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Jüdische Rundschau · 1927-12-16 · Heft 100-101 (16.12.1927) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 100-101 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. »00/101, »0. XE. 1927 JUEDISCHE RUNDSOHAÜ Seite 721 Verlag:, Berlin) ist einer der lebendigsten und gerade durch die Dctailmalerei, durch das mehr Impressionistisch-Anekdotenhafte als Lehrhafte der Schilderung, einer der «ufschlußreichsten Berichte über das neue Rußland den ich kenne. - Lieber Rembrandt veröffentlicht Georg Hermann eine Reihe von Aufsätzen: ,,Holland, Rembrandt und Atnsterdam" (Merän-Verlag, Heide.berg), mit vielen Bildtafeln. Es fst eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit holländischer Kunst. Dabei spricht er auch über das Judenviertel von Amsterdam, über Israels״ ׳Sohn des alten Volkes" und schließt: ״Liebermann gab das Gesiebt des Judenviertels, Israels seine Seele und Heyermanas schrieb seine Lebensgeschichte". Den ersten zwei Ü!־teilen wird man beistimmen. Ein anspruchsloses, aber ansprechendes und anregendes Buch. Deutsche Geschichte- — Kurz nach dem Tode Max»- railian Hardens veröffentlicht der Avalun-Verlag in Drcsden dessen Buch ״Von Versailles nach Versailles‘‘ (633 S., 15 M.)r das eine Chronik der Wilhelminischen Epoche gibt, zugleich das Lebens« erk dieses großen politischen Kritikers und Mahners in seiner vollen Bedeutung zeigt. Schartblick, Mut und blendende Sprachkunst zeichnen das Buch aus, aus dem man politisch unendlich lernen kann. — Eine zeitliche und gedankliche Ergänzung bietet die im gleichen Verlag erschienene glänzende Biographie ״W f I h e i m der Erste“ von Paul Wiegier (637 S., 32 Bilder in Tiefdruck, 15 M.), eine eindringliche Darstellung eines Jahrhunderts deutscher Geschichte, zugleich mit kostbarer Erschließung eines echt preußischen Charakters und Menschen. Walter Rathenau, seht Leben und Wirken. Von Etta Federn-Kohlhaas. Carl Reißner Verlag, Dresden. Der Verfasserin dieser ersten und ausführlichen Biographie Rathenaus lag es vor allem daran, Dolmetscherin jener Gedanken und Ideen zu sein, die in seinen nicht leicht zugänglichen Werken verborgen liegen. Rathenau hat nicht dunkel, aber schwer geschrieben, hat doch sein bedeutender Vater Emil Rathenau aas scherzhafte Wort geprägt: ״Walters Bücher sind viel leichter zu schreiben, als zu lesen.“ Eine Bereitschaft si h anzustrengen und mit ganzem Ernst daran zu gehen, muß bei jedem angenommen werden, der in Rathenaus Ideenwelt, in seine sozialen Diagnosen, und Prognosen etndringen will. In der vorliegenden, mit großer Ehrfurcht und Bewunderung geschriebenen Biographie ist den Zaghaften und Scheuen, die sich an die fünf Bände der Ratnenauschen Werke nicht heranwagen, eine sehr gute Gelegenheit gegeben, ohne besonderen geistigen Strapazen ausgesetzt zu sein, sich eine genaue Vorstellung davon zu machen, was Rathenau wollte, welchen Weg er dem Menachen, der Menschheit zeigte. Rathenau bemerkte einmal, käme heute ein Prophet, ex würde gewiß nicht umhin können, von Maschinen, von technischen Errungenschaften, von Trusts, von aller Art wirtschaftlicher Vereinigungen ln seinen Predigten, Aufrufen und Verkündigungen zu sprechen. Rathenau verbreitete sich ln seinen