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Jüdische Rundschau · 1927-12-30 · Heft 104 (30.12.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 104 (30.12.1927)
Date
1927-12-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 738 JUEDISCR1 RUNDSCHAU Nr. IM, 30. m 1027 Sokolow über Chajes Ein Massenmeeting im Wiener Sofienstal■ Von unserm Korrespondenten. 1. th. Wien, 21. Dezember. Der Präsident der Zionistischen Weltexckutive Nahum Sok 010 w hatte am Tage der Beerdigung des Oberrabbiners Chajes eine Audienz beim Präsidenten der tschechoslowakisehen Republik M as a ry k und konnte daher zur Trauerfeier nicht rechtzeitig nach Wien kommen. Sokolow ist erst am Dienstag, den 20. d. M., vormittags, in Wien eingetroffen, um am Abend in einem Meeting über die Persönlichkeit und das Werk Chajes’ zu sprechen. Es war keine Trauerversammlung, die ja mit Rücksicht auf Chanukka unseren Sitten widersprechen würde, sondern eine Volksversammlung, in der ein Führer einen anderen feierte. Einer ‘der größten Säie Wiens, der Soficnsäal, konnte die Menge der Erschienenen nicht fassen.' Polizeikordon und ver» schlossen«:' Tore nützten nichts, 'die Menge, die sich in der; Straße vor dein Gebäude in einer langen Phalanx gestaut hatte, erbrach^die Tore einigemal, .mar! zerschlug die Scheiben, jeder wollte Sokolow über Chajes sprechen hören. Der große Saal und die Galerien waren bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, als der Präsident des 1 andeskomitees, Dr. Goldhammer, die Versammlung, zu 'der unter anderen der neue englische Gesandte erschienen war, cröfinete, 1irn Nahum Sokolow als dem Bferufendstcu über1 das Leben und Wirket! von Chajes zu sprechen, das Wort, zu erteilen, ln seiner Eröffnungsansprache teilte Dr. Goldhammer auch mit, daß daj zionfstisciie Landeskomitee Oesterreichs gemeinsam mit dem Präsidium des Keren Kajemefh beschlossen "habe, auf den Namen von Chajes ejntrt Wald!«,Palästina zu stiften. Nun erhob sich Sokolow, um, wie er sagte, den bcscheidenen Versuch zu unternehmen, sich über die Tätigkeit und das' Leben Chajes* Rechenschaft zu geben. Es gilt allgemein der Grundsatz, führte Sokolow in seiner größan״e!e:jten Rede aus, daß die'Würdigung großer Persönlichkeiten einer Zeit- und Ortsperspektive bedürfe, fki Chajes treffe dies aber nicht zu. Er war auch innerhalb seiner Zeit und in seinem Lande ein Prophet Et war kein Individuum wie jeder andere Mensch, sondern eine ganze geistige Organisation. Um ihn zu verstehen und richtig einzuschätzen, muß man daher in unserer OeIs'״'‘‘׳eschichte ein wenig zurückgreifen. Die Grundlinien der geistige•,! i-ersoulidlkeit Chajes’ sind dieselben, die seinen großen Vorfahren, Hirsch Chajes, charakterisieren. Dieser, sein Großvater, der Gaon Hirsch Chajes, war für die Männer der Aufklärung, für einen Nachman Krochmal, für einen Sch. L. Rappaport, für die ganze Plejade der Haskalisten die religiöse Autorität, das talmudische Rückgrat. Er legitimierte die Aufklärer sozusagen vor der jüdischen Gasse und bezeugte den Zusammenhang zwischen Tradition und Aufklärung. Und doch andererseits, wenn man i!1 den Schriften von Hirsch Chajes, in seinem ״Mewo latalmud“ und in seinen zahlreichen