Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 98 (9.12.1927)
- Date
- 1927-12-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 98. 0. XE. 1027 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 605 ״*!sr ♦ Arnold Zweigs Kriegsroman ״Der Streit um den Sergeanten Grischa" Wir hören so oft, daß unsere Generation noch nicht die ״rechte Distanz“ zum Weltkriege haben könne und daß sie deshalb auch noch nicht literarisch so zu ihm Stellung nehmen könne, wie cs eine objektive Geschichtsschreibung erfordere. Und doch: Das wirkliche Wesen dieses Krieges und das Maß der Leiden, das er über die Menschheit gebracht hat, kann wohl am besten nur der richtig kennzeichnen, der selbst, fiebernd vor Haß und Zorn über den Irrsinn dieses ganzen Trauerspiels, gezwungen gewesen ist, es nicht nur als Zuschauer zu betrachten, sondern als Akteur in ihm mitzuwirken. Doppelt bedeut■ %am ist es daher, daß Arnold Zweig nicht etwa oben auf der Sprossenleiter militärischer Karriere, sondern unten, •ganz unten als einfacher Soldat in Reih und Glied hat stehen müssen, Schulter an Schulter mit dem simplen ״Mann“, dem Muschko. Und daß er so weiß, was diesem die Wuttränen ins Auge treten ließ und die Zähne zum Knirschen brachte. In diesem ״Volksheere“, in dem doch in Wirklichkeit die stärkste und rigoroseste Kastentrennung herrschte. Arnold Zweig hat uns in seinem Buche: ״Der Streit um den Sergeanten Grischa“ (Kiepenheuer-Verlag, Potsdam, 1927, 8,50 M.) ein Werk geschenkt, das eine schart geschliffene Waffe im Kampf gegen alle die ist, die immer noch mit den billigen und hohlen Sprüchen vom Stahlbad des Krieges hausieren gehen und die Augen mit Gewalt vor all dem verschließen, was die vier Jahre Zusaramenpferchung von Millionen Männern in den Heereskolonnen draußen im Felde und ln der Etappe an körpet* lieher und seelischer Verwüstung angerichtet haben. Arnold Zweig zeigt sich in diesem seinem neuesten Buch als der erlesene Sprachkünstler, der auf der Höhe seines Könnens steht. Er beherrscht vor allem die Sprache des einfachen Soldaten, wie sie ganz instinkt- und naturhaft aus dem ״Mann“ jjierausbricht; seine Menschen sprechen ungeschminkt wirklich so, wie dem einfachen Infanteristen damals ums Herz war. Zweig hat ihnen, diesen ״Muschkoten“ — eingeschüchtert, abstrapaziert, versorgt und verquält, wie sie waren — tief ins Herz gesehen und ist in ihre Mundart mit stärkstem seelischen Einfühlungsvermögen hineingewachsen. Da geht es dann derbe und fest zu. Aber gerade dieses Miterlebcn des Denkens und Sprechens des einfachen Mannes draußen ist das, was dem Buche das besonders Naturhafte und auch Ueberzeugende gibt. Und dort, wo der Dichter selbst spricht, wächst seine Schilderung der Menschen und der russischen Landschaft zu einer sprachlichen Höhe und Schönheit, die beweist, wie Zweig noch bei dem Ringen um Problem und Inhalt dieses Buches geistig gewachsen ist und die auch von seinem starken inneren Mitgehen, seinem leidenschaftlichen Wollen bei der Niederschrift dieseT Antikriegs-Schrift Zeugnis ablegt. Das ganz Große und — man kann ruhig sagen — Hinreißende aber ist nicht allein diese scharf geschliffene und wundervoll plastisch-formende Sprache, sondern das starke Bekenntnis zur Gerechtigkeit, das in diesem Buche mit zwingender Unerbittlichkeit abgelegt wird. , . .; a.i-Zispjg,witt,^ehi^,|n4ali keilen, will die jahrelange‘ toslösang der eben noch schaffende» Menschen von ihren heimischen Arbeiten und Pflichten und das plötzliche Hinausschleudern der Leute auf Posten mit bestenfalls sinnloser und unproduktiver Arbeit in all ihrer Härte und Trostlosigkeit aufzeigen, will den Krieg als den großen Vernichter aller mühsam Stauchen für Steinchen zusammengetragelten menschlichen Kulturwerte erkennen lehren und verdämmen — und doch wird er in <jer Schilderung der Personen, die im Vordergründe oder im Hintertreffen der Handlung stehen, ihnen