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Jüdische Rundschau · 1927-12-16 · Heft 100-101 (16.12.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 100-101 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.!00/101,!ft XE 1627 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 711 מ mein a der rer Ist lacht, ie die Geist- Weihseiner n will irken, inden, n, die jeinen Gott- Euch 1 lebt, laubet render eiden- : kann h den 1 muß trnen. die in X die nieder r dem Webm tntd er 8eiß wir h vier ld und wie *n Wehte ch die •ftmten d verin den t Jahr- :h wir, Wirken l gött- 1 Jahr- 1d kein rstarki mseres hllchen en, für ge der n, den in der itnrnes, heuten r Seele Wertes ordene Mische nähermittelum Erite wie ilutend Stamm . Wir, m, wir, :rn den us, der n zum erhebt, ondern!«druck! ־Weitilisrous ranken keine;bar in tstrebt. in der ch sich!nvolke tiefem y.t Bcr iür alle ren, an Vateren, da Ewig- Funder — die übermenschliche Kraft, bestimmend einzuwirken auf die geistige Entwicklung des gewaltigen Pmerreiches. Wer die Kapitel zu lesen versteht, die ein ungenannter Seher ira baby- Ionischen Exil sich aus der Seele gerungen, wer sie zu vergleichen versteht mit den jüngst aus dem Trümmerhaufen Susas zutage geförderten Denkmälern, der weiß es, wie nahe das Judentum daran war, dem geistigen Antlitze des von Cyrus geschaffenen Imperiums unsere Prägung zu geben. Ein Prophet, dessen Worte wir am Schlüsse des 19. Kap. des Buches Jesalas lesen, konnte schon damals seinem Volke die Aufgabe stellen, Mittler zu werden zwischen den feindliehen Großmächten der Erde, durch seine Geistigkeit zu überbrücken Abgründe von unergründlicher Tiefe. Als wir zwei Jahrhunderte später ln die vom großen mazedonischen Eroberer neu gegründete Hafenstadt am Mittelländischen Meere kamen und zum erstenmal in ein Verhältnis traten zu den Ergebnissen des hellenischen Genius, da genügten wieder wenige Jahrzehnte und ln dieser für die Welt so bedeutsamen Vereinigung wurde der jüdische Teil zum herrschenden. Es bildet sich jene alexandrinische Philosophie, die entscheidend beitrug zur Entstehung des Christentums und bis auf den heutigen Tag im Denken und Glauben der katholischen Kirche ihre tiefen Spuren zeigt Als sich vom Mittelalter die neue Zeit, der neue Geist loslöste, da war es das unter jüdischer Führung angebahnte bessere Verständnis der Bibel, das es den Völkern möglich machte, den Weg des religiösen Fortbildens sicheren Schrittes zu wandeln. Stolz sollt ihr wieder darüber empfinden, daß Ihr dem Volke angehört das der Welt die königliche Gabe des Optimismus gebracht. Gewiß, es gibt andere Völker, die lebensfroher sind als wir, lebenshungriger, aber keines, das, wie das unsere, im tiefsten lebensbejahend ist Nicht der ist ein Optimist, der dem Rate des römischen Dichters folgt und des Tages Genüsse pflückt, unbekümmert um die Mühsal der kommenden Stunden. Lebensbejahend Ist das Volk, das im schwersten t e!d und herbsten Kummer an der Erlösung nicht verzweifelt, für die Erlösung sich müht, das unter den blutigsten Verfolgungen sich und der Welt unaufhörlich sagt: ״Währt es auch noch so lange, harre aus, die Erlösung wird, sie muß kommen.