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Jüdische Rundschau · 1927-11-01 · Heft 87 (1.11.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 87 (1.11.1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 618 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87, 1. XL 1927 Weizmanns Rede in Tel'Awiw Am 20. Oktober fand in Tel-Awäw eine Versammlung des Keren Hajessod statt, in der sich über 7000 Menschen zusammenfanden, um die Rede von Weizmann zu hören. Mach einer Begrüßung Weizmanns durch Schmarjahu Levin und Ravv llsiel ergriff Weizmann das Wort. Er führte aus: Auf dem Präsidenten der Zionistischen Organisation ruht eine große Verantwortung, wenn er in den schweren Tagen, die wir heute durchleben, vor einer so wichtigen Versammlang im Lande über die Lage der Bewegung, ihre Hoffinnigen für die Zukunft und über die Arbeit sprechen soll. Bei meiner Fahrt durchs Land, auf dem Kongreß in Basel und in allen zionistischen Zusammenkünften, wo über die Lage diskutiert wird, hörte ich die verschiedensten ״Lehren“ über die Krise. Das ist das einzige Thema, über das man im g•1:; ״ zionistischen Qaiuth schreibt und spricht, und deshalb wird man es mir verzeihen, wenn auch Ich damit beginne. Die Krise besteht nach meiner Ansicht aus zwei F a k ■ t o r c n. Der eine Faktor ist die schwere wirtschaftliche Lage, der zweite Faktor ist geistiger Art, nämlich die Psychologie der Krise. Dieser geistige Faktor hat großes Gewicht, denn er hängt zusammen mit der Grundursache, daß unser Wille größer ist als unsere Fähigkeiten und daß es heute und immer in der Periode, in der wir leben, einen Mangel an Gleichgewicht geben muß zwischen dem großen natürlichen Willen, der in der jüdischen Welt lebl und besonders unter denen, die nach Palästina gegangen sind, um es aufzubauen — und zwi• sehen den äußeren Be• dingungen, die für eine rasche Aufbauarbeit notwendig sind. Selbst wenn das zionistische Budget ein oder zwei Millionen Pfund betrüge, würde das Defizit noch größer sein als jetzt, denn im Moment, wo unsere Fähigkeiten größer werden, wo die Arbeitsbedingungen sich ausweiten, wird auch der Wille größer weiden und die Fähigkeiten fibersteigen. Wir sind an dieser Sache nicht schuld, und von der psychologischen Seite aus kann man sich vorstellen, daß das ein erfreuliches Phänomen ist, aber von der materiellen Seite aus gesehen, was die Führung der Arbeit anbetrifft, stellt es sich als eine große Schwierigkeit dar, die man überwinden muß. '%*•©!«'״■ Werkf-uufd die Menicbcu,‘.die׳ Ipstandf:waren».: das Gleichgewicht in ihrer Arbeit beizubehalten, nämlich das Gleichgewicht zwischen dem Willen und den Fähigkeiten, sind von der Krise verschont geblieben. Die ganze Periode zwischen der Baifour-Deklaration und dem heutigen Tage war eine große und wichtige Zelt von Versuchen. Plötzlich, eines schönen Tages, eröffneten sich uns große Möglichkeiten, wie wir sie uns nicht erträumt hatten. Es tat sich vor uns eine große Welt auf und Paiästlna, das ein kleines Land unter der türkischen Herrschaft gewesen war, wurde zu einem der Länder moderner Kultur. Wir, die wir uns im Laufe von dreißig Jahren an eine kleine und langsame Arbeit gewöhnt hatten, sahen uns plötzlich genötigt, die Bedingungen der Arbeit und ihren Radius umzugestalten. Diese Aenderung und diese Umgewöhnung waren für die Zionistische Organisation und für jeden, der zu arbeiten ins Land kam, nicht leicht. Jahrelang machten wir Wege frei zur Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie, zur