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Jüdische Rundschau · 1927-12-16 · Heft 100-101 (16.12.1927) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 100-101 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 20ד JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100/100, 16 XIT. 1927 trieb sich hinzugebai, der den Menschen die unendliche Straße gehen heilt, einzig auf das Ziel gerichtet Und eine solche Geschichte von unendücher Wanderschaft, von der Macht des Blutes und der Rasse, von der Leidenschaft der Liebe und des Hasses, ein Buch der Inbrunst und orientalischen Oiut ist diese ״Kurdische Nacht“, die die Schicksale eines kurdischen Jünglings zweifelhafter Rassen* herkunft schildert, der ein rassenfremdes Mädchen Hebt und über, die Abgründe dieses Gegensatzes hinweg, ausgestoßen von der meristhlichen Gesellschaft, sich im schlieBlichen Untergang mit ihr vereinigt. Die dichterische Kraft und Farbenpraent des Buches zeigt sich nicht nur in der bewegten, vorwärts stürmenden Handlung, in der Darstellung der Land- •cliaft, der Bilder und Szenen einer fremden Welt, sondern dieser Dichter weiß um die Zerklüftung der menschlichen Seele, um das Nebeneinander verschiedener Seelenschichten; und er. sucht sogar an einer Stelle eine neue dichterische Technik, um dieser Vielheit des Innern Geschehens eine ratio naJe Form zu geben, indem er in einem Kapitel Traum, Gedanken und gesprochenes Wort in buchstlblicnem Sinne nebeneinander stellt, sowie die Stimmen eines polyphonen Musik- Stückes, die sich doch zu einer Einheit verbinden. Auch diese psjüioiogistische Darstellung ist wOhi aus jüdischem Geiste gehören, Analyse einer mystischen Einheit, so ■wie Freuds Erkenntnis tieferer Seelenschichten, die in der modernen deutschen Literatur ge ■ade auch hei jüdischen Schriftstellern von so weitgehendem Einfluß gewesen ist. Nach dem großen Epos der ins Innere Frankreichs verschlagenen Judenfamilie ״Simler et Co.“ zeigt uns die ״Kurdische Nacht“ den Dichter Jean-Richärd Bloch, den wir zu den Unsem zählen, ־von einer neuen Seite. Beide Werke werden ihn vermutlich in kurzer Zeit in Deutschland heimisch machen, zumindest in den iütfisehen Kreisen. R. w. י• זז• רלגיגסי: דור וסופריו j. Ch. Rawnizki, ״Eine Generat Ion und ihre Schriftsteller“. Notizen und Erinnerungen an die Schriftsteller meiner Generation. Verlag Dwir, Tel- Awiw. 20 Piaster (4 M.). Wir haben hier ein selten interessantes Buch vor uns. Ein Mann, der jahrzehntelang im Mittelpunkt des jüdischen literarischen Lebens im alten Rußland stand, der Genosse Bialfks im Verlag Moria, erzählt von seinen Begegnungen und Erlebnissen mit den großen Figuren dieser Epoche, die wir heute schon historisch werten können, als eine Zeit regsten geistigen Lebens, innern Umschwungs und schöpferischer Neu gebürt im Judentum, wo zugleich mit dem nationalen Erwachen auch die Literatur eine neue Blüte erlebte. Im Mittelpunkt des Buches steht Mendelc , dem Rawnizki einen ganzen biographischen Essay widmet. Er erzählt ferner von Jehuda Leb Gordon, dem Dichter der Haskala, von Scholem Ale ehern, Fru g, Lewinski. Frischmann, Achad Haam, Bialik u. a. Wer hebräisch lesen kann und sich unentbehrliche Requisiten zum Verstandnis der neuen Epoche des Judentums — uns Westjuden in der Mehrzahl noch heute nicht aufgegangen — verschaffen will, der• greife zü diesem Buche. Verla« Ihr. R. Färber, Mähr. Otiraa Zionistische Politik Eine Aufsetzreihe von Butt Holm und Robert WeUsdi , 8°, 300Seiten. Pral• M. »••9 ׳־ ׳ Kurze Hinweise Für die Jugend. — Doktor Dolfttle ist in kurzer