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Jüdische Rundschau · 1927-08-23 · Heft 67 (23.8.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 67 (23.8.1927)
Date
1927-08-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 480 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 23.VTH. 1927 Nr. 6 wiederholte Anzeige und genauen Hinweis der oberschlesischen Stelle des jüdischen Arbeiterfürsorgeamtes erfolgt sind. Aber all dies ist nur nebensächlich. Es bleibt die ungeheuerliche Tatsache bestehen, daß• jemand ausgeschickt wird, um Mädchenhändler zu suchen und zurückkommt mit einem Bericht über Ostjuden. Herr Dr. Kundt stellt ausdrücklich fest, daß er auf deutscher Seite keinen einzigen Fall von Mädchenhandel gefunden hat. Weshalb also bringt er Ostjuden mit Mädchenhändlern zusammen? Auf Grund seines Materials müßte das Komitee erklären, daß es bei einer eigenen Grenzbereisung, bei der gerade die Ostjudeneinwanderung studiert wurde, erkannt hat, daß zwischen Ostj u d e n und Mädchenhandel kein Zusammenhang besteht. Brauchen wir nach dem Vorhergesagten zu betonen, daß Herr Dr. Kundt zu dem entgegengesetzten Schluß gelangt? Gefunden hat selbst er nichts, auch seine Gewährsmänner konnten ihm keinen einzigen Fall nachweisen. Trotzdem ist für ihn ״es nicht von der Hand zu weisen, daß dies (nämlich das Ueberschreiten der Grenze durch Ostjuden) des öfteren zu unsittlichen Zwecken (!) geschah“. Dieser unerhörte Bericht, diese durch nichts gutzumachende Beschimpfung der jüdischen Gesamtheit ist in vielen Exemplaren in Deutschland vertraulich verbreitet worden, dieser Bericht wurde auf der internationalen Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels in London den Delegierten aus aller Herren Länder verteilt und öffentlich ausgelegt. Leider muß man sagen, daß in diesem Komitee in Deutschland auch jüdische Organisationen sitzen und monatelang zu diesem Bericht geschwiegen haben. Zu fragen ist noch, was das Arbeiterfürsorgeamt zu tun gedenkt, um sich gegen die nachweisbar falschen Behauptungen des Herrn Dr. Kundt zu wehren, und zu fragen wäre noch, was die jüdischen Organisationen tun wollen, die Mitglieder des Komitees sind; ob sie nicht endlich die notwendige Konsequenz ziehen und aus diesem Komitee ausscheiden werden. Seit Monaten liegt dieses Material, das von zionistischer Seite aufgedeckt wurde, uns vor; wir haben die Veröffentlichung bisher unterlassen, in der Erwartung, daß von den unmittelbar beteiligten jüdischen Stellen Schritte erfolgen werden. Es scheint jedoch notwendig, durch öffentliche Behandlung zu verhindern, daß die Sache einschläft. Die Rechtsschutz ־ Konferenz (Fortsetzung von Seite 1.) Es folgt der Bericht der Mandatskommission, aus dem hervorgeht, daß auf der Konferenz 65 Delegierte aus 13 Ländern anwesend sind, unter ihn« 24 aus Amerika, 9 aus Polen, 3 aus Palästina.:■ Der Bericht 'de!