Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1927)
- Date
- 1927-08-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652877-2652937--19320-2677183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 64, 12.VH. 19« JUEtJlSCHE RUNDSCHAU Seite 401 Die Universität Jerusalem (Eine Berichtigung.) ln der vom C.-V. verbreiteten, sattsam bekannten Broschüre von Dr. Wey 1 und Ör. Cohn über Palästina schreibt Dr. Cohn-Dessau u. a. über die Universität Jerusalem folgendes: ״Aber die Universität besteht aus vier oder fünf Zimmern mit chemischen Instrumenten. Ein Professor ist da und 70 oder 80 Schüler, die man bei uns kaum als Vollreife Studenten ansprechen würde.“ Da diese Vorträge auch in der ,,Jüdisch-liberalen Zeitung'‘ erschienen sind, hat der Kanzler der Universität, Dr. M a g n e s, der Zeitung eine Berichtigung gesandt, die jedoch nicht abgedruckt wurde, weil eine Berichtigung bereits dort von Dr. Reifenberg veröffentlicht worden war, zu der freilich Dr. Cohir eine Nachbemerkung machte, die seine irreführende Darstellung bemänteln sollte. Dr. Cohn pocht darauf, daß der Geddes-Entwurf noch nicht voll ausgeführt ist und daß die Jerusalemer Universität keinen Vollbetrieb im Sinne einer europäischen Universität hat. Diese, die Gesetze des Werdens ignorierende etwas kindliche Entrüstung darüber, daß nicht am ersten Tage alles fertig dasteht (ohne daß man selbst, notabene, auch nur das Geringste dazu getan hat), kontrastiert in bezeichnender Weise mit den verständnisvollen wohlwollenden Worten christlicher wirklicher Gelehrter, z. B. Sellins und Greßmanns, die — wie Sellin bei der letzten Pro Palästina-Kundgebung ausgeführt hat, wissen, daß eine Universität Jahrzehnte zu ihrer Ent- Wicklung braucht. Was tatsächlich an Instituten schonheute vorhanden ist, zeigt die Zuschrift von Dr. M a g n e s, die er auch uns sandte, und die wir nachstehend wiedergeben: Verzeichnis der Räume und des Personals der Hebräischen Universität in Jerusalem. A. Institut für Jüdische Wissenschaften: Gemietetes Gebäude, Mount Scopus. 1 Hörsaal 1 Lesezimmer 1 Bibliothekzimmer 1 Professoren zimmer 2 Seminarienzimmer 2 Räume für archäologische Sammlungen 1 Studentenwarteraum zus. 9 Räume B. Institut fürOrienta lische Wissenschaften: Gemietetes Gebäude, Abessynierstr. 138 2 Seminarienzimmer 2 Bibliothekszimmer zus. 4 Räume C. Die Bibliothek der Universität (die auch Nationalbibliothek ist) ist in der Abessynier Straße in 4 Gebäuden untergebracht 24 ״ D. Das Chemische Institut (Hauptgebäude, oberes Geschoß und linker Flügel des unteren Geschosses, Mt. Scopus) besteht aus folgenden Räumen: 1 großes organisches Laboratorium für Praktikanten 1 kleineres analytisches Laboratorium für Praktikanten 1 Laboratorium für physikalisch-chemische Uebungen 1 Hörsaal 1 großes Lesezimmer 1 Handbibliothek 8 voll eingerichtete Laboratorien für die Forschungsarbeiten des Chefs und der Assistenten 8 kleinere Räume für besondere Arbeiten 1 Kühlzimmer 1 feinmechanische Werkstätte und Glasbläserei 1 Kraftstation mit Akkumulatorenbatterie und pneumatischer Wasserdruckversorgung 1 Laboratorium für biochemische Uebungen * 26 E. Das Mikrobiologische Institut: (Abteilung für Parasitologie) 1 protozoologisches Laboratorium (zwei große Räume) 1 entomolagisches Laboratorium 1 helmintologisches Laboratorium Ferner zusammen mit der Hygienischen Abteilung 1 Zentrifugen raum l Incubatorzimmer 1 Kurssaal (noch nicht eingerichtet) 1 Tierhaus bestehend aus 10 Zimmern 17 ״ F. Abteilung für Hygiene: (Hauptgebäude, unteres Geschoß, Mt. Scopus.) 