“ Die messianische Hoffnung, der höchste und segensreichste Optimismus gehört zu den köstlichsten Gütern, die die Menschheit besitzt. Und wenn gerade jetzt in der tragischsten aller Zeiten, da jeder von uns eine Welt von Trauer und Jammer trägt, wenn mitten unter den Orgien tierischen Hasses die Welt zu hoffen wagt auf einen künftigen Bund friedlich miteinander an Kulturwerken wetteifernder Völker, so ist diese im roten Blutmeere wie eine Wunderblume von nie geahnter Schönheit aufsprießende Hoffnung letzten Endes der Erziehung zum jüdisehen Idealismus zu danken, zu jenem Idealismus, der schon vor dreißig Jahrhunderten, als der Krieg das tägliche Brot der Völker war, einen unserer größten Söhne von der Zeit weissagen ließ, in der die Marterinstrumente sich wandeln würden zu Werkzeugen fruchtbarer Arbeit, in der kein Volk mehr das Schwert erheben würde gegen das andere, in der Aufbauen und nicht Zerstören, Zusammenarbeiten und nicht Befehden, das Fühlen und Wollen der Menschheit beherrschen würde 0m.. II). Stolz sollt Ihr wieder darüber empfinden, daß Ihr dem Stamme angehört, welcher der am höchsten schöpferische ist Wir wollen wahrhaftig das Große nicht verkennen, das die anderen Kulturvölker der. .Welt beschert Doch was wir ihr gegeben, ist das Entscheidende, Ist das Bestimmende. Wir haben > 5ÄKgeldw!| den Weg aus« €®ÄJnit,at11.^Ä'«h/h1li11« das<5ött- ׳ Me zu »!eben und za finden; vor uns and ohne ans hat kein Volk die» vermocht Bedürfte es noch eitles Beweis«, so wäre er in der Tatsache zu sehen, daß geistig so hochstehende Völker, wie die im äußersten Osten der Erde lebenden, bis auf den heutigen Tag zu dieser Erkenntnis nicht gelangen konnten, weil sie in der entscheidenden Phase ihrer Entwicklung der Hilfe, deT Führung des Judentums en traten mußten. Wieder sollt Ihr fühlen, wieder sollt ihr wissen, daß Euer Volk das auserwählte ist da« ״ אתה בחרתנוDu hast uns auserkoren", das vielen von Euch zu einer leeren liturgischen Phrase geworden, soll wieder Euren Lebensinhalt bilden. In dieser Stunde, in der die Menschheit mehr denn je nach Erlösung lechzt soll im Dunkel der Gegenwart das ewige Licht Israels neu erstrahlen. Wenn noch heute, da seit fast zwei Jahrtausenden ein großer Teil der Welt sich äußerlich zu unserem Gotte bekennt, das Heldentum einen so breiten, fast könnte man sagen, beherrschenden Platz im Glauben der Völker einnimmt, so ist cs dem Umstande zuzuschreiben, daß wir, seit unsere Seele im Exil lebt seit wir in Tausende von Gruppen zerschlagen sind und eine jede den Verzweiflungskampf gegen eine haßerfüllte Mehrheit zu führen hat nicht mehr d e Möglichkeit haben, ungehindert und in voller Freiheit für die Verbreitung unserer Ideale zu kämpfen. Man pflegt zu sagen: ״Ihr habt der Welt die Bibel gegeben, nun könnt Ihr gehen. Nicht Ihr, sondern die Christen haben die Heilige Schrift in alle Sprachen der Welt übersetzt und sie allen Völkern zugänglich gemacht“ Ach, meine Freunde, es genügt nicht, die Bibel zu lesen und zu lehren, die Psalmen zu singen und zu sagen, man muß die Bibel erleben. Kein Volk lebt in der Bibel, in keinem Volke lebt die Bibel, als nur in dem unseren. Die Bibel ist gewissermaßen die Seele, die sich in uns ihren Körper gebaut Sehnsüchtig, mit vor Freude zitternder Brust blicken wir nach unserem Osten, wo eine ne.ie Morgenröte aufzugehen scheint Wenn unser Herz wieder im Lande der Bibel schlagen wird, wenn wir wieder wie der Sohn der Erde in der griechischen Sage, die Mutierbrust berühren werden, da werden neu uns die Kräfte wachsen und wieder werden wir zum auserwählten Werkzeug der Gottheit werden können. Den alten heiligen Judenstolz, die wundertragende, wundertätige Judenkraft, kann ich Euch wieder lehren. Schwer ist die Verantwortung, die auf mir ruht, groß aber auch die Macht, die in meine Hand