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Jüdische Rundschau · 1928-01-13 · Heft 4 (13.1.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 4 (13.1.1928)
Date
1928-01-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 26 JUEDISCftl RUNDSCHAU Nr. 4. 13.11929 ji י K UMnCfn ah jw* m 1 u«9 u jio u Eli» vielsagendes Urieil — Kein ״SireBc“ in PetadiTOciralt RW, 12. Januar. Der Wortlaut des Urteils gegen die bei den Vorfällen in Petach Tikwah verhafteten Arbeitslosen, das jetzt in den palästinensischen Zeitungen veröffentlicht wurde, verdient alle Aufmerksamkeit Man wird selten ein Urteil finden, bei welchem der Richter sich in dieser Weise beinahe entschuldigt, daß er nach dem Wortlaut des Gesetzes zur Verurteilung gezwungen ist, obwohl eigentlich von einem Vergehen nicht gesprochen werden kann. In dem Urteil heißt es: ..... Der Konflikt entstand infolge des abnormalen v. irtxehaftliehen Zustandes, der im Lande herrscht. Auf der einen Seite sehen wir Arbeitslose, die'nichts zu essen haben, auf der andern Seite werden von auswärts Arbeiter für die Pflückarbeit herangeholt. Der Grundsatz: ,Die Arbeiter deiner Stadt gehen vor* muß an jedem Orte gelten. Die Arbeiter von Petach Tikwah hatten daher Anspruch auf diesen Vorzug. Dies ist natürliches und normales Recht, Aber außer dem natürlichen und moralischen Recht gibt es positive Gesetze, welche nicht immer mit dem Naturrecht übereinstimmen. In jedem Prozeß gibt es einen gewissen Formalismus, und das formale Recht erklärt, daß kein Mensch sein Recht durch Drohungen oder Gewalttaten sich erzwingen darf. Dies muß verboten sein, um des Friedens und der Harmonie der Gesellschaft willen ., Es ist auch bemerkenswert, daß der Richter ausdijcklich hervor hob, daß während des Prozesses die verschiedenen Gruppen von Arbeitern als ״die Arbeitslosen“ auf der einen Seite, die ״beschäftigten Arbeiter“ auf der andern Seite bezeichnet wurden. Man hat es also vermieden, das Moment der nationalen oder Rassenfeindschaft in diese Sache hineinzutragen und von ״jüdischen“ und ״arabischen“ Arbeitern zu sprechen. So bedauerlich es ist und so sehr es unserm Gefühl widerspricht, daß die verhafteten Arbeitslosen zum Teil Gefängnisstrafen abbüßen müssen, so ist für sie doch dieses ungewöhnliche Urteil eine Genugtuung. Man sieht, daß die Sympathie des Richters auf Seiten der Arbeiter steht und offenkundig das Verhalten der Plantagenbesitzer mißbilligt. Ganz ähnlich ist auch der Standpunkt des Subgouvemeurs Mr. Campbell gewesen. Angesichts dieser allgemeinen Stimmung haben die Pflanzer dem Oberkommissär ein Memorandum überreicht, worin sie ihre ablehnende Haltung gegenüber der jüdischen Arbeit begründen. Sie erklären es für wirtschaftlich unmöglich, jüdische Arbeiter einzustellen, da dies infolge der schweren Arbeitsbedingungen den wirtschaftlichen Ruin für sie bedeuten würde. Insbesondere stört sie die Mit- Wirkung der Arbeiter-Organisation. Es kommt unumwunden zum Ausdruck, daß die an das — euphemistisch ausgedrückt - patriarchalische Verhältnis zu den arabischen Arbeitern gewöhnten Pflanzer vor allem den Verkehr mit selbstbewußten organisierten Arbeitern ,scheuend * Die--Äono»Mehe«- Arjg*1mehtev. :die.: sie׳., an-׳. führen, sind längst vielfach durch die Praxis widerlegt, da sehr viele Pflanzer mit jüdischen Arbeitern arbeiten und dabei sehr gut prosperieren. Aber auch die Generalver- Sammlung der Siedler der neuen Pica-Kolonie Benjamina hat kürzlich beschlossen, den Paragraphen ihrer Statuten, der sie zu jüdischer Arbeit verpflichtet, zu streichen. Das schwierige Verhältnis zwischen einem Teil der alten Kolonisten und dem neuen Jischuw