2 bakteriologische Laboratorien 6 ״ 1 Privatlaboratorium 1 physiologisch-chemisches Laboratorium 1 Hauptlaboratorium 2 bakteriologische Laboratorien ,, 6 C. Mathematisches In stitut Gemietetes Gebäude, Abessynierstr. 133 1 Vorlesungsraum 2 Räume, Mathematische Bibliothek 1 Hörsaal (gemeinsam mit dem Institut für orientalische Wissenschaften) 4 ״ H. Institut für Palästina-Naturkunde 5י n 91 91 ist in der Experimental-Station der Hanhalah Hazionit in Tel-Awiw und in Rehoboth untergebracht. Zimmer für den Direktor Zimmer Flora Laboratorium 1 Pflanzenphysiologisches Rehoboth 1 Zoologisches Rehoboth Laboratorium Administration: 5 Zimmer Gesamtzahl der Räume” 100 Das wissenschaftliche Personal. 8 Professoren und Abteilungsleiter 9 Dozenten 10 Seniorassistenten und Instructoren 10 Juniorassistenten Gesamtzahl des Personals Zahl der Studentenschaft (Sommersemester 1927). Institut für jüdische Wissenschaften 101 Institut für Orientalische Wissenschaften t Institut für Chemie 30 Institut für Mathematik 21 Gesamtzahl der Studentenschaft "168 Bemerkungen vom Tage Nicht als ob man auf jüdischer Seite Anlaß hätte, schadenfroh zu sein: aber immerhin verdient cs vermerkt zu werden, daß bei zwei Schmutzaffären der letzten Zeit, die die Öffentlichkeit in Aufregung versetzt haben, nur echte Nichtjuden arischen Geblüts beteiligt sind. Wir meinen die sehr verdächtige Affäre der Phoebus-Film A.-G., in der lauter Vertreter altpreußischer Makellosigkeit verwickelt sind und die Schiebungen bei der Preußischen Staats-Lotterie. Sicherlich handelt es sich, was die in beiden Angelegenheiten verwickelten Personen anbelangt (das Verhalten des Reichs- Wehrministeriums gehört in ein anderes Kapitel), um Ausnahmen, und es wäre in höchstem Maße ungerecht, wollte man Verallgemeinerungen aufstellen. Charakteristisch ist das Verhalten der halb- und ganznationalen Presse in Deutschland. Während bei angeblichen Millionenschiebungen in gefälschten Zigaretten und nachgemachten Banderolen von dieser Presse so getan wird, als ob Betrug und Unterschleif ausschließlich Manifestationen jüdischer Veranlagung seien, fehlt es bei den letzten Fällen an dem beliebten Ausrufungszeichen und philosophisch-psychologischen Erklärungen, daß Juda das Verbreche« in die Welt gesetzt habe. Ueberall gibt es schwarze Schafe, und überall, wo Holz gehackt wird, fliegen Späne herum. Man könnte eine neue Ethymologie aufstellen: Schiebung kommt von Geldgebahrung und jede andere Erklärung ist unehrlich und unsachlich. Trotzdem, darüber herrscht kein Zweifel, werden die viertel-, halb- und ganzantisemitischen Zeitungen bei der nächsten Gelegenheit, wenn irgendein Jude etwas Uebies begehen wird, sofort in Schlagzeilen kühn behaupten, daß das ganze deutsche Volk mit all seinen Mitgliedern in jeder Hinsicht ehrbar und bieder ist, und daß-die schwarzhaarigen, krummnasigen Juden die einzigen, kriminellen Elemente im deutschen Vaterlande sind. * Ein bißchen Sport. Vor einigen Tagen fand in Berlin das Damen-Wcttschwimmen Wien-Berlin statt. Wien war durch drei der besten Schwimmerinnen vertreten. Ihre Namen: Cohn, Bienenfeld, Löwy. Auch Fräulein Bienenfeld ist Jüdin. Die Damen zeigten außerordentliches Können. Ihre Namen und ihre Photographien waren überall veröffentlicht. Alle Zeitungen jedoch fanden es nicht für notwendig, zu erwähnen, daß die Vertreterinnen Wiens Mitglieder jüdischer Klubs