gelegt ist Ich ■werde sie nicht mißbrauchen, ln meinem öffentlichen Leben kenne ich keine selbstischen Zwecke, keinen persönlichen Ehrgeiz. Jeder Gedanke, der in mir lebt jedes Gefühl, das in mir wirkt, gehört dem Judentunic und seiner heiligen Sache Ich habe keinen Finger gerührt, um die höchste Würde zu erlangen, die das österreichische Judentum zu vergeben hat. Als Euer Ruf an mich herantrat da mußte ich ihm folgen, denn wer seine ganze Kraft, sein ganzes Leben den Idealen seines Stammes zu opfern bereit ist hat seinen Platz dort einzunehmen, wo die Entscheidungen fallen. Meinem Volke zu dienen, bin ich zu Euch gekommen, ihm zu dienen mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele, mit meinem ganzen Vermögen. Doch sonst bin ich keines Mensehen Diener. Mein Eigenst«, mein Höchstes, mein Tiefst« und Persönlichstes, mein Gewissen, kennt keinen anderen Herrn als die göttliche Stimme, die ich in mir vernehme. Nicht um ein Amt auszufuilen, stehe ich hier, sondern um eine Mission zu »füllen. Wer mir meine geistig« Freiheit, m־:iae Unabhängigkeit nimmt der mteht mich zu einem unbrauchbaren Wertzeug. Wer aber meint, durch Drohungen oder Lockungen, durch Schmähungen oder Versprechungen mich von dem Wege abziehen zu können, den ich gehen muß, mich den Ueber- Zeugungen entfremden zu können, die ich in jahrzehntelangem Ringen mir erkämpft, der wird auf Granit beißen. Was ich in entscheidender Stunde den Vertrauensmännern der Gemeinde gesagt das wiederhole ich an diesem für mich schicksalschwerem Tage, da ich Besitz ergreife von der Kanzel, die zu den ragendsten im Judentum gehört, ich wiederhole es vor Euch allen, als erliste?, feierliches Gelöbnis: Jeder Schlag meines Herzens, jeder Teil meiner Kraft, j de Frucht meines Geistes, jeder Tag mein« Lebens, soll uneizigeschränkt gehören dem Judentume und seiner geschichtlichen Aufgabe, dem Befreiungswerke der Menschheit Der Hort und Hüter Israels verleihe mir Kraft und Segen! Das französische Judentum ln der französischen katholischen Zeitschrift ״Etüde s“ erschienen ira Monat September zwei ausführliche Untersuchungen von Joseph Bonsirven über das französische Judentum. Es Ist selten, daß in einer streng katholischen und beinahe ausschließlich von Priestern geschriebenen Revue dem Judentum unserer Zeit eine so ausführliche und vor allem eine so streng objektive und wohldokumentierte Untersuchung gewidmet wird. Der Autor hat sämtliche jüdische Bücher und Zeitschriften in französischer Sprache, die in der etzten Zeit erschienen sind, gelesen und alle Bewegungen, die im französischen Judentum vorgekommen sind, genau verfolgt Die Schlußfolgerungen, zu denen er gelangt, sind aber über den Kreis der Leser seiner Zeitschrift hinaus von Interesse. Er stellt bei dem französischen Judentum ein kaum vermutetes, neu erwachtes Rassebewußtsein fest, eine neue schöpferische Gemeinschaft auf allen Gebieten d« Lebens. Dieses Wiedererwachen eines so kleinen und schon lange vom Hauptstamm losgelösten Teil« d« Judentums zeugt von der Stärke der jüdischen Renaissance, die das ganze Volk erfaßt hat und von der sich kein Teil ausschließen konnte. Das erste Wiederaufleben d« französischen Judentums datiert von dem gleichen Ereignisse her, von dem auch Herzls politischer Zionismus seinen Ausgang nahm, von der D r e y - fus-Affäre. Klarere Gestalt gewinnt es erst seit etwa 1905. Den stärksten Anstoß aber gab ihm der Weltkrieg. Die neue jüdische Literatur, die seither in französischer Sprache