Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1927)
- Date
- 1927-12-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 078 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 90, 2. Xü. 1927 zlonistcn auf, sich in ihrer Begeisterung für die Palästinasache von den anwesenden Zionisten nicht beschämen zu lassen und dieser Stimmung durch eine Zeichnung für den Keren Hajessod Ausdruck zu geben. Rechtsanwalt Jacobsohn richtete einen gleichartigen Appell an die anwesenden Zion i s t e n. Nach einer eingelegten Erfrisehungspause sprach zunächst der Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Kurt Binmcnfcld, und wies in großzügigen Ciedankengängeu darauf hin, daß für die Juden die Mitarbeit am Palästina-Aufbau die Möglichkeit bedeutet, über das lähmende Einerlei de» Alltags hinaus eine entscheidende und grundlegende Umänderung des jüdischen Lebens zu bcwirken. Zum Schluß sprach namens des Präsidiums des Keren Hajessod für Deutschland Herr Alfred Berger der Ver- Sammlung den Dank ans und konnte bereits die Mitteilung machen, daß bis dahin bereits 40 000 M. int Verlauf des Banketts gezeichnet seien. Ais die Orgel zum Schluß die Hatikwah spielte, stimmte das Publikum ein, so daß die imposante Versammlung dadurch ein besonders eindrucksvolles Ende fand. In Beuthen O.-S. Von unserem Berichterstatter. Beuthen, 29. November. Nach seiner großen Reise durch die wichtigsten deutschen Gemeinden — eine Kette beispielloser Anstrengungen und Erfolge — nimmt Weizmann von Deutschland Abschied und begibt sich nach Rumänien, um dort für das Werk, für das «eine Person Symbol geworden ist, weiterzuarbeiten. Selbst- Zufriedenheit ist nie unser Fehler gewesen; aber es erfüllt uns mit Freude, zu berichten, daß die Veranstaltung in Beuthen die Reise des Präsidenten durch Deutschland würdig abschloß. Ungeheuer stark war das Echo, welches der vom Keren Hajessod an die oberschlesische Judenheit gerichtete Appell fand. Lange vor dem festgesetzten Datum erwies sich der zuerst in Aussicht genommene Rahmen der Veranstaltung als zu eng und am 28. November nahmen im festlich geschmückten Schützenhanssaal etwa 900 Personen aus allen Kreisen des deutsch- und poinisch-oberschlesischen Judentums am Begrüßungsbankett teil. Am Nachmittag hatte Weizmann Gelegenheit, bei einem Empfang im Hause des Herrn Direktors Hermann Ooldstein im engeren Kreise zu sprechen und in eindringlichster Weise zum Palästina-Aufbau aufzurufen. R.-A. Dr. Fränkei als Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe Beuthen (O.-S.) eröffnete die Feier und begrüßte als Herold des gesamten oberschlesischen Judentums den Präsidenten und die Versammlung. Er konnte mit Recht darauf hinweisen, wie impulsiv, einem ursprünglichen Gefühl folgend, oberschlesische Juden aller Schichten sich eingefunden hatten, um ihre Bereitwilligkeit zur tätigen Mitarbeit zu bezeugen. Dr. Neumann, der den Willkoromgruß der Synagogengemeinde Beuthen überbrachte, gab der Ueberzeugung Ansdruck, daß in Erez-israel freute dey dritte Tempel, d» Tempel Är Arbeit, aufgerichtet wird, ein Ideales Unternehmen von grüßt» Tragweite für das Gesamtjudeatum. Der Oberschlesische Logenverband war durch Herrn' Schlamm vertreten, der auf Weizmann als Mitglied und den Stolz des Ordens Bne Brith hinweisen Konnte. Der Senior der oberschlesischen Rabbiner, Herr Dr. Kaatz, Hindenburg, dem sein mannhaftes Eintreten für den Zionisraus in dessen Frühzeit nicht vergessen werden soll, unterstrich den rcligösen Grundzug der zionistischen Bewegung und forderte mit besonders warmen, zu Herzen gehenden Worten gerade die Gemeindekreise zur Unterstützung des Keren Hajessod auf, da das Gemeindeleben seit Jahren durch den