immer Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er ist wahrlich kein Freund der Achselklappenträger, die pseudogeschäftig herumliefen und schnauzend Leute kommandierten, die ihnen oft genug geistig und moralisch Weit überlegen waren. Er stellt viele von ihnen rettungslos bloß, und doch ist andrerseits seit Fontane wohl keine Schilderung eines preußischen Landedelmannes von altem Schrot und Korn so fein und sympathisch gegeben worden, wie in der Figur des ergrauten Divisionärs von Lychow, den Zweig beinahe zärtlich als einen wirklichen Soldatenvater und militärischen Gentleman von Herz und Noblesse darstellt. Aber gerade, daß Menschen wie Lychow da sind, macht die Handlung noch tragischer’ Denn um so niederschmetternder wirkt es, wenn in dem großen Kampf ums Recht, der eigentlich die Handlung des Buches ausmacht, dennoch die stumpfe, brutale, diktatorische Gewalt, der Stand1 punkt, daß Prestige und Disziplin wichtiger seien als Menschenleben, siegt und all das an zähen Anstrengungen und Opfer- Willigkeit unter sich begräbt, was von denen, die sich auch im feldgrauen Rock das Gefühl für die Notwendigkeit des Rechtes und den Respekt vor dem Leben des Einzelmenschen bewahrt haben, aufgeboten worden war. Der russische Sergeant Gjischa Paprotkin, Ausbrecher aus einem Gefangenenlager, wird am Ende standrechtlich erschossen, obwohl das Urteil nicht zu Recht besteht Denn es gilt eigentlieh dem — toten — Ueberläufer Bjuscliew, in dessen Uniform sich Grischa mit all den Legitimationen des Toten gesteckt hatte. Es muß aber — so dekretiert ״Ober-Ost“ — im Interesse der Disziplin aufrecht erhalten bleiben, obgleich es sich herausgestellt hat, daß cs zu Unrecht ergangen ist. Das eigentlich ist die Handlung, um die sich alles andere herumrankt. Für den Sergeanten kämpft der alte von Lychow, der gewiß starrköpfige, aber eben doch durch und durch noble Verfechter des Rechtsgedankens. Gewiß: Zuerst bäumt er sich nur auf, weil hier die verfluchten Federfuchser vom Ober-Ost in seine Gerichtsbarkeit, in seine Zuständigkeit eingreifen wollen. Ein Kompetenzkonflikt im Grunde zuerst. Dann aber wächst er doch immer mehr und mehr in die Erkenntnis hinein, daß hier Recht gegen Unrecht steht Die Szene, in der der über Siebzigjährige dem allmächtigen Schieffenzahn im Hauptquartier Ober-Ost Auge in Auge gegenübersteht ihm schlicht und starr in der Aufgewühltheit seines Herzens entgegenhält, daß es nicht um einen ״lumpigen Russen“, sondern um das Rechtsprinzip gehe, daß Staaten, die das Rechtsprinzip nicht mehr achten wollen, zugrunde gehen müssen, und daß Deutsch-!and, sein Deutschland, für ihn nicht denkbar sei ohne Recht und Gerechtigkeit — dieser Zusammenprall zweier Welten, des wirklich Adligen und Konservativen besten Schlages mit der im Vollgefühle Ihres Könnens, ihrer Erfolge, ihrer Gottlhnlichkeit in Zynismus und unkritischer Unbelehrbarkeit erstarrten Militärpolitik leuchtet in die tiefsten Gründe des militärischen und politischen Zusammenbruchs Deutschlands hinein. Und eine treffende Ergänzung hierzu geben die beiden anderen hochbedeutsamen Zwiegespräche. Das eine, in dem Schieffenzahn sich vorsichtig tastend und lauernd mit dem millionenschweren westdeutschen Großindustriellen, dem einzigen wirklichen Kriegsgewinner, berät und wo auf der einen Seite verrannte militärische Ueberheblichkeit und auf der anderen ein Fast ins gigantisch gesteigerter nackter, brutaler Unternehmeregoismus stehen. Und das andere, wo aus dem Zusammensein mit dem klugen Warner aus dem wohlwollend-iieutralen Holland die ganze Engstirnigkeit, politische Unzulänglichkeit und unbelehrbare Dickköpfigkeit des Menschentyps hervorleuchtqt, der über der bis zum letzten Moment mit zusammengebissenen Zähnen verfochtenen Forderung von den ״großen Anektionen“, vom Deutschland, das ohne Belgien und die Ostländer nicht die Waffen einstecken dürfe, alle realen