Regulierung der Einwanderung, zur Aufbringung der Gelder, zur Schaffung aller Faktoren eines normalen Lebens. Und das geschah auf dem Wege von Versuchen, von denen einige gelangen und einige mißglückten. Jetzt ist nach meiner Ansicht diese Periode beendet und es ist an uns, ihr Fazit zu ziehen, aus ihr zu lernen, was nur möglich ist und ihre Resultate auszunufzen, um uns für eine neue, größere Epoche vorzubereiten. Wir müssen uns ernsthaft Rechenschaft abgeben und immer, wenn ein Einzelner oder die Gesamtheit Rechenschaft abzulegen hat, steht er in einer schweren und schmerzvollen Periode. Es ist schwer, aus den Versuchen und den Fehlern zu lernen, und das ist nach meiner Ansicht die psychologische Ursache der Krise. Wir leiden darunter, daß cs heute notwendig ist, mit einer ganzen Reihe realer Dinge zu rechnen, mit Tat- Sachen, über die wir durch Reden nicht hinwegkommen, sondern mit denen wir wie mit eisernen Gesetzen fertig werden müssen. Wenn man ein Haus baut, eine Brücke, was c■־ nnih sei, immer baut man nach bestimmten Gesetzen, und in diesem Sinne gibt cs keinen Unterschied zwischen einem kleinen Bau und dem Aufbau eines Landes. Auch dieser geht narb bestimmten Gesetzen vor sich, über die auch die jüdische Psychologie und ihr Vorwärtsdrängen uns nicht hinwegbringen wird, lind wenn wir uns sagen, vielleicht sind alle diese Gesetze nicht für uns geschrieben, so können wir in dieser Täuschung ein oder zwei Tage verbringen, aber am Schluß werden wir gezwungen werden, mit ihnen zu rechnen. Aus allen Experimenten, die wir gemacht haben, haben wir in der landwirtschaftlichen Kolonisation eine Grundt a t s a c h c gelernt. Eine landwirtschaftliche jüdische Ko- Ionisation kann im Lande nur vorwärts kommen, wenn sie auf jüdischer und chaluzischer Arbeit beruht. Das sind die beiden Faktoren, auf denen sich die Gesamtentwicklung, die wir im Lande sehen, aufbaut. Und wenn wir von einer Auswci.... י der Arbeit in der Zukunft sprechen, so sprechen wir immer über diese hauptsächliche Grundtatsache, und wer auch immer unsere Arbeit fortsetzen mag, kann sie nur auf dieser Basis fortführen. Und deshalb muß jeder, der unter diesen Bedingungen die Arbeit übernimmt, ganz gleichgültig woher er stammt, von der Zionistischen Organisation und allen schöpferischen Kräften des Jischuw ebenso geschätzt werden, wie die Arbeiter oder andere Kreise. Vielleicht hat die Zionistische Organisation für die vierte Alijah nicht alles getan, was in ihren Kräften stand. Aber sie war nicht darauf vorbereitet, diesen großen Strom aufzunehmen, der ins Land kam, weil er ihre Kräfte überstieg. Aber dieser große Strom hat uns viele produktive Kräfte gegeben. Die Zionistische Organisation wird diesen Elementen ihre Aufmerksamkeit zuwenden und unseren Möglichkeiten entsprechend ihnen bei der Fortsetzung ihrer Arbeit zu Hilfe kommen. Wenn wir uns aber auch über die hauptsächlichen Grundlagen klar sind, auf denen das nationale Heim aufgebaut werden soll, ist es doch fraglich, ob wir bereits die Methode, den Weg für die Verwirklichung dieser Haupt- Unten wissen. Ueber die Wege der Verwirklichung ist heute noch nicht das letzte Wort gesprochen. Da muß man noch lernen und studieren, und vielleicht werden wir zu der Erkenntnis kommen, daß große Aenderungen nötig sind, — über Einzelheiten will ich nicht sprechen -- in der» Methoden, die wir bis jetzt verfolgt haben. Man spricht im Lande und im Auslande viel darüber, daß unsere