Responsen blättert, findet man in ihnen den Geist der Wissenschaft, die ernste Bemühung, die Ideen der neuen Zeit mit der alten Tradition in Einklang zu bringen. In einer Rede sei es unmöglich, führte Präsident Sokolow weiter aus, den langsamen Prozeß zu schildern und zu erklären, der aus der Periode der Aufklärung in die der nationalen Bewegung führt, der der verstorbene Gberrabbiner Chajes mit Leib und Seele an gehört bat. llnser geschichtliches Leben war eben nicht mumifiziert, es hat sich fortgesetzt und — ein einzig dastehender Fall — dies« historische Tradition hat sich gleichmäßig auch in die Gelehrtenfamilie Chajes fortgesetzt. Zw! Perez Chajes unterscheidet sieh von Pi.r!fl,Cha,es nur nic״ aber l* 1 n t! a l‘*• Obwohl Chajes $18 Oberrabbiner von Wien große Vorginger hatte, den Kanzetredner Mannheimer, einen Jettinek der für die jünger des ״Haschachar“ mit Sokolow an def. Spitze IrFder damalige•! Zeit eh leuchtender Stern war, ״ein geographischer Mittelpunkt“ für diesen literarischen Kreis, ferner den schon vom Nätlonalbewußtsein angerührten Gödemann so hat doch er erst den neuen Begriff eines Rabbiners gebracht and geschaffen. Wir Juden haben in der Diaspora eigentlich keine Geist- Ifchkeit im Sinne der anderen Religionsgemeinschaften. Es gibt in der Galuth keine Weihung, nur das wissen gibt e'nem Juden den Vorzug vor den anderen. Unser Statut ist d'e Thora, und wer sie gut kennt, ist der Erwählte, unsere Adelsd p'ome sind die Wissensdiplome. Jede jüdische Gemeinde will und wollte immer einen ״Gaon“ an ihrer Spitze sehen. Das Rednertalent z. B. war wohl wichtig, aber nicht ausschlaggebend. Hierfür war der ״Maggid“ da. Der Rabbi mußte ein Gaon, ein großer Gelehrter sein. Nun, in diesem Sinne war Chajes der große Rabbi, ln ihm war jüdisches und allgemeines Wissen in unermeßlichem Reichtum vereinigt, und zwar nicht nebeneinander verlaufend, sondern ineinander zusa m m e n f I i e ß e.!1 d. Sein Begriff des Rabbiners war aber noch weiter und reicher: er wollte aus sich herausgehen, er wollte das Volk belehren. Und nun kam Sokolow in begeisterten Worten auf die ita - I! e n i s c h e E p i s 0 d e i m L e b e n C h a j e s* zu sprechen, die; Sokolow erst kürzlich während seiner Amveienheit in Italien aus eigener ■Anschauung, und eigenem Erleben zutiefst kennengelernt' hatte. Obwohl die Juden noch vor wenigen Jahrhunderten in Italien berühmte Gemeinden besaßen, berühmte feschlwoth, wie in Polen, und italienisch-jüdische Gelehrte sehr bedeutende Werke geschaffen haben, so bot doch vor einigen Jahrzehnten noch das jüdische Italien ein ganz anderes, ein trauriges Bild. Mit der Freiheit, die sie nicht 'ertragen konnten, der sie nicht gewachsen waren, verfielen die italienischen Juden der Assimilation, mit ihrer Emanzipation ging die völ'ige Uti- Wesenheit in jüdischen Dingen Hand in Hand. Irgendwo im Ghetto konnte man manchmal in Florenz oder Rom noch einen Nachzügler der alten Herrlichkeit des italienischen Judentums finden, im allgemeinen aber herrschte dort Dürre, das italienische Judentum wurde zu einer Wüste. In d'ese Wüste kamen nun zwei Ostiuderi, M a r g u 1 i e s und Chajes (später gesellte sich zu ihnen nofh ein Dritter aus