Zeit ein populärer Liebling unserer lugend geworden, und er verdient es. Es gibt wenig Märchengestalten, bei denen wir uriscre Kleinen so jenseits aller Unnatur und Grauen, die althergebrachte Märchen charakterisieren, so wohl geborgen wissen. Humor, Anregung, liebenswürdige Spannung und natürliche Menschlichkeit zeichnen diese Bücher Hugh Loitings aus, von denen das dritte ״Doktor Doiittles Zirkus“, mit reizenden ulkigen Tierbildern und schönem großen Druck jetzt deutsch vorliegt (Verlag Williams ft Co., Berlin-Grünewaltl, 6,50 M.). — Eine sehr empfehlenswerte kleine Jugendschrift ist Arenhövels Tierfabel ״Kilian und Wenzelslaus“ (Adolt Sponholtz Verlag, Hannover. 2 M.). — Für etwas Aeltere, etwa 10—13jährige, haben Arnheim, Schiffer und With eia prächtiges Buch ״Jugend und Welt“ mit Liebe und Verständnis zusammengestellt (Williams & Co., Vertag, Bcrlin-Grunewald, 6,50 M.). Es ist eine glückliche Mischung von Unterhaltung!־״ und BeJehrungsstoff, führt interessant Und verständlich in alle Wissensgebiete vom Luftschiff bis zur Zeitung ein, hat gute Bilder, pazifistischen Einschlag und findet leicht den Kontakt mit den jungen Lesern. - Ein köstliches, künstlerisch und menschlich bedeutendes Kinderbuch schenkt den Kleinen die uns bereits als lllustratorin hebräischer und anderer Kinderbücher bekannte Tom Seidmann - Freud. Es heißt ״Die F i s c h r e i s e“ (Peregrin-Verlag, Berlin) und gehört zu den so recht für Kinderherz und -verstand geschriebenen und gemalten Büchern. Ein Kindertraum, an Hand der entzückendsten Bilder vorgeführt und von Versen begleitet, die zusammen alles enthalten, was Kinder in Seligkeit versetzt. Dieses Buch ist — wie wohltuend in den! wirren Wald der Kinderliteratur — ganz frei von Pathos und sonstiger Ueberfieblichkeit und auch künstlerisch so ganz dem Kinderauge angepaßt. Wie wir erfahren, erscheint das Buch in Kürze auch in einer hebräischen Ausgabe, für die Bialik den deutschen Text übersetzt hat. Unseren deutsch verstehenden Kindern kann man es aber schon jetzt zu ihrer Freude zu Chamikkah schenken. Amerika. — Der Heidelberger Soziologe Carl Brinkmann gibt in seiner Schrift ״Demokratie und Erziehung in Amerika“ (S. Fiseher Verlag, Berlin 1927, 3 M.) eine liebevolle Analyse des jugendfrischen amerikanischen Geistes, einer Mischung von Spartanismus, Kindlichkeit und Pragmatismus, der die demokratische Mentalität formt. George Santavnna schildert die angelsächsische ״Männlichkeit“ so: ״Sie ist selbstbewußt, aber mit einem rettenden Zusatz von praktischem Wesen und Humor, denn es liegt darin Selbstvertrauen, das auf wirklichem Können ruht, wie das Selbstvertrauen des Athleten, und dabei frei von irgendeiner übermäßigen Schätzung dessen, was dieses Können wert ist . . Was Brinkmann über Wesen und Eigenart der amerikanischen Schule, dieses Hauptinstrumentes des Schmelztiegels, sagt, lese man nach, wenn man wirkliche Aufklärung sucht. Die Jude!!frage scheint B. in Amerika unbedeutender als in Europa, da ״aas jüdische Element — der europäischen Wirtschaft . . . eine Erbschaft des Mittelalters ist“, und Amerika das ״mittelalterfreie Land“. Man erkennt aber auch das ״vergleichsweise Ungeistige der meisten vom Judentum nicht geprägten Milieus“. Daß vom jüdischen Standpunkt gerade die von B. erwähnte gesellschaftliche Aechtung der Juden ein Symptom der wahren Judenfrage ist, sei nur nebenbei bemerkt — Wer Amerika, dieses yachtigsie Land der Zukunft, aus der Feme auch von Angesicht kränenlerneri will, dem empfehlen wir den neuen Band der schölten Sammlung ״Orbis Tetranjtn“.:W^fÄgs־WiS|iÄft, Berlin. E. O