sind. Ja, wenn irgendein Taschendieb aus Lodz oder ein Grenzüberschreiter aus Krakau erwischt wird, da heißt es: ein jüdischer Taschendieb und ein jüdischer Grenzschvvärzer. Ein altes Lied: jüdische Leistungen werden auf das Konto der Heimatsländer der betreffenden Juden gebucht, mit von Juden begangenen Verfehlungen wird das jüdische Volk belastet. * Voriges Jahr besuchten sechs Lamas aus Tibet unter anderen europäischen Städten auch die Hauptstadt der deutsehen Republik. Diese Leute wurden bestaunt und ihre eigenartigen Sitten und Gebräuche wurden in allen Zeitungen mit Verwunderung beschrieben. Besonders heikel waren diese Lamas in Kleidung, Haartracht und in ihren Speisegesetzen. Einer dieser Lamas erkrankte und fand in einem Berliner Krankenhause Aufnahme, wo er entsprechend seinen religiösen Ueberzeugungen die weitestgehende Berücksichtigung in jeder Hinsicht fand. Was hätte man gesagt, wenn es einem Arzt im Berliner Krankenhausc eingefallen wäre, diesen kranken Lama zum Genuß von verbotenen Speisen zu zwingen oder ihm das Haar zu schneiden? Mit Recht hätte man ein derartiges Vorgehen überall mit der größten Empörung registriert. Und der betreffende Arzt wäre wohl schleunigst aus dem Krankenhaus entfernt worden. Wenn es sich um einen Lama gehandelt hätte!.. Ir! Königsberg lag in der Klinik ein achtzigjähriger Rabbiner aus Litauen. Kurz vor dem Verlassen der Klinik erlaubten sich behandelnder Arzt und Oberschwester der Abteilung, auf der der kranke Rabbiner gelegen hatte, den ״Spaß“, dem Rabbiner den Bart und die Pejes abzuschneiden. Nicht eine einzige nichtjüdische Zeitung fand es für nötig, diesen empörenden Roheitsakt irgendwie zu kritisieren; ebensowenig hat man davon gehört, daß der Arzt und die Oberschwester für ihren Lausbubenstreich bestraft worden wären. Ja, warum ist denn der Rabbiner aus Litauen nicht ein Lama aus Tibet? * Die jüdische Presse regt sich wieder einmal auf. Anlaß: das Verhalten der deutschen Studentenschaft auf ihrer Tagung in Würz bürg und bei anderen Tagungen. Die Mehrheit der deutschen Studenten fand cs nicht für notwendig, auch der jüdischen Kriegsopfer zu gedenken und sagte überdies dem preußischen Kultusminister Becker erneuten Kampf an, weil Becker bei der Organisation der Studentenschaft deutscher Zunge auf dem Standpunkte der Herkunftsländer steht, während die Studenten das völkischarische Prinzip vertreten. Die Aufregung der jüdischen Blätter ist begreiflich. Aber schließlich sollten sie sich doch daran gewöhnt. haben, daß man von der Mehrheit der deutschen Studentenschaft weder Einsicht noch Gerechtigkeit verlangen darf. Der Aufklärung sind diese jungen Herren nicht zugänglich; als Uebcrrest mittelalterlicher Auffassungen, die in die Gegenwart hineinragen, müssen sie leider als Tatsache genommen werden und nicht als Objekt Irgendwelcher Belehrung. Allerdings ist der Ausblick in die Zukunft trübe. Wenn all diese Biertümpel einmal in Amt und Würden als Richter und Landräte sitzen, dann wird cs uns in Deutschland nicht gut ergehen. Das ist eine trübe Aussicht; aber ein Mittel, dagegen anzukämpfen, ist leider noch nicht gefunden. * Man muß das Sprichwort umdrehen: ״Die Alten sungen, wie zwitschern die Jungen.