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Jüdische Rundschau · 1927-08-23 · Heft 67 (23.8.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 67 (23.8.1927)
Date
1927-08-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 67, 23. VIII. 1927 JUEDISCHE RUNDSCHAU Sehe 483 Organisation und Propaganda Die Exekutive stellt uns die folgende Einleitung zum Bericht des Organisations-Departements an den XV. Kongreß zwecks Abdrucks zur Verfügung t Die Bedeutung der ״organisatorischen“ Arbeit der Exekutive hat sich seit Beginn der neuen zionistischen Aera immer mehr gewandelt. Vor dem Kriege bildeten Gewinnung, Organisierung und nationale Erziehung der Volksmassen für die zukünftige Aufgabe vielleicht den Hauptinhalt zionistischer Politik und Arbeit. Die Lage in der Bewegung, Kraft oder Schwäche zionistischen Bewußtseins, war vornehmlich bestimmt durch Leistungen oder Nichtlcistungen aut organisatorischpropagandistischem Gebiet. Heute steht im Zentrum zionistisehen Interesses nicht mehr die Organisation, als sich allmählieh gestaltender und festigender Ausdruck der ideellen und organisatorischen Einheit der jüdischen Nationalbewegung, sondem mit begreiflicher aber bedenklicher Ausschließlichkeit der Aufbau Palästinas, der diese Einheit wesentlicher zu realisieren scheint. Der Geist der Bewegung wird heute mehr ausgedrückt, bestimmt und gewandelt durch Fortschritte oder Rückschläge unserer Palästina-Arbeit, durch außenpolitische Erfolge oder Mißerfolge, ja durch die Sammelergebnisse unserer Fonds, als durch organisatorische Entwicklungsvorgänge im engeren Sinne des Wortes, wie etwa durch Vergrööerunng oder Verringerung des Mitgliederbestandes oder durch die Lage der Jugendbewegung. Daß es keine ״starke Organisation“ geben könne ohne ״starke“ Außenpolitik 0'Jer ״feste“ Kolonisationspolitik der Exekutive, wurde geradezu zum Kampfruf gewisser zionistischer Gruppen, und daran ist soviel richtig, daß die Kraft und besonders das subjektive Kraftbewußtsein der Bewegung in der Zeit der Realisierung des Zionismus in hohem Maße von den Realisierungsergebnissen abhängig geworden ist. Das konkrete Geschehen in und um Palästina hat eine neutrale Propaganda des Paliisüna-Aufbaugedankens erzeugt und in den Vordergrund gerückt, dessen Träger die Fonds, Keren Hajessod und Keren Kajemcth, geworden sind. Es gibt heute in gewissem Sinne nicht ein, sondern drei zetitrale Organisations-Departements, von denen zwei die Pflege des Palästina-Gedankens als solchen mit Beschlag belegt haben. Die Aufgaben des Organisations-Departements wandelten sich weiter durch die sich schnell und zum mindesten äußerlich kraftvoll entwickelnde Autonomie der Landes- und Sonderverbände auf organisatorisch-propagandistischem Gebiete. Seit dem Kriege sind fast in allen Ländern Verbandsbüros von zuweilen erheblichen Dimensionen entstanden, Sekretariate, die die Pflege des Zionismus auf national-jüdischer Grundlage, die Ausbreitung der zionistischen Idee, im radikalen Sinne des Wortes, durch Propaganda in Wort und Schrift (und zwar in sich immer mehr differenzierenden Landessprachen) autonom in die Hand genommen haben. Durch eine intime Verknüpfung dieser Tätigkeit mit landespolitischen Aufgaben entstand in vielen Ländern eine zionistische Bewegung von spezifischer Landeseigenart, die einer zentralen geistigen und organisatorischen Zusammenfassung aller dieser territorial differenzierten Strömungen durch das Medium