* Mandatskommission -wird einstimmig angenommen. Am dritten Tage protestierte in der heutigen Vormittagssitzung W o 1 f s 0 n, New York, gegen die Exzesse, die sich in den letzten Tagen wieder unter dem neuen Regime Bratianus in Rumänien ereignet haben und forderte, daß die rumänische Regierung endlich ihr Versprechen, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, erfülle. Richter Hartmann, der Vizepräsident des amerikanischen jüdischen Kongrosses, berichtete, daß der Kongreß beim Staatssekretär der Vereinigten Staaten Schritte unternommen habe, daß dieser bei der rumänischen Regierung energische Vorstellungen erhebe. Ein Schreiben des am Erscheinen verhinderten Ersten Präsidenten des amerikanischen jüdischen Kongresses, Julian Mack, worin dieser die Konferenz begrüßt und die Schaffung eines starken einheitlichen Zentralorgans ebenfalls als Voraussetzung für einen erfolgreichen Kampf fordert, wurde mit großem Beifall entgegengenommen. Unter den übrigen Begrüßungsschreiben fanden besonders die der eingeladenen Vertreter der Juden in Rumänien und Italien, die an der Konferenz nicht teilnehmen können, aber ihr Zusammentreten lebhaft begrüßten, große Beachtung. ״Congrezion Basel“ Von HansLichtwitz. Basel ist übervoll an zionistischen Erinnerungen. Sechs Konpresse, die hier stattfanden, sind an der Stadt nicht spurlos vorbeigegangen. Herzl ist der älteren Generation noch deutlich im Gedächtnis, fast alle Juden haben schon an irgendeinem Kongresse teilgenommen. Am Barfüßerplatz steht das Kasino; Wer tagte das erste jüdische Parlament, da führt die Straße, auf welcher seit Jahrhunderten — vielleicht überhaupt in der Gahith —- das erstemal der Ruf ״Hoch die Juden!“ ertönte. Im Kasinosaale werden, einer Anregung des Präsidenten Motzkin folgend, die Delegierten des I. Kongresses Zusammentreffen, um im engeren Kreise — Gäste sind die Delegierten des XV. Kongresses — das Jubiläum zu feiern. Von der mittleren Rheinbrücke reicht der Blick zum ״Hotel des Trois Rois“, wo Herzl stets seinen Aufenthalt nahm. Hier hat auch heuer die Exekutive ihr Quartier. Auf die Rheinseite führt der von so vielen Illustrationen bekannte Balkon des Hotels, von welchem aus Herz! die herrliche Flußiaiidschaft schauen konnte. (Fälschlicherweise bezeichnet man immer jenes von Lilien gestellte Bild mit: Herzl auf der Rheinbrücke.) Die großen Davidsterne, die auf jedem Gasthaus prangen, gehören jedoch nicht in das Bereich zionistischer Reminiszenzen, da sie hierzulande das Abzeichen des Gastwirteverbandes sind. Der Kongreß findet in dem erst vor wenigen Jahren erbauten Palais der Schweizer Mustermesse statt. Selbstverstandlieh mußten zahlreiche bauliche Veränderungen vorgeitommen werden, um das Ausstellungshaus in einen Kongreßort zu verwandeln] Zu beiden Seiten des großen Saales, der über 2000 Personen faßt und in dem das Plenum tagen wird, wurden Büro- und Öeratungsräume errichtet, deren Anordnung schon von vornherein vom Kongreßerfordernis aus erfolgte. So befinden sich rechts vom Saale die Büros der Londoner und Jerusalemer Exekutive, links die Presseräume (Kongreßzeitung, Protokoll, Bulletin, Joarnalistenzimmer). Anschließend daran folgen die Arbeitsräume des Keren Kajemeth, Keren Hajessod, der Bank und P. L. D. C. Die Klubräume der Fraktionen und Landsmannschäften sind in einem eigenen Trakt untergebracht, wo auch eine Koscher-Restauration eingerichtet wird. Im zweiten Stockwerk liegen gesondert die Arbeitsstätten des Kongreßbüros und Weltorganisation Zionistischer Frauen (WIZO.) Die Weltorganisation Zionistischer Frauen hält vom 28. bis 30. August d. J. in Basel, im Gebäude der Mustermesse, Blauer Saal, ihre 4. Konferenz ab. 43 Delegierte aus 17 Ländern sind bis jetzt angemeldet. Zur Begrüßung der Delegierten veranstalten die beiden Baseler Wizo-Gruppen einen Empfangsabend im Hause des Herrn J. Dreyfuß-Brodsky. Tagesordnung: Erster Tag. 28. August. Beginn 9 Uhr morgens. I. Eröffnung der Konferenz: Lady Samuel. Begrüßungen und Nachruf. 