Deutschland, El bogen), und ihnen gelang das große Wunder: die Wüste wieder zu beleben, eine wahre jüdische Renaissance in Italien zu schaffen. Sokolow erzählte, wie er im Tempel zu Florenz uftd in anderen FaliCnischen Städten immer wieder gehört hat: A lies, was hieran jüdischen Werten u n d an j ü ־ dischem Leben vorhanden ist, hat der Oberrabbinfc.'r von Wien; Chajes. aus dem Nichts geschaffen. Und das Wunderbarste an dieem prächtigen Kapitel der jüdischen Geschichte, bemerkte sehr treffend Sokolow, ist, daß Chajes das alles in einem Lande geschaffen hat, dessen Sprache er erst erlernen müßte, obwohl er unmittelbar vorher in Wien erst die deutsche Sprache sich an geeignet und die deutsche Kultur kennengelernt hat. Im klassischen Lande der Rethorik wurde der Fremdling zum Redner, im Lande der großen' Phrase hat man deti ■glänzenden italienischen Stil von Chajes bewundert den er in '■seinen zahlreichen Aufsätzen über jüdisch-wissenschaftliche Pro! kme geschrieben hat. Margulies und Chafes waren wahre Chaluzinj in Italien. Und dies war nur möglich, weil wir nur scheintot sind, weil ln uns etwas Ewig-Lebendiges wohnt, ln Italien gibt es keine Chronik Chajes*. sondern eine Lebende Chajes*. Chajes war ein großer Bibelkritiker und Exegetfker. 3er beste Kommentar zur Bibel war er selbst. Er hat auch ein weiteres ungeheures Verdienst um die moderne Wissen- Schaft des Judentums: er schrieb seine Werke zum größten Teil hebräisch. Obwohl sich z. B. die deutsche Sprache schon in vielen Belangen der Wissenschaft des Judentums geradezu angepaßt hat, so ist es doch etwas ganz anderes, wenn jüdische werke in hebräischer Sprache geschrieben werden. Sokolow führte aus der Geschichte der jüdischen Wissenschaft Beispiele an, aus denen hervorgeht, daß z. Ö. arabische Werke bedeutender jüdischer Gekehrten kaum beachtet wurden, nur von wenigen Fachleuten, von den hebräischen Werken jener Zelt dagegen leben wir, das Volk, sie geben uns. bis heute die Riehtungslinien. Schließlich würdigte Sokolow Chajes als den Meister der wissenschaftlichen Methodik, dessen Sachlichkeit, die Klarheit und Prägnanz seiner Darstellung. Mehr aber noch als durch seine Schriften war Chajes durch sein Leben unserer Führer. Wir haben in der hebräischen Sprache Worte und Begriffe, die unübersetzbar sind. Solch ein wort ist ״Zaddik“. ״Ein Gerechter“, wie das Wort im Deutschen heißt, ist noch lange kein Zaddik. Zaddik ist der grundgütige Mensch, der Mittelpunkt der Oemeinde, die, durch Leid gemartert, eines Mittelpunktes bedarf. Die Chassidim» die man erst jetzt zu verstehen beginnt, haben den ״Zaddik“ geschaffen. Es war der größte Ehrentitel, den sie einem Menschen zu geben hatten. Chajes war so ein Zaddik, er war der Zaddik der ganzen jüdischen Welt, nicht nur der Wiener Gemeinde, deren Herold er in der Welt übrigens war und für deren Verständnis er z. B. in Amerika so viel gewirkt hat. Chajes war streng in der Praxis, frei im Geiste, wie alle großen Juden. Man kann den Zionismus durch Programme und Resolutionen erklären, man kann aber auch auf Menschen Hinweisen, die den Zionismus personifizieren. Zionismus ist Herzl, Zionismus ist Chajes. Die größte Tragödie für uns war es, daß wir ihm, dem Großen, dort nicht lauschen konnten, wohin er von allem Anfang aq gehört hat: am Berge Zofim, in der jüdischen Universität, im neuerstandenen Heim der jüdischen Wissenschaft, das er zu gründen mitgeholfen hat. ״Wir trauern jetzt nicht tun Chajes,“ schloß Sokolow, sondern wir feiern ihn zusammen mit den Makkabäern, als einen der Makkabäer!