Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 83-84 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 590 JÜEDISCHB RUNDSCHAU Nr. 83/84, 21. X. 1927 Genf, ihre zentrale Figur, Dr. Viktor Jacobson, der nunmehr vom Völkerbund-Sekretariat offiziell anerkannte Vertreter der Zionistischen Organisation. Wer auch nur einige Tage Dr. Jacobson bei seiner Tätigkeit innerhalb des Kongreßgetricbes der Völkerbundversammlung oder in seinen Beziehungen mit den Organen des Völkerbundpalais beobachtet hat, wird mit Befriedigung feststellen müssen, daß hier im Stillen ausgezeichnete zionistische Arbeit geleistet wird, daß eine wertvolle zionistische Position bereits aufgebaut wurde, wo noch vor einigen Jahren nichts war. Die einzelnen Abteilungen des Völkerbundes sind heute über die zionistischen Probleme informiert, sie verfolgen nicht nur mit Interesse die Einzelfragen unserer praktischen Arbeit, sondern haben auch Verständnis für das Wesen der zionistischen Bewegung. Dr. Jacobson ist unerschöpflich an Einfällen, das Interesse wachzuhalten, den einzelnen Persönlich, keiten den Zionismus in Erinnerung zu bringen und sie über Probleme zu unterrichten, insbesondere auf Para!- leien zwischen unserer Sache und andern Materien des Völkerbundes hinzuweisen, den Rat erfahrener Völkerbundsmänner einzuholen und den' Zionismus organisch einzuordnen in die Gedankenwelt des Völkerbundes. Der Völkerbund ist heute noch kein stabiles, sondern ein werdendes Gebilde. Dem zionistischen Besucher in Genf —- besonders wenn er aus Basel kommt — drängt sich ein Vergleich mit dem Zionismus auf. Nicht nur wegen des Kongreß-Apparates, der Vielsprachigkeit, des Getriebes. Aber auch beim Völkerbund hört man Stimmen der Enttäuschung. Auch bei ihm waren die Erwartungen unmittelbar nach Kriegsende hoch gespannt, er wurde begründet als das Organ einer neuen Welt- Ordnung. In der Praxis haben sich Schwierigkeiten ergeben, die alten Mächte und alten Methoden sind zu stark und die Mächtigen, die etwas zu verlieren haben, verlassen sich lieber auf ihre eigene Kraft, als daß sie dem neuen und unerprobten Element sich anvertrauen. Man weiß, daß um den Völkerbund herum im letzten halben Jahre Krisen entstanden sind; z. B. der Rücktritt von Lord Robert Ce eil. Er ist es ja, der in der denkwürdigen Albert Hall Versammlung am 12. Juli 1920 die Worte sprach: ״Ich glaube, dafl wenn einmal die Geschichte des Krieges ganz unparteiisch geschrieben werden wird, man die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und die Schaffung des Völkerbundes als seine beiden größten Ergebnisse nennen wird. Diese beiden ermangeln nicht etwa der Innern Verbindüng. Sie steilen die beiden großen Ideen dar, für die wir gekämpft und durch die wir gesiegt haben — die Idee des Nationalismus und die des Internationalismus. Sie sind nicht klär voneinander geschieden oder einander widersprechend; im Gegenteil, sie ergänzen einander. Es kann keinen freien Völkerbund geben, wenn die Völker nicht wirklich frei sind.“ Hier ist in unübertrefflicher Weise der Zusammenhang zwischen Zionismus und Völkerbund dargelegt. Beide sind Bestandteile einer Welt, die erst kommen muß. Man arbeitet an der Verwirklichung, zugleich aber muß immer wieder die Propaganda der Idee« erneuert werden. Letzten Endes ist auch der Völkerbund eine freiwillige Organisation, und engherzige egoistische Interessen stehen gegen ihn. Er wird vor allem gewollt von den kleinen Völkern, so wie den Zionjsmus vor allem die armen Juden unterstützten. Die Umsetzung gewaltiger welthistorischer Ideale in die ״ Wirklichkeit ist kein mechanisch klappender Prozeß. Sie erfordert Geduld. Das