tritt hier zutage. Daß die Praxis der Kolonisten nicht so leicht umzustoßen ist, auch bei scheinbarem Nachgeben, lehrt uns die Erinnerung an die Vorgänge des Jahres 1921, wo bekanntlich nach dem arabischen Ueberfall auf Petach Tikwah am Grabe der gefallenen Juden ein felerliebes Gelöbnis abgelegt wurde, von nun an nur jüdische Arbeiter zu beschäftigen, da der Mut und die Entschlossenheit der jüdischen Arbeiter die Kolonie gerettet hatte. Die guten Vorsätze hielten aber nicht lange an, nach kurzer Zeit ging, man wieder zu den alten Methoden über, und heute sind die jüdischen Arbeiter wieder die Ausgeschlossenen, die um Arbeit betteln müssen. . ' Die Sympathien der zionistischen Welt — wir glauben dies in dieser allgemeinen Form saget! zu können — sind auf Seiten der Arbeiter. Dies ist der Fall, unabhängig von der Form, in welcher die ersten Nachri chten über die Vorfälle nach Europa gelangt sind. Solche telegraphische Meldungen sind häufig irreführend. In ״Dawar“ vom 30. Dezember wird der ״Jüdischen Rundschau“ vorgeworfen, daß sie die I.T. A.-Meldung vom 18. Dezember abgedruckt hat, worin davon die Rede war, jüdische ,.Streikposten“ hätten die Heran- Ziehung arabischer Streikbrecher für die Pflückarbeit verhindern wollen. Die Nachricht ist in dieser Form falsch. Vor! einem Streik war nicht die Rede, da es sich um Arbeitssuchende handelte, nicht aber um Arbeiter, die ihre Arbeit niedergelegt haben. Es ist sicherlieh zu bedauern, daß ein solcher Fehler unterlaufen ist, der übrigens in der ״J. R.“ durch die darauffolgende genaue Darstellung des Sachverhaltes korrigiert wurde, aber wir halten es doch für eine Uebertreibung, daraus prinzipielle Konsequenzen zu ziehen. Man hatte sich nach diesen Meldungen ungefähr das Bild gemacht, daß die־ jüdischen Afbeiter Petach Tikwahs aus Sympathie mit den Arbeitslosen, um deren Forderung nach Beschäftigung zu unterstützen, in den Streik getreten sind, und die Kolonisten arabische Arbeiter zur Streikarbeit heranzogen. Ob der Ursprung des Konfliktes dieser oder ein anderer war, ist nur von untergeordneter Wichtigkeit und für die Beurteilung der Sachlage nicht maßgebend. £s wäre aber zu wünschen, daß die verantwortlichen Zeitungskorrespondenten und Agenturen etwas genauer und weniger sensationslüstern wären. Sie schädigen oft die Sache Palästinas, ohne es wahrscheinlich selbst zu beabsichtigen oder auch nur zu wissen. Um wieder zur Sache selbst zu kommen, so wäre noch zu fordern, daß die britische Polizei entsprechende Verhaltungsmaßregeln bekommt Auch sie müßte für die abnormale Lage, von der das Gerichtsurteil spricht, Verständnis haben. Die Klagen über unbegründete Härte und Grausamkeit der Polizei in Petach Tikwah müßten gründlich untersucht werden. Nach den Ereignissen in Petach Tikwah Von Dr. Fritz Löwenstein, Jerusalem. Jerusalem, 5- Januar 1928. Die Angelegenheit Petach Tikwah steht auch weiterhin im Mittelpunkt des Interesses. Selten hat der Jischuw mit solcher Einheitlichkeit reagiert, mit der alleinigen Ausnähme des ״Doar Hajom“. Als um so bedauerlicher empfand man die telegraphischen Berichte der Auslandspresse, die vielfach starke Uebertreibungen enthielten. Inzwischen hat der Prozeß der 17 Verhafteten in Jaffa stattgefunden. Es war klar, daß eine Verurteilung erfolgen mußte, da positive Gesetzesbestimmungen verletzt worden waren. In der Tat wurden die Verhafteten zu Gefängnisstrafen zwischen drei und vier Wochen verurteilt, wobei überall die Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde. Der Urteilstenor freilich zeigt, daß der Richter die Situation verstanden hat Es wird selten auf der Welt ein Urteil gegeben haben, wo