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Jüdische Rundschau · 1927-12-21 · Heft 102-103 (21.12.1927) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 102-103 (21.12.1927)
Date
1927-12-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr!02/103. 21. XE!927 JÜIÜISCWE RORDSCHXÜ Seite 731 ״Indischen Kunst“ trägt er auf fast 303 Tafelbildern ein reiches Material aus Indien und seinen östlichen und südlichen Kultur* kolonien zu einem kleinen Kunstat'as zusammen, während der Text sehr knapp und nur über das Notwendigste Informiert. Hinterindien und die Inseln erhalten über die Hälfte der Ab* blidrngen und wohl auch die gelungener« Auswahl. Eine neue Auflage wird Vorderindien so-gfäl iger m behandeln haben und auch die Turkes'an'.mtle us.v. berücksichtigen müssen. Die Reproduktion;« sind größten׳,e|'s gut gelangen. Der biilige Preis empfiehlt das Buch zur ersten Einführung. $p. lion FemMwaoger Uber Judentum Uon feucht wa u ger, der in der Ange'egenhelt der Verfilmung seines Romans ״Jud Süß׳‘ durch eine englische Filmgesellschaft gegenwärtig in London weilt, äußerte eich in einem Gespräch mit einem Mitarbeiter vo-1 ״New Judaea“ über seine Stellung zu jüdischen Fragen der Gegenwart. Ich lese sehr gut jiddisch, sagte Feuchtwanger, und be* herrsche bis zu einen gewissen Grade das biblische Hebräisch, habe es aber noch nicht dazu gebracht, das moderne Hebräisch geläufig zu sprechen. Ich hege gewisse Zweifel über die Möglichkeit des Hebräischen als lebendige Sprache. Das Hebräische könnte, wie das gesprochene Latein, ins Gekünstelte ausarten. Die Werke von Perez, Schalom Aleichem und anderer jiddischer Autoren habe ich aufmerksam gelesen; besonderen Eindruck hat auf mH1 Anskvs ״Dybuk“ gemacht, «den Ich jiddisch und hebräisch ge'esen habe. Den Darbietungen des hebräischen Theaters ״Habimah“ habe ich beigewohnt. Es ist mir bekannt, daß dieses Ensemble einige deutsche Schriftsteller stark beeinflußt hat. Das gegenwärtige Schaffen des vielversprechenden jungen deutschen Dramatikers Bert Brecht ist — wie er mir sagte — von der Kunst der ״Habimah“ sehr angeregt. Lion Fcuchtwanger äußerte sich auch über sein zukünftiges Schaffen. In den letzten zwei Jahren, erzählte er, arbeitete ich an einem Roman, der die Münchener Ereignisse 19r0 '23 zum Thema hat. Die antisemitische Welle und der Hitlerputsch werden geschildert, treten jedoch nicht zu sehr in den Vordergrund. Ich werde sehr bald an die Niederschrift zweier großer jüdischer Romane herangehen: der eine wird Granada zum Schauplatz und die Vertreibung der Juden aus Spanien zum Gegenstände haben; der andere hat die Figur des Josephus Flavins zum Mittelpunkt und behandelt das Problem des jüdischen Schriftstellers, der zwischen den Kulturen steht. Fragt man mich nach meiner Einstellung zum Zionis* mus, so bin ich etwas verlegen. Ich nabe Brüder und Schwestern, die Zionisten sind; Ich persön'ich aber fürchte mich davor, in ein Fahrwasser zu gelangen, das mich zu einem jüdischen Chauvinismus führen könnte, der nicht besser Lsi als französischer oder deutscher. Zu jüdischer Kultur* arbeit aber fühle ich mich sehr hin gezogen. Ich unterstütze den kulturellen Zionismus. Im kommenden Jahre werde Rh Palästina besuchen. Das Wesentliche der Jüdischen Position sehe ich darin, Mittler