Zionismus befruchtet wird. Dr. Weißmann sprach — erst hebräisch, dann deutsch — Im Namen des Zionistischen Gruppenverbandes Oberschlesien und legte für die Zionisten das Gelöbnis ab, alle Kräfte anzuspannen, um das Ziel unserer Sehnsucht in unseren Tagen zu sehen. Es fiel das Stichwort ״Kattowitz“ und Herr Rabbiner Dr. Lewin als Führer dieser Gemeinde rief ebenfalls die Erinnerung wach an die Kattowitzer Konferenz, an unsere alten Führer und er schloß mit einer Huldigung an den Präsidenten. Für das Rabbinat und das Keren Hajessod-Komitee der Gemeinde Beuthen sprach Herr Prof. Dr. Golinski. Er unterstrich die Bedeutung Palästinas, das unsere Psalmisten, Propheten, Könige, die Makkabäer gesehen hat, woher der Ruf einer großen Vergangenheit ertönt, die Gegenwart ihre Forderungen stellt und dessen Zukunft, für den Aufbau jeder einzelne Jude mitverantwortlich ist. Mit gespanntester Aufmerksamkeit nahm dann die Ver- Sammlung die Ansprache von Dr. Weizmann entgegen. Der Eindruck, den die Darlegungen dieses Mannes machen, läßt sich schwer beschreiben; er ist mehr auf die Persönlichkeit als auf das Oratorische zurückzuführen. Man muß Weizmann hören, wenn er gerade aus Palästina zurückgekommen ist. Er bringt schlichte Tatsachen, die aneinander gereiht den Hörer in seinen Bann zwingen und die persönliehe Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns klarsteilen. Es kann keinen Außenstehenden geben. Wir bauen das jüdische Land und das jüdische Volk gleichzeitig auf; was Wunder, wenn eine solche gigantische Aufgabe Schwierigkeilen, Krisen mit sich bringt Die Balfour-Deklaration ist die Grundlage unserer Arbeit. Das gesamte Golusjudentum hat nur gewonnen durch die Bewunderung, die die Welt unserer Leistung in Palästina zollt. Unsere Sorge gilt nicht dem jüdischen Individuum, sondern dem Kollektivge biId e , dem heimatlosen Judenvolk und Judengeist. — ״Sie können die Arbeit beschleunigen, verlangsamen, aber nicht mehr aufhalten.“ ״Es sind Tausende da, die hinter uns stehen und notfalls in die Bresche treten“ — Aus jedem Satz und der ganzen Art des mit großer innerer Erregung ge־’ halten«! Vortrages sprach das Gefühl der ungeheuren Last der Verantwortung, die auf Weizmann ruht. Der Beifall, der seiner Rede folgte, war groß und herzlich; aber wir glauben außerdem an eine tiefere stacke Nachwirkung, 0 Herr Siegfried Lesser verglich den neuen Wiederaufbau im Heiligen Lande nach der Balfour-Deklaration mit dem ersten Wiederaufbau nach der ״Cyrus'‘־Deklarati0n. Wie die Juden der damaligen Diaspora durch reiche Hilfsmittel das schnelle Aufblühen des neuen Staates zu fördern als hei* ligstc Pflicht erachteten, so gelte diese Pflicht auch heute gleich einem Wechsel auf die Ehre der Judenheit, der jetzt fällig geworden sei; das Domizil dies« Wechsels ist überall in der Welt, wo es Juden gibt Der Siegeszug des Keren Hajessod durcli alle Erdteile ist nicht aufzuhalten. Herr Berger von der Zentrale des deutschen **Keren Hajessod dankte Prof. Weizmann für die hingehende Arbeit der letzten Wochen und wies auf die Briefe und Telegramme hin, die Weizmann aus Palästina täglich erhält und die ihn immer von neuen! anspomen. R.-A. Wunderlich, Oppeln, der Alterspräsident der oberschlesischen Zionisten, sprach dem großen Führer den Dank unserer Ortsgruppen für sein Erscheinen in unserem Kreise aus. Herr Rabb. Dr. Ellguther, Neiße, hob die Verdienste des Zionismus um die allgemeine Förderung des jüdischen Lebens hervor, Herr Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, sprach von der zionistischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte, insbesondere über die spezifische Bedeutung des deutschen Zionismus. 