charakteristische Wort hat bei der letzten Völkerbundversammlung in Genf der griechische Staatsrechtslehrer Politis, einer der bedeutendsten Köpfe des Völkerbundes, gesprochen: Attendons, dsperons, agissons! Geduld haben, den Glauben nicht verlieren, und die Tagesarbeit ununterbrochen fortsetzen: dies in der Tat sind die Forderungen, die an jeden Menschen gestellt sind, der es mit der Verwirklichung einer Idee ernst meint und dem sie mehr ist als Sensation oder Schwärmerei. In der Atmosphäre des Werdens, die in Genf herrscht, können neue politische Gedanken sich durchsetzen. Neue Oedanken aber erheischt die Lösung der jüdischen Frage, die ein Problem von schlechthin unvergleichbarer geschichtlicher Qualität darstellt. Sie ist in die hergebrachte Begriffswelt nicht einzureihen. Ein solcher neuer Oedanke ist das staatsrechtliche Institut des Mandates, besonders in seiner Anwendung auf Palästina. Im Palästinamandat ist auch der neue Begriff enthalten, der, durch die einzigartige Lage der Juden bedingt, vom ersten Zionistenkongreß konzipiert wurde: die nationale Heimstätte für das jüdische Volk, Jewish National Home. Das nationale Heim ist im Entstehen, es ist international anerkannt; es zeigt heute schon die Form an, in welcher sich das organisierte jüdische Volk der Völkergemeinschaft eingliedert und seinen Platz, sein Recht zur Mitwirkung an den Aufgaben der Menschheit beansprucht. Die Anerkennung dieses Gedankens in immer steigendem Maße durchzusetzen, ist eines der Ziele der politischen Arbeit Dr. Jacobsons. Aber die zionistische Arbeit in Genf ist auch unmittelbar praktisch nicht bedeutungslos. Die im Völkerbund vereinigten Völker begreifen allmählich die Zusammenhänge und ihre Bereitschaft, uns zu helfen, wächst. (Die soeben neu erschienene Zeitschrift des französischen Komitees ״France-Palestine“, an der hervorragende inter* nationale Persönlichkeiten mitarbeiten, ist ein interessantes Dokument eines solchen Interesses.) Die Idee, die Hilfe des Völkerbundes für Finanzoperationen zugunsten des palästinensischen Aufbaus zu gewinnen, ist bereits bis zur Ausarbeitung eines Projektes gediehen, das auf dem Basler Kongreß von Dr. Jacobson und Dr. Ruppin vorgelegt wurde. Es verlautet sogar, — englische Zeitungen berichten darüber —י daß die Iran- ..r.... ..—....... ׳׳־״ ׳.... zösische Regierung bereit sei, eine solche zionistische Anleihe bis zur Höhe von £ 200000 zu garantier«. Wie dem auch sein mag, es ist nicht zu bezweifeln, daß hier entscheidende Perspektiven des ganzen Aufbau- Werkes liegen, wenn man auch nach der Natur der Sache mit vorsichtigem und langsamem Fortschritt rechnen muß. * Wir sind ein Spezialfall der Geschichte. Es ist kein Zufall, daß für unsere nationale Rehabilitierung ein neuer Begriff geschaffen werden mußte. Die Welt begreift das langsam. Dabei ruhen natürlich auch die Diskussionen nicht, die unsere Sache wieder auf einen gebräuchlicheren landläufigen Begriff bring« möchten. Eine Diskussion dieser Art hat unser Freund Colonel Wedgwood entfacht, indem er jüngst davon sprach, Palästina solle allmählich ein jüdisches Dominion innerhalb des britischen Weltreiches werden. Gegen diese Auffassung wandte sich mit Entschiedenheit Stricker in der ״Neuen Welt“, weil er darin eine Verkleinerung des Judenstaatsgedanke-ns sieht. Dagegen wurde Wedgwoods Konzeption von dem Londoner ״Jewish Chronicle“, der bekanntlich gleichfalls eine extreme Judenstaatsideologie vertritt, wärmstens begrüßt. Wichtiger als diese Debatte über den Grad der staatsrechtliehen Souveränität des künftigen jüdischen Gemeinwesens scheint uns eine andere Anregung, für die der ״Jewish Chronicle“ seit Wochen eintritt und die bereits in der englischen und arabischen Presse ein Echo gefunden hat. Da, so meint die Zeitung, mit Rücksicht auf das Vorhandensein der Araber, die Schaffung eines Jüdisch« Nationalstaates in Palästina schwierig ist, so möge man innerhalb Palästinas ein — wenn auch kleineres — geschlossenes jüdisches Siedlungsgebiet schaff« und diesem die Rechte eines selbstverwaltend« Gemein- Wesens geben. Auf diese Weise wäre wenigstens im Prinzip das jüdische nationale Gemeinwesen, ein Jud«- Staat, geschaffen. Dieser Gedanke erinnert an die in den letzten Tagen aktuelle Debatte über den Kirchen- Staat, dem es auch nur auf das Prinzip der Souveränität und nicht auf die Größe des Territoriums ankommt — freilich hat er auch kein Volk anzu» siedeln. Was gegen diesen Vorschlag zu sagen ist, liegt auf der Hand; aber da wohl die souveräne jüdische Enklave nicht ganz ohne Verbindung mit ihrer Umwelt existieren könnte, so lohnt es sich wohl darauf hinzuweisen, daß zwischen diesem Vorschlag und dem einer Kantonal Verfassung innerhalb des binational« Palästina praktisch kein großer Unterschied besteht. Ohne die unzeitgemäße Debatte über die staatsrechtliche Form des künftigen Palästina in diesem Moment erneuern zu wollen, scheint es uns doch — im Interesse einer Annäherung innerhalb des zionistisch« Lagers — der Mühe wert, zu überlegen, ob nicht oft erbitterter Streit um Worte geführt wird, wo die durch die Tatsach« .bedingte Praxis ״.uns. i doch , zu verwandten Lösungen bringt. Robert Welt sch. Kleine Nachrichten Nach einem Bericht der ״Times“ hat die Sowjetregierung soeben eine zweite Schiffahrtslinie Odessa — Die ad a eingerichtet. Rußland bemüht sich sehr um den Handel mit den arabischen Staaten, und die russische Presse erklärt, es sei bereits gelungen, die indische Ware in Arabien zu unterbieten und von dort Produkte nach Rußland einzuführen, die früher auf dem Umweg über London oder Hambürg gekommen sind. Der von der Züricher Konferenz zum Schutze der jüdischen Rechte begründete Council for the Rights of Jewish Minorities (Komitee für Rechtsschutz der jüdischen Minoritäten) hat soeben sein Büro in Genf eröffnet. Der Anglo-Palestine Club veranstaltet Anfang November in London zur Feier des zehnten Jahrestages der Balfour-Deklaration eine Festlichkeit. Der Präsiden* des Klubs, Herr James de Rothschild, wird den Vorsitz führen. Lord Balfour hat zugesagt, der Feier beizuwohnen. Am Südrand von Nablus wurde eine Reihe von Steinblöcken aus der Römerzeit ausgegraben mit lateinischen Inschriften in griechischen Buchstaben. Die in Amerika zurückgebliebenen Mitglieder des hebräischen Theaters ״H a b i m a h“ haben sich unter der Leitung des Direktors Benjamin Zemach zu einem neuen Habimah- Ensemble organisiert und werden schon in dieser Saison in Amerika Vorstellungen geben. Eine Disputation, veranstaltet von einer jüdischchristlichen Verständigungsgesellschaft, findet am 24. Oktober in der liberalen jüdischen Synagoge in L o n d o n statt. Das Thema lautet: ״Sich Gott nähern . Den jüdischen Standpunkt wird Dr. Claude G. Montefiore, den christlichen Dr. Gravie vertreten. Col. F. H. Kisch, Mitglied der Palästina-Exekutive, feiert am 26. d. M. seine Hochzeit mit Miß Ruth Laura Franklin, der Ehrensekretärin der Wizo, einer Nichte von Herbert Samuel. Jerusalem, 7. Oktober. (J.T.A.) Zwei Studenten der Herzlia-Hochschule durchschwammen die zehn Meilen lange Meeresstrecke von Acco nach Haifa in sechs Stunden. Es ist dies eine im Orient noch nicht dagewesene Schwimmsportleistung. Das Gericht in Haifa verurteilte die Arbeiterin Ruth Soehudolsjd und den Arbeiter Pan iz wegen