zu sein *wischen Europa und Asien, zwischen Macht und Resignation. Diesen Aspekt des jüdischen Schicksals versuchte ich, in ״Jud Süß“ aarzustellen: hier steht ein Mann zwischen Macht und Entsagung. Es ist das Schicksal des Juden, an solcher Wegscheide zu stehen. Ich glaube, da der asiatische Einfluß in der Welt immer wachsen wird, wir© die Steilung des Juden günstig sein; er hat einen Vorsprung vor andern Europäern und vor andern Asiaten■ Dies bedeutet freilich eine kulturelle, nicht eine politische Mission. Fcuchtwanger kam zum Schluß such auf die Jaden 4ß* Ostens » sprecht«, Ich seht, *acte er! In dem ©8t* ^ünrtplisehfit״; ׳־judtBtH#״#« tret fff1efirtirf M ich* # *BW* r * t vo* Lebt«ilcraff fit den wtttnehe« ju* de«. Der Jude de* Ostens lebt und fühlt Intensiver. Die größten Schauspieler Deutschlands — vielleicht such die größten der Welt — sind Ostjuden. Um nur einige zu nennen: Oranach, Schi'dkraut, Elisabeth Bergner, Kortner,!da Roland. Fcuchtwanger teilte noch mit, daß sein Roman ״Jud Süß“ wie andere seiner Werke ins Jiddische und Hebräische übersetzt werden. Auf die Frage, ob er sich als jüdischen oder als deutschen Schriftsteller betrachtet, erwiderte Feucht* wanger: Ich will als ein Internationaler Schriftsteller gelten, dessen Schaffen der Welt gehört, dessen Form ganz und gar durch deutsche Einflüsse bestimmt, dessen Geistigkeit aber jüdisch ist fs° Goüand. Man wurde auf Ihn gleich beim erste« Habimah-Gastspiel aufmerksam; im letzten Akt des ״Golem“ sang der Chase« mit erstaunlicher Klangschönheit, dann der Erzengel In ״Jaakoh* Traum“; und schließlich lernte man ihn im Konzertsaal näher kennen und er eroberte alle Herzen. Ein sympathischer Sänger von großen Gaben, noch jung, noch nicht mit letzter Gesangskultur, aber mit einem selten schönen, weichen, satten Bariton und respektabler Stimmtechnik Man konnte ihm eine Zukunft prophezeien. Nun hat er den ersten Schritt gemacht: Er wurde an die Berliner Staatsoper engagiert, keine Kleinigkeit als Anfangs• engagement. Seine erste große Rolle sang er diese Woche: den Vater Miller In Verdis Luisa Miller, einer unbe* kannten a.ten Verdi-Oper, die unter musikalischer Leitung von Fritz Zweig neu belebt wurde. Die Oper Ut ein echter Verdi, und besonders an einzelnen Steilen von voller Frische, blühender Melodik und blendender Durchschlags♦ kraft. Leider sind die Sänger nicht ganz auf der erforder* liehen Höhe; aber unter den drei Hauptrollen (neben Käthe Heidersbach und Heinrich Kuppinger) behauptet sich Go'.land mit großen Ehren. Seine große Arie im ersten Akt, das Duett im letzten Akt zeigen ihn als Meister des Bel can:o; in Spie1 und Charakteristik ragt er hervor, und seine Be• herrschung der deutschen Sprache ist erstaunlich. Die ״Lui 4 Miller‘ lohnt es kennen gelernt zu haben. — Von ihr (am 17. d. M.) zum Scho lern Alechem-Klub, der .