Arbeit so langsam geht. Wir alle wollen, daß der Aufbau des Landes mit Riesenschritten vorwärts geht, aber die Menschen, welche die große Verantwortung der Leitung unserer Arbeit tragen, dürfen sich nicht nur in tagtäglichen Sorgen verlieren, sondern müssen, soweit ihre Kräfte reichen, für die Zukunft sorgen. Und wenn man sich für einen Moment von der täglichen Kleinarbeit freimacht und über die Zukunft nachdenkt, tritt ein vollständiger Umschwung der Werte ein. Zum Beispiel verlangen alle, besonders die Palästinenser, nach einer großen Einwanderung. Alle sind Unglücklieh darüber, daß heute die Tore des Landes geschlossen sind, und man trägt es der Regierung und besonders der zionistischen Exekutive nach, daß sie nicht alle Anstrengungen macht, um die Tore für einen neuen Einwanderungsstrom zu öffnen. Ich weiß sehr gut, daß ich hier an eine schwere und gefährliche Frage rühre. Aber es ist nicht nur die Aufgabe der Exekutive, daß immerzu neue Einwanderer hereinkommen, sondern die Bedingungen zu schaffen, daß sich stetig eine normale Ein- Wanderung nach Palästina richten kann, d. h. daß es vielleicht nötig sein wird, eine lange Zeit zu warten, um die Bedingungen für einen neuen großen Strom vorzubereiten. Denn es ist wichtiger, daß nach zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren eine große Zahl von Juden im Lande verwurzelt sind, die hier arbeiten und schaffen, anstatt daß wir eine nervöse Einwandemng haben, mit dauernden Höhe- und Tiefpunkten. Und um eine solche Periode vorzubereiten, ist vielleicht eine besondere Taktik notwendig, die anders ist als diejenigen sie übgn, die sieh immer in einem kleinen Kreit bewegen und nie über ihn hinwegsehen. Ein Beispiel: Im Kriege waren wir hier in Palästina nicht weit von der Front, und alle waren wir damals große Strategen. Wir sahen damals die Bewegung des englischen Heeres und sagten: uin Gotteswillen, was tun diese Leute, warum sitzen sie in Petach Tikvvah und in Kfar Saba und rühren sich nicht von der Stelle. Wir, die Strategen von Tel-Awiw, wußten sehr gut, daß sie die Möglichkeiten hatten zu marschieren und die Türken zu schlagen. Aber der englische General befolgte sein System, und in der Tat wurde Kfar Saba zerstört und Petach Tikwah schwebte in großer Gefahr, aber als Aiienby siegte, da war seine Tat nicht nur von Bedeutung für Palästina, sondern für den Ausgang des gesamten Weltkrieges. Das ist der Unterschied zwischen der Lokalstrategie von Tel-Awiw und der Welt- Strategie. Was ist die für uns wichtigste Strategie? Um einen organisierten und an Seele und Leib gesunden Jischuw zu schaffen, muß man über die Naturschätze des Landes, d. h. über den Boden verfügen. Das ist eine elementare Tat- Sache, die man nicht weiter zu erklären braucht. Der Keren Kajemeth dient dieser Aufgabe, freilich arbeitet er im langsamen Tempo, ohne seine Schuld. Und die wichtigste Basis für die Entwicklung der Industrie ist die Betriebskraft. Ruthenberg lind alles was mit Ruthenberg zusammenhängt, arbeitet für diese Sache, auch die Erwerbung dieser Konzession fiel uns nicht in den Schoß. Wir haben alle Kräfte auf diesen Punkt konzentriert, denn wir waren uns darüber klar, daß ohne Kraft der Erfolg der Industrie nur ein momentaner sei. Die jüdische Industrie wird nicht entstehen, wenn ihre Grundlagen nicht in unseren Händen sind. Ich sage das, weil ich auf dem Kongreß und auch hier gehört habe, daß die Exekutive nichts für die Industrie getan habe. Wenn die Exekutive nur