kommunistischer Betätigung zur Ausweisung. Ein dritter Kommunist, Stockstuhl, wurde aus der Haft entlassen. Auf der Linie Haifa — Zemach wurde bei Kilometer 26, zwischen Af uleh und Tel Schemam 4 km von letzterem Ort entfernt, eine neue Eisenbahnstation bei dem Moschaw Ovvdim Kfar Baruch, einer der Siedlungen der neuen diesjährigen Kolonisation — die Kolonisten sind frößtenteils sephardische Juden — eröffnet, und eine zweite ei Kilometer 79, zwischen Gescher und Zemach beim Lager für die Rutenberg-Arbeiten. Dr. Lazar Gulkowi tz bat am Alttestamentlichen Seminar der Universität Leipzig die venia legendi für die Wissenschaft des Judentums erhalten. Dr. Israel Karmi-Weinberg | Am Donnerstag, den 15. September d. L, hat das jüdische Palästina einen schweren Verlust erlitten: Dr. Israel Karmi (Weinberg) starb, erst 42 Jahre alt. Der Großvater mütterlicherseits, Reb Salinen Salomon, war der erste Aschkenasi, der vor etwa 120 fahren palästinensischen Boden betrat, die väterliehe Familie ist gleichfalls sieben Jahrzehnte im Land. Weinberg beendet in Hannover das Lehrerseminar, wird Lehrer an den Hilfsvereinschulen in Jerusalem. Die Stellung erscheint ihm zu bescheiden; obschon bereits verheiratet, gibt er sie auf und studiert in Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich neuere Sprachen. Prof. Roethe sagt ihm einmal: ,,Ich bin Ihren Rassegenossen nicht hold, Sie aber bringen meinen der Handelsschule, unterrichtet aber auch an den anderen Schulen des Hilfsvereins. Nach dem Kriege geht er nach Jaffa und gründet in Tel-Awiw eine Handelsschule. Er leitet sie drei Jahre mit größtem Erfolg und bestätigt von neuem seinen Ruf als glänzender Pädagoge. Dana wird er in die ״Pardess“ als Direktor gewählt. ״Pardess“ Ist eine Genossenschaft, die den größten Teil der jüdischen Orangeriebesitzer vereinigt und etwa 30 Prozent der esamten Orangenproduktion Palästinas kontrolliert. Dreieinalb Jahre arbeitet Weinberg unermüdlich, bringt inzwischen auch eine Broschüre heraus (״The Orange Trade of Jaffa“), die größte Beachtung findet, reist sehr erholungsbedürftig nach Europa, gönnt sich trotzdem keine Ruhe, bereist die wichtigsten Städte Deutschlands und findet endlich die Firma, die sich bereit erklärt, die Palästina-Orange in Deutschland systematisch einzuführen. Mit welch ausgezeichnetem Erfolg, wird Ihren Lesern bekannt sein. Ein Jahr später Ist Dr. Karmi-Weinberg wieder In Deutschland, noch überangestrengter, noch erholungsbedürftiger. Trotzdem leistet er auch jetzt fruchtbare Arbeit für seine Gesellschaft, für Palästina. Der Vertrag mit der deutschen Importfirma wird erneuert, ausgezeichnete Perspektiven für den mitteleuropäischen Markt eröffnen sich. Ende Juni kehrt Weinberg heim. Aber auch die Heilkraft der palästinensischen Sonne beginnt zu versagen. Die Gesundheit ist untergraben. Der Tod scheint unentrinnbar. Er weiß es, er will klar sehen, er haßt auch hier jede Unklarheit. Dennoch rafft er alle Energie zusammen und geht trotz ärztlichen Ein- Spruchs ins Büro, so oft es nur irgend möglich ist. Noch drei Wochen vor seinem Tod nimmt er unter unsäglichen körperliehen Schmerzen an der Generalversammlung der ״Pardess“ in Petach-Tikwah sehr aktiv Anteil. Nach seinem Vortrag, ln den» er du Zukunftsprogramm entwickelte, war der Beifall stark, die entgegengebraente Sympathie erschütternd. Nach seiner Rückkehr sagte er mir: ״Mir war nach beendigter Rede so, als müßte ich die Chawerim gleich zu meinem Begräbnis einladenNoch zwei Tage vor seinem Hinscheiden begleitete ich ihn auf seinen letzten Besuch bei der ״Pardess“. und dann war es vorbei. Der Abgang dieses zielbewußten, klaren, energischen