11. a) ״Wege und Ziele unserer Arbeit in Palästina“: Edith Eder. b) ״Wege und Ziele unserer Arbeit im Galuth“: R. Goodman. lii. Bericht über Palästinaarbeit: Irwell, Fisch man, Maisei-Schochat,Müller-Cohen. Bericht über die Lage der Arbeiterin in Palästina: Hedwig G e 11 n e r. Palästina-Debatte. iV. Stellung der neutralen Verbände zur W. I. Z. O. und die Arbeit im Galuth: Johanna Steiner. V. Berichte über Galutharbeit; Finanzen in Palästina und im Galuth: M. Marks. Galuth-Debatte. VI. Decharge. Vii. Schlußwort der Exekutive: R. S i e f f. VIII. Wahl der Subkomitees: 1. W. f. Z. O. in Palästina; 2. W. I. Z. O. im Galuth; Kulturarbeit, Propaganda, Presse, Hachscharah; 3. Budget für Palästinawerk und Administration. 4. a) Stellung zu neutralen Verbänden; b) Mitglieds- bzw. Organisationsbeitrag; c) Aenaerung des Modus der Delegiertenwahl zur Konferenz. 5. Resolutions-Komitee usw. nach Bedarf. Zweiter Tag. Sitzungen der Subkomitees. Dritter Tag. IX. Berichte der Subkomitees und Diskussion. X. Wahlen. XI. Schlußwort. Soziale Arbeit oder Philanthropie? Frauenarbeit in Palästina. Von Manj a Ostrowski. Die jüdische Bevölkerung Palästinas macht eine schwere Zeit durch. Armut und Arbeitslosigkeit sind Erscheinungen, die im Leben jedes Volkes eine starke Erschütterung des Volks- Organismus hervorrufen, um so mehr hier, wo Abhilfe mir mangelhaft zur Geltung kommt, da Privatinitiative die Funktionen des modernen staatlichen Wohlfahrtsamtes ausüben muß, ohne dessen Mittel und Befugnisse zu besitzen. Alle Vereine und Gruppen, vom ״Waad Hassijua“ angefangen, einer Joint- Hilfsaktion, bis zur Waisenfürsorge suchen sich deshalb zu verbinden, um gemeinsam neue Wege und neue Möglichkeiten zur wenigstens teilweisen Erfüllung ihrer Aufgaben zu finden. In dieser Zeit der wirklich größten Not kommt es aber,häufig ÄöiftfAng fällf:״ ׳־Öai.mi&t MMm mit, ich will nur soziale Arbeit tun.“ Vergebens weist man darauf hin, daß es in den in Frage stehenden Fällen ja völlig fleich ist, wie man eine Arbeit nennt, die ja im Grunde zu en Aufgaben gehört, die der Staat zu erfüllen hat. Das Vorurteil gegen das Wort Philanthropie ist eben zu groß. Folgende Aufgaben haben die palästinensischen Frauen —■ es sind fast nur Frauen, die in der Wohlfahrtspflege tätig sind — zu erfüllen. Greifen wir z. B. die Stadt Tel-Awiw heraus. Speisungen von etwa 2000 Kindern, Krankenfürsorge, Kindererholungsstätten, die vom Joint als Rettungsaktion finanziert sind, Kinderkrippen, Beihilfe für stillende Mütter, außerdem unterhält die Histadruth Naschim gemeinsam mit den Schweizer Gruppen des Kulturverbandes Lebensmittelmagazin für jugendliche Kekonvalescenten, drei Säuglingsfürsorgen und Mütterberatungsstellen der Wizo, Wöchnerinnenhilfe, Volksküchen, Waisenfürsorge und noch sehr vieles andere. Ich greife mit Absicht nur solche Institutionen heraus, in denen keine sogenannte produktive Arbeit geleistet wird. Alles dieses lastet mit ungeheurer Schwere auf der hiesigen Oeffcntlichkeit, und ist besonders noch durch das verpönte Wort Philanthropie mißliebig gemacht. Aber ist alles das wirklich Philanthropie? Ich bestreite das. Alle die obengenannten Aufgaben hat in Deutschland das Wohlfahrtsamt oder ähnliche städtische oder