dieses eine für sie getan hätte, nämlich moralische und politische Stützung des Ruthenbcrg-Projektes, so hätte sie damit die wichtigste Arbeit für die Entwicklung der Industrie im Lande geleistet. Alle Fragen über diesen oder jenen Zoll sind Fragen des Moments, in England z. B. diskutiert man jetzt seit zweihundert Jahren über die Frage des Freihandels und die Dinge die so vielen Leuten bei uns vollkommen klar sind, sind dort noch zweifelhaft. Diese oder jene Zollverordnung können wir ändern. Aber es gibt Dinge, die uns verloren gehen, wenn wir r Berliner Zionistische Vereinigung. Donnerstag, den 3. November abends 81, ״ Uhr in der Stadthall•, Klasteretr. lUntergroudbhf. Klosteritr.) ״Der Sd1warzbart״Prozefj" Das Martyrium eines Volkes. *Referent: Mose» Waldmann (der all Zeuge am Sehwariban-Prozeß tsiiganommen hat). Eintritt 50 Pf. ii« nicht zur rechten Zeit unternehmen. In der Thora gibt es kein früh oder spät, aber in der Kolonisation ist es anders. Die Erwerbung von Boden für die Kolonisation und Betriebskraft für die Industrie standen und stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Diese gegenwärtige Periode dürfen wir nicht mehr als eine Zeit des Uebergangs betrachten, sondern als eine Zeit der Vorbereitung, wo wir uns für die Arbeit und für eine größere Offensive rüsten. Und um diese kommende Zeit näher zu rücken, heißt es jetzt, alle Kräfte zu konzentrieren zur Abkürzung der Periode des Uebergangs. Diese Periode des Ueberganges haben wir in Basel begonnen, freilich unter Aspekten, die dem Jischuw im Lande und auch dem Zionismus im allgemeinen samt ihren Führern nicht gerade angenehm gewesen sind. Wir begannen mit Kürzungen auf verschiedenen Arbeitsgebieten, aber wenn wir z. B. das Erziehung»• budget gekürzt haben, so handelt es sich nicht um eine Kürzung aus prinzipiellen Gründen. Wir sind dazu gezwungen gewesen, durch den Druck der Verhältnisse, damit wir später, im nächsten Jahre wieder fähig sind, die Arbeit zu erweitern. Wir machen aus dieser schweren Sache kein Arbeitsprinzip, sondern rechnen mit der Notwendigkeit, augenblickliche Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Denn wenn die täglichen Sorgen die Zionistische Organisation niederdrücken, kann sie sich nicht für eine wichtigere Arbeitszeit vorbereiten. Darum heißt es, die Bedingungen ändern und Bedingungen ändert man nicht, wenn man Fehler macht, die man früher auch gemacht hat Das ist vielleicht eine bittere Wahrheit, aber der Leiter der Arbeit hat die Pflicht, der Oeffentiichkeit die Wahrheit zu sagen und ich hoffe, daß Sie diese Wahrheit mit Verständnis aufnehmen werden. Es ist nötig, daß die zionistische Münze, der zionistische Name, die zionistische Verpflichtung ihr Gewicht behalten. Es heißt, alle Verleumdungen aus dem Wege räumen, die Atmosphäre von den bedrückenden Elementen befreien, die uns nicht allein nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern auch unsere Arbeitskraft beeinträchtigen. Es ist dies «ine schwere Aufgabe, aber ich hoffe, daß sie nur eine momentane ist und es sich nur um die Vorbereitung einer großen Arbeit in der Zukunft handelt. Hätte ich nicht diese Hoffnung, so würde auch ich von ״Verzweiflung“ sprechen, wie ich es von vielen im Lande und im Auslande gehört habe. Diejenigen, die in ihrem Leichtsinn von Verzweiflung und dem Ende sprechen, verstehen nicht die einfache Wahrheit, daß alles, was wir jetzt sehen, vorübergehende Erscheinungen sind, daß aber Palästina und das jüdische Volk ewig bestehen. Freilich ist die gegenwärtige Schwierigkeit außerordentlich schmerzhaft. Ich will die Krise nicht verkleinern, aber auch sie wird vorübergehen. Erez Israel wird aufgebaut werden, auch wenn es nicht so einfach und leicht gehen wird. Ais Ihr und wir alle das Joch der Arbeit aufgenommen haben, wußt« wir, daß es sieh darum handelt, die Bedingungen zu .sch*ffe»:lifi.be»«re־*T«tel.4«t!