*ייי logen haus seinen Bali hat. Auf dem Vortragiprogramm steht Gol land. Er singt das große Finale aes König Dario (Ernani) mit der zu diesem herrlichen Stück gehörigen Noblesse und Stimmpracht; leider muß das Klavier die fehlenden andern Stimmen ersetzen. Und dann folgen zwei bekannte Glanznummern Collands, der ״KaddUch“ des Rabbi Levi Jizchak von Berdyczew und die hebräische Arie aus ״Figaros Hochzeit“. Hier ist der Sänger in seinem Element. Eine respektable Leistung an einem Abend, vielleicht zu viel ... Die R 0 w i n a sprach, sang, weinte das Hohe Lied und die Klageszene aus dem ״Ewigen Juden“ mit ihrer Glocken-Stimme. Und dann tauchte all« te Tanz und Chanukkah-Stimmung unter. rofwa. Klaus Pringsheim schreibt über Goüand im ״Montag Morgen“: .,Solche Intensität im Menschlichen, solches Aufgehen in der Rolle, so untheatralisch-bescheidene Theater- Besessenheit gibts heute nur bei den Habimah-Leuten; kein Wunder, Habimah Ut seine künst.erische Heimat Und sein Bariton Gewächs jenes Landes, jenes Volkes, aus dem loset Schwarz gekommen ist,“ — Der Kritiker der ״Montagspoit“ nennt Qo'lands Leistung ,,phänomenal, ganz unrealistisch, auf großen Still“. Prof. Adolf Weilmann rühmt in der ״B. Z. am Mittag“ GoHands Eindringlichkeit und ausdrucksfahigen Bariton. Heine Nachrichten Vom 27. bis 29. Dezember tagt in Berlin der Zentralrat der Agudis Jlaroel. Die Tagung wird u. a. über den Antrag de« Geschiftsführenden Ausschusses betreffend Einberufung der zweiten Kcnesslo G edsulo (Weltkonferen* der Agudaa Jisroel) zu beschließen haben. Das Departement für Handel uad Industrie der Zionistischen Exekutive in Palästina wurde aus Sparsam* keitsgründen geschlossen. Vom gesamten Beamtenstab blieb nur Herr T ischby zurück, der als ״Berichterstatter“ in Fragen des Handels und der Industrie fungieren wird. Die Orangener n te in Palästina Ut in diesem Jahre keine gute gewesen. Sie Ist ungefähr 25 Ms 300׳״ geringer als im vergangenen Jahre. (J. T. A) Dank der Wägigen Unterbrechung des Versandes der Pa* lästlnaorangeri sind auf den englischen Märkten die Preise für palästinensische Orangen, die Infolge des großen Angebotes bereits auf 9—11 sh pro Kiste gefalle« waren, wiederum auf 14—16 sh gestiegen. (Ziko.) Die von Ford Anfang 1919 zwecks ««*isemi ischer Propatranda erworbene Zei sehrift ״Dearborn Independent“ hört Ende Dezember zu erscheinen auf. Gewisse Nummern dieser Zeitschrift pflegte Ford ln 703003 Exemplaren erscheinen zu lassen. Ministerpräsident Graf Bethlen hatte nach seiner Rückkehr aus 0־׳nf ein Oesoräch mit den Parlaraentsjournalisten, in dessen Verlauf er erklärte, die Regierung sei bereit, d e Novelle zum Numerus clausus-Geset z in einer Weise zu verbessern, daß kein Wi/e snrueh mit den Bestimmungen des Friedensvertrages mehr bestehen solle- Das American Joint Distribution Committee hat be• schlossen, die Hilfstatigkeit in T e 1 * A w I w wieder aufzu• nehmen. Zunächst wird mit der Versorgung von Nahrungs* mittein für notleidende Kinder begonnen werden. Die laffa Electric Company beschloß, eine nivrd״n־te von 8 «;> auf Vorzugsaktien und eine solche von 6 0/0 auf gewöhnliche Aktien in diesem Jahre auszugeben. Die technische Kommission zur Untersuchung der Erdbebens« h 5den ln Jeni'a'em hat festgestellt, diu 3930 Häuser in ’emsalem sich in beHed'gendem Zustand befinden, während *00 Häus*r vom E’dheben ziemlich «*arte beschädigt worden sind. 35 Häuser wurden d 1*־ch ihre Ei ׳־enrilmer oder auf Anordnung der Behörden abgerissen, da sie ein/us'flrzen drohten. (Ziko.) Lord PI um er emnflng den früheren jüdischen Demitferten des pe'nUehen Sejm, Dr. Bernhard Hausner, der beksnntüch zum polnischen HandelsaHa-Hf für Pa'ls*ina und den Nahen Osten mit dem Sitze in Hai'a