staatliche Institutionen zu erfüllen, und niemandem würde einfallen, deren Tätigkeit Philanthropie zu nennen. Auch wir müssen von dieser hemmen• den Vorstellung freikommen. Sind doch alle diese Maßnahmen letzten Endes als Kapitalsanlage für die Volksgesundheit zu betrachten. Je größer die Einlage ist, desto größere Zinsen trägt sie, una ist deshalb nicht minder wichtig als irgendeine beliebige produktive Tätigkeit, sei es nun eine Arbeits- oder Wirtscnaftsschule. Soll unsere Arbeit hier eine wirklich ersprießliche sein, dann ist es wichtig, in sie System hineinzubringen und sie vor allen Dingen vor Zufälligkeiten zu bewahren. Es geht nicht an, daß z. B. gerade in der heißesten Jahreszeit der durch Unter■ etnährung_ und Krankheiten geschwächten Bevölkerung die wirtschaftliche und ärztliche Hilfe entzogen wird, wie es der Joint im August zu tun gedenkt. Statt dessen müßten alle großen Hilfsorganisationen ein ständiges Wohlfahrtsamt in Palästina einrichten, das gemeinsam mit den hier vorhandenen Organisationen planmäßig und sachkundig soziale Fürsorge betreibt. Nur eine solche Vereinheitlichung kann uns aus dem jetzigen Chaos der zahllosen Vereine herausführen und wertvolle Arbeit leisten. Kongreß und ״innere National ־ Anleihe‘* im ״Ha 01 am“ veröffentlicht J. A. Naiditsch unter der Ueberschrift ״Der Ausweg“ einen Vorschlag, der Kongreß solle eine innere jüdische National-An leihe als Losung für die allernächste Zeit ausrufen. Er führt u. a. aus: Die Krisis in Erez-Israel ist das Resultat der Krisis, in der sich die Zionistische Organisation der ganzen Welt befindet: Mangel an Geld und an Boden — so heißt die Krisis; eine nationale innere Anleihe — dies ist der Ausweg. Ich betone das Wort ״innere“, trotzdem ich begreife, daß wir Mitte! finden müßten, um eine äußere Anleihe zu erreichen. Doch ist es eine Binsenwahrheit, daß jede Anleihe von außen weit größere Garantien fordert, als eine innere Anleihe. Der Besitz des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth, ihre jährlichen Einnahmen und der Bodenbesitz, den wir mit Hilfe der Anleihe erwerben können, sind genügende Garantien für das jüdische Volk. Ein solcher Plan stößt auf verschiedene Einwendungen. Die eine lautet, daß er die Einnahmen des Kere 11 Hajessod verkleinern würde. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig; denn die gleiche Befürchtung hegten wir zur Zeit der Schaffung des Keren Hajessod in bezug auf die Einnahmen des Keren Kajemeth und die Befürchtung hat sieh nicht bewahrheitet. Die Einnahmen des Keren Kajemeth sind zusammen mit den Einnahmen des Keren Hajessod gewachsen. Der Keren Hajessod wird sich im Gegenteil auf seine eigentliche Aufgabe der Ansiediungsarbeit beschränken können und seine Tätigkeit auf alle Kreise, auch auf den Mittelstand ausdehnen Rönnen. Der zweite Einwand lautet, die Gelder würden, solange noch Arbeitslosigkeit im Lande herrsche, zur Behebung derselben verwendet werden. Dies ist gewiß nicht stichhaltig. Die Gelder der Anleihe müssen einer Rechtsinstanz überwiesen werden, die allein Verfügungsrecht über sie haben soll. Der dritte Einwand, wie sich in bezug auf diese Gelder die Anteilnahme der erweiterten Jewish Agency gestalten werde, ist dahin zu beantworten, daß die Zionistische Organisation noch jetzt, bevor das Gutachten der Sachverständigen vorliegt, eine solche Anleihe ausrufen soll. Die Zionistische Organisation muß, gestützt auf ihre reichen bisher gesamtiel- Te1|.Erfälf Pagen,-׳ wf Je«|t«, Kommen.