Hoppd nennt das Buch, das 304 Tiefdrucktafeln von Landschaftsphotographien vereinigt, ״Das roraantische Amerika“. Wir sehen nicht nur die aus dem Boden hervorgeschössenen Riesenstädte, sondern auch die herrliche Landschaft des riesigen Weltteils, die Verschiedenartigkeit der Staaten in Ost und West, Süd und Nord, Natur und Volksleben. Die Einleitung zerstreut manches hergebrachte Vorurteil. — Von einer anderen Seite zeigt Upton Sinclai r das amerikanische Leben. In seinen neuen, im Malik-Verlag, Berlin erschienenen Büchern wird wieder die Uebermacht verworfener Profitgier im größten Kapitalistenstaate vorgeführt. Besonders der Roman ״Petroleum“ (1,50 M.), der soviel Aufsehen erregt hat, ist eine solche Gesellschafts- und Menschenschflderung aus einem Spezialbezirk des amerikanischen Wirtschaft*- lebens. — Da ist ״Manhattan Transfer“ von John dos P a s s o s (Verlag S- Fischer, Berlin) von größerem künstierischen Kaliber. Es ist der ״Roman einer Stadt“, nicht eines Einzelwesens, ein in rasendem Tempo wirbelnder Fifm mit stets wechselnder Szenerie, unzähligen Menschen und Schicksalen, deren Gemeinsames ist, eben Teile dieser Stadt zu sein, die fiebri״ und tollfrisch erst Ihre geistige Gestalt sucht Natürlich schießen auch jüdische Figuren an uns vorüber, eine jüdische Arbeiterin im Konflikt mit der altmodischen jiddisch-sprechenden Mutter (etwas zu schablonenhaft freilieh), Streik, Raub, Gericht, Brand, Pleite, Liebe, Theater — es ist eine neue Art von Dichtung, die stärker als Expressionismus wirkt, und in ihr ist echtes Amerika. ״RGG“. —- Von der zweiten Auflage der ״Religion in Geschichte und Gegenwart“ (Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, Verlag J C. B. Mohr, Tübingen 1<J27) liegt nun der ganze erste Band in 22 Licferungen vor (Subskriptionspreis für den 63 Bogen starken Baud 38,40 M.). Die ersten Lieferungen wurden hier bereits besprochen. Natürlich enthalten auch die neuen Hefte, mit denen der Buchstabe D abgeschlossen ist, eine Menge Artikel, die uns direkt oder indirekt interessieren. Es ist unmöglich, im Rahmen einer kurzen Anzeige auf alles Wichtige einzugehen. Natürlich sind die wichtigsten Gegenstände vom christlichen Standpunkt behandelt. Dies gilt z. B. auch vom Artikel ״B i b e 1“, der einen breiten Raum einnimmt. U. E. wäre z. B. im Artikel ״Bibel-Erklärung“ eine Darstellung de? jüdisehen Interpretation, die ja den Hauptinhalt der riesigen rabbinischen Literatur ausmacht, auch von allgemeinem religionsgeschichtlichen Interesse. Die letzten Hefte enthalten auch ״Buddhismus“, ״Christentum“ und andere längere Abhaodlungen. Erwähnenswert ist der Artikel ״Diaspora, jüdische“ von Fiebig, worin zum Schluß auch auf die gegenwärtig wieder zunehmende Bedeutung des palästinensischen Diaspora-Zentrums!angewiesen wird. Ueber ״David“ schreibt Alt, über ״Debora und Deboralied“ Gunkel, über ״Da n i e I bu c h“ Baumgartner, über ״D e k a 1 og“ Volz usw. Auch über Buber und Dubnow finden wir Artikel. Eine Reibe allgemeiner Themen ist auch erörtert, z. B. Deszendenztheorie, Demokratie usw. ln diesem Heft finden wir auch den wichtigen Artikel ״Deutschland“, wobei auch das deutsche Judentum statistisch erfaßt wird. 2# . ■ Der rasende Reporter. — Von Egon Erwin Kisch liegen zwei neue Bücher vor, eine große Freude für die stets wachsende Gemeinde, die die Erzählerkunst und Lebensfrische dieses geborenen Journalisten m schätzen weiß. ״Wagnisse in aller Welt“ (Universum-Bücherei für alte, Berlin 1927) enthält eine Reine spannender Abenteuer, oft ajrch fthnologiscb, iiffgre&Ggnt -wl* <ter- Jkricb! über die tunesfr sehen-..Juden. •- m״״J&pn,״,Fügen,/,Bols^iewikeft“• :.