erschienen ist, beschränkte sich nicht auf Gedichte und Romane, die auch innerhalb der Qrenzen Frankreichs bekannt geworden sind, sie umfaßt auch eine ansehnliche Reihe von Werken über das Judentum und über die jüdische Religion, die alle von dem Bewußtsein einer neuen Aktualität di«er Frage ausgehen. Auch die französischen Nicht- Juden haben sich in diesen Jahren mit einem besonderen Interesse der jüdischen Frage zugewandt Bonsirven schreibt dies« Interesse der Oeffentlicbkeit der jüdischen Frage gegenüber nicht nur der Unruhe zu, die alle denkenden Nichtjuden vor der ewigen Judenfrage erfaßt, nicht nur der immer wachsenden Bedeutung des jüdischen Elementes in der fran- Judentum Ssi'p einem, Prozesse ®er Wiedererstehung befindet. Diese Wiedererstehung zu untersuchen und Ihre Elemente kiarzulegen, ist die Aufgabe der Darlegung«! des Verfassers. Seine Untersuchungen erstrecken sich nicht auf die in den letzten Jahren nach dem Weltkriege nach Frankreich eingewanderten Ostjuden, die in manchen Bezirken von Paris und der Provinz fortfahren, ihr traditionell«, aus fremden Ländern!nitgebrachtes Leben zu führen und sich in keiner Weise dem französischen Volksorganisraus eingefügt haben. Seine Untersuchung befaßt sich nur mit jenen französischen Juden, die seit beinahe 150 Jahren in das politische und bürgerliche Leben Frankreichs hineingewachsen sind und ״nach einem wesentlichen Gesetze ihrer Rasse und ihrer Geschichte so intim mit ihren Landsleuten verschmolzen sind, daß « unberechtigt wäre, ihnen den Titel ein« Franzosen streitig zu machen. Kann man vergessen, daß viele dieser Israeliten in unserem Lande seit Jahrhunderten verwurzelt sind und Beweise ein« verstlndnisvollen und ergebenen Patriotismus gegeben haben?‘ Seiner religiösen Ueberzeugung nach zerfällt das französische Judentum in drei Gruppen. Die überwiegende Mehrheit gehört dem zentralen Konsistorium in Paris an, das ein gemäßigt«, traditionell« Judentum vertritt und sieh selbst als den ״Judaism ereligieux conservateur“ bezeichnet Die Anhänger dieser Richtung scheiden sich vor allem negativ von den beiden anderen Gruppen, die zahlenmäßig von geringer Bedeutung, teils auf der äußersten Rechten stehen und streng konservativ im Sinne des Schukhan Aroch sind, teils aber liberal-reformatorisch. Di«« mittlere Judentum hat sich vor allem in dem 1844 gegründeten Univers israelite, dancben in den etwas älteren, bedeutungsloseren und konservativeren ״Archives Israelit«“, ihr Organ geschaffen. Neben diesen Wochenschriften und der rein wissenschaftlichen ״Revue des Etudes Juives“ wäre noch die Vierteljahrsschrift ״Foi et Reveil“ zu nennen, die von dem Direktor der Iran zösischen Rabbinatsschule, dem Rabbiner Julius Bauer, gegründet und geleitet wurde, und deren Chefredakteur Aimö Palliöre ist Die rechte Gruppe im französischen Judentum, die der Agudas Jisroei nahesteht oder angehört, wird vor allem von einem Teil des elsässlsch-lothringischen Judentums repräsentieri Der religiöse Liberalismus im französischen Judentum hat sein Zentrum gefunden in der ״Union Liberale Isrartite“, die im Jahre 1907 gegründet wurde. Es war der berühmte französische Theologe Hyainthe Loyson, der die Gründer dieser Bewegung, die sich bereits in der Richtung zum Protestantismus hin entwickelt hatte, zum Judentum zurückwies. Diese Union gibt eine kleine Monatsschrift ״Le Rayon“ heraus, die folgendermaßen die Prinzipien des französischen liberalen Judentums erklärt: ״Wir haben die Union Liberale Israelite