י ,- ־׳-•.. ' ־••'״. '׳'׳ . Wir können unmöglich zum Kongreß mit dem Plan der Einschränkung allein kommen, ohne jede Aussicht für die Zukunft. Eine solche Losung wäre ein Armutszeugnis in dieser schweren Zeit. Der Kongreß, der im 30. Jahre des politischen Zionismus tagt, hat die Pflicht, zum Volke mit einer großen Losung zu kommen. Dies ist unsere Tribüne, die die Bank, den Keren Kajemeth und den Keren Hajessod geschaffen hat. Von dieser Tribüne aus müssen wir heute die erste nationale innere Anleihe ausrufen. Unter dieser Fahne werden sich alle zionistischen Parteien zusammenfinden. Sou z Von In c ist die £ beitende Rohstof produkt Eine de Bodensc heueren winnun! ist die < ״Neshei Kalkgei gänzlicl Da: auf in aus dei und de Die An da der von eil jüdisch method Es la nelle . werkst: Palästi: Es tan danken stetig sehend die in bauart Steinp! wertig und 'S; tieren, gezog! Awodi naturg D Jerusa Tragv daher vor e und e begrii Ir Stadt ein G ein Ja Steint (Deze gebet Euro! gönn: geno! I stellu Gewi und t simst von ן lieh Abfa nach liehe 75 F elekt für < einei Gatt Platt beso für < Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt der Pariser i; dustrielle Meiroff, der vor einiger Zeit den Har Knaan, einen 1100 m hohen Berg zwischen Tiberias und Safed käuflich erworben hat, dort einen Luftkurort und Sanatorium zu errichten. Die Ausführung des Planes wäre gewiß zu begrüßen, da sich das angeführte Gebiet für den Zweck außerordentlich gut eignet. Das Projekt hat in jüdisehen Kreisen großes Interesse hervorgerufen, doch sind Einzelheiten bisher nicht bekannt. gese Einr licht eine Blöc Kon Prel die liefe Ein förc des Londoner Organisationsdepartements, von wo man über einen Stiegengang die im ersten Stockwerk liegenden Kommissionszimmer, den Sitzungssaal des A.-C. und Permanenzaus- Schusses erreichen kann. Im ganzen mußten etwa 100 Räume eingerichtet werden. Momentan, da noch alles im Bau ist, droht jedem, der sich in die Räume begibt, die Gefahr, sich zu verirren, die jedoch das Zeichenamt zur Zeit des Kongresses durch eine regelrechte Markierung in der Art unserer Gebirgswege bannen will. Inder Eingangshalle ist ein eigenes Post- und Telegraphenamt, eine Bankstube, das offizielle Verkehrs- und Reisebüro des Kongresses (Kaiser & Cie., Basel). Eine wichtige Arbeit der Vorbereitungszeit und auch währetid des Kongresses obliegt dem Presse-Amt. Anfangs August fand ein Presseempfang für die Schweizer Zcitungen statt, bei welchem Dr. Franz Kahn und Dr. Ernst Mechner Informationen über die zionistische Bewegung, die Funktion der Kongresse und die wichtigsten Probleme des XV. Kongresses gaben. Anschließend fand unter Führung von Dr. Fritz Ullmann ein Gang durch die Kongreßräumlichkeiten statt. Ein zweiter Presscempfang folgt knapp vor Beginn des Kongresses. An diesem werden bereits führende Zionisten über die Situation im Zionismus und die Aufgaben des Kongresses referiercu. Ein Zirkulardienst versorgt alle jüdischen und einen Großteil der nichtjüdischen Weltpresse laufend mit Nachrichten über den Stand der Vorbereitungsarbeiten und alle den Kongreß betreffenden Angelegenheiten. Das mehrmals täglich in fünf Sprachen erscheinende Konreßbulletin wird die Pressevertreter dauernd über den Gang