Möglichkeiten vergaß und Land und Armee in das Grauen des Chaos gestürzt hat. Aber selbst hier bei der Schilderung eines Mannes wie Schieffenzahn spürt Zweig ihm analysierend und forschend bis in die letzten Winkel seiner seelischen Entwicklung nach, um ihn menschlich begreiflich zu machen. Diesen zweifellos genialen Organisator, den Beherrscher eines erstaunlieh systematisch arbeitenden Gehirns, diesen ordnenden und verwaltenden Schöpfer aus dem Vollen, der doch bei all seinen imponierenden Vorzügen an einer Einseitigkeit und Enge des Denkens krankt, die letzten Endes sein politisches Versagen und seine menschlichen Härten erklärlich und verständlich macht Was das Buch für die jüdischen Leser so besonders wertvoll macht, ist nicht nur seine Tendenz, sein Kampf gegen die opportunistische Behandlung von Rechtsfragen dort wo es darauf ankommt, trotz allem und gegen Alle der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Auch nicht allein der schneidende Hohn, mit dem hier alles, was mit dem ״frischen, fröhlichen Krieg“ und seiner Verherrlichung Zusammenhang!, bloßgestellt und in dieser seiner ganzen Blöße der Lächerlichkeit anheimgegeben wird. Arnold Zweig geht keinesfalls achtlos an dem grauenhaften, furchtbaren Massensterben des jüdischen Volkes in der östlichen Kriegszone vorüber und beschönigt nichts, wo es sich um das Verhältnis von Besatzung und Zivilbevölkerung handelt. Ueberdies stellt er hochkultivierte jüdische Menschen wie den warmherzigen Kriegsgerichtsrat Posnanski, der Intellekt und Herz in hohem Ausmaß vereint, mitten in die Handlung. So liest man nachdenklich und indem einem etwas feierlich ums Herz wird die schlichte, glaubensstarke Philosophie des einfachen ostjüdischen Handwerkers, der auf der Höhe dreieinhalbtausendjähriger geschichtlicher Erfahrung und Erkenntnis geistig und moralisch so unendlich hoch über seiner bis an die Zähne bewaffneten Umwelt steht die ״aus all den Kriegen von Artaxerxes bis heute nicht das Mindeste gelernt“ hat und sich, wie einst die längst entschwundenen Völker der grauen Vorzeit keine andere Aufgabe weiß, als sich unter der Opferung des Blutes und des Lebensglücks ganzer Generationen um Fetzen Landes zu raufen. seines Baches' -diesem 'Kampf hrä den Sergeanten örischä, dem Kampf der Militärpolitik gegen das Recht, selbst unwiderstehlich mitgerissen worden. In diesem leidenschaftlichen Miterleben hat er eine künstlerische und politische Aufgabe zugleich gelöst Er hat ein politisches Buch geschrieben, in dem viele Sätze zum Aufhorchen zwingen. Dieses Buch wird im Kampfe der Politiker gegen den ״verbrecherischen Irrsinn“ des Krieges in Zukunft sicherlich eine Rolle spielen. Aber er hat auch ein Kunstwerk geschaffen, in dem uns immer wieder auch abseits von der großen Linie der fortgeführfen Erzählung einzelne ganz besondere Schönheiten packen. Ich denke an die Schilderungen der Begegnung des einsamen Menschen Grischa mit der Natur, mit dem tief verschneiten Waldgebiete und mit dem teils traulichen teils unheimlichen Tierleben in langen Winternächten, denke an die Frauengestalten: die kraftstrotzende und in ihrer Art durchaus heroische Babka, einen wirklich imposanten Kerl von Frau, und an die fein gezeichneten Typen der Kranken- Schwestern, dieser bunten Lichtflecke auf der grauen Palette des Efappenlebens. Ich denke an die erschütternden Ausbrüche der Angst vor dem neuen Kriegswinter, vor dem, trostlos und schauernd bei aller Abgestumpftheit die älteren abgekämpften Frontsoldaten stehen, und an den Gegensatz der jungen bayerischen Rekruten, die — nachdem die Bewachungstruppen es abgelehnt — gleichgültig, rotbäckig und keineswegs nachdenk-!ich für ein paar Flaschen Schnaps die ״Umlegung“ des zum Tode Verurteilten vollziehen und dann singend in ihr Quartier marschieren. Das sind, richtig gesehen, die Landsknechtsnature n, die von sich selbst sagen, daß sie durch