“ Die deutschen Herren Studiosi gefallen sich seit Jahren in wüstem Radauantisemitismus, und ihre akademischen Lehrer, die sich zu anderen Zeiten Zurückhaltung auferlegt und aus ihrem Herzen eine Mördergrübe gemacht hatten, beeilen sich, ihren Hörern nach dem Munde zu reden. Den Vogel in dieser Hinsicht scheint aber nicht der famose Professor Plate in Hamburg abgeschossen zu haben, der ein denunziatorisches, hundertmal widerlegtes Buch eines der schäbigsten Renegaten, Brafmann, aus dem Jahre 1848 neu herausgibt, sondern der Direktor des Pathologischen Instituts der Berliner Charite, der Geheime Medizinalrat Prof. Lu barsch, der, selbst dem Judentum entsprossen, hin und wieder durch outrierte antisemitische Aeußerungen vergessen lassen will, daß er Judenstämmling ist und der sich krampfhaft bemüht, das Wohlwollen der Mehrheit seiner Studenten zu erringen. Besagter Lubarsch beging nach einem Berichte des ״Berliner Tageblatts“ folgende unerhörte Geschmacklosigkeit, abgesehen davon, daß er eine Orundverpflichtung des Arztes, die Wahrung des Berufsgeheimnisses, gröblichst verletzt hat. Herr Lubarsch sagte am Schlüsse einer Vorlesung, in der er Organe einer Leiche demonstrierte: ״Ich scheue mich nicht, Ihnen den Namen des Verstorbenen zu nennen. Es ist Herr Iwan Kutisker, ein Ostjude, der, wie Ihnen allen wohl bekannt ist, zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hat sich mit 20 Jahren syphilitisch infiziert und rauchte, wie es bei Ostjuden Sitte ist, täglich 30—40 Zigaretten.“ Jedes Wort der Kritik an dieser Taktlosigkeit, Geschmacklosigkeit, an dieser qualifizierten Leichenschändung und an diesem Appell an gemeine antisemitische Instinkte seiner Zuhörer ist überflüssig. Das Verhalten des Herrn Lubarsch kennzeichnet ihn genügend. Wahrlich, er ist seiner völkischen Hörer und seine völkischen Hörer sind seiner wert! 4 * Henry Ford soll in der letzten Zeit von jüdischen Abnehmern seiner Wagen direkt überlaufen sein. In einer Zeitung war zu lesen, daß der Hauptmanager Fords seinem Chef melden konnte, daß in den letzten zwei Wochen in den Verkaufsbüros der Firma mehr Juden zu sehen waren, als in den vorangegangenen zwei Jahren. Wir Juden sind doch ein leicht zu versöhnendes Volk. Bis zur Revokation Fords galt es in jüdischen Händierkreisen nicht für angebracht, Fordsche Automobile zu kaufen und zu vertreiben. D. h. es ist klar, daß Juden dennoch Automobile von Ford gekauft und benützt haben, Wirtschaft ist eben stärker als Gesinnung. Aber früher pflegte man sich hintenherum Ford-Autos zu beschaffen, jetzt, nachdem Ford feierlich revoziert hat (iri seine Seele kann natürlich niemand schauen), drängen sich die jüdischen Käufer in den Verkaufsstellen der Firma Ford. Es sieht so aus, als ob die Juden das Bedürfnis hätten, Herrn Ford für seinen Widerruf zu belohnen. Die Juden sind dpeh ein gutmütiges und leicht zu versöhnendes Volk. M. W. ..mm.. Das Jahrbuch der Hebräischen Universitat Jerusalem für das Jahr 1926/1927 gibt einen guten Ueberblick über die Fortschritte des Institutes. Während des verflossenen Jahres wurden keine neuen Abteilungen eröffnet, da das Direktorium der Ansicht war, daß vor der Schaffung neuer Institute die bestehenden Abteilungen weiter konsolidiert werden müßten, aber die Tätigkeit der bestehenden Abteilungen wurde beträchtlich ausgedehnt und eine Anzahl neuer Lehrstühle und Vorlesungen errichtet. Was den wissenschaftiichen Fortschritt betrifft, so ist mit Genugtuung die Arbeit zu vermerken, die von Dr. Adler in der Sektion für Parasitoiogie, der ersten Abteilung des Mikrobiologischen Institutes, geleistet worden ist. Es wurden protozooiogische Untersuchungen geführt, mit der Arbeit für Wurmkunde begonnen und auch Anfänge mit