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Jüdische Rundschau · 1927-09-06 · Heft 71 (6.9.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 71 (6.9.1927)
Date
1927-09-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 510 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 71, «. IX. 1027 Ueberspannung unserer Kräfte aut wirtschaftlichem Gebiete brechen. Wir dürfen nicht mehr den Opfermut der Chaluzim als einen Budgetposten aufnehmen. Das bedeutet natürlich nicht, daß wir ihre moralische Kraft aufgeben, aber sie dürfen diese Kraft nicht auf das Ertragen von Hunger einstellen. Es gibt eine häufig vertretene Theorie, Zionismus sei eine Sache für die geschäftlich Dummen; die tüchtigen Leute gehen nach Amerika. Ich glaube, es ist Aufgabe der Chaluzim, auch diese Auffassung zu widerlegen. Ihr Heldentum darf nicht in einem passiven Heldentum bestehen, sondern in einem Heldentum der Aktivität. Die Frage ist, wie weit ein derartiges Programm einer reformierten wirtschaftlichen Auffassung durchzusetzen ist. Wir haben gehört, daß der Redner des Misrachi eine wütende Rede gegen dieses Programm gehalten hat. Es ist für mich bitter, daß ich auch aus der Rede von Katznelson eine Verteidigung des Systems herausgehört habe, mit dem wir brechen müssen. Daß Herr Grünbauin sich zum Verfechter dieses Systems gemacht hat, wundert mich nicht. Er vertritt noch die Lehre vom ,,produktiven Defizit“: Wenn nur das Budget recht froß ist, wird auch die Deckung kommen. Wir haben diese heorie vom produktiven Defizit lange genug an unserem Körper ausprobiert, und ich verstehe nicht, wie ein Vertreter dieser Auffassung von unserem Präsidenten verlangen kann, daß er gehen soll. Wenn wir nicht zu einem Budget kommen, das unseren Eingängen entspricht, so werden wir niemals Imstände sein durchzusetzen, was wir wollen. Wir werden uns für alle Vorschläge einsetzen, die eine solche Budgetierung sichern, und werden alle Vorschläge bekämpfen, die auf einen Versuch einer Verschleierung dieses Gedankens herauskommen. Die zionistische Welt ist heute voll von Orangen. Man) kann sagen, an mancher Stelle sieht man den Zionismus vor lauter Orangen nicht. Am letzten Kongreß noch ist das Wort ״Orange“ überhaupt nicht ausgesprochen worden. Gewiß, wir haben diesen Wirtschaftszweig vernachlässigt. Wir bringen aber eben einen Vorschlag, der seit Jahren vorliegt, das Programtn von Dr. Brünn, und wir werden den Kongreß bitten, sich mit diesem Plan zu beschäftigen. Es ist auch notwendig, vor der Durchführung der Konsolidierung gewisse wirfschaftliche Fragen klarzustellen. Man muß endlich die berühmte Streitfrage ״große Kwuzah oder nicht“ durch Einsetzung eines speziellen Ausschusses entscheiden. Man wirft uns oft vor, daß wir gegen die Arbeiterschaft Front genommen hätten. Davon kann keine Rede sein. Wir halten unsere Arbeiterschaft für den bedeutendsten positiven zionistischen Faktor in Palästina. Aber das hat nichts damit zu tun, daß wir die Pflicht haben, was in Palästina geschieht, unter eigener Verantwortung nachzuprüfen. Es gibt in der Tat keine Verwirklichung des Zionismus gegen oder ohne Arbeiterschaft. Aber wir wissen ebenso, daß die Durch- Setzung der wirtschaftlichen Forderungen, die wir heute stellen, im absoluten Interesse der Arbeiterschaft gelegen ist. Man hat uns Defaitisten genannt. Wir glauben, daß die wirklichen Defaitisten diejenigen sind, die