ernannt worden ist. Im Zusammenhang mit den Vorkehrungen der R״g>«nmg p-e׳״en die Ausbreitung der komm n!s*hch־>n P־opaga״da in Pa’isÜna wurden seht Komnrnisten in Tel-Awi v verhaFct. Mehrere Pe-sonen find des L*rd*s verwiesen worden. Ci! Kom• munisfenklubs wurden behördlich geseh'os'en. Die Möbelfabrik von Lewinsteln in T e 1 * A w i w hat den Auftrag erhalten, die Räumlichkeiten im Palaste von Em Ir Ab• dullah In Amman zu möblieren. (Ziko.) Infolge der groß•« aus Syrien vorliegenden Nachfrage nimmt die Schuhfabrik Keter in Tel-Awiw bereits im Dezember die Produktion von weißen Sommerschuhen auf. Nach Meldungen arabischer Zeitungen werden in Pa'lstha während der dies’ährirea Reisesaison 48 Touristen*ch'tfe er» wartet gegen nur 26 ftt vergaitTeaen Jahre. CZflre.) Der Gemeinde*»* von Petaeh*Tihwatt hat **eh heftt*״#r Debet4* b» f«heln»«r Abstimmung den wv»r;»tebt׳ 1« btteflige«. ׳ Im Verlauf des Monats November haben sich 187 Personen durch Vermittlung des Waad Hair (iüdiseher Oemeinderat von Jerusalem) um die palästinensische Staatsbürger* Schaft beworben. Wie offiziell mitgeteilt wird, werden die Palästina ge* hörigen Danfpfer nach der Weisung der britischen AdmMitat die britische rote Flagge mit der Aufschrift ״Palästina“ führen. Das Hauptbü'0 des We'tve'hanrfes der lüdpchea Ju״end (Brith Hanoar) ist in diesen Tagen in Warschau eröffnet worden. bdfvMinllderaif Im ״B. T.“ vom 20. d. M. plaudert Adrian Ober das Schnellgericht Ira Berliner Polizeipräsidium. Ein Absatz des Berichtes lautet: ,,Ganz ohne Individualisierung werden allerdings die Strafen doch nicht angemessen. Der Schneidergehilfe aus Teplitz-Schönau, der ohne Paß über die Grenze kam -* ״Deutsch-Böhme, wenigstens kein Tscheche“ —, bekommt drei Tage. Be״ründurtg: ״Er fühlt sich, wie man sich denken kann, hier wohler als In seiner neuen Heimat“. Während dem Hausburschen aus Po’en, einem von Ludendorffs ,Heben JIdden“, von dem Fräulein Referendar, da* für den Staats• anwalt plädiert, ausdrücklich bestätigt wird, daß er zu ״den unerwünschten Elementen aus dem Osten“ gehört. Urtel!: zwei Wochen. Besser noch als der ״Muß. Tscheche“ hat es dann aber jener Stammesgen03!־e des polnischen Juden, dessen Rechtsanwalt für Ihn hundert Mark erlegt. Er kann als freier Mann das Zimmer verlassen. Nun, es gibt nirgends Vo'lkommenheit“ All das nennt sich Gerechtigkeit , . . 20000 Büchsen und mehr stehen in Deutschland. Beendet noch im Dezember die Büchsenleerung! Die Cbanuklcnh-Stimraung erleichtert Euch die Erzielung angemessener Leerungsspenden. Bisher worden mit Erfolg geleert 6000 Büchsen. Sorgfältige Nachleerung verbürgt restlose Erfassung der noch ausstehehden mehr als 14000 Büchsen! Jfldlstbe HoUiirwodKn In Hamborg (Von unserem Korrespondenten.) Sechs Vorträge über ein so ״unaktue'les“ Thema wie di« tieuhebrliiefie Literatur in 14 Tagen — ein große* Experiment, dessen Erfolg niemand voraussehen kann. Und nachdem der Vortragszyklus von Dr. Max Mayer angesetzt war, war den Veranstaltern etwas bang zu Mute, besonders nachdem uns vor einigen Wochen ein jüdischer Buchhändler aufsuchte, um über Mittel und Wege zu beraten, wie man dem dauernd *urückgehenden Absatz des jüdischen Buches am besten begegnen könne. Und dann veranstaltet man derartige Vor* trüge In dieser Zeit, wo die Menschen der Ortsgruppe noch ״abgekämpft“ von der Weizmann-Aktion oder mit ״gesellsehaft* liehen Verpflichtungen“ überlastet sind. Erscheint es da nicht als Zumutung, jeden Uebertag in die Ortsgruppe zu kommen, und sich — Immer vom selben Redner und dasselbe Thema — Vorträge anzuhören? Nun, die Skeptiker haben Unrecht behalten- Alle Vorträge waren von über 100 Zuhörern besucht. Schon am zweiten und dritten Abend hatte *Ich ein ״Stammpublikum“ zusammen!