und reinen Menschen bedeutet für Palästina einen ungeheuren Verhist, denn er stand erst an der Schwelle der groß« Pläne, die ihm vorschwebten. Der ganze Jischuw ist in Trauer versetzt. Aus Jerusalem und Haifa, aus Risch« und Petach-Tikwah, aus Rechoboth und Zichron eilten sie herbei, um ihm das letzte Geleit zu geben. Dr. Masie, ein beinahe Achtziger, kam aus Jerusalem. Er widmete als Seniormitglied der ״Pardess“ dem toten jungen Freund warme Abschiedsworte, ferner sprachen Direktor Apfelbaum von der ״Pardess“, ein Vertreter der Handelsschule und ein Logenbruder namens der Beneh-Berith. Am Grabe würdigte Direktor H 0 o f I e n den Verstorbenen als Mensch und Kaufmann. Namens der Beamten der ״Pardess“ rief ihm Herr Karassik erschütternd« Wort« des Dankes nach, ln der Handelskammer gedachte der Präsident, Herr Hoofien, nochmals in ausgezeichneten Worten des dahingegangenen Vize• Präsidenten Dr. Weinberg. H. Sußnitzki. Tel-Awiw, September 1927. Für Ae Hebräische lüdversttät Dr. Magnes in Amerika New York, 16. Oktober. (J.T.A.) Felix M. Warburg, der bekanntlich Irr! Jahre 1925 500000 Dollar für die hebräische Universität in Jerusalem gestiftet hat, gab zu Ehren des hier eingetroffenen Kanzlers der hebräischen Universität, Dr. J. L. Magnes, ein Diner, dem 200 führende jüdische Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten beiwohnten. Bei dieser Gelegen* heit entwickelte Dr. Magnes einen Plan der Aufbringung von 10 Millionen Dollar als ständigen Stiftung®• f 0 n d s für die Universität. Das Jahresbudget der Universität beträgt etwa eine halbe Million Dollar. Der Ertrag eines Fonds von 10 Millionen Dollar würde das jährliche Budget sichern. Königreich Trausjordanien? W. T. B. meldet aus Jerusalem am 15. Oktober: Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, wird Emir Abdullah im An- Schluß an die bevorstehende Unterzeichnung des Vertragsentwurfs zwischen Großbritannien und dem Transjordanland, der die Unabhängigkeit des Transjordanlandes anerkennt, den Titel eines Königs des Transjordanlandes artnehmen. Me neue Palästina-Wähmng Laut amtlicher Mitteilung in der palästinensischen ״Official Gazette“ wird die neue Währung Palästi nas, die an Stelle der bisherigen ägyptischen Währung eingeführt wird, a nt 1, November in Umlauf gesetzt werden. Me Elektrifizierung Jerusalems Die Mavromatisklage abgewiesen Haag, 12. Oktober. (J. T. A.) Der ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat soeben sein Urteil in dem Streitfall zwischen der griechischen und der englischen Regierung wegen der Forderung des Griechen Mavromatis veröffentlicht. Die griechische Regierung hat bekanntlich von der englischen Regierung als der Mandatarmacht Palästinas für ihren Staatsangehörigen Mavromatis eine Schadenersatzleistung in Höhe von 217000 Pfund Sterling gefordert und begründete diese Forderung damit, daß die Palästina-Regierung den griechischen Staatsangehörigen Mavromatis an der Ausübung wichtiger ihm noch von der seinerzeitigen ottomanischen Regierung verliehenen Konzessionen, betreffend die Versorgung der Hauptstadt Jerusalem mit elektrischem Licht und Straßenbahnen verhindert habe. Gegenüber dieser Forderung hat die englische Regierung die Einrede der Unzuständigkeit des Internationalen Gerichtshofes erhoben. In der heutigen Entscheidung erklärte sich der Gerichtshof im Sinne des englischen Antrags für u n - zuständig. _ Wie das ״Commercial Bulletin“ vom September berichtet, macht der Direktor für Zölle bekannt, daß Traktoren, die für landwirtschaftliche Zwecke importiert werden, ferner Harken die mehr als 1 kg wiegen, vom palästinensischen Einfuhrzoll befreit sind.