des Organisations-Departements entgegenwirkte. So kam es, daß schon in den Jahren 1921 bis 1923 das Organisations-Departement den Schwerpunkt seiner Tätigkeit der Außenarbeit in die Innenarbeit verlegt hatte. Als vornehmliehe — und zwar infolge der sich immer mehr entwickelnden Verwaltungsaufgaben der Organisation ungemein wichtige — Aufgaben traten jetzt hervor; Informierung der Organisation in ׳׳Schrift׳ tind׳; W«|™üfce*;׳.die. ׳Afhf1M»״ti*r, Hkdcahwmmtm - ׳IltnferlaÄ׳ der :Bewegung,־ Herstellung ׳ des Kontaktes zwischen Exekutive und Organisation, Herstellung der Verbindung zwischen den einzelnen Ressorts der Exekutive, sachliche und technische Vorbereitung der Sitzungen der Exekutive, sowie der Tagungen des Aktions-Comites und der Kongressc, Organisation und Leitung der Schekelarbeit, Schäftung und Entwicklung neuer, den veränderten Verhältnissen angepafiter zionistischer Organisationsgesetze und Ueberwachung ihrer Durchführung. Die Arbeit des Departements litt darunter, daß cs seit 1923 nur sporadisch durch ein Mitglied der Exekutive besetzt war. Bei der im Jahre 1925 in der Berliner Sitzung des Aktions- ComiWs getroffenen Neuordnung blieb das Departement wiederum ohne Vertretung in der Exekutive. Im Dezember 1925 wurde zur Mitarbeit im Organisations-Departement Herr Felix Rosenblüth nach London berufen, jedoch erst im Juli 1926 wurde er zum Mitglied der Exekutive gewählt und zum Leiter des Organisations-Departements ernannt. Das Organisations-Departement hat in den beiden vergange neu Jahren zunächst in den Richtlinien weitergearbeitet, die im Laufe der Nachkriegsentwickfung für die Aufgaben dieser Abteilung maßgebend geworden waren. Es wurde versucht, die Arbeit auf allen diesen Gebieten zu intensivieren. Der I n - formationsdienst wurde ausgebaut. Die Mitglieder des Aktions-Comites und die Verbände erhielten neben den periodisehen Berichten über die Tätigkeit und Politik der Exekutive zum Teil umfangreiche Informationen über wichtige Entwicklungsvorgänge in Palästina (Nirdebatte, wichtige Wirtschaftsreferate usw.). Me neubegründete Presse-Revue ermöglichte einen Ueberblick über die öffentliche zionistische Meinung in der ganzen Welt und ersetzte bis zu einem gewissen Grade das Fehlen einer allen Kreisen der Bewegung zugängliehen Diskussionstribüne. Immer wieder konnte festgestellt werden, jn wie hohem Maße die Presse-Revue die interterritorial? Diskussion anregte und die zionistische Journalistik be- . fruchtete. Die Verbindung zwischen der Palästina-Exekutive und der Londoner Exekutive, sowie zwischen der Exekutive und den Hauptbüros der Fonds wurde durch einen Nachrichtendienst in Form von interenen Kommuniques oder von Spezialkorrespondenzen so eng wie möglich gestaltet, so daß die gesamte Exekutive über die zionistische Entwicklung in Palästina und im ganzen Galuth stets vollkommen informiert war. In der Vorbereitung der Sitzungen des Aktions- C o m i t £ s und des Kongresses hat das Organisations-Departement alles getan, was in seinen Kräften stand, um trotz der Verteilung der Exekutivmitglieder über drei Erdteile, durch Organisierung von Aussprachen und schriftlichen Meinungsaustausch die Ansichten so weit wie möglich im Vorhinein zu klären. Abgesehen davon wurde für ausgiebige schriftliche Berichterstattung an Aktion-Comite und Kongreß Sorge getragen. Der Kontakt zwischen Exekutive und Verbinden beschränkte sich nicht auf Zirkular- und Einzelkorrespondenz. In