111 einem Schlußwort dankte Weizmann den Reichs- und Landesbeliördcn für ihre Gastfreundschaft, die wir leider noch nicht erwidern können. Um die Dinge in Palästina richtig beurteilen können, fehlt uns eine gewisse Distanz. Wir stehen zu sehr im Alltag, und die großen Umwälzungen, die sich im jüdischen Leben vollziehen, kommen uns kaum in vollem Ausmaß zum Bewußtsein. Dies gilt vor allem für den Palästina-Aufbau. Wir vertrauen auf den göttlichen Kern, der unzweifelhaft in unserer Arbeit liegt. Mit dem Gesang der ״Hatikwah“ vVurde die Feier geschlossen. Für die reibungslose Abwicklung sorgten die Abteilungen der oberschlesischen ״Hakoah“-Vereine. Die Veranstaltung erbrachte Zeichnungen in Höhe von 34 000 M. Es wird jedoch noch mit einer bedeutenden Erhöhung gerechnet. Ein Barscheck über 10 000 M. für den Keren Hajessod konnte Herrn Dr. Weizmann zur Verfügung gestellt werden. W. Sch. In Mannheim Von unserem Berichterstatter. Mannheim, 27. November 1927. Es war ein glücklicher Gedanke, Weizmann seinen Weg durch Deutschland auch über Mannheim nehmen zu lassen. Wenn auch Mannheim nicht zu den jüdischen Oroßgemelnden zählt, so gibt es hier doch eine jüdische Gemeinde, die kraft ihres materiellen Wohlstandes, ihrer jüdischen Regsamkeit berufen ist, eine Rolle im deutschen Judentum zu spielen. Um so mehr mußte man es bedauern, daß Mannheim eine der wenigen Städte Deutschlands geblieben war, in der es nicht gelang» den Zionismus. ju. dam.,jusschiaggehfneteß und beherrschenden Taktor!1'TSrnKffiScä mm*Mm. Mit dem Besuch Dr. Weizmann* hat sich diese Situation völlig geändert Durch die faszinierende Persönlichkeit unseres Führers Ist hier zum ersten Male in einer überzeugenden und eindrucksvollen Weise die Größe unserer Sache dargestellt worden, und der Enthusiasmus, mit dem man Weizmann dort empfing und bejubelte, läßt hoffen, daß der Gedanke des Palästina-Aufbaus und Zionismus einen immer größeren Raum im Leben der Mannhelmer Gemeinde einnehmen wird. Eine Reihe von Momenten kam zusammen, uni das Auftreten von Weizmann ganz besonders wirkungsvoll zu gestalten: einmal die ausgezeichnete und hingebungsvolle Vorbereitung durch die Ortsgruppe, zweitens die Tatsache, daß Weizmann mit Mannheim und seiner Umgebung viele Jugenderitinerungen verknüpfen und daß die Begrüßungsworte, die man dort sprach, ihm von seinen Jugendfreunden dargebracht wurden. Nachdem Dr. Hildesheimer, der Vorsitzende der Ortsgruppe, Weizmann als den Präsidenten der Organisation und der Jewish Agency, als den Mann der Balfour-Deklaration begrüßt hatte, nahm Martin Buber das Wort, um Weizmann im Namen der gemeinsam verlebten Jugend zu empfangen. Er erinnerte ihn an Träume und Taten der Jugendzeit, er sprach davon, wie sie unter dem ״Mantel der Geschichte“ wandelten und heute aus ihm hervorgetreten seien. Er sprach von Briefen Weizmanns aus der Jugendzeit, in denen sich schon der heutige Weizmann offenbarte. Schon damals sei Weizmann der Mann der Tat und der Politik gewesen, der von seinem Freund Buber für seine politischen Aktionen die theoretische Fundierung verlangte. Diesem ihrem Gesetz seien sie beide treu geblieben. Wenn man das Wirken von Weizmann auf eine Formel bringen wolle, so müsse man ihn feiern als den ״Verwalter der jüdischen Ehre“. Im Namen der Mannheimer Gemeinde grüßte ebenfalls ein Jugendfreund Weizmann, Dr. Moses. Er bezeichnete diesen Tag als das größte Ereignis im jüdischen Leben der Mannheimer Gemeinde. Namens der Jugend grüßte mit einer hebräischen Rede Frau Sttirmann. Sie sprach von der Arbeit unserer Jugend 1n Palästina, von der Wiedererweekung unserer Sprache. Mit sichtbarer Ergriffenheit dankte Weizmann diesen Begrüßungsworten. Auch er sprach zunächst von