(Erich Reiß DIE SCHRIFT Zü VERDEUTSCHEN UNTERNOMMEN VON MARTIN BUBER GEMEINSAM MIT FRANZ ROSENZWEIG Von den 20 Bänden des Werkes sind bisher erschienen: 1. DAS BUCH IM ANFANG 4. DAS BUCH IN DER WÜSTE 3. DAS BUCH NAMEN 5. DAS BUCH REDEN 3. DAS BUCH ER RIEF 6. DAS BUCH JEHOSCHUA 7. DAS BUCH RICHTER Prm von Band I, II, IV und V in Pappe je M 4—, in Balbnkinen je M 6.—, in Ganzpergamenl je M10.—, von Band UI, VI und VII in Pappe je M 3.50, in Balknüeinen je M 5.—, in Ganzpergament je M 8.50, I-Vin Geschenk-Kassette: Pappe 19.50, Leinen 29.—, Pergament 48.50 Ein Dichter Über das Werk: Die fünf Bücher Mose, die bisher vorliegen, bringen mir einen vordem verborgenen Hauch von Morgenland, von Maischenfrühe, deren Wesen durch Bezeichnungen •wie archaisch oder barbarisch in keiner Weise erschöpft wird, sie offenbaren ihre Entschiedenheit, ihre gedrungen ruhender Anschauung zustrebende Denkart in weit größerer Schroffheit, Fremdheit, )»Wildheit, aber auch aus größerer Nähe. Verkündung und Befehl werden manchmal unnahbar und daher erregender. Wir verlernen manchmal das leichte Vastehen, um uns zwischen Staunen und geheimnisumwittertem Zögern um ein unleichtfertiges Verständnis m bemühen. Wir spüren: hier ist Kunde des Vergangenen in da Urgestalt — Urkunde. Oskar Loerke tn der ,Neuen Rundschau‘‘. VERLAG LAMBERT SCHNEIDER! BERLIN cnanukkan-Beschenke antiquarisch aus unsern Katalogen 28, Luxusdrucke' haupts. jüdischen Inhalts) 31, Judaica (wisienanbaftl. und schöne Lit.) Utopia 0 Buchhandlung und Antiquariat X Be r I i n W IS! Kaiser Allee 209. fl :ooooooocxxx>o י> ■ a■■■ ■■■■■■■■ ■■■aeaae ■■■■■■■■ a a J Soebou erschienen: 2 : Zionstfsciie Jugentoegiing : 2 Von Dr. SlegtricdKanowltz 2 2 (Broschiert 80 Seiten) ■ 2 Zn beziehen durch die Zionistische Vereinigung g g für Dentschland, Berlin WU. Mednekesfcr. 1 ן 2 Einseipreis Hk 040, bei größeren Bestei- * 2 hingen durch Jugendorganisationen Mk. 0,80! a a aaBBaBBBBaaBiBBaaaaaaBBBBaaaaa jt|11u1!mM11H11mH111n111111n1HHuw1n1mM1u1״tmt1MM11111111M111m111w11111m111||. SS i i XEätum find $5ie j nod) nid)t fltitglkd; j | Qüd&erit Sit ft4 tue Dorttile, »erlangen | | Sir no# heute ausrübeligcn Prefpef t1 | | ,freie Xöabl! fttoberne Tlutcren tt<ie Shat», I | ־Ib. Iffan״, lltap J3rot>, TD. »on Itte'e ult». | | tttebr als 350000 ßdnbige tttirglieher. § 1 2>eurfd?e 2»ud>0)־if1ne/nfct>aff, | | Berlin 0tt>68, ־ÄUe 3«?ob0r. IS6/S7 \ DAVID JOSEF BORNSTEIN EINFÜHRUNG IN DAS HEBRÄISCH DER GEGENWART HERAUSGEGEBEN VON DER ZIONISTISCHEN VEREINIGUNG FÜR DEUTSCHLAND Der hebräisch-palästinensische: Schriftsteller S. Ben-Zion bezeichnet den Autor des Werkes als einen der bedeutendsten Kenner der Sprache in diesem Zeitalter. Er sagt: ,Bo״n«tein bat mit diesem Buch einen Weg zur Erlernung der neuen Sprache 111 r Gebildete gebahnt denen es schwer fällt, sich mit imendeinera Buche abz״teben. das für einfache Anlänger bestimmt ist. Wie es scheint, ist dieses Buch dazu bestimm{, von solchen mit besonderer Liebe studiert zu werden. Ich bin sicher, daB diese• Buch . . für unsere Sprache werben wird und somit auch tflr unser Volk und Land,“ BEZUGS-BEDINGUNGEN: Preis broschiert Mk. 7JO I (zuzügl. Mk. -.60 für Porto und Verpackung, Ausland Mk. —.70 in Ganzleinen Mk. ®.— | nur gegen Voreinsendung des Betrages oder per Nachnahme) ALLEINVERTRIEB: JÜDISCHE RUNDSCHAU G.M.B. H., BERLIN W15 Meinekestraße 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392.

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