sich in das Reich der Illusion flüchten, weil sie den harten Kampf zwisehen Zionismus und Wirklichkeit nicht vertragen können. Wir aber wollen diesen Kampf aufnehmen. Denn wir glauben, daß der Zionismus diesen Kampf bestehen kann. Und weil wir dies glauben, weil wir die Bedingungen dafür schaffen wollen, deswegen vertreten wir das Programm, das man das Programm des Linken Zentrums genannt hat. (Starker Beifall.) Gesundheit (Südafrika) spricht seine Unzufriedenheit über die geringen politischen Resultate aus. Er verlangt eine liberale Interpretation des Mandates durch die Mandatarmacht und eine Ermutigung der jüdischen Arbeit durch die palästinensische Administration. Unsere Exekutive und der Prä•!*ident haben alles getan, was möglich war. Öle südafri-; Iranischen Juden bitten mich zu sagen, daß, obwohl sie selbst keine strengen Orthodoxen sind, sie in Palästina die Orthodoxie unterstützt sehen, die Misrachi-Schulen gefördert sehen möchten, denn sie glauben, daß Palästina auf der traditionellen Basis aufgebaut werden muß. Wir südafrikanischen Zionisten betrachten die Arbeiter als unsere Freunde, denn sie sind es, die das Land auf bauen. Wir wollen aber in Palästina keinen Parteihaß. Wir werden den Arbeitern nicht gestatten, uns immer zu drohen und uns die Faust zu zeigen. Haben denn keine blutigen Zusammenstöße unter den Arbeitem selbst stattgefunden, den Arbeitern von der rechten und der Unken Gruppe? Zwingen Sie nicht die Arbeiter des Misrachi ״trefe“ zu essen. (Erregte Zwischenrufe der Linken, die eine Zurücknahme dieser Worte verlangen.) Dr. Hindes (Polen, Et Liwnoth): Es ist nicht richtig, daß wir in bezug auf irgendeine zionistische Frage auf einem Klassenstandpunkt stehen. Es ist ein Prinzip jeder Kolonisation, das Gleichgewicht zwischen der Menschenwelle und der Kapitalswelle herzustellen. Wir haben jetzt dafür zu sorgen, daß endlich für Kapital freie Bahn gemacht wird. Am weitesten entfernt stehen wir allerdings vom Palästinalosen Zionismus Grünbaums. Der Primat gebührt den Fragen, die sich auf den Aufbau Palästinas als eines nationalen jüdischen Heims beziehen, d. h. in erster Reihe der Frage der Kolonisation. Wir sind aber nicht Gegner der Arbeiter. In einer grundlegenden Beziehung allerdings sind wir mit dem linken Flügel nicht einverstanden: mit dem System der Kolonisation, aus dem er selbst keinen Ausweg weiß. Wir müssen ein System finden, das nicht ständig auf den Lebensstandard der jüdischen Arbeiter wirkt. — Der Kongreß steht im Zeichen eines kleinen Budgets. Unsere Perspektivlosigkeit ist die Ursache der Mißerfolge des Keren Hajessod. Wir müssen also vor allem eine klare Perspektive der Kolonisationsarbeit haben. Die Programm- und Perspektivlosigkeit der zionistischen Bewegung und ihrer Leitung hat zwei Ursachen. Erstens der starre Konservatismus in unseren Reihen, der zur Folge hat, daß eine jede neue Idee auf den Widerstand der konservativen zionistischen Reihen stößt. Die zweite Ursache ist die Prestige-Politik, die in unseren Reihen getrieben wird. Wir sollten den Mut haben, eigene Fehler als solche zu erkennen und fremde Ideen, wenn sie gut sind, anzunehmen. Unsere wirtschaftliche Arbeit kann nicht zum Erfolg führen, wenn sie von Parteien gemacht wird. Wir glauben, daß eine gewisse Entpolitisierung unserer Wirtschaftliehen Arbeit im Wege der jewish Agency eine Not- Wendigkeit ist. Die Opposition war