seinen Jugendtagen, die er hier verlebt hatte und von der zionistischen Arbeit jener Tage und schilderte die allmähliche Entwicklung, die bis zur Erlangung der Balfour-Deklaration geführt habe. Dann gab er ein Bild von unserer Arbeit im Lande, zeigte das, was bisher geleistet wurde und wies auf die großen Perspektiven unserer Arbeit hin, in der er einen Beitrag zur Lösung einer der größten Menschheitsfragen sieht. Von diesem Land Palästina sei schon einmal Ungeheures für die Menschheit ausgegangen. Unsere Aufgabe ist es, von dort aus wieder unseren Beitrag für die menschliche Kulturentwicklung zu liefern. Die Antwort auf Weizmanns Rede waren Zeichnungen für den Keren Hajessod von vorläufig M. 20 000, was gemessen an unseren bisherigen Erfolgen, ein sehr gutes Ergebnis darstellt, besonders wenn man bedenkt, daß eine Reihe von. Menschen, die uns bisher völlig ferngestanden haben, heute zu den Freunden und Mitarbeitern des Keren Hajessod zählen. Die Mannheimer Tagespresse nahm zu dem Besuch in sehr ausführlichen Aufsätzen Stellung mit dem sichtbaren Bestreben, dieser großen Sache gerecht zu werden. Für die zionistische Arbeit in Mannheim Ist heute eine neue Chance gegeben. Hoffentlich gelingt es, sie zu nutzen. IVeizmann ln Bukarest Bukarest, 30. November. (J.T.A.) Dr. Welzmann ist heute ln Bukarest ein getroffen. In seiner Begieitung befindet sich der Direktor des Keren Hajessod in Deutschland, Herr Alfred Berger. Die ganze Reise von der deutsch-polnischen Grenze bis Bukarest gestaltete sich zu einem Triumphzuge. An allen größeren Stationen, in denen der Zug hielt, erschienen jüdische Abordnungen, begleitet von großen Massen der jüdischen Bevölkerung, um dem Präsidenten Weizmann Grüße zu entbieten. In der Grenzstadt Ploe schti erwarteten Dr. Weizmann zahlreiche jüdische Abordnungen, geführt vom Präsidenten der Zionlstlsehen Organisation Rumäniens, Dr. Adolf Bernhardt, Df, Brczis und Senator Haria Car p. Die Fraktion Zeire Zion war durch den Advokaten Dr. Lern er, die radikale Fraktion durch Dr. Stern vertreten. Bei der Ankunft am Bukarester Bahnhof wurde Dr. Welzmann von einem sehr zahlreichen Publikum überaus herzlich begrüßt. Repräsentanten aller zentralen Organisationen der rumänischen Judenheit stellten sich dein Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation vor, unter ihnen der Präsident der jüdischej Gemeinde von Bukarest, Senator Elly Ber» c o v i c i, der Präsident des rumänisch-jüdischen Gemeindeverbandes und Parlamentsdeputierte Dr. Fildermann, der Oberrabbiner Rumäniens Dr. Nietni rover u. a. m. Die rumänische Presse widmet Dr. Weizmann größere Begrüßungsartikel. * Dr. Weizmann reiste über Polen nach Rumänien. Eine Abordnung des Zentral-Komitees der Zionistischen Organisation Polens, bestehend aus Dr. Davidson und Dr. H i n d e s, begrüßte Dr. Weizmann an der deutsch-polnischen Grenze in Kattowltz und blieb während seiner ganzen Eisa1bahnreise durch Polen in seiner Begleitung. Am Dienstag, 1 Uhr mittags, hielt der Zug, in welchem Dr. Weizmann reiste, in Krakau. Aut dem Bahnhof fand sich zur Begrüßung ein hoher Beamter des• Wojwodschatt Westgaliziens ein. Eine Abordnung der Zionistischen Exekutive Westgaliziens, geführt von Dr. Feld blum und Dr. Wahrhaftig, sowie ein mehrtausendköpfiges jüdische* Publikum bereitete Dr. Weizmann einen sehr warmen Emptang. Dr. Weizmann unterhielt sich längere Zeit mit den zionistischen Vertretern über zionistische Fragen der Gegenwart. Unter den Klängen der Hatikwah fuhr da־ Zug aus der Halle Felix BosenMflfh ln lltane|1 Von unseren! Korrespondenten. Kowno, 25. November 1927. Der siebentägige Aufenthalt des Herrn Felix Rosen* blüth in Litauen (13. bis 