Hauptwerken sehr viel über die Neuorganisierung der Wirtschaft, des Verbrauchs usw., aber das Ziel, das ihm dabei vorschwebte und dessentwegen es sich zu heben lohnt, ist doch das Reich der Seele, das Reich der Liebe. Diesen Hauptkern seiner Werke besonders hervorzuheben, auf 4ha hauptsächüh die Auf merksamkeit des Lesers zu lenken, staute sich Frau Federn- Kohlhaas in ihrer Rathenau-Biographie zur besonderen Aufgäbe, und es gelang ihr, dieser Aufgabe vollkommen gerecht zu werden.!Darüber hinaus aber wollte sie auch ein Bikf von dem fabungen und Beschäftigungen ln» Grund*, ein tief einsamer, 1 ifnjiückKeher Mensch gewesen ist. Und das nicht nur deshalb, weil viele von den irdischen Freuden ihm versagt geblieben sind. ״Vornehmheit ist Entcagen“ lautet einer seiner Aphorismen. Die Tatsache, daß er während seines tanzen Lebens unverstanden, mißverstanden, mißdeutet war, ildete seine eigentliche und wahre Tragödie. ״Er lebt mit seiner Lehre“ hieß es in den Kreisen, die die Bedeutung seiner werke vollauf anerkannten, und die eigentlich seine Freunde hätten sein» sollen. Es war sehr kalt um Rathenau und diese Kälte zwang ihn in Dingen des inneren Lebens zu noch strengerer Zurückgezogenheit, als sie Ihm schon ohnehin eigen war. Wie einsam Lm Grunde Rathenau \varf kann man daraus ersehen, daß jedesmal, wenn sich ihm jemand aus wirklicher Freundschaft ohne Nebenabsichten näherte, er für eine solche Freundschaft besonders dankbar und empfing- Heb war. Das Ziel einer jeden Biographie, das darin besteht, uns einen außerordentlichen Men*־hen näher zu bringen und dem Leser die Bedeutung seines geistigen Vermächtnisses klar zu machen, ist in dem Buche van Frau Federn-Kohlhaas in sehr vornehmer Weise erreicht worden. Sch. G. Die Aufrichtung der Menorah Entwurf •hier Pantomime. Von Arnold Zweig. Vorbemerkung: Dieses Oerlppe einer Pantomime?eht nur auf die seelßchen und *zenlscnen Grundlagen vort Imcn ein, die im einzelnen erst genauer dargestellt und beschrieben werden müßten. Die Pantomime rechnet aut zwei Tänzer-Halbchöre von mindestens je sechs Männern, ebenso vielen Frauen und auf zwei oder drei Solotänzer. 1. Der Triumph des Jupiter Ammon. Die Herme des Jupiter Ammon, ein Zeuskopt mit Ammonshörnern statt der Ohren, in der Mitte der Szene. Zur Linken der erste Frauert-Halbchor in schwarzen und grauen Gewändern, händeringend. Der erste Männer-Haibcnör, sechs Minner, att Pfähle gebunden. Zur Linken der zweite Männer-Haibchor als syrtsch-heilenische Krieger mit sechseckigen Schilden, Schwertern und langen Lanzen, rhythmisch entsprechend den Pfählen angeordnet. Der zweite Frauen-Halbchor, Terapeltlnzerinnen, orientalisch, den Siegestanz des Hellenentums zu einer rasselnden, nsisch endenden Tanzmelodie dem Jupiter darbringend. er erste Solotänzer als Priester des Jupiter Ammon, mit starrer, prunkvoller Maske, einen Hohntanz mit einer Thorarolle tanzend, die er dem Jupiter darbringt Die Krieger, zweiter Männer-Haibchor, mit ihren Lanzen aus der starren Senkrechten in eine wagerechte Horizontale übergehend, bedrohen die Gefesselten an den Pfählen mit dem Tode. Kette der Frauen des ersten Halbchors vor den Bedrohten. Auftreten des zweiten und dritten Solotänzers, syrischer Feldherr und jüdischer Hellenist Der