“ Die ganze Versammlung erhob sich bei den letzten Worten Sokolows. Zum neuen Jahrgang Vom 1. Januar 1928 wird die ״Jüdische Rundschau“ eine ständige Unterhaltungsbeilage haben, wo in höherem Maße als bisher unsere Leser mit Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur, Kunst und Wissenschaft bekannt gemacht werden sollen. Die Unterhaltungsbeilage wird regelmäßig der Dienstag• Nummer beigegebea werden. Wir beginnen im neuen Jahrgang zunächst mit der Veröffentlichung von zwei Werken: dem Roman «Hotel Savoy״ von Joseph Roth , und ^n'IRrfse״Mma'öirw 'ל:, -’■ «Ein jüdischer Schriftsteller reist nach Kanada“ von Schmarja Gorelik. ״Hotel Savoy“ ist einer der besten und fesselndsten Romane der Nachkriegsli taratur. Er schildert die Heimkehr eines jüdischen Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft in sein jüdische» Heimatsstädtchen in Galizien, die Liebe und Erlebnisse des etwas weltfremd gewordenen schüchternen jungen Mannes, das Milieu der reich gewordenen Bürger und die Schicksale einer Komödiantentruppe, mit großer Charakter-Kunst. Gorelik, unsem Lesern wohlbekannt, zeigt in zarter, humorvoller Erzählung, mit dem etwas resignierten Ton des Skeptikers, die Situation des jüdischen Schriftsteilere inmitten einer geschäftigen Welt, die ihn ihrer ganzen Natur nach als überflüssiges Requisit empfinden muß. Außer einer charakteristischen Zeichnung des jüdisehen Lebens und seiner typischen Figuren in Kanada und Amerika, gibt Gorelik, an der Hand seiner Erlebnisse, allerhand nachdenkliche Betrachtungen, die von leiser Ironie des Romantikers und doch von gütiger lebensbejahender Liebe zeugen. Auch der übrige redaktionelle Teil der ״Jüdischen Rundschau“ wird im neuen Jahrgang erheblich aus gebaut werden. Von besonderen Beilagen, die periodisch er• scheinen werden, erwähnen wir außer der Unterhaltung»• beilage die Frauenbellage und eine Jugendbeilage. Ferner wird das Leben in den jüdischen Gemeinden sowie die Probleme, der jüdischen Gemeindearbeit, Kulturarbeit und sonstigen Gegenwartsarbeit in einer eigenen Rubrik behandelt werden. In der Rubrik ״Zeit- Spiegel“ werden charakteristische Erscheinungen und Ereignisse, die ein Licht auf die Lage des Judentums und dte Mentalität der heutigen Juden werfen, glossiert werden. ' Die Berichterstattung aus Palästina sowie aus andern großen jüdischen Zentren, wo wir eigene Kor• respondenten haben, wird wie bisher unsere Leser über alle wichtigen Vorkommnisse der jüdischen Welt und ins• besondere der zionistischen Bewegung unterrichten. Wir bitten unsere Freunde, der Werbung von Abora« netiten die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden.' Evtl Auskünfte erteilt der Ve lag. Redaktion u. Verlag der ״Jüd. Rundschau‘ Berlin W 15, Meinekestr. 