** fi-nden. Alte Crlsgruppenmilgileder, die man sonst Monate lang nicht In Veranstaltungen sieht, haben keinen einzigen Vortrag versäumt. Als am zweiten Abend die Nachzügler schon nach einer Viertelstunde keinen freien Platz mehr Im Saal fanden, hörte Ich eltrn alten Zionisten gerührt sagen: ״Wie in alten Zelten ״ — Und in der Tat, auf diesen Abenden kam manchmal eine Stimmung auf, die uns ungewohnt geworden ist: Man kam um 8 Uhr und hörte eine Stunde lang Dr. Mayer einen sehr Instruktiven Abriß der hebräischen Lautlehre geben, dann kamen die Literatur-Vorträge, wobei wir alle, Redner und Zuhörer, die Zeit vergaßen, ‘lim 10 Uhr kamen noch Nachzügler, die bis dahin durch berufliche Ti'igkeit abgehalten waren, kurz: ein Bild, wie man es bei der Ueberlastung unserer Menschen nicht gewohnt ist. Der Onin i für das Gelingen ist einfach: Die Vorträge waren ausgezeichnet; einer immer besser als der andere, und wer einen Vortrag gehört hat'*, der kam zu allen. Es ist natürlich unmöglich, hier in einem kurzen Bericht den Inhalt der Vorträge zu erschöpfen. In seinen sechs Vorträgen behandelte Dr. Mayer die klassizistische Haskalah-Epoch« seit der’ Zeit Ramchals, die Romantik und den Realismus der klmp* frtr'en Haskalah, die jüngere, nationale, hebräische Literatur in den Dichtern der Uehergangszeit (Frischmann und Perez), in ihrer Publizistik (Achad Haam, Berditschewsky) uni Lyrik (Bla* lik, Tscheralriiowsky und Schneur). Leider war es nicht mehr möglich, auch noch die a!terji'!n8״te Literatur zu behandeln; für sechs Vortrage war der Stoff wirklich schon umfassend. Unübertrefflich war die Art, in der Dr. Mavtr das Problem löste, sowohl den'enigen, die die Literatur schon etwas kennen, als auch den mit der Materie ganz Unvertrauten etwas zu geben. Besonders zustatten kam ihm dabei Beine Begabung Im Vortragen von Dichtungen. Es war ein wirklicher Genuß, nicht nur über Mendele und Bialik, sondern euch Mendele und Blalik selbst von ihm zu hören. Besonders wichtig waren die Vortrip für unsere Jugend* bflnde. Endlich hörten sie einmal vom Zionismus nicht nur von der Pflicht (Sammelarbeit NU di« Fonds), nicht nur von seinem Gehirn (Ideologie und Palästina fragen), sondern auch von seinem H e r 1 e n, von allen den zionis'Ischen Gütern, die durch Wirtschaftskrise und Elawsndeningssperr« n’cht ent• wertet werden. Darüber hinaus war es einmal möglich, durch diesen Kurs an die Angehörigen der Jugendbünde Kenntnisse zu vermitte'n, wofür die Abhaltung von Spezla’kursea In den einzelnen Bünden eine Kräfteversehwendung und ■ut M««J*l m geeigneten Kräften «nmög’leh wir«. Die Jugendbündt heots *Ich auch ztemlteh gerJtloaaen an den Vorträge״ l«t*i'l*t״w«d: in den 14 Tagen Ihr* Verenstnltunires entsprechend «l«f§ÄÄIiir ■ ‘8•־ wind •1«l» toben enpt sw verbinden. ׳;׳׳ ■'"'■׳ ־" ' "־ 0n Dsrik gebührt noch der Z.V. f.D., der« I«»«!