das Gericht den Angeklagten so deutlich seine Sympathie bezeugt, wie im vorliegenden Falle und wo er so deutlich sein Bedauern darüber zum Ausdruck bringt, durch das Gesetz zu einer Verurteilung gezwungen zu sein. Die Unter- Scheidung zwischen dem ״natürlichen Recht“ der Arbeitslosen in Petach Tikwah auf Arbeit ln den Pardessim und dem ״formalen Recht“ dürfte dem Empfinden des Jischuw entsprochen haben. Aber die Hauptfrage bleibt, ob der Zwischenfall wenigstens Nutzen gebrach^ hat, ob die jüdische Arbeit in Petach Tikwah *sich durchsetzen wird. Der W a a d L e u m! hat die Verhandlungen in dieser Angelegenheit in die Hand genommen. In zwei großen Sitzungen wurde die Frage geklärt und eine Kommission eingesetzt, deren zentrale Persönlichkeit Ussischkip war und wo Kaplansky und Sprinzak die Arbeiterschaft vertraten. Di« Verhandlungen mit den Bojarenbesitzern führten schließlich zu einem Erfolg. Die Pflanzer unterschrieben nach langen Bedenken einen Vertrag, worin sie sich *verpflichten, alle Anstrengungen zu machen, um dafür za sorgen, daß mindestens die Hälfte aller Arbeiten in Petach Tikwah jüdischen Arbeitern übergeben werde, worin sie sich ferner verpflichten, die dadurch entstehenden Mehrkosten zu tragen und worin sie ferner zwei Vertretern des Waad Leurai die Kontrolle über die Ausführung dieses Vertrages zugestehen. Der Vertrag ist geeignet, in diesem Augenblick die Gemüter zu beruhigen, nur muß gesagt werden, daß er •b;lshef־:'n־i־cht au6gcft:h:rt:ist. Auch:' jetzt, mehrere:׳ Tage nach der Unterzeichnung des Vertrages, arbeiten in Petach Tikwah mehrere hundert arabische Arbeiter und nur ganz wenige jüdische Arbeiter. Hoffentlich wird der Vertrag in den nächsten Tagen zur Durchführung gebracht, denn die eigentliche Pflücksaison beginnt jetzt, und es ist natürlich viel leichter, jetzt jüdische Arbeiter zu beschäftigen, als nach einigen Wochen, wenn dazu die Entfernung arabischer Arbeiter ifotwendig sein würde. Es soll nachdrücklich und dankbar anerkannt werden, daß die Erreichung des Vertrages mit den Pflanzern neben dem Waad Leutnl in erster Reihe der Regierung zu verdanken ist. Der Gouverneur des Süddistrikts Campbell hat, wie verlautet, auf Grund von Weisungen Lord Plumers mit gToßer Intensität verhandelt, hat auf die Pflanzer und die arabischen Händler Einfluß zu nehmen versucht und, wie man sieht mit Erfolg. Die Autorität zionistischer und nationaler Institutionen hätte leider in Petach Tikwah nicht ausgereicht, um eine Sinnesänderung der Pflanzer hervorzumfen. Hat doch noch die Generalversammlung der Pflanzer Petach Tikwahs, die nach der Unterzeichnung des Vertrages stattfand, emphatisch erklärt: wir sind keine Mitglieder der Zionistisehen Organisation. Das Verhalten der Regierungsorgane nach dem Petach Tikwaher Zwischenfall scheint sich in erfreulicher Ueberein- Stimmung mit dem Oesamtverhalten der Regierung zum Arbeitslosenproblem zu befinden. Wenn nicht alles täuscht, so hat die Empörung der Arbeitslosen Petach Tikwahs mitgewirkt, zu erreichen, was jahrelange Verhandlungen nicht erreichen konnten: eine wirkliche Initiative der Regierung zur Liquidierung der Arbeitslosigkeit. Vor Wochen wurde das Gerücht verbreitet, daß die Exekutive vom I. Januar an die Zahlung der Erwerbslosenfürsorge einstellen und die Verantwortung für d'e Arbeitslosen der Regierung überlassen werde. Dieses Gerücht ist inzwischen von London aus dementiert worden. In Wahrheit aber sind jedenfalls die Maßnahmen der Regierung dazu angetan, die Verantwortung für das Arbeitslosenoroblem zu einem großen Teil von den Schultern der Exekutive zu nehmen, der ihre finanzielle Lage nicht gestattete, an