anderer Ansicht, es war daher für uns heute eine Ueberraschung, von Jabotinsky zu hören, daß er wenigstens prinzipiell auf demselben Standunkt steht. Der erbitterte Kampf gegen die Agency, der isher geführt worden ist, war nur .geeignet, das Prestige der Bewegung zu untergraben. Es muß Klarheit geschaffen werden, ob die Opposition wirklich geneigt ist, eine wirtschaftliche Agency restlos zu unterstützen. Auf dem Gebiet der Außenpolitik teilen wir nicht Jabotinskys Maximalismus. Aber die Politik, die wir in Palästina treiben, ist entschieden zu schwach. Unsere Exekutive verteidigt nicht unsere Wirtschaft in Palästina selbst vor den größten Gefahren und Angriffen seitens der Regierung und Administration. Wir fordern da besseren Schutz und aktivere Politik. Ich komme nun auf das Kolonisationsprogramm. Wir müssen das Privatkapital nach Palästina bringen. Zwei Umstände haben die Betätigung des Privatkapitals in Palästina bisher verhindert. Erstens hat die Organisation trotz kluger ,Warnung von Washington selbst die Rolle eines Unternehmers auf sich genommen und ist große Verpflichtungen cingegangen, denen sie nicht nachkommen kann. Dieser Weg macht es der Organisation unmöglich, für private Unternehmungen und privates Kapital Verständnis zu haben. Die Organisation muß sich darauf beschränken, Bedingungen zu schaffen, nicht Dinge. Dann werden wir keinen Klassenkämpf haben. Die zweite Vorbedingung ist ein gewisser psychologischer Burgfriede. Wir müssen uns klar sein, daß ein ernster Klassenkampf jüdische Arbeit und den Zionismus überhaupt unmöglich macht. Es gibt Parallelwirtschaften der einzelnen Fraktionen in Palästina, Banken für die verschiedenen Fraktionen, drei Erziehungs- und zwei Sanitäts- Systeme. Das ist nicht denkbar. Die Defizitwirtschaft Ist zum großen Teile daraus entstanden, daß Parteien Untemehmungen hatten. Zur Durchführung grundlegender Aenderangen bedürfen wir einer starken und unabhängigen Exekutive. Dr. Ostes Thon (Westgalizien): Die Allgemeinen Zionisten müssen der stärkste Tragpfdler des Zionismus bleiben, denn sie stellen an den Zionismus und seine Verwirklichung keine besonderen Bedingungen. Diesen Sztam-Zionismus sucht man zu zerschlagen, und das ist unsere Krankheit. Wir müssen unsere Kräfte vervielfachen und Menschen heran׳• ziehen, und aus ihnen alle möglichen Arbeitskräfte heranholen. Im Budget muß für das Erziehungswesen Platz bleiben. Es ist ungerecht zu sagen, daß wir nicht um einen Schritt weitergekommen sind. Wir müssen die Distanz abmessen um vergleichen zu können, was wir erreicht haben. Ich halte es für einen Unsinn, die Verantwortung für die jetzige Krise auf die Schultern der Arbeiter zu wälzen. Wenn die Arbeiter Verluste erlitten haben, so haben wir doch ungeheure Aktive dafür gewonnen. Wir haben Lehrgeld gezahlt, haben aber dafür etwas erreicht. Ich warne vor dem Banausentum im Zionismus, dessen sich auch Eth Liwnoth schuldig macht. Zionismus ist eine Tat von Fanatikern. Wir sind eine kämpfende Organisation. Ich fürchte nicht die, die auf unser Erbe lauern, sondern die Flauheit im eigenen Lager. Nur mit Fanatismus werden wir Erez-Israel aufbauen. * In der Nachtsitzung vom Sonnabend, deren Bericht wir nächstens nachtragen, fand die Generaldebatte durch eine Rede Weizmanns ihren Abschluß. Die Konferenz der ״Wizo“ Von Oerda Arlosoroff-Ooldberg. Basel, 30. August 1927. Um das Urteil vorauszunehmen: Die Konferenz der Organisation zionistischer Frauen, die in Basel vom 27. bis 30. August tagte, war eines jener zionistisch erfreulichen Ercignisse. die leider in letzter Zeit so selten geworden sind. Ernste Verhandlungen, von einem beachtlichen Niveau, von einer erfreulichen Klarheit und einem gesunden Verständnis für Palästina und seine Bedürfnisse. Eine Konferenz, die verständiieherweise nicht dazu gelangen konnte, alle Fragen, die heute mit zionistischer Frauenarbeit im Lande zusammenhängen, völlig durchzuackern, die jedoch eine ganze Reihe von praktischen Ergebnissen lieferte, die eine ausgebreitete und geordnete Tätigkeit in der kommenden zweijährigen Arbeitsperiode verbürge«. Um ein Schlagwort zu gebrauchen, »eine Konferenz der Ofganfetertag tted d« Aufstl«:gS(. Es kann hier kefn Kid der Verhandlungen gegeben werden. Wer sich für dieses wichtige Kapitel zionistischer Arbeit interessiert, lese die Protokolle. Aber es scheint geboten, einige wesentliche Punkte und Beschlüsse herauszugreifen. Zuerst einmal sei betont, daß die Konferenz das stattliche Budget von über 41000 Pfund akzeptiert hat. Viel sprechender jedoch ist die Tatsache — wie auch Weizmann in seiner Begrüßungsrede bemerkte — daß dieses Budget heute bereite als sicher betrachtet werden kann. Das ist kein äußerlicher Zufall, sondern der praktische Ausdruck dafür, daß das Wachstum der Wlzo, das in letzter Zeit sehr viel rascher geworden ist, auf gesunden und sicheren Wurzeln ruht. Die Tendenz der Arbeit der Wizo ist auf dieser Konferenz noch einmal sehr klar und eindeutig zusammengefaßt worden. Es handelt sich nicht einfach um ״Frauenarbeit“, in dem vielfältigen Sinne, den dieses Wort heute bei uns und in der ganzen Welt bekommen hat. Mit vollem Bewußteein und klarem Blick hat sich die Wizo zwei Arbeitegebiete aus der Fülle des Möglichen gewählt: Die Schulung und Erziehung der einwandernden Frau im Lande, um sie brauchbar zu machen für die spezifischen Aufgaben, die das Kolonisationsland Palästina der Einwanderin stellt, und die Erfassung der jüdischen Frauen im Oaluth für die Arbeit des Zionismus. Damit hat die Konferenz den Weg bestätigt, den sie mit der Schaffung der landwirtschaftlichen Mädchenschule in Nahalal, dem Hostel in Tel-Awiw, der Unterstützung einzelner Chawuroth der Mädchen und der Zusammenarbeit mit dem Arbeiterinnenrat eingeschlagen hat. Es kam in den Verhandlungen deutlich zum Ausdruck, daß es sich hier nur um einen Teil aller der Aufgaben handelt, die die Palästina- Arbeit heute den Frauen stelle. Aber die Wizo hat es in weiser Selbstbeschränkung abgelehnt, sich auf das große Gebiet der Wohlfahrtearbeit zu begeben, das heute im Lande der Bearbeitung harrt. Eben aus der l/eberzeugung heraus, daß es vor allem anderen darauf ankommt, durchgebildete und mit den Verhältnissen des Landes vertraute Kolonistinnen zu schaffen, die den Anforderungen der Siedlung«- arbeit gerecht werden können. Die Wohlfahrtearbeit im Lande muß, wie es bereits heute zu einem Teile der Fall ist, von anderen Körperschaften, die speziell diesen Zwecken dienen, geleistet werden. In der Erkenntnis jedoch, daß alle Frauenarbeit in Palästina miteinander in Zusammenhang steht oder vielmehr stehen soll, hat die Konferenz ihrer Meinung darüber Ausdruck gegeben, daß in Palästina der Kontalrt mit den anderen Verbänden gesucht werden soll. Damit ist der Grundstein gelegt zu