich, daß die unreifen jugendlichen Fanatiker durch ihr Verhalten dem Jiddischismus einen 80 billigen Triumph verschafft haben. Ein Grangengarlcn ״Gas Chain!“ Eine Gesellschaft prominenter amerikanischer und kanadischer Zionisten und bekannter Palästinenser ist an den Erwerb geeigneten Bodens für Anlegung von Orangenplan tagen unter dem Namen ״G a n Chaim“ zu Ehren br. Weizmanns herangetreten, Von Amerikanern gehört dieser. Gruppe u. a. Israel Matz an, von ,Kanadiern Asher Pierce, während der palästinensische Vertreter dieser Gruppe S. Toikowsky ist ־ (Ziko.)■ Die 4bänderuna des Numerus daraus Budapest, 11, Januar. (J.T.A.) Der Unterrichtsausschuß des ungarischen Parlamentes hat heute die Regierung*- Vorlage Jiber die Abänderung des Numerus clau - 8us angenommen und alle auf Verschärfung der Prozentnorm für Juden ausgehenden Anträge abgelehnt _ Das bedeutet, daß ein Numerus clausus gegen Juden direkt nicht mehr besteht, jedoch ist die Ordnung eine solche, daß die Gesellschaftskreise, denen die Juden angehören, erst in letzter Reihe für die Zulassung zum Studlum in Betracht kommen. £ Ministerpräsident Graf Bethlen führte in der Debatte aus, an den Numerus clausus knüpfe sich im Auslände eine. Propaganda, die ihre Spitze andauernd gegen uns riehtete und uns als ein reaktionäres Land hinsteute. Gewisse Kreise haben ein starkes Interesse an der Anfeindung Ungarns. Beim Völkerbund war eine Beschwerde eingelaufen, die den Numerus clausus beanstandete, Als dieses Gesetz zustande kam, war der Triauon-Vcrtrag noch nicht ratifiziert. Denn wäre er cs gewesen, so hätte der Minister des Aeußeren einem solchen üesvtzestexte nicht zustimmen können. In unserer :enwärtlgcn Lage dürfen wir uns aber einer ungünstigen tscheidung des Völkerbundes nicht aussetzen, wenn der Völkerbundsrat entscheiden würde, daß der Numerus clausus nicht im Einklang mit den Bestimmungen des Trianon-Verträges steht, stehen uns bloß zwei Wege offen: entweder das Gesetz abzuändern, oder aus dem Völkerbund auszutreten. Diese Begründung ist hochinteressant. Die ״Milderung" des Numerus clausus entspricht also keineswegs der Ue b « r- Zeugung der ungarischen Machthaber, nur aus ״außen-, politischen Gründen" , . . * Budapest, 12. Januar. (J.T.A-) In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses unterbreitete Abg. Dr. F a t k a s den Bericht des Unterrichtsausschusses über die Novelle zum Numerus. dausus-Oesetz. 'Dem Entwurf wurde die Dringlichkeit zugesprochen. Demnach wird das Haus schon in den nächsten Tagen den Entwurf verabschieden. Fortschritte des iingsrLsehfD Zionismus Wie die Wiener ״Neue Welt“ berichtet, hat der Prä* dent der zweitgrößten orthodoxen Provinzgemeinde Ungarns, der von. M i s k 01 c zy in ■einer großen öffentlichen Kundgebung .seinem Bedauern- und Mißfallen über die anjüdische Art, mit der die orthodoxen Führer in Ungarn den Zionismus bekämpfen, Ausdruck verliehen und zum Beitritt zur Zionistischen Organisation aufgefordert. Auch in Szegedin, der ״zweiten ungarischen Hauptstadt“, fand eine ■ große Manifestation zugunsten des Zionismus statt. An der Spitze der Kundgebung standen der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Biedl und der Oberrabbiner und Mitglied des ungarische« Oberhauses Dr. Immanuel Löw. Auch der Vizepräsident