Feldherr mit dem griechischen Buschheinie, gepanzert, def jüdische Hellenist, den Talith zusammengelegt über der Schulter wie ein griechisdies Himation, sonst die kurze Kleidung griechischer Jttnglinge tragend. , Sie umkreisen einander, nähern sich einander. Schweichelnde Musik. Kurzer Tanz Hand ln Hand. Der Feldherr setzt dem Helleaist״n seinen Opferkranz auf. Der Hellenist überreicht dem Feldherm eine kleine Buchrolle. Der Feldherr nimmt dem Priester die Thorarolle aus den Armen und übergibt sie dem Hellenisten. Der Hellenist legt die Thorarolle, feierlich tanzend, vor der Jupiter-Statue nieder. Er befreit die Gefesselten, die, während die Frauen in großer Horizontale aut die niedergelegte Thorarolle deuten, die Augen mit den Händen bedecken. Die Musik bringt fragend und von Disharmonien umgeben die ersten Takte des fJv»oaus-Zur“-Liedes. ״ Die Siegesmusik der Hellenen übertönt es alsbald. — Tanz des Priesters, des Feldherrn, des Hellenisten, vor der Juoiter-Statue zu rhythmischera Klatschen des Chores der Tempeitänzerinnen und der syrischen Krieger. 2. Opfertanz. In der Mitte die Jupiter-Statue, davor der Altar mit der Opferflamme. Der Hellenistopfert Weihrauch dem Jupiter. Erster Halbchor, Bellenistisdie Juden 10 weißen! Chiton hdlenfstische.. Jü4toc«|,:i|J\,l»^#';:<3«winf‘W griechische unschlüssig In der rechten Sühne. ....... Im Hintergründe drei Krieger (Hälfte des ersten Halbchors) als Wache mH Schilden und- Lanzen. Der Opferreigen geht seinen Gang zu einer frohen Durmelodie. Erster Solotänzer, bärtig, als M a 11 i t j a h u, erscheint erhöht über dem Chor der unschlüssigen Juden. Leidenschaftlicher, beschwörender Tanz gegen den heidnischen GreueL Die Opfernden umschlingen in ihrem Reigen auch die Unschlüssigen. Der Hellenist führt einen Knaben an den Altar, damit er opfere. Tanz des unschlüssigen Knaben mit dem überredenden Hellenisten. Der erste Solotänzer, Mattitjahu, stürzt sieh im Augenblick, da der Knabe der Ueberredung unterliegt, auf den Hellenisten und' tötet ihn. Keilförmiger Vorstoß des Chores der UnschiQssigen, zur Tat hingerissen gegen die Opfernden. Vertreibung der Opfe nden und der Wache Der Kopf der Jupiterherme wird tanzend herabgenommen und zu Boden geworfen. Tanz der siegreichen Aufständischen um den Kopf des Gottes, der verhöhnt und bespien wird. Die Musik Intoniert gegen - den Schluß die ersten Takte des ״Moius-ZuT'-Uedei stark in Dur und endet sie fragend in Moll. 3. Schwertertanz» die Schlacht darstellend. Große 'Tanmene des gesamten Chores, Frauenchor mit großen weißen gebogenen Schlachthömern. Musik wie ein Siegesmarsch mit wilden, stampfenden Rhythmen. Erster Männer-Haibchor als Phalanx syrischer Krieger. Tartz, Schild an Schild, die langen Lanzen als strenge Horizontale und Vertikale abwechselnd, geben dem Ganzen den Charakter. Dieser Tanz wird nicht von rechts nach links, sondern von hinten nach vorn getanzt, so daß die Phalanx den Hinter* grund bildet, die Tänzerinnen mit den Hörnern erhöht stehen, die iudaischen Krieger und Frauen den Vordergrund erfüllen. Erster Solotähzer der Hebräer, mit dem Sefer* Thora, unbeweglich im ganzen, links vorn beschwörend. Zweiter Solotänzer der Hebräer, Krieger mit Schwert, rechts vorn, die Kämpfenden führend. Aus dem Hintergrund