einer Kooperation der einzelnen Gruppen, die heute die Frauenarbeit im Lande tragen. Eine Tatsache von einschneidender Bedeutung. Denn so wesentlich eine klare Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Verbänden ist, so hängt doch viel davon ab, daß diese verschiedenen Aktionen im Kontakt und im Einverständnis miteinander betrieben werden. Es ist zu hoffen, daß unter diesen Umständen schon in absehbarer Zeit eine organisatorische Form gefunden wird, um diese Kooperation, die für Palästina sehr wesentlich ist, zu garantieren. Auf der anderen Seite ist die Konferenz der Notwendigkeit einer Ausbreitung und Vereidigung einer Propaganda- und Organisationsarbeit im Oaluth dadurch gerecht geworden, daß sie die Schaffung eines kontinentalen Büros für diese Zwecke beschlossen hat. Ganz abgesehen von den speziellen Notwendigkeiten der Frauenarbeit ist es heute ein zionistisches Bedürfnis allerersten Ranges, den Kreis der Frauen, die sich für den Zionismus interessieren, auszuweiten und zugleich die Information und Erziehung auf eine festere und tiefer gefestigte Grundlage zu stellen als es bisher möglich war. Mehr als alle Beschlüsse garantiert eine gute Arbeit in dieser Beziehung der Geist des Verständnisses und der Arbeitefreudigkeit, der diese Konferenz auszeichnete. So kann man für die zwei kommenden Arbeitsjahre wichtige Fortschritte erwarten: Die Ausbreitung der praktischen Arbeit im Lande durch die Vervollkommnung der Schule in Nahalal und des Hostels in Tel-Awiw, durch die Gründüng einer großen Arbeiterinnenfarm von gegen 200 Mädchen, für die der Keren Kajemeth bei Neß-Zionah den Boden zur Verfügung gestellt hat. Nicht zu sprechen von einer Reihe kleiner Unternehmungen. Im Galuth die Fortführung und Vervollkommnung der Propaganda und Erziehung, die vollwertige Zionistinnen und Einwanderinnen schaffen soll. Die JaMSomsfeler des Kongresses Basel, 1. September. (J.T, A.) Am Donnerstag, den 1. September, vormittags, wurde im Kasino-Saal, dem historisehen Orte des I. Zionistenkongresses, aus Anlaß des 30. Jahrestages der Eröffnung des I. Kongresses eine Festversamm* 1 u n g abgehalten. Der Kasino-Saal wurde auf Kosten der Baseler Stadtgemeinde in derselben Weise geschmückt wie zur Eröffnung des I. Kongresses durch Theodor Herz!. Die Delegierten trugen das Abzeichen des I. Kongresses. Auf der Tribüne nahmen diejenigen Mitglieder des XV. Kongresses Platz, die schon dem I. Kongreß als Delegierte beigewohnt hatten, sou. a. Farbstein, W. Tetnkin, Dr. wilensky, Rosenheck, Jaffe, Dr. Schalit, Leo Motzkin, Dr. Alkalay, M. M. Ussischkin, Dr. Kaminka, Berthold Feiwel, Cowen, Dr. Mayer Ebner, Goldberg, Mohilewer, Lipmann, Rosenthal, Nahum Sokolow, Dr. Lurie und Belkowsky. Die Feier wurde durch ein Orgelspiel eingeleitet. Es folgte eine Ansprache von Dr. Weizmann, der eine Gedenkrede auf Theodor Herzl hielt und daran erinnerte, daß die ersten heiligen Kämpfe um die Ideale des Zionismus in diesem selben Saal sich abgespielt haben. Er würdigte die Persönlichkeit Theodor Herzls und dankte seinen ersten Mitarbeitern, die noch heute in der Front der zionistischen Bewegung stehen. Er, Weizmann, war gewählter Delegierter zum I. Kongreß, er mußte ihm aber fernbleiben, weil ihm das notwendige Geld zur Reise nach Basel gefehlt hat. Er bitte also die ältesten Zionisten, ihn zu den ihren zu zählen. In hebräischer Sprache gedachte dann Nahum