eine Lösung dieser Frage heranzugehen. Es ist der direkten Initiative des Oberkommissars zu verdanken, der von den Leifern sämtlicher Regierungsdepartements Vorschlage zur Beschäftigung jüdischer Arbeitsloser verlangte und der dann der Palästinaexekutive, die ihn vor Sacherä Abreise nach London besuchte, ln großzügiger Weise entgegenkam. als sie ihm die Vorschläge der Histadruth zur Behebung der Arbeitslosigkeit vorlegte. Inzwischen ist ein erster positiver Schritt bereits geschehen: die Verwendung von 590 bis 600 jüdischen Arbeitslosen, die bei Aufforstungsarbeiten der Regierung ln verschiedenen Teilen des Landes Verwendung finden werden. Die Arbeiten beginnen bereits in diesen Taget Eine Reihe anderer Pläne der Regierung sind auch 80 weit gediehen, daß sie bald beginnen können. Es wäre falsch, wie es in manchen Teilen des Jischuw der Fall zu sein scheint, sich schon wieder In uferlosem Optimism״s zu wiegen, aber immerhin ist festzustellen, daß eine Erleichterang der Lage sich bemerkbar an mach«! beginnt Wenn die Regierung vor einem Jahre eingegriffen hätte, hätte sie wahrscheinlich leichter und gründlicher helfen können, aber wem es jetzt gelingt, durch ihre Hilfe aus dem Schlimmsten herauszukommen, so wird auch das anerkannt werden. Es soll nicht vergessen werden, daß der Hafenbau in Haifa in nicht allzu später Zeit, sicher noch im Laufe dieses Jahres beginnen wird und die Lage auf dem Arbeitsmarkt verändern wird. Bis dahin müssen wir ausharren, und es scheint, daß uns das gelingen wird. Waad Lenml gegen E1ekutive Der Waad Leu ml hat an die Zionistische Exekutive die Forderung gerichtet, das zionistische Aktions-Comlt£ einzuberufen. Die Sitzung des Waad Leumi, wo dieser Beschluß gefaßt wurde, beschäftigte sich eingehend mit der Haltung der Palästina-Exekutive, die, wie gesagt wurde, durch ihren Schritt bei der Regierung wegen der Uebernahme der Arbeltslosenfürsorge das politische Prestige des Zionismus aufs Spiel gesetzt hat Aus diesem Grunde müsse das A.-C. einberufen werden, um weitere Fehler der Exekutive zu verhindern. Die Anleihe Rothenbergs Eine Berichtigung. Wir haben in Nr. 1 der ״Jüdischen Rundschau" eine Nach* rieht über eine Anleihe der Ruthenberg Gesellschaft von £ 2500(» bei der Versicherungsgesellschaft ״Prudential“ veröffentlicht. Wie uns mitgeteilt wird, entsprechen die dabei angeführten Einzelheiten nicht den Tatsachen. Die Anleihe ist nach den Prinzipien des Trade Facilities Act zustandegekommen, der industriellen Unternehmungen, die in England größere Be- Stellungen aufgeben, Regierungsgarantie für Kredite gewähren. Von einer ״Kontrolle“, die der ״Prudential“ über die Ruthenberg-Geseilschaft eingeräumt• worden ist, kann nicht die Rede sein. Ebenswenig steht diese Anleihe im Zusammenhang mit der Frage der Beteiligung der amerikanischen PaJestine Economic Corporation. Wir möchten nicht unterlassen, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, in welcher unverantwortlichen Weise Nachrichten aller Art über jüdische und zionistische Gegenstände von verschiedenen Journalisten und Agenturen in die Welt gesetzt werden. Besonders einige pallstinensisehe Korrespondenten zeichnen steh dadurch aus, daß sie jede noch so unverbürgte Mitteilung in sensationeller Färbung weitergeben. Solche Nachrichten finden dann oft auf Umwegen ihren Weg auch in die ernste Presse. Diesem Unfug sollte von allen, die an einem zuverlässigen Informationsdienst interessiert sind, mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. (Wir müssen uns mit demselben Gegenstand auch an anderer Stelle befassen. — A. d. R.) Abgewiesene Einwanderer F. L. Jerusalem, 5. Januar 