den Berichtsjahren fand eine große Anzahl von Reisen von Mitgliedern und Abgesandten der Exekutive statt, die sie in direkte Berührung mit vielen zionistischen Landesverbänden brachten. Der Schekelarbeit wurde große Sorgfalt gewidmet. Wenn trotzdem die Ergebnisse wenig befriedigend sind, so waren hierfür Gründe maßgebend, die an anderer Stelle zu erörtern sein werde», und die zu der Frage Anlaß teben, ob die Schekelpropaganda der Verantwortung der Verände überlassen bleiben kann, oder von der Exekutive nach Analogie der Fonds selbst in die Hand genommen werden muß, — was freilich die Aufstellung eines Apparates und die Belastung einer solchen Aktion mit nicht unerheblichen Spesen zur Voraussetzung haben würde. Die Schaffung von Statuten, die den Rahmen der Organisation in ihrer neuen Gestaltung umspannen, ist in den beiden letzten Jahren nahezu zum Abschluß gebracht worden. Das Organisations-Departement hat es an Mühe nicht fehlen lassen, den Sinn für konstitutionelle Ordnung und für Verantwortlichkeit vor dem selbstgegebenen Gesetz weiter zu stärken. Während das Organisations-Departement so traditionelle Aufgaben weiter erfüllte, versuchte es gleichzeitig, doch wieder einen Vorstoß auf dem Gebiete der Außenarbeit zu machen. An die Anstellung von Propagandisten für rein-zionistische Werbearbeit konnte es aus äußeren Gründen nicht denken. Es erkannte im allgemeinen die Autonomie der älteren Landesverbände auf dem Gebiete der zionistischen Ideenpropaganda an, und beschäftigte sich permanent im wesentlichen nur mit einigen (auch nicht mit allen) zionistisch noch unerschlossenen oder noch unselbständigen Gebieten. Erwähnt sei in diesem Zusammenhänge auch die H e r a u s - gäbe mehrerer neuer zionistischer Schriften in diversen Sprachen. Alle diese Maßnahmen beziehen sich aber auf Teilgebiete zionistischer Außenarbeit. Ein Versuch, die gesamte zionistische Weit durch eine zentrale Propaganda- und Organisationsaktion zu umfassen, wurde im Jahre 1926 durch die Ijar-Aktion des ״MonatsderOrganisatio n“ gemacht. Die Idee der Aktion war, die zionistische Welt zur Wiederaufnahme der reinzionistischen Ideenpropaganda aufzurütteln, die zweifellos hinter der Sammelpropaganda der Fonds an Bedeutung zuriiekgetreten war. Das Organisations-Departement ging dabei von der Vor- Stellung aus, daß, wenn auch die rein-zionistische Propaganda im heutigen Entvvicklungsstadium nicht mehr zentral d i r i - giert werde, sie jedenfalls von der Zentrale angeregt werden könne und müsse. Die Form der zeitlich einheitlich begrenzten Massenaktion wurde nicht nur mit Rücksicht auf die Fonds gewählt, sondern auch um durch Konzentrierung der Energien der zionistischen Welt eindringlich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine neue Periode zionistischer Ideenpropaganda mit dem Ziel der Belehrung und Erziehung der zionistischen Massen und der Stärkung der Organisation durch Festigung ihres Selbstbewußtseins und Vergrößerung ihres Mitgliederbcstandes angebrochen sei. Besonders sollte die Aktion auch der Durchorganisierung der Verbände durch Schaffung ständiger Lokalgruppen mit festem Mitgliederbestände gewidmet sein. Alte Mitarbeiter, die sich dem, spezifische Fähigkeiten ertordernden, Stil der Sammelpropaganda nicht hatten anpassen können, sollten durch den starken Impuls der Aktion dauernd reaktiviert werden. Der Erfolg der Aktion war nur ein relativer, aber doch keineswegs unbefriedigend. Zunächst