das Erleben des Krieges schon so aus geordneten menschlichen Verhältnissen herausgerissen sind, daß sie später, nach Kriegsende, ״nicht mehr in den Laden passen werden“. Baltikum und schwarze Reichswehr sind später die natürliche Lebensfortsetzung für diese entwurzelten Menschen. Aber wie wundervoll auf der anderen Seife die impulsiven Mensclilichkeitshandlungen einfacher armer Teufel von Muschkos, die überall aufleuchten, mögen sie nur darin bestehen, daß ein soldatischer Lokomotivführer auf seine Gefahr und auf seinen Kopf hin den Zug anhalten läßt, um einen zu spät gekommenen Urlauber noch mit in die Heimat zu nehmen. Oder daß der Gefreite Sacht — auch ein Kabinettstückchen, wie dieser Mann gezeichnet Ist — nach dem furchtbar schweren Kampfe zwischen MenschetipflichS!■! 1 militärischer Subordination, in dem doch schließlich der tärische Zwang siegt, —- wie sagt Zweig einmal an andere: Stelle: ״Mit uns können sie’s machin; sie haben uns zu fest an der Kandare, die da oben“ -. seelisch und körperlich krank zusammenbricht ln der Schlußschilderung des tagelangen Todeskampfes in all seiner bitteren Qual, den der Sergeant Grischa vor dem Augenblick durchlebt, da ein Dutzend Infanteriegeschosse seinen Körper zerreißt, steigt die Gestaltungskunst des Dichters zur letzten Höhe dichterischer Menschenschilderung empor. Wie grauenhaft schwer Grislha — der doch seit Monaten schon müde Gehetzte — stirbt, der doch vordem ein mutiger Soldat des Zaren war — ach, das sollten alle die lesen, die glauben, die Todesstrafe nicht in ihrem juristischen Arsenal entbehren zu können! Man muß Arnold Zweig für dieses Buch die Hand wieder und wieder schütteln: es ist eine große menschliche Tat, und, was uns stolz macht, eine jüdische Tat! Hans Goslar, Dr. Weizmann in Rumänien Kongreß der rumänischen Zionisten Bukarest, 4. Dezember. (J.T.A.) In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter erklärte Dr. Weizmann: die zionistisehe Bewegung hat von ihrer Lebenskraft nichts eingebüßt; dieser Eindruck verstärkte sich noch bei mir während meiner letzten Reise durch Deutschland, Polen und jetzt ln Rumänien. Ich hoffe, daß die Krisis in Palästina das Posltivum bringen wird, daß sich die zionistischen Reihen mehr aneinanderschließen. In England ist die Stimmung für den Zionismus in den Kreisen der Regierung und der Gesellschaft überaus günstig. Das hat sich bei der Balfour-Feier eklatant erwiesen. Ich kam nach Rumänien, fuhr Dr. Weizmann fort, um der Keren Hajessod-Aktion und der zionistischen Landeskonferenz beizuwohnen. Zum ersten Male seit dem Kriege komme ich mit der zionistischen Bewegung und den jüdischen Massen Osteuropas in engere Berührung. Besonders gespannt bin ich auf den Besuch in K i s e h i n c w , wo ich im Jahre 1905 geweilt habe. Dr. Weizmann feilte noch mit, daß er sich von Rumänien nach London begibt, tun von dort am 15. März 1928 die Reise nach Amerika anmtreten, wo ein Initiativ-Komitee für die Einberufung einer allgemeinen jüdischen Pro Palästina-Konferenz geschaffen werden wird. Dr. Weizmann hofft, daß der Konferenz der Bericht der Sachverstiindigen-Kornmission fertig vorliegen, daß dieser Bericht der jüdischen Arbeit in Palästina günstig sein und daß sodann die J.ewish Agency gebild e f werden \v i r d. Dr. Weizmann empfing am Tage seiner Ankunft die Vertreter der rumänischen Presse in großer Zahl und sprach sich ihnen gegenüber über die zionistische Bewegung und den Aufbau Palästinas aus. Im Hause des Präsidenten der zionistischen Bewegung Rumäniens, Dr. Adolf Bernhardt, fand eine Zusammenkunft führender jüdischer Persönlichkeiten Rumäniens mit Eh־. Wetzmann statt. Einen großen Empfang bereitete die Jüdische Gemeinde von Bukarest dem Präsidenten Weizmann. Es nahmen an demselben Vertreter aller jüdischen Organisationen teil. Ansprachen hielten u. a. der Präsident der Gemeinde Senator Elly Bercovici, der Präsident