begründet ln fester Anhänglichkeit an die Grundlehre der jüdischen Religion, aber zu gleicher Zeit von der Notwendigkeit überzeugt, die äußere Form des Kultus und den Geist d« religiösen Unterrichts mehr mit den Bedingungen der modernen Gesellschaft und des modernen Denkens in Harmonie zu bringen. Unsere Sorge richtet sich vor allem an die junge Generation, die ohne bewußte Ziele und ohne Idealismus aufwächst Wir verfolgen kein Werk der Trennung oder des Umsturz«, sondern wir streben eine geistige Erneuerung an, die dem Judentum neue Kraft und Jugend geben soll, am stärker seinen Chardkjter eiijer stets lebenden Lehre der Wahrheit und Lebensfünijtng betonen zu können.“ Seit Juni 1924 ist die Liberale Jüdische Union dem allgemeinen israelitischen Konsistorium von Frankreich unter Wahrung ihrer Autonomie beigetreten. Audi. Ahne Paltiere, der bekannte christliche Theologe, der zum Judentum übergetreten ist, und dessen Buch ״Le sanetuajire inconnu“ un* längst ins Deutsche übersetzt wurde (erschienen im Welt- Verlag, Berlin), predigt in dieser Gemeinde. Pall^re ist auch der Vorsitzende der ״Union Universelle de la Jeutresse Juive“, eines Jugendverbandes, der in den französischsprechenden Ländern und im Orient zahlreiche Anhänger zählt und zionistisch gerichtet ist PaUiere ist Im Judentum ein universeller Geist. Er bejaht die Orthodoxie ebenso wie den Liberalismus, ebenso wie den Zionismus. ״Alks di« ist“ — ihm — ״nur ein Mittel, dem Judentum zu dienen, das größer ist als alle seine Gruppen. Selbst der in sein« Fülle verwirklichte Zionismus wird das Judentum noch niqit ausschöpfen, da es uns zum Messianismus führen soll.“־ Weitere Kreise des französischen Judentums, insbesondere der Jugend, sind heute unzufrieden mit dem Wege der Assimilati'on, den das französische Judentum so lange gegangen ist Wie der katholische Verfasser richtig hervorhebt, steht jetzt vor den französischen Juden und den Franzosen wiederum die ewige Judenfrage in ihrer rätselhaften Doppelform eines Volkstums, das un as.s i mi I ier b a r ist, weil « sich auf eine Religion gründet, und einer Religion, die undurchdringlich und abgeschlossen ist, weil sie an eiije Rasse und an ein Volkstum gebunden Ist. Die jüdische Renaissance in Frankreich, die vor allem von der! Jugend repräsentiert wird (selbst der antizionistische führende konservative Rabbiner Frankreichs, Liber, erklärt, daß die französische jüdische Jugend, gesättigt von der Assimilation, die Rückkehr zum Judentum durch den Zionismus sucjht), gibt den Juden das Gefühl ihrer Kraft und ihrer Einzigartigkeit. So ist es auch das Ziel der Union Universelle de la Jeunesse Juive, ״alle Juden zum Bewußtsein ihres Judentums und zur Kenntnis des jüdischen Erbes zu führen, die Assimilation zu bekämpfen, die aus den Traditionen der Geschichte und der Religion des Judentums entspringenden Aspirationen der Rasse zu verwirklichen und vor allem zu der Weltkultur und dem Weltfrieden mit der Schaffung ein« geistigen jüdischen Staates durch die palästinensische Renaissance und durch eine Rückkehr zu jüdischem Leben in allen Ländern beizutragen.