zeigte es sich,, daß die Anweisungen der Exekutive überall bereitwillig, vielfach sogar mit begeisterter Zustimmung aufgenommen wurden. Ueberall stellten sich Mitarbeiter zur Verfügung, — sowohl in der Vorbereitungsperiode, in der es galt, der Kampagne vor allem durch die Presse die Wege zu ebnen, — wie während der Durchführung der Aktion selbst. Ueberall erwachte das zionistische Leben, und es kann kein Zweifel sein, daß der Erfolg ein durchschlagender gewesen wäre, wenn die durch die Aktion eingeleitete Arbeit konsequent, wenn auch mit verminderter Intensität, fortgesetzt worden wäre. In einigen Ländern ist dies bis zu einem gewissen Grade geschehen, und die Ergebnisse waren dementsprechend gute. Zum mindesten kann gesagt werden, daß durch die Ijar-Aktiott das Prob!16m der Beziehung rein aäoldatMter ׳'*!teenpföplfiiäa' *Tür ׳ PattifftÄpropagahda der Fonds so stark verdeutlicht worden ist, daß seine Lösung in noch höherem Maße als früher von allen zionistischen Verbands- und Gruppenführern als Aufgabe empfunden wird. Die immer stärker fühlbar werdende Krise der vierten Alijah und die Wirkung der Rückwanderung gab bald deutliche Beweise dafür, in wie hohem Maße heute der Geist der Organisation vom palästinensischen Geschehen abhängig ist. Die Krise trug wesentlich dazu bei, die geistigen Wirkungen der Aktion in vielen Ländern zu verwischen, und als sie immer stärker wurde, konnte sich die Exekutive nicht entschließen, im Jahre 1927 erneut zur Ijar-Aktion im Sinne des ״Monats der Organisation“ aufzurufen, sondern beschränkte sich auf Proklamierung von zwei Schekelmonaten (Nissan und Ijar 5687). Dennoch erscheint es uns grundsätzlich als notwendig, daß der ״Monat der Organisation“ eine permanente Institution des zionistischen Lebens wird. Hinter allen diesen rückblickenden Betrachtungen taucht die Frage auf, die uns das eigentliche organisatorische Problem des Tages und die Aufgabe eines Organisations-Departements zu sein scheint, das neben den Zentralstellen der Palästina-Fonds noch eine besondere und mehr als ordnende Bedeutung haben soll. Wir gingen davon aus, daß das zionistische Leben im Galuth heute in hohem Maße von Palästina abhängig ist. Diese Rückwirkung hat ihre guten und ihre schlechten Seiten, und gegen die schwächenden Einflüsse muß der Zionismus im Galuth gefestigt werden. Er muß so stark sein, daß er durch ״ungünstige“ Nachrichten aus Palästina nicht erschüttert werden kann. Diese geistige und moralische Sicherheit kann aber nur erzielt werden, wenn der Zionismus nicht als bloße Antwort aut einen Palästina-Aufruf empfunden wird, nicht nur als Lösung einer Aufbaufrage, sondern als das, was er in Wahrheit ist, als Antwort auf die Judenfragc. Das Problem der zionistischen Erziehung, der Heranbildung des Nachwuchses wird immer brennender. Die nationale Erziehung und Propaganda lenkt die Energien in die Richtung Palästinas, — und so soll es sein. Palästina aber ist wohl Mündung, jedoch nur teilweise Quelle der zionistischen Energien. Es gibt andere Quellen des Zio■ nismus, die im Galuth fließen, und deren Rauschen nicht mehr vernehmlich genug ist. In den Ländern, in denen die Juden in materiellem Wohlstand leben, muß die Problematik des Judentums und der jüdischen Situation durch ideologische Unter- Weisung und Propaganda fühlbar gemacht werden, — erst dann werfen auch die Leistungen für Palästina Opferleistungen und darum angemessene werden. In den Ländern des Notstandes ist die Vertiefung des naiven zum bewußten Zionismus |*Miifstt1t;a<j1|aati‘1aati1a!i|iu8BtMtt!t!huiiau«üiah1iga11agfeu1aBtiua1!