er Verhandlungen am Laufenden halten. Mit der Presseabteilung eng verbunden ist ein eigenes Uebcrsetzungsbüro, welche dafür sorgt, daß alle Bulletins, Anträge usw. rasch in alle gewünschten Sprachen übertragen werden können. Die Kongreßzeitung erscheint im Verlage der noch jungen Schweizer zionistischen Zeitung ״Das jüdische Heim“ und wird in der Druckerei der ״National-Zeitung“ im großen Format der Schweizer Tagesblätter in einer Auflage von über 10000 hergestellt werden. Durch ein Abkommen mit der Balair-Fluggesellschaff kann die Kongreßzeitung ohne große Verspätung auch ihren Abnehmern in den Ostländern zugestellt werden. Ueber 200 jüdische und nichtjüdische Zeitungen haben bisher ihre Vertreter angemeldet, so daß auch diesmal wieder der Kongreß einen großen Wiederhall in der Weltpresse haben wird. Ein Novum des Pressedienstes stellt der Bilderdienst dar. Das Presseamt stellt bereits während des Kongresses den diversen Zeitungen Photos und Klischeematern mit interessanten Aufnahmen zur Verfügung. * Wie sehr die Zionistische Organisation seit dem I. Kongreß gewachsen ist, zeigt deutlich der um ein Vielfaches gewachsene Betrieb des Kongreßbüros. Der I. Baseler Kongreß konnte noch allein von Herzl und wenigen seiner Wiener Freunde vorbereitet werden. Im Laufe der Zeit vergrößerte sich immer mehr der Aufgabenkreis des Kongresses, Tagungen und Veranstaltungen der diversen zionistischen Fonds und Körperschaften wurden mit ihm verbunden, so daß heute der Kongreß selber nur mehr einen Bruchteil des Kongreßbetriebes darstellt. Die Vorhereitungen müssen schon Monate vorher einsetzen, ein größerer Beamten- und Ordnerstab ist nötig, um alle hierzu erforderlichen Arbeiten bewältigen zu können. Dem vorbereitenden Büro (das nach seiner Telegrammad resse mit ״Congrezion“ benannt wird) standen heuer mannigfache Schwierigkeiten im Wege. Die späte Festsetzung des Kongreßortes hatte zur Folge, daß das Büro einen Monat später als bei den bisherigen Kongressen mit seiner Arbeit einsetzen konnte. Aus Ersparungsgründen mußten einige Arbeitsgebiete in der Hand eines Beamten zusammengelegt werden. Je mehr der Kongreßbeginn herannaht, um so höher türmen sieh die Arbeiten auf, so daß seit zwei Wochen bereits im Kongreßbüro bis spät in die Nacht gearbeitet wird. Basel selbst kann bei all seinen Vorzügen doch nicht ganz den Anforderungen eines so roßen Kongreßbetriebes gerecht werden. Insbesondere stieß die üroleitung bei der Beschaffung von Materialien auf größere Schwierigkeiten. Dazu kommt noch, daß anfangs September mit dem Rückströmen der Touristen aus der Schweizer Gebirgswelt die eigentliche Fremdensaison in Basel beginnt, so dal das Wohnungsamt nur mit allergrößtem Energieaufwand seiner Aufgabe, der Quartierbesorgung für sämtliche Delegierte und Gäste gerecht werden kann, welches Ausmaß die Kongreßvorbereitungsarbeiten bereits erreicht haben, ist daraus ersiehtlieh, daß das Büro bisher an 6000 Poststücke erledigt hat. In den letzten Tagen vollzieht sich schon der Uebergang vom bloßen Briefwechsel zum Parteienverkehr. Zahlreiche Teilnehmer, ,׳ ס:!!:! isien usw, sind bereits zwecks Teilnahme an den Vorkonferenzen an Ort und Stelle, und es beginnt sich langsam Me! kan es 1 K01 k o unc me W um me Zei Bil Rf' au! in Hs W wt sts gr en so in V1 da X־ TIS di ze B: 8' R

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