Tierzucht für Laboratoriumszwecke gcmacht. Im zweiten medizinischen Institut, der Abteilung für Hygiene, wurde mit der Forschungsarbeit in der Epidemiologie, Bakteriologie und Physiologie der Ernährung begonnen. Es wird ferner beabsichtigt, im Laufe dieses Jahres Vorlesungen über Probleme öffentlicher Gesundheitspflege zu veranstalten. Die Forschungstätigkeit des Chemischen Institut es, die im vorigen Jahre über verschiedene Probleme der analytischen, organischen und kolloidalen Chemie unter besonderer Bezugnahme auf aktuelle Probleme, die durch die Ent- Wicklung des Landes entstanden, begonnen worden sind, wurden fortgeführt und erweitert. Das neue Institut für palästinensisene Naturgeschichte, eine der meistversprechenden Abteilungen der Universität, hat nützliche Arbeit in der Zoologie, Pftanzenspychologie. im Studium der Flora Palästinas und biblischer und talmudischer Botanik geleistet. Schließlich wurde der Anfang mit der Errichtung des Mathematischen Institutes gemacht. Im Institut für Jüdische Studien ist der Forschungs- und Lehrbereich nach verschiedenen wichtigen Richtungen erweitert worden. Es wurde beschlossen, Lehrstühle für Bibel- Studium, jüdische Geschichte und jüdische Philosophie zu errichten. Während des vergangenen Jahres wurden neue Vorlesungen über hebräische Dichtkunst des Mittelalters und über die Soziologie der Juden eingerichtet. Hiermit wurde Dr. Arthur R u p p i n betraut. Es wurde ferner ein Archäologe ernannt, der unter den gemeinsamen Auspizien der Universität und der Jüdischen Ausgrabungs-Gesellschaft tätig ist und bereits gute Arbeit im Zusammenhang mit der Auffindung der sögenannten Dritten Mauer des alten Jerusalem geleistet hat. Von den Professoren, Lektoren lind Assistenten wurde im vergangenen Jahre auf dem Gebiete der jüdischen Studien wertvolle Arbeit geleistet, deren Ergebnisse im Bulletin des Institutes veröffentlicht wurden. Das Institut für o r i e n - taiischc Studien, das voriges fahr eröffnet wurde und sich augenblicklich ausschließlich mit dem Studium der arabisehen Literatur und islamischen Kultur beschäftigt, hat ständige Fortschritte gemacht. Das Institut hat zwei größere Arbeiten gemeinsamer Forschungsarbeit unternommen: die Vorbereitung einer Konkordanz klassischer arabischer Dichtkunst und die kritische Ausgabe einer großen historischen Sammlung von Büchern und Gesetzen. Die Durchführung dieser umfassenden Pläne wird einen großen Schritt vorwärts zur Befestigung der Stellung des Institutes in der Welt der orientalischen Wissenschaft be. deuten. (Ziko.) Hebräische Universitäts- und Nationalbibliothek. Im Laufe des Monates Siwan besuchten 2888 Personen die Bibliothek und ihre medizinische Abteilung, wobei die Frequentanten des Lesesaales der Bibliothek nicht mitgezählt sind. Es wurden 4275 Bücher gelesen und zwar: 1710 in hebräisch (400׳,״), 937 in deutsch (22«/0), 192 in französisch (5<V»), und 109 in den übrigen Sprachen (2®/0). Es sind 3220 Bücher in 3947 Bänden katalogisiert werden. Die KSIaer Friedholsschänder ermittelt Der Kölner Kriminalpolizei ist es gelungen, auf die Sput der Tater zu kommen, die vor einigen Tagen den orthodoxen jüdischen Friedhof in Köln zerstört, 71 Grabsteine umgev/orfen und zum Teil zertrümmert sowie die Grabstätten geschändet hatten. Die Polizei hat bisher sechs Verhaftungen vorgenommen. Die Verhafteten, unter denen sich der Haupträdelsführer befindet, sind alle Mitglieder der nationaisozialistisehen Arbeiterpartei.