&1g»111as1tiaak11iaau11asu nüBug Gottesdienst der B.Z.V.und des Misrachi an den Hohen Feiertagen in den Sälen, Meinekestr. 10. Karten zum Preise von Mk. 15.—, 10.— und 5.— für Rosch-Haschanah und Jom Kippur sind zu bestellen in» Büro der B.Z.V., Meinekestr. 10, Bismarck 7165/70 und im Büro des Misrachi, Weinmeisterstr. 18, Norden 1159. vielleicht eine noch dringlichere Aufgabe, — wie der geistige Zusammenbruch der vierten Alijah deutlich gezeigt hat. Wenn das Organisations-Departement solche Erziehungsarbeit leisten soll, müssen ihm freilich größere Mittel zur Verfügung gestellt werden, die die Heranziehung von Mitarbeitern und die Anregung dringend wichtiger literarischer Arbeiten ermöglichen. Bundestag des Badlmah (Kommunique.) Vom 29. Juli bis 1. August fand bei Königsee s Thüringen der zweite Bundestag des Kadimah, Ring jüdis• י־» Wander- und Pfadfinderbünde statt. Vor einem Jahr, dt **« Zusammenschluß dreier Bünde gebildet, kann der Kadimah 1 " eine Zeit voller Arbeit zurückblicken, nicht verschont von innea 1 und äußeren Kämpfen. Um so erfreulicher war das Bild die s Bundestages, der in seinen Aussprachen zeigte, daß trotz v rschiedener Anschauungen über Ziel und Weg des Bundes Her starke Wille zu einheitlicher Zusammenarbeit vorhanden ist. Im Mittelpunkt der ideologischen Auseinandersetzung stand die Ein- Stellung des Bundes zu den Problemen der jüdischen Erziehung. Die aut der Bundesratstagung in Brieselang angenommene Resolution wurde vom Bunde erneut als Grundlage der Arbeit anerkannt und in folgende Fassung gebracht: Der zweite Bundestag des ״Kadimah“ legt als Basis der weiteren gemeinsamen Arbeit in folgendem die Grundlage der jüdischen Erziehung des Bundes dar: ״Kadimali ist ein unabhängiger Jugendbund mit reinen Er- Ziehungsaufgaben. Er lehnt es ab, die Nachwuchsbewegung irgendeiner politischen Organisation zu sein. Feind aller Zcrsplitterungs- und Verfallstendenzen im Judentum will er die jüdische Jugend zur verantwortlichen Mitarbeit an den gemeinsamen Aufgaben der Weltjudenheit erziehen. Innerhalb dieser Aufgaben kommt, entsprechend der unzert r e n n I i c h e n Ve r k n ü p f u n g Palästinas mit der Geschichte des jüdischen Volkes, dem Wiederaufbau des Landes eine besondere Bedeutung zu. Intensives Hebräischlernen, Eindringen in die kulturellen und religiösen Probleme, Kenntnis der jüdischen Kulturwerte und der jüdischen Geschichte sowie das Wissen um die Gegenwartsfragen des jüdischen Volkes sind die unerläßlichen Vorbedingungen, um die Angehörigen unseres Bundes dazu zu befähigen, sich selbst innerhalb der jüdischen Probleme zu orientieren und nach ihrer Erziehung im Kadimah zur eigenen Entscheidung über ihren zukünftigen jüdischen Weg zu gelangen.“ Aufs stärkste betont wurde, daß der Bund sich seine unpolitische Einstellung nicht nehmen lassen würfe, seinen Willen, unbekümmert um alle äußeren Angriffe seinen eigenen Weg zu gehen. Weder der Vorwurf der einen Seite, daß er zionistisch sei, noch der anderen, daß sein Weg zum Antizionismus führe, könne ihn davon zurückhalten, selbständig Stellung zu den jüdischen Problemen zu nehmen. Als Erziehungsbund obliege ihm die eine Aufgabe, seine Menschen zu starken, bewußten, freien Juden zu erziehen, die imstande seien, sich selbständig für ihren jüdischen Weg zu entscheiden. Je