der Union rumänischer Juden, Abg. Dr." Fildermann, Oberrabbiner Senator Niemirover, Dr. Bercovici im Namen der Bnei Brith. Weiztnanns Erwiderung machte tiefen Eindruck. Weizmann ist ferner von dem rumänischen Regentschaftsrat, der bekanntlich bis zur VoHiahrigceit des Königs Michael die Herrschaft in Rumänien a •säht, empfangen. Von den drei Mitgliedern des Regentschaftsrates waren der Patriarch der rumänischen Kirche Miron und der Präsident des obersten rumänischen Gerichtes Buzdugan anwesend• Sie erklärten im Namen des rumänischen Reiches ihre Sym* pathie für das zionistische Ideal und die praktische Arbeit des Zionismus. Am Sonnabend, den 3. Dezember, fand im großen Tempel von Bukarest eine Feier des zehnjährigen Jubiläums der Balfour-Dekiaration statt. Es fanden sich ein der Minister des Inneren, der Oberbürgermeister von Bukarest, der britischeGesandtea.*s^nhr•*- ־4 :״-ג*״-י"lä׳ ,a;:״*.! Am iSonntäg, den 4. Dezember, wurde der zionistisch« LandeskongreB feierlich eröffnet Zur Begrüßung hattet sich der Innenminister Duca und der britische Gesandte eingefunden. Am Abend fand bei Oberrabbiner Senator Dr. Nie* mirover ein Dinner statt. Sodann wurde im Saale der spaniolisehen Gemeinde die Konferenz des Keren Hajessod eröffnet. Bukarest, 6. Dezember. (J.T.A.) Am 6. d. M. begann in Bukarest in Anwesenheit von Dr. Weizmann die Tagung des ersten Kongresses der Zionisten ganz Rum ä n i e n s. Der Gesandte Großbritanniens, G r e e g, hielt eine Begrüßungsansprache. Der Innenminister Duca wiederholte feierlich die Erklärungen der rumänischen Regierung, daß sie bereit sei, den Zionismus zu unterstützen. Er schloß mit der weiteren Erklärung, daß die rumänische Regierung die Mitarbeit der Juden aufrichtig wünscht und eine friedliche Zusammenarbeit zwischen den Juden und den übrigen Teilen der Bevölkerung erstrebt. Bukarest, 7. Dezember (). T. A.) Der Kongreß der rumänischen Zionisten ging am Dienstag, den 6. Dezember, spätnachts zu Ende. Es wurde eine neue Exekutive gewählt, deren Präsident Adolf Bernhardt ist. Der Exekutive gehören vier Vertreter des zionistischen Zentrums und zwei radikale Zionisten an. Die Zionisten-Rcvisionisten blieben mit 20 Stimmen in der Minderheit. Palästina •Fragen im Unterhaus London, 5. Dezember. (J. T. A.) Im Unterhause fragte Colonel Wedgwood,ob die jüngst von dem Lord President of the Council (Lord Balfour) gemachte Mitteilung über die Einführung einer modernen Boden Steuer in Palästina, die den neuen jüdischen Siedlern Erleichterung schaffen soll, sich wirklich nur auf 30 Dörfer beziehe, wie viele dieser Dörfer jüdisch sind, und warm die Bodensteuer- Reform die jetzt geltende Zdient-Steuer ganz ablösen würde. Unterstaatssekrctär Ormsby-G ore erwiderte: Einem Bericht des Oberkommissars zufolge beträgt die Zahl der Dörfer, in denen jetzt das Experiment der Zehent-Ablösung angewandt wird, bereits 63; 22 dieser Dörfer sind jüdisch. Was den letzten Teil der Frage betrifft, so habe ich der am 21. November erteilten Antwort nichts hinzuznfiigen. — Auf eine Frage des Oberstleutnants Kenworthy stellte Unterstaats- Sekretär Ormsby-Gore mit Bezug auf das neue Zoliabkoinmen zwischen Palästina und Syrien folgendes fest: Der Entwurf sah die freie Einfuhr von in Palästina ganz oder zum Teil aus Rohstoffen des Landes hcrgestcliten Waren vor; erst wenn über 75 <י/« des Materials außerpalästinensischen Ur- Sprungs ist, hätte eine Einfuhrstetier eingehoben werden sollen. Der Ban des Roekefeller Museums Jerusalem, 5. Dezember. (J.T.A.) Lord Piumer har ein Komitee zwecks Ausarbeitung eines Bauplanes für das palästinensische archäologische Museum, für welche■; John D. Rockefeiler jr. zwei Millionen Dollar gespendet hat, ernannt. Dem Komitee gehören der Direktor des Altertümer- Departements Richmond, der Direktor des Departements für öffentliche Arbeiten und der Jerusalemer Distriktskommissar Keith-Roach an.