#«»* kommen uns die Abhaltung der Kulturwochen erst ertoiflcM hat; vor allem gebührt aber unser Dank Herrn Dr, Meyer selbst: In dhser Zeit schwerer Arbeit und Pflichterfüllung für Palästina hat er uns wieder einmal die Schönheit de« Zio*!«Ismus gezeigt, und wir hoffen, daß unser Beispiel an recht vielen Orten nachgeahmt wird, so daß, ebenso wie bisher Pro• pagandatourneen, auch Kulturtournee* zum dauernaen Bestandteil zionistischer Arbeit werden. Sondcraklloa m& Kongreß-Bodgct Oemäß Mitteilungen der Jüdischen Blätter ist i 10 Amerika zwischen der dort eingetroffene», unter Füurung von Rabbi Fischmann und Rabbi Meir Berlin stehenden Mhrachl-Delegatio« und der Leitung des United Palestine Appeal, der bekanntlich den amerikanischen Anteil am tio* nfstischc.: Budget aufzubringen hat, zu einer Einigung gekommen, auf Grund deren die an gesagte Sonderkampagne des Misrariii entfällt und die Misrachi-Deiegation im Rahmen des U. P. A. arbeiten wird. Welche Zugeständnisse die Leitung des U. P. A. gemacht hat, wird nicht bekannt gegeben. E* ist erfreulich, daß die SonderaktJon, die nur zur Zer* Splitterung der zionI?ti:chen Kräfte und zum Gegeneinander* Arbeiten geführt hätte, unterbleibt; zugleich aber zeigt dieser Vorfall, wie problematisch das ganze System der Budget* Festsetzung des Zionistenkongresses i;t Das Budget bindet zwar die Palästina-Exekutive, verhindert aber absolut nicht die Verfügung über die Mittel vor ihrem Ein* treffen in Palästina. Wir nehmen an, daß das Abkommen mit dem Misrachi auf Grund wichtiger propagandistischer Gesichtspunkte erfolgt Ist, über die wir in Unkenntnis der Einzelheiten nicht diskutieren können. Aber wir dürfen nicht die Au׳;en vor Tatsachen verseh'ießen, die eine grundlegende Reform der Kongreß-Maschine und des Budget* Apparates der Zionistischen Organisation unerläßlich erschei* nen lassen, wenn nicht Kongreßbeschlüsse fiktiv bleiben und die Palästina-Arbeiter der vordersten Front immer zum Schluß die Benachteiligten sein sollen. Entdeckung wlcfedser Altertümer Der Ziko wird aus Palästina berichtet: Herr S u k e n i k f der im Auftrag der Hebräischen Universität zu Jerusalem bei den Ausgrabungen der alten Synagogen in Galiläa tätig Ist, hat in einer der alten Synagogen bei Safed einen Trage* balkenstein entdeckt, in dem die Illustrationen der Planeten* scheibe eingraviert sind. Der Stein stammt aus der Epoche des zweiten Jahrhunderts nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Die Illustrationen der Planeten, die in den Synagogen in der Diaspora wie auch in den Machsorim bei den Gebeten von ״Tai“ und ״Geschein“ zu finden sind, sind nach Angaben von Sukenik den Illustrationen auf diesem Steine ähnlich. In den Ruinen einer anderen Synagoge neben dem Beth-Netufa* Tal, unweit von Sedjera, hat Sukenik eine hebräische Inschrift gefunden, die augenscheinlich aus dem fünften Jahrhundert stammt Die Inschrift enthält zahlreiche Angaben über Philantropen, die geholfen haben, die Synagoge zu erbauen. Nach den Namen ist anzunehmen, daß sie zu Priesterfamilien gehörten, die sich nach Zerstörung des Tempels gemäß der Brajta über die 24 Mischtmroth und den Pijutim des Elieser Hakalir in lener Gegend befanden. (Ziko.)

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