ein Referat über Pfadfindertum und über jüdische Erziehungsarbeit gaben die weiteren Grundlagen für Aussprachen und praktische Arbeit, Kurse usw. — Das fünftägige Lager zeigte das Bild des werdenden Pfandfinderbundes, reich an innerem Leben und äußeren Formen. Das große Lagerfeuer vereinigte allabendlich den ganzen Bund, besondere Freitagabendfeiern führten einzelne Kreise zusammen. Die Bundestagung fand ihren Abschluß mit der Wahl des neuen Bundesrates sowie der Bundesleitung, der Bernhard Bamberger, Hans Kaufmann und Kurt London angehören. Tapng tflr zionistische Jngendarbeti Das Interesse für die in Nr. 56 im Artikel ״Zur Besinnung der zionistischen Jugend“ projektierte Konferenz hat sich in der Anmeldung der Leitungen der Jugendorganisationen des Weitverbandes Brith Hanoar und pädagogisch orientierter Einzelpersonen kundgetan. Die Konferenz wird in Base! stattfinden und am ersten sitzungsfreien Tage beginnen. Näheres wird in der Kongreßzeitung verlautbar. Auf der Tagesordnung stehen Referate lind Aussprachen über die erzienerische, kulturelle und soziale Lage der Jugend und über den Ausbikkingsgang für Palästina. Anschriften werden erbeten unter: Dr. Stephan Krauß, für Jugendkonferenz, Basel, Kongreßpostamt. Heine Nachrichten Wie der ״Haaretz“ erfährt, hat vor einiger Zeit die Gesellschaft ״Silikat“ bei der Verwaltung der palästinensischen Eisenbahnen den Antrag gestellt, die Frachten für den Transport der Silikat-Ziegel nach Jerusalem, Sichern, Ramleh und Gaza als den Orten, die durch das Erdbeben geschädigt wurden, herabzusetzen. Die Gesellschaft ״Silikat“ wollte nach den genannten Orten Ziegel zu besonders billigen Preisen für den Wiederaufbau der Erdbebenschäden liefern. Der Antrag der Gesellschaft ist jedoch von der Eisenbahnverwaltung abgelehnt worden. (Ziko.) Die Ausführung der Austrocknungsarbeiten an der Kischon-Miindung wurde seitens der palästinensischen Regierung der Privatfirma Müller übergeben, die hierbei vier Monate lang etwa 200 Arbeiter beschäftigen wird. Die Ein- Stellung der Arbeiter wird durch Vermittlung des Haifaer Arbeiterrates aus den dortigen Arbeitslosen erfolgen. Wie bekannt, hat die Regierung für die Arbeiten einen Betrag von £E. 22000 bestimmt. (Ziko.) Komplettiert den Loewe-Hafn. Die N.-F.-Sammmelsteile in Deutschland bemüht sich in diesem Jahre ganz besonders, ältere und fast vollständige Gärten und Haine in Erez-IsraeJ zu komplettieren. Sie fordert daher alle Freunde und N.-F.- Mitarbeiter auf, sie hierbei zu unterstützen. Zur Vervollständif' Organisation ist ein besonders geeigneter Anlaß, um Heinrich Loewe, einem der ersten Zionisten in Deutschland, durch Vervollständigung des auf seinen Namen geschaffenen Haines zu ehren. Wir erwarten, daß sich alle N.-F.-Arbeiter dafür einsefzen, daß der Rest von 72 Bäumen in allernächster Zeit gezeichnet wird. Palästina-Reisen. Die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrts-Gesellschaft hat sich entschlossen, bei den Palästina-Reisen im April 1928 auch rituelle Verpflegung auf Wunsch zu verabfolgen. Die Dampfer als Auswanderungsdampfer haben diese Einrichtung so wie so. Für entsprechende Aufsicht wird gesorgt werden. Das Interesse für die außerordentlich billige Palästina-Reise ist sehr groß. Bereits jetzt sind zwei Preisgruppen völlig ausverkauft. Frühzeitige Meldüngen beim Palestine Lloyd, Meinekestr. 4, sind daher erwünscht

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