10 Koraforlnm des Ja dals tischen Instllales Mehrere neue Lehraufträge. — Der Lehrstuhl für Jiddisch angenommen. Das Kuratorium des Judaästischen Institutes der Hebrl Ischen Universität Jerusalem hielt am 27. und 28. dieses Monats in Mainz eine Sitzung ab, an welcher folgende Persönlichkeiten teilnahmcn: Der Kanzler der Universität Dr. Magnes. ferner aus England Chiefrabbi Dr. Herz, Prof. BüchIer, aus Frankreich Grandrabbln Israel Le v I, aus Deutschland Prof. F reim an n lind Dr. Buber, aus Polen Prof. Balaban und Sch orr, aus Wien Prof, S. Kraus und Dr. Diesen• druck, aus der T9chechos!owakel Gberrabbiner Dr. Brody, aus Holland (als Vertreter der amerikanischen Mitglieder) Dr. Schlös sl n ge r. Wl§ wir erfahren, wurden eine Reih« von- Neuernennungen von Dozenten vprgenommen, Ober die Einzelheiten noch bekanntgegeben werden, sobald das. Kuratorium sich mit den Kandidaten in Verbindung gesetzt hat. Es wurde ferner die Frage der Angliedening einer all ge־ meinen geisteswissenschaftlichen Abtei 1 uBg, erörtert.' Der vön einem Kreise amerikanischer Stifter gehiachti Vorschlag, einen Lehrstuhl für jiddische Sprache, Folklore und Literatur zu errichten, wurde im Prinzip einstimmig a n g e nomm e n , wobei die vorliegenden Protest* mehrerer palästinensischer Kuratorium-Mitglieder zur Kenntnis genommen wurden. (Es handelt sich, wie unsere Leser bereits wissen, nicht um einen Lehrbetrieb in jiddisch« Sprache, sondern um einen in hebräischer Sprache vorgetragenen Lehrgegenstand, dessen Stoff das in jiddischer Sprache sich ab wickelnde Leben der jüdischen Gegenwart ist. — A. d. R) Die Attacken gegen Novomejsky London 21. Dezfember. (J. T. AT ln der letzten Sitzung des Unterhauses kam die Vergebung der׳ Konzession zur Ausbeutung der Salze des Toten Meeres an die Gruppe Major Tulloch und Ing. Novomejsky abermals zur Sprache. Kolonei Howa rd Bury fragte, ob es nicht besser wäre, eine privilegierte unabhängige britische Gesellschaft zu bFden, die nach den Richtlinien Dritischer Interessen und unter britischer Kontrolle das Werk der Ausbeutung der Schätze des Toten Meeres führen soll. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore erwiderte, ein solcher Vorschlag sei im Hinblick auf" die Bedingungen des Mandates nicht durchführbar. Howard Bury fragte weiter, ob darauf gesehen werden wird, daß deutsche Interessen in diese Konzession nicht hineinspielen. Ormsby-Gore erwiderte: Deutsche Interessen haben mit dieser Angelegenheit gar nichts zu tun. Kolonel Howard Bury fragte, wann sich Novomejsky zum ersten Male um die Konzession beworben habe, und ob er von anerkannten chemischen und technischen Körperschaften ein Diplom besitzt Ormsby-Gore erwiderte: Schon im Juli 1921 trat Novomejsky an den Oberkommissaf wegen einer Kon- Zession heran. Der öberkommtesar berichtete darüber an den Staatssekretär und fügte hinzu, daß Novomejsky sät 1911 sich mit der Frage der Ausbeutung der Salzq des Toten Meeres befaßt Novomejsky Ist wie וסו höre, Mitglied des Institutes für Bergbau und Metallurgie, Howard Bury fragte, ob Novomejsky je inSowjetru Bland gearbeitet hät Ormsby- Gore erwiderte: Novomejsky stammt au* Polen and besitzt jetzt die palästinensische Staatsbürgerschaft Ich weiß nichts davon, daß Novomejsky, seitdem er ln Palästina wellt Ixgeadwalch* Verbindung mit Sow.etrußlead unter• halten bat .