19. November), währenddessen er Schaulen, Memel und Kowno besucht hat, verwandelt# sich I# Dem Gast ist es m verdanken, daß sich einmal sämtltthe zionistische Parteien trotz ihrer Zerklüftung und Parteistreitigkeiten an einen Tisch setzten, um über eine Reibe aktueller Fragen gemeinsam zu diskutieren. Man äußerte den Wunsch» dieser denkwürdige Abend möge ein Präludium zu der vielverheißenden territorialen Arbeitsgemeinschaft bilden, damit endlich ein Ende (oder wenigstens ein Abbau) der Ueberspannung des föderativen Gedankens im Zionismus, mit dem separatistischen und bürokratischen Unheil in den zionistischen Anstalten und mit der Ueberorganisierune des zionistischen Parteiwesens gemacht werde. Jedenfalls ist es von eminenter Wichtigkeit, daß die besten Gesinnungsgenossen verschiedener Richtungen (Dr. Robinsohn, L. Garfunkel u. a.) die gegenwärtige Lage als unhaltbar betrachtin. Den Weisungen Rosenblüfhs tofgend, ist nun ein vereinigtes Komitee gewählt worden, das sich mit der Konstuierung der Arbeitsgemeinschaft mit aller Unvor- Eingenommenheit befassen soll. Rosenblüths nächstliegendes Ziel war, die Exekutive auf der Landeskonferenz der allgemeinen Zionisten, zu denen ln Litauen ein Teil der Revisionisten und Radikalen gehören, persönlich zu vertreten. Sein großangelegtes und tiet» grundiges Referat über die Lage im Zionismus und in Palästina bildete den Höhepunkt der Konferenz. In den Kreisen des Z. K. war alle Mühe autgewandt worden, damit diese Landeskonferenz eine ״gute“ werde. Der Merkas hat sich entschlossen, diesmal aut die Priorität von Kowno als Konterenzstadt zu verzichten und nach Schaulen, wo eine organisatorisch starke und homogene Ortsgruppe besteht, zu gehen. Auch die Tatsache, daß die Konferenz nach dem Kongreß stattfindet, war dem Verlauf förderlich. Die Konferenz konnte in anderthalb Tagen sowohl das ganze Arbeitsprogramm (Entgegennahme der Berichte des Z. K., K. K., K. H., Hechaiuz. Tarbut usw., der Referate über Organi- •tionsfragen, kulturelle Arbeit, innere Politik und Propaganda) glatt erledigen, als auch mit der Generaldebatte tertig werden und schließlich die Wahl eines neuen Z. K. — eigentlich war es eine Wiederwahl des alten Z. K. bis aut ein neues Mitglied — ordnungsgemäß vornehmen. Freilich sind inzwischen 14 Tage seit der Konferenz vorbei, bereits dreimal trat der neue Merkas zusammen, ohne daß die Frage des Präsidenten der Organisation und einer neuen Exekutive gelöst worden warft. Zwei Tage verbrachte Rosenblüth in Memel. Es besteht gar kein Zweifel, daß gerade für Memel, das abseits von Kowno liegt und zionistisch ein etwas gesondertes Leben führt, der Besuch von Rosenblüth von ganz großer Bedeutung war. Er hatte einen außerordentlichen Erfolg in einer öffentlichen Ver- Sammlung in Memel zu verzeichnen. Die letzten drei Tage brachte Rosenblüth in Kowno zu. Hier stattete er einer Reihe von zionistischen Organisationen, Tarbut-Schuien und sonstigen jüdischen Institutionen einen Besuch ab. Ueberall wurde der Vertreter der Exekutive mit Begeisterung, hebräischen Liedern, herzlichsten Worten und Chaluzim-Tanz empfangen. Besonders die fugend war erfreut, das schöne Hebräisch zu hören und Verständnis für die Probleme der Jugendbewegung bei Rosenblüth zu finden. Auch der Gast war angenehm überrascht, eine hebräische und chaluziscbe Jugend in Litauen zu sehen. Am 19. November trat Rosenblüth seine Reise nach Lettland an. Dr. M. N e w i a s k y. Als Delegierte des Keren Haiessod-Hauptbüro* haben sich Dr. Ol s v an ge r nach Südafrika, Dr. B uch m il, der in den letzten drei Jahren mit bemerkenswertem Erfolge in Aegypten tätig war, nach Italien und Dr. B e n s i o n nach Spantech-Maroiko begeben. (Ziko.)