׳Gr*1#11u*:ifgen.4ir-:dtekÄa1»״ den Geschlechter. Wir werden unser Leben lang mit Sorgen zu kämpfen haben und die, die mit diesen Sorgen nichts zu tun haben wollen und glauben, daß man Palästina aufbauen kann, wie man ein Haus in Warschau oder in Berlin aufbaut, mögen außerhalb unseres Lagers bleiben. Und noch etwas. Wir kommen heute in neue Kreise hinein, die bisher außerhalb unserer Reihen standen und jetzt anfangen, sich uns zu nähern. Ich habe die Hoffnung, daß durch die Vergrößerung unseres Kreises auch unsere Arbeitspotenz wachsen wird. Aber wir wollen nicht, daß diese neuen Mensehen zu uns kommen, um in unserer Arbeit ״Ordnung zu machen“. Wir sind selbst fähig, unsere Angelegenheiten zu ordnen. Vieles hingt davon ab, wie heute die Stimme Palästinas klingt. Mit Recht hat der Vorsitzende gesagt, hütet euch in euren Worten. Zeigt nicht der äußeren Welt eine zu große Nervosität, übertreibt nicht das Schlechte, damit uns nicht das innere Gleichgewicht verloren gehe. Ich bin überzeugt, daß die Wolken sich verteilen werden und daß hellere Tage kommen und das ist das Gefühl, das sich von Palästina auf das Ausland übertragen muß. Im letzten Winter war ich in Amerika und arbeitete dort sechs Monate. Aus Palästina kam ein Strom von üblen Gerüchten, der mich niederdrückte und die Kraft jener Menschen schwächte, die die schwere Aufgabe auf sich genommen hatten, die Gelder für die Arbeit aufzubringen. Hier haben wir einen Zauberkreis: Wenn aus dem Lande schlechte Nachrichten kommen, fällt der moralische Barometer des Zionismus, verringern sich die Mittel, vermindert sich die Arbeit in Palästina und dadurch werden wieder die schlechten Gerüchte vermehrt und der Kreislauf beginnt von neuem. Die Arbeit ist schwer, aber es liegt kein Grund vor, sie noch schwerer zu machen. Wir erkannten alle diese Schwierigkeiten, haben sie aber mit Liebe und Vertrauen auf uns genommen. Und alle diese Krisen und Komplikationen, die ich ebenso tief empfinde wie ihr, werden mir nicht die Kraft des Vertrauens becinträchtigen, nicht den Optimismus nehmen, nicht jene lebendige Kraft aus mir heraussaugen, die jeder besitzt, der im zionistisehen Lager arbeitet. Und ich glaube daran, daß, wenn wir uns wieder treffen, wir auf einen großen Fortschritt in unserer Arbeit zurückblieken können, den ich auch diesmal, trotz aller Schwierigkeiten, gefunden habe. Der Glaube an die Schaffenskraft des jüdischen Volkes und an die Ueberzeugungskraft Palästinas ist der einzige Schatz, der uns geblieben ist. Laßt uns diesen Reichtum nicht verschwenden! Und damit will ich schließen: Wenn wir uns wiedertreffen, dann wollen wir nicht mehr über die Krise reden, sondern über die Arbeit, über die Kolonisation, über die Einwanderung, über Boden, über die Sprache, über alle diese Schöpfungen, die uns so teuer sind. Auf baldiges Wiedersehen! Jerusalem,26. Oktober. (J.T. A.) Die zionistische Exekuiive von Palästina gab zu Ehren Dr. Weizmanns einen Empfang, dem viele Regierungsbeamte und auswärtige Konsuln beiwohnten. / X

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