-; ■ ■׳״•׳• ■ ■■: ■’,'»li1#r*#0*«r׳*i־fT:!fri«%1 90$)גסי'&^**׳* ' und Novemeisky׳ steM, -Vwladutg ■ ipb einer deutschen Gesellschaft oder Gerel’achtiftsgiftippeunterhalte. Bestehe kein© Gefahr, daß die Tote ־Meer-Salze;: deutschen Interessen aus geliefert werden? Ormsby-Gore erwiderte: Wie ich auf vielerlei Fragen bereits g*• antwortet habe, bemühen wir uns, die Sache so ■zu arrangieren, daß ein Konzessionär, der Absatzgebiete außerhalb Palästinas sucht keinerlei Abkommen mit Vertretern eines dar drei goßen Monopole trifft, ohne daß die Regierung dabei mitwirkt. Es ist übrigens sehr schwer, Artikel dieser Art ohne irgendeine Form des Abkommens mit bestehenden OrganisatIonen auf den Weltmarkt zu bringen. Oberst Kenworthy fragte, ob hinter Tulloch und Novomeiskv britisches Kapital steht. Ormsby-Gore erwiderte: Ich höre, daß Ma;or Tulloch und Ing. Novomejsky von unabhängigem Kapital unterstützt werden, das in keiner Beziehung zura bestehenden Pottasche-Konzern steht. Kenworthy: Ist das Kapital britisch? Ormsby- G o r e: J a. Sokolow in Bratislava Am Sonntag, den 18. Dezember, traf Nahum Sokolow in Bratislava (Preßburg) ein und wurde am Bahnhof von Ab- Ordnungen der Behörden und der jüdischen Korporationetnpfangen. Die erste Ansprache hielt Vizebürgermeister Dr. Kraus, dann sprach der Präsident des sdovakisehen jüdischen Geraeindebundes und der israelitischen Kongreßgemeinde Bratislava Dt. Viktor Stein, namens der Jüdischen Partei Dr. Leo Sipos u. a. m. Durch ein Spalier von Schorarim begab sich Sokolow zum Hotel. Im Spiegelsaale des Pnmatialpalais fand die vierte Konf erenz der tsche-choslowa. kischen.Keren Haiessod-Zeichner in Anwesenheit Sokolows statt, de von Ober- Inspektor Ing. Hugo Slonitz, Dr. Leo Sipos und Dr. Arpad Kondor geleitet wurde. Dr. Hugo Hermann erstattete den Geschäfisbericht der Centralkonimissiön. Sokolow h:elt sodann eine mit Begeisterung aufgerommene Ansprache. Prof! Arthür Freud . dankte ihm im Namen der Versammlung. Am Abend fand zu Ehren Sokolows ein Bankett statt. Am'Montag, abend־., wurde eine Massenversammlung abgehalten,■ die von 1400 Personen besucht war. Rumänsclie Urteile Am 21. d- M. wurde in Bukarest das Urteil gegen d'e neun Studenten, die sich als <l'e:ers.te1 wegen Zerstörung fremden' Eigentums, Plünderung und Schändung von religiösen Heiligtümern vor Gericht zu verantworten haften, gefällt. Das Militärgericht verurteilte einen der angeklagten Studenten zu fünf Monaten Kerker, zwei Studenten zu je zwei Monaten und zwei Studenten zu je einem Monat Kerker. Vier Studenten wurden ru je 10 Tagen Arrest verurteilt Das Klausenburger Kriegsgericht verurteilte einen Studenten, der an der Spitze eines Trupps die Svnagoge in dem Städtchen Aphadia verwüstet hat, zu drei Monaten Geflngnis. , ■ Der berüchtigte antisemitische Agitator Zu rca nu, der hei der Verbreitung von -Pogrom-Aufrufen; erwischt werdet war, ist verhaftet und dem Militärgericht eingeliefert worden. Fünf Kommissare der Klausenburger Polizei sind infolge der von den Behörden angesteßteri Ermittlungen über die Studcntenunruhen ihres Amt« enthoben Word«».

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