“ Neben dieser Jugendorganisation gibt es noch eine zweite, die unter rabbinisebem Einflüsse im Jahre 1920 gegründet und an Einfluß und zjiferiimäßig« Bedeutung hinter der ersteren zurücksteht Aber auch sie trägt viel zur Wiederbelebung des jüdischen Bewußtseins in der französischen Jugend bei und auch sie setzt sich für den Unterricht der lebendigen hebräischen Sprache ein. Der katholische Autor schließt seine Bemerkungen mit der Behauptung, daß im Volksleben des französischen Judentums sich ein tiefgehender Renaissanceprozeß aollzieht, der vor allem bei der Jugend in Erscheinung tritt Diese Renaissance wird aber nur künstlich und vorübergehend bleiben, wenn sie nicht religiös ist oder in eine religiöse Re• naissance mündet. Ueber. die Bedeutung d« _ Trtehfeäö in der jüdisetien Renaissance gewesen ist und bleibt Auf einige wirkt er wie eine mystische Exaltation. Vielen Juden hat er ins Gedächtnis zurückgerufem, daß ihnen durch ihre Geschichte und durch ihr Wesen selbst!verboten ist, auf die Stufe einer bloßen Konfession zu sinken. Sie können das ethnische Element im Judentum nicht verleugnen und seiner Behauptung und Verwirklichung sich n|cht entziehen.“ Bejaht so der Verfasser das nationale Erwachen der französischen Juden, so kommt er nach einer elngehen• den Studie ihres religiösen Lebens bezüglich den־ Religion zu einem weniger günstigen Schlüsse. Definoch fühlt er auch hier ״ein gewisses Unbehagen, eine innere Unruhe und einen unaufhaltbaren Gärungsprozeß, vielleicht Vorläufer ein« Durchbruchs jüdischer Lebenskräfte, ohne daß man genau wissen kann, in welchem Sinne sie sich manifestieren werden.“ Hans Kohn. Palästlnalragcn im Unterhaus London, 13. Dezember. (J.T.A.) Im Unterhause riehtete Hannon an den Unterstaatssekretär für die Kolonien die Frage, ob er Maßnahmen zu treffen gedenke, daß das Material, das zur Entwicklung Palästinas im Zusammenhang mit der Flüssigmachung der Anleihesumme für die Palästina- Regierung benötigt wird, in England angeschafft werde. Mr. Ormsby-Gore erwiderte: Ich bin nicht in der Lage, der diesbezüglichen Erklärung des Kolonienministere Amery in der Sitzung vom 9. Dezember 1926 etwas hinzuzufügen. Damals wurde erklärt, daß von dem Kolonialamt jede Möglichkeit wahrgenommen werde, um dem britischen Produzenten einen Vorzug zu verschaffen, daß es aber unmöglich sei, in dieser Beziehung Garantien zu geben. Diese Angelegenheit wurde übrigens auch in Genf erörtert. Kapitän Foxcroft fragte im Unterhaus, ob die Herren Ruthenberg und Novomeysky palästinensische Bürger seien, und ob sie als solche auch die britische Staatsbürgerschaft haben. Ormsby-Gore erwiderte: Ich weiß nicht, wann die beiden Herren die palästinensische Bürgerschaft erwarben. Palästina-Bürger stehen unter britischem Schutz, sind aber nicht britische Untertanen. Colonel Howard Bury fragte, welche Wirtschaftsgruppen Major Tufloch und Ing. Novomeysky, die die Tote Meer-Konzession erhalten, vertreten. Qrmsby-Gare erwiderte: Man verhandelt mit Major Tulloch und Ing. Novo meysky als persönliche Bewerber und nicht als Ver* treter irgendwelcher Personen oder Gruppen. ‘ Colonel Wedgwood fragte im Unterhaus, ob die palästinensischcn Handelskammern gelegentlich der Besprechungen über das Zollabkommen mit Syrien um Rat gefragt wurden. Ormsby-Gore erwiderte: Dies war niclit der Fall. In der Zion Hall in Jerusalem zeigte der Filmproduzent Jacob Ben Dov einen den Titel ״Die Wiedergeburt“ tragenden Film, der die jüdischen und die allgemeinen Ereignisse der letzten zehn Jahre in Palästina — seit Verkündigung der Balfour-Deklaration — in chronologischer Reihenfolge zur Darstellung bringt: die Ankunft der jüdischen Bataillone; das Eintreffen von Sir Herbert Samuel, der Besuch Winston Churchills, die Eröffnung der Hebräischen Universität, das Eintreffen Lord Pluraers usw.

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