der Szegediner Advokaterikammer, Dr. Papp, erklärte, die zionistische Bewegung materiell und ideell unterstützen zu wollen. Nach dem Referate von Dr. Nison Kahan aus Budapest wurde beschlossen, in Szegedin eine Ortsgruppe der zionistischen Landesorganisation zu gründen, die ihre Tätigkeit sofort aufnehmen, soll. (Ziko.) e'rstc Ungarns, Zam Hafenbau in Haifa Wie der ״Haarez" berichtet, ist der Hafensachverständige der Palästina-Regierung, Ing. Palmer, von dem die Pläne für den Haifaer Hafen stammen, am 29. Dezember nach Haifa gekommen. Am 30. besuchte er die Steinbrüche in Atlith und gab seiner Befriedigung über den Fortgang der dortigen Arbeiten Ausdruck. Am 4. Januar hatte Palmer Unter! edungen mit dem bekannten jüdisch-italienischen Hafenbauuntemefimer Almagia aus Aegypten und seinem Bevollmächtigten Miller und mit dem Unternehmer Duniah. Palmer hat sich nach Jerusalem begeben, von wo er Palästina bereit? verlassen hat. Kleine Nadirtehten Leopold Hilsncer ist in Wien im Rothschild-Spital, wo er zuletzt Pflege genoß, gestorben. Vor etwa drei lahrzehnten. 1899, war Leopold Hilsners Name in allen Weltteilen bekannt: er stand als Angeklagter im Mittelpunkt des berüchtigten Polnaer Ritualmordprozesses, der in der böhmischen Stadt Kuttenberg durchgeführt wurde. Der rumänische Unterrichtsminister verständigte alle höheren •Schiiten, daß Listen jener Schüler, die a>! den Ausschrei tun gen in Großwardein tcilgenouunen haben, anzulegeti seien; diese müssen dUziplinarUch bestraft, werden. Mehrere solcher Studenten wurden vorn Unterriclitsminlsterium für immer' vom Besuche der Universität attsgcschlossen. Der rumänische' Gesandte in Washington, George G r e t z i a n o , hat an das jüdische Mitglied des Kongresses de! Vereinigten Staaten William $ i r o v i c h ein Schreiben gerichtet, .in welchem er 11m ersucht, die von ihm dem amerikanischen Kongresse unterbreitete Resolution betreffend die antiseinitischen Ausschreitungen'in' Rumänien zurückzuziehen. Sirovich hat erklärt,׳er wolle seine Aktion so lange aufschieben, bis die Sachlage iu Rumänien sieh übersehen läßt. 101 Pavillon Theatre zu Whitechapel wurde unter dem Vorsitz von Nahum Sokolow eine Traucrvcrsammlung für Wladimir T e m k i n abgehalten, o , Der italienische Thronfolger kommt, wie die palästinensischen Zeitungen beruhten, im Februar nach Aegypten. Von dort geht er nach Somalüand und Erythräa . und trifft mit einer 49köpfijen Suite, darunter auch einigen Ministern, am 1. April in Haifa ein. Er wird drei Tage in Galiläa bleiben, dann nach Jerusalem gehen und nach einem Besuch Jaffas• das Land nach einem Aufenthalt von ungefähr־ einer Woche wieder verlassen־. Wie .der ״Haarei" erfahren haben will, haben Dr. Walter Moses und N. Waskiewitz die Zigarettenfabrik von Lubliner in Tel-Awiw erworben. Die neuen Be- ׳ sitzer waren in det Lage, genügendes Betriebskapital auf- .zubringen. Die neuen, schon von den jetzigen Fabrikinhahern produzierten Zigaretten,?ollen im laufe des Januar auf den Markt kommen. (Ziko.) Der bekannte palästinensische Städtebauer, Architekt Richard Kaufmann, der früher bei der PLDC. arbeitete, ist von dem Departement für land wirtschaf tlrhc Kolonisation der ZionistLchen Palästina-Exekutive eingeladen worden, als Berater dieses Departements zu fungieren.