Sokolow־ Theodor Herzls und Max Nordaus, undM.M. Ussischkin der zionistischen Vorgänger Theodor Herzls, der Leiter der Chibath-Zion-Bewegung. Leib Jaffe sprach im Namen der Jugend des I. Zionistenkongresses und zum Schluß Leo Motzkin Im Namen der alten Garde des Zionismus. Nach Absingen dfcr ״Hatikwah“ schloß die würdige Gedenksitzung. Der XV. Zionistenkongreß wird gefilmt Das Kongreßbüro hat dem Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich das alleinige Recht zur Verfilmung des Koogrosses eingerSunit. In dem Film werden die historisch gewordenen Stätten des ersten Kongresses, dessen Teilnehmer, sowie die bemerkenswerten Begebenheiten des XV. Kongresses aufgenommen, desgleichen die IV. Wizo-Konferenz, alle Fraktionsberatungen, Delegiertengruppen und die Presse. Einnahmen des Keren Ka|emeth Le|israel Die Einnahmen des Keren Kajemeth Lejisrael im Monat Juli betrugen £E 32762. Vom 1. Oktober des vergangenen Jahres bis zum 31. Juli dieses Jahres betrugen die Einnahmen £E 220 734 gegenüber £E 226538 in der gleichen Periode des Vorjahres. Obwohl in den diesjährigen Ziffern die erste Rate der Herrn Ussischkin in Kanada versprochenen Summe in Höhe von £ 20 003 enthalten ist, sind die Einnahmen noch immer etwas geringer als die des Vorjahres. Es ist jedoch zu hoffen, daß dieser Rückgang noch in den beiden zur Verfügung stehenden Monaten eingeholt wird, wenn alle Sammelstellen die land mit £t 1659, Amerika mit £fc 1478, Argentinien mit £E 1164, Belgien mit £E 1036, Deutschland mit £E 990, Tschechoslowakei mit £E 872, Südafrika mit £E 786 und Ercz Israel mit £E 714. Eine Französisch •Palästinensische Handelskammer Paris, 30. August. (J.T.A.) Unter Mitwirkung der Ge- Seilschaft France-Palestine wurde in Paris eine französisch-palästinensische Handelskammer gegründet, deren Ziel es ist, wirtschaftliche und geistige Beziehungen zwischen Frankreich, seinen Kolonien und Mandatsländem einerseits und Palästina andererseits anzubahnen und zu pflegen. Den Ehren- Vorsitz in der Gründungsversammlung führte der Präsident der Pariser Internationalen Handelskammer, Etienne CI ömontel; die Verhandlungen leitete der Präsident der Gesellschaft France- Palestine, Justin Godard. Das französische Konsulat in Palästina ließ mitteiien, daß es sich um die Gründung einer analogen Handelskammer in Jerusalem und Jaffa bemüht. Ein Anschlag gegen die Klagemauer in Jerusalem? Jerusalem, 1. September (J.T.A.). Gegenüber der jüdischen Klagemauer wurde ein einem Araber gehörendes Haus durch eine Explosion zerstört. Man fand dort unter den Ruinen noch eine Menge nicht explodierten Dynamits. Daraus wird geschlossen, daß ein Anschlag gegen die Klagemauer geplant war, der nur durch allzu frühe Explosion des Sprengstoffes vereitelt worden war. Drei verdächtige Araber wurden verhaftet. Einigung Aber die Staatenlosen-Pässe Genf, 1. September (J.T.A.) Der Unterausschuß de» gegenwärtig in Genf tagenden Konferenz für Verkehr und Transit, der sich mit der Frage der Schaffung eines Ei nheitspasses für Personen ohne Staatsangehörigkeit zu befassen hat, ist in der heutigen Abendsitzung zu einer grundsätzlichen Einigung gelangt. Die Beratungen sollen am 2. September fortgesetzt werden; man hofft, eine vollkommene Einigung über die technische Form und staatsrechtliche Legitimität des Staa. tenlosen-Passes zu gelangen.

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