auftauchend der Elefant des Nfkanor, den Sieg der Syrer entscheidend. Flucht der Judler nach Unk» und rechts vorn. Der dritte Solotänzer, Jochanaan, junger Mann mit Opfer* messer, vor dem Sefer-Thora, den Tanz des Gelübdes tanzend, stürzt. sich unter den Elefanten, schneidet ihm die Sehnen durch. Zusammensinken des Elefanten, der ihn begräbt. Flucht der Hellenen, Gefangennahme der Tänzerinnen, die ihre Hörner wegwerfen (acht Hörner, weiß, leise gebogen, sehr lan-r, wie große Elefantenzähne). Halbchor der überbilcbenen Juden, die Toten beklagend Das ״Moaus-Zur“-Lied in Moll endet in einer fragenden Fanfare. 4. Das heilige OeL Tanz der Frauen mit Amphoren. Die zwei Solotänzer als Priester. Die Frauen bringen ihre Amphoren mit Oei Die Prfegfet lehnen das Oel als unrein ab. Klagende Musik. Blaues, violettes, grünes Licht Dritter Solotänzer, junger Krieger mit Maurerkelle statt, des Schwertes, bringt das Krüglein heiligen Gele*. Die Priester erkennen es als unentweiht. Entzünden des heiligen Lichtes. Den Hintergrund erfüllen langsam der zweite und dritte Halbchor als Krieger mit großen Quadersteinen. Der dritte und zweite Halbchor beginnt zu bauen. Der erste und vierte Halbchor links und rechts mit Bogen und Pfeilen als Wache. Der zweite und dritte Halbchor baut die Mauern, die den Hintergrund abschließen. Tanz der Bauenden, die einander die Steine zureichen und sie legen. 8. Errichtung der Menorah, Den Hintergrund schließt die Mauer ab. In der Mine der hohe Sockel der Jupiter-Herme, der rechts und links je vier Löcher aufweist Feierlicher Aufzug der beiden Halbchßro. Der erste Solotänzer mit dem Sefer-Thora, der zweit« als Krieger mit dem Schwert und dem Hammer (Juda Maccabi), der dritte mit der großen Fahne, dem Davidsechüd mit den Buchstaben כבי» (MaecabQ. Die;T«ap«Ä1zfri*wg. a^ Ocrfagf»t• ׳ Wtfen _ ®ft' Idönter dhr,s1>..*s .... . t ^1Ülp. Daerste und z’iveHT Männer-Häbchor' übernehmen ־׳iHf' neigen sie vor dem Sefer Thora, fügen sie In die Löcher im Pfosten des fuoiter-St&ndbiides, so daß sie einen achtarmigem Leuchter bilden. . Aus der Höhe des Saales trifft der Strahl des Scheinwerfers einen nach dem anderen der acht Leuchterenden. Es entzündet sich dort eine Flamme. Großer Schluß-Rundtanz. Die weiblichen Halbchöre mit Früchten des Landes, die männlichen mit Maurerkelle und Rechen, Spaten, Sichel und Sensen. Die Früchte des Landes werden vor der Menorah niedergelegt. Das ״Moaus-Zur“־lied beginnt zu dieser Szene die Musik und beendet sie als voll instrumentierte Sinfonie. In einer Unterhaltung mit einem Mitarbeiter des ״Israelit!- sehen Wochenblattes für die Schweiz“ berichtete Max Br04, er habe die Absicht, mit der Ausarbeitung eines neuen Romans zu beginnen, welcher die Frankisten-Beweguag zum Thema haben wird: jene religiöse Gesellschaft, die sich um den jüdi* sehen Sektlrer Jakob Frank (1726—1791) scharte, der sich für den wiedergeborenen Christus ausgab. DIE GROSSEN ROMANERFOLGE LION FiUCHTWANGIR Die ftäfjfldje fterjogin 130.-140. TAUSEND LEINEN UM. 6.50 ARNOLD ZWEIG ©er <5treit um freu (Sergeanten öriföa 16.-58. TAUSEND LEINEN UH. 8.50 GUSTAV KIEPENHEUER VERLAG •POTSDAM in xu In dar Jüdischen Rundschau finden aufmerksame Laaer. 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