1928. Große Empörung herrscht im Jischuw wegen zweier Vorfälle, die die Praxis der staatlichen Einwanderungsbehörden kraß Illustrieren: Ein reicher amerikanischer Jude, der ein י" “ ' " י' ~ ' י “ . lassen, weil er auf die Frage, ob er eventuell im Lande m bleiben beabsichtige, *tfglps efwMerte: wtpifl.es Bim gefalle, ja. Der Fall, daß Touristen nach Ablauf ihfes Töurfeteowsttms den Antrag stellen, im Lande Weihen zu dürfen, Weil sie hnwFchen Arbeit gefunden haben, Ist keineswegs selten, und derartige Anträge sind in vielen Fällen genehmigt worden. Das Verhaften des Einwanderungsdepartements der Regierung schuf im vorliegenden Falle besondere Erbitterung, weil es nicht das erste Vorkommnis dieser Art ist (in einem anderen Falle hatte das Departement nachträglich sein Bedauern zum Ausdruck gebracht; aber der Zurückgewiesene war herelts wieder in Amerika!). Fast gleichzeitig ereignete sich ein ähnlicher Fall, indem vier Flüchtlinge aus Sowjetrußland nicht ins־ Land gelassen wurden, obwohl man sich im allgemeinen dieser Kategorie von Einwanderern gegenüber entgegenkommend verhält fm letzteren Falle schritt die Londoner Zentra'fegierung ein und erteilte den vier russischen Olim, die bereits bis Konstant '.nopol zurückgefahren waren, nachträglich Erlaubnis. Die Fälle lehren, daß auch in der gegenwärtigen Zeit mit al'gemeinen Parolen wie ״keine Einwanderung“ nicht weiter zu kommen ist und daß jeder Fall sorgfältig geprüft werden muß. Leute, die mit kapital in das Land kommen, sollten auch vom Standpunkte der Regierung aus nur erwünscht sein. Plnchas Kohn gebt nach Palästina? Wien, 10. Januar. (J.T.A.) Der geschäftsführende Ausschuß der Weltorganisation Agudas Jisroel hat nach Kenntnisnahme des Be achtes seines Präsidenten Rabbiner Dr. Pinchas Kohn über seine jüngste Reise in Palästina den Be- Schluß gefaßt, Herrn Dr. Kohn oder einen anderen Repräsentanten nach Palästina zu entsenden, der die Verhandlungen mit den einzelnen orthodoxen Ladern zwecks einheitlicher Organisierung der orthodoxen Judenheit in Palästina fortführen soll. Jabreskonlerenz des amerikanischen Misrachi New York, 9. Januar. (J.T.A.) Die Organisation des Misrachi in Amerika*hält gegenwärtig in Boston ihre Jahreskonferenz ab. Die Eröffnungssitzung am Sonntag, den 8. Januar, wohnten 250 Delegierte aus allen Teilen der Vereinigten Staaten, unter ihnen zahlreiche prominente Rabbiner, bei. Von der Leitung der Weltorganisation des Misrachi, die sich in Palästina befindet, trafen zur Teilnahme an der Konferenz die Herrn Rabbiner Uziei aus Tel-Awiw und der Präsident des Weltmisrachi, Rabbi Meyer Berlin, ein. Zionismas an! Java Amsterdam, 10. Januar. (J.T.A.) Von Australien kommend, besuchte *der Keren Hajessod-Delegierte Dr. Alexander Goldstein die drei Hauptorte Niederländiscb-lndlens: Sourabaya, Bandoeng und Batavia, wo er in Versammlungen der jüdischen Gemeinden sprach und die Keren Ha'essod-Aktion für 1928 vorbereitete. In Sourabaya wohnte Dr. Goldstein der Konferenz der zionis'ischen Födera'ion Nicderländisch-Indiens bei. In Batavia wurde eine zionistische Vereinigung gebildet. Zusammenstoß zwischen Arabern und Polizisten Jerusalem, 30. Dezember. H.T. A.) In dem Dorfe Kulonleh an der Chaussee zwischen Jerusalem una Jaffa kam cs infolge Feldgrenzstreitigkeiten zu Schlägereien zwisehen den Arabern des Dorfea Polizisten, die die offizielten i attd״ermesser begleiteten, w •r’e.! e!1 + :c ־r ־n tet. Ein großer Trupp berittene Polizei mußte aus dem vier Meilen entfernten Jerusalem herangeholt werden, um die Ruhe herzustelten. Eine Anzahl Araber wurde verhaftet

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